Montag, 19. Oktober 2009
Kleiner Nachtrag
Neulich hatte ich schon im Geiste losgelegt einen Kommentar zum diesjährigen Friedensnobelpreis zu schreiben.
Die Gedanken auszuformulieren und zu tippen, erwies sich letztlich allerdings als unnütz, da ca 10.000 andere Blogger und Journalisten ganz ähnlich gedacht hatten.
Die Obama-Wohlgesonnenen schrieben alle in etwa:
„Ja, nett - aber WOFÜR? Da hat Oslo aber nicht gerade gründlich nachgedacht. Zu früh für Obama. Das wird ihm an der Heimatfront schaden“
Man kann jetzt schon sagen, daß diese ad-hoc-Reaktionen sich alle bestätigt haben.
Die amerikanische Rechte tobt und hat Aufwind.
Daß Obama von diesen europäischen antiamerikanischen Kommunisten ausgezeichnet wurde zeige, daß er lasch und unamerikanisch sei.
Nun feuert das ultrarechte Pack um Rush Limpballs und Glenn Beck aus allen Rohren.
Die letzten Hemmungen sind gefallen.
Schickt ihn zurück nach Kenia! brüllen sie ungeniert rassistisch.
Und ja, natürlich hätten alle Kandidaten, die mutig als Regimekritiker in Diktaturen hocken den Preis dringender gebraucht.
Obama ist bereits Weltpopstar und verfügt über einen gigantischen Apparat.
Oslo wollte Politik machen und Obama festlegen.
Dabei hat sich das Nobelpreiskomitee nur gewaltig überschätzt und nicht gemerkt, daß sie bei dem Versuch sich selbst in Obamas Glanz zu sonnen, den Preisträger innenpolitisch kastriert haben.
Ich nenne hier nur den einen Aspekt - nämlich die dilettantische Taktik des Nobelpreiskomitees.
Obamas Taten, bzw Nichttaten und seine Verdienste, bzw Nichtverdienste stehen auf einem anderen Blatt:
Arslibertatis, um nur ein Beispiel zu nennen, wundert sich, daß Obama, der momentan in etlichen Nationen Krieg führt, in unzähligen Staaten Militärbasen hat, diverse Foltergefängnisse betreibt,…gepriesen wird.
Weswegen ich das heute doch noch mal erwähne?
Um nachzutreten.
Oslo hat erst 2001 die UNO und Kofi Anan mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt und wollte offensichtlich damit die Uno stärken.
Das ist bitter nötig, denn die Uno ist meistens zu schwach - sie kann zwar laut sein und eindrucksvolle Resolutionen beschließen, aber sie kann diese nicht umsetzen.
Es gibt nicht genügend Blauhelme.
Blauhelme sind außerdem nicht robust bewaffnet.
Die Uno kann schon ihrer wenigen vorhandenen Kräfte kaum nutzen, da ihr ständig die Pleite droht.
Die Uno wird nämlich finanziell erpresst - gewisse Staaten bezahlen nämlich ihre Beiträge einfach nicht und frieren damit die Handlungsfähigkeit der Uno ein.
Der Hauptsünder ist Amerika!
Das reichste und mächtigste Land der Welt zahlt einfach nicht.
Das Nobelpreiskomitee zeichnet in den folgenden acht Jahren nach dem Uno-Friedensnobelpreis gleich dreimal amerikanische Top-Politiker aus - 2002 Jimmy Carter, 2007 Al Gore und nun Obama.
Obama und die Uno - das Verhältnis sieht ganz aktuell wie folgt aus:
Die USA bringen die Vereinten Nationen (UNO) erneut in Finanznöte. Rund zehn Wochen vor Jahresschluss schulden sie den UNO noch ihren Beitrag zum Verwaltungshaushalt 2009, wie die für das Management zuständige Untergeneralsekretärin Angela Kane dem Finanzausschuss gestern Abend (Ortszeit) darlegte.
Nach heutigen UNO-Angaben fehlen für die Verwaltung im auslaufenden Jahr noch Mitgliedsbeiträge in Höhe von 830 Millionen Dollar. Darauf entfielen 93 Prozent oder 772 Millionen Dollar auf die USA, hieß es.
(ORF-Meldung vom 17.10.09)
Liebe Osloer - die Idee mit Obama und dem Nobelpreis war ohnehin nicht so wirklich wohldurchdacht - aber hättet Ihr nicht vielleicht wenigstens verlangen sollen, daß jemand seine 772 Millionen Dollar Schulden zahlt, bevor Ihr ihm einen mit einer Millionen Euro dotierten Preis hinterher werft??
Die Gedanken auszuformulieren und zu tippen, erwies sich letztlich allerdings als unnütz, da ca 10.000 andere Blogger und Journalisten ganz ähnlich gedacht hatten.
Die Obama-Wohlgesonnenen schrieben alle in etwa:
„Ja, nett - aber WOFÜR? Da hat Oslo aber nicht gerade gründlich nachgedacht. Zu früh für Obama. Das wird ihm an der Heimatfront schaden“
Man kann jetzt schon sagen, daß diese ad-hoc-Reaktionen sich alle bestätigt haben.
Die amerikanische Rechte tobt und hat Aufwind.
Daß Obama von diesen europäischen antiamerikanischen Kommunisten ausgezeichnet wurde zeige, daß er lasch und unamerikanisch sei.
Nun feuert das ultrarechte Pack um Rush Limpballs und Glenn Beck aus allen Rohren.
Die letzten Hemmungen sind gefallen.
Schickt ihn zurück nach Kenia! brüllen sie ungeniert rassistisch.
Und ja, natürlich hätten alle Kandidaten, die mutig als Regimekritiker in Diktaturen hocken den Preis dringender gebraucht.
Obama ist bereits Weltpopstar und verfügt über einen gigantischen Apparat.
Oslo wollte Politik machen und Obama festlegen.
Dabei hat sich das Nobelpreiskomitee nur gewaltig überschätzt und nicht gemerkt, daß sie bei dem Versuch sich selbst in Obamas Glanz zu sonnen, den Preisträger innenpolitisch kastriert haben.
Ich nenne hier nur den einen Aspekt - nämlich die dilettantische Taktik des Nobelpreiskomitees.
Obamas Taten, bzw Nichttaten und seine Verdienste, bzw Nichtverdienste stehen auf einem anderen Blatt:
Arslibertatis, um nur ein Beispiel zu nennen, wundert sich, daß Obama, der momentan in etlichen Nationen Krieg führt, in unzähligen Staaten Militärbasen hat, diverse Foltergefängnisse betreibt,…gepriesen wird.
Weswegen ich das heute doch noch mal erwähne?
Um nachzutreten.
Oslo hat erst 2001 die UNO und Kofi Anan mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt und wollte offensichtlich damit die Uno stärken.
Das ist bitter nötig, denn die Uno ist meistens zu schwach - sie kann zwar laut sein und eindrucksvolle Resolutionen beschließen, aber sie kann diese nicht umsetzen.
Es gibt nicht genügend Blauhelme.
Blauhelme sind außerdem nicht robust bewaffnet.
Die Uno kann schon ihrer wenigen vorhandenen Kräfte kaum nutzen, da ihr ständig die Pleite droht.
Die Uno wird nämlich finanziell erpresst - gewisse Staaten bezahlen nämlich ihre Beiträge einfach nicht und frieren damit die Handlungsfähigkeit der Uno ein.
Der Hauptsünder ist Amerika!
Das reichste und mächtigste Land der Welt zahlt einfach nicht.
Das Nobelpreiskomitee zeichnet in den folgenden acht Jahren nach dem Uno-Friedensnobelpreis gleich dreimal amerikanische Top-Politiker aus - 2002 Jimmy Carter, 2007 Al Gore und nun Obama.
Obama und die Uno - das Verhältnis sieht ganz aktuell wie folgt aus:
Die USA bringen die Vereinten Nationen (UNO) erneut in Finanznöte. Rund zehn Wochen vor Jahresschluss schulden sie den UNO noch ihren Beitrag zum Verwaltungshaushalt 2009, wie die für das Management zuständige Untergeneralsekretärin Angela Kane dem Finanzausschuss gestern Abend (Ortszeit) darlegte.
Nach heutigen UNO-Angaben fehlen für die Verwaltung im auslaufenden Jahr noch Mitgliedsbeiträge in Höhe von 830 Millionen Dollar. Darauf entfielen 93 Prozent oder 772 Millionen Dollar auf die USA, hieß es.
(ORF-Meldung vom 17.10.09)
Liebe Osloer - die Idee mit Obama und dem Nobelpreis war ohnehin nicht so wirklich wohldurchdacht - aber hättet Ihr nicht vielleicht wenigstens verlangen sollen, daß jemand seine 772 Millionen Dollar Schulden zahlt, bevor Ihr ihm einen mit einer Millionen Euro dotierten Preis hinterher werft??
Sonntag, 18. Oktober 2009
Viel Geld
Jedesmal wenn ein Lottojackpöttchen aufgebaut wird, kommen Boulevardsender auf dieselbe kreative Idee - sie schicken ihre Reporter-Azubis los und fragen die Passanten, die zu blöd sind nicht rechtzeitig vor dem Mikro wegzulaufen, was sie mit einer Million Euro machen würden.
Die Antworten sind auf eine geradezu erschreckende Weise spießig.
Da kommt so sicher wie das Amen in der Kirche: Häuschen kaufen, zur Bank bringen, Weltreise und Auto kaufen.
Für das ganz große Geld fehlt es offenbar an Phantasie.
Ich denke, daß ich mehr Kreativität aufbringen könnte - daher wäre ich auch gar nicht so gerne Millionär, sondern lieber ein Milliardär, der wie der 100-Jährige Werner Otto alterweise Jahr für Jahr aufs Neue Millionen verschenkt.
Ja, doch, da fielen mir auch genügend aus meiner subjektiven Sicht Bedürftige ein.
Unpraktischerweise kommt man nicht so leicht an eine Milliarde.
Letzte Woche habe ich aber (mal wieder) Dummensteuer (vulgo: Lotto) gezahlt und - überraschend - nichts gewonnen.
Mist.
Aber laut meines neuen Mottos - man muß immer das Positive sehen - erkenne ich auch die Vorteile daran, daß ich keine Million(en) habe.
Als Reicher hat man sich mit ganz neuen Problemen herumzuschlagen.
Dabei ist das größte und alles andere überlagernde Problem die Angst seinen Reichtum zu verlieren.
Eine keineswegs unbegründete Angst, wie die aktuelle zum neunten mal erstellte Sonderausgabe der Manager-Magazins „Die 300 reichsten Deutschen“ zeigt.
Satt der Im Jahr 2008 gezählten 122 Einzelpersonen-Milliardäre, sind dieses Jahr nur noch lumpige 99 Zehn- und Elfstellige übrig.
(Nicht eingerechnet Familienclans wie die Brenninkmeijers, die zwar noch 22,5 Milliarden übrig haben, die aber zu vielköpfig sind, als daß man genau wüßte, wem eigentlich was gehört)
Der Wert der 100 größten Vermögen sank von 324,6 Milliarden (2008) auf aktuell 285,6 Milliarden Euro - mithin ein Verlust um 12 %!
Finanzhirnies wie Madeleine Schickedanz sind gar ganz aus der Top-300 rausgeflogen; ihr Schicksal beweinte ich schon am 29. August.
Bitter auch die letzten 12 Monate ihrer ehemaligen Milliardärskollegin Frau Schaeffler, die nun nach den sehr konservativen mm-Schätzungen lediglich 400 Millionen Euro übrig hat.
Zurück geworfen auf Hartz-IV-Niveau!
Die Börse, auf deren Parkett sich Aktienzocker wie Susanne Klatten so wohl fühlte, hat also das
geschafft, was die Damen und Herren Superreichen bisher ausschließlich dem Staat zutrauten: Ihnen das Geld abzuknöpfen.
Milliardäre haben offensichtlich eine spezielle Wahrnehmung.
So jammerte der Daimler-Chef Jürgen Schrempp 1998 beim Amtsantritt von Rot/Grün, daß die Ertragssteuern keinesfalls steigen dürften, da er sonst gezwungen sei den Standort Deutschland zu verlassen.
In Wirklichkeit hatte der Konzern schon seit Jahren überhaupt gar keine Steuern mehr in Deutschland gezahlt.
Das Geld wurde der Herr Professor (Verleihung des Titels Professor durch den damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel, CDU) auch ohne Staatshilfe los.
5,5 Milliarden DM verzockte Schrempp bereits vor seinem Aufstieg zum Vorstandsvorsitzenden (1995-2005) als DASA-Chef mit dem Fokker-Desaster.
Aber das war noch nichts gegen die geschätzten weltweit 60 Milliarden Dollar, die Schrempp im Zuge seiner Fusionitis mit Chrysler und Mitsubishi verbrannte.
Konsequenzen mußte der achtstellig Verdienende nie fürchten, da Aufsichtsrat Kopper seine schützende Hand über ihn hielt - jener Mann, den die nördliche CDU dazu erkoren hat als Aufsichtsrat über HSH-Nordbank Nonnenmacher zu wachen.
Wenig überraschend also, daß Kopper die lumpigen 500 Millionen Euro, die Nonnenmacher persönlich im Jahr 2008 beim Omega-Deal verlor, als irrelevant ansieht.
Der Steuerzahler kommt ja dafür auf.
Um sicher zu gehen, daß es auch wirklich wehtut mit dem Kopf gegen die Wand zu laufen, versuchen es die Milliardäre immer wieder mit spektakulären Übernahmen, die auch gerne von den neoliberalen Claqueuren der Wirtschaftspresse bejubelt werden, wie zuletzt im Falle Schaeffler-Continental.
Daß diese Fusionen in der Mehrzahl der Fälle nicht funktionieren und nur allen schaden, weiß man zwar, blendet es aber vor lauter Geifer und Gier in den Vorstandsetagen immer wieder aus.
Hat man erst einmal die luftigen Höhen des Superreichtums erreicht, verschiebt sich offenbar die Wahrnehmung.
Dann ist der internationale Turbokapitalismus stets gut und der steuereintreibende Staat stets schlecht.
Auf den rückgratentkernten Regierungsbänken traut man sich, bis auf wenige Ausnahmen wie Steinbrück, nicht aufzumucken.
Der Vorschlag nach amerikanischen Vorbild bei Steuerflüchtigen die Deutsche Staatsbürgerschaft zu entziehen, trifft auf keinerlei Widerhall.
Nein, im Gegenteil; wer hierzulande seine Millionen und Milliarden macht und sich dann dem Solidargedanken entzieht, indem er sich gen Österreich oder Monte Carlo absetzt, wird hier dennoch über alle Maßen adoriert - siehe Boris Becker oder Michael Schumacher.
Kein Wunder, daß der allerbeliebteste Deutsche Politiker keinerlei Imageschaden nimmt, nur weil sich seine Familie höchst antideutsch verhält und ihr Vermögen in die Alpenrepublik schafft.
Die Rede ist vom Minister Tatenlos, der bisher durch keinerlei Handeln politisch aufgefallen ist und sich sattdessen zum Popstar hochstilisierte:
Karl-Theodor von und zu Guttenberg holte 68,1 Prozent der Erststimmen bei der Bundestagswahl.
Unmittelbar nachdem 2008 die Republik Österreich die Erbschaftssteuer abgeschafft hatte, schaffte auf die Hunderte Millionen schwere Guttenberg-Sippe ihr deutsches Vermögen ab und zog gen Süden, wie u.a. Uwe Ritzer berichtete.
Im österreichischen Kurort Semmering gründete Papa Guttenberg die "Freiherrlich von und zu Guttenberg’sche Familienstiftung" mit dem Zweck der „tunlichste[n] Erhaltung vor allem des historisch und kulturell bedeutsamen Stiftungsvermögens".
Einige sind immer gleicher als gleich.
Angestellte und Arbeiter haben bekanntlich keine Ausweichmöglichkeit, in dem Falle, daß sie lieber keine Steuern zahlen würden.
Dafür sorgt schon die Regierung, die Regierung, zu der auch Deutschlands allerbeliebtester Politiker Guttenberg zählt.
Die Staatsgewalt setzt er ohne wenn und aber durch.
Außer eben für seine eigene Familie.
Dem Wähler gefällt’s.
Die Antworten sind auf eine geradezu erschreckende Weise spießig.
Da kommt so sicher wie das Amen in der Kirche: Häuschen kaufen, zur Bank bringen, Weltreise und Auto kaufen.
Für das ganz große Geld fehlt es offenbar an Phantasie.
Ich denke, daß ich mehr Kreativität aufbringen könnte - daher wäre ich auch gar nicht so gerne Millionär, sondern lieber ein Milliardär, der wie der 100-Jährige Werner Otto alterweise Jahr für Jahr aufs Neue Millionen verschenkt.
Ja, doch, da fielen mir auch genügend aus meiner subjektiven Sicht Bedürftige ein.
Unpraktischerweise kommt man nicht so leicht an eine Milliarde.
Letzte Woche habe ich aber (mal wieder) Dummensteuer (vulgo: Lotto) gezahlt und - überraschend - nichts gewonnen.
Mist.
Aber laut meines neuen Mottos - man muß immer das Positive sehen - erkenne ich auch die Vorteile daran, daß ich keine Million(en) habe.
Als Reicher hat man sich mit ganz neuen Problemen herumzuschlagen.
Dabei ist das größte und alles andere überlagernde Problem die Angst seinen Reichtum zu verlieren.
Eine keineswegs unbegründete Angst, wie die aktuelle zum neunten mal erstellte Sonderausgabe der Manager-Magazins „Die 300 reichsten Deutschen“ zeigt.
Satt der Im Jahr 2008 gezählten 122 Einzelpersonen-Milliardäre, sind dieses Jahr nur noch lumpige 99 Zehn- und Elfstellige übrig.
(Nicht eingerechnet Familienclans wie die Brenninkmeijers, die zwar noch 22,5 Milliarden übrig haben, die aber zu vielköpfig sind, als daß man genau wüßte, wem eigentlich was gehört)
Der Wert der 100 größten Vermögen sank von 324,6 Milliarden (2008) auf aktuell 285,6 Milliarden Euro - mithin ein Verlust um 12 %!
Finanzhirnies wie Madeleine Schickedanz sind gar ganz aus der Top-300 rausgeflogen; ihr Schicksal beweinte ich schon am 29. August.
Bitter auch die letzten 12 Monate ihrer ehemaligen Milliardärskollegin Frau Schaeffler, die nun nach den sehr konservativen mm-Schätzungen lediglich 400 Millionen Euro übrig hat.
Zurück geworfen auf Hartz-IV-Niveau!
Die Börse, auf deren Parkett sich Aktienzocker wie Susanne Klatten so wohl fühlte, hat also das
geschafft, was die Damen und Herren Superreichen bisher ausschließlich dem Staat zutrauten: Ihnen das Geld abzuknöpfen.
Milliardäre haben offensichtlich eine spezielle Wahrnehmung.
So jammerte der Daimler-Chef Jürgen Schrempp 1998 beim Amtsantritt von Rot/Grün, daß die Ertragssteuern keinesfalls steigen dürften, da er sonst gezwungen sei den Standort Deutschland zu verlassen.
In Wirklichkeit hatte der Konzern schon seit Jahren überhaupt gar keine Steuern mehr in Deutschland gezahlt.
Das Geld wurde der Herr Professor (Verleihung des Titels Professor durch den damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel, CDU) auch ohne Staatshilfe los.
5,5 Milliarden DM verzockte Schrempp bereits vor seinem Aufstieg zum Vorstandsvorsitzenden (1995-2005) als DASA-Chef mit dem Fokker-Desaster.
Aber das war noch nichts gegen die geschätzten weltweit 60 Milliarden Dollar, die Schrempp im Zuge seiner Fusionitis mit Chrysler und Mitsubishi verbrannte.
Konsequenzen mußte der achtstellig Verdienende nie fürchten, da Aufsichtsrat Kopper seine schützende Hand über ihn hielt - jener Mann, den die nördliche CDU dazu erkoren hat als Aufsichtsrat über HSH-Nordbank Nonnenmacher zu wachen.
Wenig überraschend also, daß Kopper die lumpigen 500 Millionen Euro, die Nonnenmacher persönlich im Jahr 2008 beim Omega-Deal verlor, als irrelevant ansieht.
Der Steuerzahler kommt ja dafür auf.
Um sicher zu gehen, daß es auch wirklich wehtut mit dem Kopf gegen die Wand zu laufen, versuchen es die Milliardäre immer wieder mit spektakulären Übernahmen, die auch gerne von den neoliberalen Claqueuren der Wirtschaftspresse bejubelt werden, wie zuletzt im Falle Schaeffler-Continental.
Daß diese Fusionen in der Mehrzahl der Fälle nicht funktionieren und nur allen schaden, weiß man zwar, blendet es aber vor lauter Geifer und Gier in den Vorstandsetagen immer wieder aus.
Hat man erst einmal die luftigen Höhen des Superreichtums erreicht, verschiebt sich offenbar die Wahrnehmung.
Dann ist der internationale Turbokapitalismus stets gut und der steuereintreibende Staat stets schlecht.
Auf den rückgratentkernten Regierungsbänken traut man sich, bis auf wenige Ausnahmen wie Steinbrück, nicht aufzumucken.
Der Vorschlag nach amerikanischen Vorbild bei Steuerflüchtigen die Deutsche Staatsbürgerschaft zu entziehen, trifft auf keinerlei Widerhall.
Nein, im Gegenteil; wer hierzulande seine Millionen und Milliarden macht und sich dann dem Solidargedanken entzieht, indem er sich gen Österreich oder Monte Carlo absetzt, wird hier dennoch über alle Maßen adoriert - siehe Boris Becker oder Michael Schumacher.
Kein Wunder, daß der allerbeliebteste Deutsche Politiker keinerlei Imageschaden nimmt, nur weil sich seine Familie höchst antideutsch verhält und ihr Vermögen in die Alpenrepublik schafft.
Die Rede ist vom Minister Tatenlos, der bisher durch keinerlei Handeln politisch aufgefallen ist und sich sattdessen zum Popstar hochstilisierte:
Karl-Theodor von und zu Guttenberg holte 68,1 Prozent der Erststimmen bei der Bundestagswahl.
Unmittelbar nachdem 2008 die Republik Österreich die Erbschaftssteuer abgeschafft hatte, schaffte auf die Hunderte Millionen schwere Guttenberg-Sippe ihr deutsches Vermögen ab und zog gen Süden, wie u.a. Uwe Ritzer berichtete.
Im österreichischen Kurort Semmering gründete Papa Guttenberg die "Freiherrlich von und zu Guttenberg’sche Familienstiftung" mit dem Zweck der „tunlichste[n] Erhaltung vor allem des historisch und kulturell bedeutsamen Stiftungsvermögens".
Einige sind immer gleicher als gleich.
Angestellte und Arbeiter haben bekanntlich keine Ausweichmöglichkeit, in dem Falle, daß sie lieber keine Steuern zahlen würden.
Dafür sorgt schon die Regierung, die Regierung, zu der auch Deutschlands allerbeliebtester Politiker Guttenberg zählt.
Die Staatsgewalt setzt er ohne wenn und aber durch.
Außer eben für seine eigene Familie.
Dem Wähler gefällt’s.
Samstag, 17. Oktober 2009
Good News
Man soll ja nicht immer so negativ sein.
Daher möchte ich ab und an auch mal GUTE Menschen erwähnen; es könnte sonst der fatale Eindruck entstehen, daß bei all den verlogenen pädophilen Kirchenoberen und all den antihumanistischen CDU’lern und all den gierigen Bankern und all den faktenallergischen FDP’lern und all den schießwütigen irren Amis und all den verblödeten Politapathikern nur noch die Alternativen Wahnsinn oder Suizid blieben.
(Oder ist es schon soweit? 25 Mitarbeiter der France Télécom haben in den letzten anderthalb Jahren freiwillig den Löffel abgegeben, der hoch verehrte EX-NDR-Programmchef Jürgen Kellermeier springt plötzlich aus dem dritten Stock in den Lichtschacht, David Foster Wallace erhängt sich mit 46 Jahren in seinem Haus, während seine Frau nur mal kurz einkaufen geht, ….)
