TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

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Freitag, 18. Februar 2011

Erst hatte er kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu.

Nachdem news.google gestern noch rund 2000 Artikel zur Guttenberg-Affäre ausspuckte und ich die Freiherrliche Dissertation deswegen nicht auch noch zum Gegenstand eines Postings machte, sind es im Moment 4.765 Einträge über den Plagiator Dr. Googleberg.
Damit ist es nun noch sinnloser, daß ich auch noch meinen Senf dazu gebe, aber ich kann es mir einfach nicht mehr verkneifen.

Ein paar Bemerkungen.

Zum Thema „Rücktrittsgründe“ hat gestern Gregor Gysi etwas sehr Richtiges gesagt: Es gibt dafür keine objektiven Kriterien; sondern es hängt immer von der Glaubwürdigkeit einer Person und dessen moralischer Fallhöhe ab.
Nachdem beispielsweise CDU-Ministerpräsident Uwe Barschel in unfassbaren Maß gemauschelt und gelogen („Ich gebe ihnen mein Ehrenwort!“) hatte, war sein SPD-Nachfolger Björn Engholm gewissermaßen eine Lichtgestalt der Ehrlichkeit. Als herauskam, daß er nicht rechtzeitig angegeben hatte, wann er über die CDU-Machenschaften informiert wurde, reichte dieses winzige schwarze Fleckchen auf seiner weißen Weste, um zurück zu treten.
Was sich Engholm einmal innerhalb seiner gesamten politischen Laufbahn geleistet hatte, log ein Franz Joseph Strauß jede Stunde.
Der Bayer wäre garantiert nicht wegen so einer Petitesse zurückgetreten.

Hier liegt aber genau das Problem für Guttenberg; er hat sich stets (ungefragt) selbst als besonders gradlinig und anständig inszeniert.
Wenn man seine private Homepage aufruft, prangen dort als erstes die Worte „Verantwortung verpflichtet“ und dann folgen Hochglanzaufnahmen von ihm und seiner Frau mit Sprüchen wie zum Beispiel;

„Ich will auch unbequemen Fragen nicht aus dem Weg gehen, denn nur dann behält man das Gefühl dafür, was für die Menschen wichtig ist.“

„Richtschnur meines Handelns war und ist Prinzipienfestigkeit und Grundsatztreue!“

„Verantwortung bedeutet vor allem Verpflichtung, Vertrauen und Gewissen!“

Wer sich derart in Szene setzt, muß sich nicht wundern, wenn von ihm auch Wahrheit und Klartext verlangt wird.
Ein Roland Koch hätte es viel leichter. Er gilt ohnehin als notorischer Lügner. Von ihm würde man a priori annehmen bei akademischen Graden geschummelt zu haben.
(Eigentlich verblüffend, daß Koch gar keinen Dr.-Titel hat.)

Heute sagte Googleberg vor der Presse: „Ich werde bei mir keine anderen Maßstäbe setzen, als ich sie bei anderen angesetzt habe.“
Auch dies ein Satz, der ihm eigentlich längst vor die Füße gefallen ist - hatte er doch den Gorch Fock Kapitän, seinen Staatssekretär und den Generalinspekteur ERST entlassen, BEVOR sie die Chance hatten die Vorwürfe zu klären.

Vorgestern schon sagte Joschka Fischer etwas sehr Richtiges zur Causa Guttenberg:
Politiker stürzen nicht über die Fehler in ihrer Vergangenheit, sondern darüber wie sie in der Gegenwart damit umgehen.
Und genau das erleben wir gerade. Der ehemalige „Dr.“ Guttenberg kann seine Dissertation nicht ändern, aber er könnte sich mit einem geknickten Mea-Culpa-Auftritt recht leicht ein allgemeines Verzeihen erwirken; schließlich genießt er enorme Sympathien.
Stattdessen tut er so griffsicher das Falsche, daß man ernsthaft an seiner Intelligenz zweifeln muß.
Zunächst einmal würgte er alle Vorwürfe als „absurd“ ab und verkannte dabei, daß er sich als erstes an die Autoren und Wissenschaftler hätte wenden müssen, die er beklaut hatte.
Ihnen gebührte am dringlichsten ein Mea Culpa; aber auf die Idee kam der Edelmann gar nicht.
Er würdigte sie keines Wortes und schoss sich auf die Journalisten ein.
Damit fachte er erst die „Schwarmintelligenz“ des Netzes und die Solidarität der Fachleute mit ihren plagiierten Kollegen an.
Und dann heute der tausendfach beschriebene Presse-Gau, als Guttenberg, der sonst bei jeder Kamera stehen bleibt, die Bundespressekonferenz düpierte und damit im Handstreich die Hauptstadtpresse gegen sich aufbrachte.
Dieter Wonkas Worte, Guttenberg sei ein „Feigling“ und habe „nicht die Traute“ sich Fragen zu stellen, bleiben nun um so mehr im Gedächtnis.
Mit Guttenbergs abseits der Hauptstadtpresse vorgelesenem Statement, bei dem keine Fragen erlaubt waren, scheint sich der Freiherr nun selbst das Grab auszuheben.
Seie Arroganz war kaum zu übertreffen und er hatte sogar die Chuzpe die in Afghanistan getöteten Soldaten als Vorwand dazu zu nehmen, sich nun aber wirklich nicht mehr mit die Dissertationsfragen zu beschäftigen.

Meine von mir verfaßte Dissertation ist kein Plagiat. Den Vorwurf weise ich mit allem Nachdruck von mir. Sie ist über etwa 7 Jahre neben meiner Berufs- und Abgeordnetentätigkeit als junger Familienvater in mühevollster Kleinarbeit entstanden und sie enthält fraglos Fehler.
(KT z. G)

Das Wort „Entschuldigung“ fällt nicht. Kein Funke Demut. Von oben herab ist die Perspektive.

Es scheint sich hier um das Klischee-Politiker-Verhalten par Excellence von einem zu halten, der sich so gerne als dem Politiker-Klischee nicht zugehörig inszeniert:
Mir kann keiner was, für mich gelten die normalem Maßstäbe nicht, ich darf mir alles rausnehmen, es wird schon nichts bekannt werden.

Das Plagiieren stritt er derartig rigoros ab, daß er kaum noch aus der Nummer rauskommen kann.
Am Freitagnachmittag listete die eigens eingerichtete Internetseite "GuttenPlag Wiki" auf, dass die Doktorarbeit auf mindestens 111 Seiten Plagiate berge. Guttenbergs selbst formulierte Ansprüche an Moral und Aufrichtigkeit in der Politik wenden sich nun gegen den Umfrageliebling.
(taz 18.02.2011)

In Guttenbergs Dissertation finden sich gleich auf mehreren Seiten Textstellen einer Grundkurs-Hausarbeit aus dem März 2003 - eingereicht im "Proseminar zur Einführung für Studienanfänger". Der Dozent Prof. Dieter Löcherbach hatte die Hausarbeit anonymisiert als "Beispiel für eine gelungene Hausarbeit" online gestellt – versehen mit dem ausdrücklichen Vermerk: "Bitte beachten Sie auch hier wieder den Urheberschutz". Dies scheint Guttenberg nicht davon abgehalten zu haben, gleich mehrere Textpassagen aus der Anfänger-Hausarbeit zu übernehmen.
(Holger Schmale 17.02.2011)

Morgen wird der Kölner Stadtanzeiger das veröffentlichen, was seit vorgestern ohnehin jeder ahnt: Selbst die Schwarzgelben glauben nicht mehr, daß Guttenberg die Dissertation selbst geschrieben hat.
Zu offensichtlich kennt er den Text gar nicht. Denn wie könnte er sonst immer noch lapidar von „versäumtem Setzen von Fußnoten bei insgesamt 1.300 Fußnoten und 475 Seiten“ palavern, wenn schon die halbe Bundesrepublik weiß, daß gleich seine Einleitung, bei der man üblicherweise seine genuin eigenen Hauptgedanken einer Doktorarbeit ausbreitet, aus der FAZ kopiert war.

Führende Koalitionskreise gehen davon aus, dass Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) die 2006 eingereichte Doktorarbeit trotz gegenteiliger Beteuerungen „nicht selbst geschrieben hat“. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“ unter Berufung auf Vertreter von Union und FDP. Diese Vermutung lege sowohl das Ausmaß der plagiierten Stellen als auch die Tatsache nahe, dass die Einleitung des 475-Seiten-Werkes schon mit einem Plagiat beginne, heißt es. Schließlich sei „die Einleitung das Persönlichste überhaupt“. Guttenberg selbst hatte in seiner ersten Erklärung zu der Affäre am Mittwoch noch behauptet: „Die Anfertigung dieser Arbeit war meine eigene Leistung." Sollte man ihm das Gegenteil nachweisen können, so die Einschätzung in der Koalition, werde der CSU-Politiker auf jeden Fall zurücktreten müssen.
(KSTA.de)

Also:
Jake hat Recht - verglichen mit dem Kunduz-, Gorch Fock- und Opel-Schmu, ist das Auffliegen einer nicht selbst geschriebenen Dissertation eine Petitesse.
taz-Chefin Ines Pohl hat das mustergültig in ihrem Kommentar „Der kleinste Fehler des Barons“ beschrieben.
Das hat wirklich etwas von der Verurteilung Al Capones wegen Steuerhinterziehung.
Aber bei den früheren Affären hat sich Guttenberg bei der Bewältigung nicht so dumm angestellt und vor allem ist diesmal anders, daß er keinen Sündenbock finden kann, dem er die Schuld in die Schuhe schieben kann.

Guttenbergs Versuch sich mit Hinweis auf die Wichtigkeit seiner Arbeit als Verteidigungsminister aus der Schusslinie zu nehmen, hat sich ins Gegenteil verkehrt.
So realitätsblind, wie er jetzt erscheint, kann er auch als Minister nicht geeignet sein.

