TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!
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Mittwoch, 7. Dezember 2011

Wegen der Ausgewogenheit.

Mit der schwarzgelben Bundesregierung und der RKK verfüge ich über eine unerschöpfliche Quelle von Blog-Themen.
Einfach klasse, was einem jeden Tag entgegen springt, wenn man den Computer hochfährt.

Im ständigen Bestreben sich als neuer Mixa zu inkarnieren, brillierte der Salzburger Weihbischof Andreas Laun mit einer interessanten Variante des „so schlimm waren die Nazis nun auch wieder nicht“-Gedankens.
Die Bücherverbrennung war dem Moralexperten Laun offenbar ganz neu.

Am Vorabend des 1. Mai 1938 initiierten die nationalsozialistischen Lehrer die Bücherverbrennung auf dem Residenzplatz. Bücher jüdischer Schriftsteller wie Stefan Zweig, Arthur Schnitzler oder Franz Werfel, aber auch katholischer Autoren gingen damals in Flammen auf - in einer Art Ritus, begleitet von Feuersprüchen.Nach mehr als 73 Jahren konnte sich die Stadt Salzburg jetzt nicht nur zu einer Gedenkfeier, sondern auch zu einer bleibenden mahnenden Erinnerung durchringen.
[...] Erinnern setzt allerdings voraus, dass man vom Nazi-Feuergericht gewusst hat. Denn Salzburgs Weihbischof Andreas Laun hat erst „jetzt bei der Einladung“ von der Bücherverbrennung erfahren, wie er im „Salzburg heute“-Interview zugab.„Ich habe nicht gewusst, dass das in Salzburg stattgefunden hat. Und jetzt habe ich es gehört und habe mir gedacht: Gut, dass ich’s weiß und schön, dass ich hier eingeladen bin und ein paar Worte sagen darf.“
(Orf.at 25.11.2011)

Dennoch hatte der Bischof mit dem Rauschebart auf seiner ultrafundamentalistischen Lieblingswebseite „Kath.net“ einige Relativierungen parat.

Ich habe eine Bücherverbrennung erlebt, und das war so: Vor einigen Jahren fand in Berlin, wie jedes Jahr im September, eine Pro-Life-Demonstration statt, an der sich über 1000 Menschen beteiligten. Begleitet wurde sie von einer großen Zahl von Polizisten, die eine noch größere Zahl von hasserfüllten Gegnern auf Distanz hielten. Und dann geschah es: Ausgerechnet in der Nähe des Bebel-Platzes, auf dem die Nazis in Berlin jüdische und andere Bücher verbrannt hatten, warf man uns eine brennende Bibel vor die Füße, das heilige Buch der Juden und der Christen! Und wieder waren Juden und Christen vereint im Hass seitens der Gottes-Feinde.
(Bischof Laun 28.11.2011)

Dabei gerierte sich Laun derart rechts, verlogen und geschichtsfälschend, daß ihn sogar sein auch nicht eben liberaler Chef, Erzbischof Kothgasser wieder einfangen mußte - zum Ärger Kreuznets.


Und der Churer Bischof Huonder erklärt mal eben en passant, daß die Menschenrechte für ihn eine nachrangige Bedeutung hätten - zuerst kämen die katholischen Ansichten (Frauen minderwertig, Homosexuelle frönen der Kultur des Todes, etc).

Pünktlich zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember legt der Churer Bischof Vitus Huonder einen Hirtenbrief vor. Dieser soll am Sonntag in sämtlichen Kirchen des Bistums, zu dem auch der Kanton Zürich gehört, verlesen werden. Schon vorab ist klar: Huonders Worte werden zu reden geben. Sie lauten unter anderem: «Die Kirche nimmt die Menschenrechtserklärung zur Kenntnis.» Gleichzeitig, so schreibt Huonder, messe die Kirche deren Aussagen und Forderungen an der «Wahrheit der göttlichen Offenbarung». Den Menschenrechten voraus gehe «immer das göttliche Recht», und sie stünden und fielen letztlich mit dem Respekt vor dem Gottesrecht. Die Kirche nimmt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 durch die Vereinten Nationen zur Kenntnis? Mehr nicht? Die Aussagen des Bischofs seien «beunruhigend», sagt Walter Kälin, Direktor des Schweizerischen Kompetenzzentrums für Menschenrechte und Professor für Völkerrecht an der Universität Bern. «Ich würde mir angesichts der weltweiten Gefährdung der Menschenrechte wünschen, dass ein Schweizer Kirchenoberhaupt diese nicht infrage stellt, sondern unterstützt.»
(Tagesanzeiger Zürich, 06.12.2011)

Nun quält mich allerdings das schlechte Gewissen wegen der Fokussierung auf Christen und deutsche Politik.
Dies ist eben nur zufällig der Kulturkreis, dem ich angehöre. Aber andere Religionen und Politführer sind natürlich auch großartige Komiker.

Ultraorthodoxe Juden stehen auf der nach oben offenen Geisteskrankheitsskala ebenso hoch wie evangelikale Christen.
Und daß amerikanischen Republikaner es in der Disziplin „Irrsinn verbreiten“ locker mit der FDP aufnehmen können, steht außer Frage.
Seit dem 11. September 2001 tue ich mich ein bißchen schwer damit Muslims ins Visier zu nehmen, da meiner Ansicht nach schon mehr als genug Islamophobie grassiert.
Breivik und die NSU haben davon eindrucksvoll Zeugnis abgelegt.

Heute möchte ich aber doch zwei wunderbare Einsichten Islamischer Kleriker erwähnen.

Prof Subhi prognostizierte in einem Saudi-Arabischen Gutachten, daß sich Sittenverfall und Homosexualität rasant ausbreiteten, wenn man Frauen erlaube Auto zu fahren.

Kamal Subhi [ist] ehemaliger Professor an der King Fahd University in Dhahran. In einem Gutachten, das er kürzlich dem gesetzgebenden Shura-Rat vorlegte, warnt er, es würde in zehn Jahren keine Jungfrauen mehr geben, wenn man das weibliche Geschlecht auf den Straßenverkehr loslasse. Damit nicht genug der absurden Prophezeiungen: "Frauen das Autofahren zu erlauben würde einen Anstieg von Prostitution, Pornografie, Homosexualität und Scheidungsraten provozieren", konkretisierte Subhi seine schlimmsten Befürchtungen laut dem britischen "Telegraph". Er begründet diese Prognose mit dem Sittenverfall, den er in anderen islamischen Ländern beobachtet haben will, wo Frauen das Autofahren erlaubt ist.
(Spon 03.12.11)

Na zum Glück wird in Merkels Lieblingsland des Nahen Ostens - niemand sonst wird so massiv mit deutschen Waffen aufgerüstet - konsequent mit zehn Peitschenhieben gegen Weiber am Steuer vorgegangen.
Wir wollen ja nicht, daß sich das Land der Heiligen Stätten Mekka und Medina in so eine Art arabisches GayRomeo verwandelt.


Der Hort der (sunnitischen) Islamischen Lehre ist immer noch die Universität Kairo.
Aus Ägypten stammt auch ein leider nicht namentlich genannter Kleriker, der sich ebenfalls um das Wohl der muslimischen Frauen sorgt.
Wie die beiden abrahamitischen Schwesterreligionen Judentum und Christentum weiß auch der Islam, daß Frauen minderwertig und geistig etwas zurück geblieben sind.
Insbesondere haben sie aber die Ursünde über uns gebracht und trachten auch heute noch danach keusche Männer zu verführen.
Unersättlich ist der teuflisch-sexuelle Appetit des schwachen Geschlechts.

Um die Weiber nicht noch zusätzlich aufzugeilen wird nun empfohlen ihnen Wurzeln, Zucchini, Gurken, Bananen und andere Lebensmittel, die phallische Assoziationen wecken, zu verbieten.

Präziser: Frauen dürfen schon Gurken essen, aber sie sollten sie nicht in ihrer Ursprungsform SEHEN - daher muß ein Mann dafür sorgen derart liederliches Gemüse vorher unkenntlich klein zu schneiden.

Islamic cleric bans women from touching bananas, cucumbers for sexual resemblance CAIRO: An Islamic cleric residing in Europe said that women should not be close to bananas or cucumbers, in order to avoid any “sexual thoughts.” The unnamed sheikh, who was featured in an article on el-Senousa news, was quoted saying that if women wish to eat these food items, a third party, preferably a male related to them such as their a father or husband, should cut the items into small pieces and serve. He said that these fruits and vegetables “resemble the male penis” and hence could arouse women or “make them think of sex.” He also added carrots and zucchini to the list of forbidden foods for women. The sheikh was asked how to “control” women when they are out shopping for groceries and if holding these items at the market would be bad for them. The cleric answered saying this matter is between them and God. Answering another question about what to do if women in the family like these foods, the sheikh advised the interviewer to take the food and cut it for them in a hidden place so they cannot see it.
(bikyamasr.com 06.12.11)

Hut ab, diese religiösen Moralexperten strotzen vor brillanter Ideen!

Freitag, 28. Oktober 2011

Small Penis Cars

Nein, das werde ich nie verstehen, wieso ein intelligenter Mann auf die Idee verfallen kann katholischer Priester zu werden.
Ich halte viel von der Theorie, daß die Hinwendung zum Priesterberuf entweder aus latenter Homosexualität entsteht, oder aber zur Kompensation von Minderwertigkeitskomplexen dient.

Ein Priester ist immer outstanding, gilt als „Gottesmann“ grundsätzlich mehr als Laien (Gott mag keine Prekatriatler. Abitur und Studium muß schon sein) und wird noch heute mit anachronistisch überhöhten Ehrenbezeichnungen („HOCHwürden“) angeredet.

Die priesterlichen Ehrenabzeichen - Soutane, weißer Kragen, Platz auf der Kanzel, .. - funktionieren genauso wie ein feuerrotes Porsche-Cabriolet für den Post-midlivecrises-Mann mit schütterem Haar und kleinem Penis.

Sie kompensieren fehlendes Selbstbewußtsein. Sie sind ein Seelenkrückstock.

Ein Popanz, der die eigene Langweiligkeit überdeckt.
Persönlichkeits-Viagra.

So gesehen wären Priester arme Würstchen.
Leider ist es nicht nur das. Sie maßen sich auch noch an für Gott zu sprechen und daher grundsätzlich von einer viel höheren Ebene aus zu befehlen.
Tatsächlich empfinde ich auch 99% der RKK-Priester charakterlich störend.
Eine unangenehme Sorte Mensch, die ich nicht gern um mich habe.

Umso erstaunlicher, daß es einige Pfaffen gibt, die sich sogar sympathisch finde.
Bischof Gaillot, Leonardo Boff, Hans Küng oder Bischof Kamphaus.
Mit Johannes XXIII. und Johannes-Paul I. gab es im 20. Jahrhundert sogar zwei Päpste, die ich ganz nett finde.
Allerdings sind das allesamt tatsächlich Ausnahmeerscheinungen. Küng, Boff und Gaillot sind rausgeflogen; JP I. wurde sogar mit hoher Wahrscheinlichkeit im Vatikan ermordet, um ihn daran zu hindern die Verstrickungen der Vatikanbank mit der Mafia aufzudecken.