Schluß damit für heute; es gibt auch Grund zur Freude.
Eine Person, die einem Elan und Lebensmut gibt, ist der hier schon mehrfach gelobte Dr. Michael Schmidt-Salomon.
Allein schon die Liste seiner Widersacher - Ministerin von der Leyen, Bischof Huber und Kreuznet, um nur drei zu nennen - zeugt von viel Ehre.
Neben seinen Büchern ist besonders sein Baby, die gbs, zu nennen:
Die Giordano Bruno Stiftung (Stiftung zur Förderung des evolutionären Humanismus) ist eine Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung, der zahlreiche bekannte Wissenschaftler, Philosophen und Künstler angehören. Die Stiftung sammelt neuste Erkenntnisse der Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften, um ihre Bedeutung für das humanistische Anliegen eines "friedlichen und gleichberechtigten Zusammenlebens der Menschen im Diesseits" herauszuarbeiten. Ziel der Stiftung ist es, die Grundzüge eines naturalistischen Weltbildes sowie einer säkularen, evolutionär-humanistischen Ethik/Politik zu entwickeln und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Schon richtig, die gbs ist verglichen mit den zig Milliarden schweren Unternehmen der Lügner (Bischof Mixa) und Perversen (Bischof Müller) und Hetzer (Kardinal Meisner) noch nicht mal ein David, sondern nur eine Mikroausgabe eines Zwergdavids, aber der Goliath Kirche quiekt schon deutlich hörbar, ob der Sticheleien, die er erdulden muß.
Die Evolutionären Humanisten Berlin-Brandenburg; das sind die Fördermitglieder der gbs; haben just etwas in den Augen der Christlichen Kirchen ganz und gar Ungeheuerliches getan.
Sie erinnerten Schulen, Lehrer und Schüler an die geltende Rechtslage.
Da schüttelt es die katholischen Herren in den Kleidern auf den Kanzeln.
Sie leben nämlich lieber nach ihren eigenen Vorstellungen.
In ihrer faktenreziproken Welt gilt, daß Kondomgebrauch die HIV-Ansteckung fördert, daß die Atheisten Hitler an die Macht gebracht hätten, daß Homosexualität eine Sünde ist und daß Frauen von Natur aus unrein und zu unwürdig sind, um ein geistiges Amt zu übernehmen.
In einer solchen Parallelwelt kommen auch immer mehr Zweifel an der Darwin’schen Theorie auf. In den Landesregierungen von Hessen und Thüringen hatten die Religiösen schon ihr CDU-Bein, das für kreationistische Lehren im Biologieunterricht stritt.
Nun ist Kreationismus nicht nur hochgradiger Nonsens, sondern auch ausdrücklich kein Stoff des Berliner Lehrplans:
An einer staatlichen Berliner Grundschule wurden im letzten Schuljahr kreationistische Dokumente an Schüler/innen des evangelischen Religionsunterrichts ausgehändigt. Es handelt sich dabei u.a. um verschiedene Broschüren des „Missionswerk Werner Heukelbach“, in denen die aus der Bibel bekannte Schöpfungsgeschichte als absolute Wahrheit und Evolution als unbelegte Theorie dargestellt wird. Der Verein ruft nun in einem Schreiben an sämtliche Berliner Schulen und verantwortliche Gremien dazu auf, „ein besonderes Augenmerk darauf zu richten, ob der Religionsunterricht an Ihrer Schule dem Berliner Schulgesetz entspricht.“
Zur Begründung gibt der Vorstand des Vereins an, dass „Schulen in einem säkularen, demokratischen Staat eine zentrale Rolle spielen für eine offene, freie und tolerante Gesellschaft.“ Demnach sollten sie „geschützt werden vor irrationalen Heilslehren“, damit „Kindern … das Grundrecht auf ein religionsfreies Leben“ gewährt wird.
„Die Behauptung, eine unsichtbare Supermacht Namens ‚Gott‘ habe das Universum, die Erde und die Menschen in sechs Tagen erschaffen, steht nicht nur im Widerspruch zu Erkenntnissen über den Menschen und seine Umwelt sondern auch zu den im Berliner Schulgesetz genannten fachlichen Maßstäben, die in anderen Fächern eingehalten und gelehrt werden.“ heißt es in dem Schreiben weiter.
Die Katholen bringt diese schlichte und höflicher Erinnerung an die Rechtslage reichlich in Wallung.
Kath.net schäumt: Aktion stößt auf scharfe Kritik
Das sei eine „Unzulässige Einmischung“ nörgelt man auch bei der protestantischen Sekte des Christentums:
Der Vorsitzende des Notbundes für den Evangelischen Religionsunterricht, Pfarrer i. R. Rolf Lüpke (Berlin), sagte gegenüber idea, das Schreiben fordere zu einer unzulässigen Einmischung in den Religionsunterricht auf. „Evangelischer Religionsunterricht wird allein nach den Grundsätzen der Kirche und auf der Grundlage des Rahmenlehrplans erteilt. Der Staat und seine Schulleitungen oder Lehrkräfte haben keine Kompetenz, im Religionsunterricht behandelte religiöse Überzeugungen und Glaubensinhalte zu beurteilen, sofern damit nicht aktiv gegen Verfassungsgrundsätze verstoßen wird.“ Das Schreiben wolle den Eindruck erwecken, als ob Religionsunterricht schulgesetzwidrig erteilt und zu staatlich finanzierter Indoktrination genutzt werde. „Das ist diffamierend. Die Beschäftigung mit biblischen Aussagen zur Schöpfung und mit dem Schöpfungsglauben ist für den Religionsunterricht unaufgebbar“
Der Geschäftsführer der evangelikalen Studiengemeinschaft Wort und Wissen, Reinhard Junker (Baiersbronn), warf den Autoren des Schreibens vor, eine „antichristliche Stimmung“ zu erzeugen. Ohne Kenntnis über den tatsächlichen Unterricht zu haben, würden „Indoktrination“ und „Irrlehren“ unterstellt.
Offenbar haben die Evolutionären Humanisten Berlin-Brandenburg e.V. genau ins Schwarze, wenn nicht gar ins Braune getroffen.
Daher möchte ich ab und an auch mal GUTE Menschen erwähnen; es könnte sonst der fatale Eindruck entstehen, daß bei all den verlogenen pädophilen Kirchenoberen und all den antihumanistischen CDU’lern und all den gierigen Bankern und all den faktenallergischen FDP’lern und all den schießwütigen irren Amis und all den verblödeten Politapathikern nur noch die Alternativen Wahnsinn oder Suizid blieben.
(Oder ist es schon soweit? 25 Mitarbeiter der France Télécom haben in den letzten anderthalb Jahren freiwillig den Löffel abgegeben, der hoch verehrte EX-NDR-Programmchef Jürgen Kellermeier springt plötzlich aus dem dritten Stock in den Lichtschacht, David Foster Wallace erhängt sich mit 46 Jahren in seinem Haus, während seine Frau nur mal kurz einkaufen geht, ….)
Schluß damit für heute; es gibt auch Grund zur Freude.
Eine Person, die einem Elan und Lebensmut gibt, ist der hier schon mehrfach gelobte Dr. Michael Schmidt-Salomon.
Allein schon die Liste seiner Widersacher - Ministerin von der Leyen, Bischof Huber und Kreuznet, um nur drei zu nennen - zeugt von viel Ehre.
Neben seinen Büchern ist besonders sein Baby, die gbs, zu nennen:
Die Giordano Bruno Stiftung (Stiftung zur Förderung des evolutionären Humanismus) ist eine Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung, der zahlreiche bekannte Wissenschaftler, Philosophen und Künstler angehören. Die Stiftung sammelt neuste Erkenntnisse der Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften, um ihre Bedeutung für das humanistische Anliegen eines "friedlichen und gleichberechtigten Zusammenlebens der Menschen im Diesseits" herauszuarbeiten. Ziel der Stiftung ist es, die Grundzüge eines naturalistischen Weltbildes sowie einer säkularen, evolutionär-humanistischen Ethik/Politik zu entwickeln und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Schon richtig, die gbs ist verglichen mit den zig Milliarden schweren Unternehmen der Lügner (Bischof Mixa) und Perversen (Bischof Müller) und Hetzer (Kardinal Meisner) noch nicht mal ein David, sondern nur eine Mikroausgabe eines Zwergdavids, aber der Goliath Kirche quiekt schon deutlich hörbar, ob der Sticheleien, die er erdulden muß.
Die Evolutionären Humanisten Berlin-Brandenburg; das sind die Fördermitglieder der gbs; haben just etwas in den Augen der Christlichen Kirchen ganz und gar Ungeheuerliches getan.
Sie erinnerten Schulen, Lehrer und Schüler an die geltende Rechtslage.
Da schüttelt es die katholischen Herren in den Kleidern auf den Kanzeln.
Sie leben nämlich lieber nach ihren eigenen Vorstellungen.
In ihrer faktenreziproken Welt gilt, daß Kondomgebrauch die HIV-Ansteckung fördert, daß die Atheisten Hitler an die Macht gebracht hätten, daß Homosexualität eine Sünde ist und daß Frauen von Natur aus unrein und zu unwürdig sind, um ein geistiges Amt zu übernehmen.
In einer solchen Parallelwelt kommen auch immer mehr Zweifel an der Darwin’schen Theorie auf. In den Landesregierungen von Hessen und Thüringen hatten die Religiösen schon ihr CDU-Bein, das für kreationistische Lehren im Biologieunterricht stritt.
Nun ist Kreationismus nicht nur hochgradiger Nonsens, sondern auch ausdrücklich kein Stoff des Berliner Lehrplans:
An einer staatlichen Berliner Grundschule wurden im letzten Schuljahr kreationistische Dokumente an Schüler/innen des evangelischen Religionsunterrichts ausgehändigt. Es handelt sich dabei u.a. um verschiedene Broschüren des „Missionswerk Werner Heukelbach“, in denen die aus der Bibel bekannte Schöpfungsgeschichte als absolute Wahrheit und Evolution als unbelegte Theorie dargestellt wird. Der Verein ruft nun in einem Schreiben an sämtliche Berliner Schulen und verantwortliche Gremien dazu auf, „ein besonderes Augenmerk darauf zu richten, ob der Religionsunterricht an Ihrer Schule dem Berliner Schulgesetz entspricht.“
Zur Begründung gibt der Vorstand des Vereins an, dass „Schulen in einem säkularen, demokratischen Staat eine zentrale Rolle spielen für eine offene, freie und tolerante Gesellschaft.“ Demnach sollten sie „geschützt werden vor irrationalen Heilslehren“, damit „Kindern … das Grundrecht auf ein religionsfreies Leben“ gewährt wird.
„Die Behauptung, eine unsichtbare Supermacht Namens ‚Gott‘ habe das Universum, die Erde und die Menschen in sechs Tagen erschaffen, steht nicht nur im Widerspruch zu Erkenntnissen über den Menschen und seine Umwelt sondern auch zu den im Berliner Schulgesetz genannten fachlichen Maßstäben, die in anderen Fächern eingehalten und gelehrt werden.“ heißt es in dem Schreiben weiter.
Die Katholen bringt diese schlichte und höflicher Erinnerung an die Rechtslage reichlich in Wallung.
Kath.net schäumt: Aktion stößt auf scharfe Kritik
Das sei eine „Unzulässige Einmischung“ nörgelt man auch bei der protestantischen Sekte des Christentums:
Der Vorsitzende des Notbundes für den Evangelischen Religionsunterricht, Pfarrer i. R. Rolf Lüpke (Berlin), sagte gegenüber idea, das Schreiben fordere zu einer unzulässigen Einmischung in den Religionsunterricht auf. „Evangelischer Religionsunterricht wird allein nach den Grundsätzen der Kirche und auf der Grundlage des Rahmenlehrplans erteilt. Der Staat und seine Schulleitungen oder Lehrkräfte haben keine Kompetenz, im Religionsunterricht behandelte religiöse Überzeugungen und Glaubensinhalte zu beurteilen, sofern damit nicht aktiv gegen Verfassungsgrundsätze verstoßen wird.“ Das Schreiben wolle den Eindruck erwecken, als ob Religionsunterricht schulgesetzwidrig erteilt und zu staatlich finanzierter Indoktrination genutzt werde. „Das ist diffamierend. Die Beschäftigung mit biblischen Aussagen zur Schöpfung und mit dem Schöpfungsglauben ist für den Religionsunterricht unaufgebbar“
Der Geschäftsführer der evangelikalen Studiengemeinschaft Wort und Wissen, Reinhard Junker (Baiersbronn), warf den Autoren des Schreibens vor, eine „antichristliche Stimmung“ zu erzeugen. Ohne Kenntnis über den tatsächlichen Unterricht zu haben, würden „Indoktrination“ und „Irrlehren“ unterstellt.
Offenbar haben die Evolutionären Humanisten Berlin-Brandenburg e.V. genau ins Schwarze, wenn nicht gar ins Braune getroffen.
Freitag, 16. Oktober 2009
Der Christ des Tages - Teil XI
Wie man sich beliebt macht, zeigen derzeit die drei sogenannten bürgerlichen Parteien bei ihren Koalitionsverhandlungen.
Sie alle greifen zu den ganz großen Füllhörnern und verteilen Wohltaten, als ob es kein Morgen gäbe.
Übereinstimmend berichten heute die Medien (hier zitiert Springers „Welt“) von dem Stand der Dinge wie folgt:
Trotz der schwierigen Lage der Staatsfinanzen wollen die Fachpolitiker von Union und FDP in den kommenden vier Jahren den Geldhahn bis zum Anschlag aufdrehen. Die zusätzlichen Ausgabenwünsche der zehn Arbeitsgruppen in den Koalitionsverhandlungen summierten sich auf 120 Milliarden Euro. Nur ein Bruchteil der Wohltaten sollen Steuersenkungen sein.
Woher dieser gewaltige Geldsegen konkret stammen soll, ist unklar.
Offensichtlich haben Westerwave und Horsti geheime Schatzkammern im Phantasialand entdeckt.
Da steht die SPD natürlich dumm da - Steinbrück hatte die Finanzpolitik engstirnigerweise auf die reale Welt beschränkt.
Guido im Wunderland hat es gut; er hat bereits den geheimen Kaninchenbau durchschritten und spielt mit den diebischen Herzbuben Grinsekatze.
Bastian Balthasar Seehofer erkennt in Angela Merkel die Goldäugige Gebieterin der Wünsche.
Das staunende Wahlvolk gibt sich entzückt, ob der Verlegung des schnöden Berliner Regierungssitzes nach Phantasien.
Es drängt sich die Frage auf, wieso sich SPD und Grüne in der Regierung so unbeliebt gemacht hatten, wenn man doch auch das Regiert-werden als eine einzige easy-listening-Veranstaltung handhaben kann.
Hier kommt nun der Christ des Tages No 11 ins Spiel.
Es ist der baden-württembergische Landeschef der CDU-Mittelstandsunion, Peter Ibbeken, der uns über eine mir bisher unbekannten Regelung aufklärte.
Die blöden Ossis sind schuld - die sind nämlich undankbar und dürfen gar nicht so wählen wie sie wollen.
Die SZ führte dazu unmittelbar vor der Bundestagswahl aus:
Als "alarmierend und beschämend" wertet er [Peter Ibbeken - Red.] die Wahlerfolge der "Linken und der NPD" bei den Landtagswahlen am 30. August. Beschämend nicht etwa, weil die eigene Partei nicht in der Lage war, mit besserer Politik solche Ergebnisse zu verhindern. Nein: "Beschämend ist die geschichtslose Unwissenheit oder Vergesslichkeit zahlreicher Wähler, die den Linken zu stabilen zwanzig bis dreißig Prozent Stimmenanteil verhilft", schreibt Ibbeken in seinem am Mittwoch veröffentlichten Wahlaufruf. Da müssten bei allen Mittelständlern die "Warnlampen flackern und die Alarmglocken schrillen". Das Finale der Ossi-Beschimpfung: "Wir haben nicht in den letzten zwanzig Jahren mit 1600 Milliarden Euro Steuerngeldern den Aufbau Ost finanziert, um bundesweit Sozialisten, Kommunisten und Rechtsradikale die Geschicke unseres Landes bestimmen zu lassen." Die vielen "n" in Steuerngeldern sind übrigens keine Tippfehler von sueddeutsche.de.
Wenn man den Gedanken extrapoliert, sollte man sich vielleicht darauf einstellen, daß Linke, Grüne und SPD demnächst einfach verboten werden und stattdessen wieder FDP und CDU in einem Einheitsblock antreten.
Das hatten wir ja schon einmal in der Ex-DDR und dort haben sich die Blockflöten genauso von der lästigen Realität abgekoppelt, wie sie es jetzt bei Mutti Merkel in den Koalitionsverhandlungen zeigen.
Wer das anders sieht, soll gefälligst die Klappe halten - die Forderung hatte schon der letzte Unions-Kanzlerkandidat vor Mami Merkel aufgestellt:
"Dass in den neuen Ländern die größten politischen Versager, Gysi und Lafontaine, rund 35 Prozent Wählerstimmen erzielen könnten, das ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich akzeptiere nicht, dass der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird. Die Frustrierten dürfen nicht über Deutschlands Zukunft bestimmen."
(Edi Stoiber 2005)
Erfreulicherweise sind die Ossis ja doch lernfähig und haben inzwischen verstanden, daß die westdeutsche CDU und FDP ganz allein die Milliarden aufgebracht haben, um ihr Rumpelland zu einer blühenden Landschaft zu machen.
Daher haben sie diesmal auch für die Richtigen gestimmt!
Jetzt sitzt endlich kein rotes Pack mehr - gewählt von den Frustrierten - am Berliner Kabinettstisch.
Sie alle greifen zu den ganz großen Füllhörnern und verteilen Wohltaten, als ob es kein Morgen gäbe.
Übereinstimmend berichten heute die Medien (hier zitiert Springers „Welt“) von dem Stand der Dinge wie folgt:
Trotz der schwierigen Lage der Staatsfinanzen wollen die Fachpolitiker von Union und FDP in den kommenden vier Jahren den Geldhahn bis zum Anschlag aufdrehen. Die zusätzlichen Ausgabenwünsche der zehn Arbeitsgruppen in den Koalitionsverhandlungen summierten sich auf 120 Milliarden Euro. Nur ein Bruchteil der Wohltaten sollen Steuersenkungen sein.
Woher dieser gewaltige Geldsegen konkret stammen soll, ist unklar.
Offensichtlich haben Westerwave und Horsti geheime Schatzkammern im Phantasialand entdeckt.
Da steht die SPD natürlich dumm da - Steinbrück hatte die Finanzpolitik engstirnigerweise auf die reale Welt beschränkt.
Guido im Wunderland hat es gut; er hat bereits den geheimen Kaninchenbau durchschritten und spielt mit den diebischen Herzbuben Grinsekatze.
Bastian Balthasar Seehofer erkennt in Angela Merkel die Goldäugige Gebieterin der Wünsche.
Das staunende Wahlvolk gibt sich entzückt, ob der Verlegung des schnöden Berliner Regierungssitzes nach Phantasien.
Es drängt sich die Frage auf, wieso sich SPD und Grüne in der Regierung so unbeliebt gemacht hatten, wenn man doch auch das Regiert-werden als eine einzige easy-listening-Veranstaltung handhaben kann.
Hier kommt nun der Christ des Tages No 11 ins Spiel.
Es ist der baden-württembergische Landeschef der CDU-Mittelstandsunion, Peter Ibbeken, der uns über eine mir bisher unbekannten Regelung aufklärte.
Die blöden Ossis sind schuld - die sind nämlich undankbar und dürfen gar nicht so wählen wie sie wollen.
Die SZ führte dazu unmittelbar vor der Bundestagswahl aus:
Als "alarmierend und beschämend" wertet er [Peter Ibbeken - Red.] die Wahlerfolge der "Linken und der NPD" bei den Landtagswahlen am 30. August. Beschämend nicht etwa, weil die eigene Partei nicht in der Lage war, mit besserer Politik solche Ergebnisse zu verhindern. Nein: "Beschämend ist die geschichtslose Unwissenheit oder Vergesslichkeit zahlreicher Wähler, die den Linken zu stabilen zwanzig bis dreißig Prozent Stimmenanteil verhilft", schreibt Ibbeken in seinem am Mittwoch veröffentlichten Wahlaufruf. Da müssten bei allen Mittelständlern die "Warnlampen flackern und die Alarmglocken schrillen". Das Finale der Ossi-Beschimpfung: "Wir haben nicht in den letzten zwanzig Jahren mit 1600 Milliarden Euro Steuerngeldern den Aufbau Ost finanziert, um bundesweit Sozialisten, Kommunisten und Rechtsradikale die Geschicke unseres Landes bestimmen zu lassen." Die vielen "n" in Steuerngeldern sind übrigens keine Tippfehler von sueddeutsche.de.
Wenn man den Gedanken extrapoliert, sollte man sich vielleicht darauf einstellen, daß Linke, Grüne und SPD demnächst einfach verboten werden und stattdessen wieder FDP und CDU in einem Einheitsblock antreten.
Das hatten wir ja schon einmal in der Ex-DDR und dort haben sich die Blockflöten genauso von der lästigen Realität abgekoppelt, wie sie es jetzt bei Mutti Merkel in den Koalitionsverhandlungen zeigen.
Wer das anders sieht, soll gefälligst die Klappe halten - die Forderung hatte schon der letzte Unions-Kanzlerkandidat vor Mami Merkel aufgestellt:
"Dass in den neuen Ländern die größten politischen Versager, Gysi und Lafontaine, rund 35 Prozent Wählerstimmen erzielen könnten, das ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich akzeptiere nicht, dass der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird. Die Frustrierten dürfen nicht über Deutschlands Zukunft bestimmen."
(Edi Stoiber 2005)
Erfreulicherweise sind die Ossis ja doch lernfähig und haben inzwischen verstanden, daß die westdeutsche CDU und FDP ganz allein die Milliarden aufgebracht haben, um ihr Rumpelland zu einer blühenden Landschaft zu machen.
Daher haben sie diesmal auch für die Richtigen gestimmt!
Jetzt sitzt endlich kein rotes Pack mehr - gewählt von den Frustrierten - am Berliner Kabinettstisch.
Donnerstag, 15. Oktober 2009
Bischöfliche Sicht.
Wenn die lästige Realität dabei stört, die eigenen Pfründe zu erhalten, gehen Kirchenfürsten massiv gegen die Wahrheit vor.
Letzte Woche gab es in der ARD einen informativen Bericht über den südafrikanischen Bischof Kevin Dowling, der sich tatsächlich bewundernswert für AIDS-Kranke engagiert.
Der katholische Oberhirte kann dies mit Hilfe einiger Ordensschwestern so intensiv tun, weil er ungehorsam ist und sich diametral der afrikanischen Bischofssynode und vor allem dem Papst entgegen stellt.
Der Pontifex Maximus und nahezu alle Kardinäle vertreten beim Thema AIDS eine Strategie, die auf einer gigantischen Lüge beruht:
Im Kampf gegen Aids in Afrika helfe es nicht, Kondome zu verteilen, das richte sogar Schaden an.
Der Papst nimmt billigend in Kauf, daß Millionen Kinder und Erwachsene elendig durch den HI-Virus sterben, anstatt sich für das Leben und die Gesundheit der Menschen einzusetzen
Ratzinger ist ein Apologet des Todes; oder wie es der NDR formuliert:
Der Vatikan lehnt Kondome seit der Enzyklika "Humanae vitae" (1968) lehramtlich ab, weil sie ein künstliches Mittel zur Empfängnisverhütung sind. Damit ist deren Gebrauch aber auch tabu als Schutz vor einer Aidsinfektion.
Der Bischof von Rom lügt - zum Schaden der Menschen.
Das Deutsche Episkopat fürchtet um seine Kirchensteuergelder - 19 Milliarden waren es im 2008.
Insbesondere zittern sie nach dem erstinstanzlichen Erfolg des Kirchenrechtlers Hartmut Zapp wider des Automatismus zwischen einem schlichten weltlichen Verwaltungsakt - nämlich dem Nichtbezahlen des „Mitgliedsbeitrages“ - und der höchsten kirchlichen Strafe - nämlich dem Bann, der Exkommunikation gibt.
