TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!
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Freitag, 20. Januar 2012

Brainwashing.

Heute war ich beim Augenarzt und steckte im Wartezimmer mit zweien dieser Klischee-Kinder fest, die von Monika Gruber als „Pablo-Herodes“ charakterisiert, die von taz-Redakteurin Anja Maier in „Lassen sie mich durch, ich bin Mutter!“ portraitiert werden.
Unangenehm und nervtötend, diese kleinen halslosen Ungeheuer mit den schrillen Stimmen in Achterdeck-Phonstärke.

Allerdings hatte ich auch Gelegenheit den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung zu erkunden, da beide Blagen von ihren Erzeugerinnen begleitet wurden.

Es handelte sich um den Typ Mutter, der eine professionelle Indolenz gegenüber den eigenen Leibesfrüchten entwickelt hat. Da können die Ableger mit ihren klebrigen Fingern die größten Verwüstungen* anstellen, ohne daß der Aufmerksamkeitshorizont ihrer dauertelefonierenden Mütter erreicht würde.

* (Das Wartezimmer verfügte über ein Tablett mit Getränken in offenen (!) Karaffen und verschiedenen Gläsern aus echtem Glas! - Böser Fehler!)

Mütter der Sorte blondhaarig, streng mit einer großen goldenen Spange zurück gebunden, Louis Vuitton-Tasche, am Ohr festgewachsenes Smartphone, Schlangenlederstiefeletten, Goldrolex, nicht Guten-Tag-sagend, nicht Türen-schließend, nicht-Rücksicht-nehmend, zehn Zentimeter weiß lackierte Fingernägel; Mütter dieser Klasse verziehen ihre Brut auf absehbare Weise.

Kinder kommen in den seltensten Fällen als Arschlöcher auf die Welt, aber das Problem mit ihnen ist, daß sie ungeheuer beeinflussbar sind und ihre Umwelt extrem auf sie abfärbt.

Ich finde es nicht gut, daß einfach so, jeder Kinder machen darf, ohne daß er über die elementarsten Erziehungsqualifikationen verfügt.
Es hat sich doch offensichtlich noch nicht genug herumgesprochen, daß Säuglinge kaputt gehen können, wenn man sie über den Balkon wirft, daß sie beschädigt werden, wenn man sie in Plastiktüten in der Tiefkühltruhe lagert.

So ein Kindergehirn ist noch polypotent und vielfach formbar.

Religiotische Eltern versuchen mit beachtlichem Erfolg ihre Brut ebenfalls zu religiösisieren.
Die Prägung auf Priester kann nach so einer Gehirnwäsche erstaunliche Ausmaße annehmen.

Wir erfahren das soeben wieder in dem Prozeß gegen Pfarrer Andreas L., der aus dem Problem-Bistum Hildesheim der wahrheitsantagonistischen Bischöfe Trelle und Bongartz stammt.
Die Fakten sind schnell erklärt, da sie weder von Täter noch Opfern bestritten werden.

Andreas L. hat zugegeben, sich zwischen 2004 und 2011 in 280 Fällen an drei Jungen vergangen zu haben, zwei von ihnen waren zu Beginn des Missbrauchs neun Jahre alt. In 223 Fällen soll es sich um schweren Missbrauch gehandelt haben. Er verging sich an ihnen am Tag und am Abend - und manchmal auch morgens vor der Messe.
(Julia Jüttner 19.01.2012)

Man könnte als Atheist auf die Idee verfallen, daß die Eltern von zwei der drei Jungen nun nicht mehr so begeistert von der katholischen Kirche wären, daß vor allem die Jungs selbst nach einem sieben Jahre währenden penetrativen Verhältnis zum Pfarrer, also kontinuierlichen Kopulationen mit dem Gottesmann, beginnend im Alter von neun bis zu 16 Jahren, ein klein wenig missgünstig gegenüber der Kirche wären.

Aber weit gefehlt.

Insbesondere die Mutter der beiden ist besonders fromm und beklagt sich noch heute, daß andere in ihrer Gemeinde schlecht über den Pfarrer geredet hätten. Ihr jüngster Sohn möchte wieder Messdiener werden.