Und wer könnte sich heute von dem extrem prunksüchtigen Papst Ratziger, der sein Pontifikat darauf ausrichtet strikten Papst-Gehorsam einzufordern, vorstellen den berühmten Satz des Johannes XXIII - „Giovanni, nimm dich nicht so ernst!“- zu verwenden?
Ein lächelnder Benedikt, der in Verhandlungen abrüstet, indem er ein an sich selbst gerichtetes „Sepp, nimm dich nicht so ernst!“ raushaut?
Guter Witz.

Die Kamphaus-artigen Bischöfe werden von ihm systematisch vertrieben.

Kirche driftet auseinander - die liberaleren und säkulareren Mitglieder verlassen jedes Jahr in sechsstelliger Zahl die beiden größten christlichen Sekten und am fundamental-traditionalistischen Rand ballt es sich zusammen.

Als Apotheose der konservativen Transformation gilt das Bistum Limburg, welches von 1982 bis 2008 von einem Bischof Franz Kamphaus geleitet wurde, der so integer und menschenfreundlich ist, daß sogar ich ihn mag!
Vor drei Jahren fiel dann der denkbar schwerste Hammer auf den Limburger Dom, indem Ratzinger das diametrale Gegenteil auf den Bischofsstuhl hievte.
Franz-Peter Tebartz-van Elst, jener prunk- und protzsüchtige ultrarechte Spalter, der innerhalb von kurzer Zeit das ganze Bistum gegen sich aufbrachte.



Tebartz-van Elst ist der Schrecken jedes katholischen Laien.

Er ist ultrakonservativ, diffamiert Minderheiten und schockiert zudem noch mit seiner abstoßenden Physionomie.



Kamphaus hingegen war der Jedermanns-Bischof.
Ohne die geringsten Dünkel und nicht die geringsten persönlichen Bedürfnisse wurde er zu einem echten Hoffnungsträger für die Liberalen.
Bis zum Schluß stemmte er sich gegen den Ratzinger-Erlass, der die deutschen Bischöfe zwang Frauen in Not die Tür vor der Nase zuzuschlagen und keine Schwangerschaftsberatungen mehr durchzuführen.
Mit persönlichem Prunk konnte er nie etwas anfangen. Sein Gehalt spendete er vollständig und antwortete auf das „Warum“ mit einer Gegenfrage:
„Wozu sollte ich Geld brauchen? Ich wohne umsonst, bin immer unterwegs und zum Essen werde ich immer eingeladen.“
Seinen Bischofsstab hatte sein Bruder selbst geschnitzt, seinen Bischofspalast überließ er einer tamilischen Flüchtlingsfamilie und lebte stattdessen in einer winzigen Zelle des Priesterseminars.

Auf Personal verzichtete Kamphaus und fuhr Zeit seines Lebens selbst Auto - aber nur einen gebrauchten Kleinwagen. Jahrelang einen Opel Kadett, später leistete er sich etwas mehr und übernahm einen 60-PS VW-Golf.

Nachfolger TVE ist hingegen ein Bischof aus dem 19. Jahrhundert.
Sein Denken ist stehengeblieben und unflexibel.
Gut findet er nur das Christentum.

FR: Könnte der Islam einmal etwas Konstitutives in Deutschland werden?

Franz-Peter Tebartz-van Elst: Mir liegt an der Wertschätzung und aufmerksamen Wahrnehmung anderer Traditionen, ohne die eigene Prägung durch das Christentum zu relativieren. Wir dürfen unsere Identität nicht zugunsten der Vermischung von allem zu einer Art allgemeinen Zivilreligion aufgeben. In unserer Gesellschaft greift – mit einem Wort von Papst Benedikt XVI. gesprochen – der Relativismus um sich. Es ist aber ein Trugschluss zu glauben, dass dieses Verblassen der Identitäten zur besseren Verständigung beiträgt. Im Gegenteil, dies führt nur dazu, dass alles als gleich-gültig angesehen wird und damit letzten Endes zur Gleichgültigkeit wird. […]

FR: Aber die eigene bischöfliche Privatkapelle, die musste partout sein?

Franz-Peter Tebartz-van Elst: Bischöflicher Dienst ist geistlicher Dienst. Leitung kommt in der Kirche aus der engen betenden Beziehung zu Jesus Christus, die täglich intensiv gepflegt werden will. Deswegen gehört zu jedem Bischofshaus eine Kapelle. Der Bischof sollte einen Raum des Gebets haben, den er stets aufsuchen kann. […]

FR: Den ganzen Ärger hat Ihnen Ihr Vorgänger Franz Kamphaus eingebrockt: Verzicht auf Bischofshaus, Verzicht auf einen großen Dienstwagen. Hadern Sie manchmal mit dieser plakativen Bescheidenheit?

Franz-Peter Tebartz-van Elst: Ich halte es für wichtig, zu vermitteln, warum wir im Bistum zu welchen Entscheidungen kommen. […]

FR: Vielleicht geht es mehr um den ganzen Habitus. Wissen Sie eigentlich, wie die jungen deutschen Bischöfe in Rom spöttisch genannt werden? Principi vescovi, Fürstbischöfe.

Franz-Peter Tebartz-van Elst: Das habe ich noch nicht gehört. Was soll damit gemeint sein?

FR: Na, zum Beispiel, dass Sie die ganzen barocken Ehrentitel für Priester wieder verleihen: Prälat, Ehrenprälat, Apostolischer Protonotar, Monsignore etcetera etcetera. Das alles gab es unter ihrem Vorgänger nicht mehr. Sie haben diese Praxis gegen ihn wiederbelebt.

Franz-Peter Tebartz-van Elst: Nicht gegen ihn, sondern für all die Priester, die sich eine solche Würdigung ihres Einsatzes redlich verdient haben. Ich habe damit eine in allen anderen Diözesen gelebte Praxis auch für unser Bistum wieder aufgenommen.

FR: Wieder gegen Kamphaus.

Franz-Peter Tebartz-van Elst: Er war in einer anderen Zeit Bischof und auch er hat auf die Formen in seiner Zeit reagiert. Wenn die Zeiten sich ändern, drückt sich das auch in der Formsprache aus. Als mein Vorgänger Bischof wurde, sind die Jugendlichen zum Beispiel in Jeans und Parka zur Firmung gekommen. Heute setzen sie mit ihrer Kleidung andere Akzente, weil das für sie zu einem großen Fest gehört. Ich bin heute Bischof und ich möchte heute Zeichen für den Glauben setzen.
(FR 21.01.2011)

Tebartz-van Elst legte sich sofort Diener zu, orderte maßangefertigte Prunkgewänder, eine Limousine und einen Chauffeur.


Und das alte Bischofspalais, in dem Flüchtlinge gewohnt hatten, war ihm nicht gut genug.
Ein 10-Millionen-Neubau für ihn als persönliche Wohnung - inkl einer Privatkapelle für 500.000 Euro mußten her.

Als Brandbrief bekannt wurde ein Schreiben des Runkeler Pfarrers Albert Dexelmann, der dem Bischof „klerikalen Dünkel“ und „selbstverliebte Rituale“ vorwirft. Das Schreiben kursierte längere Zeit im Bistum, bis es im November vergangenen Jahres Aufmerksamkeit erregte. Es beginnt mit dem Satz „Das ist ein Aufschrei von Seelsorgern im Bistum Limburg.“ Von einem „spirituellen Desaster“ ist dort die Rede und „klerikalen Szenen“, die Betrachter verstörten. Mitgetragen wird der Text nach Angaben Dexelmanns von zehn Priestern. Der Bau eines neuen Bischofssitzes in unmittelbarer Nachbarschaft zum Limburger Dom ist im Bistum stark umstritten. Das Bistum nennt Baukosten von 5,5 Millionen Euro, die Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ spricht von zehn Millionen. Ein historisches, sanierungsbedürftiges Gebäudeensemble soll zu einem Wohn-, Konferenz- und Bürokomplex umgewandelt werden. Kritik entzündet sich vor allem an der architektonisch alles überragenden Privatkapelle des Bischofs. Deren Baukosten veranschlagt das Bistum mit 300 000 Euro, die Bischofswohnung soll 200 000 Euro kosten. Eigenmächtigkeit, Prunksucht und Verschwendung sind Attribute, die Kritiker dem Bischof zuschreiben. Fest macht sich das unter anderem daran, dass Tebartz-van Elst einen BMW als Dienstwagen fährt. Sein Vorgänger Franz Kamphaus war im VW Golf unterwegs und saß selbst am Steuer.
(Peter Hanack und Joachim Frank 21.01.2011)

Franz-Peter Tebartz-van Elst muß einen unglaublich winzigen Penis haben.

Wobei ich betonen möchte, daß hier niemand etwas gegen winzige Gemächte hat.

Es kann nur unglücklicherweise in Kombination mit einer geistigen Unterentwicklung seines Trägers dazu kommen, daß extreme Überkompensationsmaßnahmen ergriffen werden müssen.

Aber das ist kein rein katholisches Problem.
Auch die evangelischen Kollegen interessieren sich nicht für die Bewahrung der Schöpfung. Statt kleine und umweltschonende Wagen zu fahren, haben sie es auch alle lieber groß, protzig und mit extra viel CO2-Ausstoß.

Dreckschleudern im Namen des Herrn:
Die Dienstwagen der deutschen Bischöfe sind nach einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe zu 90 Prozent klimaschädlich. Nur vier der 46 befragten Kirchenoberhäupter nutzten einen Dienstwagen, dessen CO2-Ausstoß unter dem seit 2008 geltenden EU-Zielwert von 140 Gramm pro Kilometer liegt, sagte Geschäftsführer Jürgen Resch am Dienstag in Berlin. Bei den anderen liege der Emissionswert ihrer Limousinen zwischen 20 und 60 Prozent darüber. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) verwies auf die Rahmenverträge mit den Autoherstellern: „Im Blick auf die Dienstwagen müssen wir abwägen zwischen verantwortlichem Umgang mit den uns anvertrauten Kirchensteuermitteln und den Notwendigkeiten des Umweltschutzes“, heißt es in der EKD-Reaktion.
[…] Die klimafreundlichsten Dienstwagen fahren derzeit die Präsidentin der Bremischen Evangelischen Kirche, Brigitte Boehme, Präses Alfred Buß von der westfälischen Kirche, Bischof Karl-Hinrich Manzke von der evangelischen Landeskirche Schaumburg-Lippe und der Bischof der evangelischen Landeskirche in Braunschweig, Friedrich Weber. Bei ihren Wagen liegt der CO2-Ausstoß pro Kilometer zwischen 128 und 134 Gramm.
[…] Am schlechtesten schneiden die Dienstwagen des katholischen Essener Bischofs Franz-Josef Overbeck und des hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister ab. Ihre VW Phaeton stoßen jeweils 224 Gramm CO2 pro Kilometer aus.
[…] Insgesamt zählt die Umwelthilfe 18 Dienstwagen auf, die mit Werten ab 172 Gramm übermotorisiert und klimaschädlich sind. […] Ein schlechtes Vorbild ist laut Resch zudem die mitteldeutsche Bischöfin Ilse Junkermann. Die evangelische Theologin habe in diesem Jahr intensiv für eine kirchliche Kampagne zu „Klimawandel und Lebenswandel“ geworben, sei aber zugleich nach Auslaufen ihres Leasingvertrages auf einen 245 PS starken BMW umgestiegen, der das Klima mit 180 Gramm CO2 stärker belastet als der Vorgängertyp.
(epd 25.10.2011)

Freitag, 10. Juni 2011

Spaßvögel und Spaßbremsen

Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.
Ja, ja. Stimmt schon. Aber einige Listen sind so glaubwürdig, daß ich mir nicht die Mühe mache zu überprüfen, ob die Daten eigentlich korrekt erhoben wurden.

