TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!
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Sonntag, 12. Februar 2012

Althergebrachtes


Die heutige Jugend nennt Dämonen, Vampire und Geister in einem Atemzug.
Sie sind vertraut aus Film und Fernsehen. Buffy, Angel, True Blood, Bella & Edward: Draculas bis zum Abwinken.
Die etwas ältere Generation kann das nicht verstehen. 
Was ist das mit diesem Dämonen- und Phantasy-Wahn heutzutage? Können sich diese modernen Drehbuchautoren nicht mal was anderes ausdenken? Ist nicht mal langsam gut mit dem neumodischen Kram?

Nö.

Der Kram ist nämlich nicht neu, sondern uralt.
„Die Lehre der katholischen Kirche zum Bösen ist seit Jahrhunderten unverändert“, erläuterte der Theologieprofessor Barrajón.

Barrajón kennt ihr nicht? Macht nichts, erkläre ich euch:

Pedro Barrajón, Exorzistenausbilder ist Professor für Bioethik, Rektor des Päpstlichen Athenäums Regina Apostolorum, korrespondierendes Mitglied der Päpstlichen Theologischen Akademie und Leiter eines vatikanischen Kurses für angehende Exorzisten.

Gott schuf nicht nur Menschen, Schlangen, den Hirschhornkäfer und die Runkelrübe, sondern auch Geister.
Die Geister unterteilen sich wiederum in Engel, Dämonen und Teufel.

Und um auch das vorweg zu nehmen: Gott schuf das Böse, weil er so gut ist und uns die Wahl lassen wollte.
So ein Altruist!

Barrajón: Er hat alles geschaffen. Nach christlicher Tradition sind Dämonen und Teufel gefallene Engel. Es sind Engel, die gegen Gott revoltiert haben und weiter rebellieren seit Beginn der Schöpfung.

Welt Online: Wie konnte Gott das Böse dann überhaupt je zulassen?

Barrajón: Unserer Freiheit zuliebe! Das Böse ist notwendig an das Geschenk der Freiheit geknüpft. Gott hat den Menschen frei geschaffen. In der Abwägung zwischen der Zulassung des Bösen und der Gabe der Freiheit hat er sich für die Freiheit entschieden. Ohne die Möglichkeit der freien Wahl zum Guten oder Bösen gibt es keine Freiheit.
Das heißt: Gott schätzt die Freiheit höher als all unsere Sünden. Tiere sind nie böse - sie sind aber auch nie frei. Mit der Freiheit hat Gott uns über die Tiere erhoben.

Welt Online: Wie müssen wir uns die reinen Geister vorstellen?

Barrajón: Sie haben Willen. Sie haben Intelligenz. Aber sie haben keine Sinne. Sie haben keinen Körper.

Der Exorzismus ist ebenfalls keine etwas überdramatisierte Horror-Vorstellung aus Splatterfilmen, sondern seit Jahrhunderten Realität. 
Kein Geringerer als Jesus selbst verlangte Dämonen auszutreiben.
Der Exorzismus ist Befreiungsdienst vom Einfluss des Bösen, den Jesus Christus ausgeübt und mit dem Er seine Jünger mit diesen Worten betraut hat: „Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!“ (Mt 10:8).

 Papst Ratzinger findet es super und hat während seines Pontifikats selbst ein bißchen exorziert.

Das berichtet der Vatikanische Chef-Exorzist Gabriele Amorth in seinem neuen Buch „Der letzte Exorzist“, aus dem ein italienisches Magazin Auszüge veröffentlichte.
Zwei von Dämonen und Teufeln Besessene rasteten während der Generalaudienz 2009 in Rom regelrecht aus.

Den Auszügen zufolge wurden die beiden Männer, die nur mit ihrem Vornamen Giovanni und Marco genannt wurden, immer erregter, während sie bei der Audienz auf die Ankunft des Papstes warteten. Zwei Helferinnen hatten die Männer auf den Petersplatz gebracht, wo sie sich auf den Plätzen für Behinderte einrichteten, berichtete Amorth.
Der Schilderung des katholischen Priesters zufolge, warfen sich die Männer auf den Boden, schlugen die Köpfe auf die Erde und begannen zu brüllen, als Benedikt XVI. sich in seinem Jeep näherte. Als der Papst seinen Arm zum Segen erhob, habe die Männer ein Schlag getroffen, der sie drei Meter zurückgeschleudert habe. Anschließend hätten sie sich beruhigt.

Ein Teufelskerl, dieser Ratzinger-Sepp! Was der alles vermag!

Deutsche wissen eben wie man den rechten Arm wirkungsvoll ausstreckt.

Dämonen loszuwerden ist in der Regel schwieriger und erfordert eine lange Ausbildung.

In der Piusbruderschaft, den von Ratzi umworbenen holocaustleugnerophilen Homophoben gehört die Weihe zum Exorzisten immer noch zu den normalen niederen Weihen auf dem Weg ins Priesteramt.
Folgerichtig hat der Leiter des Priesterseminars der Bruderschaft, Pater Stefan Frey letzten Donnerstag sechs Studenten zu Exorzisten geweiht.

Bei einem Exorzismus sollen nach katholischer Lehre Dämonen und Geister vertrieben oder ferngehalten werden. Die Kirche beruft sich dabei auf Jesus Christus selbst, der laut den Evangelisten auch Dämonen ausgetrieben hat. „Von ihm hat die Kirche Vollmacht und Auftrag, Exorzismen vorzunehmen“, heißt es im Katechismus der katholischen Kirche.

Wer führt Exorzismen aus? Was ist ein Exorzist?

Die Autorität der Sakramentalie und der Charakter des Exorzismus verlangen vom Exorzismusdienst, dass er so ausgeführt wird, wie Jesus seine Jünger belehrt hat: im Geist des Gehorsams und gemäß der Kirchenpraxis. Der Exorzist in der Kirche ist entweder Ortsbischof oder ein von ihm designierter Priester, der eine spezielle Genehmigung für die Exorzismenausführung bekommt.

Verlauf des Exorzismus

Die Sakramentalie des Exorzismus wird gemäß den Anordnungen vom Rituale Romanum gespendet. Die Exorzismen finden an einem abgeschiedenen Platz statt, z.B. in einer Kapelle oder in einem entsprechenden Raum, wo sich gewöhnlich Bilder von Gekreuzigtem Heiland, Unserer Lieben Frau und Engeln befinden. Außer dem Priester-Exorzist können am Exorzismus die Priester und Laien teilnehmen, die die Aufgabe haben, in Intention der besessenen Person zu beten und dem Priester – falls es nötig wird – zu helfen. Sie dürfen aber keine Exorzismusformel aussprechen.

Zum Glück haben die Guten die Jungfrau Maria auf ihrer Seite - denn noch nicht mal Geister oder Dämonen wagen es sie zu beleidigen.

Barrajón: Am Ende sagt der Priester zu dem Dämon: Geh weg! Verschwinde! Meistens antwortet der Dämon dann zuerst: Nein. Ich will nicht. Er rebelliert und revoltiert. Manchmal sagt er: Du hast keine Macht über mich. Du bist ein Nichts für mich. Nach und nach läßt dann sein Widerstand nach. Meistens geschieht dies nach Anrufungen der Gottesmutter, die dafür sehr wichtig ist. Kein Dämon wagt jemals, sie in einem Exorzismus zu beleidigen. Nie.

DIE WELT: Hat er vor Maria mehr Respekt als vor Gott selbst?

Barrajón: Offensichtlich. Sonst werden alle beleidigt: die Priester, alle, die zugegen sind, die Bischöfe, der Papst, sogar Jesus Christus, doch nie die Jungfrau Maria. Es ist ein Mysterium.

Rätsel über Rätsel.....

Da wir nun wissen, wie man das Böse loswird, bleibt noch die Frage woher das Böse überhaupt kommt.

Dazu komme ich noch einmal auf Professor Barrajón zurück, der als absoluter Experte erklären kann woher Geister und Dämonen stammen.

Im Interview mit dem einzigen noch schwerer religiotischen Journalisten als Matthias Matussek, nämlich Springers Vaticanisti Paul Badde, erhellte Barrajón meinen Geist.

Nach christlicher Tradition sind Dämonen und Teufel „Engel, die gegen Gott revoltiert haben und weiter rebellieren seit Beginn der Schöpfung“. Gott habe das Böse „unserer Freiheit zuliebe“ zugelassen, denn „ohne die Möglichkeit der freien Wahl zum Guten oder Bösen gibt es keine Freiheit“. Wurden die Engel geschaffen, dann wurden „folglich auch gefallene Engel“ geschaffen, „folglich auch die Hölle. Es ist keine Selbstschöpfung. Die Hölle ist auch kein Platz, es ist ein Zustand. Es ist der Zustand, in dem die Dämonen zu sich selbst finden: in ihrem Haß gegen Gott“.

Wie bemerkt man, daß ein echter Dämon am Werk ist, der nur von einem Katholischen Priester ausgetrieben werden kann?
Wenn ein Mensch verwirrt wirkt, könnte er ja auch ganz normal verrückt sein, oder eine schlechten Trip geschluckt haben.

Barrajón: Der neue Ritus des Exorzismus faßt die Kriterien für den Fall der Besessenheit sehr klar zusammen. Das Deutlichste ist für mich als Priester die tiefe Aversion gegen heilige Objekte, wie das Kreuz, der Rosenkranz oder Kreuzzeichen. Auch die Aversion gegen das Wort Gottes, bei deren Lektüre solche Personen ganz nervös werden. Weniger wichtige Kennzeichen sind übernatürliche Fähigkeiten, die diese Personen plötzlich entwickeln können. Daß sie Fremdsprachen sprechen, die sie nie gelernt haben. Daß sie sogar levitieren: daß sie schweben und die Schwerkraft überwinden können. Manchmal werden sie unerklärlich stark und gewalttätig.
(Welt 03.02.12)

Vielleicht sollten sich die konservativ-frommen Elterninitiativen, die für Verbote blasphemischer Werke wie „Harry Potter“ oder „Biss zum Abendbrot“ noch mal vergegenwärtigen, welche Splatterstories Kirche und Bibel lehren.

Sonntag, 22. Januar 2012

Schlimme Nacht.

Wie das so eben manchmal ist am Sonntag.
Man wacht mit Kopfschmerzen und alptraumgeschwängert auf.
Die Details der vergangen 24 Stunden werden einem erst kleckerweise klar. In Abhängigkeit von den Ausschweifungen, die peu à peu ins Bewußtsein schießen, empfindet man den dicken Schädel als mehr oder weniger gerechte Strafe. Das kommt eben davon, wenn man gesundheitswidrig gefährliche Substanzen konsumiert.
Geht es einem sehr schlecht, beginnt man a posteriori zu bereuen.
War es das gestrige Vergnügen wirklich wert sich heute so elend zu fühlen?