Nach wie vor gibt es auch unter den Kirchenmitglieder ein gehöriges Maß des Unwissens was eigentlich von den Kirchensteuern bezahlt wird und was nicht.
Carsten Frerk nennt auf hpd eine Studie, die fatale Unkenntnis der Zahler belegt:
In einer nationalen Umfrage sind vor wenigen Jahren Kirchenmitglieder gefragt worden, ob sie aus der Kirche austreten würden, wenn die Kirchen nur wenig oder fast gar nichts aus der Kirchensteuer für soziale Ausgaben verwenden würde – was ja der Realität entspricht. Knapp die Hälfte aller Befragten sagten dazu, dass sie dann aus der Kirche austreten würden. Und je jünger die Befragten, desto größer ist dann der Anteil derjenigen, die aus der Kirche austreten würden. Wenn sie es denn wissen würden
Tatsächlich sind es 4 Prozent der Kirchensteuer, die in die Finanzierung von sozialen Dienstleistungen fließen.
Um zu verhindern, daß womöglich massenhaft Kirchenmitgliedsbeitragbezahler austreten, dürfen sie also niemals die Wahrheit erfahren.
Hier tut sich einer meiner absoluten Lieblingsbischöfe, der Pädophilie-Förderer Gerhard Ludwig Müller hervor, indem er dreist das Blaue vom Himmel herunter lügt, wie Frerk eindrucksvoll zeigt.
Überhaupt der Mammon.
Als die Börsen zusammen brachen und Billionenwerte pulverisiert wurden, waren die moralischen Zeigefinger der Kleriker hoch erhoben.
Sie schalten die Manager ob ihrer Unmoral und forderten sie auf der Gier zu entsagen.
Die Bördenzocker frönten dem „Götzendienst“.
Spon rekapituliert:
Nach dem Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers vor einem Jahr bezeichnete der Erzbischof von York, John Sentamu, die Banker wenig subtil als "Bankräuber". Der Markt scheine "nach den Regeln von Alice im Wunderland" zu funktionieren, schimpfte der Würdenträger. Auch der Rest der Gesellschaft hatte in seinen Augen schwere Schuld auf sich geladen. "Wir sind alle in den Tempel des Geldes gegangen", sagte der empörte Bischof und zitierte einen Bibelspruch: "Die Liebe zum Geld ist die Wurzel alles Bösen." Vor zwei Wochen wiederholte sein Kollege Rowan Williams, der Erzbischof von Canterbury, die Kritik der Kirche am Finanzunwesen. Er warf den Bankern vor, keine Lehren aus der Krise gezogen zu haben. "Es fehlt, was ich als Christ Reue nennen würde", sagte er der BBC. Erneut kritisierte er den "Götzendienst" gegenüber dem Geld.
Episkopat um Episkopat entdeckte seine fiskal-ökonomische Kompetenz und forderte strengere Regeln und effektivere Finanzaufsicht ein. Forderungen, die zwar von anderer Stelle (bsp Helmut Schmidt) schon seit Dekaden erhoben werden, denen sich die Kirchenspitzen als letzte anschlossen, nachdem das globale Geldkind in den Mariannengraben-Brunnen gefallen war.
Dafür sind es jetzt ebenfalls Bischöfe, die als erstes von den strengeren Finanzmarktregeln abrücken.
Nachdem sie nämlich gemerkt haben, daß sie ihre eigenen Milliardenvermögen nicht mehr asozial in Hedgefonds in der Welt umher schieben können, um zu ihrem eigenen finanziellen Wohl Arbeitnehmer auszupressen.
19,5 Milliarden Pfund ( ~ 32 Milliarden US-Dollar) nennen die Britischen Bischöfe ihr Eigen.
Daß sie mit diesem Geldbatzen nach den derzeit in Brüssel diskutierten Hedgefonds-Regeln womöglich nicht mehr ganz so locker zocken könnten, gefällt ihnen gar nicht.
Die Kirchenoberen handeln nach ihrem alten Wahlspruch „was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern!“ und erklären:
"Um unsere Profite zu maximieren, brauchen wir die Freiheit, die besten Investmentmanager und Fonds auszusuchen."
Kein Grund sich zu wundern, stellt SPON süffisant fest - wenn es um ihre eigenen Profite geht, kennt die Kirche, die anderen predigt „eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als daß ein Reicher in den Himmel kommt“, keinerlei Moral:
Für Kirchenkenner kommt das Renditedenken der Bischöfe nicht wirklich überraschend - denn in Geldfragen legen die Kleriker seit Jahrtausenden eine Doppelmoral an den Tag. Die breitere Öffentlichkeit dürfte sich über die flammende Verteidigung der Hedgefonds dennoch wundern. Denn damit stellt sich die Anglikanische Kirche an die Seite der mächtigen Finanzlobbyisten, die sie sonst so gern verteufelt.
Nichts Neues also an der Kirchenfront.
Wasser predigen, Wein saufen und dabei lügen, daß sich die Balken biegen.
Im morgen erscheinenden STERN tituliert Prof Hans Küng das Ratzinger-Pontifikat nicht gerade positiv:
"Die gegenwärtige Politik des Vatikans wird ein Fiasko. Der Versuch, die Kirche wieder zurück ins Mittelalter zu zwingen, leert sie. Man kann die alte Zeit nicht zurückholen!"
Na, ich weiß ja nicht Herr Küng - bei aller Liebe:
Der RKK gehören immer noch 1,2 Milliarden Menschen an.
In Deutschland sind es noch 25 Millionen, die als brave Schafe Mitgliedsbeiträge zahlen und sogar 82 Millionen, die sich eine Regierung wählen, die mit einer weiteren zweistelligen Milliardensumme den Klerikern das Leben in Saus und Braus finanziert.
Ein Aufstand gegen diese haarsträubenden und verfassungsrechtlich nicht haltbaren Zustände (Kirche und Staat sind getrennt!) ist nicht in Sicht.
Letzte Woche gab es in der ARD einen informativen Bericht über den südafrikanischen Bischof Kevin Dowling, der sich tatsächlich bewundernswert für AIDS-Kranke engagiert.
Der katholische Oberhirte kann dies mit Hilfe einiger Ordensschwestern so intensiv tun, weil er ungehorsam ist und sich diametral der afrikanischen Bischofssynode und vor allem dem Papst entgegen stellt.
Der Pontifex Maximus und nahezu alle Kardinäle vertreten beim Thema AIDS eine Strategie, die auf einer gigantischen Lüge beruht:
Im Kampf gegen Aids in Afrika helfe es nicht, Kondome zu verteilen, das richte sogar Schaden an.
Der Papst nimmt billigend in Kauf, daß Millionen Kinder und Erwachsene elendig durch den HI-Virus sterben, anstatt sich für das Leben und die Gesundheit der Menschen einzusetzen
Ratzinger ist ein Apologet des Todes; oder wie es der NDR formuliert:
Der Vatikan lehnt Kondome seit der Enzyklika "Humanae vitae" (1968) lehramtlich ab, weil sie ein künstliches Mittel zur Empfängnisverhütung sind. Damit ist deren Gebrauch aber auch tabu als Schutz vor einer Aidsinfektion.
Der Bischof von Rom lügt - zum Schaden der Menschen.
Das Deutsche Episkopat fürchtet um seine Kirchensteuergelder - 19 Milliarden waren es im 2008.
Insbesondere zittern sie nach dem erstinstanzlichen Erfolg des Kirchenrechtlers Hartmut Zapp wider des Automatismus zwischen einem schlichten weltlichen Verwaltungsakt - nämlich dem Nichtbezahlen des „Mitgliedsbeitrages“ - und der höchsten kirchlichen Strafe - nämlich dem Bann, der Exkommunikation gibt.
Nach wie vor gibt es auch unter den Kirchenmitglieder ein gehöriges Maß des Unwissens was eigentlich von den Kirchensteuern bezahlt wird und was nicht.
Carsten Frerk nennt auf hpd eine Studie, die fatale Unkenntnis der Zahler belegt:
In einer nationalen Umfrage sind vor wenigen Jahren Kirchenmitglieder gefragt worden, ob sie aus der Kirche austreten würden, wenn die Kirchen nur wenig oder fast gar nichts aus der Kirchensteuer für soziale Ausgaben verwenden würde – was ja der Realität entspricht. Knapp die Hälfte aller Befragten sagten dazu, dass sie dann aus der Kirche austreten würden. Und je jünger die Befragten, desto größer ist dann der Anteil derjenigen, die aus der Kirche austreten würden. Wenn sie es denn wissen würden
Tatsächlich sind es 4 Prozent der Kirchensteuer, die in die Finanzierung von sozialen Dienstleistungen fließen.
Um zu verhindern, daß womöglich massenhaft Kirchenmitgliedsbeitragbezahler austreten, dürfen sie also niemals die Wahrheit erfahren.
Hier tut sich einer meiner absoluten Lieblingsbischöfe, der Pädophilie-Förderer Gerhard Ludwig Müller hervor, indem er dreist das Blaue vom Himmel herunter lügt, wie Frerk eindrucksvoll zeigt.
Überhaupt der Mammon.
Als die Börsen zusammen brachen und Billionenwerte pulverisiert wurden, waren die moralischen Zeigefinger der Kleriker hoch erhoben.
Sie schalten die Manager ob ihrer Unmoral und forderten sie auf der Gier zu entsagen.
Die Bördenzocker frönten dem „Götzendienst“.
Spon rekapituliert:
Nach dem Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers vor einem Jahr bezeichnete der Erzbischof von York, John Sentamu, die Banker wenig subtil als "Bankräuber". Der Markt scheine "nach den Regeln von Alice im Wunderland" zu funktionieren, schimpfte der Würdenträger. Auch der Rest der Gesellschaft hatte in seinen Augen schwere Schuld auf sich geladen. "Wir sind alle in den Tempel des Geldes gegangen", sagte der empörte Bischof und zitierte einen Bibelspruch: "Die Liebe zum Geld ist die Wurzel alles Bösen." Vor zwei Wochen wiederholte sein Kollege Rowan Williams, der Erzbischof von Canterbury, die Kritik der Kirche am Finanzunwesen. Er warf den Bankern vor, keine Lehren aus der Krise gezogen zu haben. "Es fehlt, was ich als Christ Reue nennen würde", sagte er der BBC. Erneut kritisierte er den "Götzendienst" gegenüber dem Geld.
Episkopat um Episkopat entdeckte seine fiskal-ökonomische Kompetenz und forderte strengere Regeln und effektivere Finanzaufsicht ein. Forderungen, die zwar von anderer Stelle (bsp Helmut Schmidt) schon seit Dekaden erhoben werden, denen sich die Kirchenspitzen als letzte anschlossen, nachdem das globale Geldkind in den Mariannengraben-Brunnen gefallen war.
Dafür sind es jetzt ebenfalls Bischöfe, die als erstes von den strengeren Finanzmarktregeln abrücken.
Nachdem sie nämlich gemerkt haben, daß sie ihre eigenen Milliardenvermögen nicht mehr asozial in Hedgefonds in der Welt umher schieben können, um zu ihrem eigenen finanziellen Wohl Arbeitnehmer auszupressen.
19,5 Milliarden Pfund ( ~ 32 Milliarden US-Dollar) nennen die Britischen Bischöfe ihr Eigen.
Daß sie mit diesem Geldbatzen nach den derzeit in Brüssel diskutierten Hedgefonds-Regeln womöglich nicht mehr ganz so locker zocken könnten, gefällt ihnen gar nicht.
Die Kirchenoberen handeln nach ihrem alten Wahlspruch „was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern!“ und erklären:
"Um unsere Profite zu maximieren, brauchen wir die Freiheit, die besten Investmentmanager und Fonds auszusuchen."
Kein Grund sich zu wundern, stellt SPON süffisant fest - wenn es um ihre eigenen Profite geht, kennt die Kirche, die anderen predigt „eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als daß ein Reicher in den Himmel kommt“, keinerlei Moral:
Für Kirchenkenner kommt das Renditedenken der Bischöfe nicht wirklich überraschend - denn in Geldfragen legen die Kleriker seit Jahrtausenden eine Doppelmoral an den Tag. Die breitere Öffentlichkeit dürfte sich über die flammende Verteidigung der Hedgefonds dennoch wundern. Denn damit stellt sich die Anglikanische Kirche an die Seite der mächtigen Finanzlobbyisten, die sie sonst so gern verteufelt.
Nichts Neues also an der Kirchenfront.
Wasser predigen, Wein saufen und dabei lügen, daß sich die Balken biegen.
Im morgen erscheinenden STERN tituliert Prof Hans Küng das Ratzinger-Pontifikat nicht gerade positiv:
"Die gegenwärtige Politik des Vatikans wird ein Fiasko. Der Versuch, die Kirche wieder zurück ins Mittelalter zu zwingen, leert sie. Man kann die alte Zeit nicht zurückholen!"
Na, ich weiß ja nicht Herr Küng - bei aller Liebe:
Der RKK gehören immer noch 1,2 Milliarden Menschen an.
In Deutschland sind es noch 25 Millionen, die als brave Schafe Mitgliedsbeiträge zahlen und sogar 82 Millionen, die sich eine Regierung wählen, die mit einer weiteren zweistelligen Milliardensumme den Klerikern das Leben in Saus und Braus finanziert.
Ein Aufstand gegen diese haarsträubenden und verfassungsrechtlich nicht haltbaren Zustände (Kirche und Staat sind getrennt!) ist nicht in Sicht.
Mittwoch, 14. Oktober 2009
Die Soziale Frage.
Die Sozis gelten als die ewig gestrigen der etablierten Parteien, weil sie nach wie vor für „soziale Gerechtigkeit“ stehen.
Die Masse der Wähler will damit nichts zu tun haben und hebt lieber die Ultraneoliberalen von der FDP, die den Turbokapitalismus predigen, in die Regierung.
Andererseits dominieren soziale Themen wie die von Sarrazin jüngst wieder eröffnete Anti-Araber- und Türken-Diskussion das öffentliche Interesse.
Der nun zu einem Drittel entmachtete Bundesbanker hatte seine Berlin-Analyse im Gespräch mit Frank Berberich (Lettre International) nur ein klein wenig mit xenophobischer Glasur versehen.
Tatsächlich stellt Sarrazin aber eine intelligente soziale Hintergrundanalyse an.
Der Interviewer ist an einer Stelle sogar verwundert über den verbindlichen Ton und entgegnet:
„Sie sprechen so sanftmütig und wohlwollend, wie Sie nie zuvor gesprochen haben!“
In unserer hysterischen Oberflächlichkeit, in der ja doch niemand das ganze Interview liest, die Zusammenhänge nicht bekannt sind, sondern stattdessen nur der eine Schocksatz von den Medien mit den ganz großen Buchstaben und den ganz kleinen Hirnen verbreitet wird, kam es nun soweit, daß Sarrazin den Verantwortungsbereich „Bargeld“ verliert.
[ Lächerlicher geht es auch nicht, lieber Bundesbankvorstand - entweder man darf bei Euch PRIVAT frei seine Meinung äußern, ohne gemaßregelt zu werden, oder Ihr habt die Eier in der Hose ihn zu feuern. Nur mal so nebenbei bemerkt.]
Meiner Ansicht nach ist die soziale Frage aber wichtiger und entscheidender denn je, da inzwischen auch die Themen Bildung, Gesundheit, Pflege, Rente, etc hauptsächlich zu sozialen Fragen geworden sind.
Gesundheit und Bildung hängt in keinem europäischen Land so sehr von dem Portemonnaie ab, wie in Deutschland.
Die sozialen Schichten verfestigen sich immer mehr, die Meritokratie ist tot.
Man erreicht berufliche Positionen kaum noch durch Begabung.
Man wird was, wenn man was hat.
Die tollen Jobs bekommen diejenigen, die von reichen Eltern schon frühzeitig auf Eliteprivatschulen und Privatunis geschickt wurden.
Man bleibt gesund, wenn man reich genug ist, Privatversicherungen abzuschließen.
Man lebt würdevoll auch im hohen Alter, wenn man ein dickes Bankkonto hat und nicht in staatlichen Verwahranstalten endgelagert wird.
Die Grenzen zwischen den sozialen Schichten sind heute semipermeable Membranen:
Man kann durchaus aus der Mitte nach unten durchrutschen - man kommt aber nicht mehr wie einst Gerhardt Schröder aus den kleinsten Verhältnissen (Vater Hilfsarbeiter, Mutter Putzfrau - früh Halbwaise) in die höchsten Ämter.
Das Großbürgertum ist nun am Zug - in der nächsten Bundesregierung werden mehr Adelige denn je sitzen: Ursula von der Leyen, Baron von und zu Guttenberg, Hermann Otto Prinz zu Solms-Hohensolms-Lich, Karl Ernst Thomas de Maizière.
Die prekäre Unterschicht ist fein säuberlich wegsegregiert, kommt den Mächtigen nicht in die Quere.
Die Erfüllungsgehilfen der Großlobbyisten (vulgo = Bundesregierung) haben es dabei besonders leicht, da sie nicht wie in anderen Ländern Wahlen fälschen müssen oder hohe Mauern zu errichten hätten, um den Plebs fernzuhalten.
Der Deutsche Pöbel ist praktischerweise freiwillig devot, gibt sich mit ein paar Hartz-Krumen zufrieden, entsagt der Bildung, klemmt sich vor die RTL-II-Dauerberieselung und geht erst gar nicht zur Wahl.
Wie eine Analyse des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes feststellt, ist der Zusammenhang zwischen Armut und Politikverdrossenheit größer als bisher angenommen.
Im aktuellen SPIEGEL steht, daß „die Zahl der Nichtwähler bei der Bundestagswahl Ende September "ohne Ausnahme" in jenen Regionen, Kommunen und Stadtteilen überdurchschnittlich hoch [sei], wo besonders viele Menschen von Arbeitslosengeld oder niedrigen Löhnen leben müssen, berichtete Rudolf Martens, Leiter der Forschungsstelle. Es sei "ganz offensichtlich, dass sich gerade Langzeitarbeitslose in Deutschland keine Verbesserung ihrer sozialen Lage mehr erhoffen". So war in Sachsen-Anhalt, wo 22 Prozent der Menschen als arm gelten, die Zahl der Nichtwähler mit 41 Prozent am höchsten.
Was für ein Glück für Westerwelle, der schon mal seinen neoliberalen Laffer-Fanatikern gratuliert.
Die Armen in Deutschland werden also nicht nur in die Passivität gedrängt; nein sie wandern auch freiwillig ins geistige Exil am Bodensatz der Gesellschaft.
Als Grusicals lassen sie sich begeistert in Reality-shows als Megaplebs vorführen und genießen ihre 15 Minuten als Ruhm als Peinlichkeit des Tages.
Die sozial Schwachen verkommen mehr und mehr zum Objekt des Amusements für Soziologen und Mediziner.
Tatsächlich ist es beeindruckend zu sehen, welch Krankheitsbilder hier entstehen.
Chronisch Adipöse, Messis, Sexsüchtige, shopping-TV-Einkaufsüchtige und nicht zu vergessen meine neueste Entdeckung:
„Animal Hoarder“.
Ja, doch, das ist das aktuelle Unterschichten-Problem.
Davon berichte schon vor zwei Monaten Marten Rolff in der SZ:
"Animal Hoarder" leben mit Hunderten Katzen, Vögeln oder Hunden unter einem Dach.
Sie scharen immer mehr Viehzeugs auf kleinstem Raum um sich - bis entweder sie, oder die Tiere in ihrem eigenen Dreck eingehen.
Es sei denn eine Behörde greift ein und befreit den Animal-Hoarder aus seinem Elend.
In dem Fall muß die vollkommen vergammelte und zugeschissene Wohnung vermutlich niedergebrannt werden und der Patient umgesiedelt werden.
Eine Heilung ist offenbar nicht möglich.
Von ihren Tieren getrennte Animal-Hoarder beginnen bei nächster Gelegenheit sofort wieder Viecher um sich zu sammeln.
Die psychisch ernsthaft Kranken sind der Realität offenbar komplett entrückt.
Davon zeugen Beispiele, bei denen in kleinsten Wohnungen 132 Katzen, in einem anderen Fall 93 Terrier, oder auch mal 300 Echsen zusammen gerafft werden.
Bei kleineren Tieren entsprechend mehr.
Auch so ein Beispiel nennt Rolff:
Die Amtstierärzte trauten ihren Augen nicht, als sie im vergangenen Dezember die Zweizimmer-Wohnung des Frührentners Gerhard A. in Berlin-Spandau betraten. Nachbarn hatten beim Hausverwalter moniert, dass Herr A. zu viele Vögel halte. Doch was das konkret bedeutete, hätten die Veterinäre wohl nie erwartet: Der Boden der stickigen 62-Quadratmeter-Wohnung war mit Kot und Federn bedeckt, an den Wänden blühte der Schimmel, und das Wohnzimmer glich einem Wald aus künstlichen Zweigen. Mehr als 1500 Wellensittiche flatterten in den Räumen umher, viele von ihnen waren mit Milben befallen. Zwei Tage dauerte es, die Vögel einzufangen, bei ihrer Unterbringung mussten Tierheime in Hamburg, Bremen und Mannheim aushelfen, Berlin hatte nur Platz für 800 Sittiche.
Schöne neue soziale Welt.
Die Masse der Wähler will damit nichts zu tun haben und hebt lieber die Ultraneoliberalen von der FDP, die den Turbokapitalismus predigen, in die Regierung.
Andererseits dominieren soziale Themen wie die von Sarrazin jüngst wieder eröffnete Anti-Araber- und Türken-Diskussion das öffentliche Interesse.
Der nun zu einem Drittel entmachtete Bundesbanker hatte seine Berlin-Analyse im Gespräch mit Frank Berberich (Lettre International) nur ein klein wenig mit xenophobischer Glasur versehen.
Tatsächlich stellt Sarrazin aber eine intelligente soziale Hintergrundanalyse an.
Der Interviewer ist an einer Stelle sogar verwundert über den verbindlichen Ton und entgegnet:
„Sie sprechen so sanftmütig und wohlwollend, wie Sie nie zuvor gesprochen haben!“
In unserer hysterischen Oberflächlichkeit, in der ja doch niemand das ganze Interview liest, die Zusammenhänge nicht bekannt sind, sondern stattdessen nur der eine Schocksatz von den Medien mit den ganz großen Buchstaben und den ganz kleinen Hirnen verbreitet wird, kam es nun soweit, daß Sarrazin den Verantwortungsbereich „Bargeld“ verliert.
[ Lächerlicher geht es auch nicht, lieber Bundesbankvorstand - entweder man darf bei Euch PRIVAT frei seine Meinung äußern, ohne gemaßregelt zu werden, oder Ihr habt die Eier in der Hose ihn zu feuern. Nur mal so nebenbei bemerkt.]
Meiner Ansicht nach ist die soziale Frage aber wichtiger und entscheidender denn je, da inzwischen auch die Themen Bildung, Gesundheit, Pflege, Rente, etc hauptsächlich zu sozialen Fragen geworden sind.
Gesundheit und Bildung hängt in keinem europäischen Land so sehr von dem Portemonnaie ab, wie in Deutschland.
Die sozialen Schichten verfestigen sich immer mehr, die Meritokratie ist tot.
Man erreicht berufliche Positionen kaum noch durch Begabung.
Man wird was, wenn man was hat.
Die tollen Jobs bekommen diejenigen, die von reichen Eltern schon frühzeitig auf Eliteprivatschulen und Privatunis geschickt wurden.
Man bleibt gesund, wenn man reich genug ist, Privatversicherungen abzuschließen.
Man lebt würdevoll auch im hohen Alter, wenn man ein dickes Bankkonto hat und nicht in staatlichen Verwahranstalten endgelagert wird.
Die Grenzen zwischen den sozialen Schichten sind heute semipermeable Membranen:
Man kann durchaus aus der Mitte nach unten durchrutschen - man kommt aber nicht mehr wie einst Gerhardt Schröder aus den kleinsten Verhältnissen (Vater Hilfsarbeiter, Mutter Putzfrau - früh Halbwaise) in die höchsten Ämter.