Die Social-Networking-Plattform Badoo hat repräsentativ erkunden lassen welche von 15 Nationen die Lustigste ist. Die Frage lautete ganz simpel „Welches Volk kann seine Mitmenschen am leichtesten zum Lachen bringen?“

Das Ergebnis ist wenig überraschend und eindeutig.
Die größten Witzboolde sind die Amerikaner und mit klarem Abstand im Humor-Keller landen die Deutschen.

1 USA
2 Spanien
3 Italien
4 Brasilien
5 Frankreich
6 Mexiko
7 Großbritannien
8 Niederlande
9 Russland
10 Belgien
... ... 15 Deutschland

Es gibt zwei Kernbegründungen für dieses Ergebnis.

Erstens sind Deutsche so von ihrer eigenen Wichtigkeit und Bedeutung angetan, daß sie nicht die Fähigkeit zur Selbstironie entwickeln konnten.
Sie haben stattdessen die Schadenfreude exklusiv gepachtet.

Die Hälfte der Menschen lacht auf Kosten der anderen. Oder etwas anders ausgedrückt: Unter Humor verstehen die meisten Menschen das Gelächter über Dinge, die einem anderen zugestoßen sind
(Curt Goetz, Schriftsteller und Theaterautor)

Stattdessen trägt noch der faulste und verlausteste Heckenpenner die Mär vom deutschen Fleiß als Monstranz vor sich - obwohl in kaum einem europäischen Land weniger gearbeitet wird als zwischen Flens- und Freiburg.

Deutsche Wertarbeit und „Made in Germany“ gelten als Ausweise der Ingenieurskunst, obwohl hierzulande noch nicht einmal jemand ein Mobil-Telephon bauen kann.

Das Land der Dichter und Denker zu sein, behauptet man zu gerne, eine Kulturnation gar. Eine erstaunliche Einschätzung für eine Nation, deren Pop-Kultur Dieter Bohlen als größten Komponisten hervorgebracht hat, deren Karneval so tumb daher kommt, daß die Witz-Pointen per Fanfare „Tötööööö, tötöööö, tötööööö“ angekündigt werden müssen, dessen Fernseh- und Film-Produktionen so trashig sind, daß sie weltweit als unverkäuflich gelten - sie sind einfach zu schlecht.
Freundlicherweise will ich von deutscher Mode (Plastik-Sandalen mit Socken für Herren), deutscher Volksmusik (Schwarzbraun ist die Haselnuss) und deutschen uptempo-Stücken („Hyper Hyper!“) gar nicht erst sprechen.

Zweitens gibt es in der deutschen Sprache eine bisher unerklärliche Neigung zum Exkrementellen wenn es ums Schimpfen und Fluchen geht.

Während in anderen Sprachen beim Pöbeln Religiöses und Sexuelles konnotiert wird, begeistern sich Deutsche für Ausscheidungen aller Art.
Angeblich sind die Deutschen sogar das einzige Volk, daß streng Kacke-bezogen flucht. Entdeckt hat es der Freiburger Sprachwissenschaftler und Romanistik-Professor Hans-Martin Gauger.

(Hans-Martin Gauger: „Sprache und Sexualität“. Erschienen in „Merkur“, Nr. 598, 1/99. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart.)

Gauger: Mir ist aufgefallen, dass in romanischen Sprachen sexuelle Dinge herangezogen werden, um etwas Negatives zu bezeichnen. Im Deutschen ist es vollkommen anders. Das fand ich faszinierend. Ich werde meine Beobachtungen bald auch als Buch herausbringen.

SPIEGEL: Als Beweis für eine kulturelle Wasserscheide quer durch Europa?

Gauger: Ja, ein Beispiel: "Joder" ist im Spanischen der vulgäre Ausdruck für "Geschlechtsverkehr haben", heißt aber auch "belästigen". "No jodas" meint "belästige mich nicht", wörtlich übersetzt heißt es aber: "Vögle mich nicht." Das ist uns Deutschen - als Ausdruck - ja völlig fremd.

SPIEGEL: Wie schimpft es sich teutonisch?

Gauger: Wir nehmen unsere entsprechenden Ausdrücke aus einer anderen Sphäre, dem Exkrementellen. Unsere Sprachbilder hängen fast ausschließlich mit den Ausscheidungen zusammen, mit Kot und Urin. Das scheint durch, wenn wir sagen, jemand sei angeschmiert worden. Wir schimpfen mit Ausdrücken wie "Arsch", "Arschloch", die, so gebraucht, den romanischen Völkern wiederum eher fremd sind. Die kennen zwar auch vereinzelte Ausdrücke aus dem Exkrementellen, wir Deutschen beschränken uns aber eigenartigerweise darauf.
[…]

SPIEGEL: Die puritanischen Angelsachsen verwenden ja ungeniert sexuelle Formulierungen wie "fuck off".

Gauger: Stimmt, die schimpfen romanisch. Ich würde Ihr Beispiel mit "verpiss dich" übersetzen - sexuell geprägt im Englischen, exkrementell bei uns. Ein anderes Paar wäre "fucking rain" und "Scheiß-Regen".

SPIEGEL: Sind die offenbar unrettbar analfixierten Deutschen eine Ausnahme?

Gauger: Scheint so zu sein. Selbst bei unseren Nachbarn, den Niederländern, wimmelt es von Ausdrücken der sexuell orientierten Art. Das Deutsche ist eine Art Insel.

SPIEGEL: Ein weites Feld für Psychologen.

Gauger: Ja, das wird aber nicht einfach. Es gibt ein Buch von dem amerikanischen Volkskundler Alan Dundes, das bei uns den hübschen Titel hat "Sie mich auch!". Der kritisiert die Deutschen wegen ihrer Fixierung auf das Anale.
(Spiegel 01.11.1999)

So ist das - die Deutschen sind offenbar unrettbar analfixiert!!!
Möglicherweise sind wir also nicht nur verklemmt, sondern überhaupt bezüglich unserer geistig/seelischen Volksentwicklung in der analen Phase stecken geblieben.

Das ist gut für Humorkönige à la Mario Barth, die mit Kot-gefärbter Sprache leicht 70.000 Zuschauer zu kollektiver Fröhlichkeit animieren können, wird aber im Rest der Welt nicht wirklich anerkannt.

Amerikaner sind da ein ganz anders Kaliber - voller Selbstironie fanden sie den Dümmsten unter 300 Millionen Mitbürgern und machten ihn im Januar 2001 zum US-Präsidenten.

Ganze Scharen von stramm konservativen US-Top-Politikern ließen sich bei schwulen Affären erwischen und einer der Demokratischen Hoffnungsträger, Anthony Weiner, (gesprochen „Wiener“; umgangssprachliche Bedeutung = Penis), dachte sich „nomen et omen“ und verschickte gleich mal voller Stolz

ein Bild seines erigierten Gerätes an 60.000 seiner Twitter-Anhänger.



Anthony Weiner galt in den USA als kommender Polit-Star, als Hoffnungsträger der Demokraten. Am Montag ist davon nicht mehr viel zu erkennen. Weiner schluchzt. Er schnieft. Er stottert. "Ich entschuldige mich bei meiner Frau und unserer Familie", sagt er mit brechender Stimme. "Ich schäme mich zutiefst für meine schrecklichen Handlungen."
(Marc Pitzke 07.06.2011)


Und Sarah Palin, die einzige Person, die noch dümmer und gefährlicher als George Bush ist - „I can see russia from my house“ hat ernsthafte Chancen die nächste Präsidentin zu werden.

DAS nenne ich HUMOR!

Donnerstag, 28. April 2011

Rom, Ratzi, Raffgier.

Juhei, der Mai ist (fast) da!
Das bedeutet, daß drei bedeutende Ereignisse stattfinden. In der Reihenfolge der Wichtigkeit sind das: In Berlin und Hamburg werden Maghreb-Bürgerkriegsszenen nachgestellt, RTL-II beginnt die 11. Staffel „Big Brother“ und Ratzi spricht seinen Vorgänger JP-II selig.
Letzteres ist natürlich nur eine gagaeske Inszenierung ohne Sinn, aber es zeigt mal wieder so wunderbar, wie komplett geistig entstellt die Religion ist, dessen Oberchef Ratzinger ständig von „Vernunft des Glaubens“ fabuliert.

Während das primitive Fußvolk in Verkennung sämtlicher vatikanischer Regeln seit fünf Jahren „Santo Subito“ skandiert, polemisiert Hakenkreutznet gegen die „Eiligsprechung“, da Woytila in ihren Augen natürlich eine linksextreme Bazille ist.
Für Hetznet ist Papst Johannes Paul II eine Hassfigur, da er 1988 das Traditionalisten-Idol Erzbischof Marcel Lefebvre exkommuniziert hatte.
Über 20 Jahre stand die Piusbruderschaft damit außerhalb der Kirche - erst der rechte Ratzi breitete seine Arme aus, um sich die Holocaustleugnenden Ultras wieder an die Brust zu drücken.
Um die Seligsprechung Woytilas zu torpedieren, graben die Pius-Fanatiker seine Togo-Reise von 1985 aus, bei der er zusammen mit „heidnischen Einheimischen“ gebetete hatte.
SCHOCK SCHWERE NOT!

Man sollte meinen, daß dieser eine Vorfall – nicht nur unbereut, sondern hochgepriesen – ein ausreichender Grund für die Beendigung des Heiligsprechungsprozesses sein müßte. Nach Johannes Pauls II. eigener Aussage betete er mit Animisten. Diese direkte und formale Teilnahme am heidnischen Gottesdienst war für die Kirche immer schwer sündhaft.
[…] Das war der vielleicht ungeheuerlichste Vorfall in einer Reihe ähnlicher während der Amtszeit von Johannes Paul II.
(Brech.net 28.04.2011)

Aus einer anderen Richtung wird ebenfalls gegen die in der Tat regelwidrige Rapid-Seligsprechung argumentiert.
Der Papst war demnach nicht zu links, sondern zu rechts.

So sieht es der Jesuit Heiner Geißler, der richtigerweise darauf hinweist, daß sich Johannes Paul-II mit seinem Kettenhund Ratzinger gegen die Armen in Südamerika stellte und Partei für die faschistischen Diktatoren ergriff.

Vor der Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. hat der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler scharfe Kritik an der Amtsführung des polnischen Papstes geäußert. "Seine Haltung zur Befreiungstheologie hat der Volkskirche Lateinamerikas sehr geschadet. Er hat die Armen regelrecht verraten", sagte Geißler der in Bonn erscheinenden Wochenzeitung "Christ und Welt", die der "Zeit" beiliegt.

Der CDU-Politiker schloss sich einem internationalen Appell von Theologen und Bischöfen an, der gegen die "Seligsprechung von oben" für Johannes Paul II. protestiert und zugleich eine "Heiligsprechung von unten" für den salvadorianischen Erzbischof Oscar Romero (1917-1980) ausruft. Unterzeichnet wurde er unter anderem von den Theologieprofessoren Friedhelm Hengsbach, Gotthold Hasenhüttl, Hans Küng, Sabine Demel, Dietmar Mieth, Elisabeth Schüssler Fiorenza und Hermann Häring.