Heute muß ich die Frage wohl verneinen.

Unendlichen Spaß hatte ich nicht, indem ich mir bis heute Morgen um sechs Uhr die Berichterstattung über die republikanischen Vorwahlen in South Carolina reinzog.
Mannometer, man WEISS ja eigentlich wie widerlich Santorum und Gingrich sind, aber wenn man dann ihre Jubelreden anhört, ihre grausliche Sippschaft betrachtet, ihr debiles Grinsen, das fanatische Applaudieren der gehirnextrahierten follower und das eingefrorene fratzenhafte Lachen der blondhelmfrisierten Ehefrauen mit ansehen muß, weiß man, daß man gerade einen ganz üblen Trip geschluckt hat.

Man lernt auch nie aus.
Bis letzte Nacht hatte ich eigenartigerweise gar nicht seine beiden törichten Töchter, die aus der ersten Beziehung des Molchs mit seiner früheren Highschoollehrerin stammen, auf dem Zettel.
Was für eine Brut.
Kathy Gingrich Lubbers (*1963) is president of Gingrich Communications and Jackie Gingrich Cushman (*1966) is an author, conservative columnist, and political commentator.

Santorums Frau Karen hat dem Opus Dei-Fan sogar schon neun Kinder geboren, von denen aber nur noch sieben leben.

In 2008 at the age of 48, Karen gave birth to her eighth child Isabella. She was diagnosed with Trisomy 18 Edwards syndrome. […] In 1996, the Santorums' son Gabriel was born prematurely and died two hours later. Karen wrote that she and Rick brought the deceased infant home from the hospital and introduced him to their children as "your brother Gabriel", before having the infant buried. (Wiki)

Glücklicherweise sind die Mini-Santorums noch nicht alt genug eigene politische Statements abzugeben.
Sie müssen stattdessen wie die Orgelpfeifen aufgereiht in Einheits-Pullundern bemüht dauergrinsend hinter ihrem Papi stehen, wenn dieser eine seiner durchaus interessanten Reden hält.

Natürlich nicht „interessant“ im eigentlichen Sinne. Aber ich vertreibe mir bei ihm immer die Zeit damit zu notieren, wie viele Sätze er sagen kann, die NICHT GELOGEN sind.
Gestern erreichte er eine Null.

In dieser Disziplin war ihm Gingrich allerdings ebenbürtig, der insbesondere vor einer „bigoted anti-religious elite“ in Washington warnte.

One of the key issues is the growing anti-religious bigotry of our elites and if you get a chance, if you go to newt.org, my campaign site, there’s a fifty four page paper there on the balance of power, putting the judiciary back in its proper role and eliminating dictatorial religious bigots such as Judge Biery in San Antonio who issued a ruling that if the students, not only could the students not pray at their graduation, if they used the word benediction, the word invocation, the word god, asked the audience to stand or asked for a moment of silence, he would put the superintendent in jail.
Now, we don’t have speech dictatorship in America by anti-religious bigots, period.
(Newt Gingrich 22.01.2012)

Den Pädosexuellen-Protektor aus Rom hat der manische Molch schon mal auf seiner Seite.

Die Katholiken in den USA müssten sich der "schwerwiegenden Bedrohungen durch einen radikalen Säkularismus" bewusst werden, sagte der Papst am Donnerstag vor US-Bischöfen im Vatikan. Der ethische Grundkonsens der US-amerikanischen Gesellschaft sei von einflussreichen neuen kulturellen Strömungen schon beträchtlich unterhöhlt worden, so Benedikt XVI. in seiner Ansprache weiter. Diese richteten sich nicht mehr nur gegen die Moralvorstellungen der christlich-jüdischen Tradition, sondern auch gegen das Christentum insgesamt.
(Papst Benedikt 22.01.12)

Santorum, der zweite Katholik im Rennen, ist ebenfalls längst der Realpolitik entflohen und gibt sich als frommer Kämpfer eines imaginären Bürgerkriegs gegen die kommunistische Bürokraten-Krake in Washington.

Sein Standard-Satz „I Come from that Area of PA that ‘Holds on Tightly to Their Guns and Their Bibles“ genügt, um seine debilen Epigonen in frenetischen Applaus und eruptive “We Pick Rick”-Rufe ausbrechen zu lassen.

Frontrunner Romney hat unterdessen unerwartete Probleme.
Einerseits gelten Mormonen den Evangelikalen nicht als richtige Christen und dann ist noch diese dumme Sache mit dem französisch rausgekommen.

Ob er den Satz 'let them eat cake' auch auf Französisch sagen könne, wurde der Multimillionär gefragt. Er könne schon, aber er werde nicht, grummelte Romney - aber da war das Kind schon im Brunnen. Ein Republikaner, der Fremdsprachen spricht und dann auch noch das schwule französisch?
So einer gilt bei den Teebeutlern als unwählbar.

Mitt Romney hielt es kürzlich für eine gute Idee, Barack Obama mit Marie Antoinette zu vergleichen. War es aber nicht. Vergleichsfiguren für Ahnungslosigkeit und Arroganz hätte er ja auch in Amerika finden können. Und das Französische blieb nicht an Obama hängen, sondern an ihm selbst.
[…] Romney kann Französisch, weil er vom Sommer 1966 an als junger Mormone im Alter von 19 Jahren seine Missionspflicht in Frankreich erfüllte. Das war auch keine gute Idee. Denn seine Mission, die Franzosen ausgerechnet für eine Religion zu begeistern, die von Wein gar nichts und von vorehelichem Sex noch viel weniger hielt, scheiterte gründlich.
(SZ 19.01.2012)

Gingrichs Super-PACs schlugen sofort zu und bezichtigten Romney der Europafreundlichkeit - ein Todschlagargument im amerikanischen Wahlkampf.
Sie gruben sogar ein Video aus, in dem Romney in dieser fiesen Feigling-Sprache spricht.

Romneys Werte rutschten in den Keller.
Zu Unrecht -„denn das Französisch, das Romney in dem Olympia-Video spricht, kommt in einem so grotesk amerikanischen Tonfall daher, dass er allen Anlass hätte, es als ultimativen Beweis für sein Frankreich-Bashing und seine derzeit zur Schau getragene Verachtung Europas selber unters Volk zu bringen.“
(SZ 19.01.2012)

Der zweite Mormonen-Kandidat mußte ganz aufgeben - er spricht sogar fließend eine zutiefst unamerikanische Sprache und schämt sich noch nicht einmal dafür.

"Mal ganz ehrlich, Herr Huntsman, sprechen Sie wirklich akzentfrei Mandarin?" "Das wird so über mich geschrieben", sagt Jon Huntsman.
"Aber Sie selbst? Was sagen Sie?" "Ja, ich spreche akzentfreies Mandarin."
Er hat geglaubt, er könne sich als Kandidat der Vernunft von den anderen abheben, mit seinem außenpolitischen Fachwissen, das er als Botschafter in China erworben hat, mit seiner Regierungserfahrung als Gouverneur des Mormonen-Staats Utah. Aber sein Kalkül ging nicht auf. Denn Kompetenz allein gilt heute nicht mehr automatisch als Vorteil, sondern im Zweifel als Nachteil, als Arroganz. Inkompetenz und Borniertheit dagegen gehen als Volksnähe durch.
[....Die anderen Kandidaten] leugnen den Klimawandel, sie verlangen, dass die Schöpfungslehre an öffentlichen Schulen gelehrt wird. Sie überbieten sich in irrwitzigen Steuersenkungsversprechen, führen Debatten über Bomben gegen Iran und einen Handelskrieg mit China und unterscheiden sich, was die Einwanderungspolitik betrifft, nur noch in der Frage, wie viele Zäune Amerika an der mexikanischen Grenze bauen soll.
(Spiegel 3/2012)

Nun ist also der Molch an drannsten. Trotz des Votums von fast einhundert ultrakonservativen Christenführern für den katholischen Santorum mit seiner Musterfamilie, hat sich das Charakterschwein Newt zum Favoriten der Ultras gemausert.

Auf den Tag genau 15 Jahre war es am Samstag nämlich her, dass das US-Repräsentantenhaus seinem Sprecher Gingrich wegen Dutzender Ethikverstöße 300.000 Dollar Strafe aufbrummte. Gingrichs Karriere versank in Schimpf und Schande. Doch Amerika liebt zweite Chancen. Gingrichs Gegner zerrten seine Vergangenheit zwar wieder ans Licht. Nicht nur die Sache mit der Ethik. Auch seine Sex-Affären. Seine zwei Ex-Frauen, die er verließ, als sie schwerkrank waren. Seinen Wunsch nach "offener Ehe" - ausgerechnet während er Bill Clinton wegen der Lewinsky-Affäre an den Pranger stellte. Doch in South Carolina interessierte das wenig. Gingrichs moralische Scheinheiligkeit war den Moralaposteln im "Bible Belt" ebenso egal wie Mitt Romneys unbeflecktes Großfamilienidyll.
[…] Gingrich schürt unterschwelligen Rassismus. Er dämonisiert Arme, radikalisiert Minderheiten und zetert gegen Andersdenkende. Seine am Samstag wiederholte Parole, Obama sei ein "Lebensmittelmarken"-Präsident, schlägt in die gleiche Kerbe wie seine frühere Behauptung, Obama verfolge eine "kenianische, antikoloniale" Agenda. Gingrich weiß: Der weiße, rechte Rand ist besessen von Obamas "Andersartigkeit". Dahinter stecken fest verwurzelte Ängste, die Gingrich ausnutzt. Er "artikuliere die tiefsten Werte" Amerikas, prahlte er in seiner Siegesrede am Samstag.
Die sich davon angesprochen fühlen, haben die Wahl Obamas nie verwunden. Das hat die Republikaner auch anderweitig scharf nach rechts gerückt. Alle Kandidaten vertreten früher unhaltbare Positionen, selbst der angeblich so moderate Mitt Romney. Sie wollen Abtreibung illegal machen, die Schwulen-Ehe verbieten, Krieg gegen den Iran führen und Abermillionen Einwanderer wieder ausweisen.
(Sebastian Fischer und Marc Pitzke 22.01.12)

America goes Hungary.