Die Nähe ihrer Söhne, besonders des einen, zum Pfarrer, nein, die sei ihr nicht eigenartig vorgekommen, sagt die Frau im Zeugenstand.
[….] Dass Andreas L. zu diesem Zeitpunkt längst ein Kontaktverbot gegen einen weiteren Jungen einhalten muss, davon habe sie gehört, sich aber nicht weiter darum gekümmert. "Ich beteilige mich nicht an Klatsch und Tratsch in der Gemeinde" [….] "Ich habe es nicht so empfunden, dass er über uns Kontakt zu den Kindern wollte", sagt sie bestimmt. Der Pfarrer habe sich mit ihr anfreunden wollen. Und sie sich ganz offensichtlich mit ihm. Vor Gericht scheint es, als fühle sie sich noch immer auf irgendeine Art mit ihm verbunden. Vielleicht ist es das, was Andreas L. den Missbrauch leicht gemacht hat: Die Hochachtung, die ihm als Pfarrer entgegengebracht wurde.
(Julia Jüttner 19.01.2012)

Die Spon-Autorin Jüttner spricht von „homopädophilen Neigungen des Pfarrers“ für deren Befriedigung die „Jungen herhalten mussten.“

Sie benutzt dabei die Begriffe nicht korrekt und verquickt (zur Freude von Kreuznet und Co) die Begriffe Homosexualität und Pädophilie.

Pädophilie ist aber das sexuelle Interesse an vorpubertären Kindern - unabhängig vom Geschlecht. Es gibt homo-, hetero- und bisexuelle Pädophile; letztere sind aber deutlich seltener als die ersten beiden.
Bezieht sich der Sexualtrieb auf vorpubertäre Jungs spricht man von Androphilie; sind Mädchen vor der Geschlechtsreife Objekt der Begierde, handelt es sich um Gynäkophilie.

Tatsächlich sind übergriffige Sexpastoren aber meistens ephebophil - also sexuell an männlichen Pubertierenden und Heranwachsenden interessiert.
Seltener kommt bei Priestern Parthenophilie vor, also sexuelles Interesse an weiblichen Jugendlichen.

Der Begriff pädophil wird sehr häufig falsch verwendet und ist zudem den Opfern gegenüber beleidigend, da das Wort „Philos“, also Liebe, den falschen Eindruck einer positiven, gegenseitigen Angelegenheit erweckt.
Der angebrachtere Oberbegriff lautet also „Pädosexualität“.

Pädosexualität ist in der Regel nicht der ausschließliche Aspekt der Sexualität eines Mannes.

In mehreren phallometrischen Studien konnte nachgewiesen werden, dass ein hoher Prozentsatz erwachsener Männer durch präpubertäre Stimuli sexuell erregt wurde. So kam Wolfgang Berner in entsprechenden Studien auf einen Anteil von 25 %.
Im Unterschied zu Pädophilen jedoch interessieren sie sich sexuell in erster Linie für Erwachsene. Ebenso sind Pädophile teils auch durch Erwachsene stimulierbar, interessieren sich aber in erster Linie für Kinder.

(Wolfgang Berner: Pedophilic Sexual Orientation: A Fuzzy Expression. Archivies of Sexual Behavior, 31)

Männliche Homosexualität ist also etwas ganz anderes als Androphilie (vulgo: Pädophilie) und auch etwas anderes als Ephebophilie - allerdings schließen sich diese Veranlagungen nicht gegenseitig aus.

Das gilt genau entsprechend bei Heterosexualität, die etwas anderes als Gynäkophilie und etwas anderes als Parthenophilie ist. Einige Heterosexuelle haben aber zusätzlich auch gynäkophile und/oder parenthophile Neigungen.

Die Häufung ephebophiler Sexualkontakte unter katholischen Priestern hat mehrere Ursachen.

Erstens werden durch die Politik des Vatikans grundsätzlich erheblich mehr homosexuell Fühlende Priester.
Zweitens haben schwule Priester ein grundsätzlich unnatürliches Verhältnis zu ihren Trieben (Zölibat, grundsätzliche Verteufelung von Sex und Homosexualität im besonderen), sie haben also nie gelernt mit ihren Gefühlen umzugehen und befinden sich entwicklungspsychologisch selbst auf dem Stand eines Pubertierenden, neigen also bei ephebophilen Kontakten aus ihrer Sicht zu „Gleichaltrigen“.
Drittens macht ihr Job Gelegenheit. Ihnen werden oft fremde Kinder anvertraut und durch ihre Stellung als Respektsperson können sie sich durch Drohungen vor dem Bekanntwerden ephebophiler Taten schützen.

