Freitag, 20. November 2009

Über die schlechten Toten nur Gutes.

(Posting Nr 888)

Seine Seligkeit Patriarch Pavle hat vor fünf Tagen den Löffel abgegeben und daher befindet sich die gesamte serbische Welt in tiefer Trauer.
Mit verklärten Gesichtsausdruck, Tränen in den Augen und unablässigen Bekreuzigungen strebte beinahe jeder Serbe zum Belgrader Dom, in dem bis gestern die 95-Jährige Leiche ausgestellt wurde.

Die Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an, die Zeitungsköpfe erschienen die ganze Woche in schwarzer Farbe, mehrere ausländische Fernsehsender wurden aus dem Kabelnetz entfernt, um die Serben in ihrem Seelenschmerz nicht zu stören. Staatsangestellte erhielten einen bezahlten arbeitsfreien Tag, die meisten Schulen und Universitäten waren geschlossen. Zum Trauergottesdienst kam die ganze Staatsspitze. (SZ)

600.000 flanierten zum Sarg.

An der Zeremonie nahmen auch der Gesandte des Papstes, Kardinal Angelo Sodano, und Geistliche unter anderem aus Russland, Polen, Tschechien, Rumänien und Albanien teil. Auch der serbische Präsident Boris Tadic und die Regierung waren vertreten, ebenso wie der Präsident Montenegros, Filip Vujanovic, und der bosnisch-serbische Ministerpräsident Milorad Dodik.
(NZZ)

Daß der Metropolit von Belgrad und Karlovci, sowie Erzbischof von Peć ein Heiliger war, würden die Belgrader noch als euphemistische Formulierung ansehen.

Nur die taz stänkert
:
Als geschmacklos, gar blasphemisch wurde vereinzelte Kritik zurückgewiesen, dass das Gesetz die öffentliche Aufbahrung von Leichen verbiete und dass das massenhafte Abküssen der Ikonen während der Schweinegrippe unvernünftig sei.

Der Patriarch per Losentscheid übernahm 1990 zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt den Kirchenchefposten.
Sein Land zerfiel und Pavle konnte nicht dem Impuls wiederstehen Stellung zu beziehen.

Er schlug sich auf die Seite der Ultranationalisten und unterstützte den Kriegsverbrecher, Massaker-Anordner und Völkermörder Radovan Karadžić.
Papa Pavle akzeptierte es, daß die serbischen Popen im Kampf gegen bosnische Muslime die Waffen segneten.
Nach dem Massaker serbischer Truppen an fast 8000 Muslimen in Srebrenica reichte Pavle Karadzic und Mladic geweihtes Brot.
Daß die „ethnischen Säuberer“ vor das Haager Kriegsverbrechertribunal gestellt werden sollten, gefiel dem Belgrader Metropoliten ganz und gar nicht.
1997 unterschrieb er eine Petition gegen die Anklage der Völkerschlächter.
Der internationale Haftbefehl gegen Karadžić lag seit 1996 vor, festgenommen wurde er am 21. Juli 2008 in Belgrad.
Ratko Mladić, der sadistische General der Vojska Republike Srpske, der ebenfalls vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien gesucht wird, weil er für das Massaker in Srebrenica an 8.000 Menschen verantwortlich ist, konnte immer noch nicht gefasst werden. Er wird nach wie vor in Serbien versteckt.
Die rassistisch-nationalistischen Wahnideen der Verbrecher an der Staatsspitze, daß unter allen Umständen Serbien „ethnisch gereinigt“ werden müsse, unterstützte prinzipiell auch Patriarch Pavle, der nicht ein Wort gegen die Pogrome und Massaker sagte; im Gegenteil: Im Jahr 1991 schrieb Pavle in einem Brief an den damaligen Jugoslawien-Vermittler Lord Carrington, die Serben könnten in keinem Staat mit den Kroaten zusammenleben.

Nun ist er also tot.

Matriarchin Margot von Hannover würdigte den Abgereisten:
Der Patriarch „war Zeit seines irdischen Lebens selbst lebendiger Zeuge der schrecklichen Verwüstungen, der Nöte und Leiden, die in seiner Heimat geschahen.“ Umso dankbarer sei man in der EKD „für die geschwisterlichen Begegnungen und Freundschaften zwischen den Gläubigen unserer Kirchen in Deutschland und in Ihrer Heimat.“

Der Vatikan hat den verstorbenen serbisch-orthodoxen Patriarchen Pavle als „großen Hirten“ und als Mann der Ökumene gewürdigt. Der Präsident des päpstlichen Einheitsrats, Kardinal Walter Kasper, erinnerte an die „großzügige und brüderliche Gastfreundschaft“ des orthodoxen Kirchenoberhaupts gegenüber den Katholiken. Die gemeinsame Theologenkommission der orthodoxen Kirchen und des Heiligen Stuhls hatte nach sechsjähriger Unterbrechung im September 2006 erstmals wieder getagt.
In einem Beileidschreiben an den Heiligen Synod der serbisch-orthodoxen Kirche würdigte Kasper den Dienst Pavles „in sehr schwierigen Jahren“ während des Balkankriegs. Der Patriarch sei immer ein Mann des Dialogs gewesen. Er hoffe, so der vatikanische Ökumeneverantwortliche, dass die unter Pavle gefestigten Beziehungen zur katholischen Kirche noch weiter ausgebaut werden könnten.

Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz würdigte gar das Engagement des Verstorbenen für den Frieden.

Donnerstag, 19. November 2009

Die natürliche Ordnung!

Am 23. Oktober 2009 erklärte die bayerische Justizministerin Beate Merk voller Empörung, daß es auch Grenzen geben müsse!

"Es kann nicht sein, dass eine homosexuelles Paar ein Kind adoptiert.
Da ist der Rubikon überschritten!"

Das bizarre Alpenvolk hat nämlich noch im Jahr 2009 eine Regierung, die ein Normenkontrollverfahren beim Bundesverfassungsgericht anzettelte, um die böse Homoehe zu verhindern.
"Insbesondere eine Volladoption durch Lebenspartner wird es mit mir nicht geben", kündigte Merk an.

Homos sind nämlich bähbäh weiß die CSU.
In eine Koalition mit der FDP gezwungen, mußte Justizchefin Merk die in Karlsruhe anhängige Klage zwar widerstrebend zurückziehen, aber die Christsozialen vergaßen nicht klarzustellen, wie sie die Causa sehen:

“Ich glaube, dass die Ehe zwischen Vater und Mutter, dass die Familie mit Vater und Mutter die Zukunft ist, nicht etwas anderes, das ist die Moderne, und nicht eine Fehlentwicklung, die sich hoffentlich bald wieder legen wird.”
(Unions-Bundestags-Fraktionsjustizexperte Norbert Geis)

Schwule und Lesben sind eine „moderne Fehlentwicklung“, also unnatürlich - soweit der K.O.alitionspartner von Guido Westerwelle.

Man möchte den Bayern einen in Blick in den Brockhaus empfehlen – das immerhin anerkannteste Lexikon-Werk der Welt – in dem es dazu heißt:

In der Sexualforschung geht man davon aus, dass die HOMOSEXUELLE ORIENTIERUNG EBENSO WIE DIE HETEROSEXUELLE tief und UNABÄNDERLICH mit der Persönlichkeit verknüpft ist. Die Homosexualität wird inzwischen VON ALLEN MIT IHR BEFASSTEN WISSENSCHAFTLICHEN DISZIPLINEN als ein häufig vorkommendes sexuelles NORMALPHÄNOMEN angesehen.

Wenn Christen anfangen die Dinge in „natürlich“ und „unnatürlich“ zu sortieren, kommen dabei immer bizarre Dinge heraus.

Andere Positionen, die der moderne Kirchismus hart bekämpfte, wie das Frauenwahlrecht, gemischtrassige Ehen, gewaltfreie Kindererziehung, das Verbot gemischtkonfessioneller Ehen, Abschaffung der Sklaverei, etc wurden allerdings inzwischen geräumt.
Plötzlich keine Sünde mehr - offenbar.

Andere groteskatholische Positionen werden zur Zeit noch aufrecht erhalten.
Die Absurdesten dürften der Zölibat, die Verdammung der Homosexualität und die Ächtung von Verhütungsmitteln, sowie der Aids-Prophylaxe sein, die mit Verweis auf „die natürliche Ordnung“ nach wie vor hochgehalten werden.

Zur NATUR und dem Vorbild, das diese bei der Kindererziehung gibt, fand ich heute einige nette Beispiele in einem längeren Gespräch der Anthropologin Sarah Hrdy mit dem Biophysiker und Autoren Stefan Klein im ZEIT-Magazin.

Hrdy gibt spannende Einblicke in das schwierige Verhältnis zwischen Mutter und Kind.

Das Vorbild der Natur - also die Natürlichkeit ist dabei nur bedingt tauglich für den modernen homo sapiens:

Beispiel Spinne:

Hrdy: Denken Sie an Dinea ergandros. Sobald die Jungen dieser australischen Art geschlüpft sind, überfällt die Mutter eine merkwürdige Lähmung. Sie sondert dann ein Sekret ab, mit dem sie ihren eigenen Körper verflüssigt. So verwandelt sich die Mutter in einen essbaren Schleim – die erste Nahrung ihrer Brut.

Beispiel Languren:

Klein: Stattdessen gingen Sie im Jahr 1971 nach Indien, um Tempelaffen zu erforschen, die Languren. Was lockte Sie dorthin?

Hrdy: Ich hatte gehört, dass die Männchen mitunter Babys ihrer eigenen Art umbringen. Angeblich lag es daran, dass es in den Tempeln sehr eng zugeht. Naiv hoffte ich, ein Beispiel dafür gefunden zu haben, wie Überbevölkerung völlig perverses Verhalten hervorrufen kann. Doch bald entdeckte ich den wahren Grund: Die Horden bestehen aus weiblichen Tieren, in deren Mitte ein einziges Männchen weilt. Die anderen Männchen lauern darauf, den Harem zu übernehmen. Wenn das einem gelingt, beißt er die Kinder seines Vorgängers tot – damit die Weibchen wieder empfängnisfähig werden und der Neue sich ohne Verzögerung fortpflanzen kann.

Klein: Die Mütter der Babys...

Hrdy: ...sehen zu. Dann fordern sie den Mörder zum Sex auf, um möglichst bald neue Kinder zu haben. Wer sich fortpflanzen will, muss Opportunist sein.

Beispiel Menschenmann:

Hrdy: Vorletztes Jahr bat mich das Time Magazine um einen kurzen Beitrag zum Vatertag. Ich schrieb, dass es ein gewaltiges Potenzial an ungenutzter väterlicher Fürsorge gibt. Auch nannte ich Daten eines großen amerikanischen Kinderhilfswerks, wonach fast 50 Prozent der getrennt lebenden Väter gelegentlich eine Unterhaltszahlung, aber nur 3 Prozent eine Kreditrate für ihre Autos ausfallen lassen. Sie können sich nicht vorstellen, wie viele wütende E-Mails ich bekam. Einige richteten sogar eine eigene Protestwebsite gegen mich ein.

Beispiel Menschenfrau:

Hrdy: Seit es die Pille gibt, können die Frauen mit den Eierstöcken abstimmen, wenn ihre Umgebung sie nicht genug unterstützt. Dann bekommen sie eben keine Kinder.

Klein: Was ein enormer Fortschritt ist: Früher haben Frauen, die sich nicht anders zu helfen wussten, ihre Kinder ausgesetzt.

Hrdy: Solches Verhalten war viel häufiger, als die Geschichtsschreibung zugeben will. In der Toskana etwa wurden zwischen 1500 und 1700 mindestens zwölf Prozent aller Kinder in Waisenhäusern abgegeben. Allein das größte Waisenhaus in Florenz nahm bis zu 5000 Kinder im Jahr auf. Und die Frauen kannten die Aussichten eines Findelkinds genau: In Sizilien etwa überlebten noch im 19. Jahrhundert ganze 20 Prozent der ausgesetzten Babys. Bürger der norditalienischen Stadt Brescia schlugen vor, man möge über den Toren des Waisenhauses eingravieren: "Hier werden Kinder auf Kosten der Öffentlichkeit getötet."

Der schönste Satz des Gespräches ist Hrdys Antwort auf die Frage „Haben Ihre Kinder Sie glücklich gemacht?“

Hrdy: Im Moment geht es ihnen gut, also ja. Aber ist Ihnen schon aufgefallen, dass eine Mutter nur so glücklich sein kann wie ihr unglücklichstes Kind?

Mittwoch, 18. November 2009

Inhalte

Die Leute mögen ihre derzeitigen Regenten.
Wieso auch nicht?

Daß Merkel sich als ostdeutsche protestantische geschiedene Frau in der westdeutschen katholischen CDU durchgesetzt hat!
Daß mit Westerwelle ein „bekennender“ Schwuler Außenminister und Vizekanzler geworden ist!
Daß mit von der Leyen eine siebenfache Mutter und Ärztin noch Zeit zur Politik hat!
Daß ein so junger, so fescher und so gut gekleideter Baron Verteidigungsminister ist!
Die Inkarnation der bella figura!
Daß ein Rollstuhlfahrer trotzdem den wichtigen Posten des Bundesfinanzministers bekleiden darf.
Daß wir so tolerant sind.
Daß ein armes Adoptivkind aus Fernost so vorbildlich integriert wurde, daß er es schon mit 36 zum Bundesgesundheitsminister gebracht hat!

Das ist doch schon was - welch Quantensprünge in Relation zur miefigen CDU/FDP-Welt der fünfziger Jahre! Und optisch macht das so viel her - der Vizekanzler war schon Krawattenmann des Jahres und Merkel ist per du mit Deutschlands prominentesten Promi-Coiffeur.
Udo Walz - eben noch im Big Brother-Container - onduliert er jetzt der Kanzlerin die Haare.

Was will man eigentlich mehr?
Betrachtet man auf diese Weise das Bundeskabinett, sollte man doch zufrieden sein, oder?

Ich habe da allerdings zwei Probleme.