Das Großbürgertum ist nun am Zug - in der nächsten Bundesregierung werden mehr Adelige denn je sitzen: Ursula von der Leyen, Baron von und zu Guttenberg, Hermann Otto Prinz zu Solms-Hohensolms-Lich, Karl Ernst Thomas de Maizière.
Die prekäre Unterschicht ist fein säuberlich wegsegregiert, kommt den Mächtigen nicht in die Quere.
Die Erfüllungsgehilfen der Großlobbyisten (vulgo = Bundesregierung) haben es dabei besonders leicht, da sie nicht wie in anderen Ländern Wahlen fälschen müssen oder hohe Mauern zu errichten hätten, um den Plebs fernzuhalten.
Der Deutsche Pöbel ist praktischerweise freiwillig devot, gibt sich mit ein paar Hartz-Krumen zufrieden, entsagt der Bildung, klemmt sich vor die RTL-II-Dauerberieselung und geht erst gar nicht zur Wahl.
Wie eine Analyse des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes feststellt, ist der Zusammenhang zwischen Armut und Politikverdrossenheit größer als bisher angenommen.
Im aktuellen SPIEGEL steht, daß „die Zahl der Nichtwähler bei der Bundestagswahl Ende September "ohne Ausnahme" in jenen Regionen, Kommunen und Stadtteilen überdurchschnittlich hoch [sei], wo besonders viele Menschen von Arbeitslosengeld oder niedrigen Löhnen leben müssen, berichtete Rudolf Martens, Leiter der Forschungsstelle. Es sei "ganz offensichtlich, dass sich gerade Langzeitarbeitslose in Deutschland keine Verbesserung ihrer sozialen Lage mehr erhoffen". So war in Sachsen-Anhalt, wo 22 Prozent der Menschen als arm gelten, die Zahl der Nichtwähler mit 41 Prozent am höchsten.
Was für ein Glück für Westerwelle, der schon mal seinen neoliberalen Laffer-Fanatikern gratuliert.
Die Armen in Deutschland werden also nicht nur in die Passivität gedrängt; nein sie wandern auch freiwillig ins geistige Exil am Bodensatz der Gesellschaft.
Als Grusicals lassen sie sich begeistert in Reality-shows als Megaplebs vorführen und genießen ihre 15 Minuten als Ruhm als Peinlichkeit des Tages.
Die sozial Schwachen verkommen mehr und mehr zum Objekt des Amusements für Soziologen und Mediziner.
Tatsächlich ist es beeindruckend zu sehen, welch Krankheitsbilder hier entstehen.
Chronisch Adipöse, Messis, Sexsüchtige, shopping-TV-Einkaufsüchtige und nicht zu vergessen meine neueste Entdeckung:
„Animal Hoarder“.
Ja, doch, das ist das aktuelle Unterschichten-Problem.
Davon berichte schon vor zwei Monaten Marten Rolff in der SZ:
"Animal Hoarder" leben mit Hunderten Katzen, Vögeln oder Hunden unter einem Dach.
Sie scharen immer mehr Viehzeugs auf kleinstem Raum um sich - bis entweder sie, oder die Tiere in ihrem eigenen Dreck eingehen.
Es sei denn eine Behörde greift ein und befreit den Animal-Hoarder aus seinem Elend.
In dem Fall muß die vollkommen vergammelte und zugeschissene Wohnung vermutlich niedergebrannt werden und der Patient umgesiedelt werden.
Eine Heilung ist offenbar nicht möglich.
Von ihren Tieren getrennte Animal-Hoarder beginnen bei nächster Gelegenheit sofort wieder Viecher um sich zu sammeln.
Die psychisch ernsthaft Kranken sind der Realität offenbar komplett entrückt.
Davon zeugen Beispiele, bei denen in kleinsten Wohnungen 132 Katzen, in einem anderen Fall 93 Terrier, oder auch mal 300 Echsen zusammen gerafft werden.
Bei kleineren Tieren entsprechend mehr.
Auch so ein Beispiel nennt Rolff:
Die Amtstierärzte trauten ihren Augen nicht, als sie im vergangenen Dezember die Zweizimmer-Wohnung des Frührentners Gerhard A. in Berlin-Spandau betraten. Nachbarn hatten beim Hausverwalter moniert, dass Herr A. zu viele Vögel halte. Doch was das konkret bedeutete, hätten die Veterinäre wohl nie erwartet: Der Boden der stickigen 62-Quadratmeter-Wohnung war mit Kot und Federn bedeckt, an den Wänden blühte der Schimmel, und das Wohnzimmer glich einem Wald aus künstlichen Zweigen. Mehr als 1500 Wellensittiche flatterten in den Räumen umher, viele von ihnen waren mit Milben befallen. Zwei Tage dauerte es, die Vögel einzufangen, bei ihrer Unterbringung mussten Tierheime in Hamburg, Bremen und Mannheim aushelfen, Berlin hatte nur Platz für 800 Sittiche.
Schöne neue soziale Welt.
Dienstag, 13. Oktober 2009
Frauen unerwünscht.
Ja, doch, man muß es zugeben.
Die CDU-Chefin und Kanzlerin ist sowas wie eine Frau.
Der Grund dafür, daß die erste weibliche Person an der deutschen Regierungsspitze von der CDU gestellt wird, liegt allerdings kaum an der frauenfreundlichen Ausrichtung der Christenpartei, sondern an einer einmaligen historischen Sondersituation.
Merkels beide Vorsitzendenvorgänger hatten die Partei in einem Gestrüpp aus Lügen und Korruptionen und Schwarzgeldschiebereien in den Abgrund gewirtschaftet.
Eigentlich haben Frauen in den klassischen Ministerien nach wie vor NICHTS zu suchen - es gab in Deutschalnd nie einen weiblichen Bundesinnenminister, Bundesaußenminister, Bundesfinanzminister, Bundesverteidigungsminister oder Bundeswirtschaftsminister.
Daß Merkel zwei X-Chromosomen hat, nützt allerdings den Frauen in Deutschland ebenso wenig wie die Homosexualität Guido Westerwelles.
Westerwelle hat seine geouteten Kollegen Wowereit, Beck und Beust schön im Regen stehen lassen.
Westerwelles Kampf für die Schwulenrechte sah in der Praxis so aus, daß im Jahr 2000 als Merkel, Stoiber, Glos und Co wie besessen gegen die Homo-Ehe polemisierten und gar das Bundesverfassungsgericht bemühten, die FDP den Ball schön flach hielt.
Solange sie mit Kohl regierten - bis Ende 1998 war Westerwelle nie für Homo-Rechte eingetreten.
Das von Rot/Grün vorgesehene Rechtsinstitut der „eingetragenen Lebenspartnerschaften“ ging den angeblich „Liberalen“ zu weit.
Die FDP schlägt demgegenüber vor, dass homosexuelle Partner notariell beglaubigte Verträge abschließen. (12. Juli 2000)
Am 10. November 2000 war das Lebenspartnerschaftsgesetz, LPartG, im Bundestag verabschiedet worden. Die FDP stimmte NICHT zu!
Bei der Abstimmung im Bundesrat am 01. Dezember 2000 wurde der zustimmungspflichtige Teil (Lebenspartnerschaftsergänzungsgesetz, LPartGErgG) von der CDU/FDP-Ländermehrheit gekippt.
Der Bundespräsident Johannes Rau unterzeichnete am 16. Februar 2001 also nur das
"Gesetz zur Beendigung der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Gemeinschaften: Lebenspartnerschaften."
Schwesterwelle wagte sich erst hervor, als wirklich keinerlei Risiko mehr bestand.
Bei Merkel dasselbe Bild - sie agitierte gegen Liberalisierungen beim § 218, unter ihrer Führung sank der Frauenanteil in der CDU-Führung und die alleinerziehenden Mütter sind die ganz großen Verlierer der Unions-Familienpolitik.
Die Kanzlerin lobte sich dennoch selbst für ihren feministischen Einsatz in der CDU.
Allein; wahr war das nicht!
Bundeskanzlerin Angela Merkel am 22. Januar 09 in der ZEIT über den Erfolg von Frauenquoten:
Ich…habe damals ..auch für ein Quorum gestimmt. Ohne diese Hilfestellung durch das Quorum gäbe es in unserem Bundesvorstand nicht fast 50% Frauen.
Super Sache - Merkel, die Vorkämpferin des Feminismus.
Hat aber auch nichts mit der Realität zu tun, wie der SPIEGEL bemängelt:
Noch als Frauenministerin (1991 bis 1994) bezeichnete sie eine Quote als "Zwangsmittel".
Sie entspreche kaum dem "Menschenbild der CDU".
Auch für das Quorum, so gibt sie im "Zeit"-Interview zu, habe sie damals "mehr aus Solidarität mit den Frauen als aus Überzeugung" gestimmt.
Heute überschätzt die Kanzlerin dessen Wirkung: Ihre Behauptung, dass der CDU-Bundesvorstand aktuell fast zur Hälfte mit Frauen besetzt sei, stimmt nicht.
Von den 64 Mitgliedern sind 17 Frauen. Das entspricht gerade mal einem Viertel.
Daß ausgerechnet die Grande Dame des deutschen Feminismus‘, Alice Schwarzer, 2005 massiv für Frau Merkel warb, kann man nur mit partieller geistiger Umnachtung der Emma-Chefin erklären.
Wie sehen nun die Wahlerfolge unter weiblichen Gesichtspunkt aus, nachdem Merkel beinahe zehn Jahre an der Spitze der CDU (seit 10.04.2000) steht?
In welchen Bundesländern schnitt die Union bei der Bundestagswahl am 27.09.09 am besten ab?
Interessant wird ein Blick auf die Direktmandate, da die Kandidaten von den Parteien allein aufgestellt werden.
Bayern hat 45 Wahlkreise; die CSU gewann alle. Sechs Frauen waren aufgestellt:
= 13 % Frauen!
Sachsen: 16 Wahlkreise, CDU gewann alle.
4 Frauen = 25%
Rheinland-Pfalz: 15 Wahlkreise, CDU gewann 13.
5 Frauen = 38%
Baden-Württemberg: 38 Wahlkreise, CDU gewann 37.
3 Frauen wurden aufgestellt = 8%
NRW: 64 Wahlkreise: CDU gewann 37, davon ganze 5 Frauen.
~ 13 %
Schleswig-Holstein: 11 Wahlkreise, CDU gewann 9, davon 0 Frauen,
= 0 %
Die kleinen Bundesländer sind nicht besonders repräsentativ, aber da die Zahlen so beeindruckend sind, sei erwähnt, daß auch die CDU-Hamburg 0 % Frauen als Bundestagsdirektkandidatinnen nach Berlin schickt, ebenso Bremen.
Tja, liebe Frauen, Euch wird in der Union offenbar weniger denn je zugetraut.
Im Bundestag werden 418 Männer und 204 Frauen sitzen.
Die SPD-Fraktion stellt im neu gewählten 17. Deutschen Bundestag zahlenmäßig die meisten Frauen: Von den insgesamt 146 Mandaten der SPD entfallen 56 auf Frauen. (38%)
Der Fraktion von CDU/CSU gehören gerade mal noch 20% Frauen an.
Obwohl die weiblichen Wähler in der Mehrzahl sind (32 zu 30 Mio) bleibt auch der neueste Bundestag absolut nicht repräsentativ für die Bevölkerung:
Der Frauenanteil im Bundestag ist von 32,07 (16. Bundestag) auf jetzt 32,79 Prozent so gut wie nicht gestiegen.
Die Volksvertreter sind wieder überwiegend männlich, alt und konservativ.
Der typische Parlamentarier ist im Schnitt 49 Jahre alt. Er ist Rechtsanwalt oder Richter und übt vorwiegend Dienstleistungsberufe aus; er ist in allen Parteien vertreten und stellt mit 100 Mandaten fast ein Sechstel des Parlaments. Handwerker oder andere Arbeiter sucht man unter den Abgeordneten fast vergeblich: Es gibt genau sieben davon.
Migranten haben erst recht Pech gehabt.
Jede Fraktion hat Abgeordnete mit Migrationshintergrund in ihren Reihen. Bei den Grünen sind es gleich fünf, bei der SPD vier und bei der Linken drei. Die FDP hat mit dem Deutsch-Türken Serkan Tören und dem in Teheran geborenen Bijan Djir-Sarai zum ersten Mal Abgeordnete mit Migrationshintergrund in ihren Reihen. Für die CDU sitzt Michaela Noll im Parlament, deren Vater aus dem Iran stammt. Insgesamt 15 Parlamentarier mit ausländischen Wurzeln vertreten nun die Belange von 5,6 Millionen Deutschen mit Migrationshintergrund. Im vorigen Bundestag waren es nur elf. Aufholbedarf haben allerdings die Aussiedler aus Osteuropa. Auch im neuen Parlament sind sie durch keinen Parlamentarier vertreten.
Die CDU-Chefin und Kanzlerin ist sowas wie eine Frau.
Der Grund dafür, daß die erste weibliche Person an der deutschen Regierungsspitze von der CDU gestellt wird, liegt allerdings kaum an der frauenfreundlichen Ausrichtung der Christenpartei, sondern an einer einmaligen historischen Sondersituation.
Merkels beide Vorsitzendenvorgänger hatten die Partei in einem Gestrüpp aus Lügen und Korruptionen und Schwarzgeldschiebereien in den Abgrund gewirtschaftet.
Eigentlich haben Frauen in den klassischen Ministerien nach wie vor NICHTS zu suchen - es gab in Deutschalnd nie einen weiblichen Bundesinnenminister, Bundesaußenminister, Bundesfinanzminister, Bundesverteidigungsminister oder Bundeswirtschaftsminister.
Daß Merkel zwei X-Chromosomen hat, nützt allerdings den Frauen in Deutschland ebenso wenig wie die Homosexualität Guido Westerwelles.
Westerwelle hat seine geouteten Kollegen Wowereit, Beck und Beust schön im Regen stehen lassen.
Westerwelles Kampf für die Schwulenrechte sah in der Praxis so aus, daß im Jahr 2000 als Merkel, Stoiber, Glos und Co wie besessen gegen die Homo-Ehe polemisierten und gar das Bundesverfassungsgericht bemühten, die FDP den Ball schön flach hielt.
Solange sie mit Kohl regierten - bis Ende 1998 war Westerwelle nie für Homo-Rechte eingetreten.
Das von Rot/Grün vorgesehene Rechtsinstitut der „eingetragenen Lebenspartnerschaften“ ging den angeblich „Liberalen“ zu weit.
Die FDP schlägt demgegenüber vor, dass homosexuelle Partner notariell beglaubigte Verträge abschließen. (12. Juli 2000)
Am 10. November 2000 war das Lebenspartnerschaftsgesetz, LPartG, im Bundestag verabschiedet worden. Die FDP stimmte NICHT zu!
Bei der Abstimmung im Bundesrat am 01. Dezember 2000 wurde der zustimmungspflichtige Teil (Lebenspartnerschaftsergänzungsgesetz, LPartGErgG) von der CDU/FDP-Ländermehrheit gekippt.
Der Bundespräsident Johannes Rau unterzeichnete am 16. Februar 2001 also nur das
"Gesetz zur Beendigung der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Gemeinschaften: Lebenspartnerschaften."
Schwesterwelle wagte sich erst hervor, als wirklich keinerlei Risiko mehr bestand.
Bei Merkel dasselbe Bild - sie agitierte gegen Liberalisierungen beim § 218, unter ihrer Führung sank der Frauenanteil in der CDU-Führung und die alleinerziehenden Mütter sind die ganz großen Verlierer der Unions-Familienpolitik.
Die Kanzlerin lobte sich dennoch selbst für ihren feministischen Einsatz in der CDU.
Allein; wahr war das nicht!
Bundeskanzlerin Angela Merkel am 22. Januar 09 in der ZEIT über den Erfolg von Frauenquoten:
Ich…habe damals ..auch für ein Quorum gestimmt. Ohne diese Hilfestellung durch das Quorum gäbe es in unserem Bundesvorstand nicht fast 50% Frauen.
Super Sache - Merkel, die Vorkämpferin des Feminismus.
Hat aber auch nichts mit der Realität zu tun, wie der SPIEGEL bemängelt:
Noch als Frauenministerin (1991 bis 1994) bezeichnete sie eine Quote als "Zwangsmittel".
Sie entspreche kaum dem "Menschenbild der CDU".
Auch für das Quorum, so gibt sie im "Zeit"-Interview zu, habe sie damals "mehr aus Solidarität mit den Frauen als aus Überzeugung" gestimmt.
Heute überschätzt die Kanzlerin dessen Wirkung: Ihre Behauptung, dass der CDU-Bundesvorstand aktuell fast zur Hälfte mit Frauen besetzt sei, stimmt nicht.
Von den 64 Mitgliedern sind 17 Frauen. Das entspricht gerade mal einem Viertel.
Daß ausgerechnet die Grande Dame des deutschen Feminismus‘, Alice Schwarzer, 2005 massiv für Frau Merkel warb, kann man nur mit partieller geistiger Umnachtung der Emma-Chefin erklären.
Wie sehen nun die Wahlerfolge unter weiblichen Gesichtspunkt aus, nachdem Merkel beinahe zehn Jahre an der Spitze der CDU (seit 10.04.2000) steht?
In welchen Bundesländern schnitt die Union bei der Bundestagswahl am 27.09.09 am besten ab?
Bayern (CSU): 42,6%
Sachsen: 35,6 %
Rheinland-Pfalz: 35,0 %
Baden-Württemberg: 34,4 %
Betrachten wir dazu noch NRW, weil es das größte Bundesland ist; hier gewann die CDU 33,1% und Schleswig-Holstein, weil hier auch Landtagswahlen waren - CDU erreichte 32,2 % Sachsen: 35,6 %
Rheinland-Pfalz: 35,0 %
Baden-Württemberg: 34,4 %
Interessant wird ein Blick auf die Direktmandate, da die Kandidaten von den Parteien allein aufgestellt werden.
Bayern hat 45 Wahlkreise; die CSU gewann alle. Sechs Frauen waren aufgestellt:
= 13 % Frauen!
Sachsen: 16 Wahlkreise, CDU gewann alle.
4 Frauen = 25%
Rheinland-Pfalz: 15 Wahlkreise, CDU gewann 13.
5 Frauen = 38%
Baden-Württemberg: 38 Wahlkreise, CDU gewann 37.
3 Frauen wurden aufgestellt = 8%
NRW: 64 Wahlkreise: CDU gewann 37, davon ganze 5 Frauen.
~ 13 %
Schleswig-Holstein: 11 Wahlkreise, CDU gewann 9, davon 0 Frauen,
= 0 %
Die kleinen Bundesländer sind nicht besonders repräsentativ, aber da die Zahlen so beeindruckend sind, sei erwähnt, daß auch die CDU-Hamburg 0 % Frauen als Bundestagsdirektkandidatinnen nach Berlin schickt, ebenso Bremen.
Tja, liebe Frauen, Euch wird in der Union offenbar weniger denn je zugetraut.
Im Bundestag werden 418 Männer und 204 Frauen sitzen.
Die SPD-Fraktion stellt im neu gewählten 17. Deutschen Bundestag zahlenmäßig die meisten Frauen: Von den insgesamt 146 Mandaten der SPD entfallen 56 auf Frauen. (38%)
Der Fraktion von CDU/CSU gehören gerade mal noch 20% Frauen an.
Obwohl die weiblichen Wähler in der Mehrzahl sind (32 zu 30 Mio) bleibt auch der neueste Bundestag absolut nicht repräsentativ für die Bevölkerung:
Der Frauenanteil im Bundestag ist von 32,07 (16. Bundestag) auf jetzt 32,79 Prozent so gut wie nicht gestiegen.
Die Volksvertreter sind wieder überwiegend männlich, alt und konservativ.
Der typische Parlamentarier ist im Schnitt 49 Jahre alt. Er ist Rechtsanwalt oder Richter und übt vorwiegend Dienstleistungsberufe aus; er ist in allen Parteien vertreten und stellt mit 100 Mandaten fast ein Sechstel des Parlaments. Handwerker oder andere Arbeiter sucht man unter den Abgeordneten fast vergeblich: Es gibt genau sieben davon.
Migranten haben erst recht Pech gehabt.
Jede Fraktion hat Abgeordnete mit Migrationshintergrund in ihren Reihen. Bei den Grünen sind es gleich fünf, bei der SPD vier und bei der Linken drei. Die FDP hat mit dem Deutsch-Türken Serkan Tören und dem in Teheran geborenen Bijan Djir-Sarai zum ersten Mal Abgeordnete mit Migrationshintergrund in ihren Reihen. Für die CDU sitzt Michaela Noll im Parlament, deren Vater aus dem Iran stammt. Insgesamt 15 Parlamentarier mit ausländischen Wurzeln vertreten nun die Belange von 5,6 Millionen Deutschen mit Migrationshintergrund. Im vorigen Bundestag waren es nur elf. Aufholbedarf haben allerdings die Aussiedler aus Osteuropa. Auch im neuen Parlament sind sie durch keinen Parlamentarier vertreten.
Montag, 12. Oktober 2009
Wie Wähler was wann entscheiden.
Das kam dem gemütlichen Politlaien Peter-Harry Carstensen (CDU) gerade recht.
Frei und unbelastet von Fachwissen haute er Lüge um Lüge heraus und provozierte damit den finalen Koalitionsmegaknatsch mit der SPD.
Selbst die nicht gerade als Hort der Ehrlichkeit bekannte CDU-Zentrale in Berlin war beeindruckt von ihrem Münchhausen-MP in Kiel, der planlos dilettierend durch Schleswig-Holstein trampelte.
Merkel und Co schwiegen betreten.
Ihnen ist das Chaos in der Provinz peinlich - und sie wollen sich ihre Bundestagswahlkämpfe nicht verderben lassen. Für die Parteien sei es "kein Ruhmesblatt, sich mit den Vorgängen in Kiel zu beschäftigen", diese würden als "untere Etage unschön, ein bisschen Igitt" gelten.
(Tagesschau)
„Muppet-Show an der Förde“ nennt das die FR und die SZ zitiert in ihrer Überschrift Ex-Justizminister Uwe Döring:
"Die Hütte brennt, und die Feuerwehr macht Siesta".
Nachdem der inkompetenteste aller Ministerpräsidenten und sein Finanzminister (der übrigens noch nicht mal Abitur hat) die HSH-Nordbank so sträflich fahrlässig debakulieren ließen, daß sogar der eigene Wirtschaftsminister entsetzt über die sagenhafte Unfähigkeit seiner Parteifreunde das Weite suchte, platzte die Kieler Koalition gerade rechtzeitig, um im Windschatten Angela Merkels schwarzgelb herbei wählen zu lassen.
Versagen, den Wähler dreist belügen und sich dafür triumphal wiederwählen lassen - das ist die Spezialität so einiger nördlicher Unionsgrößen:
Konkret meine ich die wahrheitsallergischen Stümper Finanzsenator Michael Freytag (CDU), Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) sowie die Regierungschefs Peter Harry Carstensen und Ole von Beust (beide CDU), die dermaßen fahrlässig beide Landeshaushalte an den Rande der Zahlungsunfähigkeit manövrierten, daß es der Schleswig-Holsteinische Wirtschaftsminister Werner Marnette (CDU) einfach nicht mehr aushalten konnte und aus Protest zurück trat.
Möllemann-Intimus und Kieler FDP-Fraktionschef Kubicki sah es genauso und prangerte Carstensens „Missmanagement“ und „Schlampereien“ an.
Polternd meldete er sich bei SPON zu Wort:
Allerdings geht das gesamte Krisenmanagement bei der HSH-Nordbank gegen die Landesregierung, insbesondere gegen den Regierungschef und den Finanzminister. Aber noch einmal: Die CDU-Fraktion hatte bereits im April den Aufstand gegen die Staatskanzlei geprobt. Das ist eben ein Dilettantenapparat. Der muss schnellstmöglich ausgewechselt werden.
Recht hat er, der Kubicki. Nicht zu vergessen, daß Carstensen die Öffentlichkeit und das Parlament sogar in schriftlicher Form belog, indem er unter anderem behauptete, daß die SPD dem 2,9-Mio-Bonus an den HSH-Chef Nonnenmacher zugestimmt hätte.
