TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!
Posts mit dem Label Huber werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Huber werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 1. Mai 2009

Ungeschicklichkeiten....

Der scheidende EKD-Vorsitzende Huber, von dessen riesenhaften Schuhen nun andauernd gesprochen wird, weil er so selbstbewußt und konfrontationslustig auftrat, hat Glück mit der ihm wohlgesonnenen Presse.
Mit etwas neutralerem Blick würde man seine Bilanz mit anderen Adjektiven bestücken:
Bischof Hubers überdimensionales Ego führte zu einer ganzen Reihe von fatalen Fehleinschätzungen. Seine Kampfeinsätze für den Buß- und Bettag (engl.: Booze and bed-day) und die Abschaffung des Ethikunterrichts scheiterten spektakulär.
Er spaltete seine Anhänger, ging regide und absolutistisch gegen innerkirchliche Kritiker vor und belastete den Dialog mit staatlichen Stellen über alle Maßen.

Protestanten sind allerdings in guter Gesellschaft, wenn es darum geht sich mit Negativ-PR selbst Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

Die römisch-katholische Kirche befeuert Ressentiments mit ihren ständigen Pädophilie-Skandalen und der Oberhirte eratisiert in regelmäßigen Abständen mit antijüdischen, antiislamischen und antiprotestantischen Ausfällen.

Den anderen Insassen des abrahamitischen Bootes geht es noch schlechter.

Die Schiiten haben den Fettnapfdetektor Ahmadinedschad als Aushängeschild und die Juden werden pauschal mit den friedensfeindlichen fanatischen Israelischen Siedlern assoziiert, obwohl diese natürlich nur eine radikale Minderheit sind.

Sunniten der Diaspora stehen vor noch größeren Aufgaben, da insbesondere jeder Amerikaner „weiß“, daß alle Moslems gerne in ihrer Freizeit Flugzeuge in Gebäude steuern.

Dem wollte nun Muzzamil Hassan, Direktor von „Bridges TV“ (Brücken-TV) in Buffalo entgegen wirken.
Er geründete den Sender im Jahr 2004 mit dem ausdrücklichen Ziel ein positiveres Bild von Muslimen zu verbreiten.

So recht hat es aber auch in diesem Fall nicht geklappt mit poppig-pastelliger PR die Botschaft vom freundlichen Islam zu verbreiten.

Insbesondere war es hinderlich, daß er IN den Räumen des Senders im Februar 2009 seine 37-Jährige Frau köpfte, nachdem die Mutter seiner beiden Kinder (vier und sechs Jahre alt) die Scheidung wollte.
In amerikanischen Nachrichten ist davon die Rede das Paar sei „estranged“ gewesen. Man könnte das mit „von einander entfremdet“ übersetzen - was ja vorkommen soll in Ehen.

Auch bei Christen und Atheisten.

Nur das mit dem anschließenden Köpfen der Ehefrau ist nicht ganz konsensfähig; nur mal so als Tipp, Herr Hassan.

Muzzamil Hassan, 44, ist damit auch stolzer Träger des Titels Impudenz des Monats!

Dienstag, 28. April 2009

Erfolge und Misserfolge

OK, das mit Pro-Reli haben Kampfbischof Huber, CDU und Günther Jauch irgendwie verkackt.

Nun fällt es ihnen richtig auf die Füße - statt das Fach „Ethik“ zu schleifen und die Kinderchen von einander zu separieren, so daß man sie besser religiös indoktrinieren kann, indem man sie von andere Informationen fernhält, haben die lügenden Religiösen höchst unfreiwillig eine Steilvorlage für die Konfessionslosen gegeben.
Michael Schmidt-Salomon regt angesichts der debakulären 14% (trotz Millionenkampagne und zuplakatierter Stadt) für Pro-Reli an nun den Spieß umzudrehen und in anderen Bundesländern Initiativen zu starten, um dort das Wahlpflichtfach Religion nach Berliner Muster ebenfalls zum Wahlfach umzugestalten und stattdessen einen Ethik-Unterricht für alle einzuführen.

So könnte sich die Aktion, die die Kirchen stark unterstützt hatten, als Bumerang erweisen. Denn nun drehen humanistische Verbände den Spieß um - und fordern, das Berliner Modell auf andere Bundesländer zu übertragen. "Bei dem Volksentscheid hat sich die Vernunft durchgesetzt", sagt Michael Schmidt-Salomon von der Giordano-Bruno-Stiftung zu stern.de. "Die Berliner haben sich für ein zeitgemäßes Modell entschieden."
Er sagt, die Debatte müsse nun fortgesetzt werden. "Die deutsche Gesellschaft wird immer pluraler. Woher nehmen die Kirchen noch den Anspruch festzusetzen, was in der Schule gelehrt wird?" Schmidt-Salomon wünscht sich Ethik-Untericht in ganz Deutschland, in dem katholischen, muslimischen und konfessionslosen Kindern gleichermaßen die Werte der Aufklärung vermittelt werden. "Schule soll Erkenntnisse vermitteln - nicht Bekenntnisse." Auch andere Organisationen, wie der Humanistische Verband Deutschlands, appellierte an die anderen Bundesländer, sich nun dem Modell zu öffnen.

Gottes Wege sind unergründlich.

Polarisiererbischof Huber, der die Neutralität der Kirche endgültig widerlegt hat und nun als Stadtspalter mit mehr als zweifelhafter Methodik dasteht, tritt mit einem Scherbenhaufen ab.

Wer nicht hören will, muß fühlen.
1996 scheiterte schon einmal ein von den Evangelen angezetteltes Volksbegehren kläglich, das den Protestanten den der Pflegeversicherung geopferten Buß- und Bettag hätte wiederbringen sollen.
Nun wissen die Kirchenmitglieder auch wofür sie ihre 9 % Kirchensteuer zahlen - für millionenschwere Eitelkeitskampagnen ihres Vorsitzenden Oberbischofs, der beinahe im Alleingang noch das Renommee der Christen ruiniert.
Die Kirchen haben ihren pudeligen Kern offenbart - sie sind nicht etwa die moralischere Institution als die verhassten Parteien, nein sie sind auch nur lästige PR-Organisationen, die beim Kampf um ihre Pfründe vor keiner Lüge und keiner Perfidie zurück schrecken.

Pfarrer, die es wagten dem Kirchen-ZK zu widersprechen, wurden knallhart abgestraft und zum Schweigen gebracht.

Höflicher als ich drückt es Matthias Drobinski in der SZ von heute aus und nennt die christliche Pro-Reli-Kampagne euphemistisch:
Das war nicht immer differenziert und manchmal am Rande der Redlichkeit.
Während die christliche Merkel ganz und gar betrübt über den Wahlausgang ist, kann sich Wowereit einen Seitenhieb auf Huber nicht verkneifen:
Auch das Auftreten von Berlins evangelischem Landesbischof Wolfgang Huber, der "Pro Reli" zu seinem persönlichen Anliegen gemacht habe, sei nicht gut angekommen. "Bischof Huber hat entgegen der Ratschläge aus den eigenen Reihen diesen Volksentscheid zu einer Kampfansage gemacht, und er hat seiner Kirche keinen Gefallen damit getan", sagte Wowereit. Die Ethikpflicht in Berlin habe nun mehr Zustimmung denn je.