Erstens ist mein Geschmack - rein optisch- irgendwie anders gelagert. Ich finde, daß Merkel und Westerwelles Gesichter besser in der Geisterbahn eingesetzt wären und bei dem schmierigen KT ZU G. und dem vom Papi ausgeborgten Gegrinse U VON DER L. muß ich mich immer übergeben.

Zweitens gelingt es mir einfach nicht die politischen Inhalte auszuklammern.
Es nervt mich dann doch, daß die Merkel im Jahr 13 ihrer Zugehörigkeit zu einer Deutschen Bundesregierung nichts sagt und nichts tut.
Da wird Steinbach’sch weiter gewurschtelt und Peinlichkeit um Peinlichkeit aufgetürmt, statt mal irgendwas zu entscheiden.
Der aktuelle K.O.alitionsvertrag enthält alles und das Gegenteil - jeweils unter Finanzierungsvorbehalt.
Acht Kommissionen und mindestens 15 Prüfaufträge enthält das Wischiwaschi-Konstrukt.
Gerade mal ein paar Tage später trifft man sich zum Kennenlernen hochherrschaftlich auf Schloss Meseberg, weil offenbar auch innerhalb der Regierung keinesfalls Klarheit darüber besteht, was nun eigentlich werden soll.
Nur wäre Merkel nicht die Meisterin des wolkig-vagen Hinhaltens, wenn es dort zu irgendeinem konkreten Ergebnis gekommen wäre.

Die Presse kann auch nur noch müde referieren:
Die Regierung setzte zudem eine Kommission zur demographischen Entwicklung und eine interministerielle Kommission zur Gesundheitspolitik ein, die auch externe Sachverständige anhören darf.
Soweit Nico Fried, der die wenigen harten Fakten im Schlussabsatz zusammenfasst:

Was das gegenseitige Kennenlernen der alten und neuen Minister betrifft, lautet die offizielle Sprachregelung, dass die letzten Kabinettsmitglieder gegen 0:30 Uhr in der Nacht zu Mittwoch den Weinkeller verließen, in dem sie um Mitternacht noch ein Ständchen zum 44. Geburtstag des Staatsministers im Kanzleramt, Eckardt von Klaeden, gesungen hatten. Manche sollen aber auch vorher schon zu Bett gegangen sein.

Na dann Prost, kann man dem deutschen Volk nur wünschen.
Und wer nicht über einen Schloss-Mesebergigen Weinkeller verfügt, möge alternativ zu einem Holzhammer greifen und sich selbst damit ein paar kräftige Schläge auf den Hinterkopf verabreichen - bis man sich optisch Ecki Klaeden nach vier Flaschen Rotwein angenähert hat.

Um wenigstens ein klein bißchen zu erahnen, was unsere sogenannte Regierung eigentlich tut, empfehle ich einen Blick auf die Homepages der Oppositionsparteien.

Da werden immerhin auch mal Zahlen und Fakten genannt.
Außerdem ist das eine amüsante und kurzweilige Lektüre.

Die erste Maßnahme der Koalition ist das „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“. Orwell hätte seine Freude gehabt an dieser Vernebelungssprache. In Wirklichkeit ist es ein Zukunftsverhinderungs- und Klientelbefriedigungsgesetz. Für die konkret angekündigten Maßnahmen von Schwarz-Gelb muss allein der Bund 3,9 Milliarden Euro Zinsen mehr bis 2013 zahlen. Die Ausfälle von Ländern und Kommunen kommen hinzu. Dieses Geld fehlt für Zukunftsinvestitionen. Schwarz-Gelb will Steuersenkungen auf Pump. So entsteht kein Wachstum. Das ist keine Konjunktur-, sondern Klientelpolitik.
(Steinmeier am 10.11.09)
Thema Kinderförderung:
Die Verkäuferin bekommt 240 Euro im Jahr mehr, und die Besserverdienenden fast das Doppelte - 443 Euro.
Es wird viel über die Herdprämie geredet - das richtige Wort müßte eigentlich sein: Fernhalteprämie lauten. Die Einführung eines Betreuungsgeldes hingegen ist eine fatale Fehlentscheidung. Besonders Kinder aus Einwandererfamilien und bildungsfernen Schichten brauchen keine Prämie fürs Zuhausebleiben, sondern konkrete Hilfe, Sprachtrainer, Förderlehrer, intensive Betreuung. Politik heißt, Prioritäten zu setzen. Und die Prioritäten von Schwarz-Gelb sind falsch.

Bei den Grünen findet man eine bemerkenswert gute Hauptrede zur Regierungserklärung von Jürgen Trittin - darin heißt es unter anderem:

Sie haben dem Wort "Fehlstart", wie ich finde, eine völlig neue Interpretation gegeben. Wann hatten wir jemals eine Regierung, die schon vor Abgabe der Regierungserklärung durch die Kanzlerin eine Kabinettsklausur ansetzen musste, um sich darüber zu verständigen, was sie in ihrem Koalitionsvertrag vor gerade einmal zehn Tagen aufgeschrieben hatte? …..
Denn dieser Koalitionsvertrag behauptet zwar, Mut zur Zukunft zu unterstreichen; aber wenn man ihn durchblättert und liest, stellt man fest: In allen Bereichen finden sich Hinweise auf neue Kommissionen, und er enthält über 84 Prüfaufträge. "Mut zum Prüfauftrag", das hätten Sie über Ihren Koalitionsvertrag schreiben sollen.
Drittens. Der Höhepunkt ist das Gesetz, das Sie hier vorgestellt haben, das Wachstumsbeschleunigungsgesetz. Da legen Sie uns zur Wachstumsbeschleunigung die Maßnahme vor, dass künftig die Erbschaftsteuer für Geschwister gesenkt werden soll. Nun kann man darüber so oder so denken. Aber, liebe Frau Homburger, können Sie mir einmal erklären, was das mit Wachstum zu tun haben soll? Schneller sterben für mehr Wachstum, oder was soll das sein, was Sie uns an dieser Stelle hier vorlegen? Das kann doch nur jemand aus Ihrem Gewerbe an dieser Stelle denken. ….
Schauen wir uns einmal an, was Sie uns vorlegen. Sie schlagen die Erhöhung des Schonvermögens von Hartz-IV-Beziehern vor. Das heißt, Sie korrigieren den Unsinn, den Ministerpräsidenten aus CDU- und FDP-geführten Ländern im Bundesrat durchgesetzt haben. Dass Sie das tun, ist richtig. Ich lobe Sie dafür. Jetzt machen Sie sich aber einmal klar, wie weit diese neue soziale Wärme reicht. Sie betrifft 11 000 von 5,5 Millionen Anträgen auf Bezug von Arbeitslosen-geld II. Sie betrifft 0,2 Prozent der Bedürftigen in diesem Lande.
99,8 Prozent der Armen gehen bei Ihrer Politik schlicht und ergreifend leer aus, ihr Regelsatz wird nicht erhöht. So viel zur sozialen Wärme Ihrer Koalition. Ein zweites Symbol Ihrerseits ist: mehr Geld für Kinder.
Man kann das einfach durchrechnen: Der Steuerfreibetrag für Kinder führt in Haushalten, die den Spitzensteuersatz zu zahlen haben, zu einer Entlastung von 443 Euro pro Kind und Jahr. Für Normalverdiener, die Kindergeld bekommen, sind es 240 Euro mehr. Für 1,8 Millionen Kinder im Wedding, in Köln-Mülheim, in den ostdeutschen Ländern usw. bedeutet diese Maßnahme: Sie bekommen gar nichts.
Dazu sage ich Ihnen: Reiche Kinder mit 443 Euro und Mittelstandskinder mit 240 Euro zu belohnen und die ärmsten Kinder leer ausgehen zu lassen, das ist weder eine Politik der Mitte noch eine Politik, die sich christlich nennen kann. Das ist soziale Kälte, das ist gemein und kaltherzig. Das ist Ihre Koalition.

Lafontaine donnerte Frau Merkel an:
Ich beginne mit der ersten Aufgabe, die sie benannt hat. Sie sagte, die erste Aufgabe sei, die Folgen der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise zu überwinden. Wer könnte dem widersprechen? Aber ganz entscheidend ist, dass sie die wesentliche Aufgabe außer Acht gelassen hat. Das entwertet völlig ihre Regierungserklärung. Wir müssen nicht zuerst die Folgen ins Auge fassen, sondern die Ursachen der internationalen Finanzkrise erkennen und endlich die Weltfinanzmärkte regulieren. Es entwertet diese Regierungserklärung völlig, dass dazu keinerlei Vorschläge gemacht worden sind.
Frau Bundeskanzlerin, Sie haben die wichtigste Aufgabe unserer Zeit überhaupt nicht erkannt, geschweige denn Lösungsvorschläge dazu gemacht.
…. Sie reden davon, sie seien eine christlich-liberale Koalition der Mitte oder was auch immer. Wenn man das Wort „Christentum“ in den Mund nimmt, dann sollte man begriffen haben, Frau Bundeskanzlerin - das ist nicht zum Lachen -, dass man alle Anstrengungen unternehmen muss, um endlich die Waffenexporte zurückzuführen. Diese sind doch die Grundlage für vieles Elend in der Welt. Warum verstehen Sie das nicht?

Dienstag, 17. November 2009

Rudd, gut.

Was passiert, wenn man ausgerechnet die Kleinsten und Schwächsten der Gesellschaft - nämlich Kinder - der Obhut einer Organisation aushändigt, die ein; gelinde gesagt; lockeres Verhältnis zur Gewalt hat, ist nur zu gut bekannt.

Wir brauchen gar nicht in den Alttestamentarischen Bereich gehen.
Nein, in der „Guten Nachricht“, dem Neuen Testament, den Lehren des lieben, lieben Jesulein, erfahren wir explizit, wie sich der Herr der Christen Erziehung vorstellt:

6 Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; / er schlägt mit der Rute jeden Sohn, den er gern hat. 7 Haltet aus, wenn ihr gezüchtigt werdet. Gott behandelt euch wie Söhne. Denn wo ist ein Sohn, den sein Vater nicht züchtigt? 8 Würdet ihr nicht gezüchtigt, wie es doch bisher allen ergangen ist, dann wäret ihr nicht wirklich seine Kinder, ihr wäret nicht seine Söhne. 9 Ferner: An unseren leiblichen Vätern hatten wir harte Erzieher und wir achteten sie. Sollen wir uns dann nicht erst recht dem Vater der Geister unterwerfen und so das Leben haben? 10 Jene haben uns für kurze Zeit nach ihrem Gutdünken in Zucht genommen; er aber tut es zu unserem Besten, damit wir Anteil an seiner Heiligkeit gewinnen. 11 Jede Züchtigung scheint zwar für den Augenblick nicht Freude zu bringen, sondern Schmerz; später aber schenkt sie denen, die durch diese Schule gegangen sind, als Frucht den Frieden und die Gerechtigkeit.
(Der Brief an die Hebräer 12)

Die hochgradig bigotte und verlogene Sexualmoral insbesondere der zölibatären Christen-Hirten führt dazu, daß diese „Züchtigungen“ nicht „nur“ in Form von Schlägen, perfiden Strafen und Folterungen auf die Schwächsten niederprasselt, sondern daß insbesondere kleine Jungs auch regelmäßig sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind und waren.

Zigtausende irische Kinder haben Katholische Einrichtungen in den letzten Dekaden missbraucht, versklavt und brutal zu seelischen Krüppeln „gezüchtigt“.

Unter dem Druck der Öffentlichkeit, entschuldigte sich die Irische Katholische Kirche inzwischen - allerdings hat die oberste Priorität der Schutz der Täter - deren Namen auf Druck der Kirche nicht veröffentlicht werden durften.
Hierbei spielt insbesondere die Entschädigung eine Rolle.
Entschuldigungen sind billig.
Keinesfalls möchte im britischen Episkopat erleben, daß es sie Milliarden-teuer, wie bei ihren pädophilen Brüdern in den USA zu stehen kommt.

In Deutschland ist man im Jahr 2009 auch nicht weiter - obwohl die Tatsache des Hunderttausendfachen Kindesmissbrauchs in kirchlichen Heimen schon weiland von Ulrike Meinhof thematisiert wurde.

Britische Regierungen haben dabei besonders perfide agiert, indem sie seit Beginn des 19. Jahrhunderts sind bis zu 150 000 Kinder zur Kostenersparnis in ehemalige Kolonialländer abschoben.
Dort wurden sie in katholischen Heimen schwerstens misshandelt. Viele von ihnen wurden sexuell, psychisch und physisch missbraucht. Den angeblichen Waisen aus Großbritannien wurde vorgemacht, ihre Eltern seien tot, ihre Namen und Geburtsdaten wurden geändert. Ihre Eltern ließ man in dem Glauben, dass ihre Kinder adoptiert worden seien.

In Australien sind mindestens eine halbe Million Kinder innerhalb von vier Dekaden systematisch gequält worden.

Nach Schätzungen der Regierung wuchsen zwischen 1930 und 1970 rund 500 000 Kinder in staatlichen und kirchlichen Heimen auf, wo sie oft körperlich, seelisch und sexuell misshandelt wurden.

Für „die absolute Tragödie verlorener Kindheiten“ entschuldigte sich der australische Regierungschef Kevin Rudd am Montag öffentlich - wenn auch die Mehrheit der Opfer längst tot ist:

An der bewegenden Zeremonie nahmen auch Vertreter der 7.000 noch lebenden Betroffenen teil. Viele weinten und umarmten Leidensgenossen, als Rudd über die schmerzlichen Ereignisse der Vergangenheit sprach - Geschichten von Kindern, die mit Gürtelschnallen oder Bambusstöcken geschlagen wurden und die an Orten “ohne jede Liebe“ aufwuchsen. Dieser Tag solle ein Wendepunkt in der Geschichte Australiens sein, sagte Rudd unter dem Applaus der Anwesenden weiter. Die Regierung und die Behörden sollten alles in ihrer Macht stehende tun, damit sich so etwas nicht wiederhole.