Diese Zusammenhänge kann man wissen und sollte sie insbesondere als Katholik mit Kindern wissen.
Ich möchte nicht Religion verbieten.

Aber im speziellen Fall der katholischen Kirche, dessen Führer sich so sehr bemühten die Pädophilen unter ihnen vor Strafe zu schützen und ihnen immer wieder neue Kinder zuzuführen, wäre es mehr als angebracht eine Indizierung „FSK 18“ zu fordern.

Gegen den Führer der Katholischen Sekte, Papst Benedikt XVI, liegen beim internationalen Gerichtshof in Den Haag Klagen vor.



Einige Beobachter haben die Zahl der Opfer sexueller Gewalt durch Priester und den Klerus im Laufe der letzten drei Jahrzehnte auf nahezu 100.000 geschätzt; diese Zahl wird sich mit aller Wahrscheinlichkeit noch erhöhen, wenn sich mehr Überlebende melden und die zivilen Behörden ihre Untersuchungen in Lateinamerika, Afrika und Asien aufnehmen.
Die Tatsache, dass der Vatikan seit Langem auf der Grundlage seiner Richtlinien und Verfahren sexuelle Gewalt durch Priester auf eine Art und Weise behandelt, die quasi sicherstellt, dass diese Gewalt weitergehen kann, ist genauso schockierend und in höchstem Maße besorgniserregend wie das Ausmaß und die Schwere dieser Vergehen. Hochrangige Amtsträger im Vatikan, einschließlich Papst Benedikt XVI, hatten entweder Kenntnis von diesen Informationen, die belegten, dass
Untergebene diese Straftaten begingen oder im Begriff waren, sie zu begehen, oder sie haben diese Informationen in einigen Fällen wissentlich ignoriert und somit den übergreifenden Priestern ohne Warnung für die potentiellen Opfer Zugang zu Kindern und verwundbaren Erwachsenen ermöglicht oder sogar erleichtert.
(Aus der SNAP-Klageschrift)

Joseph Ratzinger’s Patronage of the Sexual Crimes of the Clergy Finally, there is the strong suspicion that Dr. Joseph Ratzinger, as Prefect of the Congregation for the Doctrine of the Faith of his church and as pope, has up to the present day systematically covered up the sexual abuse of children and youth and protected the perpetrators, thereby aiding and abetting further sexual violence toward young people in the meaning of Art. 7(1)(g) ICCSt. Meanwhile, it is known that during the last decades, thousands of Catholic priests have sexually abused and raped tens of thousands of children and youth. The following account is limited to the sexual crimes committed in the countries most affected and some examples of the cover-up by the church. It is mainly based on the compilation by Geoffrey Robertson QC, THE CASE OF THE POPE, 2010 (enclosed) and the reports of German and English media.
(Criminal Charges Against Dr. Joseph Ratzinger, Pope of the Roman Catholic Church on grounds of Crimes against Humanity According to Art. 7 ICC Statute: To the Prosecutor The International Criminal Court. Dr. Luis Moreno Ocampo, Maanweg, 174, NL-2516 AB Den Haag.)

Jedem über 18-Jährigen stünde es nach meinem Vorschlag frei in katholische Kirchen zu gehen und allein mit den Priestern zu sein.
Jeder möge dann als Messdiener so viel und ausführlich mit den Geistlichen kopulieren, wie er mag.
Was Erwachsene freiwillig miteinander tun, geht niemanden etwas an.

Einige Tätigkeiten sind aus gutem Grund für Kinder verboten.
Waffen, Glücksspiel, Alkohol, Sex, Autofahren, Wählen, Heiraten, etc.
Es obliegt den Eltern sie davon abzuhalten.

Unglücklicherweise versagen aber viele Eltern dabei ihre Kinder von den Krallen der Katholischen Kirche fernzuhalten.

Ein erschreckendes Beispiel für die Unverantwortlichkeit ist ein Bericht eines Schülers aus der neunten Klasse, der vorgestern im Hamburger Abendblatt veröffentlicht wurde.
Robert Skoruppa heißt der arme Junge, dem seine gewissenlosen Eltern erlaubten mit einem Priester zur Papstmesse nach Berlin zu fahren.
Unfassbar.
Es wäre wenig verwunderlich, wenn der kleine Robert zur Einschulung Zigarren bekommen hätte und an seinem zehnten Geburtstag eine Kiste seines Lieblings-Whiskys von Papa gereicht bekommen hätte.
Das Brainwashing hat groteske Züge angenommen.