Recht hat er, der Bürgermeister.

Nun gut, lassen wir das Thema Schulpolitik - gegen den kommunalen Willen der Bevölkerung kamen auch FDP, CDU und beide Kirchen zusammen nicht an.

Wie schön, daß es auch andere Politikfelder gibt, bei denen die Exekutive gefragt ist und keine lästigen Befragungen der Bevölkerung eingeholt werden müssen.

Hat die christliche Kanzlerin ("Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, ….So wahr mir Gott helfe.") direkten Einfluß wie zum Beispiel im Sicherheitskabinett, zeigen sich beeindruckende Erfolge der Pfarrerstochter, die für einen Gottesbezug in der EU-Verfassung kämpfte.

Die deutschen Waffenverkäufe „explodieren“ - um 70 % steigerten sich die Exporte des Todes aus Deutscher Fabrikation unter Frau Merkel!

Kein Krisengebiet, kein Terror mehr ohne Deutsche Todestechnik.

Wie das "Stockholm International Peace Research Institute" (SIPRI) am Montag mitteilte, haben die Rüstungsexporte aus Deutschland in den letzten fünf Jahren um mehr als 70 Prozent zugenommen. Mit einer Steigerung von 123 Prozent haben sich die Ausfuhren an europäische Abnehmer sogar mehr als verdoppelt. Insgesamt hat Deutschland von 2004 bis 2008 laut SIPRI Rüstungswaren im Gesamtwert von 11,5 Milliarden Dollar exportiert.

Im gleichen Zeitraum stieg der Waffenexport insgesamt um 21%.

Dagegen sind die 70% Exportsteigerung von Deutschen Tötungsutensilien unter der Christenkanzlerin Merkel in der Tat beeindruckend!

Besonders aufgerüstet wurde - wie sollte es anders sein - der Nahe Osten.
Um 38 stiegen die Waffenexporte zur Mutter aller Krisengebiete.

Soviel auch zur Ehrlichkeit der Friedensapelle aus dem Berliner Kanzleramt in Richtung Hamas und Co!

Vermutlich ist das wieder diese spezielle überlegene christliche Moral, die es Frau Merkel möglich macht Terroranschläge zu bejammern, nachdem man sich hier mit ihrer tätigen Mithilfe (das Sicherheitskabinett erteilt die Ausfuhrgenehmigungen) eine goldene Nase damit verdient hat diesen Terror überhaupt erst möglich zu machen.

Donnerstag, 12. März 2009

Die Amokfrage.

Nach so einem zünftigen Amoklauf ist sie wieder ganz oben auf der Tagesordnungsliste - die gute alte Theozidee-Frage.
Diejenigen mit den ganz kleinen Hirnen, fingen auch diesmal sofort wieder an mit dicken roten Stiften “waruuum????”-Zettel zu bemalen und auf der Straße aufzustellen.

Welche Erwartung sich damit verknüpft wüßte ich gerne.
Nimmt irgendwer an, daß Gott des Nächstens von seinem Himmelsthron hinab steigt und handschriftlich eine Erklärung dazu schreibt?

WENN Gott überhaupt auf diese Art Fanpost beantwortet, sollte er aber dann doch mal lieber nach Bagdad und Kabul gehen.
Da ist Winnenden ein ganz normaler Tag.
Nur, daß die Kanzlerin der Herzen nicht zu warmen Worten findet, sondern sogar in freudiger Erwartung der Kriege schleimspurziehend nach Washington rutschte, um GWB ihre tiefe Verbundenheit und Unterstützung zuzusagen. In Deutschland gelten für sie aber andere Maßstäbe.

Sie sei "wie alle Menschen in Deutschland entsetzt, bestürzt und fassungslos über das, was heute an der Albertville-Realschule in Winnenden" geschehen sei, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin. Dies sei "ein Tag der Trauer für ganz Deutschland". "Unsere Gedanken sind bei den Familien, den Angehörigen", schloss Merkel. "Wir denken an sie und beten für sie."

Angesichts 500.000 bis 700.000 ziviler Todesopfer der amerikanischen Truppen im Irak, hätte die Pfarrerstochter da wirklich eine Menge zu beten, wenn Menschenleben gleich Menschleben wäre.
Der Wert eines Menschen ist aber nun einmal recht unterschiedlich.

Ein Deutscher Mensch in Hamburg ist beispielsweise ziemlich wertvoll.
Der Wertverlust taugt noch zum echten Aufreger.

So verzichtet keine Hamburger Zeitung darauf bestürzt zu berichten, daß vorgestern ein neun Monate altes Mädchen verhungert aufgefunden wurde.
Da muß man doch was tun. .................Wie konnte das geschehen? ...........................................Wieso funktionieren die Jugendämter nicht? .........Was sind das überhaupt für Rabenmütter?

Nahezu wertlos sind Neunmonatige beispielsweise in Afrika.
Nach aktuellen Statistiken der UNO sterben täglich circa 100.000 Menschen an Hunger oder an den unmittelbaren Folgen des Hungers sterben. 826 Mio. Menschen sind gegenwärtig chronisch oder schwer unterernährt, wobei der Großteil davon, nämlich rund 700 Millionen, in Asien und Afrika leben. Diese Menschen müssen mit rund 300 kal täglich ihr Dasein fristen finden. Alle sieben Sekunden verhungert auf der Erde ein Kind.

Wir haben allerdings Nahrungsmittel genug und KÖNNTEN durchaus verhindern, daß täglich tausende Kinder verhungern - nur müßten Merkel und Co sich dann zu einer Änderung der EU-Agrarpolitik aufraffen und sich womöglich auch noch mit der Landwirtschaftslobby in Bayern anlegen.
Aber das ist wohl zu viel verlangt.
Immerhin ist ja Wahljahr und sooo wichtig sind dann die Leben in Asien und Afrika eben doch nicht.
Außerdem sind die ja weit weg und wer weiß schon, ob Gott überhaupt eine so gute Brille hat, um bis nach Afrika und Asien zu gucken.

Diese Verhungernden sind aber auch optisch so wenig ansprechend.

Man gucke sich nur mal das grau in grau in Nordkorea an, die Kargheit im Afghanischen Hochland, oder das Elend in Äthiopischen Hungercamps.

Können die Kinder nicht lieber mal in ihre Optik investieren, wenn sie schon verhungern und auf die Aufmerksamkeit Gottes hoffen?
Mit ein bißchen vatikanischem Glanz, Gold-durchwirkten Roben, Gucci-Slippern und Hermelin-Stolen fiele es dem alten Herrn auf der Wolke sicher leichter auch mal seinen Blick auf sie zu richten.

Auf der evangelischen Seite ist das Gebete auch eher mit den Wohlstands-Menschen.

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, erklärte, sein Mitgefühl gelte vor allem den Familien der Opfer, den Schülern und Lehrern. Sein Gebet schließe aber auch die Familie des Täters mit ein. Nun gelte es, "dem Schmerz und der Fassungslosigkeit Raum zu geben und bei Gott Zuflucht und Halt zu suchen".

Aha. „Halt bei Gott“ also.
Bißchen spät würde ich meinen.

Wäre es nicht besser vom lieben Gott arrangiert gewesen, wenn er der Beretta eine Ladehemmung verpasst hätte?