In Deutschland ist man noch nicht so weit.
Einige evangelische Landeskirchen haben immerhin aber das Myriaden-fache Kinderfoltern unter ihrer Ägide dokumentiert und somit wenigstens zugegeben.

Die Landeskirche Hannover gab eine Studie für die Verhältnisse allein in Niedersachsen heraus: Der Studie zufolge sollen zahlreiche Kinder geschlagen, gedemütigt und sogar vergewaltigt worden sein. Außerdem seien die Heimkinder zu Arbeiten wie Torfstechen oder dem Straßenbau verpflichtet worden.

Mindestens 500.000 Kinder wurden in Deutschland in den 50er- und 60er Jahren in kirchlichen Heimen sexuell und körperlich mißhandelt.

FAZ:
Der sexuelle Missbrauch von Jungen sei geradezu ein Merkmal dieser Arbeitsschulen gewesen; die Kongregationen, die diese Anstalten führten, hätten Missbrauchsfälle vertuscht und Pädophile lieber an andere Einrichtungen innerhalb ihrer Orden weitergegeben, als die Fälle zur Anzeige zu bringen.

Die systematischen Menschrechtsverletzungen an Heimkindern durch die schlag- und penetrierfreudigen Pater führten jetzt in Deutschland zu einer Forderung nach einem Entschädigungsfonds in Höhe von 25 Milliarden Euro!

Das mag dem ein oder anderen jetzt vielleicht wie eine große Summe vorkommen - aber es ist schließlich weniger als ein Viertel dessen, das die Deutschen Steuerzahler in eine einzige von größenwahnsinnigen Managern in den Ruin getriebenen Bank (HRE) getopft haben.

Der Verfasser der noch in Arbeit befindlichen Dokumentation, Hans Bauer, sagte, es habe sich nicht um bedauerliche Einzelfälle gehandelt, sondern um systematischen Missbrauch. Die schweren Misshandlungen seien zwar nicht von oben angeordnet, aber gängige Praxis gewesen. Ehemalige Zöglinge hätten ihm vom sexuellen Missbrauch durch das Personal der Einrichtungen berichtet, so der ehemalige Erziehungleiter.

Die Caritas spricht von „bedauerlichen Einzelfällen“.

Die katholische Kirche, oder die Bundesregierung schweigen.

Man stelle sich vor irgendein anderer Verein hätte so eine Hypothek auf sich geladen!
Nie wieder würde man ihm Kinder anvertrauen!

Anders ergeht es dem Kirchismus - Westerwelle, Steinmeier und Merkel unterzeichneten persönlich für das „Pro-Reli“-Begehren in Berlin.

Ihnen kann es gar nicht genug Christlicher Einfluss bei der Erziehung der Kleinsten sein.

Montag, 16. November 2009

Idioten

Es ist ein rätselhaftes Phänomen, daß sich Millionen Deutsche ausführlich und intensiv Fußballspiele anglotzen und diese anschließend auch noch diskutieren, während sie sich für tatsächlich wichtige Dinge so gar nicht erwärmen können.

Bundestagsdebatten über die Gesundheitsreform sind keine Straßenfeger.
Auf den Schulhöfen werden nicht die Vor- und Nachteile von Kopfpauschale und Bürgerversicherung diskutiert.
10 Millionen Deutsche verschlingen jeden Tag die BILD-Zeitung - dabei könnten sie genauso gut zu SZ, FR und co greifen und hätten damit die unendlich viel bessere Zeitung in der Hand.

Der Grund für dieses scheinbar paradoxe Verhalten ist die allgemeine totale Verdummung.

Ob dafür angeborene Hirnschrumpfung, chronische Unterforderung oder tiefsitzende Denkfaulheit ursächlich sind, kann ich nicht beantworten.
Im Endeffekt erklärt es aber die täglich millionenfach stattfindenden Fußballgespräche und die nicht stattfindende Auseinandersetzung mit zum Beispiel Parteiprogrammen.

Fußball ist hinreichend primitiv, daß sich JEDER darüber unterhalten kann.
An dem altbackenen Spruch von den 80 Millionen Bundestrainern ist etwas dran.
Hier hält sich jeder für kompetent, die Regeln sind simpel und das Vermögen bis drei zählen zu können reicht meistens aus.
Tennis beispielsweise erfordert schon ganz andere mathematische Grundkenntnisse - da hagelt es nur so Punkte, dauernd ist von „15“, „30“, oder gar „40“ die Rede.
Man muß sich auch keine komplizierten Namen merken - alle, die zu einer Mannschaft gehören sind üblicherweise farblich einheitlich gekennzeichnet.
Individualität ist irrelevant.
Besonders angenehm ist das deutliche Punkte-Erzielen; was ein „Tor“ ist, begreift schon ein Zweijähriger. Wie ich immer bei WM’s feststelle, kann man dem Spielstand auch problemlos folgen, ohne das Spiel zu sehen - die Gröl-Kulisse in der Nachbarschaft ist ausreichend.
Sollten einmal besonders viele Tore fallen (>3) und dadurch das Mitzählen schwerfallen, kann man anhand des anschließenden Autocorsos feststellen, ob Deutschland gewonnen hat.

Es erscheint mir folgerichtig, daß ein solcher Sport auch entsprechend schrumpfgehirnige Spieler anlockt, die dann mit Weisheiten à la Lothar Matthäus auffallen.

Sich ewig einen schweren Ball auf die Birne zu kloppen, ist nicht Intelligenz-fördernd.

Ach ja - den Vatikan wird es betrüben:

Die Hoden schrumpfen auch noch
, wie der SPIEGEL schon 1998 berichtete:

Wissenschaftler haben herausgefunden:
Zuviel Arbeit mit dem Ball kann zu Störungen in Hirn und Hoden führen.
Wissenschaftler fanden heraus, daß Kicken Vergeßlichkeit heraufbeschwört. Schlimmer gar: Sie mindert auch die männliche Potenz. Es betrifft nicht allein Alt-Herren-Kicker, denen diese Phänome im Herbst des Lebens ohnehin geläufig sind. Selbst jugendlichen Körpern setzt der Kampf ums Leder zu - an Kopf und Hoden.
Völlig irreführend, so dräut es nun, ist das Bild des zeugungsfreudigen Musterprofis, der stets einer vielköpfigen Familie vorzustehen scheint. Ausgerechnet aus Italien, dem Land der Machos und der hemmungslosen Leidenschaft, kommt die böse Kunde: Forscher der Universität zu Pavia haben die Geschlechtsorgane von 198 Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren eingehend begutachtet.
Ein Drittel der Kinder, die wöchentlich zehn Stunden und mehr kickten, hatte Krampfadern und Krampfaderbrüche in den Blutgefäßen der Testikel. In einer Vergleichsgruppe von unsportlichen Knaben trat indes kein einziger dieser Krankheitsfälle auf; auch waren die Nachwuchsathleten im Gegensatz zu den Sportmuffeln nur mit mäßiger Hodengröße bestückt.

Wenn Fußballer sich verbal verbreiten, wird mitunter überdeutlich, daß sie ein paar Schläge zu viel auf den Hinterkopf hatten.

„Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien“ (Andy Möller)

„Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert“ (Olaf Thon)

„Ich fliege in den Süden – vielleicht nach Kanada“ (Mehmet Scholl)

„Ich bin körperlich und physisch topfit“ (Thomas Häßler)

“Keiner liebt mich – da können sie meine Frau fragen!“ (Hans Meyer)

Fußball ist also das El Dorado für Proleten und Hooligans.
Feingeister sind hier völlig fehl am Platze.

Sensibilität ist in der Kickerwelt das ultimative Manko.

Die völlige geistige Umnachtung der Fußballerwelt zeigte die gestrige Enke-Trauerfeier.
Wie könnte noch mehr Heuchelei möglich sein?

„Die“ Fans und „die“ Aktiven und „die“ Funktionäre sind es schließlich, die die Welt des Fußballs prägen; ein Umfeld, das Robert Enke in den Tod treiben mußte.

Er hatte keine Chance bei dem elenden Fußballer-Pack auf Mitleid und Verständnis zu hoffen.

Dies erklärt auch in bemerkenswerter Offenheit der Hannoveraner Sportsoziologe Gunter Pilz im Deutschlandradio; die „Beißhemmung“ gegenüber Schwächeren sei im Fußball nicht vorhanden.

Wenn ich mir vorstelle, ein Enke hätte sich geoutet, dass er solche Probleme hat, dann wäre das vielleicht nicht nur von seinen Gegnern gnadenlos ausgenutzt worden, sondern noch viel brutaler und gnadenloser von den Fans, die jetzt weinend durch die Straßen ziehen.
Über Krankheit und Schwäche offen zu reden, sei im Leistungssport ebenso undenkbar wie sich als Homosexueller zu bekennen. Die Fans hätten auf Schwächebekenntnis von Enke brutal und gnadenlos reagiert.
Das ist ein Problem unserer heutigen Gesellschaft: Dass wir nicht nur diese Beißmentalität haben und auf Schwächen rumtrampeln, sondern, wenn dann jemand betroffen ist und wirklich darunter leidet, wir uns nicht mehr ein Stück der Sensibilität bewahrt haben, das wahr zu nehmen und dann vielleicht noch zu korrigieren."

Enke ist keinesfalls der erste Fußballer, der von dieser Primitivität und Brutalität der Anhänger in den Suizid getrieben wurde:

Adam Ledwon (Juni 2008): Bayer Leverkusens früherer Mittelfeldspieler (34) begeht während der Fußball-EM 2008 Selbstmord.

Edgar Geenen (Sep. 2007): Der frühere 1860-Manager (53) erhängt sich in seiner Wohnung.

Sergi Lopez (November 2006): Der ehemalige Fußball-Star (39) des FC Barcelona wirft sich vor einen Zug.

Guido Erhard (Februar 2002): Der frühere Bundesliga-Profi (32, 1860 München) wirft sich in Offenbach vor einen ICE.

Justin Fashanu (Mai 1998): In einer Garage erhängt sich der englische Fußballer (37), der sich 1990 als erster Profi als homosexuell outete.

Ramiro Castillo (Okt. 1997): Boliviens Fußballstar erhängt sich in seiner Wohnung. Nach dem Tod seines neunjährigen Sohnes litt er unter Depressionen.

Hubert Schöll (November 1992): Der frühere HSV-Profi (46) erschießt sich auf einem Kinderspielplatz in Fürth.

Daß sich nach diesem xten Fußballerselbstmord Myriaden von Fans weinend zur Trauerfeier zusammenrotten, ist an Verlogenheit und Peinlichkeit nicht zu überbieten.

Sonntag, 15. November 2009

Rechte Rechenkünste Teil II

Das mit der Mathematik ist so eine diffizile Sache, die nicht jedem liegt.

Insbesondere norddeutsche Unionsminister und Senatoren stehen mit den eigenartigen Lehren Adam Rises auf Kriegsfuß.

Wie unter Aufsicht von sogenannten „Finanzpolitkern“ der CDU die ein oder andere Milliarde verloren geht, haben die Landesbank-Beispiele aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Berlin gezeigt.

Von den Folgen des Berliner Bankenskandals von 2001, den CDU-Urgestein Klaus-Rüdiger Landowsky der Hauptstadt eingebrockt hat, wird man sich auf Generationen nicht erholen.

Es ist zu befürchten, daß die zweistelligen Milliardenrisiken, die sich unter der Ägide der Pannenhaushälter in Hamburg und Kiel im Zuge des HSH-Desasters auftürmten, ähnlich katastrophal entwickeln.

Die Christenunionsler der Waterkant sind aber auch bei sehr viel weniger Nullen hoffnungslos überfordert:

Zu Zeiten, als In Schleswig Holstein Heide Simonis rot/grün regierte, empörte sich die oppositionelle CDU-Fraktion über die Ausgaben des Kultusministeriums:
Es wären 2,5 MILLIONEN D-MARK für Kleidung und dann auch noch 6,7 MILLIONEN D-MARK für Telephonkosten angefallen – das wären ungeheuerlich hohe Zahlen.

Nach Berechnungen der CDU könnte man dort erheblich einsparen.
Also beantragte die CDU die Mittel auf 2 MILLIONEN D-MARK für Kleidung und auf 5,36 MILLIONEN D-MARK für Telephonieren zu SENKEN.

Heide Simonis soll angeblich vor Lachen vom Stuhl gekippt sein, als sie die Eingabe las – die CDU hatte nämlich ein paar Kommata vertauscht – in Wirklichkeit lagen die Ausgaben der Kulturbehörde in dem Jahr bei 2500 DM für Kleidung und 6700 DM für Telephon.

Da sahen die CDU-Rechenkünstler dann allerdings sehr alt aus – es waren die Haushaltsexperten der Fraktion.


Die Unionsgrößen von der Elbe kalkulieren ähnlich wirr - allerdings sind sie unglücklicherweise nicht in der Opposition, sondern bevölkern die Regierungsbank.

Für den Bürger ist eine solche Konstellation nicht zu empfehlen, wie ein Blick auf die Schuldenberge zeigt, die allein Ole von Beust als Hamburger Bürgermeister in jüngster Zeit aufgetürmt hat:

Ticktack. Die Schuldenuhr tickt unerbittlicher denn je. Um 335 Euro pro Sekunde! Täglich wächst der Schuldenberg um 29 Millionen Euro. Allein die Zinszahlungen drohen die nächsten Generationen zu erdrücken. Schon jetzt gibt die Stadt jeden zehnten Euro für Zinsen aus. Eine Milliarde pro Jahr! Mittelfristig wird diese Summe noch mal um 250 Millionen Euro steigen - dank des neuen 5,2 Milliarden-Euro-Kreditpakets von CDU und GAL.

Was machen die Leute mit all der Kohle?

Dazu ergab eine große Anfrage der Abgeordneten Dr. Peter Tschentscher, Thomas Böwer, Elke Badde, Dr. Andreas Dressel, Metin Hakverdi, Dr. Mathias Petersen, Andrea Rugbarth, Dr. Monika Schaal, Dr. Martin Schäfer, Dr. Dorothee Stapelfeldt, Thomas Völsch (SPD) und Fraktion vom 13.07.09 in Hamburg eine erhellende Auskunft.

