1.) Liberale Abtreibungspolitik zu verteufeln - auch wenn mittlerweile erwiesen ist, daß durch Aufklärung und enttabuisierten Umgang mit dem Thema viel weniger abgetrieben wird, als mit strengsten Gesetzen, wie es die Bibelfanatiker wollen.
2.) Schwule zu Verteufeln - auch wenn die liberaleren Gesetze in einigen westlichen Ländern zu dieser Angelegenheit keineswegs die Zwangshomosexualisierung der gesamten männlichen Bevölkerung verlangen, wie es Katholiken gerne suggerieren.
In den USA wird dieses Themenduo noch um eine dritte Komponente ergänzt, nämlich
3) Waffen!

Diese hätten als Gott-gegeben jedermann frei zugänglich zu sein.
Beim leidigen Thema Schwangerschaftsabbruch sind die extremistischen Hetzer von Kreuznet kaum von der real existierenden katholischen Kirche à la Mixa und Meisner, sowie realitätsnegierender Laienorganisationen wie „Christdemokraten für das Leben“ und gehirnamputierten Adeligen (Fürstin Gloria z.B.) entfernt.
Von Eva Herman über Urschl von der Leyen bis zu Radikalkonvertiten wie Gabriele Kuby wird das Schreckgespenst des Aussterbens an die Wand gemalt.
Teilweise wird zwar moralisch zwischen Verhütung und Abtreibung unterschieden - aber aus katholischer Sicht sind Kondome ebenso verwerflich, wie eine Ausschabung oder der Einsatz der RU86-Pille.
Argumentiert wird sinnentleert und streng abseits der Fakten.
So sind beispielsweise für Eva Herman und Kreuznet irgendwie auch immer die Schwulen an den Abtreibungen Schuld, wobei mir noch nicht ganz eingeleuchtet hat, wie das „Schokostechen“ - so der Kreuznet-Terminus für homosexuelle Praktiken - zwangsläufig zu Schwangerschaftsabbrüchen führt.
Aber dazu bin ich vermutlich nicht spirituell genug.
Da allerdings auch gewaltbereite Mobs, die Mediziner erschießen und Sozialeinrichtungen in die Luft sprengen von den organisierten Christen als „Lebensschützer“ dargestellt werden, sollte man gar nicht erst versuchen hier die Logik zu bemühen.
Wer sich gegen diesen Fanatismus äußert, wird sofort schwerstens diffamiert.
So schreiben die vom Papst umarmten irren Piusse just vor ein paar Stunden über einen ihrer Gaga-Demonstrationszüge:
Beim letztjährigen ‘Marsch für das Leben’ in Berlin entblößten zwei Frauen ihre unförmigen Oberkörper, auf denen sie ein auf dem Kopf stehendes Kreuz gemalt hatten.
Die beiden unzüchtigen Gotteslästerer wurden von Polizeibeamten abgeführt.
Wenn es darum geht Menschen zu beleidigen, die sich für Frauen in Not einsetzen, scheuen die moralisch Pervertierten vor keiner Perfidie zurück.
Hier seinen nur drei Beispiele von vielen genannt.
1. ) Bischof Mixa wies dieses Jahr darauf hin, daß der Holocaust weniger Opfer als Schwangerschaftsabbrüche gehabt habe:
Der Holocaust sei ein schreckliches Verbrechen, aber auch heutzutage würden Verbrechen gegen das Leben begangen. So sei die Zahl der sechs Millionen getöteten Juden inzwischen durch die Zahl der Abtreibungen überschritten worden. Neun Millionen Embryonen seien nach Expertenschätzungen in den vergangenen Jahrzehnten abgetrieben worden.
2.) Dem neuen Kongregationspräfekt, dem spanischen Kardinal Antonio Canizares Llovera, erscheinen die Myriaden sexuell von Priestern mißbrauchten Kinder als gutes Vergleichsobjekt.
Das Zehntausendfache priesterliche Durchpoppen von kleinen Jungs ist dagegen halb so wild; die sollen sich mal nicht so anstellen.
Gewiss - vielleicht ist das nicht wirklich freundlich von den Gottesmännern und man könnte sich womöglich auch dafür entschuldigen, aber das ist natürlich lange nicht so schlimm, wie eine selbstgefällte Entscheidung einer Frau über ihren eigenen Körper.
Die von Gottesleuten molestierten Iren sollten die Klappe halten- es gäbe Schlimmeres:
What happened in some schools cannot be compared with the millions of lives that have been destroyed by abortion.It (abortion) has legally destroyed 40 million human lives.
3.) Der selbsternannte “Lebensschützer” Martin Humer stellt fest:
In den Abtreibungskliniken werden die wehrlosesten aller Menschen ermordet. Für mich sind Abtreiber und ihre Helfershelfer schlimmere Verbrecher als KZ-Kommandanten.
In ihrem Wahn sich in den Unterleib von Frauen einzumischen, ist diesen Christen jedes Mittel recht.
Aber eins haben sie alle gemeinsam; nämlich die Fixierung auf das UNGEBORENE.
Was den Uterus verläßt und tatsächlich unstrittig ein lebendes Wesen ist, wird von Christlicher Seite beharrlich ignoriert.
Weder von der Leyen, noch die Christdemokraten für das Leben, weder der Vatikan, noch die amerikanischen „focus on the family“-Aktivisten scheinen sich im Geringsten daran zu stören, daß Millionen von Kindern einfach so, ganz und gar sinnlos sterben.
Wie Unicef just mitteilte, sind auch letztes Jahr wieder NEUN MILLIONEN Kinder unter fünf Jahren weltweit ums Leben gekommen.
Durchfall und Lungenentzündung sind die zwei häufigsten Todesursachen bei Kindern in Entwicklungsländern.
Die Sterberate von Kleinkindern liegt in Indien oder Nigeria bei über 60 Kindern pro 1000 Geburten.
Weltweit sterben nach diesen Zahlen also ungefähr 25.000 Kinder unter fünf Jahren PRO TAG.
Über 1000 Kinder PRO STUNDE.
Fast 20 JEDE MINUTE.
Die Kleinen stattdessen am Leben zu erhalten wäre vergleichsweise einfach.
Dafür bedürfte es Moskitonetze (gegen Malaria), Impfungen gegen Masern oder schlicht und ergreifend Vitaminpillen.
Bedauerlicherweise haben die geborenen Kinder keine Lobby bei den Christen.
Sie setzen ihre Millionen und Milliarden lieber für Kampf-PR in der Abtreibungsfrage ein.