Der Minister scheint jeden Bezug zur Realität verloren zu haben. Wäre er jetzt zurückgetreten: Er hätte vermutlich wenigstens seinen Wahlkreis retten und in einigen Jahren von vorn anfangen können. Bitter, aber doch eine Chance. Jetzt haben alle, die ihm übel wollen, die Gelegenheit, das Thema wochenlang am Kochen zu halten. Ist Guttenberg noch bei Sinnen? Die Frage ist nicht sarkastisch gemeint. Das Vorwort seiner Dissertation - nicht die von der FAZ abgekupferte Einleitung - wirkt manisch. Die Entscheidung, nur "ausgewählte" Vertreter der Medien eine vorbereitete Erklärung abfilmen zu lassen, ist schlicht irre. Damit hat er sich viele neue Feinde geschaffen. Ohne Not, ohne Sinn. Könnte es sein, dass die derzeit wirklich wichtige Frage lautet: Wer schützt Guttenberg vor sich selbst - und wer schützt die Bundeswehr vor einem wie ihm?
(Bettina Gaus, 18.02.2011)

Zu einem allerdings taugt Guttenberg noch - als Witzfigur.

Holdger Platta erklärt Guttenberg habe in alter Adelstradition gehandelt; anderen Menschen deren Eigentum zu klauen, den Zehntteil von allem, was ihre Bauern erwirtschaftet hatten, sowie die Jungfräulichkeit der bürgerlichen Bräute aus ihrem Territorium gleich mit. Keine Aufregung also: daß Herr von Guttenberg MitbürgerInnen bestohlen hat, dies steht in bester alter Tradition und ist nichts anderes als Brauchtumspflege auf Aristokratenart! Witzig scheint mir deswegen nur, daß eine der bestohlenen WissenschaftlerInnen ausgerechnet „Zehnpfennig“ heißt! Wer es nicht wissen sollte: auf genau diese bäuerliche Abgabepflicht des Zehnten gegenüber dem Adelsherren geht dieser Name „Zehnpfennig“ zurück! Was bedeutet: Politikwissenschaftlerin Barbara Zehnpfennig ist mit diesem Beklautwerden durch Herrn von Guttenberg lediglich in die eigene Familientradition des Beklautwerdens zurückgekehrt.

Und Extra Drei sieht in die Zukunft der Stefanie zu Guttenberg und ihrer Kinder:

Freitag, 27. August 2010

Die Sex-Keule

Religiöse Systeme funktionieren dann gut, wenn sie von den Menschen Unmögliches erwarten und sie ob der nicht erfüllten Ansprüche so sehr in Ängste versetzen, daß sie sich noch mehr in mentale Anhängigkeit der Geistlichen begeben.

Kaum ein Trieb ist so ausgeprägt wie der Reproduktionsdrang.
Sich zu vermehren ist sogar ein Definitions-Kriterium eines Lebewesens.
Überleben und Kinder machen ist das genetische menschliche Kern-Programm.

Evolutionär betrachtet scheint sogar Homosexualität nur ein Unteraspekt dieser beiden Triebfedern zu sein. Beispielsweise wissen wir, daß die Wahrscheinlichkeit homosexuell zu sein mit der Anzahl der älteren Brüder steigt.
Mit der Zahl älterer Brüder nimmt für einen Mann die Wahrscheinlichkeit zu, schwul zu sein. Sie steigt um etwa 33 Prozent mit jedem älteren Bruder. Das hat die Auswertung umfangreicher Daten ergeben.
Der evolutionäre Grund ist möglicherweise der, daß bei immer höherer Kinderzahl die Ressourcen für die Enkel so knapp werden, daß es für das Fortbestehen der Familiengene effektiver ist, wenn einige Kinder als Onkel und Tanten nur indirekt für die Weitergabe ihrer Gene sorgen.
Höher entwickelte soziale Tiere wie Primaten oder Elefanten oder Orcas können das Überleben ihrer Kinder besonders effektiv sichern, wenn sich nicht nur die leiblichen Eltern, sondern auch Tanten und Onkel bei der Aufzucht des Nachwuchses engagieren.
Ausdruck des biologischen Urtriebs bleibt aber stets die Sexualität, die im beschriebenen Fall lediglich auf Geschlechtsgenossen (um)gerichtet ist.
Sexualität ist dementsprechend auch ohne das direkte Entstehen von Nachwuchs evolutionär sinnvoll, weil sie Bindungen stärkt, das soziale Zusammenleben verbessert und Aggressionen abbaut.
Kleine Schimpansen wie Bonobos können durch permanent praktizierte Multisexualität nahezu alle Streitereien verhindern und eine Gruppe von Tieren so sehr miteinander verbinden, daß sie nach Außen überproportional stark wird und eine hohe Überlebenschance hat.

Dieser Sexualtrieb ist derrat mit der Existenz verwoben, daß beim Sexualakt das biochemische Belohnungssystem im Hirn maximal aktiviert wird.
Eine Kaskade von Endorphinen und Neurotransmittern wird in so überwältigendem Maße ausgeschüttet, daß kopulierende Viecher typischerweise alles um sich rum vergessen - und mögen sie sonst auch noch so aufmerksam sein.

Die Perfidie des real existierenden Kirchismus ausgerechnet hier das moralische „STOPP“ zu installieren ist brillant.
Jeder ist demnach ein verdorbener Sünder und somit an die Kirche gebunden, um Vergebung zu erlangen - es sei denn, daß man die Ewigkeit in der Hölle verbringen möchte und wer würde das riskieren?

Dumm für den real existierenden Kirchismus ist allerdings, daß viele Menschen in Europa nicht mehr an die Hölle glauben. In Südamerika ist das noch ganz anders.

Und noch viel ungünstiger ist die Tatsache, daß es in unserer offenen Gesellschaft immer weniger gelingt die Bigotterie des Kirchenpersonals geheim zu halten.
Sie sind schließlich auch Menschen mit Trieben.

Menschen, die es auch schon immer heftig trieben.

Lange Zeit ging das unter Ausschluß der Öffentlichkeit.
Das klappt aber schlecht im Zeitalter von aufmüpfigen Jugendlichen, die nicht mehr jede Vergewaltigung durch einen Priester verschweigen, nur weil der Peiniger ihnen die Hölle androht.
Inzwischen gibt es TÄGLICH weltweit Dutzende Berichte von katholischen Geistlichen, die Kinder missbrauchen.
Sexuelle Priester als asexuelle Überwesen zu inszenieren, funktioniert im Zeitalter von Handycameras, Twitter und Blogs immer weniger gut.

Mehr und mehr wird der Masse der Gläubigen klar, daß die Hirten, die sie einst bewunderten für ihre Enthaltsamkeit, also ihre Stärke den Trieben zu widerstehen, ihnen nur etwas vorgemacht hatten.

Worüber über Jahrhunderte nur getuschelt wurde, ist nun an die Oberfläche des Boulevards gedrungen.
Die keuschen Homo-Verurteiler im Vatikan sind offenbar zum größten Teil selbst nicht nur schwul, sondern auch reichlich sexuell aktiv.

Der Zölibatäre vor Ort hat es weitgehend aufgegeben seinen Schafen noch etwas vorzumachen.

Im Gegenteil - ein offensichtlich sexuell aktiver „Enthaltsamer“ steht wenigstens nicht im Verdacht die Messdiener zu befummeln, wenn keiner hinsieht.

‘James', ein katholischer Priester in Sydney macht dies in der September-Ausgabe des DNA-Magazins klar.
Die meisten Priester halten sich nicht an den Zölibat und frönen einem gesunden Sexualleben.
Man praktiziert sein Sexualleben noch nicht mal mehr extrem heimlich - Kollegen und Bischöfe wissen Bescheid und solange man es nicht an die ganz große Glocke hängt, stört sich niemand daran.

"I have not been able to keep my vow of celibacy," the priest says, speaking exclusively to DNA Magazine's Nick Cook in the current issue. "Sometimes I need to be held and cared for - and I enjoy the sex. "I know that for a large part of the world it means I'm not a good priest, but without it I'd be a worse one."
[…] "I suspect that anywhere up to, if not more than, 50 percent of Catholic priests are not, or have not always been, celibate. "I know of priests who have had long-term relationships with women. "Celibacy is for some people but it's not everybody. That's why I think celibacy imposed is wrong whether you're gay or heterosexual." James is out to a number of other priests and his bishop knows that he is both gay and sexually active. "My bishop is a good man. He himself would have issues with the Church teaching on this."
(Seekingmedia)

Das ist schön für James.
Das ist aber schlecht für die Kirche - denn der Nimbus der priesterlichen Übermenschen, die allen Trieben widerstehen können, ist dahin.

Donnerstag, 19. August 2010

Der Christ des Tages Teil XXXI

Ein gutes Alter, um im Vatikan-Regierungsapparat etwas zu werden ist Anfang 70.
Die Ministerien (vulgo: Kongregationen) sind eigene verschworene Reiche, in denen der Minister (vulgo: Präfekt) als kleiner König schalten und walten kann, wie es ihm beliebt.
Eine Art Kabinett unter Vorsitz des Pontifex Maximus gibt es nicht, sondern nur unendlich viele verschlungene und geheime Kanäle.
Natürlich stellen die 400.000 Priester, die allesamt Beichtväter sind, einen extrem effektiven Geheimdienst dar. Sie alle machen Meldungen nach Rom.
Das vatikanische Wissen ist daher begehrt, wie man aus Kooperationen mit der CIA weiß, die Papst JP-II einging.

Wer wann was weiß, hat stets unbekannt zu bleiben.
Selbst nach 60 Jahren intensiver Forschung gibt es keinen Konsens darüber was der ehemalige Nuntius in Deutschland und Hitler-Bewunderer Pacelli über den Holocaust wußte.
Fest steht nur, daß frühzeitig verschiedene detaillierte Berichte über den Judenmord nach Rom gelangten, daß der Papst dazu nicht öffentlich Stellung bezog, aber nach 1945 umso eifriger dafür sorgte, daß NS-Kriegsverbrecher mit vatikanischen Papieren ausgestattet vor der alliierten Justiz nach Südamerika in Sicherheit gebracht wurden - Stichwort „Rattenlinie“.

Der Kardinal und Leiter der Katholischen Aktion in Argentinien, Antonio Caggiano, protestierte gegen das Vorgehen israelischer Agenten, als diese 1960 den ehemaligen Protokollführer der Wannseekonferenz und Leiter des für die Organisation der Vertreibung und Deportation der Juden zuständigen Referats des Reichssicherheitshauptamtes Adolf Eichmann festnahmen.
"Es ist unsere Christenpflicht, ihm zu verzeihen, was er getan hat."