Montag, 14. November 2011

Überflüssige Studien - Teil IV und V

Heute wundere ich mich manchmal über meine frühere Naivität.
Unglaublich was man so als Jugendlicher gedacht hat.
Unlängst fand ich in einem alten Schulheft eine Aufzeichnung von mir, in der ich behauptete Philanthrop zu sein! Wie peinlich.
Zudem hatte ich das komplett verdrängt und erinnere mich jetzt eigentlich nur schon immer Misanthrop gewesen zu sein.

Das ist wirklich zum nachschämen, wie spät manchmal erst der Groschen fiel.

Als ich anfing zu studieren, saßen im Nachbargebäude die Studenten der evangelischen Theologie, die bei einem Typ von der Piet Cong Kirchengeschichte hörten.
Damals beging ich in einem Gespräch mit so einer angehenden Pfarrerin die unglaubliche Peinlichkeit zu fragen, wieso sie immer von „unserer Kirche“ sprach, wenn es um irgendwelche frühmittelalterlichen Dinge ging; der Protestantismus sei doch erst 500 Jahre alt.
Wie doof von mir.
Dabei war vor 500 Jahren nur das bekannte durch Luther bewirkte Schisma - „aber die 1500 Jahre zuvor gehören uns auch“ lachte mich die Theologenfrau aus.

Auch die evangelische Kirche ist natürlich 2000 Jahre alt und hatte zu 75% ihrer Geschichte einen (oder mehrere) Papst (Päpste).

Pure katholische Geschichte beginnt also streng genommen erst 1517.
Alle Vorkommnisse aus der Zeit zuvor, muß sich die RKK mit den anderen Christen teilen.
Der Kölner Dom ist also - auch wenn Kardinal Meisner jetzt einen Herzinfarkt bekommt - ebenfalls ein protestantisches Erbe (Baubeginn 15. August 1248).

Die verschiedenen kirchlichen Sekten, wie der Protestantismus und der Katholizismus zum Beispiel, hassen sich wie die Pest, so daß im Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 zwei Drittel Europas ausgerottet wurden.
So mordlüstern und fanatisch droschen Katholiban und Lutheraner auf einander ein, daß anschließend ein ganzer Kontinent praktisch entvölkert war.

Aber diese extreme Form des Hasses gibt es eben nur unter Brüdern.
Man schlachtet sich nur ab, wenn man sich ähnlich ist.

Die beiden Konfessionen sind nämlich im Grunde nur in Nuancen unterschiedlich, fußen auf denselben 1500 Jahren Geschichte und richten sich nach demselben Buch.
Die Tradition ist bei beiden Vereinen gleichermaßen abstrus.

Gottvater, der angeblich „gut“ ist, zürnt über sein eigenes Werk, nämlich die Menschen, die er nach seinem Ebenbild geformt hat, die aber irgendwie misslungen sind und nicht das tun, was er will.
Zur Strafe läßt er einen unschuldigen Juden, der auch noch sein eigener Sohn ist, von den Römern hinrichten und schiebt das den Juden in die Schuhe, obwohl die sowieso schon die Stiefkinder der Schöpfung waren und ständig nur vertrieben und verfolgt wurden.
Immer auf die Kleinen.

Eine hochabsurde Konstruktion!

Um das zu glauben, bedarf es einer besonderen Doofheit und vernagelten Vorurteilsbehaftung.

Zum Glück verfügen aber gerade Christen über überdurchschnittlich viel Vorurteile und Dummheit.

Dies ist ein Banal-Zusammenhang, der ähnlich spektakulär ist, wie die Erkenntnisse: “Je kränker desto weniger gesund“. Oder „Je größer, desto weniger klein.“

Dennoch gab es schon wieder so eine überflüssige Studie, die eben diesen Zusammenhang - Je religiöser desto anfälliger für Vorurteile - belegte.

Homophobie und Sexismus: Mit der Religion kommen die Vorurteile, sagt eine Studie. Schuld daran sei unter anderem der traditionelle Absolutheitsanspruch des Christentums. Stark religiöse Menschen sind nach wissenschaftlichen Erhebungen besonders anfällig für abwertende Haltungen gegenüber Minderheiten. […] Stark Religiöse sind auffällig anfällig für abwertende Haltungen gegenüber Minderheiten „Dies zeigt sich besonders in den Bereichen Sexismus, Homophobie und Rassismus“, sagte die Bielefelder Psychologieprofessorin Beate Küpper. Besonders oft neigten Protestanten in den östlichen Bundesländern zu rassistischen Äußerungen.
[… ] In den Studien zeigte sich, dass über ein Fünftel der deutschen Protestanten, die sich selbst als sehr religiös einstuften, der Aussage „Weiße sind zu Recht führend in der Welt“ zustimmten. Bei den Menschen, die sich als glaubensfern beschrieben, teilten nur zwölf Prozent diese Auffassung. Die These „Es leben zu viele Ausländer in Deutschland“ fanden ebenfalls über 60 Prozent der „sehr religiösen“ Protestanten richtig. Der Satz „Ausländer sollten nach Hause geschickt werden, wenn die Arbeitsplätze knapp sind“ fand bei fast der Hälfte dieser Gruppe Anklang.
(Welt 13.11.2011)

Prof Küppers Studie ist schon die zweite dieser Tage, die mit solch bahnbrechenden Erkenntnissen an die Öffentlichkeit geht.
Der 200-Seitige Antisemitismusbericht des Bundesinnenministeriums kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, daß der Antisemitismus immer noch in den Christlichen Kirchen beheimatet ist und nicht bekämpft wird.

Im Antisemitismusbericht der Bundesregierung wird den Kirchen vorgeworfen, nicht konsequent genug gegen Judenhass in den eigenen Reihen vorzugehen.
[…] Im Fazit der Studie, die am Donnerstag in Berlin bekannt wurde, wird die Frage gestellt, ob in der Kirche 'die kritische Auseinandersetzung mit der Tradition des christlichen Antijudaismus' weit genug gehe. 'Erreicht, so ist etwa zu fragen, der christlich-jüdische Dialog wirklich die Basis der Kirchenmitglieder?', heißt es in dem Bericht. Die Frage, 'ob und in welchem Ausmaß innerhalb der Kirchen möglicherweise ein gewisser latenter Antisemitismus auszumachen ist', sei legitim und bedürfe einer Antwort.
(KNA 11.11.2011)

Welch Überraschung!

Besondere Aufmerksamkeit richtet der Bericht auf die traditionalistische Piusbruderschaft. Die Debatte um die Aufhebung der Exkommunikation ihrer Bischöfe durch Papst Benedikt XVI. habe „Defizite in der Auseinandersetzung mit judenfeindlichen Strömungen deutlich gemacht.“
Der Umgang mit der Piusbruderschaft habe dem christlich-jüdischen Dialog sehr geschadet, räumt [Bischof] Jaschke weiter ein. „Nicht weil die Piusbrüder als solche so wichtig wären, aber der Eindruck, dass man in Rom unkritisch mit den Piusbrüdern umgeht und gar nicht wahrnimmt, was ein Mann wie Williamson an unsäglichem Unsinn gesagt hat. Dieser Eindruck ist ganz, ganz schlimm. Aber das steht nicht für die katholische Kirche. Aber noch einmal: Wenn man sich so unsägliche Pannen in unserer Kirche und um den Papst herum leistet, dann ist das ganz bitter.“
(Domradio 11.11.11 )

Durch die offensichtlich judenfeindliche Agenda des Deutschen Papstes, der die Holocausleugnerfreunde von der FSSPX zurück in die RKK holte und die Juden ganz allgemein schwer beleidigte, indem er die Heiligsprechung von Pius XII betreibt und die Karfreitagsfürbitte an die Juden wieder einführte, gerät manchmal in den Hintergrund, wie antisemitisch die Protestanten sind.

Margot Käßmann, Katrin Göring-Eckhart und Co sind aber schon allein dadurch überführt, daß sie sich so bedingungslos hinter einen der schlimmsten Antisemiten der Geschichte, nämlich Martin Luther, stellen. Mit 110 Millionen Euro unterstützt der deutsche Steuerzahler den zensierten Luther der Kirchen.

In all dem Trubel der Lutherdekade wird sein eleminatorischer Judenhass systematisch verschleiert.
Das wird zwar immer wieder eindeutig belegt, aber wie das so ist mit Fakten: Darauf reagieren Christen allergisch.

Und schon sind sich Protestanten und Katholiken wieder einig.
Auch Kardinal Meisner läßt auf seiner privaten Webseite „Domradio“ die Wahrheit bestreiten.

Die katholische Kirche verteidigt sich gegen den Antisemitismus-Vorwurf der Bundesregierung. Zwar habe der Umgang mit der Piusbruderschaft einen „schlimmen Eindruck“ hinterlassen, räumt Hamburgs Weihbischof Jaschke im domradio.de-Interview ein. Doch stünde dieser nicht stellvertretend für den christlich-jüdischen Dialog.
(Michael Borgers 11.11.11)

Samstag, 24. September 2011

Selig sind die geistig Armen.

Amerikanische Teebeutler hassen Steuern und den Staat.
Alle Steuern sollten daher abgeschafft werden und dem Kongress in Washington, sowie dem Weißen Haus gehören alle Kompetenzen entzogen.
Gleichzeitig soll Washington aber mächtig und durchsetzungsfähig sein, um das Lieblingsprojekt der Teebeutler durchzusetzen. Dieses Hobby ist Geldausgeben. Geldausgeben in 12-stelliger Höhe jedes Jahr. Geld für das Militär muß am besten unbegrenzt fließen.

Der abgeschaffte, aber dennoch starke Staat soll also kein Geld einnehmen, dafür umso mehr Geld ausgeben und darf keinerlei Schulden machen.

Mit so einer Politagenda wird man entweder als FDP-Chef der Totengräber seiner eigenen Partei, oder aber man führt als GOPer die verhassten Demokraten am Nasenring durch die politische Arena.

(Demokraten sind im Amerika Linke. Zu links. Eigentlich schon Kommunisten. In der realen Welt sind die bestenfalls Zentristen, die eine Agenda „Rösler minus Eier“ betreiben. Aber sie verfügen noch über Rudimente von Realitätssinn und so dämmert es ihnen, daß die Republikaner-Methode der wundersamen Geldvermehrung aus metaphysischen Quellen nicht funktionieren wird.)