Geißler betonte, dass Johannes Paul II. erheblich dazu beigetragen habe, die Unterdrückung der Menschen durch den Sowjetkommunismus zu beenden. "Sein Antikommunismus war verständlich und berechtigt. Aber Johannes Paul II. war durch den Antikommunismus so verblendet, dass er nicht sehen wollte, dass die Befreiungstheologie keine marxistischen Ziele formuliert hat, sondern urchristliche." Der Papst habe geglaubt, die Befreiungstheologen hätten von Marx abgeschrieben. "Tatsächlich hatten die Marxisten vom Evangelium abgeschrieben."
(KNA 27.04.2011)

Herr Geißler hat zwar Recht mit seiner Einschätzung, Ratzi und Woytila hätten sich absolut schäbig verhalten.

Aber was erwartet er denn anderes?

Seit eh und je steht der Vatikan auf Seiten der rechten Diktatoren. Schließlich wurde auch ausdrücklich der Faschismus von den Päpsten unterstützt.
Wenn Geißler das nicht passt, sollte er ganz schnell aus der RKK austreten.

Lustig ist natürlich wieder mal die formale Begründung für die Seligsprechung.
Vatikanisch dokumentiert wurden Woytilas „theologische Tugenden“ (Glaube, Hoffnung, Mildtätigkeit) und seine „Kardinaltugenden“ (Besonnenheit, Gerechtigkeit, Mäßigung und Tapferkeit).
Jemand der Frauen und Schwule als Menschen zweiter Klasse betrachtet hat, gilt offiziell als „gerecht“, jemand, der sich wie keiner vor ihm bei Masseninszenierungen und Heiligsprechungen am laufenden Band produziert hat, läuft unter dem Etikett „Mäßigung“ und jemand, der aktiv das Kinderficken seiner Priester vertuscht hat, steht für „Hoffnung“.

Natürlich mußte auch ein vom toten Papst bewirktes Wunder offiziell anerkannt werden - in diesem Fall half eine an Parkinson erkrankte französische Nonne, die zu Woytila betete und daraufhin vom ihm geheilt wurde.

Nun gibt es verschiedene Ansichten darüber, ob es sich um eine Spontanremission oder das aktive Eingreifen Woytilas aus dem Himmel gehandelt hat.
Ich tendiere zu Ersterem, Ratzi weiß aber, daß Letzteres der Fall war.

Damit ist es offiziell, daß der tote Papst Parkinson heilen kann.

Zu blöd für ihn, daß er das noch nicht konnte als er noch lebte!
Der Argumentation folgend, daß JP-II von Wolke Sieben aus eine Parkinson-Kranke geheilt hat, muß er seliggesprochen werden.
Man kann das allerdings auch anders sehen:
Wenn JPII solche Fähigkeiten hat, warum zum Teufel hat er dann nur die eine Nonne geheilt? Ich kenne allein drei Menschen persönlich, die an Parkinson leiden.
Eine Tante von mir ist letztes Jahr daran gestorben.
Das wäre schon nett gewesen, wenn Woytila da auch eingegriffen hätte, nicht auf der faulen Haut läge und es bei einer einzigen Nonne belässt.

Ohne dass man nun der Frage nachgeht, ob Wunder überhaupt möglich sind, muss doch die hier zugrunde gelegte Struktur des Wunders dem durch die Aufklärung gegangenen heutigen Zeitgenossen eine starke Zumutung sein. Und dies deshalb, weil hier das Gebet der Patientin streng kausal für ihre Heilung gedacht wird (und auch das unterstellte hilfreiche Eintreten des verewigten Papstes für sie), also eine Beweiskette geschmiedet wird, die es mit jeder anderen Ursachenkette aufnehmen soll und die nicht einmal der Advokat des Satanas mit seinen scharfsinnigen Argumenten mehr sprengen kann. Doch die eigentliche theologische Zumutung dieser Vorstellung von Wunder liegt noch auf einer ganz anderen Ebene: Weshalb soll diese eine Patientin durch päpstliche postmortale Intervention gerettet worden sein, alle anderen Parkinson-Kranken aber – auch alle anderen, die ebenso heiße Gebete gen Himmel gesandt oder direkt an den verstorbenen Papst adressiert haben – dem erschütternden Verlauf ihrer Krankheit hilflos überlassen bleiben? Eine merkwürdige katholische Gnadenwahl, der unbarmherzigen doppelten Prädestination eines Johannes Calvin durchaus ebenbürtig.
(Robert Leicht in der ZEIT 28.04.2011)

Dem Vatikan und seinem „Advocatus Diaboli“ sind derlei logische Überlegungen herzlich egal.
Aber in einem Aspekt sind sie meisterlich; sie wissen wie man mit Heiligen und Seligen richtig viel Kohle macht!
Der Reliquienhandel war und ist eine der größten Einnahmequellen der RKK.
Üblicherweise werden für neue Reliquien Knochensplitter der Heiligen entnommen.

Im Falle Woytilas haben sich Ratzi und Co aber als echte Blutsauger erwiesen und schon mal Material für einige Mega-Reliquien requiriert.
Vier Ampullen Blut hatte man dem Schwerkranken kurz vor seinem Tod abgezapft.
Die Jungs im Vatikan wissen schließlich aus Jahrhunderten Erfahrung wie man vermarktet.

Wenn Johannes Paul II. am Sonntag seliggesprochen wird, dürfen die versammelten Gläubigen eine Ampulle mit dem Blut des früheren Papstes verehren. Am Dienstag beantwortete der Vatikan damit die Frage, welches Relikt bei der Feier zur Seligsprechung präsentiert wird.
(tagesschau.sf.tv 26.04.2011)

Man fragt sich was man dem alten Woytila noch so alles abgepumpt und abgeschnitten hat, um das in zukünftigen Jahrhunderten zu Geld zu machen.

Die wertvollsten Reliquien sind üblicherweise Vorhäute - allein 14 Vorhäute Jesu hat die RKK in ihrer Geschichte als „echt“ anerkannt.

Gut möglich also, daß zukünftige strenggläubige Katholiken um eine in einer Monstranz eingefassten Woytila-Vorhaut herum tanzen.

Wie sagte schon Joseph Ratzinger?
Glaube und Vernunft sind eins.

Sonntag, 6. März 2011

Penisüberlegungen.

J.R. laufen in Europa nicht nur die Gläubigen weg; nein auch bei den Hirten herrscht Ebbe.
Viele Gemeinden sind verwaist, viele Priester müssen sich um ein halbes Dutzend oder mehr Kirchen kümmern.
Das Personal ist jetzt schon so knapp, daß die Pfaffen es noch nicht einmal mehr schaffen ihre wegsterbenden Gläubigen persönlich unter die Erde zu bringen.
Purer Not gehorchend mußten viele Bischöfe das Undenkbare wagen und Personen OHNE PENIS erlauben auf dem Friedhof auszuhelfen.
Der völlig überarbeitete Pastor Kossen der Christophorus Gemeinde Emmerich im Bistum Münster beispielsweise erwirkte bei seinem Oberhirten Bischof Felix Genn eine Sondergenehmigung mit der seine Pastoralreferentin Kirsten Ebben nun ein paarmal die Woche Beerdigungen durchführt.

Katholische Frauen sind so schön devot.

Statt der Amtskirche selbstbewußt gegenüber zutreten und zu sagen „das habt ihr nun davon, daß ihr uns nicht als Priesterinnen akzeptiert; nun seht zu, wie ihr klar kommt“, ist Frau Ebben auch noch dankbar dafür, daß sie nun ein bißchen aus der Bredouille helfen kann und akzeptiert klaglos, daß sie ob ihrer fehlenden Testikel und des fehlenden Gliedes keine Eucharistie feiern darf.

Ebben wird Trauerbesuche in den Familien, Predigten sowie Beisetzungen übernehmen. Lediglich die Eucharistiefeier ist einzig den Priestern vorbehalten. „Das ist schon eine Erleichterung“, meint Kossen. Die Beerdigungen ohne Messe (etwa die Hälfte) können ganz ohne Priester stattfinden. In anderen Regionen wie dem Ruhrgebiet sei dies längst Usus.
(Marco Virgillito , 24.02.2011)

Die Gläubigen akzeptieren auch eine Frau im Talar.

Aber der Vatikan ist besessen von Hoden und Penissen.

Es genügt noch nicht einmal überhaupt über derartige Geschlechtsorgane zu verfügen - nein, sie müssen auch einigermaßen groß und funktionstüchtig sein, um als Seelsorger, Priester oder Ehemann den kirchlichen Segen zu bekommen.

Um sich diesbezüglich keines Risikos auszusetzen, führten die Katholiken bei der Papstwahl ein ausgefeiltes Penisprüfverfahren ein; den Kotstuhl!!

„Der nach unten hin offene Sedes stercoraria. Auf dem Möbel mit dem irreführenden Namen mußten die neugewählten Päpste Platz nehmen und sich dann vom jüngsten Mitglied des Kardinal-Kollegiums unter die Soutane greifen lassen - um sicherzustellen, daß es sich bei dem zukünftigen Pontifex wirklich um einen Mann handelte. Fand der Gottesmann, wonach er suchte, sprach er die Worte: „Habet testes“ (er hat Hoden).Worauf die Kardinäle antworteten: „Deo gratias“ (dem Herrn sei Dank).
Dabei wäre der skurrile Greiftest - den die katholische Kirche wider besseres Wissen und alle Beweise heute leugnet - bei den meisten Päpsten überflüssig gewesen. Denn fast alle hatten schon vor ihrer Wahl bewiesen, daß sie Testes-Träger waren.“

(Der Spiegel 11/97)

"Das Weib ist ein minderwertiges Wesen, das von Gott nicht nach seinem Ebenbilde geschaffen wurde. Es entspricht der natürlichen Ordnung, daß die Frauen den Männern dienen."
(Kirchenvater Augustinus, hl., 354-430)

Anderen Sekten, wie zum Beispiel den orthodoxen Christen, reicht noch nicht einmal die Tatsache überhaupt über männliche Genitalien zu verfügen - nein, sie müssen auch noch ausreichend groß sein - sonst ist’s Essig mit der Priesterlaufbahn.
Es kann dazu führen, daß armen kleinpimmeligen Menschen a priori der Weg zum Theologiestudium verwehrt bleibt.
So geschehen im Juli 1996 in Bukarest, als mehreren Männern das Kirchenstudium verboten wurde. Die Schule begründete die Ablehnung wie folgt:
Die Penisse der Kandidaten wären einfach zu klein und „in einer Pfarrersfamilie darf es nicht zu Scheidungen oder sonstigen Unannehmlichkeiten kommen“.

Klar - was könnte auch sonst ausschlaggebend sein für das Funktionieren einer Ehe außer der Penisgröße des Ehemannes!
Recht haben sie, die Rumänen!

Unter einer gewissen Mindestpenisgröße dürfte überhaupt nicht erlaubt sein zu heiraten.

Außerdem ist auf eine volle Funktionstüchtigkeit zu achten.