Der Kleine fasst das erlebte Grauen in eigene Worte:

Die Sitzplätze waren so unterteilt, dass vorne der Altar war, wo der Papst, die Bischöfe und einige Priester saßen, auf dem Spielrasen in der Mitte befanden sich Kanzlerin Merkel und Bundespräsident Wulff.
[…] Vor der heiligen Messe kam der Papst dann mit dem Papamobil an. Sofort sind alle Menschen aufgestanden, um ihn zu begrüßen und ein Foto zu schießen.
In diesen Augenblicken sah es von Weitem so aus, als würden Millionen von funkelnden Sternen das ganze Stadion erhellen.
[…] Bei der Kommunionausteilung bat mich ein Pfarrer, seinen großen Regenschirm zu halten. Der Schirm war für die Menschen, die die heilige Kommunion empfangen wollten, ein Zeichen, zu dem sie hinkommen konnten. Der Pfarrer war so nett, dass er mir den Schirm sogar als Andenken schenkte.
[…] Nach der heiligen Messe haben wir uns dann alle am Bus vor dem Stadion versammelt und fuhren glücklich und überwältigt nach Hause.
Dieser Tag hat mir wirklich sehr gefallen und ich werde so etwas vielleicht nicht noch mal erleben. Es war ein Tag voller wunderbarer Eindrücke.
(HH Abla 18.01.12)

Ich denke hier kann nur noch eine lange, intensive Psychotherapie helfen, um das Erlebte zu verarbeiten.

Montag, 9. Januar 2012

Wenn alte Männer (sich) hassen.

Jetzt bin ich aber echt langsam genervt!

Ich fühle mich ernsthaft homosexuell belästigt. Dauernd muß man sich mit dem Thema rumärgern. Dabei interessiert es mich gar nicht besonders - so wie mich generell nicht interessiert, was die Leute in ihren Schlafzimmern treiben.

Neulich hat mal ein Kathole in einer Talkshow empört von einem „Dammbruch“ (eine in dem Zusammenhang etwas verunglückte Metapher) gesprochen, den die „Homo-Ehe“ darstelle. Was komme dann als Nächstes? Die Ehe zu dritt? Dann könne man wohl auch bald seinen Schäferhund heiraten oder seinen Bruder!

Lassen wir mal den Schäferhund weg, weil ich meine, eine Ehe darf nur freiwillig eingegangen werden (und wer weiß schon genau was ein Schäferhund insgeheim denkt), aber ansonsten: Why not?
Ich kann prinzipiell kein moralisches Problem dabei erkennen, wenn drei, vier oder sieben Leute miteinander verheiratet wären.

Mit dem Statement möchte ich eigentlich die Diskussion abschließen.

Aber diese homomanischen Kleriker können es ja einfach nicht lassen. Dauernd hauen die wieder solche Klopper raus, die man einfach nicht unkommentiert lassen kann.
Jetzt war es wieder mal der Pontifex Maximus, den man unglücklicherweise nicht ignorieren kann, weil er für 1,2 Milliarden Katholiken spricht.

"Papst Benedikt XVI. hat vor dem Untergang der Menschheit gewarnt, sollten Regierungen Schwule und Lesben gesetzlich gleichstellen.
Schwule und Lesben könnten die Welt in den Abgrund reißen, warnte der Papst."


ABSOLUT ÜBERZEUGEND, Herr Ratz!

Da bin ich noch a posteriori stolz auf unsere wackeren Parlamentarier, die Ihren Weisheiten stehend applaudierten!

Das ist das Schlimme daran.
Spräche der Chefkathole in seinem bunten Kleid und den roten Schühchen nur zu seinen Schäfchen, die sich das freiwillig anhörten, hätte ich keinerlei Probleme mit solchen Äußerungen.

Aber solche Leute werden von Steuergeldern bezahlt, maßen sich an für die gesamte Menschheit zu sprechen und werden zu allem Übel auch noch so hofiert, daß kein Rundfunkrat, keine Schwangerenberatung, keine Talkshows und auch keine Ethikkommission ohne sie auskommt.