Wen würde das nicht an eine Bibelgeschichte erinnern?
Als Herodes Johannes, den Täufer köpfen lassen hatte, fand Jesus das ungeil:

13 Als Jesus all das hörte, fuhr er mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber die Leute in den Städten hörten davon und gingen ihm zu Fuß nach. 14 Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen und heilte die Kranken, die bei ihnen waren. 15 Als es Abend wurde, kamen die Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen und es ist schon spät geworden. Schick doch die Menschen weg, damit sie in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen können. 16 Jesus antwortete: Sie brauchen nicht wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen! 17 Sie sagten zu ihm: Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische bei uns. 18 Darauf antwortete er: Bringt sie her! 19 Dann ordnete er an, die Leute sollten sich ins Gras setzen. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern; die Jünger aber gaben sie den Leuten, 20 und alle aßen und wurden satt. Als die Jünger die übrig gebliebenen Brotstücke einsammelten, wurden zwölf Körbe voll. 21 Es waren etwa fünftausend Männer, die an dem Mahl teilnahmen, dazu noch Frauen und Kinder.
(Matthäus 14)

So soll das in der amerikanischen Politik auch funktionieren. Mit fünf Broten und zwei Fischen eine Brigade ernähren.
Das klappt bestimmt, wenn die Soldaten nur fromm genug sind.

Und fromm kann man sie machen.

Die „christliche Kriegstheorie“ sollte unsicheren Kantonisten unter den G.I.s, die womöglich Skrupel haben könnten auf den START-Knopf der Atomraketen zu drücken dabei helfen den millionenfachen Massenmord in Gang zu setzen.

Denn „Jesus liebt Atombomben“ So wurde es in der US-Army als „Nuklear Ethics“ gelehrt.
Des lo vult. Gott mit uns. Wenn es um Genozide, Massenmord und Kriege geht, ist das Christentum immer besonders hilfreich, um ethische Skrupel zu beseitigen.

Nazi-Raketenforscher, Bibelfiguren: Wie die US-Air-Force ihre Soldaten auf eine christliche Kriegstheorie drillte.
Sie haben ihre Hand im "worst case" am roten Knopf für die Atombombe - und Gott soll ihnen dabei helfen. Jahrzehntelang wurde auf einer Air Force Base die Lehre vom gerechten christlichen Krieg verbreitet – und das obwohl die USA Soldaten aller Konfessionen in ihren Reihen haben. Die Enthüllung über die eigenwilligen Ethik-Schulungen, die ausgerechnet jene durchlaufen mussten, die im Notfall Amerikas Atombomben abwerfen würden, sorgte für einen Eklat.
[…] Seelsorger schulten die angehenden Air-Force-Soldaten in Augstinus' Lehre vom gerechten Krieg. In einer Power-Point-Präsentation wurden seitenlang Beispiele von gottesfürchtigen Kriegern angeführt. Aus dem Neuen und Alten Testament. Von Abraham über David, "the warrior" bis zu Jesus, "the mighty warrior".
Auch Nazi-Raketenforscher Wernher von Braun wurde zitiert. Er hatte sich nach der Kapitulation Hitler-Deutschlands in den Dienst der USA gestellt. Der Bau von Atombomben in den USA sei demnach eine "moralische Entscheidung" gewesen. "Wir fühlten, dass wir diese Waffe nur Menschen überlassen können, die von der Bibel geleitet werden".
(Die Presse 11.08.2011)

Militär und Bibel - da wächst zusammen, was zusammen gehört.
Die Teebeutler lieben Soldaten, wie sie auch Waffen und Todesstrafe und Folter lieben.

Es gibt allerdings auch Grenzen.

SCHWULE Soldaten mögen sie gar nicht. Die sollen weg, schließlich hat schon GOTT die Schwulen gehasst.

Im Gegensatz zur Atombombe.

Das konnte der langegediente Soldat Stephen Hill erleben, als er bei einem Republikaner-Hearing sofort von der Crowd ausgebuht wurde.
Fox übertrug es.



Rick Santorum antwortete, daß Sexualität in der Armee nichts zu suchen habe.
Klar.
Das verstehe ich.
Alle Soldaten halten den Zölibat ein.

Genau wie katholische Priester.

Donnerstag, 15. September 2011

Gold, Gold, …Gold muß her!

Nein, ich muss es ja nicht verstehen, wieso Schwule ausgerechnet so auf Konservative katholische Liturgie abfahren.
Was wollen sie in einem Verein, der sie so klar ablehnt?

Ich verstehe zwar nach der Lektüre des David Berger Buches „Der Heilige Schein“ WAS für Schwule an der RKK so anziehend ist, aber wenn man als Schwuler unbedingt IN einer Organisation bleiben will, die einen so strikt ablehnt, halte ich das für nicht besonders intelligent.

Diese ganze HUK finde ich erbärmlich. Wieso bettelt ein Schwuler ausgerechnet bei denen um Anerkennung, die ihn nun einmal für minderwertig halten?

OK, da ist diese unglaubliche Prunkentfaltung, die schicken Gewänder, das gegenseitige Umarmen, das Streicheln der Arme, das lange Festhalten der Hände. Hand-Kuss, Pax-Kuss, Bruderkuss, Fußwaschung, die gesalbten Hände in die Hände des Weihbischofs legen.
Und all das unter striktem Verbot von MinistrantINNNEN, PatoralassistentINNEN, MessnerINNEN, KommunionausteilerINNEN und LektorINNEN. Garantiert 100% rein männlich.
Die alte lateinische Liturgie, die TRIDENTINISCHE Messe wird nicht ohne Grund von Insidern „schwule Messe“ genannt.

Aber deshalb als Schwuler die Homophoben-Organisation RKK zu unterstützen und um Anerkennung betteln?
Das ist für mich so, als ob ein Schwarzer zum KuKluxKlan geht und auf Knien bittet ihn doch auch als vollwertigen Menschen anzusehen.

Kann die Vorliebe für schräge Fummel und bunte Gewänder so ausgeprägt sein? Warum geht man nicht lieber in die nächsten Transenbar oder Travestie-Show, wenn man so sehr auf Männer in bunten Kleidern steht? Da ist doch die Atmosphäre viel lockerer.
Und außerdem ist doch Olivia Jones auch viel unterhaltender!

Ratzi begeistert sich ganz besonders auf all den Tand und hat all die schlichteren Liturgie-Gegenstände seiner unmittelbaren Vorgänger beiseite geschafft.

Mit dem einen Nazarener, der vor ca 2000 Jahren recht berühmt wurde mit seinen sinnigen Sprüchen, hat Ratzinger nun wirklich nichts mehr zu tun.

Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein
Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme.
Matthäus 19,24

Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe,
denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme.
Markus 10,25

Es ist leichter, daß ein Kamel gehe durch ein Nadelöhr,
denn daß ein Reicher in das Reich Gottes komme.
Lukas 18,25

Abgesehen davon, daß das ein Übersetzungsfehler ist* - ist es offensichtlich, daß der Chef der größten Protz- und Prunkentfaltungskirche der Geschichte der Erde mit seinen milliardenschweren Vatikanbankvermögen und Kunstschätzen, sich nicht mehr so ganz nach den Anweisungen dieser Art richtet.

Zum Besuch in der deutschen Hauptstadt wird mal wieder ordentlich BLING BLING aufgefahren.
Daß jeden Tag 30.000 Kinder auf der Welt verhungern, stört Ratzi nicht weiter.

Konkret beschreibt Roland Kirbach wie das aussehen wird:

Der Papst kann kommen!
Nonnen besticken ein Gewand mit Blattgold, Polizisten planen eine Choreografie für 60 Limousinen, im Berliner Olympiastadion steigt eine Super-Messe.
[…] Da hängt es, an der Stirnwand der Nähwerkstatt, auf einem stummen Diener aus Holz: das neue Gewand des Papstes. Es ist grün, […] Das Papstgewand ist aus Baumwolle, durchsetzt mit einer Synthetikfaser. Das Besondere sind die aufwendigen Stickereien auf der Vorderseite und dem Rücken – züngelnde Flammen in Rot und Gold. Die dazugehörige Stola ist ebenso reich verziert. Schwester Roswitha dreht den Saum um und zeigt das Stich für Stich von Hand vernähte Futter aus gelber Seide. Die goldenen Fäden bestehen aus reinem Blattgold, das kommt aus Japan, die Seide stammt aus China. Und was kostet das alles? Sie schweigt. »Für Gott ist das Beste gerade gut genug«, sagt sie dann lächelnd. Ihr weißes Gesicht errötet.
[…] Auch die vier Gewänder für die Bischöfe und Priester, die mit dem Papst die Messe feiern werden, wurden hier genäht. Sie hängen ebenfalls auf stummen Dienern, je zwei links und rechts neben dem des Papstes. Der Papst wird sein Gewand nur einmal tragen. Dann wird es in die Sakristei des Freiburger Münsters wandern. Welch ein Aufwand für eine Stunde! Allein an dem flammenden Kreuz auf der Vorderseite des Kleides haben Stickerinnen 90 Stunden gearbeitet. Damit man die Stiche nicht sieht, wurden dünne, spitze Nadeln verwendet. Die Stickerinnen mussten aufpassen, dass ihre Fingerkuppen nicht bluteten und womöglich das edle Gewand besudelten. Und was, wenn es doch passiert wäre? Dann hätten sie diese Hälfte eben neu genäht, sagt die Schwester
(ZEIT No 38/2011)

Für Ratzi kann es gar nicht teuer genug sein. Sein ganzer Kleidungsstil zeigt wie sehr er Pracht und Reichtum schätzt.
Von dem nicht weniger machtbewußten Johannes-Paul II trennen ihn Welten.
Woytila war sich über seine Wirkung nie im Unklaren, dazu bedurfte es keiner superkostbaren mit echtem Gold durchwirkten Kleidchen.

Ich kann mich übrigens auch nicht erinnern jemals ein Gerücht gehört zu haben, daß JP-II schwul gewesen sein könnte. Bei anderen Päpsten brodelt es ganz anders.

Bei Ratzinger ist die Selbstinszenierung auf die Spitze getrieben meint auch Deutschlands bedeutendster Liturgiewissenschaftler Prof. em. Klemens Richter im Interview mit Thomas Assheuer.

Richter: Die mediale Vermarktung des Papstes hat enorm zugenommen. Auch die liturgischen Zeichen sind andere. Bei Papst Benedikt reichen sie weit zurück ins 19. Jahrhundert. Denken Sie nur an die Ferula, den Papststab. Seine Vorgänger Paul VI. und Johannes Paul II. benutzten einen schlichten Stab, der oben ein Kreuz trägt. Benedikt aber benutzt die Ferula von Pius IX., der selig gesprochen wurde.

ZEIT: Pius IX. war ein rabiater Anti-Demokrat und ein harter Kritiker der modernen Gesellschaft.

Richter: Zumindest wird damit nicht zufällig auf einen Papst verwiesen, unter dem die päpstliche Unfehlbarkeit dogmatisiert wurde.