Gegenstand ist der aktuelle Kostenstand von Baumaßnahmen und man erfährt in der Antwort des Senats (Drucksache 19/3574 11.08.09) von verblüffenden Differenzen zwischen der ursprünglich von der CDU kalkulierten Kosten und den aktuellen tatsächlichen Kosten.

Ein paar Beispiele der Ausgaben

[Geplant, Aktuell jeweils in Millionen €]

Neubau Haus der Jugend Kirchdorf in der Krieterstraße 3,6 6,2

Sanierung Schule am Falkenberg 2,4 15,1

Neubau Grundschule Barlsheide 6,6 17,8

Neubau Polizeischließanlage 10,0 30,0

Elbphilharmonie 114,3 323,0

Ortsumgehung Finkenwerder: 34,5 55,0

U-Bahn zur Hafencity (3,4 km): 255,0 333,0

Hammer Straße 33,0 42,0

Umbau ZOB Bergedorf: 21,0 42,0

Naja, man kann sich ja mal vertun.

Macht ja auch nichts; der Steuerzahler - und sei es der Zukünftige - zahlt ja brav.

Der liest auch ohnehin keine Etatpläne und wählt Ole von Beust gewohnheitsmäßig immer wieder.

Übrigens beeindrucken mich die Ausgaben für die Asklepioskliniken im Etatplan 4 der Behörde für Soziales, Gesundheit, Familie und Verbraucherschutz:

Weil Asplepios-Besitzer Bernhard Broerman, an den Beust die Hamburger Kliniken billig verhökerte nun mit einem Privatvermögen von 1,8 Millarden Euro = 1800 Millionen Euro = 1 800 000 000 Euro ein bißchen knapp ist, schießt ihm der Steuerzahler ein paar Milliönchen für den Unterhalt der Krankenhäuser zu:

Asklepios-Klinik Harburg: 30 Mio Euro

Asklepios-Klinik Altona: 33 Mio Euro

Asklepios-Klinik St. Georg: 16 Mio Euro

Asklepios-Klinik Wandsbek: 8 Mio Euro

Asklepios-Klinik Nord: 36 Mio Euro…..


Ich sag’s ja: Die Hamburger wollen verarscht werden!

Samstag, 14. November 2009

Vorstehende Probleme der EKD-Ratsvorsitzenden.

Margot Käßmann, der neue Popstar der Evangelischen Kirche, befindet sich in einer Murmeltierschleife.
Sie hat ein „Problem“, das in der christlichen Religion ein Schwerwiegendes ist:
Würde sie sich öffentlich nackig machen, sähe jeder, daß es an ihrem Körper an entscheidenden Dingen mangelt:
Sie verfügt weder über Penis, noch über Hoden!
Ein entsetzliches Manko - denn nur mit solchen Geschlechtsteilen ist man in der patriarchalischen Struktur des Kirchismus akzeptiert.
Das weiß doch jedes Kind, daß Penis und Hoden zum Denken unerlässlich sind - Frauen sind schließlich geistig minderwertig und daher ist es unbedingt notwendig insbesondere bei geistigen Führern sicher zu gehen, daß auch wirklich ein Penis da ist.

Um sich diesbezüglich keines Risikos auszusetzen, führten die Katholiken bei der Papstwahl ein ausgefeiltes Penisprüfverfahren ein; den Kotstuhl!!

„Der nach unten hin offene Sedes stercoraria. Auf dem Möbel mit dem irreführenden Namen mußten die neugewählten Päpste Platz nehmen und sich dann vom jüngsten Mitglied des Kardinal-Kollegiums unter die Soutane greifen lassen - um sicherzustellen, daß es sich bei dem zukünftigen Pontifex wirklich um einen Mann handelte. Fand der Gottesmann, wonach er suchte, sprach er die Worte: „Habet testes“ (er hat Hoden).Worauf die Kardinäle antworteten: „Deo gratias“ (dem Herrn sei Dank).
Dabei wäre der skurrile Greiftest - den die katholische Kirche wider besseres Wissen und alle Beweise heute leugnet - bei den meisten Päpsten überflüssig gewesen. Denn fast alle hatten schon vor ihrer Wahl bewiesen, daß sie Testes-Träger waren.“

(Der Spiegel 11/97)

"Das Weib ist ein minderwertiges Wesen, das von Gott nicht nach seinem Ebenbilde geschaffen wurde. Es entspricht der natürlichen Ordnung, daß die Frauen den Männern dienen."
(Kirchenvater Augustinus, hl., 354-430)

Anderen Sekten, wie zum Beispiel den orthodoxen Christen, reicht noch nicht einmal die Tatsache überhaupt über männliche Genitalien zu verfügen - nein, sie müssen auch noch ausreichend groß sein - sonst ist’s Essig mit der Priesterlaufbahn.
Es kann dazu führen, daß armen kleinpimmeligen Menschen a priori der Weg zum Theologiestudium verwehrt bleibt.
So geschehen im Juli 1996 in Bukarest, als mehreren Männern das Kirchenstudium verwehrt blieb. Die Schule begründete die Ablehnung wie folgt:
Die Penisse der Kandidaten wären einfach zu klein und „in einer Pfarrersfamilie darf es nicht zu Scheidungen oder sonstigen Unannehmlichkeiten kommen“.

Klar - was könnte auch sonst ausschlaggebend sein für das Funktionieren einer Ehe außer der Penisgröße des Ehemannes!
Recht haben sie, die Rumänen!

Unter einer gewissen Mindestpenisgröße dürfte überhaupt nicht erlaubt sein zu heiraten.

Außerdem ist auf eine volle Funktionstüchtigkeit zu achten.

Als vorbildlich kann in dieser Hinsicht Bischof Lorenzo Chiarinelli in Viterbo angesehen werden:
Daß ein Paar sich liebt, zusammen leben möchte ohne laufend GV zu praktizieren, ist für Bischof Lorenzo Chiarinelli in Viterbo nicht nur NICHT vorstellbar, sondern sogar verwerflich.
Einem standesamtlich verheiratetem Paar verweigerte der Bischof den kirchlichen Segen, da der Ehemann durch einen Unfall gelähmt und zeugungsunfähig geworden war:

"Kein Bischof, kein Priester kann eine Hochzeit zelebrieren,
wenn er weiß, dass eine Impotenz vorliegt".

Kirchliche Trauung nur mit Erektion!

Das Hauptaugenmerk der Oberkatholen in den bunten Kleidchen liegt dabei mal wieder auf dem Penis, von dem sie geradezu besessen sind.

Na gut, ich gebe zu, daß ich vielleicht ein kleines bißchen polemisch formuliert habe.

Es gibt auch Christen, die den Unterschied zwischen Mann und Frau, also deren unterschiedliche Qualifikation für höhere Ämter nicht NUR am Penis festmachen.

So hatte Käßmanns Bischofsvorgänger generell Bedenken ob ihres Körpers geäußert:
Ihre Wahl 1999 war nur äußerst knapp; vor allem war ihr Vorgänger Bischof Lohse eifrig dabei ihr Knüppel zwischen die Beine (und Kübelweise Dreck sowieso) hinterher zu schmeißen.

Dazu eins meiner Lieblingszitate:

„...über Käßmann erfuhr man prompt, sie sei eine „zierliche, kleine Frau“. Sie habe zudem vier Töchter, was Altbischof Eduard Lohse zur Warnung veranlasste, die 41-Jährige sei „mit dem zeit – und kräftezehrenden Bischofsamt überfordert“.
OB LOHSE DICK, GROß UND KINDERLOS IST, WURDE IN DIESEM ZUSAMMENHANG NICHT BERICHTET.“
(„Die Woche“ 11.06.99)

Groß, dick, kinderlos und das Ganze bitte nur mit Penis!

Damit sind die Kriterien für das Amt eines katholischen Kirchenfürsten schon einmal kurz und zutreffend beschrieben.

Obwohl ich alles andere als ein Käßmann-Fan bin, will ich zugeben, daß sie sich glücklicherweise NICHT öffentlich auszieht, oder auf einen Kotstuhl setzt.
Auf dezent zu machen und die eigenen Genitalien nicht öffentlich zu präsentieren, reicht allerdings nicht aus, wenn man es mit einem christlichen Umfeld zu tun hat, das manisch an männliche Genitalien DENKT.

So zum Beispiel auch die russisch-orthodoxe Kirche, die nach der Wahl Käßmanns zur OberEKDlerin, ihre Kontakte zur EKD beendete.

Das kündigte der Außenamtsleiter des Moskauer Patriarchats, Erzbischof Hilarion Alfejew, am Donnerstag nach Angaben der russischen Tageszeitung "Kommersant" an. Die für Ende November angesetzten Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum des Dialogs zwischen orthodoxer Kirche und den deutschen Protestanten seien auch das Ende der Gespräche. Grund ist offenbar die Tatsache, dass die hannoversche Landesbischöfin eine Frau und geschieden ist. Nach den Worten des Pressechefs im Moskauer Außenamt, Georgi Sawerschinski, ist der Dialog zwischen der orthodoxen Kirche und der EKD, so wie es ihn seit 50 Jahren gegeben hat, nach der Wahl einer geschiedenen Frau zur Kirchenführerin nicht mehr möglich. Dies widerspreche den "evangelischen Prinzipien".

Ich gestehe, daß ich mal wieder von der aufgebotenen Bigotterie beeindruckt bin.
Immerhin gibt es das Problem schon länger.
Weibliche Pastoren gibt es in der EKD seit 50 Jahren. Erste Pastorin der Evangelisch-Lutherischen Kirche wurde 1958 Elisabeth Haseloff in Lübeck. Eine andere Hansestadt setzte dann 1992 ein Zeichen: Am 30. August wurde Maria Jepsen DER weltweit erste weibliche lutherische Bischof. Inzwischen sind noch ein paar dazu gekommen und immer konnten die Russen das irgendwie akzeptieren.

Früher war alles besser - im Alten Testament hatten Frauen GAR NICHTS zu melden und konnten nach Belieben versklavt und vergewaltigt werden - das sind die Gesetze Gottes.

Jesus war zwar ein bißchen lockerer, aber in Punkto Frauen verstand auch er keinen Spaß.
JüngerINNEN hatte er nicht.
Frauen, die er lobend erwähnte, schmissen sich vor ihm auf die Erde, weinten so viel, daß sie ihm mit ihren Tränen die Füße wuschen und trockneten ihm die Quanten anschließend noch mit ihrem Haar.

Zudem gibt es insbesondere zwei Abschnitte des Neuen Testaments, die es den Frauen ausdrücklich verbieten, die Sonderämter auszuüben. I Korinther 14:34-35 ist der erste dieser Abschnitte: "Wie in allen Gemeinden der Heiligen lasset die Frauen schweigen in der Gemeinde; denn es soll ihnen nicht zugelassen werden, dass sie reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt. Wollen sie aber lernen, so lasset sie daheim ihre Männer fragen. Es steht der Frau übel an, in der Gemeinde zu reden."
Der zweite Abschnitt ist I Timotheus 2:11-12: "Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie sich über den Mann erhebe, sondern sie sei stille." In diesem Abschnitt spricht der Apostel von den öffentlichen Gottesdiensten der Gemeinde. Gemäß I Timotheus 3:15 geht es im ersten Brief an Timotheus um das anständige Benehmen im Haus Gottes, in der Kirche Gottes. Anständiges und richtiges Benehmen für die Frauen im Haus Gottes ist jetzt, dass sie nicht lehren. Es gehört sich nicht, es ist kein anständiges Benehmen, daß eine Frau lehrt – in der Kirche.

Daß Frauen prinzipiell in der Kirchenhierarchie nichts zu suchen haben, zeigt schon Gottes Schöpfung, (vulgo „Creation“); in den Worten Ron Cammengas:

"Denn Adam ist am ersten gemacht, danach Eva" (2:13). Gott schuf Adam zuerst und dann schuf er Eva. Und nicht nur wurde Adam von Gott vor der Frau gemacht, sondern auch die Frau wurde aus dem Mann und für den Mann gemacht. In I Korinther 11:8-9 sagt der Apostel, "Denn der Mann ist nicht vom Weibe, sondern das Weib ist vom Manne." Und zweitens wurde Adam nicht verführt, das Weib wurde aber verführt, und ist der Übertretung verfallen (2:14). Das bedeutet zwar nicht, dass Adam nicht sündigte und nicht fiel. Wir wissen besser. Adam wurde jedoch nicht auf die gleiche Weise verführt, wie die Frau verführt wurde. Die Frau wurde zuerst verführt und sie wurde völlig und gründlich verführt. Die Frau übernahm bei dem Sündenfall die Führung: sie sprach mit der Schlange, sie wurde durch die Versuchung der Schlange verführt und sie gab Adam den Anlass zu fallen. Dass sie eine Autorität an sich riß, die ihr nicht gegeben wurde, spielte sie bei dem ursprünglichen Sündenfall der Menschheit eine entscheidende Rolle. Die Folge: sie darf nicht lehren, sie darf sich nicht über den Mann erheben, sondern sie muss schweigen.

Welche Frau denkt da nicht 'O - Super-Theorie! In dem Verein will ich mitmachen.'?

Im Streit zwischen Russen und Deutschen Christen gebietet also die Logik sich auf die Seite der Russen zu stellen - wenn man sich schon auf die Bibel beruft und ausdrücklich anerkennt, daß sie Gottes Wort und somit der ultimative Verhaltensleitfaden ist, kann man nicht Frauen ordinieren, ohne massiv gegen „die Heilige Schrift“ zu verstoßen.

An diesem Punkt herrscht - anders als bei Zölibat und Homosexualität* - Konsens:
Frauen sind bähbäh und sollen nicht auf der Kanzel stehen.