Als vorbildlich kann in dieser Hinsicht Bischof Lorenzo Chiarinelli in Viterbo angesehen werden:
Daß ein Paar sich liebt, zusammen leben möchte ohne laufend GV zu praktizieren, ist für Bischof Lorenzo Chiarinelli in Viterbo nicht nur NICHT vorstellbar, sondern sogar verwerflich.
Einem standesamtlich verheiratetem Paar verweigerte der Bischof den kirchlichen Segen, da der Ehemann durch einen Unfall gelähmt und zeugungsunfähig geworden war:

"Kein Bischof, kein Priester kann eine Hochzeit zelebrieren,
wenn er weiß, dass eine Impotenz vorliegt".

Kirchliche Trauung nur mit Erektion!

Zum katholischen Priesteramt taugen nun aber nicht alle Hodenträger.
Naive Menschen könnten meinen, daß in einem Beruf, der ohnehin zum Zölibat verpflichtet Penisgröße, Potenz und sexuelle Orientierung irrelevant wären - aber weit gefehlt:
Es ist außerdem zwischen guten (=heterosexuellen) und schlechten (=homosexuellen) Enthaltsamen zu unterscheiden.
Letztere dürfen auf Anweisung des aktuellen Pontifex‘ gar nicht erst zum Priesterseminar zugelassen werden.
Aufklären kann hier der stets brillante Erzbischof Dyba, der zwar zur Zeit tot ist, aber ob seines frommen Adlerblicks in die erotischen Abgründe mit Sicherheit bereits einen Ehrenplatz auf Wolke 7 in Gottes Himmel ergattert hat.
Im Bonifatiusboten verkündete er schon 1997, daß nur derjenige katholischer Priester werden könne, „der das Zeug zu einem gesunden und guten Familienvater“ hätte. Homosexuellen fehle dagegen das „Opferbewusstsein“ für das Priesteramt.

Anders als der selige Dyba hat sein Kollege Bischof Giovanni Scanavino (71) aus der mittelitalienischen Diözese Orvieto das spezielle heterosexuelle Opferbewußtsein nicht erkannt und dachte irrtümlich auch ein möglicherweise homophil veranlagter Zölibatärer könne ein einfühlsamer Seelsorger sein.
Der Durchgangsdiakon Luca Seidita aus Scanavinos Diözese sollte ursprünglich Ende 2010 von ihm zum Priester geweiht werden, obwohl Seitida angeblich „in der Vergangenheit“ homosexuelle Bekannte hatte.

(Ich weiß, man kann es kaum glauben - ein Diakon soll einen Schwulen kennen?)


Der Bischof fand Seidita gerade wegen seiner ausgeprägten Sensibilität zum Seelsorger geeignet.
Im letzten Moment griff aber der liebe Joseph Ratzinger ein und stoppte die Priesterweihe. Luca Seidita („Ich wollte Priester werden, ich hatte mein gesamtes Leben darauf ausgerichtet“) verzweifelte derart an der brutalen Haltung J.R.s, daß er sich nur einen Tag nach der Entscheidung des Papstes das Leben nahm.
Er sprang von einer Klippe in den Tod.

Er nehme sich das Leben wegen der Verweigerung der Priesterweihe, erklärte Seidita in einem Brief, der im Laufe des Tages in seinem Zimmer bei der Kurie von Orvieto gefunden wurde. Der Brief war auf Computer geschrieben. Laut den Ermittlern unter der Leitung von Staatsanwalt Francesco Novarese bestehen keine Zweifel, dass der Diakon der Autor des Dokuments ist. Laut dem Vatikan sei der Diakon Luca Seidita „nicht reif“ für eine Priesterweihe gewesen. Dies sagte der Bischof von Orvieto, Mons. Giovanni Scanavino, und sprach von Divergenzen mit den römischen Ministerien. „Für mich war er bereit Priester zu werden“, unterstrich Scanavino.
(suedtirolnews.it, 01.12.2010)

Die Personalie Seidita hatte der Vatikan damit glücklicherweise schnell vom Tisch, aber das größere Problem blieb der Bischof, der zickig noch nach der papalen Entscheidung, daß Seidita wegen der mangelnden theoretischen phallischen Ausrichtung auf Vaginen, kein Priester werden könne, darauf beharrte, der Diakon sei „doch geeignet“ gewesen.

Dabei sollte er als Bischof doch eins wissen: „Roma locuta, causa finita“.

Man hat gefälligst untertänig die Klappe zu halten, wenn J.R. etwas entschieden hat.
Renitente Bischöfe sind für Ratzi noch schlimmer als schwule Priester. Dafür war er zu lange Chef der römischen Inquisition, um sich auf der Nase herum tanzen zu lassen.
Integere Bischöfe mit eigener Meinung? Wo kämen wir denn da hin?

Dem außerordentlich beliebten Bischof Giovanni Scanavino wurde derart Druck gemacht, daß er zum Entsetzen seiner Schäfchen nun seinen Rücktritt anbot.
Ratzi was amused.

Papst Benedikt XVI. nahm am Samstag den vorzeitigen Rücktritt Scanavinos an und ernannte für eine Übergangszeit den emeritierten Erzbischof von Messina, Giovanni Marra (80), zum Nachfolger. Auslöser für die Spannungen war der Selbstmord eines Diakons im Vorjahr. Am 1. Dezember hatte sich ein Diakon von einem Felsen gestürzt, nachdem der Vatikan ihm die Zulassung zur Priesterweihe verwehrt hatte. Scanavino hatte den Mann zuvor aber als geeignet bezeichnet. Vorwürfe aus der Vergangenheit zu homosexuellen Neigungen des Kandidaten seien überwunden und aufgeklärt, hatte der Bischof damals gegenüber Klerikern seiner Diözese betont.
(Domradio 05.03.2011)

Wieder eine gewonnene Schlacht für den Vatikan; mutmaßliche Schwule und homo-tolerante Bischöfe rausgeekelt und zwei Seelsorger weniger.

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Zeit für die Männer in den weißen Kitteln

Ist das ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom? ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung)?
Ist im Kölner Dom das Ritalin ausgegangen?

Ich hatte doch den werten Kardinal Meisner gerade erst gestern mal wieder gewürdigt und nun haut der schon wieder einen raus! Donnerlittchen; Ratzis Top-Leute sind ihr Geld echt wert!

Dabei wollte ich heute dringend was zur deutschen Innenpolitik schreiben. Aber man kommt ja zu nichts mehr, so schnell wie die erratischen Irren auf den Kanzeln wieder neue Giftpfeile abschießen.

In David Bergers Buch „Der Heilige Schein“ wird ein Dozent eines Priesterseminars (in Zaitzkofen oder St Pölten) zitiert.

“Die Frommen, sind dumm und die Intelligenten leider nicht fromm“. So schade er es fände, aber da sei ihm die erste Variante lieber.

Scheinbar wird bei konservativen Geistlichen in ihrer Ausbildung systematisch dafür gesorgt, daß sie keinen Zugang zu Informationen bekommen und durch ein randvoll gefülltes Tagespensum vom Studieren abgehalten werden.
Denn je gebildeter und intelligenter die Alumen werden, desto mehr Fragen stellen sie und kritische Fragen sind kontraproduktiv für die Frömmigkeit.

Um es mal höflich und euphemistisch auszudrücken:

Joachim Kardinal Meisner ist sehr, sehr fromm.


Und diese Frömmigkeit ist völlig ungefährdet, da er mit keinerlei Wissen oder Empathie über das Leben und wissenschaftliche Zusammenhänge belastet ist.

Nun ist es an sich schon etwas fragwürdig ausgerechnet einen 77-Jährigen Junggesellen, der noch nie in seinem Leben Sex hatte und den lieben langen Tag in einem roten Kleidchen umher läuft, für einen kompetenten Berater in Sachen Familienplanung zu halten!
Aber nun hat dieser realitätsentrückte Kölner auch noch moderne medizinische Methoden bewertet.

"Die PID zieht immer Selektion und Tötung nach sich", sagte er in einem Gottesdienst am Dienstagabend im Kölner Dom. Wer PID zulasse, sage Nein zum Leben und Nein zu Gott. „Dieses Nein aber bedingt gleichsam lawinenartig eine weitere Lockerung des Lebensschutzes“, warnte Meisner. Der Mensch habe seine volle Würde, sobald eine Eizelle befruchtet werde, erläuterte Meisner. „Ab dem Moment ist nicht nur neues Leben vorhanden, das sich als Mensch entwickelt. Ab diesem Moment stehen wir vor einer neuen genetischen Identität, das heißt, einem einzigartigen neuen Ebenbild Gottes.“ Niemand habe das Recht, hier eine Auswahl zu treffen, betonte der Kardinal zum Fest der Unschuldigen Kinder, das die Kirche am 28. Dezember begeht. Es erinnert an den Befehl von König Herodes zur Zeit Christi Geburt, alle neugeborenen Jungen töten zu lassen.
Auch Herodes habe damals eine Selektion vorgenommen, sagte Meisner.
Das Evangelium spreche davon, dass er in Bethlehem und Umgebung alle Jungen bis zum Alter von zwei Jahren töten ließ, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte. Die Kriterien also seien gewesen: Ort, Alter, Geschlecht und Stand der Forschung. Die PID-Befürworter hätten „auch ihre Kriterien und sie machen sich auch den Stand der Forschung zunutze“
(Domradio 29.12.10)

Immerhin hat Meisner mit dem Rückgriff auf Herodes diesmal einen Nazi-Fettnapf ausgelassen, in die er sonst üblicherweise so gern hineintritt.

Vor einem Jahr beispielsweise verglich er Dawkins mit den Nazis.
"Ähnlich wie einst die Nationalsozialisten im einzelnen Menschen primär nur den Träger des Erbgutes seiner Rasse sahen, definiert auch der Vorreiter der neuen Gottlosen, der Engländer Richard Dawkins, den Menschen als 'Verpackung der allein wichtigen Gene', deren Erhaltung der vorrangige Zweck unseres Daseins sei."
(Spon 02.11.09)

Und andere Kulturen sind für den Hassprediger aus Köln „entartet“.
"....es sei eine "Pervertierung" des Menschen, wenn er seine "Identifikation auf Gott hin vergisst und dadurch zum Ohne-Gott oder gar zum Antigott wird, wie wir es in der Geschichte des 20. Jahrhunderts in Europa in grausamster Weise erleben mussten".
[…] Der Kölner Kardinal hatte am Freitag in einer Predigt gesagt: "Dort, wo die Kultur vom Kultus, von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kult im Ritualismus und die Kultur entartet. Sie verliert ihre Mitte."
(Spon 18.09.07)

Und dem Mann bezahlen wir atheistischen Steuerbürger sein Gehalt (€12.500 pro Monat!)

Zur Erinnerung - bei der PID geht es nicht etwa um irgendwelche Vorgänge im Mutterleib oder um irgendwie lebensfähige Embryonen, sondern um befruchtete Eizellen im Reagenzglas.