ZEIT: Der Papst trägt Prada, titelte die SZ einmal. Jedenfalls trägt er im Winter eine Hermelinmütze.

Richter: Ja, den roten Camauro aus dem 17. Jahrhundert. Er trägt auch rote Schuhe. Und an den liturgischen Gewändern in Rom finden Sie verstärkt einen Spitzenbesatz, der zurückgeht bis ins Barockzeitalter. […] Beim Weltjugendtag in Madrid stand die Anbetung stark im Vordergrund. Der Papst macht sie wieder zum zentralen Moment der Liturgie, während das Zweite Vatikanische Konzil den Dialog zwischen Gott und Mensch betonte. Außerhalb des Gottesdienstes fällt mir auf, dass es seit 2010 ein neues Papstwappen gibt. Darin taucht die alte Papstkrone, die Tiara, wieder auf. […] Die Tiara ist aus der phrygischen Mütze der römischen Kaiser entstanden. Sie ist ein monarchisches Hoheitszeichen für die absolute Machtfülle der Kirche und die Überhöhung des Papstes. Zuletzt hat sie Paul VI. bei der Krönung verwendet, doch er legte sie während des Zweiten Vatikanischen Konzils ab – als Zeichen einer neuen Demutshaltung der Kirche. […] Benedikts Wappen enthält wieder die Tiara. Hier wird erkennbar, dass er die Machtfülle des Papstamtes neu bewertet. […] Die Tiara war immer ein Zeichen der absoluten Machtfülle des obersten Hirten-, Priester und Lehramtes. So muss man diese Neuinszenierung wohl verstehen.
(ZEIT No 38/2011)

Ratzinger, der Prächtige, wäre wohl ein gutes Agnomen.

Ferula und Camauro entzücken ganz besonders die Piusbruderschaft, die der Prächtige aus Rom in sein Herz geschlossen hat mit der Wiederzulassung der Tridentinischen Messe.

Die FSSPX ist ein El Dorado der homosexuellen Verkleidungsfetischisten.

Volker Beck findet es nicht so toll.

"Es ist ein Skandal, dass ein deutscher Papst derart geschichtsvergessen den Schulterschluss mit einer hardcore-antisemitischen und antidemokratischen Sekte sucht. Am Umgang mit der Pius-Bruderschaft muss sich der Papst messen lassen, wenn er Matthäus ernst nimmt: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen! (Matthäus 7,20).
Sollte das 2. Vatikanische Konzil für den Papst mehr als nur ein Lippenbekenntnis sein, kann die Konsequenz aus den Annäherungsversuchen mit der Pius-Bruderschaft nur die Konsequente Trennung ohne wenn und aber sein. Mit der Duldung der Pius-Brüder duldet der Papst auch eine Ideologie der Ungleichwertigkeit innerhalb der Katholischen Kirche, die Juden, Muslime, Homosexuelle und emanzipierte Frauen zu Menschen zweiter Klasse degradiert."
(V.B. 14.09.2011)

Und die Pius- und Papst-Fans von Hetznet finden Volker Beck nicht so toll:

Volker Beck hetzt und verteufelt, daß die Fetzen fliegen. Doch seine Opfer lassen sich diesen Homo-Wahnsinn nicht länger gefallen. Die extremistische deutsche Bundestagsschwuchtel, Genosse Volker Beck, muß seine jüngste „Entgleisung“ gegen die Piusbruderschaft umgehend widerrufen und sich dafür entschuldigen. Das fordert der Sprecher der Bruderschaft, Pater Andreas Steiner, in einer heutigen Pressemitteilung.
Der schwer homo-gestörte Extremist nannte die Bruderschaft gestern vor irgendwelchen Berliner Journalisten eine „hardcore-antisemitische und antidemokratische Sekte“. Der Gomorrhist beweise, daß er die Reife für eine pluralistische Gesellschaft wie Deutschland noch nicht erlangt hat.
(Kreuznet 15.09.2011)


Können sich die ganzen Schwulen nicht einfach mal vertragen?




*Als irische Mönche die Bibel abschrieben, kannten sie nicht die Seefahrerterminologie und hielten daher „KAMILOS“ (Schiffstau) für einen Schreibfehler und machten daraus „Kamelos“ (Kamel).
Von Kamelen hat also Jesus nicht gesprochen, sondern von Schiffstauen.
Aber was macht das schon aus für die Oberkleriker des Vatikans – mit ihrer Raffgier werden sie ja wohl ohnehin nie in den Himmel kommen.

Es gibt aber noch genügend andere Bibelstellen dieses Inhalts:
"Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon", sagte einst Jesus Christus laut dem Lukas-Evangelium, Kapitel 16, Vers 13 zu seinen Jüngern.

Sonntag, 28. August 2011

Das fünfte Gebot.

Die Bibel ist bekanntlich ein ziemlich dickes Buch.
Etwas unübersichtlich gegliedert und zudem auch noch ein Potpourri verschiedenster Autoren, die sich a) widersprechen und sich b) in blutrünstigen Gleichnissen ausdrücken.
Wir erfahren jede Menge konkrete Anweisungen darüber, wann man Frauen in die Sklaverei verkaufen darf, welche Kinder zu töten sind und überhaupt jede Menge Todesstrafe-bewährte Tabus. Zum Beispiel das Essen von Muscheln oder das Tragen von Kleidung aus Mischgewebe.
Alles Anweisungen, die zwar von Gott persönlich stammen, der ja sicherlich noch unfehlbarer als Ratzinger ist, der aber andererseits seinen Sohn vorbei schickte, der allerlei Regeln wieder kassierte und zum Beispiel behauptete man solle seine Feinde lieben.
Ob man sie bevor, oder nachdem man sie umgebracht hat, lieben soll, ist allerdings auch unklar.

Die größten Probleme sind dabei freien Männern aufgelegt. Frauen haben es einfacher - sie sind zum Schweigen und Gehorsam verdonnert.
Ebenso wie die Sklaven - Jesus befürwortete Sklaverei ausdrücklich. Sklaven sollen gefälligst gehorchen, denn das sei die Gott-gewollte Ordnung.

Also eine besonders praktikable Richtschnur ist die Bibel nicht.
Deswegen hat die Katholische Kirche auch über Jahrhunderte dafür gekämpft, daß sie nicht übersetzt werden durfte.
Für normale Menschen hielt man sie für vollkommen ungeeignet.

Inzwischen IST die Bibel übersetzt und somit jedem zugänglich. Das führte zum erwarteten Resultat.
Die Klügeren und Gebildeteren wenden sich ab und für die Kirche bleiben die Doofen, die ohnehin nicht so gut über Religion Bescheid wissen wie Atheisten.

Das ZEHN GEBOTE als Regel-Destillat gibt es für das IQ-Prekariat, dem die lange Bibel zu kompliziert ist.
Feine Sache eigentlich.

Es sei denn natürlich man lebt in einer Demokratie. Menschenrechte lassen sich nun einmal nicht mit den zehn Geboten vereinbaren.

Nummer eins bis drei kann man gleich vergessen - völlig Demokratie-inkompatibel.


1 Du sollt keine anderen Götter haben neben mir

2 Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen
3 Du sollst den Feiertag heiligen

Nummer 4, 6, 8, 9 und 10 sind etwas vage und auch keinesfalls mit einer modernen Verfassung kompatibel.

4 Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren
6 Du sollst nicht ehebrechen
8 Du sollst nicht falsch Zeugnis reden
9 Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib
10 Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut


Insbesondere das achte Gebot ist aber ohnehin der Paria unter den Geboten.

Ein Abschaum-Gebot, welches gewohnheitsmäßig vor allem durch höchste kirchliche Würdenträger mit Füßen getrampelt wird.

Am Tauglichsten für unser Jahrhundert sind Nummer 5 und 7.

5 Du sollst nicht töten
7 Du sollst nicht stehlen

Sie haben tatsächlich eine Entsprechung in den Gesetzgebungen der Länder der westlichen Welt. Sie wurden zu echten VERboten.
Die Einhaltung der Verbote ist allerdings etwas mangelhaft.

Einen interessanten Umgang mit dem Verbot des Stehlens von geistigem Eigentum demonstrierten dieses Jahr die CHRISTLICHEN Parteien.
Da hatten diverse Doktoren eifrig Eigentum anderer Wissenschaftler gestohlen und als sie entdeckt wurden, befand die Chefin der Christdemokratin über ihren Verteidigungsminister, sein dreister und umfassender Diebstahl störe sie überhaupt nicht, er könne gerne im Amt bleiben.

Etwas besser klappt das beim fünften Gebot.
Töten ist tatsächlich eher unüblich bei deutschen Spitzenpolitikern.
Außer den Ministerpräsident Filbinger und Ahlhaus, sowie dem Bayerischen Superminister Wiesheu fallen mir auf Anhieb keine Politiker ein, die schon mal direkt jemanden umgenietet haben. (Alle drei Unionspolitiker!)
Da müßte man schon die ehemaligen Wehrmachtssoldaten mit einbeziehen, um auf größere Zahlen zu kommen.

Allerdings ist Deutschland auch kein besonders christliches Land - verglichen mit Spanien, Italien, Irland oder Polen.

Das christlichste Land der Erde ist bekanntlich die USA, die sich deshalb auch als GODS OWN COUNTRY bezeichnen.

Dort zeigt sich wieder mal ein interessantes Religionsparadoxon:
Während Liberale und Atheisten sehr stark für das fünfte Gebot eintreten, wird Gottes Tötungsverbot umso heftiger bekämpft, je christlicher man ist.

The Chosen One, wie ihn seine Mutter Barbra Bush nannte, der Auserwählte also, ist einer dieser antibilischen Hardcore-Christen.
Der frömmste US-Präsident so far betete unablässig, belog sein Volk in noch nie dagewesener Weise (8. Gebot - LOL!) und hatte schon in seiner Zeit als Gouverneur des Killerstaates Texas sage und schreibe 152 Hinrichtungen durchführen lassen.
Alle eigenhändig unterschrieben.
Kein einziges mal setzte er eine Todesstrafe aus.
Kein einziges mal hatte er nach eigenem Bekunden auch nur die geringsten Anflüge von schlechtem Gewissen.
George Bush war der Top-Killer unter den amerikanischen Gouverneuren.
Fromm und tötungsfreudig; stramm christlich und waffenvernarrt - das sind in Amerika zwei Seiten einer Medaille.

Wie sagte Angela Merkels Lieblingspolitiker GWB noch 2003?
"See, free nations are peaceful nations. Free nations don't attack each other. Free nations don't develop weapons of mass destruction."