Kurioserweise hat man dabei durchaus mal leicht kritische Anmerkungen zur Qualifikation Kardinal Marx‘ für Angela Merkels Atom-Ethikkommission gelesen. Was wisse denn ein Theologe über Atomphysik?
Berechtigte Frage.
Aber eigentlich liegt doch die Frage, was eigentlich alte zölibatäre Männer, die nichts mit Frauen zu tun haben wollen und immer mal wieder mit Päderasten-Skandalen auffallen, eigentlich als Sexualmoralisten qualifiziert, viel näher.

Papst und Katholische Kirche mischen sich aber mehr und mehr massiv in die Gesetzgebung ein, um ihre homophoben Vorstellungen FÜR ALLE durchzudrücken.

Und nun also der nächste Ausfall des Hetzers aus Rom.
Heute legte er beim traditionellen nachweihnachtlichen Empfang vor Diplomaten im Vatikan noch mal eine ordentliche Schippe Hass nach; ich zitiere Radio Vatikan:

Die Ehe, schärft der Papst den Diplomaten aus 178 Ländern ein, ist eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau. Das sei nicht bloß gesellschaftliche Konvention, sondern „die Grundzelle der ganzen Gesellschaft“. Deshalb bedroht eine Politik, die die Familie gefährdet, letztlich „die Zukunft der Menschheit selbst“.
(RV.va 09.01.12)

Außer einem klaren Ziel wie dem, die Jugendlichen zu einer vollen Kenntnis der Realität und damit der Wahrheit zu führen, braucht die Erziehung auch Räume. Unter diesen steht die auf die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau gegründete Familie an erster Stelle. Es handelt sich dabei nicht um eine bloße gesellschaftliche Konvention, sondern um die Grundzelle der ganzen Gesellschaft. Folglich bedroht eine Politik, welche die Familie gefährdet, die Würde des Menschen und die Zukunft der Menschheit selbst. Der familiäre Rahmen ist grundlegend auf dem Erziehungsweg und für die Entwicklung der Individuen und der Staaten; demnach ist eine Politik notwendig, die den Wert der Familie betont und den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Dialog unterstützt. […]
Generell bin ich, vor allem mit Blick auf die westliche Welt, davon überzeugt, dass Gesetzesmaßnahmen, welche die Abtreibung aus persönlichen Motiven der Nützlichkeit oder aus zweifelhaften medizinischen Gründen nicht nur erlauben, sondern zuweilen sogar fördern, der Erziehung der Jugendlichen und damit der Zukunft der Menschheit entgegenstehen. [??]
(Papst Benedikt XVI am 09.01.12)

Gefährlich sind weniger die Schwulen. Gefährlich ist dieser Papst.

Die im Original auf Französisch gehaltene Rede forderte natürlich Widerspruch heraus.
Zum Beispiel:

Nun, das mag Benedikts Sicht auf die Welt sein. Ich kenne kaum Familien, die durch die Homosexualität eines Sohnes, einer Tochter, eines Kindes, eines Enkels in den Grundfesten erschüttert wurde. Höchstens durch Ablehnung und Festhalten an überalterten Vorstellungen, man könne „so etwas“ heilen. Daran zerbrechen übrigens noch immer viele junge Homosexuelle, die Selbstmordrate ist um ein Vielfaches höher als bei gleichaltrigen Heterosexuellen. Wenn der Papst so etwas sagt, dann gibt es junge, homosexuelle Menschen auf der ganzen Welt, die verängstigt sind, ja die sich fortan selbst hassen für das, was sie sind. Einer, der die Hand gegen sich selbst erhebt, weil der Papst solche Worte sagt – man mag den Gedanken nicht zu Ende denken. Doch was der Papst sagt, gefährdet andere. Gerade junge Menschen.
Der Papst müsste eigentlich auch besser wissen, dass Institutionen, die für andere da sind, die sich um eine bessere Gesellschaft bemühen, oftmals ohne Homosexuelle, die sich nicht um ihren Fortbestand, sondern um die Gemeinschaft kümmern, gar nicht mehr existieren könnten. Warum er das wissen müsste? Nun, es gibt den begründeten Verdacht, dass seine eigene eine solche ist.
(Christian Eckl 09.01.12)