Als Präimplantationsdiagnostik (PID) werden zytologische und molekulargenetische Untersuchungen bezeichnet, die dazu dienen, bei einem durch in-vitro-Fertilisation erzeugten Embryo bestimmte Erbkrankheiten und Besonderheiten der Chromosomen vor der Implantation zu erkennen, also bevor der Embryo in die Gebärmutter eingepflanzt wird. Zweck der Diagnose ist, eine Hilfe für die Entscheidung zu geben, ob der Embryo in die Gebärmutter eingepflanzt werden soll oder nicht. (Wiki)

Tatsache ist, daß es jede Menge Personen gibt, die mit einem enorm hohen Risiko leben müssen, daß ihre Kinder schwere Erbkrankheiten haben, oder überhaupt nicht lebensfähig geboren würden und daher völlig auf Nachwuchs verzichten.
Mit Hilfe der PID können sie für ihren Nachwuchs eben diese Risiken ausschließend, bevor sie überhaupt schwanger werden.
Die PID ist also eine eindeutige „Pro-Kind-Methode“.

Außerdem ist es bekanntlich erlaubt bei „eugenischer Indikation“ (man spricht in Deutschland „politisch korrekt“ lieber von medizinischer Indikation) eine Schwangerschaft zu unterbrechen.

Was also in der sechsten, achten oder zwölften Schwangerschaftswoche möglich ist, wollen der Kardinal (und Merkel und Klöckner und Kauder…) lange Zeit vorher im Reagenzglas verbieten lassen.
Das ist in sich unlogisch.

Schlimmer finde ich aber die Anmaßung sich dafür überhaupt zuständig zu fühlen!
Meiner Ansicht nach obliegt es zu 100% der Besitzerin der Eizelle was mit dieser geschehen soll.

Wenn ernsthaft höchste Geistliche bestimmen wollen was eine Frau mit einer ihrer Eizellen im Reagenzglas zu tun oder zu lassen hat, sind wir geistig auf dem Niveau einer Teebeutlerin und Senatskandidatin aus Delware, Christine O’Donnell, die sich vehement gegen Masturbation einsetzt.

Die Sünde des Onans! Man darf nämlich keine seiner von Gott gegebenen Fortpflanzungszellen „verschwenden“ - wobei Verschwendung alles ist, bei dem kein Kind gezeugt wird.

Wir Männer stehen dabei allerdings vor extremen Problemen, da üblicherweise unsere Samenzellen durch Ejakulation zu Tage gefördert werden und dabei fällt das Dosieren so fürchterlich schwer.
Hat schon mal jemand eine einzelne Samenzelle ejakuliert?
Oder umgekehrt gefragt; hat schon mal ein Mann bei einem herkömmlichen Geschlechtsverkehr (Missionarsstellung, unterm Kruzifix, vorher und nachher beten, Licht aus, Socken an, gregorianische Choräle als Hintergrundmusik und KEINE WOLLUST dabei empfinden) 20 bis 150 Millionen Nachkommen gezeugt?

Lieber Herr Kardinal, liebe Frau O’Donnell, ich sehe da ein paar technische Probleme, wenn wirklich keine einzige Fortpflanzungszelle verloren gehen darf!
Und für das monogame Modell sehe ich dann auch schwarz - und zwar dunkelschwarz!

Zum Schluß noch der evangelische Theologe Friedrich Schorlemmer:

"Ein Mann, der so argumentiert, sollte sich aus dem Amt zurückziehen", sagte dazu Schorlemmer. Zugleich warf er Meisner Herzensverhärtung und "theologische Demenz" vor. Der biblische Kindermord von Herodes sei ein Genozid an gesunden Kindern, ein Vergleich mit der PID sei daher "geradezu absurd". Meisner diffamiere die Befürworter der PID "auf üble Weise".
(RP-online.de)

Freitag, 10. Dezember 2010

Die Homo-Frage.

Das habe ich vermutlich schon des Öfteren erwähnt - ich bin ganz und gar gegen Haustiere.
Im Großen und Ganzen halte ich das auch für Tierquälerei.

Nun hat es sich aber zugetragen, daß ich durch besondere Umstände zum Betreuer von vier Piepsis wurde. Nein, sie leben nicht bei mir, aber ich sehe sie fast jeden Tag und muß mich um ihr Wohlergehen kümmern.
Und wie das dann so ist - sie wachsen einem ans Herz.
Inzwischen werde ich immer wieder gescholten sie nicht als Vögel, sondern als „Prinzen“ zu behandeln. Ich habe einen riesigen Käfig angeschleppt, so daß sie auch ein bißchen fliegen können und selbstverständlich bekommen sie nur das Beste zu Essen.
Obwohl die Bürschchen nun wirklich nur Spatzenhirne haben, sind Erwin und Karl-Heinz (die beiden Kanarien), sowie Herta und Frieda (die beiden Gouldamadinen) gar nicht mal so doof; sie erkennen mich schon am Haustürklingeln, fangen dann lautstark an zu quaken und achten pingelig genau darauf alles zu bekommen, das sie gewohnt sind.
Ja, und sie erwarten einiges. So muß es immer frischer Römersalat sein. Als ich bei Wikipedia gelesen hatte, daß Prachtfinken und Kanarien gerne Spinatblätter und frische Petersilie essen, hatte ich aber die Rechnung ohne Erwin, Karl-Heinz, Frieda und Herta gemacht.
Das neue Grünzeug haben sie nicht nur nicht angerührt, sondern buchstäblich drauf geschissen.
Vorletztes Jahr lebten die vier sogar mit Live-Porno rund um die Uhr - genau vor dem Fenster, hinter dem ihr Käfig steht, befand sich ein großer Ast eines Strauchs, den ein Meisenpaar zum Kopulieren auserkoren hatte.
Das ging über Wochen so - immer genau vor den Augen meiner vier Babies! Wenn Frieda nicht ohnehin einen roten Kopf hätte, wäre sie sicher entsprechend vor Scham angelaufen.
Zum Glück konnte dieses sittenlose Treiben der Wildvögelnden meine vier gefiederten Freunde nicht moralisch verderben.
Ich nehme an, daß sie alle vier den Zölibat geschworen haben - immerhin stammen sie ja auch aus der Hand einer strenggläubigen Katholikin. Es ist also vorstellbar, daß sie schon vom Ei an indoktriniert wurden. Erwin, Karl-Heinz, Frieda und Herta sind jedenfalls strikt asexuell und berühren einander niemals. Da gibt es kein schnäbeln, oder sonstige sodomitische Unarten.
Außer natürlich, wenn Karl-Heinz auf dem Römersalatblatt sitzt, von dem Erwin gerade fressen will - dann mutiert Letzterer und geht in den Falken-Modus über. Er macht sich dann ganz groß, faucht und springt auf Karl-Heinz zu bis der woanders weiter isst.

Ob der Vatikan mit ihnen seine Freude hätte, bleibt dennoch fraglich.
Karl-Heinz ist nämlich, wie sich mittlerweile zweifelsfrei herausstellte, transgender.
Irgendwann fing er an wie die wilde Wurst Eier zu legen und die kunstvollsten Nester zu bauen.
Es ist rührend wie er sich mit seiner neuen geschlechtlichen Identität identifiziert.
Bis zu drei Wochen hockt er unbeweglich auf den Eiern und sieht stoisch zu, wie die anderen drei all seine Lieblingsgerichte ohne ihn verspeisen.
Erwin ist zufrieden - da bleibt mehr für ihn.
Schlimm ist es nur mit Herta und Frieda - in moralischer Hinsicht. Sie sind offenbar Lesben, die nur ihren Spaß haben wollen und sich einen Dreck um Kindererziehung kümmern.

Auf Wikipedia hatte ich dann noch gelesen, daß Hähne gelegentlich ihre brütenden Hennen fütterten.
Haha! Darauf wartet Karl-Heinz heute noch.
Der wird schnöde im Stich gelassen, solange er auf dem Nest hockt.
Mittlerweile hat er unglaubliche ELF Gelege produziert, die er jeweils wochenlang bebrütete.
Von dem ganzen Stress sind ihm schon die Haare ausgegangen. Nun hat er eine Glatze und legt auch manchmal nur noch ein einziges Ei, statt vier oder fünf, wie am Anfang.
Geschlüpft ist aber noch nie etwas - das mit der Jungfrauengeburt funktioniert wohl nicht bei Vögeln.

Was habe ich nur falsch gemacht? Wie konnte es dazu kommen, daß sich die paradiesischen Verhältnisse, die ich in der Voliere schaffen wollte, zu so einem Sodom und Gomorrha entwickelten?

Am 08.09.10 las ich in der SZ den erschütternden Bericht „Zwei Männer im Nest“ - es ist offenbar nicht mein liederlicher atheistischer Einfluß, der Herta, Frieda, Erwin und Karl-Heinz so verdorben hat. Nein, Vögel sind so!!

Homosexuelles Verhalten bei Vögeln haben Wissenschaftler bis heute bei 130 Arten beobachtet. Warum es dazu kommt, ist in den meisten Fällen unklar. Nun ist ein australischer Forscher auf einen erstaunlichen Zusammenhang gestoßen. Demnach neigen Vögel besonders dann zu außerehelichen homosexuellen Beziehungen, wenn sie bei der Aufzucht der Jungen nur wenig mithelfen müssen. Mit anderen Worten: Hat ein Männchen zu viel Freizeit, flirtet es vermehrt mit anderen Männchen. Dasselbe gilt auch für die Weibchen.
Zu diesem etwas eigenartigen Resultat kam Geoff MacFarlane von der Universität von Newcastle an der Ostküste Australiens.
(Atlan Biere)

Wieso sind die Federviecher nun aber nicht so ordentlich heterosexuell wie sich das laut Bibel gehört?
Genau weiß man es nicht, aber Geoff MacFarlane konnte diverse Vorteile des Homosex bei Vögeln diagnostizieren.

Bartgeier zum Beispiel halten mit gleichgeschlechtlichem Sex ihre Aggressionen im Zaum. Normalerweise leben Männchen und Weibchen in monogamen Beziehungen. Doch es kommt immer wieder vor, dass ein Weibchen eine Partnerschaft zu zwei Männchen gleichzeitig eingeht. Vor der Eiablage paart es sich mehrmals mit beiden Nebenbuhlern. Diese wissen danach nicht, wer der tatsächliche Vater ist und kümmern sich darum beide um Nahrungsbeschaffung und Verteidigung des Nests.
Bemerkenswert ist, dass die Männchen während der ganzen Zeit immer wieder Geschlechtsverkehr miteinander haben. Der spanische Forscher Antoni Margalida und seine Kollegen beobachteten 400 Stunden lang brütende Bartgeier-Trios. 37 Mal kam es dabei zu Sex zwischen den Männchen. 'Wir glauben, dass damit aggressives Verhalten abgebaut wird', sagt Margalida. Dem Küken können seine schwulen Väter nur recht sein. Denn wenn die sich gut vertragen, steigt seine Überlebenschance.
Noch deutlicher wird der Vorteil von Homosexualität in Notsituationen. Auf der hawaiianischen Insel Oahu etwa gibt es eine Albatroskolonie, die zu 60 Prozent aus Weibchen besteht. Das heißt, ein Drittel aller potenziellen Gattinnen findet keinen Gatten. Was tun? Ganz einfach, die überzähligen Weibchen schließen sich zu gleichgeschlechtlichen Paaren zusammen. Ihre Eier lassen sie sich von 'verheirateten' Männchen befruchten, die offenbar keine Scheu vor außerehelichem Sex haben. So ist für alle gesorgt und die Kolonie als Ganzes steigert ihren Bruterfolg. Den lesbischen Albatrossen sei Dank.
(Atlan Biere)

Homosex kann also offenbar eine feine Sache sein - vorausgesetzt, man wurde nicht vorher von der Kirche gebrainwashed und sieht es als Sünde an.