Der Hitler-Papst schwieg allerdings nicht generell, wie es manchmal scheint.
Nein, er äußerte sich durchaus auch mal ganz öffentlich zu den Vorgängen in Deutschland:

Ich wünsche dem Führer nichts sehnlicher als einen Sieg.
(Papst Pius XII. Seligsprechung geplant von Joseph Ratzinger)

'Ich liebe Deutschland jetzt noch mehr.'
(Papst Pius XII, nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch deutsche Einheiten)

Der große Tag X ist nahe, der Tag des Einmarsches in die Sowjetunion.
(Papst Pius XII.)

Präfekten sind in der Regel nicht die größten Sympathen.
Hier nisten sich eher die Ratzingers, Bertones und Sodanos ein.
Ausnahmen gibt es aber auch; so ist der deutsche Walter Kardinal Kasper, 77, Mitglied der Glaubenskongregation, der Kongregation für die orientalischen Kirchen, der Apostolischen Signatur, des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte und des Päpstlichen Rates für die Kultur, sowie von 2001-2010 Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen für Kardinals-Verhältnisse noch relativ nett.
Kasper bringt es immerhin fertig nicht manisch andere Bekenntnisse zu diffamieren und auch mal ein freundliches Wort zu finden.

Höchste Zeit also für den Papst den Einäugigen unter den Realitätsblinden auszutauschen.
Der neue Chef Erzbischof Kurt Koch bezeichnet sich selbst als „konservativ“.

Die Entscheidung bedauere ich außerordentlich.
Denn eigentlich war vorgesehen, daß der Christ des Tages No XXXI, Erzbischof Pell, 69, den Job bekommt.

"Il Giornale"-Vatikanexperte Andrea Tornielli schrieb im April 2010, daß Pell „sicherer Kandidat“ sei.
George Kardinal Pell, der achte Erzbischof von Sydney hätte der Sache des Atheismus‘ sicher gute Dienste geleistet.
Pell wurde der Weltöffentlichkeit spätestens beim Weltjugendtag 2008 in Sydney bekannt, indem er sich als Pädophilie-Vertuscher präsentierte.

Die Opferschutzorganisation Broken Rites hatte aber weit über 100 Fälle von übergriffigen australischen Priestern dokumentiert.
Gerade mal zwei Tage bevor Ratzi in Australien eintraf, gab Pell seine Verneinungsstrategie auf und setzte eine Kommission zur Prüfung der Vorwürfe ein.

Das war selbst Benedikt zu peinlich und so verkündete er buchstäblich ex cathedra:

"Hier möchte ich innehalten, um die Scham zu bekennen, die wir alle wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen durch einige Geistliche und Glaubensbrüder in diesem Land fühlen. In der Tat bedaure ich den Schmerz und die Leiden, die die Opfer durchgestanden haben, zutiefst und ich versichere ihnen, dass ich als ihr Seelsorger ihre Leiden teile."
(Papst Benedikt XVI 2008 im Dom St. Mary in Sydney)

In Australien ist Pell schon länger bestens bekannt.

Zum Beispiel weil er den antijüdischen und extrem grausamen Splatterfilm „the passion of Christ“ seines überaus sympathischen Landsmannes Mel Gibson wie folgt beschrieb:

The film is a contemporary masterpiece, artistically and technically. It is not absurd to compare it with the paintings of the Italian master Caravaggio, because of its beauty and drama. It is more genuinely spiritual, even more violent but less erotic than Caravaggio's canvases.
[…] It is certainly an antidote to those who think the crucifixion was like an afternoon tea party. Jesus is not trivialised nor sentimentalised.
[…] Generations of believers will see Mel Gibson's "The Passion" as a classic. But it is strong meat. Not for the faint hearted.
(Kardinal Pell 2004)

So ins Schwärmen gerät der Christ des Tages XXXI allerdings nicht bei allen Australiern.
Einige mag er gar nicht und stellte dies nun pünktlich zu den vorgezogenen Parlamentswahlen klar.
Die Grünen dürfe man nun wirklich nicht wählen, sie wären „anti-christlich“.

Eine Partei, die für Umweltschutz und Menschenrechte eintritt???
Absolut inakzeptabel für den obersten Katholiken des fünften Kontinents!

„Die Grün-Partei unterstütze Abtreibung, Euthanasie und die gleichgeschlechtliche Ehe und erweise sich daher als „süß getarntes Gift“.
Zudem habe der Parteivorsitzende Robert Brown an einem Buch mitgewirkt, in dem Menschen als etwas klügere Tiere bezeichnet werden.“ Coautor des Buches ist Peter Singer, Philosophieprofessor in Princeton, der sich sehr für die Euthanasie einsetzt. “Diese Grün-Ethik ist dazu gemacht, um die jüdisch-christliche zu ersetzen”, warnte Kardinal Pell.
(Kath..net)

Dienstag, 15. Dezember 2009

Ratzi lo vult.

Die Römisch-katholische Kirche hat ein Imageproblem.
Nahezu im Stundetakt kommen aus aller Welt die Meldungen über ephebo- und pädophile Zölibatler, die sich an kleinen Jungs (und sehr viel seltener auch an Mädchen) vergreifen.

Es wundert mich, daß man hier von einem PR-Desaster spricht.
Meiner Ansicht nach ist das ein prinzipielles und grundlegendes Desaster, das eigentlich desaströs genug sein müßte, um die RKK zum Einstürzen zu bringen.

Die 1.200 Millionen katholischen Schäfchen sind allerdings gegenüber Kindsmissbrauch außerordentlich tolerant und bekennen sich brav weiter zu der amoralischen Institution.

Es gibt nicht die geringstes Zeichen für ein Abebben der Skandalmeldung zu den myriadenfachen Sexübergriffen der HOCHwürden, Exzellenzen, Monsignores und Eminenzen auf Kinder.

Zur Illustration ein paar zufällige Meldungen aus dem ABUSETRACKER der letzten Tage:

Kanada, Dienstag, 15.12.09, Diözese von Alexandria-Cornwall:
Commissioner Normand Glaude beklagt die mangelnde Zusammenarbeit mit der Erzdiözese bei der Aufklärung von sexuellen Übergriffen auf kleine Jungs durch Priester.
Die Kirche verschleiere und verzögere die Aufklärung; Berichte wären seit Monaten überfällig, die Kirche sei "less concerned about victims than about public embarrassment."


Kanada, Dienstag, 15.12.09, Diözese von Alexandria-Cornwall:
Bischof Paul André Durocher entschuldigt sich für den fortgesetzten und systematischen Kindesmissbrauch durch Priester und Ordensleute seit den 1950er Jahren:
Speaking in French, Durocher apologized to all of the victims of sexual abuse committed by priests. He said he would offer counselling to the victims to help them heal and rebuild their lives.

USA, 14.12.09, Diözese von Milwaukee:
Ex-Erzbischof Rembert Weakland: "I apologize to the faithful of the Archdiocese, which I love so much" Allein die Erzdiözese Milwaukee listet auf ihrer Webseite 42 Priester auf, die sich an Kinder heran gemacht haben und nie wieder mit Kindern allein gelassen werden dürfen.

USA, 15.12.09; Erzdiözese Chicago:
Priester Chester Przybylo, 59, steht vor Gericht, weil er einen 13-Jährigen Jungen sexuell missbraucht hatte. Obwohl die Diözese bereits letztes Jahr 1,4 Mio Dollar an das Opfer zahlte und somit die Schuld zugab, darf Vater Przybylo weiterhin die Messe lesen.

Australien 16.12.09, NSW-district:
Priester John Sidney Denham, der schuldig gesprochen wurde mindestens 39 Jungs im Alter zwischen 7 und 16 Jahren sexuell missbraucht zu haben und nun im Knast sitzt, muß sich um seine Resozialisierung keine Sorgen machen. Er wird nach seiner Entlassung weich in den Schoß der Kirche fallen:
His former colleague, Catholic Father Martin Wilson, yesterday told the NSW District Court Denham was a "pleasant and knowledgeable person". He said it would "be the right thing" for the Chevalier Resource Centre in the eastern Sydney suburb of Kensington to re-employ Denham after his release. "We don't have many children around . . . it doesn't have a kiddie section or anything like that," Father Wilson said.

Irland, 14.12.09, Murphy-Report.
(Nach dem von der Richterin Yvonne Murphy verfassten Bericht soll das Erzbistum Dublin 30 Jahre lang - insbesondere zwischen 1975 und 2004 - Fälle von sexuellem Missbrauch durch Geistliche systematisch vertuscht haben.) Obwohl nachweislich an die 30.000 Kinder in Irland unter Aufsicht der Kirche gequält und durch Priester missbraucht wurden, müssen sich die Täter keine allzu großen Sorgen um ihr Renommee machen - denn anders als beispielsweise bei Nazi-Sympathisanten nach dem WK-II, die geächtet wurden, haben Pädophile in der Kirchen große Sympathien. Dies beschreibt ein Mitarbeiter des Rape Crisis Centre so:
Abusive clergy had the additional advantage of the backing of the Catholic Church, a church which demonstrated time and time again a willingness, indeed an eagerness, to cover up the most savage crimes. After World War Two, people who harboured Nazis were hounded and vilified as Nazi sympathisers, and now the Murphy report has exposed another type of sympathiser: the paedophile sympathiser. Paedophile sympathisers are dressed up as men of God. Men who put Holy Communion into our children’s’ mouths while all the time plotting, fantasising and covering up their abuse.

Diese Liste könnte man unendlich weiterführen - aber ein Blick in die letzten 48 Stunden dürfte reichen.

Bemerkenswert ist die Reaktion des Papstes, der insbesondere ob der Schockberichte aus „dem katholischen Bollwerk“ Irland leicht genervt wirkt:
Papst Benedikt XVI. hat nach den Missbrauchsskandalen in der irischen Kirche Konsequenzen angekündigt. Er werde die Aufklärung persönlich verfolgen und für eine geeignete Prävention Sorge tragen, heißt es in einer Erklärung des Vatikans.