Vielleicht hätte er ja auch eine sinnige Begegnung des depressiven Tim K. mit einem kompetenten Therapeuten vermitteln können.

„Warum?“ guckt Gott also seelenruhig zu, während ein Dutzend Menschen vom depressiven Sohn eines Waffenfanatikers mit gezielten Kopfschüssen niedergestreckt wird?

Die Frage dürfte ebenso wenig beantwortet werden, wie jemals der Beweis für die Existenz Gottes erbracht werden wird.

Wenn man schon die „Warum?“-Frage stellt, sollte man schon etwas präziser fragen:

Warum wählt Ihr Baden-Württemberger eigentlich stoisch immer die CDU, so daß Eure Bundestagsabgeordneten immer diejenigen sind, die sich intensiv für Waffenfabriken, Waffenexporte und Lockerungen des Waffenrechts (Danke Jake) in Deutschland einsetzen??

Warum wählt Ihr Baden-Württemberger eigentlich stoisch immer die CDU, so daß Ihr eine Landesschulpolitik habt, die die drittschlechteste Schülerbetreuung mit Psychologen zu verantworten hat?

Da könnte man zum Beispiel mal mit einem großen nackten Finger auf die vormalige zuständige Ministerin Schavan zeigen, die inzwischen zur BUNDES-Bildungsministerin weggelobt wurde und dort sogar propagiert, statt ausgebildeten Pädagogen lieber Personal aus der Industrie ausleihen möchte.

Irgendwer muß sich ja mal um die in abstrus schlechter Verfassung befindlichen Schulen kümmern. Immerhin haben wir nicht durch Zufall in Deutschland stets die PISA-Eselsmütze auf.

Klar, andere Parteien verfielen möglicherweise auf die Idee, daß es eben doch nicht vollkommen Schnurz ist, ob die Deutschen Jugendlichen verdummen und sich fern von jeglicher Betreuung von Ballervideospielen berieseln lassen.

Da KÖNNTE man womöglich auf die Idee verfallen MEHR Lehrer auszubilden und qualifizierte Pädagogen und Psychologen an die Schulen zu schicken.

Ich rede ja noch nicht mal von der absurden Idee, sogar AUSREICHEND Lehrpersonal an die Schulen zu schicken.

Gott bewahre - wo kämen wir da hin? Nur eben ein paar Lehrer mehr? Ginge das nicht?

Das wäre wohl viel zu teuer und allein die Hypo Real Estate braucht ja schon 102 MILLIARDEN Euro.
Ein Lehrer kostet ja auch schon ganz schön viel.
Das wären dann grob angenommen € 4.000 (A13) im Jahr, verheiratet, 2 Kinder.
Macht im Jahr € 48.000.

Also könnte man für die HRE-Garantien 2,1 Millionen Lehrer zusätzlich einstellen.

Da kämen wir bei 8 Millionen Schüler in Deutschland auf ein ganz gutes Betreuungsverhältnis.

Aber stattdessen haben wir 750.000 Lehrer in Deutschland (davon 110.000 Lehrer an beruflichen Schulen) und eine Wählerschaft, die andauernd die CDU, die die Verhältnisse an den Schulen zu verantworten hat, wieder wählt.

Übrigens auch dann, wenn sie wie jüngst in Hessen nach allen Umfragen eindeutig angeben, daß sie von der Koch’schen Schulpolitik schwer entsetzt sind, sich der Unterrichtsausfall als Hauptärgernis im Land darstellt und der Verantwortliche seit zehn Jahren Roland Koch heißt.

Gewählt haben sie ihn dennoch für noch mal fünf Jahre.
Scheiß auf die Schüler und die Schulpolitik. So werden in Deutschland Prioritäten gesetzt.

So trifft man sich in Deutschland dann am Kiosk wieder, an dem die täglich 15 Millionen Leser auf die BILD-Zeitung starren und in sieben Zentimeter großen Lettern lesen:
„Das Blutbad“.
Das gruselt auch so schön und demnächst wählt man dann wieder Koch und Merkel.

A propos „Blutbad“: Das ist die Standard-Vokabel, die beinahe alle Nachrichtensendungen verwendeten. Als wären die Geschehnisse nicht schon abartig genug - wird auch noch ein sinnfreies möglichst splatteriges Wort draufgepoppt.
Wörtlich ist das offenbar nicht zu verstehen, denn niemand hat eine Wanne oder ein sonstiges Gefäß mit Blut gefüllt und erst recht hat niemand darin gebadet.

Metaphorisch macht das auch keinen Sinn, denn hier handelt es sich wohl um eine Passage aus dem Nibelungenlied*.
Darin steht das Baden im Drachenblut aber für etwas Positives - nämlich die Unverwundbarkeit Siegrieds.
Was für ein Schwachsinn also reflexartig den Begriff „Blutbad“ auszupacken.

WARUM sind wir nur so doof?

*Siegfrieds Triumphgeheul zog sich in die Länge, denn er wollte ganz sicher sein, daß das Vieh auch wirklich und endgül­tig tot war. Dann ging er auf den toten Drachen zu, um ihm mit einem einzigen Streich seines Schwertes den Kopf vom Hals zu trennen. Selbst Siegfried, der starke Siegfried mit dem scharfen Schwert, mußte eine ganze Weile an dem verdammten Hals rumhacken, bis er end­lich den Kopf die­ses Biestes als Beweis seiner - seiner! - Heldentat mitnehmen konnte. Bei dieser Hackerei war das heiße, dampfende Drachenblut eimerweise aus dem toten Körper der Bestie geflossen, hatte sich in einer Kuhle im felsigen Boden gesammelt, wo es einen richtigen kleinen Blutsee bildete. Einige Tropfen des herum­sprit­zen­den Drachenblutes hatte Siegfried während seines Hackens abbe­kommen. Als er sich mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn wischte, fiel ihm auf, daß sich überall dort, wo das Blut des ster­benden Drachens auf seine Haut gespritzt war, eine dicke Hornhaut gebildet hatte. Er nahm sein Schwert, versuchte vorsichtig, die Stelle anzuritzen, kam aber nicht durch; drückte fester drauf und scheiterte. Schließ­lich zog er das Schwert in seiner ganzen Länge über die Stelle am Arm, drückte die scharfe Klinge so fest gegen die gehörnte Haut, wie es der stärkste Mann der Welt nur immer vermochte. Die Haut blieb heil. Nur sein Schwert, das beste Schwert, das je ein Recke am Gür­tel getragen hat, war an einigen Stellen schartig geworden. Schnell hatte Sieg­fried kapiert, was das bedeutete. Ich sagte noch zu ihm: "Siegfried, tu's nicht!", aber auf mich hört nie ei­ner. Das letzte Wort des kurzen Sätzchens war noch nicht ver­klun­gen, da war Sieg­fried schon voll in die rote, dampfende Brühe eingetaucht. Nach diesem Blutbad verfügte Siegfried, Kämpfer und Held, über die beste aller Rüstungen: seine eigene Haut. Leichter als ein Hemd, war sie dennoch undurchdringlicher als Eisen. Nur an einer Stelle am Rücken, wohin vor dem Bade ein Lindenblatt gefallen war, blieb seine Haut so verletzlich und ungehörnt, wie sie es zuvor gewesen war.

Montag, 2. März 2009

Schaden zufügen

Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.