Religiös erzogene Menschen haben es da sehr viel schwerer; ihnen wurden zwei einander widersprechende Thesen eingeimpft:

1.) Männer sind besser als Frauen
und
2.) Homosexuelle sind Abschaum.

Daß besonders elitäre Bünde oft exklusive Männerbünde sind und waren, ist also unter dem homo-Aspekt latent problematisch.
Die katholische Kirche, das Militär, die Freimaurer, die SS, politische Zirkel wie der Andenpakt, die Yakuza, Jesus und seine Jünger, katholische Orden, Derwische, Assassinen, Muslimbrüder, die Pesantren (Islamische Internate auf Java), das Gada-System in Äthiopien, die Österreichischen Hoforden, die Berliner Mittwochsgesellschaft, Rotarier, Lions, Burschenschaften, Schützenvereine, Sportbunde, Handwerksinnungen, Geheimlogen, Tibetanische Kriegermönche und viele andere mehr sind Beispiele für Männer, die lieber unter sich bleiben.

Wie stellt man es nun an, seiner Misogynie zu frönen, ständig unter Gleichgeschlechtlichen zu sein, ohne in den Verdacht zu geraten schwul zu sein?
Das kann unter Umständen schwierig werden, wenn man dazu noch extrem weibliches Verhalten annimmt, sich wie in der RKK mit „Monsi“ und Hasi“ anspricht und in bunten Kleidern rumläuft.

Der Schweizer Tages Anzeiger über David Bergers Buch „Der Heilige Schein“:

Angefangen hatte alles mit der Faszination für die alte Messe, eine Einstiegsdroge für so viele schwule Männer, die von der religiösen Märchenwelt magisch angezogen sind. Heute erkennt Berger die lateinische Liturgie, die das Heilige in einer Überbetonung des Ästhetischen darstellt, ganz wesentlich als «Produkt homosexueller Sublimierung». Kein weibliches Wesen trübt das Bild dieser reinen Männerwelt. Die traditionsorientierten Kleriker sind über Hand- und Fussküsse oder rituelle Fusswaschungen zärtlich miteinander verbunden. Hier können sie ihre Leidenschaft für Brokat, Brüsseler Spitzen, Quasten und Schleppen ausleben. Berger zufolge liegt der gewerbsmässige Handel mit kirchlichen Gewändern fest in homosexueller Hand. Vom «vornehm parfümierten Traditionalismus» des Schriftstellers Martin Mosebach hat er gelernt, dass es in der alten Messe um pure Ästhetik geht, um ein l’art pour l’art, wie sie die homoerotisch empfindende Literaten Gustave Flaubert, Charles Baudelaire, Oscar Wilde oder Stefan George kultivierten. Diese ist im Aussermoralischen, im nutzlos Schönen angesiedelt wie die homoerotische Liebe selber, deren Folgenlosigkeit in Form der Kinderlosigkeit die Kirche allerdings verdammt.
(„Die parfümierten Traditionalisten“ 07.12.10)

Um seinem elitären Männerzirkel und dem schwulen Lebensstil treu zu bleiben, bedarf es also eines Beweises nicht wirklich schwul zu sein.

Joseph Ratzinger hat sogar Schwulen generell verboten Priesterseminare zu besuchen.

Er hält Schwule generell als Seelsorger für ungeeignet.

Ich spare mir jetzt die moralische Bewertung dieser Ratzinger-Sicht und konzentriere mich auf das Praktische: Wie kann man zweifelsfrei feststellen, ob einer schwul ist?

Die Kirche hat ja gerne Gewissheit.
Daher sicherte sie sich auch gegen die ungeheuerliche Gefahr ab, daß eine Frau den Papstthron besteigen könne.
Dazu wurde der Kotstuhl erfunden.

„Der nach unten hin offene Sedes stercoraria. Auf dem Möbel mit dem irreführenden Namen mußten die neugewählten Päpste Platz nehmen und sich dann vom jüngsten Mitglied des Kardinal-Kollegiums unter die Soutane greifen lassen - um sicherzustellen, daß es sich bei dem zukünftigen Pontifex wirklich um einen Mann handelte. Fand der Gottesmann, wonach er suchte, sprach er die Worte: „Habet testes“ (er hat Hoden).Worauf die Kardinäle antworteten: „Deo gratias“ (dem Herrn sei Dank). Dabei wäre der skurrile Greiftest - den die katholische Kirche wider besseres Wissen und alle Beweise heute leugnet - bei den meisten Päpsten überflüssig gewesen. Denn fast alle hatten schon vor ihrer Wahl bewiesen, daß sie Testes-Träger waren.“
(Der Spiegel 11/97)

Im Bonifatiusboten verkündete der stets brillante Erzbischof Dyba, der zur Zeit tot ist, schon 1997, daß nur derjenige katholischer Priester werden könne, „der das Zeug zu einem gesunden und guten Familienvater“ hätte. Homosexuellen fehle dagegen das „Opferbewusstsein“ für das Priesteramt.

Dieser vermaledeite Zölibat aber auch.
Die Orthodoxen haben es da einfacher. Dort ist es bekanntlich genau umgekehrt – ein Priester MUSS sogar verheiratet sein, um aus der Pfarrersfamilie die Kraft zu schöpfen der Gemeinde ein Vorbild zu sein – also genau die diametral entgegengesetzte Begründung des katholischen Zölibats!
Es kann allerdings dazu führen, daß armen kleinpimmeligen Menschen a priori der Weg zum Theologiestudium verwehrt bleibt.
So geschehen im Juli 1996 in Bukarest, als mehreren Männern das Kirchenstudium verboten wurde. Die Schule begründete die Ablehnung wie folgt:
Die Penisse der Kandidaten wären einfach zu klein und „in einer Pfarrersfamilie darf es nicht zu Scheidungen oder sonstigen Unannehmlichkeiten kommen“.

Bei den familienlosen katholischen Priestern muß man die Homosexualität anders ausschließen.

Eine Detektionsmethode wurde in Tschechien mit dem „Phallometer“ entwickelt.
Damit sollten Asylbewerber, die behaupten wegen ihrer Homosexualität in ihren Heimatländern verfolgt zu werden, daraufhin überprüft werden, ob sie nicht doch verkappte Heteros sind.
Männliche Asylbewerber müssen sich dort Pornofilme ansehen, dabei wird mit am Gemächt befestigten Elektroden der Blutfluss zum Penis gemessen.
Steigt der Blutfluss während heterosexueller Pornofilme stark an, haben die Beamten Zweifel an dieser Aussage.

Die EU hat diese „phallometrischen Tests“ jetzt kritisiert. Sie seien für die Asylbewerber entwürdigend und verstoßen mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen die Grundrechtecharta der EU. Tschechiens Innenminister Radek John hat die eigenwilligen Kontrollen aber verteidigt: Die Bewerber müssten überzeugend beweisen können, dass sie homosexuell seien, sonst hätten sie keinen Anspruch auf Asyl.
„Dann soll er doch in ein Land gehen, wo diese Tests nicht durchgeführt werden und dort Asyl beantragen“, sagte John. Außerdem hätten die betroffenen Bewerber den Tests zugestimmt oder sogar selbst um sie gebeten.

(Express.de)

Vor ganz ähnlichen Problemen stehen die Militärs in vielen Teilen der Welt.
In der Türkei gibt es beispielsweise eine besondere Form des „Ask and tell“.
Anders als in den USA gibt es eine generelle Wehrpflicht; nur Schwule will die Türkische Armee keinesfalls haben. Das eine schließe das andere aus.

Die Generalität ging stets davon aus, daß es für jeden schlimmer wäre als schwul zu gelten, als zur Armee zu müssen.
Aus dieser Auschließeritis-Regel à la Ratzingers Priesterseminaren, haben sich nun findige Türken einen Weg gebastelt den Wehrdienst zu umgehen, indem sie einfach behaupten schwul zu sein.

Staat und Militär sind in der Türkei so eng verwoben wie in keinem anderen Nato-Land. Jeder Türke muss 6 bis 18 Monate Wehrdienst leisten, einen Ersatzdienst sieht das Gesetz nicht vor. Die Armee zieht alle ein: Popstars, die im Ausland leben, Familienväter, Behinderte. Eine der wenigen Ausnahmen: Schwule. Das Militär bewertet Homosexualität als schwere geistige Störung. In türkischen Militärkrankenhäusern spielen sich deshalb jede Woche bizarre Szenen ab, wenn Schwule verzweifelt versuchen, ihre Homosexualität zu beweisen.
(Der Spiegel 30.10.10)

Früher reichte dazu ein einfaches Bekenntnis. Am besten mit etwas tuntigem Getue und schon flog man mit hohen Bogen bei der Musterung raus.
Die Methode Felix-Krull, Bosporus-Edition, klappte aber immer weniger, je misstrauischer die Generäle wurden.
Inzwischen reicht es ihnen schon lange nicht mehr zu hören, daß ein Wehrpflichtiger sich für schwul hält. Sie wollen Beweise.
Wie das vor sich geht beschrieb DER SPIEGEL am Fall „Öztürk“:

Vor der Musterung habe er lange mit sich gerungen: Sollte er sich zu seiner Homosexualität bekennen? Arbeitgeber fragen nach dem Nachweis über den abgeleisteten Wehrdienst. Wer aufgrund "sexueller Störungen" vom Dienst befreit wurde, findet so gut wie keinen Job. Doch Öztürk kannte auch die Geschichten von Homosexuellen, die in der Armee vergewaltigt wurden und geschlagen. Er beschloss, sich zu outen.
Der Psychiater, der ihn untersuchte, warf ihm vor, ein Simulant zu sein. Zwei Wochen hielt ihn das Militär in der Psychiatrie. Ein Arzt untersuchte ihn rektal und befand danach, er könne kein Schwuler sein. Dann schickten sie ihn nach Hause, er sollte Fotos vorlegen, die ihn beim Sex zeigen. "
Bringen wir es hinter uns", sagte er zu seinem Freund. Sie trafen sich in seiner Wohnung, machten das Licht an und hatten Sex. Ein Bekannter schoss ein Dutzend Fotos. Der Psychiater Osman Bekir* hat jahrelang für das türkische Militär gearbeitet, Autisten untersucht, Epileptiker - und Schwule. Bekir ist selbst homosexuell. Die strengen Wehrdienstregeln hätten dazu geführt, dass auch heterosexuelle Männer versuchen, sich als homosexuell auszugeben. Einen Simulanten auszumustern, der ein Jahr später heiratet, das sei für jeden Psychiater der Super-GAU, sagt Bekir.

(Der Spiegel 30.10.10)

Allerdings ist selbst das nun angeforderte Beweismaterial in Bild und Ton nicht ganz so beweiskräftig wie sich die Generäle das denken.

In Ankara hätten sich mittlerweile männliche Prostituierte darauf spezialisiert, sich als Partner für die Sex-Videos von Wehrdienstverweigerern anzubieten. Die Konsequenz, so die Anwältin, sei so absurd wie das gesamte Verfahren: Das Militär habe inzwischen "die größte Gay-Porno-Sammlung in der Türkei".
(Der Spiegel 30.10.10)

Herr Ratzinger hätte es einfacher; er muß schließlich für seine Priesterseminare Homosexualität ausschließen; die Beweislast ist umgekehrt.