Eine Reaktion, die zwar das ZDF knackig findet, die aber selbst RADIO VATIKAN etwas lau vorkommt:

Die Opfer von sexuellem Missbrauch durch Priester in Irland äußerten sich unterdessen enttäuscht über die Reaktion des Papstes auf den Murphy-Report. Das von Benedikt XVI. ausgedrückte „Bedauern“ sei ohne personelle Konsequenzen „bedeutungslos“ und „bestenfalls unaufrichtig“, zitiert die Zeitung „Irish Examiner“ die Vorsitzende der Opfergruppe „One in Four“ (Einer von Vieren), Maeve Lewis. Der heutige Papst, der bis 2005 Präfekt der Römischen Glaubenskongregation war, müsse seit langer Zeit vom „Ausmaß des Problems“ gewusst haben, so Lewis. Informationen über die Täter seien über die Jahre hinweg „routinemäßig“ an den Vatikan gesandt worden. Benedikt XVI. müsse die Verantwortung der Kirche insgesamt anerkennen, statt einzelnen Priestern die Schuld zu geben. Nach Erkenntnissen der von der irischen Regierung eingesetzten so genannten Murphy-Kommission wurden im Erzbistum Dublin über Jahrzehnte hinweg sexuelle Missbrauchsfälle durch Geistliche systematisch vertuscht.

Aber, man soll ja nicht so überkritisch sein. Also: Wie nett - nach Jahren und Jahrzehnten will auf einmal der Vatikan „Konsequenzen“ ziehen?
Ich bin verblüfft.

Das Irische Episkopat beschäftigte sich letzte Woche gar drei Tage mit dem Thema „Warum unsere Priester ununterbrochen Kinder poppen wollen".

Da lohnt es sich genauer nachzulesen, was der Papst zu tun gedenkt.

Könnte man meinen.

Aber dazu braucht man nicht viel zu lesen, denn die Hauptursachen für die Konzentration von sexuell Verwirrten unter der Priesterschaft gedenkt Ratzinger NICHT abzuschaffen.
Zölibat und das Verbot von Frauenordinierung bleiben bestehen.

Der Pontifex Schleimicus nimmt lieber in Kauf, daß weiterhin Zehntausende Kinder molestiert werden, als daß er seine antiquierte Einstellung aufgibt.

Dieser Zölibat hat nun - wenig überraschend - die Konsequenz, daß der Priesterberuf gerade auf die Menschen besonders anziehend wirkt, die aus unterschiedlichen Gründen einer Mainstream-Sexualität nichts abgewinnen können und sich außerdem von Frauen fernhalten wollen.

Da ist ein Priesterseminar genau das richtige Sammelbecken. Nun ja, sooo antiquiert nun auch wieder nicht.

Es ist eher modern Priester dazu zu zwingen unverheiratet zu sein.

Ganz früher mal war das anders - so vor 2000 schrieb ein gewisser Paulus in einem offensichtlich nicht sonderlich relevanten Buch, namens Bibel, etwas ganz anderes:

Es heißt im neutestamentarischen Text 1, Timotheus 3, daß Bischöfe (Priester) Kinder haben und verheiratet sein sollten.

Der Obertheologe und Stellvertreter Gottes auf Erden interpretiert anders. Ratzinger folgert aus:
2 Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau,……. 4 einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat in aller Ehrbarkeit. 5 Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen?

daß Bischöfe und Priester im Zölibat leben müssen; ehe- und kinderlos.

Die Bibel scheint für den Papst irrelevant zu sein.

Ratzinger wird also nichts gegen den Kindesmissbrauch durch seine Priester tun und weiterhin die Bedingungen so gestalten, daß Pädo- und Ephebophile regelrecht durch seine Organisation heran gezüchtet werden.

Er zeigt den Opfern also den Stinkefinger - dies aber natürlich in besonders einfühlsamen Worten, wie man auch im christlichen ZDF zu würdigen weiß:

Mit auffallend emotionalen Worten verurteilt das im Anschluss an das Treffen veröffentlichte Kommunique des vatikanisch-irischen Kirchengipfels das skandalöse Fehlverhalten von Priestern. Der Papst sei erschüttert, er teile die Empörung, das Gefühl des Verrats und die Scham der irischen Öffentlichkeit. Die Täter hätten ihr Versprechen gegenüber Gott gebrochen und Verrat an den ihnen anvertrauten Gemeinden begangen. Zugleich kündigt der Papst eine entschiedene Aufklärung und Maßnahmen an, die eine Wiederholung verhindern sollen.

Dienstag, 17. November 2009

Rudd, gut.

Was passiert, wenn man ausgerechnet die Kleinsten und Schwächsten der Gesellschaft - nämlich Kinder - der Obhut einer Organisation aushändigt, die ein; gelinde gesagt; lockeres Verhältnis zur Gewalt hat, ist nur zu gut bekannt.

Wir brauchen gar nicht in den Alttestamentarischen Bereich gehen.
Nein, in der „Guten Nachricht“, dem Neuen Testament, den Lehren des lieben, lieben Jesulein, erfahren wir explizit, wie sich der Herr der Christen Erziehung vorstellt:

6 Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; / er schlägt mit der Rute jeden Sohn, den er gern hat. 7 Haltet aus, wenn ihr gezüchtigt werdet. Gott behandelt euch wie Söhne. Denn wo ist ein Sohn, den sein Vater nicht züchtigt? 8 Würdet ihr nicht gezüchtigt, wie es doch bisher allen ergangen ist, dann wäret ihr nicht wirklich seine Kinder, ihr wäret nicht seine Söhne. 9 Ferner: An unseren leiblichen Vätern hatten wir harte Erzieher und wir achteten sie. Sollen wir uns dann nicht erst recht dem Vater der Geister unterwerfen und so das Leben haben? 10 Jene haben uns für kurze Zeit nach ihrem Gutdünken in Zucht genommen; er aber tut es zu unserem Besten, damit wir Anteil an seiner Heiligkeit gewinnen. 11 Jede Züchtigung scheint zwar für den Augenblick nicht Freude zu bringen, sondern Schmerz; später aber schenkt sie denen, die durch diese Schule gegangen sind, als Frucht den Frieden und die Gerechtigkeit.
(Der Brief an die Hebräer 12)

Die hochgradig bigotte und verlogene Sexualmoral insbesondere der zölibatären Christen-Hirten führt dazu, daß diese „Züchtigungen“ nicht „nur“ in Form von Schlägen, perfiden Strafen und Folterungen auf die Schwächsten niederprasselt, sondern daß insbesondere kleine Jungs auch regelmäßig sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind und waren.

Zigtausende irische Kinder haben Katholische Einrichtungen in den letzten Dekaden missbraucht, versklavt und brutal zu seelischen Krüppeln „gezüchtigt“.

Unter dem Druck der Öffentlichkeit, entschuldigte sich die Irische Katholische Kirche inzwischen - allerdings hat die oberste Priorität der Schutz der Täter - deren Namen auf Druck der Kirche nicht veröffentlicht werden durften.
Hierbei spielt insbesondere die Entschädigung eine Rolle.
Entschuldigungen sind billig.
Keinesfalls möchte im britischen Episkopat erleben, daß es sie Milliarden-teuer, wie bei ihren pädophilen Brüdern in den USA zu stehen kommt.

In Deutschland ist man im Jahr 2009 auch nicht weiter - obwohl die Tatsache des Hunderttausendfachen Kindesmissbrauchs in kirchlichen Heimen schon weiland von Ulrike Meinhof thematisiert wurde.

Britische Regierungen haben dabei besonders perfide agiert, indem sie seit Beginn des 19. Jahrhunderts sind bis zu 150 000 Kinder zur Kostenersparnis in ehemalige Kolonialländer abschoben.
Dort wurden sie in katholischen Heimen schwerstens misshandelt. Viele von ihnen wurden sexuell, psychisch und physisch missbraucht. Den angeblichen Waisen aus Großbritannien wurde vorgemacht, ihre Eltern seien tot, ihre Namen und Geburtsdaten wurden geändert. Ihre Eltern ließ man in dem Glauben, dass ihre Kinder adoptiert worden seien.

In Australien sind mindestens eine halbe Million Kinder innerhalb von vier Dekaden systematisch gequält worden.

Nach Schätzungen der Regierung wuchsen zwischen 1930 und 1970 rund 500 000 Kinder in staatlichen und kirchlichen Heimen auf, wo sie oft körperlich, seelisch und sexuell misshandelt wurden.

Für „die absolute Tragödie verlorener Kindheiten“ entschuldigte sich der australische Regierungschef Kevin Rudd am Montag öffentlich - wenn auch die Mehrheit der Opfer längst tot ist:

An der bewegenden Zeremonie nahmen auch Vertreter der 7.000 noch lebenden Betroffenen teil. Viele weinten und umarmten Leidensgenossen, als Rudd über die schmerzlichen Ereignisse der Vergangenheit sprach - Geschichten von Kindern, die mit Gürtelschnallen oder Bambusstöcken geschlagen wurden und die an Orten “ohne jede Liebe“ aufwuchsen. Dieser Tag solle ein Wendepunkt in der Geschichte Australiens sein, sagte Rudd unter dem Applaus der Anwesenden weiter. Die Regierung und die Behörden sollten alles in ihrer Macht stehende tun, damit sich so etwas nicht wiederhole.


In Deutschland ist man noch nicht so weit.
Einige evangelische Landeskirchen haben immerhin aber das Myriaden-fache Kinderfoltern unter ihrer Ägide dokumentiert und somit wenigstens zugegeben.

Die Landeskirche Hannover gab eine Studie für die Verhältnisse allein in Niedersachsen heraus: Der Studie zufolge sollen zahlreiche Kinder geschlagen, gedemütigt und sogar vergewaltigt worden sein. Außerdem seien die Heimkinder zu Arbeiten wie Torfstechen oder dem Straßenbau verpflichtet worden.

Mindestens 500.000 Kinder wurden in Deutschland in den 50er- und 60er Jahren in kirchlichen Heimen sexuell und körperlich mißhandelt.

FAZ:
Der sexuelle Missbrauch von Jungen sei geradezu ein Merkmal dieser Arbeitsschulen gewesen; die Kongregationen, die diese Anstalten führten, hätten Missbrauchsfälle vertuscht und Pädophile lieber an andere Einrichtungen innerhalb ihrer Orden weitergegeben, als die Fälle zur Anzeige zu bringen.

Die systematischen Menschrechtsverletzungen an Heimkindern durch die schlag- und penetrierfreudigen Pater führten jetzt in Deutschland zu einer Forderung nach einem Entschädigungsfonds in Höhe von 25 Milliarden Euro!