"Die Frau ist ein Mißgriff der Natur... mit ihrem Feuchtigkeits-Überschuß und ihrer Untertemperatur körperlich und geistig minderwertiger...eine Art verstümmelter, verfehlter, mißlungener Mann...die volle Verwirklichung der menschlichen Art ist nur der Mann."
(Thomas von Aquin, hl., Kirchenlehrer, 1225-1274)

*(Der Zölibat wird im NT sogar ausdrücklich abgelehnt - nach Paulus MÜSSEN Priester sogar verheiratet sein - so wie es auch die Orthodoxen Christen sehen.
Zur Homosexualität gibt es zwar im AT vage Sätze, die sich aber nicht auf Homosexualität im heutigen Sinne beziehen. Jesus hat im Neuen Testament überhaupt nichts gegen Schwule gesagt und seine Jünger in jeglicher Orientierung akzeptiert - Hauptsache sie waren keine Frauen!)

Aber auch die Russen sind hier etwas Rückgrat-biegig:
Elisabeth Haseloff und Maria Jepsen - naja....aber nun, da eine dieser Schwanzlosen sogar ganz oben steht, ist Schluss mit lustig.

In dieser Entscheidung stehen übrigens alle Russischen Christen zusammen:
Die evangelischen Christen in Russland unterstützen offenbar die Entscheidung. Der Chefsekretär der Evangelisch-Lutherischen Kirche Russlands, der Priester Alexander Priluzki, nannte die Wahl Käßmanns ein "Krisenzeichen in der westlichen Gesellschaft".

Was die Anhänger Ratzingers zu Frauen als Priesterinnen zu denken haben, setze ich als bekannt voraus.

Freitag, 13. November 2009

Nicht alles ist eine Frage des Geldes.

Wenn Parteien wie die FDP in den Wahlkampf ziehen, dann erwarten sie nicht nur einen Wahlsieg einzufahren, sondern sind außerdem davon überzeugt Dukatenscheißer zu werden.

Irgendwo in den Ministerialbürokratien müssten doch geheime Füllhörner vorhanden sein.

Ein sogenannter Finanzexperte wie der FDP-Prinz Solms, der seit Jahr und Tag im wichtigen Haushaltsausschuss sitzt und Zugang zu allen Akten hatte, wollte uns nach der Wahl weißmachen, daß vollkommen überraschend gar kein Geld mehr da sei.
So ein Pech. Wer hätte das geahnt?

Wirtschafts- und Finanzpolitik aus dem Wolkenkuckucksheim à la FDP funktioniert derzeit so, daß selbst die fest auf neoliberaler Ebene verankerten „Wirtschaftsweisen“, der offizielle Sachverständigenrat also, nur ungläubig über den Dilettantismus der Schwarz-Gelben staunen können:
"Nichtssagend und gänzlich mutlos" sei die Performance.
"Das ist mehr als unbefriedigend" schreiben sie in ihrem Gutachten.
Westerwelle und Merkel ergingen sich in „Tagträumereien“ über Steuersenkungen: „Angesichts der enormen Konsolidierungserfordernisse sind derartige Steuersenkungsversprechen mit einer seriösen Finanzpolitik nicht vereinbar".

Mich wundert an dieser Stelle ein bißchen wie lange Ökonomie- und Politologie-Professoren für so eine Einschätzung gebraucht haben.

Als Fachfremder habe ich genau das schon seit Jahren prognostiziert.

Anders als es die sogenannten Wirtschaftsweisen heute darstellen, erscheint es mir allerdings so, als ob in einigen Bereichen durchaus noch Geld da ist - dank der Pharmalobby-Partei (FDP) wird es nur nicht dorthin geleitet, wo es sein sollte.

Beispiel Gesundheitspolitik.

Dazu ein leider fast alltägliches Ereignis aus der Praxis, das ich heute am Rande miterlebte.
Ein Mann, 79, erleidet einen Herzinfarkt, kommt in die nagelneue für hunderte von Millionen errichtete Uniklinik, wird operiert und liegt anschließend auf der Intensivstation an diversen Schläuchen und Infusionen.
Gestern Abend rutscht er aus dem Bett, reißt dabei seine Bettdecke mit, die wiederum an den Kabeln so verheddert ist, daß er sich bei dem Sturz sämtliche Kanülen und Schläuche rausreißt.
Gefunden wird er erst am nächsten Morgen - total unterkühlt und vertrocknet.

Der Herzmonitor war ohnehin defekt und auf die dringenden Fragen, wie es denn angehen könne, daß ein Intensivpatienten eine ganze Nacht unentdeckt auf dem Boden liegt, erfuhr man nur ein achselzuckendes „das ist eben unsere Personalknappheit“. Da kann man nichts machen.

Alltag eben in großen Kliniken - dem Pflegepersonal kann man noch nicht mal einen Vorwurf machen - sie sind in der Tat total überfordert und haben nicht die Zeit nach jedem Patienten zu sehen.
Im ultramodernen Herzzentrum werden ganze Flure zudem nur von fachfremden Springerinnen aus Leihagenturen versorgt.
Freundliche Damen und Herren, die zuvor beispielsweise Altenpfleger waren und sich alle Mühe geben.
Nur daß sie eben von kardiologischen Dingen keine Ahnung haben.

Betrachten wir aber an dieser Stelle nur den finanziellen Aspekt:

Müßte es sich nicht amortisieren, wenn man mehr Pflegepersonal einstellte - am besten auch noch fachlich kompetente Leute - so daß extrem teure Folge-Probleme gar nicht erst auftreten?

Ich nenne da nur das leidige Beispiel MRSA.

Der tödliche Superkeim in Deutschen Krankenhäusern, der jährlich Zigtausende Todesopfer fordert, weil bedauerlicherweise kein Personal und keine Zeit für ausreichende Hygiene vorhanden ist.
Ein zu lösendes Problem, wie das Beispiel Holland zeigt.
Aber es gibt nun einmal Profiteure.

Zum Beispiel Philip Röslers Pharmafreunde, die für eine Packung Zyvoxid (30 Stück) knapp 3.000 Euro verlangen.

Es wird also gespart, um dann erst recht explodierende Kosten zu verursachen.

Kosten für die Patienten.

Jens Berger beschreibt heute wer unter FDP-Herrschaft auf der sicheren Seite ist:

Auf der Ausgabenseite will und kann man nicht sparen – schließlich gehören Ärzte und Apotheker zur Stammwählerschaft der FDP und auch die Gesundheits- und Pharmaindustrie kann fest darauf zählen, dass Schwarz-Gelb ihnen bei ihrem Renditestreben nicht in die Parade fährt.

Das nächste Beispiel für die Milliarden, die auf Kosten der Allgemeinheit an die Pharmamafia verschoben werden, entnehme ich einem SZ-Gespräch mit Klaus Fussek:

Fussek:
Ich gebe Ihnen ein Beispiel, von dem mir kürzlich erst ein Notarzt berichtete. Er kam zu einer ausgetrockneten Frau in ein Pflegeheim. Die Frau hat offenbar nichts zu trinken bekommen weil zu wenig Pflegkräfte da sind. Er legt ihr eine Infusion und hätte dann jemanden gebraucht, der zwei Stunden darauf achtet, dass die Infusion auch durchläuft. Es fand sich niemand.

sueddeutsche.de:
Und dann?

Fussek:
Der Arzt lässt die Frau ins Krankenhaus bringen. Das kostet hin und zurück 1000 Euro. Die Frau wurde drei Tage durchgecheckt, um eine Diagnose stellen zu können. Da geht es wieder um Tausende Euro. Ein Irrsinn, wenn man dagegenhält, was eine Pflegefachkraft gekostet hätte, die sich zwei Stunden zu der Frau gesetzt hätte.

sueddeutsche.de:
Die wäre aus einem anderen Topf bezahlt worden.

Fussek:
Genau das ist das Problem. Es ist unverantwortlich, Krankenkasse und Pflegeversicherung zu trennen. Beides gehört zusammen. Prävention, akute Versorgung, Nachsorge und Pflege - das gehört alles in eine Hand.

Wieso ist dieser Irrsinn möglich?
Daß Milliarden verpulvert werden, um wenige reich zu machen?

Weil die Deutschen Wähler leider zu doof sind, um diese Mechanismen zu erkennen und sich stets Pharma-freundliche Parteien heran gewählt haben.

Auch Rot/Grün konnte 1998 - 2005 nicht eingreifen, weil im Bundesrat stets Lobby-Merkel auf einer schwarzen Mehrheit saß und allen Plänen, die auch nur winzigste Abstriche bei Pharma- und Apothekenverbänden verursacht hätte, ein NJET entgegen stellte.

Noch am Tag der Abstimmung über die schwarz-rote Gesundheitsreform hatten die Privatkrankenkassenvertreter Termine in den Büros von Merkel und Zöller (Verhandlungsführer Gesundheit CDU/CSU), um den Schwarzen zu diktieren, wie sie zu stimmen hätten.

Schwarz und Gelb waren immer mächtig genug, um jegliche Freiheit und jeglichen Wettbewerb bei den Apotheken zu Lasten des Kunden zu verhindern.

Die FDP agiert hier streng staatlich und schützt ihre Apotheker vor Konkurrenz.
Filialverbot und Verhinderung der Reimportmedikamente waren stets die Toppunkte auf der Westerwelle-Agenda um die Preise und Gewinnmargen der Pharmamafia hoch zu halten.

Geld ist also da.
Geld wird in riesigen Strömen durch das Gesundheitssystem geleitet.
Geld, das aus den Taschen der Arbeitnehmer kommt - denn schwarz/gelb wollen die Arbeitgeber von den Gesundheitskosten entlasten und Hochverdiener damit beglücken nur noch eine Kopfpauschale bezahlen zu müssen.

WO landet all das Geld eigentlich genau?

Da kann ein Blick in die Liste der 100 reichsten Deutschen (Manager Magazin) weiterhelfen - allein 12 Milliardäre verdanken ihr Vermögen (u.a.) dem Gesundheitssektor:

Susanne Klatten (Altana-Pharmaka) 7 Milliarden

Familie Braun (Braun-Medizintechnik) 5,1 Milliarden

Ingeborg Herz (Beiersdorf) 3,9 Milliarden

Curt Engelhorn (vorm. Boehringer Mannheim) 2 Milliarden

Familie Schwarz-Schütte (Schwarz-Pharma Monheim) 2 Milliarden

Andreas Strüngmann (Hexal) 1,9 Milliarden

Thomas Strüngmann (Hexal) 1,9 Milliarden

Bernhard Broerman (Asklepios Kliniken) 1,8 Milliarden

Julia & Philipp Engelhorn (vorm. Boehringer Mannheim) 1,75 Milliarden

Lutz Mario Helmig ((Helios-Kliniken, Medizintechnik) 1,4 Milliarden

Familie Schnabel (Chemiehandel) 1,35 Milliarden

Familie Stoll (Festo Medizintechnik) 0,9 Milliarden

Wer sich also über steigende Zuzahlungen und höhere Krankenkassenbeiträge ärgert, braucht sich wenigstens nicht mehr zu fragen, wo all die Kohle bleibt.

Und auch wenn es hoffnungslos altmodisch ist, sei zum Schluß die Frage erlaubt:

Ist es ethisch vertretbar, daß Pflegeeinrichtungen, Altenheime, Krankenhäuser, etc rein marktwirtschaftlich betrachtet werden?
Müssen das Milliardeneinsammelmaschinen sein?
Sind das die richtigen Wirtschaftszweige, um zu Reichtum zu kommen?

Donnerstag, 12. November 2009

Der Flop des Tages.

Immer wieder beklage ich die lokale Hamburger Presselandschaft.
90 % stammt von Springer.
Die einzigen Alternativen sind die taz-Hamburg (Mikroskopische Redaktion, homöopathische Auflage) und die Hamburger Morgenpost, kurz MoPo.
Die Mopo ist ganz nett, hat einen fast immer guten kurzen politischen Kommentar auf Seite 2 und eine einigermaßen taugliche Regionalpolitik-Berichterstattung.
Aber die MoPo ist natürlich Boulevard und kann bei aller Liebe nicht zur seriösen Presse gerechnet werden.
Der Vorteil ist allerdings, daß man zur Lektüre nicht wie Zeit aufwenden muß.

Bei mir läuft das immer gleich - erst lese ich die anderen Zeitungen und wenn ich zum Schluß die MoPo zur Hand nehme, drücke ich gleichzeitig den „On“-Knopf meines Laptops - das passt zeitlich immer genau - bis der hochgefahren ist und der Browser läuft, habe ich auch die MoPo durch.
Aber ich lese sie durchaus gerne, die politische Haltung gefällt mir.

Allerdings ist der MoPo-Redaktion heute offenbar ein großer Fehler unterlaufen.
Wie in vielen Boulevardtageszeitungen gibt es auch hier die Rubrik „Top“ und „Flop“ - steht ebenfalls auf Seite 2.

Bizarrerweise haben sie in dieser wirklich an Stümpern reichen Zeit heute zwei „Tops“ und eins davon fälschlicherweise in die „Flop“-Spalte gesteckt.

Jungs!
Das sollte doch nun nicht passieren und das ausgerechnet an so einer auffälligen Stelle!

(Als Flop des Tages würde ich beispielsweise KTG’s Ego-Kampagne mit Fotosession im Flugzeug.)

Konkret ging es übrigens um Top1:
Die schottische Popsängerin Annie Lennox ist am Mittwoch für ihren Einsatz gegen Aids in Afrika ausgezeichnet worden. Mehrere Friedensnobelpreisträger würdigten damit bei ihrem Treffen in Berlin besonders das Engagement der 54-Jährigen in Südafrika.

Klar, Annie Lennox ist ein Top.

Die zweite Person tat aber auch etwas Bewundernswertes:

Ichiro Ozawa
, Generalsekretär der Demokratischen Partei in Japan hat das Christentum als eine "ausschließende" Religion kritisiert, deren Einfluss sich lähmend auf die westliche Gesellschaft auswirke. "Das Christentum und der Islam sind beide ausschließend", sagte [..er] beim Besuch eines buddhistischen Tempels in der Präfektur Wakayama.