Mit 935 öffentlichen Falschaussagen vor dem Irkakkrieg trieb die Bush-Administration die Nation in den Waffengang.


Als er dann Präsident wurde, ging das Killen erst richtig los - aber das ist eine andere Geschichte.

Texas bekam nach dem Abgang George Bushs ins Weiße Haus einen neuen Gouverneur, der so extrem fromm und verbohrt und ultrakonservativ ist, daß selbst George Bush gegen ihn wie ein liberaler Einstein wirkt.

Rick Perry - die neue Hoffnung der Ultrafundamentalen für die US-Präsidentschaft.

Perry ist noch ein härterer Opponent der zehn Gebote als sein Vorgänger.

Beeindruckend beharrt er zum Beispiel auf der dicken Lüge nur Abstinezpolitik könne zu weniger Teeanagerschwangerschaften führen.

Natürlich ist das kompletter Unsinn. Es gibt weniger Teenagerschwangerschaften, wenn man Sexualaufklärung durchführt und Zugang zu Verhütungsmitteln sicher stellt.
Das aber lehnt Perry ab und in den zehn Jahren seiner Herrschaft hat sich Texas daher zu dem Staat mit den drittmeisten Teenagerschangerschaften (von 51!) gemausert.
Insbesondere in der Konfrontation mit harten Fakten und der blanken Wahrheit beeindruckt Perry mit seinem Beharrungsvermögen - eisern bleibt er bei der Lüge.



Homosexualität sieht Perry anders als die überwältigende Mehrheit aller Wissenschaftler als Krankheit an.

In einem Buch aus dem Jahr 2008 warnt er vor der "radikalen homosexuellen Bewegung".
Vor zwei Wochen meldete der 61-Jährige seine Teilnahme an den Vorwahlen der Republikaner an - und steht seither unter größerer Beobachtung. Das Magazin "Time" veröffentlichte nun eine bislang wenig beachtete Passage aus seinen Buch "On My Honor", in der er Schwule und Lesben mit Alkoholikern vergleicht und vor zu viel Toleranz warnt: "Auch wenn ein Alkoholiker keine Macht mehr hat, sobald der Alkohol in seinen Körper gelangt ist, trifft er zunächst die Entscheidung, etwas zu trinken. Wenn jemand ein Mitglied des gleichen Geschlechts attraktiv findet, trifft er oder sie immer noch die Entscheidung, sexuelle Aktivitäten zuzulassen." Perry empfiehlt in beiden Fällen die Abstinenz.
(Queer.de 25.08.2011)

Klimawandel ist auch so eine Wahrheit, die der Favorit für das US-Prtäsidentenamt Perry einfach ablehnt:

Der Gouverneur von Texas, Rick Perry, der sich um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner bewirbt, spricht vielen konservativen Wählern aus dem Herzen: Er bezeichnet den Klimawandel als Manipulation von Wissenschaftlern. Er glaube nicht an die globale Erwärmung, weil das Phänomen lediglich auf manipulierten Daten beruhe, sagte Perry bei einem Wahlkampfauftritt im US-Staat New Hampshire. Daher wolle er auch keine Bundesmittel für den Kampf dagegen ausgeben.
(FTD, 17.8.2011)

Evolution - auch ein Teufelszeug:

Wie Bachmann hat auch Perry den Katechismus der amerikanischen Rechten verinnerlicht. Darwins Evolutionslehre, erklärte er unlängst, sei «eine Theorie» mit «einigen Lücken» – weshalb er, Perry, lieber an die intelligente Schöpferhand Gottes glaube. Um die Erderwärmung steht es nicht viel besser als um Darwin: «Eine beträchtliche Zahl von Wissenschaftlern» habe «die Daten manipuliert», behauptet der Skeptiker.
(Baseler Zeitung 27.08.2011)

Vorgängergouverneur Bush, der Perry viel zu links war, erscheint auch beim Killen geradezu lasch.
Die von Hobbyprediger Perry veranlassten Hinrichtungen stellen Bushs Bilanz längst in den Schatten.
Mit 232 Hinrichtungen in zehn Jahren Amtszeit brüstet sich der in zehn Wahlen ungeschlagene Gouverneur Rick Perry und er ist extrem stolz darauf den nationalen Rekord zu halten.

Töten ist nämlich immer gut.

Und wer so weicheierig ist zu beklagen, daß ab und an auch mal ein Unschuldiger auf Veranlassung Perrys gekillt wird, ist eben kein richtiger Christ.

Erst bei der Befragung einer Testgruppe von Wählern dämmerte es [Senatorin Kay Bailey] Hutchisons Stab, wie sehr konservative Texaner den Machismo ihres Gouverneurs goutieren:
Ob es sie störe, dass Perry für die Hinrichtung eines höchstwahrscheinlich unschuldigen Menschen namens Cameron Todd Willingham verantwortlich sei?
Überhaupt nicht, erwiderte ein Mann in der Gruppe. Schliesslich brauche es «einigen Mut, einen Unschuldigen hinzurichten».

(Baseler Zeitung 27.08.2011)

Die Ungerechtigkeit und Gewalttätigkeit, die im amerikanischen Hinrichtungswahn deutlich wird, ist Teil der tief verankerten Kultur des Landes.

Daß Hinrichtungen dennoch weniger werden, hat schlicht und ergreifend pekuniäre Gründe.
Hinrichtungen sind teuer und selbst in der reichsten Nation der Erde wird das Geld knapp.

"Amerikaner werden immer dazu neigen, Gewalt mit Gewalt zu vergelten", sagt [Rick Halperin, 61, Direktor des "Menschenrechtsprogramms" an der Southern Methodist University in Dallas]. Das sei Teil ihres Rechtsverständnisses. "Aber allmählich fangen sie an auszurechnen, was sie das kostet: politisch, diplomatisch - am Ende aber auch finanziell."
Eine, die sich mit genau dieser Frage beschäftigt, ist Jeanne Woodford
[vom Verein Death Penalty Focus…]
Sie rechnet vor: 13 Hinrichtungen gab es in Kalifornien seit 1978. Vier Milliarden Dollar kostete der Betrieb des Todesstrafen-Systems, weil die Recherchen so teuer, die Unterbringung der Häftlinge so aufwendig und die Berufungsverfahren so zahlreich sind. Mit mehr als 300 Millionen Dollar schlägt jede einzelne Exekution zu Buche - schwer zu rechtfertigen in einem Bundesstaat am Rande des Bankrotts.
Also hat Jeanne Woodford ein Gesetz zur Abschaffung der Todesstrafe angestoßen. Sollte sie Erfolg haben, wären auf einen Schlag mehr als ein Fünftel der 3200 Todeskandidaten in den USA nur mehr Lebenslängliche.
[…] Amerika, mit mehr als 14 Billionen Dollar verschuldet, muss sparen. Selbst wenn es um Leben und Tod geht.
(DER SPIEGEL 29/2011)

Geld ausgeben - da hört vermutlich auch für die Hoffnung der Amerikaner auf das Präsidentamt, Rick Perry, der Spaß auf.

Er nimmt es lieber.

Tatsächlich hat kein texanischer Gouverneur mehr Wahlkampfspenden von der Wirtschaft verbucht als Rick Perry. Und stets bedankte sich der Gouverneur mit kleinen und grossen Gefälligkeiten. So erhielt etwa der texanische Industrielle und ausgewiesene Perry-Freund Howard Simmons die Genehmigung, radioaktiven Müll aus anderen Bundesstaaten in seiner texanischen Sondermülldeponie zu lagern, nachdem er den Gouverneur mit Hunderttausenden von Wahlkampfdollars beglückt hatte. Andere Perry-Spender erhielten staatliches Fördergeld zum Aufbau neuer Firmen. Wer in Texas mitspielen wolle, müsse zuvor bei Gouverneur Perry zahlen, heisst es in Austin.
(Baseler Zeitung 27.08.2011)

Freitag, 17. Juni 2011

Bilderbuch-Ehen

Mitt Romney hat ein Problem.
OK; genau genommen mehrere Probleme, aber das größte Problem ist seine Religion.
Als überzeugter Mormone ist er vielen Amis irgendwie suspekt.

Eigenartig, denn Mormonismus fußt doch auf einer ungeheuer überzeugenden Konzeption:



Amerikaner sind zwar ungeheuer religiös, aber gleichzeitig wissen sie auch sehr wenig über Religionen.

If you want to know something about religion, ask an atheist.

Das erste, das den meisten Menschen zum Thema Mormonen einfällt ist immer noch „Polygamie“, obwohl die Vielfachehe eigentlich 1904 abgeschafft wurde.
Nicht etwa aus innerer Einsicht, sondern auf massiven Druck der US-Regierung.

Für eine Kirche ist das immer eine heikle Sache, denn immerhin gab der Urmormone, der Religionsstifter und Prophet Joseph Smith die Losung aus mehrere Frauen zu heiraten und lebte selbst mit einem ganzen Harem, inklusive minderjähriger Ehefrauen.

Üblicherweise ist so ein Religionsgründer sakrosankt. Es dauert normalerweise mehrere Jahrhunderte, bis die ersten Ansichten des Obergurus abgeräumt werden und offiziell zugegeben wird es ohnehin nicht.

Man stelle sich nur vor Ratzi erklärte, daß er Jesus zwar für sehr nett halte, aber der hätte auch ab und zu großen Unsinn von sich gegeben, den man heute besser vergessen sollte!
Dann wäre aber was los in der RKK!
Tatsächlich hat die Kirche genau das schon getan. Sie hält sich beispielsweise nicht mehr an das christliche Zins-Verbot und gab die Sklaverei auf.
Mit einer ordentlichen Portion Chuzpe kann man sich sogar an die Spitze der Gegenbewegung stellen und sich dem Zeitgeist anpassen.
So sehen sich heute viele Christen als Vorkämpfer der Menschenrechte, obwohl sie die Einführung derselben über Jahrhunderte blockierten.
Sich heute gegen Sklaverei auszusprechen ist nichts anderes das Eingeständnis, daß sich Jesus moralisch auf dem Holzweg befand.

Mit dem Auftauchen Jesu und dem Neuen Testament, war die Richtschnur gefunden.
Gott will, daß Sklaven und Diener und Leibeigene und andere Rechtlose willig und ohne aufzumucken ihren Besitzern dienen - und wer sich Gott widersetzt, kommt in die Hölle.
Simple as that.