Diesen Satz schwor Angela Merkel einst.
Verstanden hat sie ihn allerdings offenbar in einer leicht modifizierten Weise:

Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle meiner eigenen Karriere widmen, meine Macht mehren, Schaden von mir wenden, die Parteifinanzen und die Klüngelrunden der CDU wahren und verteidigen, meine Pflichten gegenüber dem Volk geflissentlich ignorieren und Gerechtigkeit gegenüber meinen Claqueuren üben werde. So wahr mir Gott helfe.

Diesem Grundsatz folgend ist die Uckermarkerin durchaus erfolgreich gewesen.
Sie sitzt fest im Kanzler- und Parteivorsitzendensessel, ist die beliebteste Politikerin Deutschlands und hatte beste Chancen dieses Jahr wiedergewählt zu werden.

sie sich grundsätzlich nicht um politische Dinge kümmert, ist sie in der glücklichen Lage mit jeder Partei koalieren zu können - sie geht jeden erdenklichen Kompromiss ein, solange die Bedingung erfüllt ist, daß ihre Pöstchen sicher sind.

Deutschland geht es dabei erwartungsgemäß weniger gut.
Die international erworbene Reputation unter Fischer und Schröder ist dahin, Deutschland spielt in der Weltpolitik keine Rolle mehr, verweigert strikt jede Initiative, hat den größten Wirtschaftsabsturz von allen EU-Ländern zu verzeichnen und beindruckt mit Negativrekorden aller Art.

Wie die Bundesmerkel ihren Amtseid konterkariert, sieht man sehr schön am Beispiel Steinbach.
Was sollte mehr in Deutschlands Interesse liegen, als ein gutes Verhältnis zu einem unserer wichtigsten Nachbarn Polen?
Und was steht dem mehr im Weg als Steinbach, die Kommentatoren, wie Thorsten Denkler immer wieder schaudern läßt.
Frau Steinbach müsste mit provokanten Vergleichen eigentlich umgehen können. Die Chefin des Bundes der Vertriebenen (BdV) ist selbst eine Meisterin darin. "Wer sagt, wegen Hitler muss man Verständnis für die Vertreibungen haben, der folgt dem Prinzip der sizilianischen Blutrache", ist so ein Vergleich.
Oder: "Die Vertriebenen haben Anrecht auf eine pflegliche Behandlung, wie alle anderen Opfer auch."
Wie alle anderen Opfer auch. Es mag vielleicht einen Unterschied geben zwischen der Ermordung von sechs Millionen Juden und dem Schicksal der Vertriebenen. In Steinbachs Welt ist das nicht so sicher.


Folgte Merkel ihrem Amtseid - „den Nutzen mehren, Schaden abwenden“ - wäre die causa Steinbach vom Tisch, da das Bundeskabinett nie diese rechte Hetzerin für den Stiftungsrat des geplanten Zentrums gegen Vertreibungen in Berlin absegnete.

Polen und Deutsche wären zufrieden, eine häßliche Sache wäre vom Tisch.

Merkel läßt aber köcheln.
Das liegt daran, daß sie eben gerade NICHT den Interessen des Deutschen Volkes folgt, sondern auf die rechte Wählerbasis ihres Kanzlerinnenwahlvereins schielt:

"Man muss Frau Steinbach zur Seite stehen, niemand kann ihr vorwerfen, revanchistische Positionen zu vertreten", sagte der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm (CDU).
"Ich hätte mir gewünscht, dass die CDU die Angriffe zurückweist, die ins Unmäßige gehen." "Erika Steinbach muss als Person vor diesen Angriffen geschützt werden", sagte auch der einflussreiche Vorsitzende der baden-württembergischen CDU-Landesgruppe im Bundestag, Georg Brunnhuber.
"Wir müssen aufpassen, dass wir nicht die letzten Getreuen verlieren."
Auch der frühere CSU-Chef Erwin Huber sprach sich für eine Benennung Steinbachs aus. "Die Vertriebenen haben das Recht, von ihrer Vorsitzenden vertreten zu sein", sagt Huber. "Polen sollte anerkennen, dass das unsere Entscheidung ist."

Soso, Herr Schönbohm - Steinbach soll keine Revisionistin sein?

Dann meint der Rechtsaußen von Brandenburg offenbar, daß der polnische Außenminister halluziniert?

Außenminister Sikorski hatte am Montag in Brüssel nach Angaben der Polnischen Presse-Agentur PAP an die Landsmannschaften appelliert, sich von Steinbach zu distanzieren. "Wollen die Menschen, deren Familien seit Generationen dort (in ehemaligen deutschen Ostgebieten) gelebt hatten, mit solcher Person wie Frau Steinbach, die in unser Land mit Hitler kam und mit Hitler verschwinden musste, gleichgesetzt werden?" Sie sei keine Vertriebene, ihr Vater habe vor der "erfolgreich vorrückenden" Roten Armee sowie den polnischen Streitkräften flüchten müssen, so Sikorski.

Soso, Herr Schönbohm - Steinbach soll keine Revisionistin sein?

Wer ist denn diese Erika Steinbach, die Merkel europapolitisch vollends ruiniert?

"Wir werden sicherlich die Frage, ob Frau Merkel eigentlich ihren europäischen Verantwortungen gerecht wird, zum Wahlkampfthema machen", so Jürgen Trittin.

Bekanntlich ist die braune Erika seit 1998 Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV). Polnische Gebiete wirklich als Steinbachs Heimat anzusehen, gelingt nur mit einem Höchstmaß an Rabulistik:

Ihr Vater Wilhelm Karl Hermann ist ein in Hanau (Hessen) geborener Feldwebel der Nazideutschen Luftwaffe.

Ihre Mutter, Erika Hermann stammt aus Bremen.

Ins seit dem deutschen Angriff auf Polen 1939 westpreußische und seit 1945 wieder polnische Rahmel, gelangt Feldwebel Hermann 1941 als Soldat Hitlers.

Dort wird Erika Steinbach 25. Juli 1943 geboren und verläßt Ihre Heimat, der sie 64 Jahre später noch nachweint, im Januar 1945 als 18 Monate altes Baby, da die Rote Armee die Konzentrationslager befreiend gen Westen vorrückt.

Zurück im väterlichen Hessen, vertritt sie heute den Wahlkreis Frankfurt im Bundestag. Ihre Positionen sind dabei tiefschwarz bis ins Bräunliche.

Das gilt für gesellschaftpolitische Fragen, wie ihr vehementes Votum gegen die Patientenverfügung oder ihren demonstrativen Austritt aus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, weil ihre die Verdammung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften durch die Kirchenführung nicht brutal genug war.
Inzwischen ist sie bei den ultrakonservativen Evangelikalen untergekommen.

Insbesondere verschafft sich Frau Steinbach aber mit ultrarechten bis revisionistischen Positionen im Verhältnis zu Polen und der NS-Vergangenheit Gehör.

Sie kämpfte gegen die Wehrmachtsausstellung, für Entschädigungen, Rückkehrrechte und Vermögensrückgaben.

Sie hat sich in der Entschädigungsfrage mit Bundeskanzler Gerhard Schröder angelegt.