Das hat doch Herr Ozawa in lobenswerter Art ausgesprochen. Recht hat er!
Der Absolutheitsanspruch der Abrahamitischen Religionen sind vermutlich die größten Geißeln der Menschheit, der zu einer Myriade Kriegen führte.

Ohne das finstere Mittelalter, in dem die Katholische Kirche noch so mächtig war, um jeden Wissenschaftler, den es nach neuen Erkenntnissen drängte wie Giordano Bruno auf den Scheiterhaufen werfen konnte, wären wir vielleicht 500 Jahre früher durch die Aufklärung gegangen und hätten Unmenschlichkeiten wie Sklaverei und Rassentrennung längst überwunden.
Medikamente gegen Seuchen wären gefunden worden und kein Benedikt XVI würde erklären, daß die Benutzung von Kondomen das AIDS-Problem verschärfe und damit Myriaden Todesfälle verursachen.
Die Geistes- und Naturwissenschaften kommen erst voran, seitdem das Christentum seinen paralysierenden Einfluss teilweise verloren hat.
Wo Christen noch Einfluss auf Unterricht und Wissenschaft nehmen können, wie die Evangelikalen in den USA, geht es auch schnell wieder ein paar Jahrhunderte zurück.
Am 200. Geburtstag Darwins wird an amerikanischen Schulen wieder göttliche Kreation statt Evolution gelehrt.
In Islamischen Ländern haben sie dasselbe Problem:
Wenn religiöse Führer am Ruder sind, ist Schluß mit Menschenrechten und wissenschaftlichen Fortschritt.

Der Mopo muß also ein Fehler unterlaufen sein, als sie Ichiro Ozawa als „FLOP des Tages“ darstellte!

Mittwoch, 11. November 2009

Unter den Talaren, der Muff von 2000 Jahren.

Seit Jesus unter den Augen seines ihn liebenden Vaters ans Kreuz geschlagen und zu Tode gefoltert wurde, weil eben jenes Vaters Schöpfung ein wenig missgebildet war, entwickelte sich so etwas wie ein Christentum.
Ins Praktische übersetzt hieß das stets, daß sich Organisationstrukturen bildeten, in denen ein Oligopol die Deutungshoheit an sich riss.
Das Christentum stellte sich für Außenstehende bemerkenswert gleichförmig da - nämlich INTOLERANT gegen andere Auffassungen und Lehren.
Absolutistisch in der Heilsbotschaft.
Nachdem die Menschen von Jesus gehört hatten, fochten sie 16.000 Kriege aus - die weit überwiegende Mehrzahl aus religiösen Gründen.
Insgesamt hat das Christentum der Menschheit schwer geschadet:
Allein im 30-Jährigen Krieg, dem Mega-Religionskrieg 1618 bis 1648, in dem es lediglich um die Vorherrschaft von zwei verschiedenen christlichen Sekten ging, wurden mehr Homo Sapiens gekillt, als im ersten und zweiten Weltkrieg zusammen.
Ganze Länder wurden komplett entvölkert - in Deutschland überlebte nur ein Drittel der Bewohner. Es dauerte ein volles Jahrhundert, bis sich Europa einigermaßen wieder aufgerappelt hatte.

Organisierte Christen waren immer davon überzeugt allein im Recht zu sein und konnten aus dieser Gewissheit ableiten andere Sekten des Christentums und erst recht Angehörige anderer Religionen abzuschlachten.
Deus lo vult (spätlateinisch für „Gott will es!“) war DER Schlachtruf mit dem schon vor tausend Jahren die päpstlich initiierten schlimmsten Terrormaßnahmen und Genozidversuche rund um die Kreuzzüge unternommen wurden.
Seit fast 1700 Jahren gibt es den christlichen Begriff des „bellum iustum“, also des GERECHTEN Krieges.
Das Plazet Gottes für jede denkbare Abscheulichkeit.
Wenn es um Morden, Folter und Gewalt geht - Inquisition, Hexenverbrennung Ausrottung Ungläubiger in Amerika sind ebenfalls Stichworte - sind Christen besonders großzügig.

Im Jahr 2009 sind die Herren des Vatikans keinen Erkenntnisschritt weiter.

Der aktuelle Pontifex Maximus macht sich erneut das Extra ecclesiam nulla salus* zu eigen und pocht auf den Römisch-katholischen Exklusivismus.
(*Wikipedia: Extra ecclesiam nulla salus ist die gewöhnlich zitierte Abwandlung eines Satzes von Cyprian, Bischof von Karthago (* um 200; † 14. September 258), der im Original lautet Extra ecclesiam salus non est - Außerhalb der Kirche gibt es kein Heil.)
Schon als Präfekt der Glaubenskongregation schockte Ratzinger die nichtkatholischen Christen mit seiner Dominus Iesus-Erklärung.
Sie gehören also alle nicht zur „Kirche im eigenen Sinne“ und können kein Heil erlangen.
Pech für die Evangelikalen, Pech für die Orthodoxen, Pech für die Evangelen.


Nicht ganz so viel Kontinuität gibt es bei der weltlichen Macht des Vatikans.
Verfügte er einst über eigene Armeen, an dessen Spitze der Papst höchstselbst in von ihm angezettelte Kriege ritt, konnte der oberste Katholik und Stellvertreter Gottes manchmal auch nur andere in den Krieg zwingen, indem er beispielsweise zu Kolonialisierung, Kreuzzügen und anderen Megaverbrechen und Genoziden aufrief.

In jüngster Zeit schrumpfte der Kirchenstaat allerdings gewaltig zusammen, wie zum Beispiel der Antisemit Pio Nono (im Jahr 2000 von Johannes Paul II. seliggesprochen) erkennen mußte, als der Erfinder des Schnellkochtopfes (Garibaldi) gegen ihn zu Felde zog.
Nach ihm wurde nie wieder ein Papst auch Papa Rè (Papst-König); der traditionelle weltliche Kirchenstaat hörte auf zu sein - bis der Vatikanstaat von Benito Mussolini am 11. Februar 1929 das Gebiet des Vatikanstaates bekam.

Dem derzeitigen Platzhalter scheint dieser machtlose Zustand besonders bitter aufzustoßen und so mischt er sich immer wieder direkt und verfassungswidrig in die Angelegenheiten souveräner Staaten (Spanien und Italien beispielsweise) ein.

So ein Talar ist schon lange nicht mehr, was er war.

Was hatte man sich über die Jahrhunderte mit Reliquienvertrieb und Ablasshandel eine schöne goldene Nase verdient!
So kamen Bischöfe zu ihrem Purpur.
Nicht weil rot zufällig eine so hübsche Farbe ist, sondern weil die Farbe vor der Erfindung chemischer Färbeverfahren nahezu unerschwinglich war und man mit so einem Gewand seinen unermesslichen Reichtum zeigen konnte.
Der echte aus Purpurschnecken gewonnene Purpurfarbstoff ist noch heute der teuerste Farbstoff der Welt.

(Die Frage wieso ausgerechnet die Vertreter einer Schrift, in der es heißt „eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt“ mit solchem Extremluxus protzen, sei dahin gestellt)

Im 21. Jahrhundert wird das zunehmend schwieriger an Kohle zu kommen - insbesondere, wenn man als Röckchenträger nicht in Deutschland lebt, wo einem freundlicherweise der Staat das Geld zuschiebt.

Ein schlauer deutscher Priester, 33, aus Lana bei Bozen, fand folgenden Ausweg.
Er lebt in Rom und trat gezielt mit wehendem Talar auf deutsche Touristen zu - “Ich bin beraubt worden und habe kein Geld mehr“ jammerte er seine Landleute an und „lieh“ sich Geld.

Nun sitzt der Gottesmann allerdings in Haft, wie der “Corriere della Sera“ gestern berichtete:
Erst als das immer dreistere Vorgehen des früheren Geistlichen aus Lana bei Bozen die Touristen misstrauisch machte, gingen sie zur römischen Polizei. Als er später am Telefon noch mehr abzocken wollte, wurde es einigen Opfern zu bunt. Der Mann sei wegen ähnlicher Betrügereien vorbestraft, hieß es.

Wie weit ist es nur mit der Welt gekommen?

Erst mucken die blöden Ex-Messdiener auf, weil sie in den Beichtstühlen von den Priestern vergewaltigt wurden und nun beschweren sich die Leute auch noch, nur weil sie von Kirchenmännern abgezockt werden? Sollen die doch froh sein, daß sie nicht auf den Scheiterhaufen kommen und nur ein paar Hundert Euronen abdrücken mußten!

Arme Kirche.

Dienstag, 10. November 2009

Härten

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger war ab 1992 deutsche Justizministerin.
Damals besaß sie offenbar noch Rudimente eines Rückgrats, denn am 14. Dezember 1995 kündigte sie unter Tränen ihren Rücktritt an, da ihre Partei per Mitgliederentscheid in einem Paukenschlag die liberalen Wurzeln gekappt hatte und dem großen Lauschangriff zustimmte.

Die Partei, die einmal für freiheitliche Bürgerrechte stand vollzog die 180°-Wende und begab sich auf die Spuren George Orwells.
Inzwischen sind alle Dämme gebrochen.
Bürgerrechte wurden konsequent weiter beschnitten, Bundestrojaner, Internetüberwachung, Vorratsdatenspeicherung, Ausspähung privater Computer - mit Schäuble und Leyen in der Regierung wurde selbst ein Erich Mielke blass.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ist es mittlerweile egal - ihre 1995er Bedenken sind vergessen; nun sitzt sie wieder zwischen Zensursula und Schäuble 2.0.

Die Reaktion auf die meisten Probleme, die eine soziale Ursache haben, ist immer noch die Forderung nach Gesetzesverschärfungen im Strafrecht.
Längere Haftstrafen sollen es richten.

Rechte Unionsanhänger sind offensichtlich ohnehin der Meinung, daß der Deutsche Strafvollzug zu lasch ist.
So kamen 2001 in Hamburg CDU, Schill-Partei und FDP ans Ruder:

„Internierungslager für Ausländer, Wiedereinführung von geschlossenen Jugendheimen, Russisches Giftgas gegen Demonstranten, Brechmitteleinsatz, Abmontierung von Spritzenautomaten in Haftanstalten“ waren die Parolen damals.

Parolen, derer sich auch bayerische oder hessische Unionisten gerne bedienen, um im Amt zu bleiben.
„Sicherheitsverwahrung“ oder „Präventivhaft“ sind auch jetzt noch die Zauberworte.

Aus den Augen, aus dem Sinn.
Alles wegsperren, das stört und dabei sollen die Delinquenten möglichst hart angepackt werden.

Wie „lasch“ es tatsächlich in deutschen Gefängnissen zugeht, zeigen interessante Zahlen einer Studie des Bildungsinstituts des niedersächsischen Justizvollzugs.
In den Jahren 2000 bis 2006 haben sich 646 Gefangene das Leben genommen.
Fast die Hälfte der Gefangenen dieser Gruppe hat die ersten 3 Monate nach Inhaftierung nicht überlebt.

Einhundert Gefangene bringen sich jedes Jahr in deutschen Gefängnissen um.

Das sind immerhin zwei Menschen jede Woche - unter der Obhut des Staates.

Unternommen wird nichts dagegen - wer einmal in Untersuchungshaft gelandet ist, hat nicht nur seine Freiheit verwirkt.

Die deutsche Justiz lädt hier schwere Schuld auf sich.

Sie versagt auf ganzer Ebene.

Montag, 9. November 2009

Ja, so war das damals.

Habe gerade schon wieder ein Tabu entdeckt!

Ein Satz, den man nicht sagen darf, ist:
'Der 09. November 1989 und der Mauerfall interessieren mich nicht mehr!'

OK, bevor man mir den Kopf abreißen will: Ich meine nicht, daß das ein generell irrelevantes Ereignis ist, aber ich habe in den letzten 20 Jahren eine derartige Überdosis von frommen Politikersprüche à la „der glücklichste Tag aller Deutschen“ genossen, daß ich einfach keine Gehirnkapazität mehr habe, um noch weitere Selbstbejubelungen zu verkraften.

Heute habe ich nur mit einem Ohr vernommen, daß GUIDO WESTERWELLE den „Freedom Award“ des Atlantic Council of the United States überreicht bekommen hat.
Also hat Guido die Wiedervereinigung herbei geführt?

Und ich dachte früher immer, daß Klaus Uhltzscht ganz allein den Mauereinsturz bewältigt hätte!
Für meine Begriffe hat das Thomas Brussig in „Helden wie wir“ klar beweisen können.

Später allerdings habe ich von diversen katholischen Bischöfen gelernt, daß in Wahrheit Karol Woytila die Mauer gesprengt hat!
Er ganz allein hat auch Gorbi die Perestroika ausrufen lassen.
Naja, nicht ganz allein, sein Chef, dieser Herr Gott, hat da wohl auch irgendwie mitgeholfen.
Jedenfalls hat Ratzingers Vorgänger persönlich und mit bloßen Händen den Kommunismus besiegt.
Das steht angeblich auch in der Bibel - Gott hasst Kommunisten, weil die nämlich alle Atheisten sind und das ist wiederum auch nur ein Synonym für Satanisten.
Also hat Gott die Bibel geschrieben, da er - hellsichtig wie er ist - schon ahnte, daß rund 1900 Jahre nachdem er seinen Sohn aus Menschliebe kreuzigen und foltern ließ, die Kommunisten kommen.

Der Friedensnobelpreisträger und polnische Präsident a.D., Walesa, drückt es so aus:
"Die Wahrheit ist, dass Papst Johannes Paul II. zu 50 Prozent zum Mauerfall beigetragen hat, 30 Prozent die Solidarnosc und Lech Walesa und nur 20 Prozent der Rest der Welt"

Deswegen fand sich heute morgen auch tout Bundesrepublik in Kirchen ein, um sich zu ökomenischen Gottesdiensten zusammen zu rotten.
"Noch immer bewegen uns die Dankbarkeit und das freudige Staunen über dieses Ereignis", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch in seiner Predigt.
Er rief dazu auf, "gemeinsam in Ost und West, in Geduld und Ausdauer weiter Brücken zueinander zu bauen".
Zollitsch erinnerte daran, dass Freiheit ein Geschenk Gottes sei, und mahnte "zur fortdauernden Solidarität mit den Menschen und Völkern, die in Unfreiheit leben müssen".