Ich schlage daher dem Vatikan vor sich mal beim türkischen Militär zu melden und deren Gay-Porno-Sammlung günstig aufzukaufen.
Außerdem brauchen Ratzis Inquisitoren dann nur noch die Apparaturen für die „phallometrischen Tests“ aus Tschechien.
Mit der Kombination aus beiden, könnte er die Priesterseminare homofrei bekommen - bei jedem Interessenten würden Penis und Hoden verkabelt und anschließend ein paar Stunden türkische Homopornos gezeigt - und wehe da regt sich irgendwas!!!

Für eine Lösung des Problems des gegenwärtigen Priestermangels in Europa sehe ich dann allerdings schwarz - und zwar dunkelschwarz!

Sonntag, 21. November 2010

Die Kirche und der Sex.

Ein unerschöpfliches Thema, das schon allein deswegen so brisant ist, weil ein Buch als Inbegriff aller Moral betrachtet wird, in dem schon der Stammvater aller Christen der Polygamie und dem Inzest frönt.
Die oberste Sexualinstanz der größten Glaubensgemeinschaft der Erde ist ein sexloser alter Mann, der rund um die Uhr Kleider trägt und dabei von 203 ebenfalls asexuellen Wackelköpfen unterstützt wird, die in purpurnen Roben, bestickten weißen Unterröckchen und mit lustigen Pink-farbenden Kopfschmuck rumlaufen.

Diese zum großen Teil schwulen Kardinäle erklären der Welt tagein, tagaus, daß Homosexualität die schlimmste Sünde sei.

Der im rechts-konservativen Kirchenmilieu bestens vernetzte Theologe Dr. David Berger hat die Homophobie der Homophilen über Dekaden ertragen.

Dabei gehe "die größte Schwulenfeindlichkeit in der katholischen Kirche von homophilen Geistlichen aus, die ihre Sexualität krampfhaft verdrängen", meint der inzwischen von seinen Ämtern zurückgetretene Berger. "Offensichtlich werden diejenigen, die ihren Trieben nachgehen, besonders heftig abgelehnt, wenn man die Veranlagung bei sich selbst so schmerzhaft unterdrückt."
(Spon 21.11.10)

Dr. Bergers ehemalige Freunde schmollen jetzt und werfen ihre verbalen Dreckschleudern gegen den Renegaten an:

Ein homo-gestörter Kölner Religionslehrer dreht vor antikirchlichen Revolvermagazinen durch. […] Der in den Sodomismus abgestürzte Ex-Thomist David Berger trägt seine Homo-Seuchenhaut weiterhin zum Markt.
In der morgigen Ausgabe des antikatholischen Kirchenkampf-Magazins ‘Spiegel’ wird der Homo-Gestörte seine widernatürlichen Phantasien auf die Kirche projizieren.
[…] Der Gomorrhist – der im Erzbistum Köln als Religionslehrer wütet – sagt erneut, daß er mit einem anderen Widernatürlichen homosexuelle Brechreiz-Turnübungen durchführt.
(Kreuznet 21.11.10)

Getroffene Hunde bellen.

Es wundert tatsächlich nicht, wie wenig souverän der Umgang der Papstkirche mit dem zutiefst natürlichen Thema Sexualität ist. Ständig unterdrückte Triebe führen zu einer geradezu manischen Beschäftigung der Kurienklerikalen mit allen Praktiken rund um den Geschlechtsverkehr.

Es erinnert mich ein bißchen an meine Teenagerzeit, als man das Thema für sich entdeckte.
Es gab immer die postpubertierenden Jungs, die rund um die Uhr prahlten wie viele Frauen sie schon „flachgelegt“ hätten und sich ihrer Qualitäten im Bett rühmten.
Das waren die, von denen man ziemlich sicher wissen konnte, daß bei ihnen in Wahrheit gar nichts lief. Wer tatsächlich Sex hatte, war damit genug beschäftigt und hatte es gar nicht nötig unablässig davon zu reden.
Ratzi und Co sind in dieser Phase stecken geblieben.
Statt das zu tun, wonach ihnen ist und sich des Nächtens ein paar schöne Stunden mit ihren Prälaten zu machen - immerhin haben sie sich ja eine 100%-frauenfreie Welt selbst ausgesucht - kanalisieren sie ihren sexuelle Befriedigungslosigkeit damit auch allen anderen das Leben untenrum zu vermiesen.

Erschwerend kommt hinzu, daß die meisten katholischen Geistlichen es ohnehin nicht schaffen den Zölibat einzuhalten.
Zuweilen hat man den Eindruck, der ganze Petersdom sei wie zu früheren Jahrhunderten üblich ohnehin eine einzige Callboy-Börse - ähnlich den Republikaner in den USA, deren Spitzenvertreter massiv gegen die same-sex-marriage vorgehen und gleichzeitig dermaßen viele Gay-sex-Skandale produzieren, daß man sie satt "Grand old party" nur noch "Gay old party" nennt.

"Tutti perversi?" fragt das italienische politische Wochenmagazin "Panorama" angesichts des vatikanischen Stricherrings, der im März 2010 aufflog.

Chinedu Thomas Ehiem, der vatikanische Chorsänger, organisiert für die Herren in den Soutanen neben den gesanglichen auch andere orale Freuden.
Pfaffen lieben es oral.
Ehiem vermittelt Callboys.
"Im Vergleich zu dem bin ich bloß normal ausgestattet, er hat einen unglaublichen Körper. Ab zehn Uhr hat er Zeit, er ist ein Freund von mir und tut, was ich ihm sage." Solche Mitschnitte aus Telefonaten, aus sehr delikaten Telefonaten, haben dem Vatikan einen deftigen Skandal um Sex und Prostitution beschert.

Angehende Priester wurden ebenfalls von dem Vatikanischen Chorsänger als Lustknaben an den höheren Klerus vermittelt:

Und Ehiem ist äußerst rührig: "Ich habe da einen aus Neapel, einen Kubaner, einen Deutschen, gerade aus Deutschland eingetroffen, zwei Schwarze, einen Fußballer, einen Tänzer der RAI", heißt es laut der Tageszeitung "Libero" in einem Mitschnitt. Einmal wird der Kuppler konkret und bietet einen Prostituierten an, "zwei Meter groß, 97 Kilogramm schwer, 33 Jahre alt." Auch Priester-Seminaristen sollen zu den jungen Männern gehört haben, die Ehiem an Balducci weiterreichte; in einem Gespräch jedenfalls kommt die Frage auf, wann denn der Jüngling "wieder im Seminar" sein müsse.

Als Zuhälter für schwule sexuelle Dienstleistungen im Vatikan fungierte hauptsächlich Angelo Balducci; "Gentiluomini di Sua Santità" ("Ehrenmänner Seiner Heiligkeit") des Papstes und Präsident des Obersten Rates für Öffentliche Arbeiten.

Die "Gentiluomini di Sua Santità" hatte Papst Paul VI. im Jahr 1968 statt des früheren Hofstaates eingesetzt. Um einer der 147 "Ehrenmänner Seiner Heiligkeit" zu werden, muß man ganz besondere Verdienste gegenüber dem Heiligen Stuhl erworben haben - eine Voraussetzung, die Baldulucci offensichtlich erfüllte.

Sexuelle Dienstleistungen durch junge hübsche Männer sind im Staat der Zölibatären heiß begehrt.
Sich die Stricher selbst in einer der vielen Schwulenbars rund um den Vatikan aufzugreifen, ist erstens umständlich, zweitens zeitaufreibend, drittens indiskret und viertens mitunter auch gefährlich, wie das Schicksal des adeligen Herrn Luzi beweist.

Auch Luzi, a Roman nobleman, war einer der "Ehrenmänner Seiner Heiligkeit"; ein Kollege Angelo Balduccis.

The Vatican yearbook notes that Mr. Sini Luzi began service as a Gentleman of His Holiness in April 1989, and today national newspapers published photographs of him, a smiling, bespectacled man, with Pope John Paul II, or standing in the Vatican clad in the black cutaway and decorations of his office.

Der Kammerherr des Papstes, Enrico Sini Luzi, ist 1998 in einer Vatikanwohnung bei schwulen SM-Spielchen umgekommen.
Der in den römischen Schwulenbars stadtbekannte Papst-Freund hatte sich einen Stricher aufgegabelt und wurde dann in Reizwäsche mit einem Kerzenleuchter erschlagen gefunden – der Videorekorder mit den Homopornos lief noch.

Und nun die Sensation. Nach „Pillen-Paule“ versucht ein weiterer Papst mit einem Verhütungsmittel-Präfix in die Geschichte einzugehen.
Ausgerechnet der unfehlbare Ratzinger, der noch 2009 erklärt hatte, daß Kondome AIDS verschlimmerten, ist nun der Meinung, daß homosexuelle Stricher doch ein Kondom benutzen dürften.

Die Nachricht wird allgemein als riesengroße Sensation gefeiert. Aber die Konservativen sind entsetzt und gruseln sich ob dieses „Dammbruchs“ (sic!).

Der alte Mann ist vor dem Druck zusammengeklappt.
[…] Dafür wird Benedikt XVI. als Kondom-Papst in die Geschichte eingehen. Papst Benedikt XVI. hat den „ausnahmsweisen“ Gebrauch von Gummi-Isolatoren für männliche Geschlechtsorgane gerechtfertigt.
Damit hat er in der dekadenten Konzilskirche einen bisher unvorstellbaren Dammbruch provoziert.
Die vom Papst mit viel Wenn und Aber legitimierten Kondome werden für die Masturbation zu zweit verwendet. Dabei wird der menschliche Geschlechtsakt simuliert. Seine törichten Thesen äußerte der Heilige Vater in dem Interviewbuch „Licht der Welt“ mit dem Münchner Publizisten Peter Seewald (56).
(Kreuznet 20.11.10)

„Kondom-Papst“?
Klingt irgendwie unpersönlich. Wie wäre es mit Präser-Benni? Pariser-Sepp?

Was sogar der SPIEGEL als „Quantensprung gegenüber der bisherigen Position des Vatikans“ lobt, ist in Wahrheit natürlich ein lächerliches Nichts.

Ein Blog beschreibt das Verhalten Ratzingers zutreffend:

Er wartet, bis ein Journalist daher kommt, um ihn in seiner Sommerresidenz zu interviewen.
Während sich nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation täglich 7.400 Menschen mit dem HIV infizieren, wartet der Papst in aller Seelenruhe (!) monatelang ab, damit diese Sensation pünktlich zum Erscheinen seines Buches an die Öffentlichkeit gelangt.
Allein dafür gehörte der Papst abgesetzt und – Herr Wulff! – ausgeladen!
Benedikt kann ja gerne weiter mit der Geschwindigkeit einer Kontinentalplatte Vernunft und Humanität hinterher kriechen. Er sollte bloß nicht hoffen, dass jemand auf ihn wartet.
(Skydaddy‘s blog 21.11.10)

Der beste Spruch des Tages:

Vatikan erlaubt Kondomgebrauch in ganz bestimmten Ausnahmefällen.
Sie müssen aber von der Marke „FROMM“ sein."

Dienstag, 18. Mai 2010

Der Christ des Tages Teil XXII

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