1991 zeigte sie ihre häßlichste Seite, als sie 46 Jahre nach Ende des deutschen Angriffskrieges auf Polen, der zur Folge hatte das 20 % der polnischen Bevölkerung - jeder FÜNFTE POLE - starb, gegen die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie stimmte. Sie begründete ihr Votum mit der Aussage: „Man kann nicht für einen Vertrag stimmen, der einen Teil unserer Heimat abtrennt.“

Und die polnische Regierung soll es einfach schlucken, wenn so eine Person von Deutschland in den Stiftungsrat geschickt wir, der doch eigentlich versöhnen soll????

1997 bezeichnete sie die deutsch-tschechische Aussöhnungserklärung als „eine Schlußstricherklärung“.

Steinbach ist zusammen mit notorischen Rechtslastigen wie Heiner Kappel und dem aus der CDU ausgeschlossenen Martin Hohmann Gründungsmitglied der rechtsgerichteten Sammelbewegung „Stimme der Mehrheit“, die sich unter anderem gegen den „epidemischen Sozial- und Asylmißbrauch“ wendet.
Man spricht sich "dezidiert gegen Multikulti, Homo-Ehen und ähnliche Entartungen" aus und will eine Gegengewicht zur angeblich linksextrem dominierten Maintream-Presse („übliche Rechtenhatz“) bilden.

Wir lassen uns nicht in der Besenkammer der Geschichte abstellen, sagte sie 1998 auf dem Pommerntreffen in Greifswald. Ein Teil der östlichen Nachbarstaaten, so die CDU-Bundestagsabgeordnete, sei noch nicht reif für eine Werte- und Rechtsgemeinschaft mit dem Westen.

Aber Merkel denkt nicht daran Frau Seinbach endlich zu stoppen und läßt es weiter gären.

Donnerstag, 19. Februar 2009

Die Generalentschuldigung.

Nachdemder als Raser aufgefallene nordrhein-westfälische Verkehrsminister Oliver Wittke zum zweiten mal seinen Führerschein verlor, weil er mit 109 km/h durch eine geschlossene Ortschaft brauste, sagte Wittke, er sei auf der Fahrt zu einem privaten Termin in Eile gewesen und habe nicht bemerkt, dass er sich in einer geschlossenen Ortschaft befunden habe.
Die liebe Gott scheint Humor zu haben, wenn sich ausgerechnet ein Mitglied seiner C-Partei damit rausredet eben nicht gewußt zu haben, daß er nicht in einer Ortschaft (Tempo 50) mit über hundert heizen darf und dieser Welche ausgerechnet noch der zuständige Verkehrsminister ist.
Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

Gerne wird diese Ausrede auch auf die eigene Amtsführung angewendet.

So hatte der ehemalige Bayerische Finanzminister, CSU-Vorsitzenden und Bayern-LB-Aufsichtsratler Erwin Huber auch gar nicht gewußt, daß unter seiner Ägide Milliarden verschleudert wurden.

Merkel lehnte am 20. Juli 08 im Bericht aus Berlin einen Mindestlohn glatt ab:
Es gibt zwar unterschiedliche Tarifverträge, aber es gibt kein Lohndumping in der Zeitarbeit.
Die betroffenen Zeitarbeiter dachten sie hätten sich verhört.
Die Aussage Merkels, es gebe kein Lohndumping in der Zeit- und Leiharbeit, habe »mit der Realität nichts zu tun«, erklärte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil.
Bruttostundenlöhne von 4,80 – 4,88 Euro handelte die Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften Zeitarbeit für Hunderttausende Leiharbeiter aus.
Frau Merkel hat das aber leider nicht gewußt.

Daß zig Millionen Schwarzgeld an Steuerfahndung und Gesetz vorbei in Liechtenstein gebunkert wurden, während Roland Koch in Verantwortung war, konnte er natürlich auch nicht wissen.

Merkel im Januar 2009 in der Regierungserklärung:
Der Erblastentilgungsfonds aus der Zeit der deutschen Einheit von ursprünglich 171 Milliarden Euro sei inzwischen weitgehend getilgt.

Stimmt leider nicht.
Rund 77 Milliarden Euro konnten durch die Überweisung von Bundesbank-Gewinnen und die Versteigerung der UMTS-Lizenzen getilgt worden. Für die verbleibenden 94 Milliarden gab es eine Anschlussfinanzierung! Es wurden also neue Kredite aufgenommen, aber nicht im Erblastentilgungsfonds verbucht, sondern im Bundeshaushalt. 94 Milliarden sind zwar aus dem besagten Fonds getilgt, stehen aber stattdessen als Schulden im Etat.
Nun ja - wer mag ihr das verübeln - das hat sie eben nicht so genau gewußt.

Rumsfeld und George W. Bush logen wie gedruckt über die Irakkriegsgründe und angeblich vorhandenen Massenvernichtungswaffen.
Daß es sich um Lügen handelte, war so ziemlich jedem auf der Welt klar - nur die CDU-Außenpolitikexperten Schmidt, Schäuble, Pflüger und Merkel haben natürlich gar nichts gewußt und sich devot am Mastdarm des US-Präsidenten gedrängelt.

Laurenz Meyer, immerhin wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU, haute just bei Anne Will raus:
Wir haben die Minijobs deshalb eingeführt, weil viele Hartz IV Empfänger zusätzlich einen Minijob (400 Euro Job) annehmen können, ohne dafür Abzüge zu bekommen.
Blöd nur, daß das nicht stimmt:
Ein Grundfreibetrag von 100 Euro gilt lediglich für alle Einkommen aus Erwerbstätigkeit. Das heißt: Jeder ALG II Empfänger kann maximal 100 Euro verdienen, ohne dass seine Hartz IV-Leistungen gekürzt werden.
Wir ahnen es schon: Herr Meyer hat das eben nicht gewußt.

CDU-Chefin Merkel erklärte im Juli 08:
"Im Arbeitslosengeld II haben wir die sogenannte Erstattung der Kosten der Unterkunft, wonach alle Heizkosten und Stromrechnungen voll erstattet werden."
Zudem könne jeder unter einem bestimmten Einkommensminimum Wohngeld beantragen, das wegen der Energiekosten von 90 auf 140 Euro erhöht worden sei.
Prima Sache! Hartz-IV’ler bekommen Strom und Heizung umsonst.
Sehr freundlich Frau Kanzlerin.
Kleiner Haken an der Sache: Es stimmt nicht. Richtig ist, dass die Heizkosten in voller Höhe übernommen werden, soweit sie angemessen sind. Die Stromkosten werden dagegen nicht voll erstattet, sondern sind im Regelsatz enthalten.
Naja, das hat Frau Merkel halt NICHT GEWUßT.

Bundeskanzlerin Angela Merkel am 22. Januar 09 in der ZEIT über den Erfolg von Frauenquoten:
Ich…habe damals ..auch für ein Quorum gestimmt. Ohne diese Hilfestellung durch das Quorum gäbe es in unserem Bundesvorstand nicht fast 50% Frauen.
Super Sache - Merkel, die Vorkämpferin des Feminismus.
Hat aber auch nichts mit der Realität zu tun, wie der SPIEGEL bemängelt:
Noch als Frauenministerin (1991 bis 1994) bezeichnete sie eine Quote als "Zwangsmittel". Sie entspreche kaum dem "Menschenbild der CDU". Auch für das Quorum, so gibt sie im "Zeit"-Interview zu, habe sie damals "mehr aus Solidarität mit den Frauen als aus Überzeugung" gestimmt. Heute überschätzt die Kanzlerin dessen Wirkung: Ihre Behauptung, dass der CDU-Bundesvorstand aktuell fast zur Hälfte mit Frauen besetzt sei, stimmt nicht. Von den 64 Mitgliedern sind 17 Frauen. Das entspricht gerade mal einem Viertel.
Das wußte die Kanzlerin wohl nicht.