Gerade hatte ich mir diese historische Wahrheit zu Eigen gemacht, da höre ich aus Gods own country, daß das auch nicht stimmt.
Nicht Klaus Uhltzscht, nicht Johannes Paul II haben die Mauer geöffnet.
Nein, es war Guido Westerwelle!

Mal sehen wie dieses neueste Forschungsergebnis beim nächsten runden Feiertag, am 9.11.2019 gesehen wird.

Ist Guido dann immer noch der Vater der Einheit, oder hat eine Historikerkommission dann womöglich einen neuen wahren Mauerbezwinger ermittelt?

Lothar Matthäus vielleicht, oder Verona Pooth.

Und so jubelt man also heute - am glücklichsten Tag der Deutschen.

Am 9. November 1923 marschierte Hitler in München mit einem bewaffneten Mob von Nationalsozialisten in Richtung Feldherrenhalle, um die Revolution mit Waffengewalt zu erzwingen.
Der 9. November wurde zu DEM Feiertag der Nazis.
Am 15. Jahrestag, dem 9.11.1938, fand die perfide euphemistisch so genannte Reichskristallnacht statt:
In ganz Deutschland gleichzeitig durchgeführte Überfalle auf jüdische Geschäfte, Privathäuser und Synagogen. Über 7000 Geschäfte, nahezu alle Synagogen und an die 30 Warenhäuser wurden in jener Nacht zerstört, 91 Menschen ermordet.

Dieses unfassbare Pogrom war einer der absoluten moralischen Tiefpunkte Deutschlands.
Das Volk schwieg und ließ es geschehen, daß in der Folge des 9.11.1938 systematisch das gesamte jüdische Leben in Deutschland zerstört wurde.

Der 9. November, der ultimative Alptraum - oder wie es Bundespräsident Köhler ausdrückt:

Ein "Tag der Freude".

Sonntag, 8. November 2009

Zahlenspiele

2007 gab es in Deutschland knapp 25,5 Millionen Katholiken, 2000 waren es noch rund 26,8 Millionen.

Schlau ist Steffen Zimmermann, der auf katholisch.de zu der Entwicklung erklärt, warum die RKK in Deutschland allein in den Jahren 2000 - 2007 1,3 Millionen Mitglieder verloren hat.

Die allgemeine abnehmende Entwicklung bei der Zahl der Kirchenmitglieder hat vor allem zwei Gründe. Zum einen werden aufgrund der Altersstruktur jährlich mehr Menschen bestattet als durch Taufen neu hinzukommen. Außerdem treten im Jahr mehr Menschen aus der Kirche aus als durch Eintritte aus anderen Kirchen oder durch die Wiederaufnahme von zuvor ausgetretenen Personen dazu kommen.

Glückwunsch. Der Mann kann offenbar Addieren und sogar Subtrahieren.

Einen winzigen Nebenaspekt, nämlich die Antwort auf die Frage WARUM Deutsche in Massen fluchtartig die Organisation mit einem deutschen Papst an der Spitze verlassen, ließ Zimmermann allerdings unter den Tisch fallen.

Die Bischofskonferenz nennt für das Jahr 2008 inzwischen noch 25.176.517 Katholiken bei einer Gesamtbevölkerung von 82.002.356 sind das 30,7 %. (2007 = 25.461.118)

Offenbar sind der RKK innerhalb eines Jahres schon wieder 284.601 Mitglieder abhanden gekommen.
780 Katholiken gehen Deutschland pro Tag verloren.

Im Gegensatz zu mir findet katholisch.de diese Entwicklung offenbar nicht positiv und möchte die Mitgliederzahl wieder erhöhen.

Die Mathematik soll es wieder richten.

Um mehr Kirchenmitglieder zu bekommen, sollen also mehr Menschen in die RKK eintreten.
Eine bahnbrechende Erkenntnis.
Auch in diesem Fall wurde eine kleine Nebeninformation - WARUM sollte man in die Katholische Kirche eintreten - nicht gegeben.

Man solle einfach eintreten. Inhalte Fehlanzeige.

Michael Belzer von der Katholischen Glaubensinformation (kgi) hat aber schon eine weitere bahnbrechende Idee ausgeheckt - für Eintrittswillige solle ein ANSPRECHPARTNER zur Verfügung stehen.
Diese formidable Marketingidee ist laut katholisch.de ungeheuer erfolgreich:

Im Juni 2004 wurde das Pilotprojekt in den Bistümern Osnabrück und Berlin begonnen. Und der Erfolg gibt den Verantwortlichen Recht. "Seit Projektstart wurden über das Portal 'katholisch-werden.de' 335 Menschen in die Regionen Deutschlands vermittelt", so Koordinator Mathias Heidemann.

Einfach toll - in fünf (?) Jahren (unklar, ob die Zahlen inkl. oder exkl. 2008, oder gar 2009 gelten) also 335 Neueintritte!
Das ist ja schon fast so viel wie an einem halben Tag austreten!

Auch ich beherrsche übrigens ein paar Grundrechenarten und demonstriere das wie folgt anhand offizieller Zahlen der deutschen Bischofskonferenz:

2004 gab es 25.986.384 Katholiken.
Bis 2008 (25.176.517 Mitglieder) verschwanden also 809.867 Katholen.

Im selben Zeitraum hat die kgi-Initiative somit 0,04 % des Verlustes wieder aufgeholt.

Oder anders ausgedrückt:
809.532 von 809.867 Menschen ~ 99,96% ließ die Wiedereintrittsstrategie kalt.

In meinen Worten ausgedrückt:

„Die kgi ist katastrophal und auf ganzer Linie gescheitert“

Übersetzt in das katholisch.de-Rotwelsch:

„Und der Erfolg gibt den Verantwortlichen Recht“

Samstag, 7. November 2009

Aus dem Nähkästchen.

Vor rund zehn Jahren bekam ich Besuch von einer Verwandten aus Amerika.
Der Flieger landete am Samstagabend und eins der ersten Dinge, die sie von mir zu wissen begehrte, war: „Wann gehst Du morgen zur Kirche?“
Der Mund ging ob meiner Antwort ‚gar nicht‘ ziemlich weit auf.

Nach einigen Schrecksekunden folgte ein vorsichtiges „Wieso denn nicht?“.
Meine zweite Antwort - because I don’t believe in god - gab ihr dann endgültig den Rest.

Wo war sie hier nur gelandet?
Das mußte offensichtlich die Hölle auf Erden sein.
Freundlich mitfühlend und inkonsequent wie ich bin, bekam ich aber recht schnell Mitleid.
Das arme Wesen - gestrandet in Hamburg, sprach kein Wort Deutsch und sollte nun auch noch ihr Seelenheil verlieren - mir schmolz das Herz.
Na schön, dann würde ich sie also zum Gottesdienst bringen.
Aber WOHIN nur? Zu allem Übel war die Guteste auch noch katholisch - wo findet man sowas in Hamburg? Und wann beten die eigentlich?
In der Folge wurde ein enormer kultureller Graben zwischen uns deutlich. Nicht nur, daß ich nie in einen Gottesdienst gehe (in Kirchen schon..), nein, ich kenne noch nicht mal jemanden, der das praktiziert und konnte nicht mal eben jemanden anrufen, um das zu erfragen.

Meine Verwandte hat übrigens seit ihrer Rückkehr nach Amerika das Land nie wieder verlassen.

(Ich gebe zu - es lag nicht nur an den vielen Heiden - nein, hier sind überhaupt die Sitten so eigenartig. Das Brot sieht dunkel und klumpig aus und fühlt sich beim Abbeißen so hart an. Sie mochte nur „american bread“, welches ich später als ungetoastetes Toastbrot identifizierte. Noch viel schlimmer war es mit Käse - einfach widerlich, was sie hier an den Käsetheken sehen mußte. Sie ißt nämlich nur „american cheese“ - dem kam ich mit Scheibletten aus dem Kühlschrank am nächsten.)

Dieser Besuch war aber recht interessant, um meine eigene Perspektive auf religiöse Dinge zu verstehen.
So vollkommen selbstverständlich wie es in Teilen der Welt sein mag täglich religiös zu sein, so vollkommen selbstverständlich ist es in einer norddeutschen Großstadt täglich nicht religiös zu sein.
Hier betet niemand, keiner besucht Gottesdienste, man heiratet nicht kirchlich und kümmert sich nur um die Pfaffen, wenn man zufällig in der Nähe so einer Kirche wohnt, weil man dann Sonntagmorgen durch die elende Bimmelei am Ausschlafen gehindert wird.
Nach meinem Eindruck ist die westdeutsche Großstadtbevölkerung herzlich desinteressiert an religiösen Praktiken.
Sie ist aber genauso desinteressiert an nichtkonfessionellen Aktivitäten.
Kirchliche Skandale wie der myriadenfache Kindesmissbrauch durch ihr Bodenpersonal oder auch das wöchentliche Anbiedern von Rock-Trägern an nationalsozialistische Ideen, werden kaum wahrgenommen.
Die Kirchen in Deutschland haben es geschafft sich zu einer Art Folklore zu entwickeln.
Das ist wie mit dem Rheinischen Karneval - irgendwie albern und anstrengend. Wird in anderen Landesteilen nicht verstanden. Aber wer’s mag, kann ja hinfahren.
Umgekehrt kennt man auch Kölner, die extra zum Karneval Hamburg besuchen, um zu entfliehen. Jeder, wie er es mag.
Sind religiöse Praktiken also nur noch so etwas wie eine Love-Parade für Konservative? CSD für die Kukidentfraktion gewissermaßen? Bunt, laut und nervig - aber lass die mal machen - solange es nicht überhand nimmt?

Nein, der Vergleich hinkt dann doch zu sehr.
Loveparade, CSD und Karneval sind zwar Geschmackssache und insofern mag es diverse Ansichten dazu geben - ich zum Beispiel, finde alle drei gleichermaßen gaga-esk und würde mich nie daran beteiligen.
Aber man könnte sich darauf einigen, daß alle drei Veranstaltungen letztendlich harmlos sind.

Und genau hier liegt der Unterschied zur Religion.
Das Christentum ist keineswegs harmlos.
Ganz im Gegenteil.
Der jeweilige Absolutheitsanspruch, sogar der, der einzelnen Konfessionen, hat die überwiegende Mehrzahl der Kriege ausgelöst.

Im Namen Gottes wurden so viele Menschen massakriert, wie durch keine andere Ideologie.

Organisierte Christen sind die Erfinder der perfidesten Foltermethode, die dieser Planet je gesehen hat.
Christen unterstützen auch in der Moderne die übelsten Diktatoren - ja, Hitler, Mussolini, Franco, Tiso und Ante Pavlic waren allesamt Katholiken.

Alles was geschehen ist, entspringt der Initiative und dem Weitblick unseres Führers Adolf Hitler. Unserem Vaterlande, unserer Heimat und unserem Führer ein dreifaches Sieg-Heil! (Bischof Dr. Bernig nach der Besichtigung eines KZ)
Mehr Braunes hier

Nach 1945 wurde bedauerlicherweise kaum dazu gelernt.
Der Vatikan brachte die Nazis über die Rattenlinie vor den Alliierten in Sicherheit.
Als Chef der vatikanischen Inquisitionsbehörde zerschlug ein gewisser Ratzinger die Befreiungstheologen, die es gewagt hatten statt an der Seite der rechtsradikalen Morddiktatoren zu stehen, Partei für die Unterdrückten ergriffen zu haben.
Und heute erfreut uns der Papst mit der Rehabilitierung von Bischof Williamson.
Homophobie, Misogynie und Antisemitismus haben Konjunktur in der Organisation der Nächstenliebe.

Trotz Allem:
Kirchliche Aktionen sind keine Aufreger für die Masse der Bevölkerung.
Nicht einmal für die Mehrheit der Areligiösen und/oder Desinteressierten.
Offensichtlich ist die theoretische und praktische Bedeutung des Kirchismus des 21. Jahrhunderts eine terra incognita, die auch nicht entdeckt werden will.

Anders als die skeptische bis ablehnende Haltung gegenüber Tamilen oder Tschetschenen, über die der durchschnittliche Teutone auch wenig bis gar nichts weiß, ist der Kirchismus trotz des Desinteresses, positiv konnotiert.
Man geht nicht zur Kirche, höchstens mal zu Weihnachten oder einer Hochzeit, aber das ist doch irgendwie eine gute Sache.

Sitzt so ein Vertreter in seinem schwarzen Uniformkleid in einer Talkshow, verfallen die Mitdiskutanten ganz automatisch in Unterwürfigkeit.
Brav benutzen sie die Anrede „Hochwürden“ oder „Eminenz“.

In meiner täglichen Praxis erlebe ich es nicht sehr oft auf meine Buttons angesprochen zu werden - ich trage IMMER diverse „Kirche - nein Danke“-Buttons am Revers.

Offensichtlich ist das den Leuten genauso egal, wie die Kreuzanhänger, die so viele tragen.
Kommt es aber doch mal zu einem Gespräch über das Thema, erlebe ich das was auch alle anderen engagierten Atheisten erleben.

Der Ablauf ist immer derselbe:
Frage: „Wieso bist Du denn gegen die Kirche? Die tun doch auch viel Gutes.“

Dann beginnt man zu erklären und spätestens, wenn man beim Aspekt Finanzen ist und darlegt, daß die kirchlichen Kindergärten und Pflegeheime eben nur zu 5% aus Kirchensteuern bezahlt werden, daß aber unter kirchlicher Trägerschaft nur eingeschränkte Arbeitnehmerrechte gelten, daß Angestellte nicht streiken dürfen und Dumpinglöhne bekommen, kommt das ungläubige „Echt???“
Wenn ich erzähle, daß Religionsunterricht, alle Bischofsgehälter, Theologieprofessoren etc pp eben NICHT aus der Kirchensteuer bezahlt werden, sondern daß der allgemeine Steuerzahler das alles zu wuppen hat, sieht man sehr große Augen vor sich.