Das mag dem ein oder anderen jetzt vielleicht wie eine große Summe vorkommen - aber es ist schließlich weniger als ein Viertel dessen, das die Deutschen Steuerzahler in eine einzige von größenwahnsinnigen Managern in den Ruin getriebenen Bank (HRE) getopft haben.

Der Verfasser der noch in Arbeit befindlichen Dokumentation, Hans Bauer, sagte, es habe sich nicht um bedauerliche Einzelfälle gehandelt, sondern um systematischen Missbrauch. Die schweren Misshandlungen seien zwar nicht von oben angeordnet, aber gängige Praxis gewesen. Ehemalige Zöglinge hätten ihm vom sexuellen Missbrauch durch das Personal der Einrichtungen berichtet, so der ehemalige Erziehungleiter.

Die Caritas spricht von „bedauerlichen Einzelfällen“.

Die katholische Kirche, oder die Bundesregierung schweigen.

Man stelle sich vor irgendein anderer Verein hätte so eine Hypothek auf sich geladen!
Nie wieder würde man ihm Kinder anvertrauen!

Anders ergeht es dem Kirchismus - Westerwelle, Steinmeier und Merkel unterzeichneten persönlich für das „Pro-Reli“-Begehren in Berlin.

Ihnen kann es gar nicht genug Christlicher Einfluss bei der Erziehung der Kleinsten sein.

Freitag, 18. September 2009

Widersprüchliche Union.

'Da geht noch was, da geht noch was' murmelt man sich im Willy Brandt-Haus gegenseitig zu.
Nicht daß die SPD in zehn Tagen irgendwas anderes als das schlechteste Bundestagswahlergebnis aller Zeiten zu erwarten hätte, aber da die Alternative Westerwelle/Merkel auf viele Wähler ungefähr so attraktiv wirkt wie Scheiße am Schuh, könnte sich Steinmeier womöglich doch noch mal in schwarz-rot retten.
Womöglich sogar in eine Ampel mit einem Vizekanzler Guido W.
Aber ohne die Mutti immerhin.

Dann hätte man klassisch den Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben.

Wieder so eine Vorstellung bei der mich der Drang erfüllt runter in die Garage zu gehen und mir die Finger in der Autotür zu klemmen.
Der Gedanke, daß sich Westerwelle im Ausland als Vertreter Deutschlands aufbläst ist natürlich der Gipfel der Peinlichkeit.
Aber andererseits sind die Deutschen ja auch peinlich.
Ein Volk, das ganz ohne Folter und Bestechung 16 Jahre ununterbrochen den korrupten Oggersheimer an die Regierungsspitze gewählt hat, verdient vielleicht auch einen Westerwelle.

Mit einer Substitution von Merkel durch Westerwelle hätten wir dann ein Ergebnis wie nach dem Hornbacher Schießen.
Vordergründig.
Tatsächlich wäre „Guido statt Angie“ ein großer Fortschritt, da mitsamt ihrer Parteiübermutter auch die Kabinettsparasiten Schäuble, von der Leyen, Guttenberg, Jung und Co verschwänden.

Ach wäre das schön!
Da wird mir Giuido gleich sympathisch.

Wie kann man sich aber nun das schwarz-gelbe Zielgeradenschwächeln erklären?
Ja, sicher, es ist ausgesprochen peinlich, wie die entpolitisierte Kanzlerin um alle Festlegungen mäandert und das Volk, wie heute zum Beispiel wissen läßt, sie esse gerne Artischocken, die aus der Büchse, aber what else is new?
Vor ein oder zwei oder drei Jahren hat sie sich genauso aus der Politik herausgehalten.
Ich vermute, daß es einigen potentiellen CDU-Wählern nun eben doch zu viel „ich-auch“-Kanzlerin ist.
Da Merkel FÜR alles ist, das irgendwie bei irgendwem eventuelle möglicherweise gut ankommen könnte, fühlen sich einige auf den Fuß getreten.
Denn der gemeine Unionswähler ist besonders gerne auch mal dagegen.

Der STERN über die heutige Kanzlerinnen-PK:


Aus der Perspektive des journalistischen Handwerks betrachtet, darf sich glücklich schätzen, wer über Angela Merkels jüngsten Auftritt vor der Bundespressekonferenz keine Nachricht fertigen muss. Einmal mehr präsentierte sie sich als Politikerin ohne Botschaft……
Wie es um den Kompetenzwert dieser Kanzlerin bestellt ist in einer Phase schwerwiegender wirtschaftspolitischer und währungstechnischer Probleme, war einmal mehr nicht zu erfahren. Merkel hatte nichts zu sagen. Stattdessen streute sie ihr schon mehrfach benutztes Wortkonfetti aus.

Nehmen wir als Beispiel eine der konservativsten und CDU-affinsten Branchen; die Bestatter.

In ihrer CDU haben die krisensicheren Beerdigungsunternehmer einen verlässlichen Blockierer wider jede Liberalisierung.
Ihre Gewinne sind so sicher wie der Tod.
Da kann fröhlich abgezockt werden.
Bei über 800.000 Leichen jährlich kommt schon was zusammen.
An die 10.000 Euro pro Beerdigung sind keine Seltenheit, denn der Bestatter rechnet so einiges ab: Leichenschau durch den Arzt, Sterbeurkunde, Überführung, Beisetzung, Grabnutzung, Sarg, Kissen, Polster, etc., Totenkleidung, Ankleiden und Einsargen, Grabstein, Einäscherung, Urne, Kranz, Blumenschmuck, Trauerhalle, Trauerredner, Orgelspiel, Musik vom Band / CD, Todesanzeige.
Die Hinterbliebenen können sich dieser Kostenlawine nicht entziehen, da die CDU alle Liberalisierungen der Bestattungsordnung und des Bestattungsgesetzes (BestG) blockiert.

In anderen Ländern längst mögliche Abweichungen, wie das Mitnehmen der Urne, um sie sich zuhause auf den Kaminsims zu stellen, sind hier verboten.

Um den Bestatter kommt man nicht herum.

Wer die Asche seiner Lieben gerne als Dünger ins Erdbeerbeet im Vorgarten streuen würde - und damit Tausende von Euro für Sarg, Grabstein und Grabbenutzung sparen könnte - hat Pech gehabt.
Das ist im geregelten Deutschland nicht erlaubt.
Zum Glück für die Milliardenschwere Bestatterbranche.

Und nun das:
Ausgerechnet die Union ließ indirekt ein paar lukrative Leichen verschwinden.
Die Herren mit den schicken schwarzen Kombiwagen können sich nicht mehr auf die Schwarzen verlassen? Wo gibt es denn sowas?

Im tiefschwarzen bayerischen Kernkraftwerk Gundremmingen sind 1975 zwei Schlosser ums Leben gekommen, ein 34-jähriger Meister und sein 46 Jahre alter Kollege wurden verbrüht und starben an Verbrennungen.
Zwei Leichen, zweimal Geld für die Bestatter - eigentlich.

Uneigentlich hatten die beiden aber radioaktive Dämpfe eingeatmet, wurden vom Schwabinger Krankenhaus in München zerlegt und teilweise in Zinksärge eingelötet.
Verstrahlte Arme und Beine schickte man aber mit anderem radioaktiven Restmüll zur Asse.
Jenem hochgradig mit Plutonium verseuchten sogenannten Endlager, das die CDU wie auch Gorleben und Morsleben unter eifriger Beteiligung einer fälschungswilligen Umweltministerin Merkel mit Gefälligkeitsgutachten zurecht schönen wollte.

Dort schwimmen also auch einige menschliche Leichenteile umher.

Ein Atomendlager ist weltweit immer noch nicht in Sicht; die deutschen Versuchsendlager haben sich allesamt als absolut ungeeignet erwiesen und müssen nun mit vielen Steuermilliarden saniert werden.

Die CDU war nur in einem Punkt gewissenhaft:
Die Verursacher dieser Zustände, die AKW-Betreiber, sind finanziell nicht zu belangen.


Guttenberg und Schavan haben sich unmittelbar vor der Wahl schon mal selbst in einen Vaselineeimer getaucht, um der Atommafia besser ins Rektum gleiten zu können.
Am 1. Oktober, drei Tage nach der Bundestagswahl startet Superguttis 1,3 Mio-Gutachten-Projekt „Atomkraft? Weiter so!“.

Schavans Pro-Atomgutachten ist sogar schon seit Juni fertig.
Das gewünschte Ergebnis - ein von 100 sogenannten „Experten“ gewünschter Neubau von AKWs hält die Ministerin zurück.

Logisch. Man darf den CDU-Wähler nicht mit Fakten verwirren!

Absichten über die konkrete CDU-Politik nach dem 27. September müssen strengsten geheim gehalten werden.

Die FTD:
Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) hält seit drei Monaten ein brisantes Gutachten unter Verschluss, das sie selbst in Auftrag gegeben hat. Darin regen rund 100 Forscher unter anderem den Neubau von Atomkraftwerken in Deutschland an.
Außerdem werben sie dafür, an anderen Standorten als Gorleben nach atomaren Endlagern zu suchen. Schavan waren die Atomempfehlungen offenbar zu heikel.
Obwohl sie die Studie mit dem Titel "Konzept für ein integriertes Energieforschungsprogramm für Deutschland" bereits im Juni erhalten hat, soll diese erst im Oktober vorgestellt werden - nach der Bundestagswahl.

Sogar zum leidigen Endlagerthema haben sich die Atomfreunde der Schavanschen Studie etwas einfallen lassen:

Auch bei der Endlagerfrage sind die Wissenschaftler flexibler als Deutschlands Forschungsministerin. Schavan hat sich wiederholt für den Salzstock Gorleben als Endlager ausgesprochen. Dagegen betonen die Autoren des Gutachtens: "Für ein Endlager in Tongestein liegen umfangreiche wissenschaftliche Erkenntnisse aus Frankreich, Belgien und der Schweiz vor." Schvans Zurückhaltung erklärt sich leicht: Die meisten Tonformationen liegen in Baden-Württemberg - der politischen Heimat der Ministerin.

‚Verdammt noch mal‘ hört man es förmlich aus dem Konrad-Adenauer-Haus grollen; hätte das nicht noch lumpige zehn Tage weiter geheim gehalten werden können?

Auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Union vorgehalten, neue Kernkraftwerke bauen zu wollen. Das Projekt von Wirtschaftsminister Guttenberg (CSU) "belegt, dass die Union entgegen aller öffentlichen Beteuerungen auf breiter Front den Wiedereinstieg in die Atomenergie vorbereitet", sagte Gabriel. "Herr zu Guttenberg, Frau (Bundesforschungsministerin Annette) Schavan und Frau Merkel versuchen, die Öffentlichkeit zu täuschen."
(ZEIT)

Angeschmiert sind jedenfalls die Bestatter - wenn noch mehr Atomsifflager über Deutschland verstreut werden, kann man auch immer mehr „verunglückte“ Techniker darin entsorgen.

Jede Leiche weniger ist ein massiver Umsatzverlust.

Tja, Merkel, so gewinnt man bei den Grabschauflern auch keine Wähler hinzu!

NACHTRAG:


Dierk Rohwedder von der Mopo fand heute die richtigen Worte.

Asche von Leichen in der Asse
In einer salzigen Brühe schwimmen rostende Atommüllfässer, dazu Tierkadaver, Medizinabfälle. Und jetzt auch noch die Asche von menschlichen Leichenteilen? Wie sich die Atomwirtschaft eine "geordnete Entsorgung" von strahlendem Plutonium in Gorleben vorstellt, wird den Bundesbürgern in schaurigen Bildern aus dem einsturzgefährdeten Salzstock Asse bei Wolfenbüttel vorgeführt. Die "saubere" Kernkraft demaskiert sich selbst - ein GAU für die Atomwirtschaft, die bisher hoffte, unter Schwarz-Gelb eine Chance auf neue, modernere Atomkraftwerke zu erhalten. Kein Zweifel: Sigmar Gabriel hat die Union an der Atom-Front kalt erwischt. Merkel hält dagegen, spricht von einer "Brückentechnologie" und versichert, man plane keine neuen Atomkraftwerke. Warum aber werden dann im Hause Guttenberg neue AKW-Typen sondiert? Der Verdacht steht im Raum, dass die Union falsch spielt - Merkel sollte ihr atomares Glaubwürdigkeitsproblem schnellstens lösen.

Samstag, 13. Juni 2009

Tatmuster

Nein, das ist nicht gerade das was man von einem Halbgott in Weiß erwartet - in den Notaufnahmen ihre Zeit damit zu verbringen Männern die erstaunlichsten Dinge aus dem Darm zu prokeln.

Aber wat mut, dat mut und so schrieb der SPIEGEL bereits vor fast 20 Jahren einen legendären Artikel über den anal-ärztlichen Alltag.
Anlass war ein Aufsatz von Waldemar Fabian, Chefarzt am St. Katharinen-Krankenhaus in Frankfurt, in der Zeitschrift für Gastroenterologie, den die Medical Tribune pikiert mit "eine wahre Parade von unästhetischen Entdeckungen aus der Enddarm-Literatur" beschrieb.

Inzwischen ist man daran gewöhnt, daß sich Michael Hutchence, David Carradine und jede Menge englische Politiker beim Masturbieren zu Tode strangulieren.
Da erscheinen die zur Optimierung des Onaniespaßes inkorporierten Sexhelferchen schon weit weniger bizarr - immerhin überleben die Wichser damit - meistens.

"Am gebräuchlichsten unter den eingebrachten Objekten", konstatiert Fabian, sind Gläser, Glühbirnen, Flaschen, Tassen, Gurken, Äpfel, Zwiebeln, Dosen und Zahnbürsten; aber auch die "kuriosesten perforationsgeeigneten Gegenstände" haben Chirurgen schon im Intestinum rectum vorgefunden - etwa einen "Regenschirm mit Hülle", einen "gefrorenen Schweineschwanz" oder eine "Werkzeugtasche komplett mit Werkzeug".
Allein die Chirurgen des Hamburger Universitätsklinikums entfernten in den letzten Jahren folgende Inkorporabilien: zwei Sektflaschen, eine Colaflasche, drei Massagestäbe, eine Bocciakugel, drei Spraydosen, ein Staubsaugeransatzteil, zwei Hartgummistäbe, einen Tischtennisball, eine Kerze; des weiteren einen Spatenstiel (19 Zentimeter), ein Stuhlbein (27 Zentimeter) und die zusammengerollte Ausgabe einer Wochenendzeitung (Bild am Sonntag).

Und seien wir mal ehrlich - endlich wurde hier mal eine angemessene Verwendung für die BILD-Zeitung gefunden!

Der humoreske Subtext dieser Geschichte besteht aber in den Erklärungen, die die rückseitig Zugetopften für ihre misslichen Lagen parat haben:

Da schob sich beispielsweise jemand einen Baseball in den Hintern - "aus Freude über den Titelsieg der Mannschaft".

(Hmmm und wir freuen sich FUSSBALL-Fans über Siege? Geht das auch?)


Ein weiterer Mann erzählte, er sei beim Aufräumen seines Kellers auf eine Leiter gestiegen und von dieser in eine Kiste mit Fliesen gefallen; dabei müsse er wohl, so der 49jährige Mann, "mit dem After voraus" auf jenen Schaschlikspieß gefallen sein, dessen gebogenes Oberteil bis in seine Leistengegend vorgedrungen war. Ein anderer erklärte die Gegenwart eines abgebrochenen Besenstiels in seinem Enddarm mit der Anweisung seines Hausarztes, sich die Prostata zu massieren.

Weswegen mir dieser Artikel jetzt einfällt?

Nun, ich sehe da bestechende Parallelitäten zu einem ganz und gar nicht mehr komischen Verhalten katholischer Würdenträger, die beim Erklären ihrer Übergriffe auf kleine Jungs ebenso phantasievoll agieren.

Der berüchtigte Kardinal Groer konnte sich bekanntlich in seine Senilität flüchten, als er hoch in den 80ern sogar krebskranken Jungs im Krankenhaus in die Unterhosen griff.

Fällt die Option „Alzheimer“ als Entschuldigung aus, sind katholische Pädophile keineswegs genötigt Reue zu zeigen oder gar ehrlich zu sein.
Nein, dann kann immer noch bagatellisiert und verharmlost werden, wie es Bischof Krenn tat, als in seinem Priesterseminar 40.000 Pornodateien gefunden wurden und Bilder auftauchten auf denen zu sehen war, wie die angehenden Priester in prä-petting’schen Stellungen mit ihren Lehrern posierten.

Krenn bewertete dies als „Bubenstreiche“.

Bernardo Álvarez Afonso und Kardinal Degenhardt
wiesen die Schuld gleich den Opfern oder deren Müttern zu.

Verfolgt man den Blog „abusetracker“ sieht man, daß auch heute keinerlei Dreistheit gescheut wird, wenn Priester ihre Taten erklären.

Soeben erklärte der bereits fünfmal wegen pädophiler Übergriffe auf kleine Jungs angeklagte Priester Desmond Laurence Gannon in Melbourne, er habe einem 11-Jährigen nur ein paar „Anatomie-Stunden“ geben wollen, als er ihn wieder und wieder belästigte:

‘I was only giving the boy anatomy lessons’, said paedophile priest.
From August to September 1968, when Gannon was a priest in Kilmore, he assaulted the boy in a car, on a bush track, in a church and at a pool. Now 51, the victim said in an impact statement that after the abuses he had felt: Broken, old, clumsy, dirty, ugly, guilty, confused, rejected, worthless and scared.


Natürlich.

Und Schweine können fliegen.

Montag, 10. November 2008

Katholische Fortschritte.

Der Vatikan blickte in den letzten Jahren stets mit ambivalenten auf seine Schäfchen in den USA.
Zwar stellen sie mit 65 - 70 Millionen Gläubigen in 194 Bistümern die größte christliche Gemeinschaft des Kontinents, aber bis auf Kennedy, den Gott unverständlicherweise frühzeitig abberufen hatte, konnten sie im Weißen Haus nie recht Einfluß gewinnen.

Bei der jüngsten Wahl haben sich die Katholen-Oberen recht unverblümt auf die Seite der Republikaner gestellt - GEGEN den Katholiken Joe Biden.
Genutzt hat es freilich nichts und so plärrt die offizielle katholische Internet-PR-Seite kath.net schwer beleidigt:

Da fügt es sich gut, dass alle nach Wandel rufen: die Jugend, die Schwarzen, die Intellektuellen, die Medien, die Senioren, sogar Katholiken und Evangelikale; ja, Obamas Flötentönen folgten viele Christen, und dies obwohl er sich weigert, die grässlichste Form jenes Massenmordens zu stoppen, das nach Angaben des katholischen Erzbischofs von New York, Edward Kardinal Egan, jährlich 1,6 Millionen unschuldige Menschenleben in den USA auslöscht und somit, laut Egan, den Untaten Hitlers und Stalins gleichgesetzt werden muss.

Wenn Kardinäle Obama mit Stalin und Hitler vergleichen, sollten sie sich nicht wundern, daß man ihren kruden Wahlempfehlungen nicht Folge leistet.

Die Kurie hat ihre 194 amerikanischen Bischöfe auch noch aus einem anderen Grunde besonders lieb. Das Episkopat der USA ist das Reichste der Welt und finanziert zu einem großen Teil das lockere Leben der römischen Hermelin- und Purpurträger.
Dumm nur, daß immer so viele Millionen für die Opfer der priesterlichen Pädophilen ausgegeben werden müssen.
Bei 50.000 dokumentierten Fällen, in denen US-Pater kleine Jungs befummelt haben und dem amerikanischen Schadensersatzrecht, gehen dem Vatikan hübsche Summen verloren.
Katholische Pädophilie gibt es zwar auch in anderen Ländern, aber da kommt die Amtskirche überall billiger weg.

Änderungen sind nicht in Sicht, da sich Benedikt XVI weigert den Zölibat und damit die Hauptursache für die sexuellen Fehlentwicklungen seiner Hirten in den 19.309 US-Pfarreien abzuschaffen.

Aus New York kündigt sich nun aber wenigstens auf dem PR-Schlachtfeld Besserung an.
Das Kinderficken ist ja nun einmal ein klein wenig suboptimal für das katholische Image.
Statt kleine Jungs zu poppen, verlegte man sich nun auf erwachsene Frauen, wie folgende Meldung dokumentiert.