Zum Schluß ein extremes Randthema, von dem vermutlich die wenigsten je gehört haben:

Derzeit soll es eine sogenannte „Finanzkrise“ geben, bei der angeblich Banken irgendwie eine Rolle spielen.
Man munkelt sogar, daß sich da einige Banker die Taschen vollstopfen und die Defizite dem Steuerzahler auf’s Auge drücken.

Kann das sein?

Unter der Ägide des CDU-Senats verzockte die HSH-Nordbank Milliarden in windigen Geschäften und ist nun ruiniert - was sie aber nicht davon abhält dicke Millionen-Schecks für die eigenen Anteilseigner auszustellen, während man mit die andere Hand beim Finanzsenator aufhält.
Geheimnisvoll ist dieses Gebaren nun nicht wirklich; ich berichte ausführlich beispielsweise bezugnehmend auf ganz normale Hamburger Tageszeitungen schon am 8. Januar darüber.


Nun wurde mal wieder Bilanz gezogen:
Die Bank machte 2008 bis zu 2,8 Milliarden Euro Verlust und will die Stellenzahl um 1100 auf 3250 senken. 1100 Familien werden vor’s nichts gestellt, der Hamburger Steuerzahler kann blechen - und die Anteilseigner bekommen noch mal großzügig 200 Milliarden ausgeschüttet.

Unter Ole von Beusts Starsenator Peiner, der das Desaster aktiv förderte, hat uns die HSH-Nordbank Kredithaftungen für 22,75 Milliarden Euro eingebrockt.
Nach Beusts Amtsantritt 2001 zockten die CDU’ler wie besessen mit all dem billigen Geld im Ausland - Resultat: Wir sitzen auf 22 750 000 000 Euro Miesen.
1,5 Milliarden müssen aus dem Hamburger Haushalt sofort zugeschossen werden - 850 Euro pro Hamburger Bürger - plus noch einmal fünf Milliarden als Garantien - 2.831 Euro pro Kopf.

Wie konnte es nun dazu kommen, daß 200 Millionen an superreiche Privatleute ausgeschüttet werden?
Ich bin fast aus dem Auto gefallen, als ich von dem Abendblatt-Bericht gehört habe", sagte Kiels SPD-Fraktionschef Ralf Stegner. "Dieser Mensch hat mein Vertrauen nicht mehr. Das schlägt dem Fass den Boden aus.", ereiferte sich Thomas Böwer (SPD) über Bank-Chef Nonnenmacher und Hamburgs SPD-Fraktionschef Michael Neumann findet die Ausschüttung "Unerträglich und asozial".

Was sagen die Hauptverantwortlichen zu dem Vorgang?
Und wer ist verantwortlich?

Letzteres ist leicht zu beantworten - das Multimilliardendesaster, welches die Länderhaushalte in Hamburg und Schleswig-Holstein ruiniert, dürfte auch DAS Thema bei den beteiligten Landesregierungen sein, die gelichzeitig Besitzer der Bank sind.
Das wären dann also:
Bürgermeister Ole von Beust (CDU), Finanzsenator Michael Freytag (CDU), Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen (CDU) und Finanzminister Rainer Wiegard (CDU).

Und was soll man sagen - sie haben ALLE NICHTS GEWUßT.

Ole war überrascht, Peter-Harry gab keinen Kommentar ab, Freytag „äußerte Unmut“ und Wiegard hatte noch gar nichts davon gehört.

Nach dem gesammelten Unwissen der CDU’Ler, fragt man sich, ob überhaupt jemand wußte was los ist.
Einer kann nicht nichts gewußt haben - das ist Ex-Finanzsenator und HSH-Nordbank-Aufsichtsratsvorsitzender Peiner (CDU).
Über ihn schreibt die Mopo und dem möchte ich nichts hinzu fügen:

2001 übernahm er die Finanzbehörde - und sorgte für die Fusion der Hamburger und Kieler Landesbanken. Die neue Bank sollte stärker wachsen und höhere Rendite erzielen, um später für viel Geld an die Börse zu gehen. Peiner war auch Kopf der CDU-Privatisierungsstrategie.
Da das normale Geschäft mit Schiffen und Firmenkunden nicht genug Geld brachte, wurden Milliarden in hoch komplexe Kreditpapiere gesteckt. Erst 2007, nach Peiners Rückzug als Finanzsenator und dem Einsetzen der US-Immobilienkrise, wurden die Investments gestoppt. Die Altlasten erdrücken die Bank.
Doch von Selbstkritik ist nichts zu sehen. Erst vor einem Monat erklärte Peiner in einem Interview:
Die Bank ist gesund. (...) Ich sehe gegenwärtig weder Managementfehler noch dass Steuerzahler bluten müssen.
Dabei feuerte er keine drei Monate vorher Vorstandschef Berger. Peiner blieb im Amt - und ist als Vertrauter des Bürgermeisters eine zentrale Figur bei der Bankrettung.

Dienstag, 17. Februar 2009

Die Interessen des Volkes.

Die CSU ist eine Partei der Großzügigen.
Man führt das „C“ stolzer als jede andere Partei im Namen; es kann schließlich kein Zufall sein, daß ein Bayer Papst ist.
Richtiger müßte es heißen: Es ist kein Zufall, daß der Papst ein Bayer ist.
Man könnte das als Fingerzeig Gottes dafür ansehen, daß auf immerdar die CSU Bayern regieren soll.
Die Partei, die sich massiv für den flächendeckenden Lattenhansel-Einsatz an allen Schulen einsetzt, kennt auch die Bibel genau.
Ein Vers aus der Apostelgesichte könnte man als Apotheose der CSU-Programmatik ansehen.
In der Abschiedsrede des Paulus in Milet heißt es:
In allem habe ich euch gezeigt, dass man sich auf diese Weise abmühen und sich der Schwachen annehmen soll, in Erinnerung an die Worte Jesu, des Herrn, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen. (Apostel 20,35)

Na also!
Wenn schon Jesus selbst sich so klar äußert, will man sich jenseits des Weißwurschtäquartors auch daran halten und immer nur geben.

Da gab es zum Beispiel den Strauß-Intimus „Bäderkönig“ Zwick, der im Umfeld des Patriarchen steinreich geworden war.
Zwick machte sein Gold vor allem durch Geschäfte mit den Landesversicherungsanstalten.
Regelmäßig zu Gast in seinem Ferienpalast war Zwicks Busenfreund Franz Josef Strauß.
Zwick zahlte gern die aufwendigen Geburtstagspartys des Bayerischen Ministerpräsidenten. Strauß ließ sich gern einladen.
Reichlich Geld floß auch an die CSU-Generalsekretäre Tandler (mit ihm betrieb Zwick eine gemeinsame Firma) und Wiesheu, dem er nachdem dieser im Vollsuff einen Menschen umgenietet hatte den Anwalt bezahlte.
Nur Steuern zu zahlen gefiel ihm nicht und so setzte er sich 1982 in die Schweiz ab - als er dem Bundesland Bayern inzwischen 71 Millionen DM schuldete.
Praktischerweise wurde aber Tandler, der gerade noch ein Privatdarlehen über 700.000 DM von Zwick annahm, 1988 bayerischer Finanzminister und senkte Zwicks Steuerschuld per order di Mufti von 71 Millionen auf 8 Millionen ab.
So großzügig ist die CSU: 63 Millionen DM für Zwick sind da schon mal drin.