5 Ihr Sklaven, gehorcht euren irdischen Herren mit Furcht und Zittern und mit aufrichtigem Herzen, als wäre es Christus. 6 Arbeitet nicht nur, um euch bei den Menschen einzuschmeicheln und ihnen zu gefallen, sondern erfüllt als Sklaven Christi von Herzen den Willen Gottes! 7 Dient freudig, als dientet ihr dem Herrn und nicht den Menschen. 8 Denn ihr wisst, dass jeder, der etwas Gutes tut, es vom Herrn zurückerhalten wird, ob er ein Sklave ist oder ein freier Mann. 9 Ihr Herren, handelt in gleicher Weise gegen eure Sklaven! Droht ihnen nicht! Denn ihr wisst, dass ihr im Himmel einen gemeinsamen Herrn habt. Bei ihm gibt es kein Ansehen der Person.
(Brief an die Epheser, Kapitel 6)

Einen ähnlichen moralischen Kopfstand vollführt heute Mitt Romney.

Er hängt einem Glauben an, dessen Gründer ein Familienleben à la Kommune 1 führte und dem Rudelbumsen frönte.
Gleichzeitig sieht er sich als Vorkämpfer für die monogame und treue Vorzeige-Ehe. Kein Wahlkampfauftritt, bei dem Romney sich nicht mit seiner Idealfamilie brüstet: 42 Jahre glücklich mit derselben Frau verheiratet, keine Affären, fünf Söhne, elf Enkel.

Joseph Smith war übrigens nicht im eigentlichen Sinne „polygam“ sondern lebte in POLYGYNIE - also ein Mann mit vielen Frauen.
Das Gegenstück, die Polyandrie (Vielmännerei) gefiel Sepp Schmidt nicht so gut.

Polygynie war ursprünglich recht verbreitet, kam dann aber peu à peu aus der Mode:

Sie war Bestandteil alter Religionen wie des Judentums und, bis heute, des Islam. Bei den Normannen und Wikingern wurde die Möglichkeit, eine Zweitfrau zu ehelichen, nach deren Christianisierung eine Zeit lang als More danico (nach dänischer Sitte) seitens der Kirche geduldet. Martin Luther verheiratete den Landgrafen von Hessen, Philipp den Großmütigen, auf Grundlage der Bibel ebenfalls mit zwei Frauen, schränkte das Recht aber auf die Herrscherschicht ein.
(Wiki)

Als Humanist lehne ich die staatlich oktroyierte Monogamie ab.

Die Ausgestaltung der Ehe sollte doch den Eheleuten überlassen bleiben. Wenn zwei Männer und eine Frau eine Ehe zu Dritt führen wollen, sollte das ebenso deren alleinige Entscheidung sein, wie jede andere denkbare Kombination. W+W+W, W+M+W, M+M+M, W+W+W+W+W+M (Modell Rainer Langhans), etc.

Ein Armutszeugnis, daß so gut wie alle Staaten ihre Bürger in eine Eheschablone pressen wollen.

Wir erleben gerade beim Kampf der sieben Zwerge (die bisherigen Republikanischen Präsidentschaftskandidaten-Kandidaten in den USA) wie sie allesamt geradezu besessen davon sind, gegen „same-sex-marriage“ zu kämpfen.

Abgesehen von der Frage, was es sie eigentlich angeht, wenn irgendwo zwei Frauen zusammen ein Kind aufziehen, kann man es als Mensch mit mehr als drei Gehirnzellen nicht fassen, daß es keine wichtigeren Fragen in der US-Politik gibt.

Evolutionär betrachtet bewährt sich Polygynie und Polyandrie immer dort, wo die Ressourcen knapp werden.

Äußerst interessiert las ich einmal eine Dokumentation über das Familienleben in Gambia.
Dort gibt es 90 % Muslime und 10% Christen. Die Arbeiten der Landbevölkerung sind so verteilt, daß der Mann tumb wie ein kleiner König zu Hause sitzt und bedient wird, während die Ehefrauen den Haushalt, die Kindererziehung UND die Feldarbeit alleine wuppen.
Die Minderheit der christlichen Familien wird von den Muslimischen Frauen ehrlich bedauert, weil dort eine einzige Frau die ganze Arbeit schaffen muß, während bei den polygynen Familien eine Frau zu Hause bleibt und kocht, während zwei oder drei Frauen zusammen auf das Feld gehen, um Landwirtschaft zu treiben.
Man kann sich dabei immer abwechseln und wenn eine Dame einen Hexenschuss hat, kann sie sich auch mal ausruhen.

In einer Gesellschaft, in der die Männer dazu bestimmt sind den ganzen Tag im Schatten sitzend zu relaxen, ist Polyandrie natürlich keine sinnige Option.
Mit Feldarbeit allein kann es sich vermutlich keine Frau erlauben gleich mehrere dieser Drohnen durchzufüttern.

Aber sofern der Mann einer Arbeit nachgeht, die womöglich noch durch besondere Körperkraft geprägt ist, sollte man Polyandrie durchaus empfehlen.

So wie bei den Blatthühnchen.


Sieben der acht Blatthühnchenarten sind polyandrisch, das heißt, sie leben in Vielmännerei. Erfolgreiche Weibchen besitzen einen Harem von drei bis vier Gatten. Der Bau der Schwimmnester aus Wasserpflanzen, das Ausbrüten der Eier und die Aufzucht der Jungen sind reine Männersache. Die Hennen sind bis zu 78 Prozent schwerer als ihre Partner und die reinsten Eierfabriken. Sie können bis zu vier Hähne mit vollzähligen Gelegen versorgen, und das sogar zweimal hintereinander. So brütet ein gut geführter Harem bis zu 32 Eier im Jahr aus. Nach der Eiablage kümmern sich die Hennen nicht mehr um die Eier und vermeiden Kontakt zu den Küken. Wenn den Jungen Gefahr durch Schlangen oder Krokodile droht, werden sie von den treu sorgenden Hähnen zwischen die Flügel genommen und davongetragen.
(Die Welt 21.10.2009)



Es ist doch begrüßenswert, wenn sich Viecher zum Wohle der Kleinen in größeren Familienverbänden zusammentun.

Erste Studien aus den USA besagen übrigens, daß „Homo-Kinder“ glücklicher und schlauer als ihre Heterokinder-Kollegen sind.
Insbesondere die elterliche Formation 2 (lesbische) W + 2 (schwule) M scheint erfolgreich zu sein. Ein Kind mit zwei Müttern und zwei Vätern lebt mit größerer Wahrscheinlichkeit in besseren finanziellen Verhältnissen und hat eine um 100% vergrößerte Chance niemals vernachlässigt und stets umsorgt zu sein.
Es ist immer jemand da, der vorliest, bei den Hausaufgaben hilft oder mit zum Fußball kommt.

Eine ungewohnt reißerische Überschrift fand ich heute in der SZ.

Von „Mörder-Mamas“ war die Rede.

Dabei ging es um die ebenfalls polyandrischen Schnurrbarttamarinen aus Peru.


Es handelt sich dabei um eine Krallenaffenart, also Primaten.
Die Mütter töten gelegentlich ihren eigenen Nachwuchs.

Eine im Tierreich nicht unübliche Methode.
Wildlebende Nager beispielsweise versuchen zwar ihre Kinderchen vor einer im Bau anrückenden Schlange in Sicherheit zu bringen. Ist dies aber nicht mehr möglich und der Tod des Nachwuchses ohnehin besiegelt, essen sie lieber selbst ihre Jungen. Die große Extra-Proteinportion ist dabei der Startvorteil für den nächsten Wurf.
Aber von den näher dem Menschen verwandten Primaten hört man das nicht so gern.

Ein ähnliches Verhalten sei in der Literatur überhaupt erst zwei Mal bei nichtmenschlichen Primaten beschrieben worden, berichten die Forscher um Laurence Culot von der belgischen Universität Liège im Fachblatt Primates (Bd. 52, S.179, 2011). Sie beobachteten unter anderem ein Muttertier, das ihr Kind mit einem Biss in den Kopf tötete und dann dessen Gehirn und Teile des Oberkörpers fraß. Die Forscher vermuten, dass dieses Verhalten immer dann auftritt, wenn das Überleben des Nachwuchses ohnehin fraglich ist. Dies ist in der polyandrisch organisierten Gesellschaft der Schnurrbarttamarinen etwa dann der Fall, wenn nicht genügend Männchen zur Unterstützung bei der Aufzucht bereitstehen.
(SZ 17.06.11)

Menschliche Moral spricht aus der Überschrift „Mörder-Mamas“.

Dabei verhalten sich die Schnurrbarttamarinen rational und vernünftig.

Der Homo Sapiens ist eins der ganz wenigen Säugetiere, das auch unter miserablen Bedingungen, wenn es nicht genügend Futter gibt, ungehemmt kopuliert und ein Balg nach dem nächsten produziert.

Die Zoos weltweit können davon ein Lied singen.
Viele Dekaden beklagten sie, daß in der Gefangenschaft kaum Nachwuchs entstand, bis sie allmählich begriffen, daß die Haltungsbedingungen Schuld waren.
Erst größere Gehege, Auslauf und besseres Futter brachten die Sexmuffel in Wallung.

Die Zoodirektoren hatten viel zu lange von sich auf die Tierwelt geschlossen und angenommen, daß man auch in einem winzigen Verschlag unablässig poppen möchte.
Menschen haben eine extrem paradoxe Vermehrungsrate: Je schlechter es ihnen geht, desto mehr Blagen schlüpfen aus.

In den übelsten Kriegsgebieten und Hungerlagern, Gaza und Eritrea beispielsweise, gibt es die höchsten Geburtenraten.
Im reichen Japan und Deutschland beobachten wir das umgekehrte Bild.

Unter Homo Sapiens kommt es dabei selten bis nie vor, daß Mütter ihren eigenen Kindern in den Kopf beißen und sich so eine extra Mahlzeit beschaffen.

Stattdessen verhungern aber 30.000 Kinder PRO Tag.

Ein Phänomen, das bekanntlich niemanden stört.

Es wäre ein Leichtes für die Industrienationen der Welt die täglich 100.000 an den Folgen des Hungers sterbenden Menschen zu ernähren.
Aber dazu müßte der Wohlstand etwas anders verteilt werden und dazu wiederum haben die Bewohner der Christlich geprägten Industrienationen ihre Bankkonten viel zu lieb.

Es kostet in Europa und Nordamerika niemanden eine schlaflose Nacht, daß in Zentralafrika bei zehn Geburten ein überlebendes Kind pro Frau keine Seltenheit sind.

Aber die Schnurrbarttamarinen finden wir ganz schön unmoralisch.

Und Mitt Romney, der stolze Opa von elf Enkeln will wieder mehr US-Soldaten in den Irak schicken.