Ich denke hier kommen wir zum psychologischen Kern des päpstlichen Widerstandes gegen die zunehmende Anerkennung von Homosexuellen-Rechten.
Akzeptierte, ganz normale Schwule gefährden den Fortbestand der Katholischen Kirche.
So hat vor einiger Zeit der Nollendorfblog argumentiert. (Leider offline im Moment)
Aus meinem Gedächtnis zusammengekratzt:

Die RKK fühlt sich bedroht, weil das über Jahrhunderte praktizierte Rekrutieren junger Männer für den Priesterberuf nicht mehr funktioniert, wenn Homosexualität so „normal“ ist und geduldet wird, daß jeder schwule Junge vom Dorf machen kann, was er will.
Früher „mussten“ sie eben Pfarrer werden, um nicht aufzufallen.
Der Zwang fällt jetzt mehr und mehr weg und die Konsequenz sehen wir ja auch an der rapide sinkenden Zahl der Priesterseminarkandidaten.

Für die RKK als größte transnationale Schwulenorganisation der Welt ein echtes Problem.

Vereinfacht gesagt: Wenn die Tunten heutzutage Bürgermeister oder Außenminister werden, bleiben weniger für den Vatikan übrig.
Und da braucht es so einige.

In diese Richtung argumentiert auch Prof. Dr. Uta Ranke-Heinemann im Gespräch mit dem „weißen Pferd“.

Ranke-Heinemann:
Durch die Begünstigung der homosexuell Veranlagten verwechselt mancher junge Mann - in aller Unschuld - seine homosexuelle Veranlagung mit göttlicher Berufung. In keinem Beruf ist der Anteil der Homosexuellen so hoch wie im katholischen Klerus - und da wiederum: je höher in der Hierarchie, desto größer der Prozentsatz. 60 % des Vatikans sind homosexuell.

Redaktion:
Wieso werden die Homosexuellen begünstigt?


Ranke-Heinemann:
Das oberste Gebot der Priestererziehung lautet, besonders seit der Mönch Luther eine Nonne geheiratet und eine riesige Priesterheiratswelle ausgelöst hatte: »Kein Skandal mit Frauen.« Je höher man in der Kirchenhierarchie steigt, desto mehr wird man handverlesen. Da werden nur Leute genommen, bei denen man in diesem Punkt sicher ist. Bischöfe müssen eigens schwören: keine Frauenpriester, keine Priesterfrauen, keine Verhütung. Daran sieht man übrigens, zu welchem Zölibats-Credo das Christentum zusammengeschrumpft ist ...

Redaktion:
Warum will die Kirche den Zölibat nicht aufgeben?

Ranke-Heinemann:
Die Homosexuellen im Vatikan würden mit Abschaffung des Zölibats ihr ideales Biotop verlieren, darum halten sie mit Zähnen und Klauen an ihm fest. Wenn nämlich jetzt plötzlich die First Lady des Papstes den Kardinälen die Schau stehlen würde, dann käme dieses frauenlose, monosexuelle Terrarium durcheinander. Bisher ist es doch so: Alle Hirten sind Männer, alle Frauen sind Schafe. Dieses klare Oben und Unten wäre gefährdet.

Ratzinger steckt also in der Patsche, denn nur eine homophobe Gesellschaft liefert ihm genügend Nachwuchs.
Würde sich die Kirche selbst homofreundlicher geben, wie es die armen Verwirrten von der HUK wünschen, hülfe das auch nichts, denn eine offiziell schwule Geistlichkeit würde die Klemmschwestern abschrecken, die dann ihre Deckung verlören.

Es bleibt dem Papst also nur übrig weiterhin gegen viele Menschen zu hetzen.

In dem Zusammenhang möchte ich auf eine Facebook-Diskussion in der frommen Gruppe „SUPERSTAR FRANZ-PETER TEBARTZ-VAN ELST“ verweisen.

Ein echter Fan des Limburger Bischofs bat die Administratoren inständig seinen Oberhirten endlich zufrieden zu lassen.

Ich zitiere zwei Kernsätze seines Schreibens:

„….aber bitte lassen Sie doch einfach den Bischof in Ruhe. Er (ER...) vertritt lediglich den katholischen Glauben in einer Zeit, in der das vielen nicht (mehr) geläufig scheint.“

„aber bitte lassen Sie den Bischof in Ruhe. Er (ER....) tut niemand etwas zuleide und würde es auch nicht tun, wenn er (ER -...) "die Macht dazu" hätte.“
(FB 08.01.12)

Tja, genau da liegt der Hase im Pfeffer.