Hatte sie aber nachweislich nicht.
Wie geht so ein handfester Politskandal eigentlich aus?
Nun das wissen wir inzwischen:
1.)
Der Wähler hat nicht etwa die Gegner der Boni-Zahlungen an Stümperbanker, die vorher Hamburg und Schleswig-Holstein 13 Milliarden Euro Staatsgarantien abluchsten, nämlich SPD, Grüne und Linke mit einer Mehrheit bedacht, sondern CDU und FDP.
2.)
Die FDP machte das was sie immer tut - sie fiel um: Keine Rede mehr von dem Carstensen’schem „Dilettantenapparat“, der „schnellstmöglich ausgewechselt werden“ müsse, sondern rapider Sprung ins warme CDU-Koalitionsbettchen.
Ein dickes Rekordwahlergebnis hatte sie am 27. 09. 09. bekommen: 14,9 %.
3.)
Die HSH-Banker, die schon bisher gar nicht daran dachten sich an die Obergrenze von 500.000 Euro Jahresverdienst zu halten, schlagen schon wieder zu.
Die Herren vom Vorstand, die offenbar so sagenhaft unfähig sind, daß sie Milliardenverluste schneller anhäuften, als man die Nullen mitschreiben kann, sind immerhin in einer Disziplin sehr effektiv - sich selbst die Taschen zu füllen.
RENATE PINZKE schreibt heute unter der Überschrift "Die Banker sind nicht mehr zu retten":
Krise hin oder her - die Banker der HSH-Nordbank möchten wieder aus dem Vollen schöpfen. Es ist gerade mal ein Jahr her, dass der Steuerzahler die Landesbank mit einem Rettungspaket über 13 Milliarden Euro vor dem Untergang bewahrte. Nun wollen die Manager wieder tief in die Boni-Kasse greifen - obwohl die Bürgerschaft dem Rettungspaket nur unter der Bedingung zustimmte, dass die Bezüge der Banker auf jährlich 500000 Euro begrenzt werden und Bonus-Zahlungen erst möglich sein sollen, wenn die Bank Dividende abwirft.
Wie begründet man, daß es nun erneut Bonusmillionen hagelt?
Das läuft nach bewährter Manier:
Beweise totale Unfähigkeit und dann regnet es Kohle!
Die Unfähigkeit des Bankchef dröselte am Wochenende der SPIEGEL auf - 45 Millionen Euro überwies man an das schwarze Goldman Sachs-Loch, ohne dass die Amerikaner einen Anspruch darauf gehabt hätten - immer weg mit dem Geld - wir ham’s ja, der Steuerzahler wählt freundlicherweise immer diejenigen ans Ruder, die uns die verdaddelten Milliarden ersetzen.
SPON hat Zugriff aus Bank-interne Mails, die sogar zeigen, daß die Herren wußten, daß sie die 45 Mios nicht rauspulvern sollten:
Darin hatte der stellvertretende Justitiar im Oktober 2008 durchgängig die Position vertreten, dass Goldman Sachs keinen Anspruch habe, weil das Unternehmen die Frist dafür verpasst habe. "Goldman Sachs kann uns rechtlich nicht zu einem Ausgleich zwingen", heißt es dort etwa in einer E-Mail des Hausjuristen, in einer anderen: "Rechtlich sind wir uns sicher." Eine E-Mail gleichen Inhalts ging auch an den damaligen Vorstandschef Hans Berger und den Vorstand Jochen Friedrich, die mit dem Thema befasst waren. Die Unterschrift des damaligen Finanzvorstands Dirk Jens Nonnenmacher auf einem Protokoll deutet zudem darauf hin, dass auch der heutige Vorstandschef Kenntnis von dem Vorgang hatte.
Nach dieser neuen Glanzleistung Nonnenmachers, greift der inzwischen zum Chef Beförderte und mit 2,9 Bonusmillionen Überhäufte die nächsten Sonderzahlungen ab und ließ seine Sprecherin Michaela Fischer-Zernin laut Focus erklären:
„Der Aufsichtsratsvorsitzende Hilmar Kopper entwickelt gerade ein Vergütungsmodell, dass dem Aufsichtsrat in einer der nächsten Sitzungen vorgelegt wird.“
Mit dem Ex-Deutsche Bank-Chef, der 1994 auf einer Pressekonferenz die den von Immobilien-Pleitier Jürgen Schneider engagierten Handwerkern entstandene Schadenssumme in Höhe von ca. 50 Millionen DM als Peanuts bezeichnete und damit das Unwort des Jahres kreierte, dürfte der Richtige sein, um die ein oder andere Bonusmillion rauszuholen, wenn man gerade eine Milliardenpleite hingelegt hat.
Kein Wähler zwischen Nord- und Ostsee kann behaupten überrascht zu sein.
Die HSH-Krise und die Bonusmillionen-Arie war der Grund für das Platzen der letzten Koalition und jeder wußte, welche Parteien der Landesbank die Boni zuschoben und weiter zuschieben wollten.
Sie haben schwarz-gelb gewählt und Nonnenmacher füllt jetzt - genau wie zu erwarten - weiter seine privaten Taschen, während die Landeshaushalte von gleich zwei Bundesländern mit Milliarden belastet sind.
Wähler homini lupus.
Presse homini lupus.
Frei und unbelastet von Fachwissen haute er Lüge um Lüge heraus und provozierte damit den finalen Koalitionsmegaknatsch mit der SPD.
Selbst die nicht gerade als Hort der Ehrlichkeit bekannte CDU-Zentrale in Berlin war beeindruckt von ihrem Münchhausen-MP in Kiel, der planlos dilettierend durch Schleswig-Holstein trampelte.
Merkel und Co schwiegen betreten.
Ihnen ist das Chaos in der Provinz peinlich - und sie wollen sich ihre Bundestagswahlkämpfe nicht verderben lassen. Für die Parteien sei es "kein Ruhmesblatt, sich mit den Vorgängen in Kiel zu beschäftigen", diese würden als "untere Etage unschön, ein bisschen Igitt" gelten.
(Tagesschau)
„Muppet-Show an der Förde“ nennt das die FR und die SZ zitiert in ihrer Überschrift Ex-Justizminister Uwe Döring:
"Die Hütte brennt, und die Feuerwehr macht Siesta".
Nachdem der inkompetenteste aller Ministerpräsidenten und sein Finanzminister (der übrigens noch nicht mal Abitur hat) die HSH-Nordbank so sträflich fahrlässig debakulieren ließen, daß sogar der eigene Wirtschaftsminister entsetzt über die sagenhafte Unfähigkeit seiner Parteifreunde das Weite suchte, platzte die Kieler Koalition gerade rechtzeitig, um im Windschatten Angela Merkels schwarzgelb herbei wählen zu lassen.
Versagen, den Wähler dreist belügen und sich dafür triumphal wiederwählen lassen - das ist die Spezialität so einiger nördlicher Unionsgrößen:
Konkret meine ich die wahrheitsallergischen Stümper Finanzsenator Michael Freytag (CDU), Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) sowie die Regierungschefs Peter Harry Carstensen und Ole von Beust (beide CDU), die dermaßen fahrlässig beide Landeshaushalte an den Rande der Zahlungsunfähigkeit manövrierten, daß es der Schleswig-Holsteinische Wirtschaftsminister Werner Marnette (CDU) einfach nicht mehr aushalten konnte und aus Protest zurück trat.
Möllemann-Intimus und Kieler FDP-Fraktionschef Kubicki sah es genauso und prangerte Carstensens „Missmanagement“ und „Schlampereien“ an.
Polternd meldete er sich bei SPON zu Wort:
Allerdings geht das gesamte Krisenmanagement bei der HSH-Nordbank gegen die Landesregierung, insbesondere gegen den Regierungschef und den Finanzminister. Aber noch einmal: Die CDU-Fraktion hatte bereits im April den Aufstand gegen die Staatskanzlei geprobt. Das ist eben ein Dilettantenapparat. Der muss schnellstmöglich ausgewechselt werden.
Recht hat er, der Kubicki. Nicht zu vergessen, daß Carstensen die Öffentlichkeit und das Parlament sogar in schriftlicher Form belog, indem er unter anderem behauptete, daß die SPD dem 2,9-Mio-Bonus an den HSH-Chef Nonnenmacher zugestimmt hätte.
Hatte sie aber nachweislich nicht.
Wie geht so ein handfester Politskandal eigentlich aus?
Nun das wissen wir inzwischen:
1.)
Der Wähler hat nicht etwa die Gegner der Boni-Zahlungen an Stümperbanker, die vorher Hamburg und Schleswig-Holstein 13 Milliarden Euro Staatsgarantien abluchsten, nämlich SPD, Grüne und Linke mit einer Mehrheit bedacht, sondern CDU und FDP.
2.)
Die FDP machte das was sie immer tut - sie fiel um: Keine Rede mehr von dem Carstensen’schem „Dilettantenapparat“, der „schnellstmöglich ausgewechselt werden“ müsse, sondern rapider Sprung ins warme CDU-Koalitionsbettchen.
Ein dickes Rekordwahlergebnis hatte sie am 27. 09. 09. bekommen: 14,9 %.
3.)
Die HSH-Banker, die schon bisher gar nicht daran dachten sich an die Obergrenze von 500.000 Euro Jahresverdienst zu halten, schlagen schon wieder zu.
Die Herren vom Vorstand, die offenbar so sagenhaft unfähig sind, daß sie Milliardenverluste schneller anhäuften, als man die Nullen mitschreiben kann, sind immerhin in einer Disziplin sehr effektiv - sich selbst die Taschen zu füllen.
RENATE PINZKE schreibt heute unter der Überschrift "Die Banker sind nicht mehr zu retten":
Krise hin oder her - die Banker der HSH-Nordbank möchten wieder aus dem Vollen schöpfen. Es ist gerade mal ein Jahr her, dass der Steuerzahler die Landesbank mit einem Rettungspaket über 13 Milliarden Euro vor dem Untergang bewahrte. Nun wollen die Manager wieder tief in die Boni-Kasse greifen - obwohl die Bürgerschaft dem Rettungspaket nur unter der Bedingung zustimmte, dass die Bezüge der Banker auf jährlich 500000 Euro begrenzt werden und Bonus-Zahlungen erst möglich sein sollen, wenn die Bank Dividende abwirft.
Wie begründet man, daß es nun erneut Bonusmillionen hagelt?
Das läuft nach bewährter Manier:
Beweise totale Unfähigkeit und dann regnet es Kohle!
Die Unfähigkeit des Bankchef dröselte am Wochenende der SPIEGEL auf - 45 Millionen Euro überwies man an das schwarze Goldman Sachs-Loch, ohne dass die Amerikaner einen Anspruch darauf gehabt hätten - immer weg mit dem Geld - wir ham’s ja, der Steuerzahler wählt freundlicherweise immer diejenigen ans Ruder, die uns die verdaddelten Milliarden ersetzen.
SPON hat Zugriff aus Bank-interne Mails, die sogar zeigen, daß die Herren wußten, daß sie die 45 Mios nicht rauspulvern sollten:
Darin hatte der stellvertretende Justitiar im Oktober 2008 durchgängig die Position vertreten, dass Goldman Sachs keinen Anspruch habe, weil das Unternehmen die Frist dafür verpasst habe. "Goldman Sachs kann uns rechtlich nicht zu einem Ausgleich zwingen", heißt es dort etwa in einer E-Mail des Hausjuristen, in einer anderen: "Rechtlich sind wir uns sicher." Eine E-Mail gleichen Inhalts ging auch an den damaligen Vorstandschef Hans Berger und den Vorstand Jochen Friedrich, die mit dem Thema befasst waren. Die Unterschrift des damaligen Finanzvorstands Dirk Jens Nonnenmacher auf einem Protokoll deutet zudem darauf hin, dass auch der heutige Vorstandschef Kenntnis von dem Vorgang hatte.
Nach dieser neuen Glanzleistung Nonnenmachers, greift der inzwischen zum Chef Beförderte und mit 2,9 Bonusmillionen Überhäufte die nächsten Sonderzahlungen ab und ließ seine Sprecherin Michaela Fischer-Zernin laut Focus erklären:
„Der Aufsichtsratsvorsitzende Hilmar Kopper entwickelt gerade ein Vergütungsmodell, dass dem Aufsichtsrat in einer der nächsten Sitzungen vorgelegt wird.“
Mit dem Ex-Deutsche Bank-Chef, der 1994 auf einer Pressekonferenz die den von Immobilien-Pleitier Jürgen Schneider engagierten Handwerkern entstandene Schadenssumme in Höhe von ca. 50 Millionen DM als Peanuts bezeichnete und damit das Unwort des Jahres kreierte, dürfte der Richtige sein, um die ein oder andere Bonusmillion rauszuholen, wenn man gerade eine Milliardenpleite hingelegt hat.
Kein Wähler zwischen Nord- und Ostsee kann behaupten überrascht zu sein.
Die HSH-Krise und die Bonusmillionen-Arie war der Grund für das Platzen der letzten Koalition und jeder wußte, welche Parteien der Landesbank die Boni zuschoben und weiter zuschieben wollten.
Sie haben schwarz-gelb gewählt und Nonnenmacher füllt jetzt - genau wie zu erwarten - weiter seine privaten Taschen, während die Landeshaushalte von gleich zwei Bundesländern mit Milliarden belastet sind.
Wähler homini lupus.
Presse homini lupus.
Sonntag, 11. Oktober 2009
Der Christ des Tages - Teil X
Frank Steffel, Jahrgang 1966, ist ein wandelndes Klischee.
Keiner verkörpert den Westberliner kleinbürgerlichen Spießer-Klüngel besser als der CDU-Vielfach-Funktionär, der schon mit 16 in die Partei Diepgens und Landowskys eintrat.
Von Papi erbte er eine Teppichverleger-Firma und fühlte sich allein dadurch seinen Mitbürgern überlegen.
Linke, Migranten, Künstler - kurzum die ganze Berliner alternative Szene hasste er schon immer wie die Pest und drückte dies auch in seiner eigenen Sprache aus:
Die Süddeutschen Zeitung vom 23. August 2001 berichtete als Erste darüber, er habe in seiner Zeit bei der Jungen Union Schwarze „Bimbos“ und Türken „Kanaken“ genannt.
Behinderte waren für ihn „Mongos“ und eine Lehrerin, die diese Ausdrücke bemängelte, bezeichnete Jung-Steffel als „Kommunistenschlampe“.
Die Kritik an seinen Manieren konnte er nicht verstehen und erklärte Michel Friedman:
„Einem Jugendlichen rutscht sowas schon mal raus!“
Im Intrigantengestrüpp der Berliner CDU hangelte er sich 2001 zum Bürgermeisterkandidat empor und forderte Klaus Wowereit heraus.
Nun allerdings unterliefen dem Reinickendorfer Hitzkopf taktische Fauxpas im Stundentakt.
Daran gewöhnt stets zielstrebig den Mächtigen in den Anus zu kriechen, robbte er sich an den damals stärksten Mann der Union - Edmund Stoiber - heran und erklärte sogleich schleimtriefend, daß München seine Lieblingsstadt sei - „die schönste Stadt Deutschlands“ und „heimliche Hauptstadt“.
Nun kann man diesbezüglich unterschiedlicher Ansicht sein; die Geschmäcker der Publikümmer sind eben verschieden (ich teile die Ansicht übrigens nicht) - aber wenn man sich anschickt Berlin regieren zu wollen, ist es wenig ideal im Wahlkampf andere Städte zu favorisieren.
Überhaupt Stoiber - die von Steffel auserkorene Vaterfigur brachte ihm kein Glück.
(Man erkennt ihn nur ganz klein hinter dem Bayern kauernd, seine Hand ängstlich an Stoibers linken Oberam festgekrallt)
Der als Angsthase dastehende CDU-Spitzenmann ließ sich unverdrossen weiter von seiner Werbeagentur Publicis, als „Kennedy von der Spree“ verkaufen.
Es war das Jahr des Wowereits, der auf dem Sonderparteitag am 10. Juni 2001 einer Springerschen Schmutzkampagne zuvorkam und die inzwischen geflügelten Worten „Ich bin schwul – und das ist auch gut so!“ sprach.
Im Umgang mit der Homosexualität seines Gegners nahm Steffel erneut Anleihen bei seinen bewunderten CSU-Politikern.
CSU-Generalsekretär Thomas Goppel griff in den Berliner Wahlkampf ein und nölte tief unter die Gürtellinie: "Wowereit und Partner, die allabendlich versuchen, der Biologie ein Schnippchen zu schlagen."
Der Reinickendorfer CDU-Spitzenmann ließ daraufhin nur noch Wahlplakate aufstellen, die ihn zusammen mit seiner sehr weiblichen blonden Frau zeigten und versuchte verzweifelt homophobe Reaktionen zu triggern, indem er mit falschem Pathos verlautbaren ließ, er denke gar nicht daran sich dafür zu schämen, daß er verheiratet sei.
Dem Berliner Inforadio erklärte der selbsternannte „Kennedy von der Spree“:
"Ich habe noch nie einen Menschen wie Klaus Wowereit gekannt, der mich so oft getäuscht und belogen hat und der charakterlich so deformiert ist“.
Das Ende vom Lied ist bekannt:
Bei der Wahl am 21. Oktober verlor die CDU 17 Prozentpunkte und erhielt 23,8 Prozent der Stimmen. Damit lag sie knapp vor der PDS, die 22,6 Prozent erreichte und damit 4,9 Prozentpunkte hinzugewann. Die SPD kam auf 29,7 Prozent (+7,3 Prozentpunkte).
Das Berliner Stadtmagazin „tip“ wählte Steffel sogar zum „peinlichsten Berliner“ des Jahres 2001.
Die CDU-Fraktion wählte ihn dennoch zum neuen Chef.
In den nächsten zwei Jahren schaffte es der Teppichverleger die CDU noch weiter in den demoskopischen Abgrund zu treiben und darüber hinaus mehrere Landesvorsitzende entnervt das Handtuch werfen zu lassen.
2005 wurde er Kandidat des Bundestagswahlkreis Berlin-Reinickendorf (WK 78); scheiterte aber sowohl als Direktkandidat als auch über die Landesliste.
2009 hat er es nun geschafft und ist wieder Hoffnungsträger von Merkels Hauptstadt-Mannen.
Die Berliner Morgenpost jubelte:
Er ist der erfolgreichste der Berliner CDU-Bundestagsabgeordneten. Keiner erhielt so viele Erststimmen wie Frank Steffel in Reinickendorf. Der ehemalige Spitzenkandidat der Berliner CDU für das Amt des Regierenden Bürgermeisters steht nun vor einem politischen Comeback auf Bundesebene und feuert die Seinen kräftig an. 39 Prozent - so lautet die magische Zahl. 39 Prozent der Erststimmen holte Steffel, dem viele in der Hauptstadt nach einem desaströsen Wahlkampf 2001 gegen Klaus Wowereit das Ende aller politischen Träume vorausgesagt hatten, bei der Bundestagswahl am Sonntag. 39 Prozent, die Steffels ohnehin vorhandenes Selbstbewusstsein noch einmal gestärkt haben.
Tatsächlich sind es auch hier mal wieder die kurzsichtigen Grünen- und Linkenwähler, die den Einzug des Bimbo/Mongo-Grölers in den Bundestag ermöglichten.
Jörg Stroedter von der SPD erhielt 27,4 % Erststimmen, die Grüne Anke Petters wurde sinnloserweise von 10,7 % gewählt und auch die aussichtslose Kandidatur des Linken Felix Lederle wurde von 8,1 % unterstützt.
Zusammen sind das 46,2 % - also deutlich mehr als Steffels Erststimmenzahl.
Man hätte es leicht verhindern können ihn als Volksvertreter in den Bundestag zu schicken.
Vielleicht hatte der überzeugte Christ Steffel ja Hilfe von oben - der Mann scheint mehrere Leben zu haben und stets auf die Füße zu fallen - und wenn er noch so hartnäckig in die tiefsten Jauchegruben abtaucht!
Keiner verkörpert den Westberliner kleinbürgerlichen Spießer-Klüngel besser als der CDU-Vielfach-Funktionär, der schon mit 16 in die Partei Diepgens und Landowskys eintrat.
Von Papi erbte er eine Teppichverleger-Firma und fühlte sich allein dadurch seinen Mitbürgern überlegen.
Linke, Migranten, Künstler - kurzum die ganze Berliner alternative Szene hasste er schon immer wie die Pest und drückte dies auch in seiner eigenen Sprache aus:
Die Süddeutschen Zeitung vom 23. August 2001 berichtete als Erste darüber, er habe in seiner Zeit bei der Jungen Union Schwarze „Bimbos“ und Türken „Kanaken“ genannt.
Behinderte waren für ihn „Mongos“ und eine Lehrerin, die diese Ausdrücke bemängelte, bezeichnete Jung-Steffel als „Kommunistenschlampe“.
Die Kritik an seinen Manieren konnte er nicht verstehen und erklärte Michel Friedman:
„Einem Jugendlichen rutscht sowas schon mal raus!“
Im Intrigantengestrüpp der Berliner CDU hangelte er sich 2001 zum Bürgermeisterkandidat empor und forderte Klaus Wowereit heraus.
Nun allerdings unterliefen dem Reinickendorfer Hitzkopf taktische Fauxpas im Stundentakt.
Daran gewöhnt stets zielstrebig den Mächtigen in den Anus zu kriechen, robbte er sich an den damals stärksten Mann der Union - Edmund Stoiber - heran und erklärte sogleich schleimtriefend, daß München seine Lieblingsstadt sei - „die schönste Stadt Deutschlands“ und „heimliche Hauptstadt“.
Nun kann man diesbezüglich unterschiedlicher Ansicht sein; die Geschmäcker der Publikümmer sind eben verschieden (ich teile die Ansicht übrigens nicht) - aber wenn man sich anschickt Berlin regieren zu wollen, ist es wenig ideal im Wahlkampf andere Städte zu favorisieren.
Überhaupt Stoiber - die von Steffel auserkorene Vaterfigur brachte ihm kein Glück.
Bis heute ist einer der spektakulärsten Polit-Schnappschüsse die Aufnahme aus dem 2001er Wahlkampf in Berlin, als der mit Eiern beworfene Steffel furchtsam hinter Stoibers Rücken abtaucht und den adorierten Bayern die Geschosse abfangen lässt.
(Man erkennt ihn nur ganz klein hinter dem Bayern kauernd, seine Hand ängstlich an Stoibers linken Oberam festgekrallt)Es war das Jahr des Wowereits, der auf dem Sonderparteitag am 10. Juni 2001 einer Springerschen Schmutzkampagne zuvorkam und die inzwischen geflügelten Worten „Ich bin schwul – und das ist auch gut so!“ sprach.
Im Umgang mit der Homosexualität seines Gegners nahm Steffel erneut Anleihen bei seinen bewunderten CSU-Politikern.
CSU-Generalsekretär Thomas Goppel griff in den Berliner Wahlkampf ein und nölte tief unter die Gürtellinie: "Wowereit und Partner, die allabendlich versuchen, der Biologie ein Schnippchen zu schlagen."
Der Reinickendorfer CDU-Spitzenmann ließ daraufhin nur noch Wahlplakate aufstellen, die ihn zusammen mit seiner sehr weiblichen blonden Frau zeigten und versuchte verzweifelt homophobe Reaktionen zu triggern, indem er mit falschem Pathos verlautbaren ließ, er denke gar nicht daran sich dafür zu schämen, daß er verheiratet sei.
Dem Berliner Inforadio erklärte der selbsternannte „Kennedy von der Spree“:
"Ich habe noch nie einen Menschen wie Klaus Wowereit gekannt, der mich so oft getäuscht und belogen hat und der charakterlich so deformiert ist“.
Das Ende vom Lied ist bekannt:
Bei der Wahl am 21. Oktober verlor die CDU 17 Prozentpunkte und erhielt 23,8 Prozent der Stimmen. Damit lag sie knapp vor der PDS, die 22,6 Prozent erreichte und damit 4,9 Prozentpunkte hinzugewann. Die SPD kam auf 29,7 Prozent (+7,3 Prozentpunkte).