Jede Woche eine Milliarde Dollar für US-Militäroperationen auszugeben und Tote zu produzieren, findet er moralisch geboten

Samstag, 11. Juni 2011

Ganz, ganz dunkelgrün - Saulus/Paulus Teil II

Die Grünen mit ihrer frommen Front-Frau Göring-Eckardt werden immer attraktiver für die Konservativen.
Die studierte Theologin ist nicht nur Grüne Vize-Bundestagspräsidentin, sondern Hardcore-Christin.
Sie ist Präsidiumsmitglied des deutschen Evangelischen Kirchentages, gehört dem Kuratorium „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ und dem Kuratorium der „Internationalen Martin Luther Stiftung“ an.
Sie wurde 2007 für eine Amtszeit von sechs Jahren zum Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages gewählt, ist Patin des fundamental-christlichen "Kinderhospizes Bethel“ und setzte sich 2009 sogar bei der Wahl zum Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gegen den Ex-Ministerpräsidenten Bayerns, Günter Beckstein durch.
Die Ober-Grüne gehört dadurch natürlich auch dem einflussreichen Rat der EKD an.
Katrin Göring-Eckardt, die Mutter zweier Söhne ist zudem Präsidentin des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentags 2011 in Dresden und sprach als solche auch das Schlußwort zu den geistig verflachten Käßmann-Jüngern, die in jede Kamera ein aus den Händen geformtes Herz zeigten.

Liebe Kirchentagsgemeinde, liebe Schwestern und Brüder,
ein wunderbarer Kirchentag liegt hinter uns. Wir haben Großes und Bewegendes gesehen.
[…] Wir müssen reden, haben wir zu Beginn gesagt – und: Wir haben geredet. Miteinander und mit Gott. Gott sei Dank!
[…] Das alles ist großartig. Liebe Kirchentagsbesucherinnen und -besucher, in Ihrer Nähe sehen Sie bestimmt eine Helferin / einen Helfer. Zeigen Sie Ihnen doch einfach einmal das Herz, unser Handherz.
Als Dankeschön.
[…] So sind wir unterwegs: Die Welt nicht ohne Gott, Gott nicht ohne Welt, beides zusammen wohnt mitten in unseren Herzen. Denn da, wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Und wir sind frei, wenn Gott unser Schatz ist, frei für eine bessere, lebenswertere Welt.
[…] seid barmherzig mit Euch selbst, gebt Gott Raum in eurem Herzen, denn er ist barmherzig, und wir können es auch sein.
(goering-eckardt.de)

Ja, der liebe Gott. Er ist so barmherzig.



(Wäre ich Grüner, würde ich jetzt meine Parteimitgliedschaft kündigen. Aber ich habe schließlich mit den Katholiban Nahles und Thierse in meiner Partei genauso zu leiden.)

Was mich abstößt, zieht die Konservativen an.

Ohnehin verstehen selbst CDU-Abgeordnete nicht mehr den Unterschied zwischen Union und Grünen.

Als sich am vergangenen Montag die Unionsfraktion traf, um über das neue Energiekonzept zu beraten, stellte der Karlsruher Abgeordnete Axel Fischer eine simple Frage: "Was unterscheidet uns eigentlich noch von den Grünen?" Eine klare Antwort blieb die Kanzlerin schuldig.
(Der Spiegel 11.06.2011)

In der Tat; das Alleinstellungsmerkmal der CDU - die bedingungslose Hörigkeit gegenüber dem Atomoligopol - wurde soeben abgeräumt.
Erklären kann das die Kanzlerin natürlich nicht, die unter maximaler Heuchelei dem Bundestag weismachen wollte, sie allein habe den Atomausstieg erfunden.

Keine Kanzlerin bekennt es, kein Minister sagt es, aber sie alle wissen es - wollen es aber sogleich wieder vergessen: Wenn das richtig ist, was jetzt getan wird, dann waren Hunderte Wahlkämpfe der CDU und CSU ein kolossaler Irrtum; dann war der nukleare Glaube der Union ein Aberglaube; dann waren und sind die alten Feindbilder Trugbilder; dann haben diejenigen recht behalten, auf die man einst mit Fingern gezeigt und gegen die man die Polizei hat aufmarschieren lassen. Wenn das richtig ist, was jetzt propagiert wird, dann standen nicht Christdemokraten und Christsoziale auf der richtigen Seite, sondern die Anderen, die einst langhaarigen, jetzt bürgerlichen Parka- und Pulloverträger, die Grünen und Ostermarschierer, die Leute vom BUND und von Greenpeace und die angeblich suspekten Gestalten der Demonstrationen von Wyhl, Brokdorf und Gorleben. Das ist für die Union ein Kulturschock und eine Katastrophe.
[…] Die Regierung Merkel hatte sich und das Land noch einmal in das nukleare Gefängnis gesperrt, obwohl dessen Gitter von der rot-grünen Vor-Vorgänger-Regierung schon gesprengt worden waren.
[…] Der Staat spielte nun fünfzig Jahre lang die Bad Bank für die Energiekonzerne:
Er nahm ihnen die Aufgabe der Entsorgung des Atommülls ab, gewährte ihnen Steuervorteile und begrenzte die Haftung der Konzerne für nukleare Unfälle auf Summen, die in Anbetracht der Gefahren lächerlich waren. Das heißt: Die Konzerne strichen die Gewinne ein, der Staat übernahm die Risiken. Das waren paradiesische Zustände für die Stromkonzerne.

(Heribert Prantl, 11.06.11)

Fürwahr paradiesische Zustände, in denen RWE, EnBW, Vattenfall und E.on bisher lebten.

Durchgesetzt hatte den Zustand die CDU und dabei besonders maßgeblich Angela Merkel als Umweltministerin und Kanzlerin.

Die Heuchelei sich als Architektin des Ausstiegs selbst zu feiern, ist kaum zu übertreffen.

Heucheln - das ist inzwischen das Markenzeichen der Merkel geworden.

Also, was habe ich in der Bundestagsdebatte gehört: Ehrlich gesagt – jede Menge politische Heuchelei. Die erste Heuchelei besteht darin, dass eine Fata Morgana bemüht wird. Das nach Konsolidierung in der Finanz-Wüste dürstende Volk soll glauben, es gebe eine Alternative zur Griechenland-Hilfe. Die gibt es nicht. Wenn wir nicht helfen, knallt's. Und dann stolpern auch deutsche Banken in den Abgrund.
[…] Die zweite Heuchelei besteht darin zu suggerieren, wir armen Deutschen müssten dauernd für die finanzpolitischen Chaoten in Griechenland zahlen.
[…] Die dritte Heuchelei besteht darin, wie hochstaplerhaft jeweils Union, FDP und SPD für sich beanspruchen, die Gralshüter des Europagedankens zu sein. Scheinheiliger geht’s kaum noch. Die Bundeskanzlerin zielte auf klassische Ressentiments als sie behauptet hatte, im europäischen Süden gehe man viel früher in Rente als im fleißigen Deutschland, das sei zu teuer für die Staaten. Nachweislich falsch, gibt aber Populistenpunkte!
(Jens Borchers, HR, ARD-Hauptstadtstudio)

Zurück zu den Grünen, die inzwischen auf den Christenzug gesprungen sind, von Gottes Barmherzigkeit und Bewahrung der Schöpfung fabulieren.
Sie sind inzwischen die wahren Konservativen.
Es wundert immer weniger, wenn frustrierte CSUler und CDUler gleich zu ihnen übertreten.

Wir haben bereits Beispiele gesehen.

Der frühere CSU-Ortsvorsitzende Thomas Müller, Bürgermeister im Bayerisch Eisenstein wurde noch amtierend zum GRÜNEN Zwieseler Bürgermeister-Kandidat.

In Zwiesel wird am 30. Januar ein neuer 1. Bürgermeister gewählt, weil das bisherige Stadtoberhaupt aus Gesundheitsgründen das Amt aufgibt. Die Grünen im Stadtrat haben sich einen ungewöhnlichen Kandidaten ausgesucht:
Thomas Müller (38), derzeit CSU-Chef und ehrenamtlicher Bürgermeister in Bayerisch-Eisenstein.
Müller: „Meine politische Orientierung hat sich nicht verändert.“
(gruene-bayern.de)

Es war ein bißchen viel Opportunismus - er landete nur auf dem vierten Platz.

Aber das war im Januar 2011.
Inzwischen ist ein halbes Jahr vergangen und die Unterschiede zwischen CSU und Grünen sind immer kleiner geworden.
Inzwischen treten ganze Ortsgruppen von der CSU zu den einstmals hart bekämpften „Ökostalinisten“ über. So geschehen letzte Woche in Niederbayern.
Der ganze Ruhmannsfelder Ortsvorstand der CSU verließ die CSU und gründet die erste grüne Ortsgruppe im Bayerischen Wald.
Schuld daran soll der "Guttenberg von Ruhmannsfelden", der Bürgermeister des Ortes, sein.
Ein erneuter schwerer Fall von Unions-typischer Plagiatitis war nur der Anlass.

Als Grund nennen die Abtrünnigen den Guttenberg von Ruhmannsfelden: Bürgermeister Brunner. 2009 hatte das Amtsgericht Viechtach den gelernten Bautechniker verurteilt, weil er sich Diplom-Ingenieur nannte, ohne studiert zu haben. Als Diplomarbeit soll er in weiten Teilen ein Gutachten vorgelegt haben, das ein anderen Planer im Auftrag der Gemeinde erstellt hatte. Als Brunner dann im April zum CSU-Ortschef gewählt wurde, hatte CSU-Frau Gaby Englmeier genug. Eigentlich sollte ihr Sohn Tobias, ein treues JU-Mitglied, sie in dem Amt als Ortschef beerben. Gewählt wurde Brunner. Mit beinahe dem gesamten Ex-Vorstand trat Englmeier aus der Partei aus.
Eine Politposse in der Provinz möchte man meinen. Doch die Beauty-Salon-Besitzerin Englmeier sieht darin große Politik: 'Die CSU macht keine ehrliche Politik mehr.' Als Frau sei sie in 'dem Männerverein' ohne Chance, sagt die 44-Jährige. Und dann der ständige Meinungswechsel in Sachen Atomausstieg. 'Das machen die nur, weil Wahlen anstehen, im Herzen will die CSU das nicht.'
Der ehemalige CSU-Chef und personifizierte Niederbayer Erwin Huber sieht schon eine Zeitenwende. 'Vor zehn Jahren war sowas undenkbar', sagt er.
(Frederik Obermaier und Christian Sebald 09.06.2011)

Sobald Grüne und CSU endgültig fusionieren, bin ich dann aber doch sehr froh bloß SPD-Mitglied zu sein.