Hier herrscht ein gigantisches Aufklärungsdefizit.

Eine andere Seite derselben Medaille gibt es die vielen winzig kleinen atheistischen Webseiten, Blogs und Vereine.
Erst heute entdeckte ich das Forum Religionskritik - auch hier eine reichhaltige Sammlung von Schreckensnachrichten.
Wer beginnt sich für das Thema zu interessieren, sucht sich mühsam all die Schockfakten zusammen.
All das Zeug über Bibel und Kirchen, das auch in diesem Blog in hunderten Posts dargelegt wurde, gibt es in atheistischer Kleinbloggerei myriadenfach verteilt.

Das ist unser großer Nachteil.

Atheisten, bzw Konfessionslose, bilden zwar inzwischen die Mehrheit in Deutschland - aber sie sind in keinen Gremien vertreten.
In Merkels Kabinett sitzen ausschließlich Christen, sie sind in Ethikkomissionen, Rundfunkräten und Parteien fast immer überrepräsentiert.
Christen verfügen über milliardenschwere Apparate.
Konfessionslose haben dagegen fast gar nichts - noch nicht mal einen Feiertag.
Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

Es gibt natürlich Schritte in die richtige Richtung - so zum Beispiel der Versuch die Kräfte besser zu bündeln.
Dies tut der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e. V. (DFW).

Sehr wichtig in dieser Funktion als Informationssammler sind der Humanistische Pressedienst, die Giordano Bruno Stiftung und der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten e. V. (IBKA).

Leider sind alle diese Vereine im Vergleich zu den Megaorganisationen RKK und EKD nahezu unbekannt.

Das muß besser werden.

Also bitte treten Sie alle offensiver auf!

Freitag, 6. November 2009

Alles eine Frage der Betrachtung

Man sollte wirklich auch mal würdigen, wie sehr ich mich zusammenreißen kann!
Obwohl ich Hamburger bin, Lokalpatriotischer noch dazu, ertrage sich seit 2001 Deutschlands faulsten Regierungschef als Bürgermeister, ohne deshalb JEDEN Tag in diesem Blog laut aufzuschreien.
Es ist auch ruhig geworden um den Meister der Stümperhaftigkeit im Bürgermeisterbüro.
Jetzt ist es aber mal wieder so weit.

Was hatten Springersche Medien der Hansestadt noch vor der Bundestagswahl geunkt, daß Ole von Beust in die nächste Bundesregierung eintreten werde - als engster Vertrauter und Freund Angela Merkels, könne sie ja gewissermaßen gar nicht ohne ihn auskommen.
Was daraus geworden ist, wissen wir jetzt.
Obwohl Merkels Fachkompetenzansprüche offensichtlich irgendwo auf dem Niveau Teppichkante liegen, verzichtete sie dann doch lieber auf den Sylter Bürgermeister von Beust.

Und wie sieht es eigentlich an der Heimatfront aus für den Regierungschef, der den größtmöglichen Wählerbetrug auf Landesebene gleich zweimal durchführte, indem er sich um eindeutige Volksentscheide (Verkauf der landeseigenen Krankenhäuser, Wahlrechtsreform) hinwegsetzte - zum Schaden Hamburgs und zum Nutzen der CDU?

Immer noch ist der Erste Bürgermeister der größten Hansestadt Deutschlands damit beschäftigt die mühsam aufgebaute Spitzenstellung in ganz Europa, die Hamburg unter 44 Jahren SPD-Herrschaft gewonnen hatte, abzutragen.
Wir werden mittelmäßiger und mittelmäßiger.
Große Firmen und Verlassen reihenweise die Stadt, weil es keine kompetente Wirtschaftsförderung mehr gibt, die soziale Spaltung ist größer als in jedem anderen Bundesland, das Stadtbild wird verschandelt durch den schwarz-grünen Baumfällerwahn und durch Oles Prestige-Geprotze, wie zum Beispiel die grauenvoll misslungene Europapassage, für die Beusts Epigone Hadi Teherani 11 der schönsten alten Kontorhäuser an der Binnenalster wegrockern durfte.
Auch weiterhin werden die Milliarden für Oles Prunksucht rausgehauen - Elbphilharmonie, Hafencity-U-Bahn, Straßenbahn - Geld spielt keine Rolle, wenn es darum geht sich selbst Denkmäler zu setzen.
Die Milliarden werden nur so aus dem Fenster geworfen, seitdem die fachfremden CDU-Senatoren Peiner und Freytag im Aufsichtsrat der HSH-Nordbank so sehr debakulierten, daß die Stadt Hamburg eine Finanzspritze von drei Milliarden Euro plus einer Bürgschaft von zehn Milliarden locker machen mußte.
Milliarden werden gehandhabt wie Spielgeld.
Nur bei den Millionen wird genauer hingesehen - jedenfalls wenn es darum geht CDU-Spezies wie HSH-Chef Nonnenmacher mit ein paar Bonus-Millönchen zu versehen.
Daß Banken, die nur Dank staatlicher Transfers existieren können, ihren Managern nicht mehr als 500.000 Euro Gehalt zahlen dürfen, ficht einen Ole von Beust nicht an.
Der Teflon-Mann kann es sich leisten.
Hamburgs Wähler assoziieren ihn ohnehin nicht mit der Regierung und wählen ihn tumb immer wieder.

Schwarz-Grün hat Hamburg in eine nie dagewesene Verschuldung getrieben:

Ticktack. Die Schuldenuhr tickt unerbittlicher denn je. Um 335 Euro pro Sekunde! Täglich wächst der Schuldenberg um 29 Millionen Euro. Allein die Zinszahlungen drohen die nächsten Generationen zu erdrücken. Schon jetzt gibt die Stadt jeden zehnten Euro für Zinsen aus. Eine Milliarde pro Jahr! Mittelfristig wird diese Summe noch mal um 250 Millionen Euro steigen - dank des neuen 5,2 Milliarden-Euro-Kreditpakets von CDU und GAL.
(MoPo)

Einem kann nur schwindelig werden von dem Finanzdesaster, das die Schwarzen in Hamburg angerichtet haben:

SPD-Finanzexperte Peter Tschentscher hält eine Rückzahlung zwar für "völlig unrealistisch", doch selbst wenn es so käme, würden Hamburgs Bürger bis 2067 diesen Kredit abzahlen. Und allein für Zinsen 7,85 Milliarden Euro löhnen, also weit mehr als für den Kredit…….. Noch absurder wird der Zins-Wahnsinn bei einem Blick auf Hamburgs ganzen Schuldenberg, der demnächst auf 27 Milliarden anwächst (und das ohne Schattenhaushalte, die HSH-Nordbank etc.). "Geht man von 100 Millionen Euro Tilgung pro Jahr aus, dann zahlen wir im Jahr 2285 die letzte Rate", sagt Marcel Schweitzer vom Steuerzahlerbund. "Für die 27 Milliarden Euro Kredite sind bis dahin 183 Milliarden Euro an Zinsen fällig."

Wohin das Geld verschwindet wissen wir - es geht drauf für sagenhafte Bank-Fehlentscheidungen der Finanzsenatoren und private Baudenkmäler für den Bürgermeister, wie die Elbphilharmonie.

Woher das Geld genommen wird (außer durch neue Verschuldung) ist ebenso wenig geheimnisvoll.
Es trifft zum Beispiel die Schulen.
Wir haben zwar schon das schlechteste und ineffizienteste Bildungssystem ganz Europas und einen eklatanten Lehrermangel, aber die grüne Schulsenatorin legt bei der Verdummung der nächsten Generation noch eine Schippe drauf:

In der Vergangenheit hatte Bürgermeister Ole von Beust (CDU) die Schulen immer wieder zum Prioritätsbereich erklärt. Doch nach WELT-Informationen soll nun auch die Schulbehörde ihren Sparbeitrag leisten - durch Personalabbau. "Dort wird richtig gespart", so ein Politiker, "auch wenn es zunächst immer hieß, dieser Bereich werde ausgenommen." Fest steht, dass man sich einen Sparbeitrag aus dem gekündigten Gastschulabkommen mit Schleswig-Holstein erhofft, das mit verbesserten Konditionen neu verhandelt werden und bis zu 20 Millionen Euro bringen soll. ……Es dürfte sich um 250 bis 300 Lehrer handeln. Über den Daumen gepeilt werde es an den Gymnasien nach Einschätzung aus Koalitionskreisen Überkapazitäten in Höhe von zwei bis drei Lehrern pro Schule geben - bei insgesamt 69 Gymnasien in der Hansestadt.
(Welt)

Wir kennen das ja - nachdem die CDU im Wahlkampf 2001 versprach 1000 neue Lehrer einzustellen, hatte sie nach gewonnener Wahl stattdessen 800 Lehrer entlassen.

Wie konnte eigentlich so ein unfähiger Aufschneider wie Ole von Beust jemals Bürgermeister werden, fragt man sich.

Das ist leicht zu beantworten - mithilfe seiner privaten PR-Agentur (BILD, Welt, Hamburger Abendblatt) entfesselte Beust damals eine beispiellose Angstkampagne.

Es gab nur noch ein alles dominierendes Thema: Kriminalität.

Den Wähler wurde erfolgreich suggeriert, daß Hamburg die unsicherste Stadt Deutschlands sei, daß die arme Rentnerin kaum noch Chancen hätte ihre Einkäufe zu erledigen, ohne von einer marodierenden Bande ausgeraubt zu werden.
Die Ultrahardliner Kusch (CDU - ab 2001 Justizsenator und Beusts „Mieter“) und Schill (Schill-Partei - ab 2001 Innensenator) übertrafen sich gegenseitig mit Radikalideen:
Internierungslager für Ausländer, Russisches Giftgas gegen Demonstranten, Brechmitteleinsatz, Anschaffung neuer Polizeiautos (Mercedes statt Opel!), Abmontierung von Spritzenautomaten, um die Drogensüchtigen auch ganz sicher mit HIV zu infizieren, etc pp.

Kriminalität, Kriminalität, Kriminalität.

Die größte Wunderwaffe sollten aber mehr Polizisten sein.

Viel mehr.

Viel präsenter und vor allem auch viel präsentabler!

Statt der alten Kleidung in beige und grün, bekamen sie alle neue Uniformen.
Nun gibt es sie in schwarz/dunkelblau und sehr viel martialischer.
Robocop - und zwar auf Figur geschnitten. Alle Polizeifahrzeuge wurden von grün auf blau umgespritzt.

Man weiß ja, daß der gemeine Kriminelle erheblich einfänglicher ist, wenn man ihm in einem blauen Wagen verfolgt.

Mit den Polizeistellen verfuhr man wie mit den Lehrerstellen - statt der versprochenen MEHR POLIZISTEN, sparte die law-and-order-CDU lieber Stellen ein.

Sogar Oles Hausblatt machte jüngst mit alarmistischen Meldungen auf:

"Absoluter Notstand" an Hamburgs Polizeiwachen In den vergangenen drei Jahren wurden 226 Stellen abgebaut. Die Gewerkschaft der Polizei sieht die innere Sicherheit in Gefahr. Schon jetzt fehlten nahezu in allen Revieren Beamte. Die dort Dienst tuenden Polizisten hetzten "von Einsatz zu Einsatz, ohne die Chance zu haben, die Schreibarbeit zu erledigen". Im Vergleich zum Jahr 2006 verrichten heute insgesamt 226 Polizisten weniger ihren Dienst in den Kommissariaten.
(Jan-Eric Lindner, 4. November 2009)

Die Folgen sind wenig überraschend, so haben wir derzeit beispielsweise eine Rekordzahl an Wohnungseinbrüchen.

Im Juli 2009 hießt es in Springers Abendblatt, daß sich die Zahl der Einbrüche gegenüber dem Vorjahr verdoppelt habe:
Und der Trend scheint sich fortzusetzen, sagt Kriminaloberkommissar Heinz-Walter Johanßon, Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Harburg mit Blick auf die Kriminalstatistik. Anfang 2009 wurde eine deutliche Häufung von Einbrüchen festgestellt.

Nichts, das nicht noch zu übertreffen wäre.

Eine Meldung vom 24. Oktober lautet
:
Trauriger Rekord: 182 Einbrüche in einer Woche!
182 Haus- und Wohnungseinbrüche verzeichnete die Polizei in der Woche vom 12. bis 18. Oktober - so viel wie in keiner Woche des bisherigen Jahres. Die neuerliche Steigerung der Fallzahlen - ein Vorbote der dunklen Jahreszeit? Die Ermittler der Soko "Haus- und Wohnungseinbruch" (HWE) registriert seit einigen Tagen einmal mehr eine hohe Zahl von Taten, die von jungen Mädchen begangen werden - Kindern von reisenden Familien, die sich stets nur für wenige Wochen in Hamburg aufhalten und ihren Lebensunterhalt aus Einbrüchen bestreiten.

Daß in Hamburg mitunter mehr als ein Dutzend Autos pro Nacht abgefackelt werden, sei nur am Rande erwähnt:

So schlimm war's noch nie! Es ist die größte Anschlagsserie auf Autos in der Geschichte Hamburgs: Unbekannte haben in der Nacht zu gestern in der Hansestadt und in Norderstedt Autos angezündet. 16 (!) Fahrzeuge gingen in Flammen auf.
MALTE STEINHOFF am 29.10.

Wenn es auch nur ein Viertel dieser Zahlen unter einem SPD-Senat gäbe, würden BILD und ihre Springerschen Schwesterblätter Amok laufen.
Das haben wir erlebt. Der Springersche 90%-Marktanteil bei den Hamburger Tageszeitungen war stark genug, um im Alleingang die CDU an die Macht zu bringen.

Jetzt, im November 2009, ist die BILD hingegen ganz still.
Rekordkriminalität und Polizistenmangel sind kein Thema.

Das hat einen Grund: Die CDU regiert ja schon und solange die an der Macht sind, kann passieren, was will.