Bis 2008 war ein anderer Ex-CSU-Generalsekretär Bayerischer Finanzminister:
Erwin Huber, der zwar nicht gerade der schlaueste Fuchs war, aber umso großzügiger mit den Millionen und Milliarden jonglierte.
Unter seiner Aufsicht rutschte die Bayerische Landesbank in einen Schuldensumpf von nie dagewesenen Ausmaßen. Aber auch jetzt ist man großzügig und schob der Bayern LB satte zehn Milliarden Euro aus dem Landeshaushalt zu.

Michel Glos ist auch so ein ganz Großzügiger von der CSU, der noch im Januar mit seiner Duzfreundin Maria-Elisabeth Schaeffler zusammen saß und sein möglichstes tat, um der Bredouillierten (Privatvermögen nur gut sechs Milliarden Euro…) ein paar Milliärdchen Staatsknete zuzuschießen.

Ganz außerordentlich großzügig verhalten sich derzeit Horst Seehofer und Herr zu Guttenberg, wenn sie an die Hypo Real Estate denken.
Unfassbare 102 Milliarden Euro Staatsgeld hat man der total maroden Bank schon zugeschoben.
Das ist ein Drittel des gesamten Bundeshaushaltes.
Da pressierte es offenbar gar fürchterlich.

HRE-Aktionäre wären also längst pleite und ruiniert, gäbe es die Großzügigen von der Union nicht.
Ihnen bliebe dann noch Hartz IV oder die Methode Merckle.
Soweit soll es aber nicht kommen.
Für ihn sei die Verstaatlichung einer privat geführten Bank nur "sehr schwer erträglich", sagte Parteichef Horst Seehofer, sekundiert von Guttenberg.

An dieser Stelle muß ich meine Ausgangsthese genauer erläutern.

Jesus sagte: Geben ist seliger als nehmen.

In der CSU-Exegese heißt das: Wir GEBEN großzügig den Millionären und Milliardären und NEHMEN vom Steuerzahler.
Sollen doch alle Steuerzahler den Gürtel mal enger schnallen, damit der Geldsegen weiter an eine Handvoll Superreiche fließen kann.
So steht es halt in der Bibel.

Ein anderes Regelwerk steht der CSU da viel ferner - nämlich das Grundgesetz.

Kein Wunder, die CSU stimmte ja auch 1949 dagegen.
Würde sie das GG beherzigen, fiele sie über ein paar Artikel, die sie offenbar bis heute nicht kennt.

GG Art 14:
(2) 1Eigentum verpflichtet. 2Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. (3) 1Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. 2Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. 3Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. 4Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

GG Art 15:
Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden.

Den bayerischen Regenten mag es nicht gefallen - aber noch gilt das GG hierzulande doch, oder? Der Ex-Staatsanwalt Prantl erklärt, daß die HRE sogar enteignet werden MUSS:

Einem klassischen Marktwirtschaftler galt so eine Staatsaktion bisher als Todsünde, als ein Kapitalverbrechen an der Wirtschaft und der Eigentumsgarantie. Doch diese Enteignung ist kein sozialrevolutionärer Akt, sie ist nicht einmal ein Instrument zur Gesellschaftsreform. Sie ist auch kein Mittel, das Staatsvermögen zu mehren, sondern nur ein kleiner Versuch, es zu erhalten.
Dieser Versuch hilft einem klassischen marktwirtschaftlichen Prinzip auf die Sprünge: Ich gebe, damit du gibst. Der Staat hat über 100 Milliarden Euro in die marode HRE gesteckt. Dafür braucht er die unsicheren Sicherheiten, die die Bank noch hat.
Wenn es keine anderen Möglichkeiten gibt und die Aktionäre nicht verkaufen, ist das der Zugriff auf die Aktien. Der Staat hat in diesem Fall also nicht nur ein Enteignungsrecht, sondern eine Enteignungspflicht - es ist dies, wie Juristen sagen, eine Pflicht aus vorangegangenem Tun.
Die Enteignung ist eine Aktion, um dem Steuerzahler für seine vielen Milliarden das bisschen an Gegenwert zu geben, was noch da ist.
……. Es wäre eine sträfliche Vernachlässigung des Gemeinwohls, wenn der Staat den Aktionären ihre Anteile beließe; ohne die staatlichen Subsidien hätten diese gar nichts mehr, wäre ihre Bank nicht mehr existent.


So eine Auslegung des GG widerspräche allerdings dem ersten CSU-Prinzip von Geben und Nehmen, nach dem nur die Reichen bekommen und die Allgemeinheit gibt.

Donnerstag, 15. Januar 2009

Ökomene?

OK.
Ich gebe es zu.
Ich bin nicht der allergrößte Fan der katholischen Kirche.
Daher will ich heute der Fairness halber kurz erwähnen, daß die Evangelen durchaus mithalten können.

Die creationistischen, George W.-Bush-verehrenden, Armageddon-gläubigen, schießwütigen US-Evagelikalen sind ohnehin auf einer Linie mit Kreuznet.

I honestly don't care about your rights. If it were up to me, all Atheists would be burnt at the stake and or cast into a river with weights tied to their ankles and or placed before the firing squad, etc etc etc. Apologist, IIDB [Comments (291)] [2006-Jul-05]

Die liberaleren deutschen Protestanten ziehen aber an.
Beton-Bischof Huber kämpft an vorderster Front für die weitere Verquickung von Staat und Religion.

I can sum it all up in three words: Evolution is a lie JohnR7, Christian forums [Comments (394)] [2006-Nov-04]

Frau von der Leyen empfiehlt ob der Bildungsmisere Schulter an Schulter mit Bizarra Käßmann, daß Eltern einfach mehr mit ihren Kindern beten sollten.


[on the sunject of a Bible printing company]
Yes, that is a great company. I bought one of their large print version (old eyes... what can I say?). The only thing I don't like about them is they sell foreign language versions of the KJB. I don't think that's right. We know the only true translation is the 1600's version in English.
It's too risky for anybody to translate that into other languages. Mistakes can creep in... and that can lead to heresy. True Christians should only read English. leyenda , KJB only [Comments (275)] [2007-Aug-06]

Aber auch auf einem Kernkompetenzgebiet der Katholen, mischen die Evangelischen mit.

Ob des Zölibats und der besonders kruden frauenfeindlichen Personalpolitik der RKK ist die Kinderfickerei offensichtlich eine Domäne von Ratzis Rackern.

Aus allen Ecken der katholischen Welt erfahren wir dazu täglich neune Beispiele.