Das Berliner Stadtmagazin „tip“ wählte Steffel sogar zum „peinlichsten Berliner“ des Jahres 2001.
Die CDU-Fraktion wählte ihn dennoch zum neuen Chef.
In den nächsten zwei Jahren schaffte es der Teppichverleger die CDU noch weiter in den demoskopischen Abgrund zu treiben und darüber hinaus mehrere Landesvorsitzende entnervt das Handtuch werfen zu lassen.
2005 wurde er Kandidat des Bundestagswahlkreis Berlin-Reinickendorf (WK 78); scheiterte aber sowohl als Direktkandidat als auch über die Landesliste.
2009 hat er es nun geschafft und ist wieder Hoffnungsträger von Merkels Hauptstadt-Mannen.
Die Berliner Morgenpost jubelte:
Er ist der erfolgreichste der Berliner CDU-Bundestagsabgeordneten. Keiner erhielt so viele Erststimmen wie Frank Steffel in Reinickendorf. Der ehemalige Spitzenkandidat der Berliner CDU für das Amt des Regierenden Bürgermeisters steht nun vor einem politischen Comeback auf Bundesebene und feuert die Seinen kräftig an. 39 Prozent - so lautet die magische Zahl. 39 Prozent der Erststimmen holte Steffel, dem viele in der Hauptstadt nach einem desaströsen Wahlkampf 2001 gegen Klaus Wowereit das Ende aller politischen Träume vorausgesagt hatten, bei der Bundestagswahl am Sonntag. 39 Prozent, die Steffels ohnehin vorhandenes Selbstbewusstsein noch einmal gestärkt haben.
Tatsächlich sind es auch hier mal wieder die kurzsichtigen Grünen- und Linkenwähler, die den Einzug des Bimbo/Mongo-Grölers in den Bundestag ermöglichten.
Jörg Stroedter von der SPD erhielt 27,4 % Erststimmen, die Grüne Anke Petters wurde sinnloserweise von 10,7 % gewählt und auch die aussichtslose Kandidatur des Linken Felix Lederle wurde von 8,1 % unterstützt.
Zusammen sind das 46,2 % - also deutlich mehr als Steffels Erststimmenzahl.
Man hätte es leicht verhindern können ihn als Volksvertreter in den Bundestag zu schicken.
Vielleicht hatte der überzeugte Christ Steffel ja Hilfe von oben - der Mann scheint mehrere Leben zu haben und stets auf die Füße zu fallen - und wenn er noch so hartnäckig in die tiefsten Jauchegruben abtaucht!
Samstag, 10. Oktober 2009
Wider die Blogosphäre, Teil 2
Daß dieses Posting nicht auf viel Begeisterung stoßen würde, habe ich erwartet.
Man kann schließlich nicht von Hunderttausenden Betroffenen pauschal sprechen.
Das sind alles individuelle „Fälle“.
Vielen gegenüber tritt der Staat ungerecht hart auf.
Andere haben es drauf das System optimal auszunutzen.
Der Kollektivsingular funktioniert nicht.
Natürlich ist die Situation in einer reichen westdeutschen Stadt anders, als auf dem platten Land in MeckPomm.
So hat jeder eine subjektive Perspektive, die nicht zu verallgemeinern ist.
Meine Perspektive sieht aber zufällig so aus:
1.) Vor zwei Jahren habe ich in unserem Stadtteilblatt eine Anzeige aufgegeben, weil ich für eine bettlägerig gewordene Verwandet eine Einkaufs- und Haushaltshilfe suchte.
Die Resonanz war enorm; ich sprach mit Dutzenden Bewerbern.
Viele sehr nette Leute, die sich eigneten.
Das Problem war die Bezahlung - wir wollten das nämlich NICHT illegal, sondern MIT Sozialabgaben und offiziell handhaben.
Daraufhin haben fast alle gesagt, daß sie nur schwarz arbeiten würden.
Auf meine Frage, wieso sie denn kein Interesse an einem Vertrag mit Kündigungschutz und Urlaubsgeld, etc hätten, stellte sich raus, daß die meisten Hartz-Leistungen bezogen und keinesfalls daran rütteln wollten, weil das so praktisch wäre.
2.) Der soziale Bereich, von dem ich aus eigener Anschauung was verstehe, ist Altenpflege.
Da sieht es ganz anders aus - die Millionen Menschen, die da in der Regel eher schlecht als recht versorgt werden, können eben NICHT protestieren oder nebenher arbeiten.
Ich habe schon einmal erzählt, daß die Sozialfälle in einem mir gut bekannten Pflegeheim nach der Regierungsübernahme der CDU in Hamburg noch 70 Euro monatlich Taschengeld bekommen. (Verantwortlich dafür ist Sozialsenatorin Birgit Schnieber-Jastram von der CDU, die 2004 mit einem 21-Prozentpunkte-Plus wiedergewählt wurde.)
Davon sind aber so viele Dinge zu bezahlen (Telefon, Medikamentenzuzahlungen, etc), daß eine Pediküre, oder Haareschneiden, oder gar eine Tageszeitung absolut unerschwinglich sind.
Wer keine verwahrloste Frisur haben mag, hat eben Pech gehabt.
Ganz zu schweigen von persönlichen Wünschen.
Das nenne ich zutiefst menschenverachtend.
Bei denen, die sich nun wirklich nicht wehren können und keine Alternative haben, wird der Gürtel so eng geschnallt, daß buchstäblich beinahe die Hälfte mangelernährt sind.
Jeder weiß das und keinen kümmert es.
Dieses Wegsehen unserer gesamten Gesellschaft finde ich hochgradig verwerflich.
Gerade gestern habe ich (nicht das erste mal) die Wohnung einer 85-Jährigen, bettlägerigen Dame von der Feuerwehr aufbrechen lassen, weil sie nicht mehr zu erreichen war.
Sohn und Schwiegertochter weigerten sich zu kommen; der Pflegedienst ließ mich 30 Minuten in der Leitung, um mir dann mitzuteilen, daß sie so überlastet wären, daß ich mal lieber die Polizei anrufen solle.
Nachdem ich schon einmal eine leicht vom Hund angefressene Leiche gefunden hatte, war ich froh, daß es sich diesmal um ein abstruses Mißverständnis handelte.
Die Person gestern war bereits einen Tag vorher von jemand anderen in ein Krankenhaus gebracht worden - die Information ist nur beim Pflegedienst verloren gegangen.
Die Jungs von der Feuerwehr haben sich dennoch ausdrücklich bedankt - ihnen sei es allemal lieber eine Tür umsonst aufzubrechen, als später die „vier Monate vergammelten Leichen raus zu kratzen“ (O-Ton!)
Daher mag ich nun nicht ausgerechnet für diejenigen Stellung beziehen, die vergleichsweise gut dran sind, weil sie jung und gesund sind.
Meiner Beobachtung nach, funktioniert das Deutsche Sozial- und Subventionssystem so, daß derjenige was bekommt, der am lautesten schreit.
Wer sich sichtbar macht, hat immer die besten Chancen, daß die Regierenden die Kassen öffnen. Da sind natürlich die klassischen Lobbys (Arbeitgeberorganisationen, Pharmalobby, Atomforum, Waffenlobby, Bauernverband, etc) und da sind sogar Berufsgruppen, die sich eine Privatpartei leisten.
So wählten fast 60% der niedergelassenen Ärzte die FDP.
Kein Wunder - haben doch Mediziner das höchste Durchschnittseinkommen aller Berufsgruppen und die niedrigste Insolvenzquote aller Selbstständigen.
Der Hartmannbund begrüßt den anstehenden Regierungswechsel in Berlin. "Wir freuen uns, dass die FDP gestärkt in die neue Regierung eintritt", sagte Hartmannbund-Chef Professor Kuno Winn der "Ärzte Zeitung". Er sei sicher, dass die Ärzteschaft "mindestens einen Prozentpunkt" zum Erfolg der Liberalen beigetragen habe.
Starke haben starke Lobbyisten. Ein millionenschwerer Ackermann hat jederzeit Zugang zum Kanzleramt, er darf sogar den eigentlich Staatsgästen vorbehaltenen direkten Aufzug nehmen.
Schwache haben aber auch Lobbyisten - vor allem in Form der stets empörungsbereiten Boulevardpresse.
Ja, selbstverständlich haben es Alleinerziehende schwer, weil die Konservativen die Familienförderung in Form von Ehegattensplitting-Milliarden lieber in die Taschen der Reichsten fließen lassen.
Aber transferleistungsabhängige Kinder haben immerhin überhaupt eine Lobby - spätestens, wenn mal wieder „der kleine Justin“, die „kleine Chantal“, oder der „kleine Kevin“ in einer Tiefkühltruhe oder dem Blumenpott auf dem Balkon entsorgt wurde, ist das Gejammere groß. Die großbuchstabigen Zeitungen gießen jedes Mal hektoliterweise Krokodiltränen unter das Volk.
Nur die Allerschwächsten haben gar keine Lobby - für ein paarhunderttausend Demente, die mit Exsikkose und Dekubitus in ihren Exkrementen dahindämmern, regt sich nicht ein kleiner Zeigefinger der Blogosphäre.
Ein Klaus Fussek wird auch nicht im Kanzleramt empfangen.
Die Welt ist schlecht, es geht in Deutschland offenbar ungerecht zu - so viel ist sicher.
Was soll man dagegen tun?
Wer sich nicht persönlich engagieren kann oder will, hat immerhin die Möglichkeit eine Landes- und Bundesregierung zu wählen.
Wo meine Sympathien liegen, ist kein Geheimnis - irgendwo bei SPD und Grünen.
Ich halte es bei meiner persönlichen parteipolitischen Einstellung mit Michel Friedmann, der einmal gesagt hat, solange ich 51% Gemeinsamkeiten mit meiner Partei habe, bleibe ich Mitglied. In der Praxis sind diese (maximal) 49% Differenzen mit der eigenen Partei natürlich eine harte Nuss.
Erschwert wird die parteiliche Solidarität noch dadurch, daß Personen und Persönlichkeiten eine so große Rolle spielen.
Da gibt es Wichtigtuer, die ich einfach nicht leiden kann - obwohl sie oft Richtiges sagen.
Da gibt es fade Langweiler und Haudraufs à la Sarrazin, die sich gerade selbst zerlegen mit ihren Formulierungen.
Wer allerdings das ganze fünfseitige Interview im „Lettre International“ liest, bekommt einen anderen Eindruck: Der ist schlau, der Sarrazin und 95% seiner Berlin-Analyse ist brillant.
Inzwischen sind 98% der Deutschen keine Parteimitglieder - aber auch sie sollten wählen.
WEN sie wählen sollten und zwar WARUM, habe ich immer wieder detailliert aufgeführt; das brauche ich nicht zu wiederholen.
Nur zwei Anmerkungen:
Zu behaupten, daß Große Koalition, oder Schwarz/Gelb keinen Unterschied macht, halte ich für schlicht und ergreifend dumm!
Weswegen jauchzen sich wohl gerade Pharmalobby, Atomforum und Manager von einem Orgasmus zum nächsten?
Asse, Gorleben und Krümmel wären schon allein Grund genug einen SPD-Mann als Umweltminister in die Regierung zu wählen, auch wenn die SPD ansonsten reine CDU-Politik machte.
Ich stimme Kommentator Paul Haber in vielen praktischen Dingen zu, aber komme zu anderen Konsequenzen.
Er schreibt: „'Hartz-4' ist eine SPD-Errungenschaft, und glaube mir, es ist kein Vergnügen mit Menschen, die davon betroffen sind, so wie ich beruflich zu tun zu haben. Ich kann sehr wohl nachvollziehen, dass man, wenn man einmal verstanden hat, unter wessen Führung dieses Konstrukt zu Stande gekommen ist, nicht mehr unbedingt in der Laune ist, diese Partei zu wählen - und auch keine Alternative sieht.“
Hartz bedeutete, daß viele vorherige Leistungen, die man von verschiedenen Ämtern erhielt zusammengefasst wurden.
Auch das finde ich nach wie vor nicht nur richtig, sondern auch notwendig.
Beim Punkt „fordern und fördern“ hapert es allerdings gewaltig.
Und zwar auf allen Seiten.
Dies war aber eben NICHT ein reines SPD-Gewächs, sondern die Länder und Frau Merkel saßen bei der Ausgestaltung mit im Boot.
Rot/Grün hatte zu keiner Zeit (außer der ganz kurzen Periode von Okt 1998 bis Jan 1999) eine Mehrheit im Bundesrat.
Die Wähler haben also fast SOFORT nach dem Wahlsieg Schröders die Handlungsfreiheit beschränkt und verfügt, daß Merkel und Westerwelle immer im Bundesrat „Njet“ sagen konnten. Mit großer Mühe paukte Schröder Änderungen im Steuerrecht durch:
Unter Kohl lag der Eingangssteuersatz bei 26% und der Spitzensteuersatz bei 56%. Nun sind wir bei 15 % und 45 % und das bei höheren Freibeträgen!
Das haben Rot/Grün durchgeprügelt und zwar gegen "Mrs. No" Und Westerwelle, die alles blockierten.
Das ist nach wie vor die massivste Steuerentlastung für die Arbeitseinkommen, die es je gab und das hat die CDU eben NICHT hinbekommen, sondern stattdessen stets nur die Steuern erhöht.
Auf die Art und Weise sind das Zuwanderungsgesetz und die Niedriglohngesetze bis zur Unkenntlichkeit pervertiert worden.
Ja, natürlich hätte Rot/Grün viel besser kommunizieren und schneller in Gang kommen müssen.
Ja, natürlich gab es jede Menge handwerkliche Fehler und personelle Querelen.
So what?
Ich habe das nie anders erwartet nach 16 Jahren totaler Festgefahrenheit durch Kohl, der die Steuersätze auf absolute Rekordmarken raufgeschraubt hatte.
Und daß die Legislatur 1998 sofort mit einer internationalen Superkrise und ein paar Kriegen begann, haben sich Fischer und Schröder ganz sicher auch nicht gewünscht.
Ebenso wenig wie 9/11, das Platzen der New Economy-Blase, den Irakkrieg oder die Ölpreisexplosion.
Die linken Wähler sind weicheierige Feiglinge, die bei der kleinsten Reform sofort anfangen zu weinen und der Regierung Knüppel zwischen die Beine werfen.
Und wenn es nicht ganz so läuft, wie sie es gerne hätten, fangen sie an zu schmollen und verkriechen sich am Wahltag zuhause unterm Bett.
Die Rechten sind demgegenüber strategisch im Vorteil, wie ich ebenfalls bereits beschrieben hatte.
In der Konsequenz bedeutet dies, daß die Hauptursachen für die schwersten Probleme in Deutschland - Segregation, Auseinanderdriften der sozialen Schere, kulturelle Verblödung von Millionen, miserable Bildung und Beschneidung der Zukunft der Jugend - gerade wieder zementiert werden.
Soviel weiß man jetzt schon, von schwarz/gelb:
Festhalten am dreigliedrigen Selektionsbildungssystem, Herdprämie, zielverfehlendes wahlloses Ausgießen von Kindergeld und das Ganze auf Kosten der nächsten Generation.
Außerdem werden die Weichen wieder auf die problematische Uralt-Technologie Atomkraft aus den 1940er Jahren gestellt, statt zukunftsgerichtet die grünen Energietechniken zu fördern. Alles zum Wohle der milliardenschweren Mächtigen und Reichen.
So haben es die Wähler bestimmt.
Genauer gesagt, haben es die Wähler geschehen lassen - in absoluten Stimmen hat auch die CDU stark verloren - aber noch viel mehr Schuld haben die Schmoller der „Bäh-ich-bin-aber-böse-auf-die-SPD“-Fraktion, die durch ihr Wegbleiben ermöglichten, daß die Sitze-Waage im Bundestag ein fettes rechtes Übergewicht hat!
Man kann schließlich nicht von Hunderttausenden Betroffenen pauschal sprechen.
Das sind alles individuelle „Fälle“.
Vielen gegenüber tritt der Staat ungerecht hart auf.
Andere haben es drauf das System optimal auszunutzen.
Der Kollektivsingular funktioniert nicht.
Natürlich ist die Situation in einer reichen westdeutschen Stadt anders, als auf dem platten Land in MeckPomm.
So hat jeder eine subjektive Perspektive, die nicht zu verallgemeinern ist.
Meine Perspektive sieht aber zufällig so aus:
1.) Vor zwei Jahren habe ich in unserem Stadtteilblatt eine Anzeige aufgegeben, weil ich für eine bettlägerig gewordene Verwandet eine Einkaufs- und Haushaltshilfe suchte.
Die Resonanz war enorm; ich sprach mit Dutzenden Bewerbern.
Viele sehr nette Leute, die sich eigneten.
Das Problem war die Bezahlung - wir wollten das nämlich NICHT illegal, sondern MIT Sozialabgaben und offiziell handhaben.
Daraufhin haben fast alle gesagt, daß sie nur schwarz arbeiten würden.
Auf meine Frage, wieso sie denn kein Interesse an einem Vertrag mit Kündigungschutz und Urlaubsgeld, etc hätten, stellte sich raus, daß die meisten Hartz-Leistungen bezogen und keinesfalls daran rütteln wollten, weil das so praktisch wäre.
2.) Der soziale Bereich, von dem ich aus eigener Anschauung was verstehe, ist Altenpflege.
Da sieht es ganz anders aus - die Millionen Menschen, die da in der Regel eher schlecht als recht versorgt werden, können eben NICHT protestieren oder nebenher arbeiten.
Ich habe schon einmal erzählt, daß die Sozialfälle in einem mir gut bekannten Pflegeheim nach der Regierungsübernahme der CDU in Hamburg noch 70 Euro monatlich Taschengeld bekommen. (Verantwortlich dafür ist Sozialsenatorin Birgit Schnieber-Jastram von der CDU, die 2004 mit einem 21-Prozentpunkte-Plus wiedergewählt wurde.)
Davon sind aber so viele Dinge zu bezahlen (Telefon, Medikamentenzuzahlungen, etc), daß eine Pediküre, oder Haareschneiden, oder gar eine Tageszeitung absolut unerschwinglich sind.
Wer keine verwahrloste Frisur haben mag, hat eben Pech gehabt.
Ganz zu schweigen von persönlichen Wünschen.
Das nenne ich zutiefst menschenverachtend.
Bei denen, die sich nun wirklich nicht wehren können und keine Alternative haben, wird der Gürtel so eng geschnallt, daß buchstäblich beinahe die Hälfte mangelernährt sind.
Jeder weiß das und keinen kümmert es. Dieses Wegsehen unserer gesamten Gesellschaft finde ich hochgradig verwerflich.
Gerade gestern habe ich (nicht das erste mal) die Wohnung einer 85-Jährigen, bettlägerigen Dame von der Feuerwehr aufbrechen lassen, weil sie nicht mehr zu erreichen war.
Sohn und Schwiegertochter weigerten sich zu kommen; der Pflegedienst ließ mich 30 Minuten in der Leitung, um mir dann mitzuteilen, daß sie so überlastet wären, daß ich mal lieber die Polizei anrufen solle.
Nachdem ich schon einmal eine leicht vom Hund angefressene Leiche gefunden hatte, war ich froh, daß es sich diesmal um ein abstruses Mißverständnis handelte.
Die Person gestern war bereits einen Tag vorher von jemand anderen in ein Krankenhaus gebracht worden - die Information ist nur beim Pflegedienst verloren gegangen.
Die Jungs von der Feuerwehr haben sich dennoch ausdrücklich bedankt - ihnen sei es allemal lieber eine Tür umsonst aufzubrechen, als später die „vier Monate vergammelten Leichen raus zu kratzen“ (O-Ton!)
Daher mag ich nun nicht ausgerechnet für diejenigen Stellung beziehen, die vergleichsweise gut dran sind, weil sie jung und gesund sind.
Meiner Beobachtung nach, funktioniert das Deutsche Sozial- und Subventionssystem so, daß derjenige was bekommt, der am lautesten schreit.
Wer sich sichtbar macht, hat immer die besten Chancen, daß die Regierenden die Kassen öffnen. Da sind natürlich die klassischen Lobbys (Arbeitgeberorganisationen, Pharmalobby, Atomforum, Waffenlobby, Bauernverband, etc) und da sind sogar Berufsgruppen, die sich eine Privatpartei leisten.
So wählten fast 60% der niedergelassenen Ärzte die FDP.
Kein Wunder - haben doch Mediziner das höchste Durchschnittseinkommen aller Berufsgruppen und die niedrigste Insolvenzquote aller Selbstständigen.
Der Hartmannbund begrüßt den anstehenden Regierungswechsel in Berlin. "Wir freuen uns, dass die FDP gestärkt in die neue Regierung eintritt", sagte Hartmannbund-Chef Professor Kuno Winn der "Ärzte Zeitung". Er sei sicher, dass die Ärzteschaft "mindestens einen Prozentpunkt" zum Erfolg der Liberalen beigetragen habe.
Starke haben starke Lobbyisten. Ein millionenschwerer Ackermann hat jederzeit Zugang zum Kanzleramt, er darf sogar den eigentlich Staatsgästen vorbehaltenen direkten Aufzug nehmen.
Schwache haben aber auch Lobbyisten - vor allem in Form der stets empörungsbereiten Boulevardpresse.
Ja, selbstverständlich haben es Alleinerziehende schwer, weil die Konservativen die Familienförderung in Form von Ehegattensplitting-Milliarden lieber in die Taschen der Reichsten fließen lassen.
Aber transferleistungsabhängige Kinder haben immerhin überhaupt eine Lobby - spätestens, wenn mal wieder „der kleine Justin“, die „kleine Chantal“, oder der „kleine Kevin“ in einer Tiefkühltruhe oder dem Blumenpott auf dem Balkon entsorgt wurde, ist das Gejammere groß. Die großbuchstabigen Zeitungen gießen jedes Mal hektoliterweise Krokodiltränen unter das Volk.
Nur die Allerschwächsten haben gar keine Lobby - für ein paarhunderttausend Demente, die mit Exsikkose und Dekubitus in ihren Exkrementen dahindämmern, regt sich nicht ein kleiner Zeigefinger der Blogosphäre.
Ein Klaus Fussek wird auch nicht im Kanzleramt empfangen.
Die Welt ist schlecht, es geht in Deutschland offenbar ungerecht zu - so viel ist sicher.
Was soll man dagegen tun?
Wer sich nicht persönlich engagieren kann oder will, hat immerhin die Möglichkeit eine Landes- und Bundesregierung zu wählen.
Wo meine Sympathien liegen, ist kein Geheimnis - irgendwo bei SPD und Grünen.
Ich halte es bei meiner persönlichen parteipolitischen Einstellung mit Michel Friedmann, der einmal gesagt hat, solange ich 51% Gemeinsamkeiten mit meiner Partei habe, bleibe ich Mitglied. In der Praxis sind diese (maximal) 49% Differenzen mit der eigenen Partei natürlich eine harte Nuss.
Erschwert wird die parteiliche Solidarität noch dadurch, daß Personen und Persönlichkeiten eine so große Rolle spielen.
Da gibt es Wichtigtuer, die ich einfach nicht leiden kann - obwohl sie oft Richtiges sagen.
Da gibt es fade Langweiler und Haudraufs à la Sarrazin, die sich gerade selbst zerlegen mit ihren Formulierungen.
Wer allerdings das ganze fünfseitige Interview im „Lettre International“ liest, bekommt einen anderen Eindruck: Der ist schlau, der Sarrazin und 95% seiner Berlin-Analyse ist brillant.
Inzwischen sind 98% der Deutschen keine Parteimitglieder - aber auch sie sollten wählen.
WEN sie wählen sollten und zwar WARUM, habe ich immer wieder detailliert aufgeführt; das brauche ich nicht zu wiederholen.
Nur zwei Anmerkungen:
Zu behaupten, daß Große Koalition, oder Schwarz/Gelb keinen Unterschied macht, halte ich für schlicht und ergreifend dumm!
Weswegen jauchzen sich wohl gerade Pharmalobby, Atomforum und Manager von einem Orgasmus zum nächsten?
Asse, Gorleben und Krümmel wären schon allein Grund genug einen SPD-Mann als Umweltminister in die Regierung zu wählen, auch wenn die SPD ansonsten reine CDU-Politik machte.