Eine New Yorkerin ging in die Kirche, um mal wieder zu beichten. Ihre Ehe war am Ende und drohte auseinander zu gehen – das vertraute sie dem Priester unter vier Augen an. Danach verlangte Pater Elvis Sex von ihr, weil Gott es angeblich so bestimmt hätte.
Nachdem sie das mündliche Eingeständnis ihrer schuldhaften Verfehlungen hinter sich hatte, vollzog der Beichtvater mit ihr den Geschlechtsverkehr.

Nun ja, TEUER könnte es dennoch werden; die Im Beichtstuhl vergewaltigte Frau verklagte den Priester und die lokale Diözese wegen Nachlässigkeit und zugefügter emotionaler Qualen auf 25 Millionen Dollar Schadenersatz.

Soweit nichts Neues an der finanziellen Front.
Aber für das Image der Katholiken ist es doch schon ein deutlicher Schritt nach vorn, wenn die Priester nun erstens heterosexuell vergewaltigen und zweitens dabei auch noch auf Opfer im Erwachsenenalter umsteigen. Na bitte, geht doch.

Glückwunsch dazu!


Sonntag, 2. November 2008

Letzte Bonbons - letzte Bonmots.

Selten war so viel Einigkeit wie heute:
Zwei Tage vor der Wahl eines neuen US-Präsidenten, muß man diejenigen mit der Lupe suchen, die nicht der Meinung sind, daß George W. Bush der schlechteste US-Präsident aller Zeiten ist.
Viele haben es schon 2000 gewußt, daß das nicht werden kann - sogar die Mehrheit der US-Wähler.
Aber es gab auch starke unterstützende Stimmen.
Religiöse Stimmen, christliche Stimmen.
Je tiefer die Nase in der Bibel steckt, desto größer die Begeisterung für Bush junior.
Deutsche politische Gummirücken verschweigen jetzt verschämt, daß es die Politiker der christlichen Volkspartei waren, die voller Enthusiasmus den Irakkrieg bejubelten.

Merkel, Schäuble, Friedberg Pflüger, Ecki von Klaeden, Christian Schmidt ließen keine liebesdienerische Pose der Unterwürfigkeit gegenüber den Neocons im Weißen Haus aus und schimpften statt dessen wie die Rohrspatzen auf die rot-grüne Bundesregierung, die sich im UN-Sicherheitsrat mutig und intensiv gegen die US-Kriegspläne stemmte.

Das Kriegsultimatum an Saddam verfochten die AußenpolitikEXPERTEN der CDU, Schäuble und Pflüger ausdrücklich, denn SIE wußten ja genau, daß Saddam im Irak Massenvernichtungswaffen hortete.
Es hieß damals „time is runnig out“ - gib die Waffen raus, oder wir machen dein Land platt.
Saddam Hussein, der wahrheitsgemäß sagte er habe diese Waffen nicht, ist inzwischen geköpft. Diejenigen, die LOGEN - Schäuble, Merkel, Pflüger und die ganze US-Administration, haben ein mea culpa bisher vermieden.
Angesichts solcher Perfide konnte man nur noch in Zynismus verfallen und so rückte dann die eine und EINZIGE wirkliche Qualität GWBs immer mehr in den Vordergrund:
Sein unfreiwillige Komik - verursacht durch sagenhafte Unwissenheit - gepaart mit Borniertheit und Überheblichkeit.
Ja, zu lachen hatte man mit GWB.
Bitterer Humor und selbst Maximalsarkasten wie mir, blieb letzte Woche bei der TV-Sendung „Being W.“ das Lachen im Hals stecken, als noch einmal die Kaskade von ultradreisten kriegstreiberischen Lügen aus Bushs Mund dokumentiert wurde.
Man kennt das alles, aber es ist wie bei besonders ekeligen Quallen, die tot am Strand liegen - man kann doch nicht anders als hin zu gehen und sie anzugucken.

Inzwischen sind die notorischen Bush-Unterstützer scheinbar ausgestorben.
Kein Wort mehr ist von Merkel zu hören und sogar die glühendsten Kriegsfreunde und Bush-Epigonen wie Jeff Gedmin, der lange Zeit nicht aus dem deutschen TV wegzudenken war, sind verschwunden.
Egal welchen Aspekt man auch fokussiert - im Vergleich zu dem Zustand Amerikas am Ende der Clinton-Präsidentschaft hat GWB aber auch wirklich ALLES verschlechtert.

Lange Zeit dachte man jenseits des Atlantiks, daß es am 20. Januar 2009 nur besser werden KANN - ganz egal wer regiert - und konnte gelassen auf die Wahlen blicken.
Wer kann denn auch ahnen, daß sich unter 300 Millionen Amerikanern tatsächlich die einzigen beiden noch Bekloppteren als GWB finden, um für das Amt zu kandidieren.
Wollen wir hoffen, daß es nicht Realität wird, was uns Palinaspresident zeigt.

Noch zwei Tage.
Und dann noch bange 11 Wochen, in denen eine zerschmetterte GOP noch viel Unheil anrichten kann - insbesondere, wenn sie so geschlagen werden sollte, daß sie sich für lange Zeit von den Hebeln der US-Militärmaschine entfernt sehen.

Für heute sei GWB ein weiteres Highlight in der Kette der Beweise seiner absoluten Unfähigkeit gegönnt.
Das Erstaunliche an Bush ist ja, daß er absolut beratungsresistent ist.
Bush 2008 klingt wie Bush 2001.
Vor seinem Amtsantritt wußte er nichts über die Welt und erstaunlicherweise ist es in acht Jahren keinen Deut besser geworden.
Ein Lied davon singen kann der australische Premierminister Kevin Rudd, der mit dem Potus über das am 15. November in Washington anstehende VON BUSH SELBST EINBERUFENE G-20-Weltfinanzgipfeltreffen in Washington telephonierte.
Wichtigere Themen dürfte es derzeit weltweit kaum geben - nur Bush irrlichtert:
The story, which acknowledged that Mr Rudd was not the only international leader to advocate broad global action, reported that when Mr Rudd argued for using the G20 as the forum for addressing the crisis, "Rudd was then stunned to hear Bush say, 'What's the G20?' "
G20? - Kenn ich nich...
Die G-20-Idee geht offenbar auf Rudd zurück, Bush konnte die Idee auch nicht haben, da er gar nicht weiß was das ist.

Tja, wir wundern uns nicht mehr über Washington.

Mittwoch, 23. Juli 2008

Anziehungskräfte

Menschen werden immer mehr und eigentümlicherweise dennoch immer geselliger. Fußballübertragungen begrölt man neuerdings nicht mehr tumb und peinlich zuhause in Familie, sondern rast zu kollektiven Leichenaufbahrungen (= „public viewing“), um sich dort mit Hunderttausenden anderen betrunkenen Proleten zusammen zu pressen.
Die Anlässe für die in immer schnellerer Abfolge stattfindenden Megaereignisse sind dabei relativ austauschbar. Ob es vordergründig um politische, religiöse oder kulturelle Themen geht, ist a posteriori kaum unterscheidbar.
Eine Menschenansammlung in Großstadt-Anzahl ist schnell mal zusammen gebracht:
Weltjugendtag Tschenstochau 1992: 1,5 Millionen
Weltjugendtag Manila1995: 4 Millionen
Weltjugendtag Rom 2000: 2 Millionen
CSD Berlin 2008: 500.000
Loveparade Dortmund 2008: 1,6 Millionen
Hafengeburtstag Hamburg 2008: 1,5 Millionen
CSD Köln: 500.000
Karneval der Kulturen Berlin 2008: 1,3 Millionen
Gay-Pride-Parade Sao Paulo 2008: 5 Millionen.
St. Patricks Day Parade NY: 1 Million
Mardi Gras Parade Sydney 2008: 500.000
Die weltweit größte Organisation überhaupt - die RKK, die in Manila 1995 einen Besucherrekord aufstellte, der bis zum CSD Sao Paulo 2008 hielt, ist aber inzwischen abgeschlagen.
Das Charisma ihres Vormannes Ratzinger reicht offenbar bei weitem nicht mehr aus, um die Massen so in Bann zu ziehen, wie es beispielsweise ein paar Techno-wummernde LKW’s in Dortmund können.
Der Menschfischer steht vor leeren Netzen.
Be-ne-detto versammelte just beim katholischen Weltjugendtag in Sydney nur knapp 300.000 Menschen um sich - in etwa also die Hälfte der Menschen, die zur großen Schwulenparade in der australischen Metropole kommen.
Allerdings war die Pressearbeit auch eher suboptimal:
Dass die RKK Australien über Dekaden Hunderte von kinderfickenden Priestern schützte - als ob das Thema weltweit noch nie eine Rolle gespielt habe, kam wohl nicht so gut an.
In Australien sind in den 200 Jahren seit der Besiedlung Tausende Kinder und Erwachsene von Priestern und katholischen Lehrkräften sexuell missbraucht worden.
Unmittelbar vor Abreise Ratzingers aus Australien nahm er sich doch noch ganz kurz des Themas an.
Der Papst habe zwei Frauen und zwei Männer in einer privaten Messe empfangen und sich ihre Geschichte angehört, teilte der Vatikan mit. Das Wort „Sorry“ vermied er ebenso wie die das Wort „Entschädigung“ oder gar Abhilfe schaffen durch die Abschaffung des Zölibats.
Die vier Opfer, die er traf waren sorgfältig ausgewählt; solche die immer noch strenggläubige Katholiken waren und den Oberkatholiken baten ihre Familienbilder zu segnen.
"Ich fürchte, sie haben nur Leute ausgesucht, die kein Problem haben mit der Art, wie die Kirche mit den Missbrauchsfällen umgeht", sagte die Sprecherin der Opfergruppe "Broken Rites", Chris MacIsaac.
Die Opfer, die es aus päpstlicher Sicht erheblich schwerer getroffen hatte, ließ Ratzinger links liegen und verweigerte ein Gespräch.
Dazu gehörte zum Beispiel Anthony Foster - ihn wollte der Papst nicht zur Messe sehen. Foster ist Vater von zwei Töchtern, die als Jugendliche von einem Priester missbraucht worden waren - eine nahm sich später das Leben, die andere wurde alkoholabhängig und ist heute nach einem Unfall schwerbehindert.
Aber den unangenehmeren Fragenden entzog sich der Feigling aus Rom. Foster, der eigens aus Großbritannien angereist war, hatte in den vergangenen Tagen ein persönliches Gespräch mit Benedikt verlangt.