Im beschaulichen Kreis Soltau-Fallingbostel des evangelischen Kirchenkreises Buxtehude wurde nun binnen Wochen schon der zweite Mitarbeiter gefeuert, weil er kleine Jungs gepoppt hatte.
Die Reaktionen der Vorgesetzen sind klassisch: An der eigenen Bigotterie will man nichts ändern, aber man ist ganz fürchterlich betroffen.
Der Präsident des Landeskirchenamtes in Hannover, Burkhard Guntau, bedauerte die Vorfälle: "Unser Mitgefühl gilt den Opfern des Missbrauchs“
Der 41-Jährige Diakon Lars M. war in der Gemeinde Apensen praktischerweise als Pfadfindergruppenleiter tätig.

Der zweite Fall fand ebenfalls im Kirchenbezirk Stade statt.
Ein 52-Jähriger Pfarrer des Kirchenkreises Bremervörde-Zeven hatte hier kinderpenetrierend seine Rute ausgepackt. Auch er ist gefeuert und näheres sagt die Kirche nicht dazu.
Pietät und natürlich auch die „Rücksichtnahme auf die Opfer“.

Da muß man doch auch nicht so einen Wind machen, nur weil man ein paar praktizierende Päderasten als Priester beschäftigt!

(Alle englischen Zitate aus Fundies Say the Darndest Things!)

Mittwoch, 7. Januar 2009

Besinnliches Bibel-Blubbern

Hatte ich hier eigentlich schon einmal was über Wolf Schneider geschrieben?
Das ist etwas, das ich gar nicht gerne tue - insbesondere nicht in so einem flapsigen Privat-Blog.

Immerhin ist Schneider DER Guru der deutschen Sprache; der Stil-Lehrer, Sprachkritiker, Elite-Sprecher.
Vom Journalist bei führenden Periodika brachte er es zum Chef der Henry-Nannen-Journalistenschule und wurde dadurch zur Ikone des Schönschreibs.
Ein kurzer Blick auf die Titel seiner Bücher, zeigt schon, an welchen Themen sein Herz hängt:

· Wörter machen Leute - Magie und Macht der Sprache. 1976 · Deutsch für Profis. 1982 · Deutsch für Kenner. Die neue Stilkunde. 1987 · Unsere tägliche Desinformation. Wie die Massenmedien uns in die Irre führen. 1992 · Deutsch fürs Leben. Was die Schule zu lehren vergaß. 1994, · Das neue Handbuch des Journalismus 2003 · Deutsch! Das Handbuch für attraktive Texte. 2005· Die Überschrift. Sachzwänge – Fallstricke – Versuchungen – Rezepte 2007 · Speak German! – Warum Deutsch manchmal besser ist. Rowohlt 2008

Mein Lieblingsbuch von ihm ist allerdings immer noch „DIE SIEGER“ von 1992, in dem er erörtert „wodurch Genies, Phantasten und Verbrecher berühmt geworden sind“.

Ein wahres Lesevergnügen: Bizarr, unterhaltsam und lehrreich!

Wer hätte schon gedacht, daß der große Haudegen Gebhard Leberecht von Blücher (ja, das ist der von „Ran wie Blücher“, der sogenannte „Marschall Vorwärts“) und schwere depressiven Schüben litt?
Als er 1814 Napoleon fast besiegt hatte und nur noch den Todesstoß versetzen mußte, lag er jammernd in seinem Kommandozelt auf einem Feldbett ,verweigerte die Nahrungsaufnahme, wurde von Halluzinationen heimgesucht und behauptete hartnäckig lallend mit einem Elefanten schwanger zu sein.
Auch Bismarck hatte depressive Zustände, unternahm Suizidversuche und schockte Besucher mit extremsten Fressanfällen: Konfekt und Kaviar durcheinander, dazu gab es Unmengen von Champagner, Rotwein, Portwein und Cognac.
Ebenso konnte Flaubert, der an Turgenjew schrieb „ich wälze mich in einer grenzenlosen Melancholie und bin zum krepieren traurig“, sich nur mit Fressgelagen ablenken. Er pflegte dann die Manschetten, Schuhe und den Kragen abzunehmen - auf daß er von nichts behindert werde und sich dann exzessiver Völlerei hinzugeben.

„DIE SIEGER“, bitte kaufen und lesen.

Wolf Schneider lief mir heute in Form einer SZ-Außenansicht über den Weg.

Darin beschäftigt er sich mit der Sprache der 36 deutschen Bischöfe.
Hartes Brot, wie ich finde - die Predigten und Botschaften von 17 evangelischen und 19 katholischen deutschen Bischöfen zu Weihnachten und Neujahr zu lesen, ohne Hirnblutungen davon zu tragen, ist bemerkenswert.
Wie sagte es so schön Anne Clark?

Don’t need no spiritual suicide pre-frontal lobotomizing god.

Schneider wundert sich:

"Nicht menschliche Macht ist gefragt", liest man da, "sondern Bedürftigkeit, die um ihr Angewiesensein auf die heilsame Gnade Gottes weiß" (Baden, ev.). "Die vollständige Verzweckung des Menschen" wurde getadelt, "die neuheidnische Vergleichgültigung" dazu, während Jesus "keine Berührungsängste vor der menschlichen Geschöpflichkeit" besessen habe (Fulda, kath.). Die Zeiten, in denen man dem Volk auf’s Maul schaute, sind offensichtlich vorbei: Mütter reden auch selten von "Laizismus" und "Neuatheismus" (Regensburg, kath.). Was farbig und unschuldig mit dem Esel anfing, endete leider damit, dass der "als Tier der Demut gleichzeitig Metapher für Jesus Christus" sei (Hannover, ev.).

Und nun hubert der oberste Evangele Deutschlands in Berlin:

Wenn die Kirche sich für Religionsunterricht einsetze, setze sie sich für das Allgemeinwohl ein. Religion als Lehrfach sei "unverzichtbar". Seit der Einführung des Pflichtfaches Ethik sei die Beteiligung am Religionsunterricht um 25 Prozent eingebrochen. Die sei inakzeptabel.

Statt dem Senat aus SPD und LINKEn den schwarzen Peter zuzuschieben, sollte sich der Berliner Großkleriker mal fragen, ob es nicht womöglich an seinem unerträglichen Schwafelsprech liegt, daß die Kinderchen in Mannschaftsstärke aus dem Religionsunterricht flüchten.
Verdenken kann man es ihnen angesichts der Kanzelperformance der Kirchenfürsten nicht - selbst wenn man pre-frontal lobotomized ist (=glaubt).

Welche Drogen muß man nehmen, um den Sinn von Sätzen zu erfassen

wie "Gott hat sein Gottsein hinter sich gelassen" (Greifswald, ev.) oder "Gott selbst bietet sich in seinem eigenen Sohn als Geisel an, damit wir im Austausch die Freiheit aus der Knechtschaft des Bösen erlangen" (Speyer, kath.) oder "Die Gewissheit, bei Gott angenommen zu sein, gründet in Gottes Gnade" (Vorsitzender, ev.) und "Die Seligkeit Gottes fürchtet nicht die traurige Endlichkeit dieser Erde" (Hildesheim, kath.).

Aber bitte, meine 36 Damen und Herren Kirchen-Direktoren.
Immer weiter so - ich bin auch zuversichtlich, daß Ihr es auch dieses Jahr schafft Myriaden Menschen zum Kirchenaustritt zu bewegen!

Weiter so!