Ich stimme Kommentator Paul Haber in vielen praktischen Dingen zu, aber komme zu anderen Konsequenzen.
Er schreibt: „'Hartz-4' ist eine SPD-Errungenschaft, und glaube mir, es ist kein Vergnügen mit Menschen, die davon betroffen sind, so wie ich beruflich zu tun zu haben. Ich kann sehr wohl nachvollziehen, dass man, wenn man einmal verstanden hat, unter wessen Führung dieses Konstrukt zu Stande gekommen ist, nicht mehr unbedingt in der Laune ist, diese Partei zu wählen - und auch keine Alternative sieht.“
Hartz bedeutete, daß viele vorherige Leistungen, die man von verschiedenen Ämtern erhielt zusammengefasst wurden.
Das war RICHTIG.
Keiner bestreitet zudem, daß sich für die allermeisten Menschen die Bezüge gegenüber der Sozialhilfe ERHÖHT haben. Auch das muß man wohl noch einmal sagen.
Es gibt nun mehr Bargeld, dafür aber keine Extraleistungen mehr. Man muß besser haushalten.Auch das finde ich nach wie vor nicht nur richtig, sondern auch notwendig.
Beim Punkt „fordern und fördern“ hapert es allerdings gewaltig.
Und zwar auf allen Seiten.
Dies war aber eben NICHT ein reines SPD-Gewächs, sondern die Länder und Frau Merkel saßen bei der Ausgestaltung mit im Boot.
Rot/Grün hatte zu keiner Zeit (außer der ganz kurzen Periode von Okt 1998 bis Jan 1999) eine Mehrheit im Bundesrat.
Die Wähler haben also fast SOFORT nach dem Wahlsieg Schröders die Handlungsfreiheit beschränkt und verfügt, daß Merkel und Westerwelle immer im Bundesrat „Njet“ sagen konnten. Mit großer Mühe paukte Schröder Änderungen im Steuerrecht durch:
Unter Kohl lag der Eingangssteuersatz bei 26% und der Spitzensteuersatz bei 56%. Nun sind wir bei 15 % und 45 % und das bei höheren Freibeträgen!
Das haben Rot/Grün durchgeprügelt und zwar gegen "Mrs. No" Und Westerwelle, die alles blockierten.
Das ist nach wie vor die massivste Steuerentlastung für die Arbeitseinkommen, die es je gab und das hat die CDU eben NICHT hinbekommen, sondern stattdessen stets nur die Steuern erhöht.
Auf die Art und Weise sind das Zuwanderungsgesetz und die Niedriglohngesetze bis zur Unkenntlichkeit pervertiert worden.
Ja, natürlich hätte Rot/Grün viel besser kommunizieren und schneller in Gang kommen müssen.
Ja, natürlich gab es jede Menge handwerkliche Fehler und personelle Querelen.
So what?
Ich habe das nie anders erwartet nach 16 Jahren totaler Festgefahrenheit durch Kohl, der die Steuersätze auf absolute Rekordmarken raufgeschraubt hatte.
Und daß die Legislatur 1998 sofort mit einer internationalen Superkrise und ein paar Kriegen begann, haben sich Fischer und Schröder ganz sicher auch nicht gewünscht.
Ebenso wenig wie 9/11, das Platzen der New Economy-Blase, den Irakkrieg oder die Ölpreisexplosion.
Die linken Wähler sind weicheierige Feiglinge, die bei der kleinsten Reform sofort anfangen zu weinen und der Regierung Knüppel zwischen die Beine werfen.
Und wenn es nicht ganz so läuft, wie sie es gerne hätten, fangen sie an zu schmollen und verkriechen sich am Wahltag zuhause unterm Bett.
Die Rechten sind demgegenüber strategisch im Vorteil, wie ich ebenfalls bereits beschrieben hatte.
In der Konsequenz bedeutet dies, daß die Hauptursachen für die schwersten Probleme in Deutschland - Segregation, Auseinanderdriften der sozialen Schere, kulturelle Verblödung von Millionen, miserable Bildung und Beschneidung der Zukunft der Jugend - gerade wieder zementiert werden.
Soviel weiß man jetzt schon, von schwarz/gelb:
Festhalten am dreigliedrigen Selektionsbildungssystem, Herdprämie, zielverfehlendes wahlloses Ausgießen von Kindergeld und das Ganze auf Kosten der nächsten Generation.
Außerdem werden die Weichen wieder auf die problematische Uralt-Technologie Atomkraft aus den 1940er Jahren gestellt, statt zukunftsgerichtet die grünen Energietechniken zu fördern. Alles zum Wohle der milliardenschweren Mächtigen und Reichen.
So haben es die Wähler bestimmt.
Genauer gesagt, haben es die Wähler geschehen lassen - in absoluten Stimmen hat auch die CDU stark verloren - aber noch viel mehr Schuld haben die Schmoller der „Bäh-ich-bin-aber-böse-auf-die-SPD“-Fraktion, die durch ihr Wegbleiben ermöglichten, daß die Sitze-Waage im Bundestag ein fettes rechtes Übergewicht hat!
Freitag, 9. Oktober 2009
Achtung schwule Füße!
Wie man es nicht macht führte der französische Amateurfußballclub Créteil Bébel vor.
Die Geschichte ist schnell erzählt.
Die überwiegend muslimischen Jungs von Créteil Bébel sollten in einem Freundschaftsspiel gegen das ausdrücklich schwulentolerante Team „Paris Foot Gay“, kurz PFG, antreten.
PFG, gegründet erst 2003, setzt sich explizit für Toleranz ein und so befinden sich unter ihren Spielen Schwarze und Weiße, Moslems und Christen, Schwule und Heteros.
Bekanntlich gibt es unter Fußballspielern gar keine Schwulen; auch in Deutschland ist die Fußballbundesliga eine derart todernste Sache, daß es bis heute keinen einzigen schwulen Spieler gibt.
Das ist eine feine Sache, insbesondere für die heroenhaften Mannen von Créteil Bébel, da Moslems prinzipiell auch niemals schwul sind.
Beweisen läßt sich diese Tatsache durch den bekannten Ehrenmann Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad, der die verblüffte deutsche Öffentlichkeit auch von der Nichtexistenz des Holokausts unterrichtete.
Der Oberiraner und Bischof Williamson - die wissen Bescheid.
A propos Williamson - bei den Piusbrüdern gibt es natürlich auch keine Schwulen - so wie im 70-Millionen Volk des Iran:
«Wir haben im Iran keine Homosexuellen wie ihr in eurem Land.» Nachdem einige im Publikum lachten, fügte er hinzu. «Wir haben im Iran nicht dieses Phänomen. Ich weiß nicht, wer Ihnen gesagt hat, wir hätten es.»
(Achmadinedschad 2007 in New York)
(Wieso man regelmäßig Schwule aufhängt, die er gar nicht gibt, erscheint mir nicht vollkommen logisch - aber als Atheist bin ich eben Glaubensdingen nicht voll zugänglich)
Es kann nicht sein, was nicht sein darf, sagte sich Créteil Bébel-Trainer Zair Bel Er, als das vorgesehene Spiel gegen die PFD absagte:
"Bitte entschuldigt, aber wegen eures Team-Namens können wir aufgrund der Prinzipien unserer Mannschaft, die aus gläubigen Muslimen besteht, nicht gegen euch spielen. Unsere Überzeugungen sind uns wichtiger als ein simples Fußballspiel. Tut mir Leid, dass wir euch so spät darüber informiert haben. Als Muslim habe ich das Recht, nicht gegen Homosexuelle zu spielen, denn ich teile nicht die Ideen dieser Leute", sagte Zair Bel Er entschuldigte sich gleichzeitig dafür, "falls diese Entscheidung jemanden verletzt hat".
Der Team-Name also.
Wenn irgendwo schon „gay“ drauf steht, darf man seine Jungs natürlich keinesfalls mit denen in Kontakt kommen lassen.
Schön auch das hysterische „denn ich teile nicht die Ideen dieser Leute“.
Da hat aber jemand richtig Angst und ist sich seiner eigenen Sexualität offenbar extrem unsicher.
Befürchtet er, daß diese „Ideen“ abfärbten, wenn man 90 Minuten mit denen auf einem Platz umher rast?
Fußball also sexuelle Orientierungsinfektion.
Da frage ich mich natürlich, ob bei PFG überhaupt noch Homos übrig sein können - so oft, wie die gegen Heteros spielen, müßten die doch ihrerseits alle heteroisiert sein!
Créteil Bébel hat es nun geschafft als Negativbeispiel weltweit bekannt zu werden.
Zair Bel Er hat dem Islam insgesamt im Alleingang mal wieder das Image des Inhumanen und Intoleranten verpasst.
Sein Selbstverständnis ist nicht nur rückwärtsgewand, sondern wie ich feststellen möchte, auch extrem zimperliesig. Wovor fürchten die sich eigentlich?
Was soll schon passieren während 90 Minuten Primitivsport?
Rudelbumsen gleich nach dem AnSTOSS?
Gangbang im Strafraum?
Ferner hat die Aktion des Vereins Créteil Bébel jede Menge Vorurteile gegen Einwanderer reaktiviert, bzw bestätigt.
Da liegt dann doch die Frage nahe - was wollen Hardcore-Muslims eigentlich in Frankreich?
Einem Land, das einen schwulen Kultusminister hat, der sogar einen semiautobiographischen Roman - «La mauvaise vie» (Das schlechte Leben) - über seine eigene Knabenliebe verfasst hat?
Mitterrand beschreibt in seinem Buch nicht nur, wie er seine homosexuellen Neigungen entdeckt hat, sondern auch die entsprechenden Erlebnisse mit jungen Knaben in Bordellen in Thailand: «All diese Rituale des Marktes für schöne Jünglinge, des Sklavenmarktes, erregen mich gewaltig. Die verschwenderische Fülle sofort verfügbarer Jungen versetzt mich in einen Zustand der Begierde, den ich nicht mehr bremsen oder verbergen muss.»
Da ich annehme, daß Zair Bel Er diese Ideen auch nicht teilt und er nur mit seinesgleichen spielen will, sollte er vielleicht schleunigst auswandern.
Die Geschichte ist schnell erzählt.
Die überwiegend muslimischen Jungs von Créteil Bébel sollten in einem Freundschaftsspiel gegen das ausdrücklich schwulentolerante Team „Paris Foot Gay“, kurz PFG, antreten.
PFG, gegründet erst 2003, setzt sich explizit für Toleranz ein und so befinden sich unter ihren Spielen Schwarze und Weiße, Moslems und Christen, Schwule und Heteros.
Bekanntlich gibt es unter Fußballspielern gar keine Schwulen; auch in Deutschland ist die Fußballbundesliga eine derart todernste Sache, daß es bis heute keinen einzigen schwulen Spieler gibt.Das ist eine feine Sache, insbesondere für die heroenhaften Mannen von Créteil Bébel, da Moslems prinzipiell auch niemals schwul sind.
Beweisen läßt sich diese Tatsache durch den bekannten Ehrenmann Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad, der die verblüffte deutsche Öffentlichkeit auch von der Nichtexistenz des Holokausts unterrichtete.
Der Oberiraner und Bischof Williamson - die wissen Bescheid.
A propos Williamson - bei den Piusbrüdern gibt es natürlich auch keine Schwulen - so wie im 70-Millionen Volk des Iran:
«Wir haben im Iran keine Homosexuellen wie ihr in eurem Land.» Nachdem einige im Publikum lachten, fügte er hinzu. «Wir haben im Iran nicht dieses Phänomen. Ich weiß nicht, wer Ihnen gesagt hat, wir hätten es.»
(Achmadinedschad 2007 in New York)
(Wieso man regelmäßig Schwule aufhängt, die er gar nicht gibt, erscheint mir nicht vollkommen logisch - aber als Atheist bin ich eben Glaubensdingen nicht voll zugänglich)
Es kann nicht sein, was nicht sein darf, sagte sich Créteil Bébel-Trainer Zair Bel Er, als das vorgesehene Spiel gegen die PFD absagte:
"Bitte entschuldigt, aber wegen eures Team-Namens können wir aufgrund der Prinzipien unserer Mannschaft, die aus gläubigen Muslimen besteht, nicht gegen euch spielen. Unsere Überzeugungen sind uns wichtiger als ein simples Fußballspiel. Tut mir Leid, dass wir euch so spät darüber informiert haben. Als Muslim habe ich das Recht, nicht gegen Homosexuelle zu spielen, denn ich teile nicht die Ideen dieser Leute", sagte Zair Bel Er entschuldigte sich gleichzeitig dafür, "falls diese Entscheidung jemanden verletzt hat".
Der Team-Name also.
Wenn irgendwo schon „gay“ drauf steht, darf man seine Jungs natürlich keinesfalls mit denen in Kontakt kommen lassen.
Schön auch das hysterische „denn ich teile nicht die Ideen dieser Leute“.
Da hat aber jemand richtig Angst und ist sich seiner eigenen Sexualität offenbar extrem unsicher.
Befürchtet er, daß diese „Ideen“ abfärbten, wenn man 90 Minuten mit denen auf einem Platz umher rast?
Fußball also sexuelle Orientierungsinfektion.
Da frage ich mich natürlich, ob bei PFG überhaupt noch Homos übrig sein können - so oft, wie die gegen Heteros spielen, müßten die doch ihrerseits alle heteroisiert sein!
Créteil Bébel hat es nun geschafft als Negativbeispiel weltweit bekannt zu werden.
Zair Bel Er hat dem Islam insgesamt im Alleingang mal wieder das Image des Inhumanen und Intoleranten verpasst.
Sein Selbstverständnis ist nicht nur rückwärtsgewand, sondern wie ich feststellen möchte, auch extrem zimperliesig. Wovor fürchten die sich eigentlich?
Was soll schon passieren während 90 Minuten Primitivsport?
Rudelbumsen gleich nach dem AnSTOSS?
Gangbang im Strafraum?
Ferner hat die Aktion des Vereins Créteil Bébel jede Menge Vorurteile gegen Einwanderer reaktiviert, bzw bestätigt.
Da liegt dann doch die Frage nahe - was wollen Hardcore-Muslims eigentlich in Frankreich?
Einem Land, das einen schwulen Kultusminister hat, der sogar einen semiautobiographischen Roman - «La mauvaise vie» (Das schlechte Leben) - über seine eigene Knabenliebe verfasst hat?
Mitterrand beschreibt in seinem Buch nicht nur, wie er seine homosexuellen Neigungen entdeckt hat, sondern auch die entsprechenden Erlebnisse mit jungen Knaben in Bordellen in Thailand: «All diese Rituale des Marktes für schöne Jünglinge, des Sklavenmarktes, erregen mich gewaltig. Die verschwenderische Fülle sofort verfügbarer Jungen versetzt mich in einen Zustand der Begierde, den ich nicht mehr bremsen oder verbergen muss.»
Da ich annehme, daß Zair Bel Er diese Ideen auch nicht teilt und er nur mit seinesgleichen spielen will, sollte er vielleicht schleunigst auswandern.
Donnerstag, 8. Oktober 2009
Blogosphäre
Linke Blogger der so genannten „Blogosphäre“ (das Wort kann ich leider nicht erklären, da ich nicht weiß wer eigentlich dazu gehört) haben sich offensichtlich auf einen gemeinsamen Wertekonsens verständigt.
Bei der Abstimmung darüber wurde ich nicht gefragt, weil ich viel zu unwichtig bin, aber die Koordinaten sind mir inzwischen deutlich geworden:
1.) Zensursula ist scheiße
2.) Wolfgang Schäuble ist ein antidemokratischer Verfassungsschleifer.
3.) Schröder, Steinmeier und Co haben sich am Sozialsystem versündigt - die Agenda 2010 ist durch und durch schlecht.
4.) Israel ist böse, alle Palästinenser sind lieb.
5.) Mainstreammedien sind grundsätzlich unseriös.
6.) Politiker streben nach Dienstwagen und werden viel zu hoch bezahlt.
7.) Alles aus Amerika ist schlecht.
8.) Die Netizens sind bessere Menschen, als die Offline-Konsumenten.
Wie mich das nervt.
Punkt 1) und 2) unterschreibe ich gerne.
Zum Thema Hartz-System mag ich im Moment nicht rumnölen, solange Guido W. diesen Bonbon gerade rundlutscht.
Die Anti-SPD-Propaganda von ganz links hat Schwarz-Gelb erst ans Ruder gebracht.
Die Kurzsichtigkeit der Wähler, die Grüne und (in Westdeutschland) Linke mit der Erststimme gewählt habe, brachte der Union 24 Überhangmandate.
Die Grünen plakatierten streckenweise ausdrücklich: Schwarz-Gelb verhindern! Die Linkspartei wollte das auch. Doch dazu hätten ihre und die Wähler der Grünen ihre Erststimmen SPD-Direktkandidaten geben müssen. Stattdessen wählten sie massenhaft mit beiden Stimmen Grün oder Dunkelrot – und halfen damit Schwarz-Gelb noch komfortabler ins Amt
kritisiert Frau Gaschke ganz richtig in der ZEIT.
Zehn Millionen Wähler sind der SPD seit 1998 weggelaufen.
Nach den einschlägigen Analysen, sind sie von Hatz-IV und Rente mit 67 so genervt, daß sie inzwischen durch Wahlenthaltung lieber Westerwelle und Merkel an die Hebel der Macht schicken.
Ich verstehe den Aufreger „Rente mit 67“ nicht.
Derzeit beträgt das durchschnittliche Renteneintrittsalter 63 Jahre.
Laut statistischem Bundesamt lebt derzeit eine Frau in dem Alter noch gute 22 Jahre, ein Mann 19.
Daß hier ein Finanzproblem auftritt, scheint mir vollkommen offensichtlich angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft.
Daß die SPD hier Handlungsbedarf sah, liegt doch offensichtlich nicht daran, daß Münte und Co böse Menschen sind, die aus sadistischen Erwägungen heraus ihre Wähler piesacken.
Schröder hätte sicherlich auch lieber fromme Wohltaten à la Blüm; „die Rente is sichä“, unter das Volk gestreut.
Aus der Tatsache, daß er sich aber an der Realität orientierte, wird ihm jetzt ein Strick gedreht.
Im Gegensatz zum Krankenversicherungssystem, das extrem kompliziert ist, kann doch jeder Hongo einsehen, daß es bei der Rente ein Problem gibt, wenn immer weniger Leute einzahlen und immer mehr Senioren ausgezahlt bekommen.
Außerdem war da 1989/90 irgendwas los, wenn mich ich recht erinnere.
Natürlich können die Ex-DDR’ler nichts dafür, daß sie im einem System gearbeitet haben, daß keine Kapitalvorsorge getroffen hat.
Aber da wir jetzt nun einmal ein Land sind, gibt es eine Menge Rentner in Ostdeutschland, die nie etwas in westdeutsche Rentenkassen eingezahlt haben.
Ostdeutsche Frauen bekommen sogar signifikant mehr Rente als ihre westdeutschen Geschlechtsgenossinnen, da sie viel häufiger und länger berufstätig waren.
Daß ich das Hartz-IV-System nicht verstehe, habe ich in einem anderen Post bereits ausführlich beschrieben.
Offenbar gibt es da Verlierer, wie alleinerziehende Mütter, die kaum über die Runden kommen, während eine fünfköpfige Hartz-Familie netto sogar deutlich mehr hat, als ein Handwerker, der nach Tariflohn bezahlt wird und davon Frau und drei Kinder ernähren will.
Buschkowsky sagt, daß gewisse Hartz-Familien ihr Einkommen über die Kopfzahl steuern, während der Arbeiter diese Freiheit nicht hat, da er mehr Variablen, wie die Miete zu berücksichtigen hat.
Als Politbeobachter ärgert mich das Dilemma:
Völlig unverantwortliche Prekariatler, die fünf, acht oder zehn Kinder bekommen, kann man nicht sanktionieren, da Geldkürzungen deren Kinder träfen, die aber nichts für ihre Situation können und bei noch weniger Haushaltseinkommen noch schlechtere Zukunftschancen hätten.
Andererseits kann man aber auch Menschen nicht davon abhalten Kinder zu bekommen.
Praktikable politische Daumenschrauben gibt es bei dem derzeitigen Sytem nicht.
Natürlich ist das System daher SCHLECHT.
2 Beispiele:
Es werden riesige Milliardenbeträge unter dem Oberbegriff „Familienförderung“ ausgegeben, die in Wahrheit nur Streicheleinheiten für die Reichsten sind.
So profitieren von dem Ehegattensplitting die Menschen, die einen Schein vom Standesamt haben - und nicht die Kinder.
Auch Kinderlose, Sterile und 70-Jährige splitten - ohne daß der Geldsegen tatsächlich Kindern zu Gute käme.
Ähnlich bekloppt ist das Gießkannen-artige Ausschütten von Kindergeld auch an Millionäre und Milliardäre.
Die Kinder von den Albrechts, Ottos, Quandts, Schaefflers haben keinerlei Vorteil durch Kindergeldzahlungen.
Wieso bekommen Deutschlands Steinreichste solche Zuwendungen?
Diese verplemperten Milliarden sollte man dringend einsparen und stattdessen den armen Kindern zukommen lassen und zwar nicht als Zusatzschecks, sondern in Form von wesentlich besserer Förderung (Gesundheit, Ganztagsschulen, Kitas, ..)
Das Ehegattensplitting zu beklagen ist aber müßig.
Solange die CDU was zu sagen hat, wird es da keine Abstriche geben, da es genau ihre Hauptwählerklientel träfe - ältere, gutverdienende Verheiratete.
Die CDU hatte auch in den Jahren 1998 - 2005 über ihre Dominanz in den Ländern stets genug Macht, um diese Milliardenumleitungen an ihre Wähler zu erhalten und am 27.09.2009 wurde das System noch einmal zementiert.
Die Wähler haben gesprochen und wollten mehrheitlich Guidola Merkelwelle.
Die linke Mehrheit ist nun nicht mehr nur theoretisch, sondern auch praktisch futsch.
Nun haben wir die Konsequenzen zu tragen.
„Blogtivisten“ machen nun, NACH der Wahl Alarm und empören sich über die Hartz-IV-Sanktionierungen.
Es geht darum, daß Sanktionierungsmaßnahmen der Ämter reihenweise an den Hartzgeldern herum kürzen.
Als Blogger soll man sich daher der Petition „Arbeitslosengeld II - Abschaffung der Sanktionen nach § 31 SGB II vom 20.08.2009“ anschließen, da diese Einschnitte unerträglich wären.
Eine Bundestagsdrucksache nennt Daten:
In den Jahren 2007 und 2008 wurden insgesamt 806 000 beziehungsweise 789 000 Sanktionen gegenüber erwerbsfähigen Hilfebedürftigen ausgesprochen, davon 275 000 beziehungsweise 256 000 an unter 25-Jährige und 531 000 beziehungsweise 533 000 an 25-Jährige und Ältere.
Die „Blogtivisten“ stellen Banner („Sanktionen wegbloggen“) und ähnliches zur Verfügung.
Ich weise hiermit zwar auf diese Aktion hin, schließe mich der Forderung aber ausdrücklich nicht an.
Zum einen finde den selbstverliebten Ausdruck „Blogtivisten“ derartig bekloppt, daß ich mich schon allein deswegen davon fernhalte.
Zum anderen stellt sich bei mir angesichts der großpolitischen Lage ob dieser Praxis einfach nicht genug Empörungspotential ein.
Die Blogtivisten starten solche konzertierten Aktionen leider nie bei den Themen, die mir viel wichtiger sind - beispielsweise den Zuständen, die Millionen Uralte und Pflegebedürftige jeden Tag in Heimen zu ertragen haben, beispielsweise beim deutschen Waffenexportwahn oder der hochgradigen Absurdität, daß der deutsche Steuerzahler (außer der Kirchensteuer) noch einmal 14 Milliarden Euro jedes Jahr für die Privilegien der Christenorganisation rausblasen.
Ich will verdammt noch mal nicht mehr die Gehälter von menschenverachtenden Rechtsradikalen wie Bischof Mixa oder Kardinal Meisner mitbezahlen.