Samstag, 19. Juli 2008

"The pope is wrong, put a condom on"

Man kann sich nicht selbst entschuldigen, wie es der deutsche Sprachgebrauch vermuten läßt, sondern nur um Entschuldigung bitten.

Benedikt auf großer Auslandsreise erlebt ein Déjà vu:
Seine zum Zölibat gezwungen Hirten können einfach nicht ihre schmuddeligen Finger von kleinen Jungs lassen.
Die pädophilen Priester poppen den Papst um das letzte bißchen moralische Autorität.
Oberhirten wie der Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell, handelt ebenso verabscheuungswürdig wie Kardinalskollege Law in Boston:
Ihm wurde von mehreren Missbrauchsopfern vorgeworfen, er habe die Fälle vertuscht.
Viel Schweigegeld floss auch in Australien.
Der römisch-katholische Gläubige von heute braucht ein dickes Portemonnaie, um die päpstlichen Päderasten vor der Justiz in Sicherheit zu bringen.

Dennoch wurden in Australien nach Angaben der Opferschutzorganisation Broken Rites bislang 107 Priester und andere Geistliche wegen sexueller Übergriffe verurteilt.
Weitere Prozesse laufen noch. Broken Rites geht aber davon aus, dass die Justiz über weitere Fälle, von denen kirchliche Würdenträger Kenntnis haben, noch nicht informiert wurde.

Es handelt sich dabei um nach wie vor unglaubliche Fälle - wie den des Father Terrence Pidoto von der Erzdiözese Melbourne, der über 25 Jahre hinweg ihm anvertraute Jungs belästigte.
Ein extremer Euphemismus übrigens - Father Terrence Pidoto penetrierte seine Opfer anal.
Natürlich gibt es immer einzelne Kriminelle - was diesen Fall so spektakulär macht, ist dass die Vorgesetzten wie so oft in der römisch-katholischen Kirche reagierten:
Sie vertuschten, deckten den Pater, ließen ihn gewähren, schickten ihn erneut zur Arbeit mit Kindern.
So wie Kardinal Law in Boston, so wie Bischof Müller in Regensburg, etc.
Father Terrence Pidoto nahm eins seiner Opfer, einen 13-Jährigen Jungen, sogar mit in ein Priesterseminar im Corpus Christi College und begrabbelte den Jungen dort in einem Seminarraum vor den Augen der anderen Priester und Studenten - die ihn aber alle gewähren ließen.
Corpsgeist der ekelerregenden Sorte.
Alles im Namen des Herren und der Liebe Jesu Christi.
Gegen entschiedenen Widerstand landete Vater Fürchterlich 2007 doch vor Gericht und wurde schuldig gesprochen sich in 22 Fällen an sieben Jungen vergangen zu haben.
Zu 7 Jahren und drei Monaten verurteilt, muß er nun mindestens fünf Jahre im Knast schmoren.
Das ist EINER von 107 in Australien dokumentierten Fällen.
Das australische Episkopat und der ferne Vatikan schwiegen beharrlich.
Unter massiven Druck der Opferschutzorganisationen wie Broken Rites, hat sich Ratzinger nun im Dom St. Mary in Sydney ein „Bedauern“ abgerungen.
Das Wort „Entschuldigung“ oder gar eine Bitte darum, kam dem Oberhaupt der Pädophilen-Kirche nicht über die Lippen. Sein Satz:
"In der Tat bedaure ich den Schmerz und die Leiden, die die Opfer durchgestanden haben, zutiefst, und ich versichere ihnen, dass ich als ihr Seelsorger ihre Leiden teile." stand nicht im Redemanuskript und wird daher schon als Zugeständnis des Oberkatholiken an die Opfer gewertet.
"Diese Missetaten, die einen so großen Vertrauensbruch darstellen, verdienen eine unmissverständliche Verurteilung", sagte Benedikt XVI. weiter.
Die Missbrauchsfälle hätten auch dem Ansehen der Kirche geschadet.
Damit dürfte wohl eine neue Form der euphemistischen Ausdrucksweise erreicht sein.
Ja, in der Tat - ich würde auch annehmen, daß diese Missbrauchsfälle ein klein bißchen dem Ansehen der RKK schaden - falls sie noch bei irgendjemanden Ansehen gehabt haben sollte.
Ratzinger fuhr fort: Alle sollten nun mit den Bischöfen zusammenarbeiten, um "dieses Übel" zu bekämpfen.
Sich selbst nahm er allerdings davon aus - denn es läge ja in seiner Hand den kirchlichen Hauptanziehungspunkt für sexuell infantile und vermurxte Männer aus dem Weg zu räumen.
Ein Ende des Zölibats, Frauenordinierung und Schluß mit der verlogenen Sexualmoral.
Das wären Maßnahmen, die das Kinderschänderbiotop RKK-Priestertum trockenlegen würden.

Aber das tut der Papst nicht - die von seinen Priestern vergewaltigten Kinder sind es ihm, offenbar nicht wert.

Freitag, 20. Juni 2008

Her mit der Kohle!!!

Der Vatikan ist der reichste Staat der Erde. Seit vielen Jahrhunderten wird der enorme Reichtum der Katholiken zu einer so exzessiven Prunkentfaltung benutzt, daß man sich schon fragt, wie Vertreter dieses Megaprotzes für Aussagen wie die mit dem Kamel-Nadelöhr einstehen können.
So heißt es im Matthäus-Evangelium, Kapitel 19:
21 Jesus antwortete ihm: Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach. 22 Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen. 23 Da sagte Jesus zu seinen Jüngern: Amen, das sage ich euch: Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen. 24 Nochmals sage ich euch: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.
Was hier gemeinhin als direkte Worte Jesu gelten und milliardenfach von Pfaffen gepredigt wurde, ist übrigens schlicht und ergreifend ein Übersetzungsfehler:
Als irische Mönche die Bibel abschrieben, kannten sie nicht die Seefahrerterminologie und hielten daher „KAMILOS“ (Schiffstau) für einen Schreibfehler und machten daraus „Kamelos“ (Kamel).
Von Kamelen hat also Jesus nicht gesprochen, sondern von Schiffstauen.
Aber was macht das schon aus für die Oberkleriker des Vatikans – mit ihrer Raffgier werden sie ja wohl ohnehin nie in den Himmel kommen. Es gibt aber noch genügend andere Bibelstellen dieses Inhalts: "Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon", sagte einst Jesus Christus laut dem Lukas-Evangelium, Kapitel 16, Vers 13 zu seinen Jüngern.
Mammon – die Domäne des Vatikans.
Über die Jahrhunderte sammelte sich da ganz schön was an: Ablasshandel, Reliquienfälschung und Urkundenmanipulation (Konstantinische Schenkung!!!) dürften die Herren in den purpurnen Luxusgewändern wohl für ewig aus dem Himmel katapultiert haben.
Aber es bleibt ja noch der irdische Geldhaufen. Der geschätzte Wert der reinen flüssigen Geldmittel liegt bei mindestens 1,2 Milliarden und höchstens zwölf Millliarden Euro. Dazu gehören Goldreserven in der Schweiz und in den USA, Immobilien, Schatzbriefe, Aktien und festverzinsliche Wertpapiere.
Da sich die angeblich durch kaiserliche Schenkungen erhaltenen Latifundien heutzutage sehr viel schwerer rechtfertigen lassen und das mit den Reliquien auch irgendwie ausgereizt ist – allein 14 vertrocknete Vorhäute („sanctum praeputium“)werden von der katholischen Kirche als offizielle Vorhäute Jesu anerkannt – müssen nun andere Einnahmequellen her.
Neben diversen obskuren Geschäften der Vatikanbank mit Mafia und Geheimlogen, bietet sich da insbesondere aber erst mal die Kostenreduzierung an.
Die Verhältnisse in Deutschland habe ich schon mehrfach angesprochen. Ich verweise dazu nur noch ganz kurz auf die IBKA-Webseite; dort kann man die Zahlen genauer nachlesen. Immer wieder muß man darauf hinweisen, daß die allermeisten Kosten der Kirche nicht durch deren Mitgliedsbeiträge (vulgo = „Kirchensteuer“) beglichen werden, sondern noch zusätzlich vom Steuerzahler aufgebracht werden müssen.
Der Staat (Bund, Länder und Gemeinden) subventioniert aufgrund von teilweise 200 Jahre alten Verträgen rein innerkirchliche Anliegen (z.B. Religionsunterricht, Militärseelsorge, Bischofsgehälter, Priester- und Theologenausbildung an den theologischen Fakultäten usw.) der Kirchen jährlich mit ca. 20 Mrd Euro. Allein der Verzicht des Staates auf ihm zustehende Einnahmen schlägt dabei mit etwa 10,3 Mrd Euro zu Buch. Die laufenden Kosten für kirchlich geführte Krankenhäuser sind in diesen Zahlen nicht enthalten: sie werden von den Versicherten bzw. deren Krankenkassen getragen. Entsprechendes gilt für kirchlich geführte Altenheime. Wohlgemerkt: es handelt sich hier um allgemeine Steuergelder, die von Atheisten, Moslems und Juden genauso aufgebracht werden müssen wie von Christen - aber nur die Christen profitieren davon. Um die Höhe dieser öffentlichen Subventionierung der Kirchen zu verdeutlichen: für die Bundeswehr sind im Haushaltentwurf der Bundesregierung für 2003 insgesamt knapp 24 Mrd Euro angesetzt!
Aber auch andere Staaten beeilen sich in vorauseilendem Gehorsam dem Vatikan mit Millionen zu überschütten.
Beispiel Australien – ein Land mit einem Katholikenanteil von lediglich 26 %.
In Sydney findet am 20.Juli 2008 der Weltjugendtag statt. Benedikt XVI kommt zu einer Megaveranstaltung, die natürlich in luxuriösen Rahmen sein muß.
Die edle Pferderennbahn Randwick muß herhalten und allen die Auslagerung von 700 Vollblutpferden, Trainern und Stallknechten kostet Australien rund 25 Millionen Euro. Insgesamt wird der Staat rund 65 Millionen Euro springen lassen, während die Katholische Kirche selbst ein knappes Zehntel (6 Mio Euro) ausgeben wird.

Stammt der Spruch „der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen“ eigentlich auch aus dem Matthäus- oder Lukasevangelium?