Moderate Kürzungen bei Alg-I und Alg-II lassen meine Cortisolpegel nicht explodieren.
Es geht hier weitgehend um befristete Kürzungen der Bezüge von 10% oder 20%.
Es trifft Gesunde und Arbeitsfähige, die den Anforderungen der Ämter nicht nachkommen, indem sie beispielsweise keine Bewerbungen schreiben.
In der Regel handelt es sich aber um Nichteinhaltung von Terminen.
Gerade die unter 25-Jährigen haben es nämlich keineswegs nötig zu Fortbildungen und Gesprächsterminen auch zu erscheinen.
Sorry, bei aller Liebe, aber wenn so ein ARGE-Mensch permanent von seinem Klienten versetzt wird, dann soll er dem auch mal zehn Prozent abziehen dürfen.
Ich ziehe eigentlich eher den umgekehrten Schluß - nicht, daß diese Kürzungen asozial und unzumutbar wären, sondern daß sie eher noch zu harmlos sind.
Offenbar sind die absolut verhängten Sanktionen von 2007 und 2008 auf ganz ähnlichem Niveau.
Die Sanktionen sind keineswegs deutlich zurück gegangen.
Also haben diejenigen, die schon 2007 phasenweise mit 90% oder 80% ihrer Bezüge auskommen mußten, nicht die Konsequenz daraus gezogen zukünftig zu allen Terminen zu erscheinen, um keine neuen Kürzungen zu riskieren.
Der Leidensdruck ist also nicht besonders groß.
Damuß Luft im System sein.
Ich kann mir keinesfalls vorstellen, daß eine alleinerziehende Mutter ohne das geringste andere Einkommen, die den ganzen Monat mit 700 Euro auszukommen hat, genauso gut alle ihre Unkosten mit 630 Euro (-10%) oder 560 Euro (-20%) decken kann.
Die 70, bzw 140 Euro dürften richtig schmerzhaft sein.
Wer hingegen wiederholt riskiert um 10 oder 20 Prozent gekürzt zu werden, muß über weitere Finanzquellen verfügen.
Soweit meine sicher zu pauschale These.
Bei der Abstimmung darüber wurde ich nicht gefragt, weil ich viel zu unwichtig bin, aber die Koordinaten sind mir inzwischen deutlich geworden:
1.) Zensursula ist scheiße
2.) Wolfgang Schäuble ist ein antidemokratischer Verfassungsschleifer.
3.) Schröder, Steinmeier und Co haben sich am Sozialsystem versündigt - die Agenda 2010 ist durch und durch schlecht.
4.) Israel ist böse, alle Palästinenser sind lieb.
5.) Mainstreammedien sind grundsätzlich unseriös.
6.) Politiker streben nach Dienstwagen und werden viel zu hoch bezahlt.
7.) Alles aus Amerika ist schlecht.
8.) Die Netizens sind bessere Menschen, als die Offline-Konsumenten.
Wie mich das nervt.
Punkt 1) und 2) unterschreibe ich gerne.
Zum Thema Hartz-System mag ich im Moment nicht rumnölen, solange Guido W. diesen Bonbon gerade rundlutscht.
Die Anti-SPD-Propaganda von ganz links hat Schwarz-Gelb erst ans Ruder gebracht.
Die Kurzsichtigkeit der Wähler, die Grüne und (in Westdeutschland) Linke mit der Erststimme gewählt habe, brachte der Union 24 Überhangmandate.
Die Grünen plakatierten streckenweise ausdrücklich: Schwarz-Gelb verhindern! Die Linkspartei wollte das auch. Doch dazu hätten ihre und die Wähler der Grünen ihre Erststimmen SPD-Direktkandidaten geben müssen. Stattdessen wählten sie massenhaft mit beiden Stimmen Grün oder Dunkelrot – und halfen damit Schwarz-Gelb noch komfortabler ins Amt
kritisiert Frau Gaschke ganz richtig in der ZEIT.
Zehn Millionen Wähler sind der SPD seit 1998 weggelaufen.
Nach den einschlägigen Analysen, sind sie von Hatz-IV und Rente mit 67 so genervt, daß sie inzwischen durch Wahlenthaltung lieber Westerwelle und Merkel an die Hebel der Macht schicken.
Ich verstehe den Aufreger „Rente mit 67“ nicht.
Derzeit beträgt das durchschnittliche Renteneintrittsalter 63 Jahre.
Laut statistischem Bundesamt lebt derzeit eine Frau in dem Alter noch gute 22 Jahre, ein Mann 19.
Daß hier ein Finanzproblem auftritt, scheint mir vollkommen offensichtlich angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft.
Daß die SPD hier Handlungsbedarf sah, liegt doch offensichtlich nicht daran, daß Münte und Co böse Menschen sind, die aus sadistischen Erwägungen heraus ihre Wähler piesacken.
Schröder hätte sicherlich auch lieber fromme Wohltaten à la Blüm; „die Rente is sichä“, unter das Volk gestreut.
Aus der Tatsache, daß er sich aber an der Realität orientierte, wird ihm jetzt ein Strick gedreht.
Im Gegensatz zum Krankenversicherungssystem, das extrem kompliziert ist, kann doch jeder Hongo einsehen, daß es bei der Rente ein Problem gibt, wenn immer weniger Leute einzahlen und immer mehr Senioren ausgezahlt bekommen.
Außerdem war da 1989/90 irgendwas los, wenn mich ich recht erinnere.
Natürlich können die Ex-DDR’ler nichts dafür, daß sie im einem System gearbeitet haben, daß keine Kapitalvorsorge getroffen hat.
Aber da wir jetzt nun einmal ein Land sind, gibt es eine Menge Rentner in Ostdeutschland, die nie etwas in westdeutsche Rentenkassen eingezahlt haben.
Ostdeutsche Frauen bekommen sogar signifikant mehr Rente als ihre westdeutschen Geschlechtsgenossinnen, da sie viel häufiger und länger berufstätig waren.
Daß ich das Hartz-IV-System nicht verstehe, habe ich in einem anderen Post bereits ausführlich beschrieben.
Offenbar gibt es da Verlierer, wie alleinerziehende Mütter, die kaum über die Runden kommen, während eine fünfköpfige Hartz-Familie netto sogar deutlich mehr hat, als ein Handwerker, der nach Tariflohn bezahlt wird und davon Frau und drei Kinder ernähren will.
Buschkowsky sagt, daß gewisse Hartz-Familien ihr Einkommen über die Kopfzahl steuern, während der Arbeiter diese Freiheit nicht hat, da er mehr Variablen, wie die Miete zu berücksichtigen hat.
Als Politbeobachter ärgert mich das Dilemma:
Völlig unverantwortliche Prekariatler, die fünf, acht oder zehn Kinder bekommen, kann man nicht sanktionieren, da Geldkürzungen deren Kinder träfen, die aber nichts für ihre Situation können und bei noch weniger Haushaltseinkommen noch schlechtere Zukunftschancen hätten.
Andererseits kann man aber auch Menschen nicht davon abhalten Kinder zu bekommen.
Praktikable politische Daumenschrauben gibt es bei dem derzeitigen Sytem nicht.
Natürlich ist das System daher SCHLECHT.
2 Beispiele:
Es werden riesige Milliardenbeträge unter dem Oberbegriff „Familienförderung“ ausgegeben, die in Wahrheit nur Streicheleinheiten für die Reichsten sind.
So profitieren von dem Ehegattensplitting die Menschen, die einen Schein vom Standesamt haben - und nicht die Kinder.
Auch Kinderlose, Sterile und 70-Jährige splitten - ohne daß der Geldsegen tatsächlich Kindern zu Gute käme.
Ähnlich bekloppt ist das Gießkannen-artige Ausschütten von Kindergeld auch an Millionäre und Milliardäre.
Die Kinder von den Albrechts, Ottos, Quandts, Schaefflers haben keinerlei Vorteil durch Kindergeldzahlungen.
Wieso bekommen Deutschlands Steinreichste solche Zuwendungen?
Diese verplemperten Milliarden sollte man dringend einsparen und stattdessen den armen Kindern zukommen lassen und zwar nicht als Zusatzschecks, sondern in Form von wesentlich besserer Förderung (Gesundheit, Ganztagsschulen, Kitas, ..)
Das Ehegattensplitting zu beklagen ist aber müßig.
Solange die CDU was zu sagen hat, wird es da keine Abstriche geben, da es genau ihre Hauptwählerklientel träfe - ältere, gutverdienende Verheiratete.
Die CDU hatte auch in den Jahren 1998 - 2005 über ihre Dominanz in den Ländern stets genug Macht, um diese Milliardenumleitungen an ihre Wähler zu erhalten und am 27.09.2009 wurde das System noch einmal zementiert.
Die Wähler haben gesprochen und wollten mehrheitlich Guidola Merkelwelle.
Die linke Mehrheit ist nun nicht mehr nur theoretisch, sondern auch praktisch futsch.
Nun haben wir die Konsequenzen zu tragen.
„Blogtivisten“ machen nun, NACH der Wahl Alarm und empören sich über die Hartz-IV-Sanktionierungen.
Es geht darum, daß Sanktionierungsmaßnahmen der Ämter reihenweise an den Hartzgeldern herum kürzen.
Als Blogger soll man sich daher der Petition „Arbeitslosengeld II - Abschaffung der Sanktionen nach § 31 SGB II vom 20.08.2009“ anschließen, da diese Einschnitte unerträglich wären.
Eine Bundestagsdrucksache nennt Daten:
In den Jahren 2007 und 2008 wurden insgesamt 806 000 beziehungsweise 789 000 Sanktionen gegenüber erwerbsfähigen Hilfebedürftigen ausgesprochen, davon 275 000 beziehungsweise 256 000 an unter 25-Jährige und 531 000 beziehungsweise 533 000 an 25-Jährige und Ältere.
Die „Blogtivisten“ stellen Banner („Sanktionen wegbloggen“) und ähnliches zur Verfügung.
Ich weise hiermit zwar auf diese Aktion hin, schließe mich der Forderung aber ausdrücklich nicht an.
Zum einen finde den selbstverliebten Ausdruck „Blogtivisten“ derartig bekloppt, daß ich mich schon allein deswegen davon fernhalte.
Zum anderen stellt sich bei mir angesichts der großpolitischen Lage ob dieser Praxis einfach nicht genug Empörungspotential ein.
Die Blogtivisten starten solche konzertierten Aktionen leider nie bei den Themen, die mir viel wichtiger sind - beispielsweise den Zuständen, die Millionen Uralte und Pflegebedürftige jeden Tag in Heimen zu ertragen haben, beispielsweise beim deutschen Waffenexportwahn oder der hochgradigen Absurdität, daß der deutsche Steuerzahler (außer der Kirchensteuer) noch einmal 14 Milliarden Euro jedes Jahr für die Privilegien der Christenorganisation rausblasen.
Ich will verdammt noch mal nicht mehr die Gehälter von menschenverachtenden Rechtsradikalen wie Bischof Mixa oder Kardinal Meisner mitbezahlen.
Moderate Kürzungen bei Alg-I und Alg-II lassen meine Cortisolpegel nicht explodieren.
Es geht hier weitgehend um befristete Kürzungen der Bezüge von 10% oder 20%.
Es trifft Gesunde und Arbeitsfähige, die den Anforderungen der Ämter nicht nachkommen, indem sie beispielsweise keine Bewerbungen schreiben.
In der Regel handelt es sich aber um Nichteinhaltung von Terminen.
Gerade die unter 25-Jährigen haben es nämlich keineswegs nötig zu Fortbildungen und Gesprächsterminen auch zu erscheinen.
Sorry, bei aller Liebe, aber wenn so ein ARGE-Mensch permanent von seinem Klienten versetzt wird, dann soll er dem auch mal zehn Prozent abziehen dürfen.
Ich ziehe eigentlich eher den umgekehrten Schluß - nicht, daß diese Kürzungen asozial und unzumutbar wären, sondern daß sie eher noch zu harmlos sind.
Offenbar sind die absolut verhängten Sanktionen von 2007 und 2008 auf ganz ähnlichem Niveau.
Die Sanktionen sind keineswegs deutlich zurück gegangen.
Also haben diejenigen, die schon 2007 phasenweise mit 90% oder 80% ihrer Bezüge auskommen mußten, nicht die Konsequenz daraus gezogen zukünftig zu allen Terminen zu erscheinen, um keine neuen Kürzungen zu riskieren.
Der Leidensdruck ist also nicht besonders groß.
Damuß Luft im System sein.
Ich kann mir keinesfalls vorstellen, daß eine alleinerziehende Mutter ohne das geringste andere Einkommen, die den ganzen Monat mit 700 Euro auszukommen hat, genauso gut alle ihre Unkosten mit 630 Euro (-10%) oder 560 Euro (-20%) decken kann.
Die 70, bzw 140 Euro dürften richtig schmerzhaft sein.
Wer hingegen wiederholt riskiert um 10 oder 20 Prozent gekürzt zu werden, muß über weitere Finanzquellen verfügen.
Soweit meine sicher zu pauschale These.
Mittwoch, 7. Oktober 2009
Alle Achtung
Die dickleibigen Bubenstreichler der angelsächsischen Episkopate kommen nicht zur Ruhe.
Reihenweise poppten pädophile Priester ihre Bistümer in die Pleite.
Da dürfte der jüngste Fall des kanadischen Bischofs Raymond Lahey für Erleichterung sorgen.
Er hat offenbar nie selbst Hand an kleine Jungs angelegt, sondern lediglich seinen Computer zu Masturbationszwecken mit Kinderpornos vollgeladen.
Radio Vatikan ist zwar offiziell empört, aber die Herren in Rom vergessen nicht zu erwähnen, daß sie in dieser causa wenigstens billig wegkommen:
Unterdessen erklärt Erzbischof Anthony Mancini von Halifax, der zum Administrator von Laheys Diözese Antigonish ernannt wurde, die Kirche werde nicht Laheys Anwaltskosten übernehmen. Dieser habe auch nicht um solche Unterstützung gebeten. Lahey, der Ende vergangener Woche gegen Kaution auf freien Fuß kam, muss offenbar am 4. November vor Gericht erscheinen.
Die ersten Klagen wegen Bischofs Laheys pädophiler Neigungen gab es übrigens in den 80er Jahren - da muß man dem Vatikan gratulieren:
Für römische Verhältnisse ist es eine durchaus fixe Reaktion, daß so ein Mann schon nach einem Vierteljahrhundert entlassen wird.
Die Kathologewaltigen scheint es erheblich zu nerven, daß ihr offenbar übliches Verhalten neuerdings immer so teure Folgen hat.
Der Vorsitzende der kanadischen Bischofskonferenz, Erzbischof James Vernon Weisgerber, verlangte eine gründliche juristische Aufklärung der Vorwürfe gegen Lahey. Dieser hatte im August Schlagzeilen gemacht, als er einem Vergleich zustimmte, bei dem Opfern von Kindesmissbrauch durch einen Priester hohe Schadenersatzsummen gezahlt wurden. Seine Diözese akzeptierte in dem Vergleich die Zahlung von umgerechnet knapp neun Millionen Euro an die mehr als ein Dutzend Opfer. Lahey äußerte damals die Hoffnung, dass er nie mehr mit solchen verabscheuungswürdigen Verhaltensweisen konfrontiert sein werde.
Nun sind die sexuellen Übergriffe auf Kinder durch katholische Geistliche im Grunde kein Aufreger mehr - der Abuse Tracker meldet im Stundentakt neue Fälle.
Der Vatikan denkt gar nicht daran etwas dagegen zu unternehmen, indem er beispielsweise den Zölibat aufgäbe.
Wenn man nicht gerade selbst zu den gerapten Kindern gehört, kann man mithilfe einer ordentlichen Portion Zynismus froh über die römisch-katholischen Grabscher in den Kleidchen sein:
Sie erhöhen die Kirchenaustrittszahlen und geben wunderbaren Stoff für Comediens ab:
Radio Vatikan weiß was zu tun ist:
Vertuschen!
Die US-amerikanische Bischofskonferenz plädiert für einen vorsichtigen Umgang mit den Dokumenten in Fällen sexuellen Missbrauchs. Daten dürften bis zum Ende der laufenden Pädophilie-Prozesse der Öffentlichkeit vorenthalten werden.
Bei so viel Nabelschau der per se unverheirateten Kirchenoberen, muß man es bewundern, daß sie Zeit finden wesentliche sexuelle Angelegenheiten der Nichtzölibatären zu regeln!
Britische Katholen forderten Ehepaare eindringlich dazu auf, vorm Poppen gemeinsam zu beten.
Schließlich sei Gott Liebe.
Für alles Fleischliche sind die Experten von den Kirchenkanzeln immer so lebensnah!
Da ich selbst unverheiratet bin und dementsprechend natürlich streng zölibatär lebe, kann ich mir nicht recht vorstellen, wie das praktisch zugeht in den Ehebetten.
Wann und wie genau hat man diese präsexuellen Gebete durchzuführen?
Ist das wie mit Kondomen unmittelbar vor der Penetration, oder eher wie beim Schaumovolum eine Stunde vorher?
Kann man beim Sexgebet mit dem Messwein auch gleich eine Viagra schlucken?
Ich stelle es mir praktischer vor, wenn man das GV-Stoßgebet prophylaktisch anwenden könnte - wie ein Diaphragma.
Immerhin ist es ein Fortschritt bei der Geschlechtergleichberechtigung, daß diese Vorbereitungsgottesanrufungen nicht wieder hauptsächliche Frauensache sind.
Welche Worte man genau an Gott zu richten hat in dem Fall, daß man spitz wie Nachbars Lumpi wird und die Ehefrau versichert keine Kopfschmerzen zu haben, geben die Briten glücklicherweise genau in einem Buch bekannt: "Prayer Before Making Love," appears in the Prayer Book for Spouses, published by the London-based Catholic Truth Society.
Die 64-Seitige Gebetsbroschüre empfiehlt als präkopulativen Wortlaut:
Ich bin begeistert! Einfach toll, welch praktische Lebenshilfe die katholische Kirche bietet.
Wer (außer mir - weil ich zölibatär bin) kennt nicht die lästige Situation, daß man gerne sexuell aktiv werden möchte, aber gerade nicht das passende Gebet dafür weiß!
Erstaunlich, daß sich die Menschheit vor dem Erscheinen dieses großartigen Buches überhaupt vermehrt hat!
Reihenweise poppten pädophile Priester ihre Bistümer in die Pleite.
Da dürfte der jüngste Fall des kanadischen Bischofs Raymond Lahey für Erleichterung sorgen.
Er hat offenbar nie selbst Hand an kleine Jungs angelegt, sondern lediglich seinen Computer zu Masturbationszwecken mit Kinderpornos vollgeladen.
Radio Vatikan ist zwar offiziell empört, aber die Herren in Rom vergessen nicht zu erwähnen, daß sie in dieser causa wenigstens billig wegkommen:
Unterdessen erklärt Erzbischof Anthony Mancini von Halifax, der zum Administrator von Laheys Diözese Antigonish ernannt wurde, die Kirche werde nicht Laheys Anwaltskosten übernehmen. Dieser habe auch nicht um solche Unterstützung gebeten. Lahey, der Ende vergangener Woche gegen Kaution auf freien Fuß kam, muss offenbar am 4. November vor Gericht erscheinen.
Die ersten Klagen wegen Bischofs Laheys pädophiler Neigungen gab es übrigens in den 80er Jahren - da muß man dem Vatikan gratulieren:
Für römische Verhältnisse ist es eine durchaus fixe Reaktion, daß so ein Mann schon nach einem Vierteljahrhundert entlassen wird.
Die Kathologewaltigen scheint es erheblich zu nerven, daß ihr offenbar übliches Verhalten neuerdings immer so teure Folgen hat.
Der Vorsitzende der kanadischen Bischofskonferenz, Erzbischof James Vernon Weisgerber, verlangte eine gründliche juristische Aufklärung der Vorwürfe gegen Lahey. Dieser hatte im August Schlagzeilen gemacht, als er einem Vergleich zustimmte, bei dem Opfern von Kindesmissbrauch durch einen Priester hohe Schadenersatzsummen gezahlt wurden. Seine Diözese akzeptierte in dem Vergleich die Zahlung von umgerechnet knapp neun Millionen Euro an die mehr als ein Dutzend Opfer. Lahey äußerte damals die Hoffnung, dass er nie mehr mit solchen verabscheuungswürdigen Verhaltensweisen konfrontiert sein werde.
Nun sind die sexuellen Übergriffe auf Kinder durch katholische Geistliche im Grunde kein Aufreger mehr - der Abuse Tracker meldet im Stundentakt neue Fälle.
Der Vatikan denkt gar nicht daran etwas dagegen zu unternehmen, indem er beispielsweise den Zölibat aufgäbe.
Wenn man nicht gerade selbst zu den gerapten Kindern gehört, kann man mithilfe einer ordentlichen Portion Zynismus froh über die römisch-katholischen Grabscher in den Kleidchen sein:
Sie erhöhen die Kirchenaustrittszahlen und geben wunderbaren Stoff für Comediens ab:
Radio Vatikan weiß was zu tun ist:
Vertuschen!
Die US-amerikanische Bischofskonferenz plädiert für einen vorsichtigen Umgang mit den Dokumenten in Fällen sexuellen Missbrauchs. Daten dürften bis zum Ende der laufenden Pädophilie-Prozesse der Öffentlichkeit vorenthalten werden.
Bei so viel Nabelschau der per se unverheirateten Kirchenoberen, muß man es bewundern, daß sie Zeit finden wesentliche sexuelle Angelegenheiten der Nichtzölibatären zu regeln!
Britische Katholen forderten Ehepaare eindringlich dazu auf, vorm Poppen gemeinsam zu beten.
Schließlich sei Gott Liebe.
Für alles Fleischliche sind die Experten von den Kirchenkanzeln immer so lebensnah!
Da ich selbst unverheiratet bin und dementsprechend natürlich streng zölibatär lebe, kann ich mir nicht recht vorstellen, wie das praktisch zugeht in den Ehebetten.
Wann und wie genau hat man diese präsexuellen Gebete durchzuführen?
Ist das wie mit Kondomen unmittelbar vor der Penetration, oder eher wie beim Schaumovolum eine Stunde vorher?
Kann man beim Sexgebet mit dem Messwein auch gleich eine Viagra schlucken?
Ich stelle es mir praktischer vor, wenn man das GV-Stoßgebet prophylaktisch anwenden könnte - wie ein Diaphragma.
Immerhin ist es ein Fortschritt bei der Geschlechtergleichberechtigung, daß diese Vorbereitungsgottesanrufungen nicht wieder hauptsächliche Frauensache sind.
Welche Worte man genau an Gott zu richten hat in dem Fall, daß man spitz wie Nachbars Lumpi wird und die Ehefrau versichert keine Kopfschmerzen zu haben, geben die Briten glücklicherweise genau in einem Buch bekannt: "Prayer Before Making Love," appears in the Prayer Book for Spouses, published by the London-based Catholic Truth Society.

Die 64-Seitige Gebetsbroschüre empfiehlt als präkopulativen Wortlaut:
"Father, send your Holy Spirit into our hearts. Place within us love that truly gives, tenderness that truly unites, self-offering that tells the truth and does not deceive, forgiveness that truly receives, loving physical union that welcomes.
"Open our hearts to you, to each other and to the goodness of your will," it says. "Cover our poverty in the richness of your mercy and forgiveness. Clothe us in true dignity and take to yourself our shared aspirations, for your glory, forever and ever. Mary, our mother, intercede for us.
Amen."
"Open our hearts to you, to each other and to the goodness of your will," it says. "Cover our poverty in the richness of your mercy and forgiveness. Clothe us in true dignity and take to yourself our shared aspirations, for your glory, forever and ever. Mary, our mother, intercede for us.
Amen."
Ich bin begeistert! Einfach toll, welch praktische Lebenshilfe die katholische Kirche bietet.
Wer (außer mir - weil ich zölibatär bin) kennt nicht die lästige Situation, daß man gerne sexuell aktiv werden möchte, aber gerade nicht das passende Gebet dafür weiß!
Erstaunlich, daß sich die Menschheit vor dem Erscheinen dieses großartigen Buches überhaupt vermehrt hat!
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