Ich möchte ja gerne die Meisners und Müllers und Mixas und Overbecks und Wagners und Launs und Huoanders und Krenns und Woelkis und Tebartz-van-Elsts in Ruhe lassen.
Ich möchte auch gerne den Papst in Ruhe lassen. Spaß macht mir der 84-Jährige im Nachthemd schon lange nicht mehr.

Aber, wer über einen Funken Solidarität verfügt, kann eben nicht still daneben sitzen, wenn die homophoben Herren ihre Attacken gegen Minderheiten und Schwache loslassen.

Ich bin ein großer Verfechter des „leben und leben lassen“. Ich bin der letzte Mensch, der andere ihren Glauben nicht praktizieren lassen würde.

Und wenn es denn so wäre, daß Tebartz-van-Elst sich auch daran hielte, wäre ich der erste, der ihm applaudierte.

Leider ist TVE aber diesbezüglich ein echtes Negativbeispiel.
Was damit beginnt, daß wir als atheistische Steuerzahler sein Gehalt bezahlen.
TVE gibt das Geld mit vollen Händen aus, läßt sich einen Prunkbischofssitz erbauen, schafft sich eine BMW-Limousine an, etc pp.
Er ist damit ein echter Heuchler, der sich so lange er über Ungläubige herzieht, aber deren Geld nimmt, auch gefallen lassen muß, daß man ihn kritisiert.
Wie es auch anders geht, hat ja sein direkter Vorgänger, Bischof Kamphaus gezeigt, den auch ich sehr schätze.
TVE ist selbst derjenige, der Öl ins Feuer gießt, indem er beispielsweise den Wetzlarer Bezirksdekan Peter Kollas abberief, nur weil der zwei Homosexuelle gesegnet hatte. TVEs Homophobie, die im Übrigen klar grundgesetzwidrig ist, hat er immer wieder dokumentiert. Er ist damit derjenige, der Millionen Deutsche massiv und fortwährend beleidigt und diffamiert.
Nun darauf zu dringen, man solle den armen TVE doch „in Ruhe lassen“ ist unredlich. Wir leben hier immer noch in einer Demokratie. Da darf auch TVE andere Menschen düpieren und kränken, wie er es laufend tut.
Aber in einer Demokratie haben die Angegriffenen auch das Recht sich zu wehren.

TVE verhält sich auch in seiner hervorgehobenen Rolle als Familienbischof der Deutschen Bischofskonferenz so, daß er Millionen vor den Kopf stößt: Unbarmherzig und grausam:

„Ehe und Familie seien ein "unverwechselbarer Lebensentwurf, zu dem es keine Alternative gibt".
(TVE via KNA am 7.10.11)

Wenn Herr TVE „in Ruhe gelassen werden“ will, empfehle ich ihm dringend nicht mehr die Majorität der hier lebenden Menschen zu beleidigen und zu attackieren.

„Der katholische Familienbischof Franz-Peter Tebartz-van Elst kritisiert die von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) geplante stärkere Bezuschussung von künstlicher Befruchtung scharf. In der Zeitung "Die Welt" wandte er sich auch gegen die sogenannte Homo-Ehe. Zugleich sprach er sich für ein Betreuungsgeld aus. Ziel der Politik müsse eine Stärkung von Ehe und Familie sein, sagte der Limburger Bischof. Er widersprach der Auffassung, dass Familie dort sei, wo Kinder seien.“
(Kirchensite 07.12.11)

Er trampelt auf der Würde von Kindern herum, deren Eltern sich nicht nach den antiquierten Regeln der größten transnationalen Schwulenorganisation (=RKK) richten - als ob sich ein Kind aussuchen könnte, wo es geboren wird.

TVE ist damit zutiefst amoralisch.
Er kann diese Ansichten gerne unter Ausschluß der Öffentlichkeit vertreten, aber wenn er coram publico solche Gemeinheiten verkündet, kann ich nur hoffen, daß er dafür NICHT „in Ruhe gelassen wird“.

Ich bestreite, daß TVE „ein guter Mensch“ ist.
Ich bestreite, daß Joseph Ratzinger ein guter Mensch ist.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Hypokrit.

Wenn man sich in amerikanischen Online-Polit-Diskussionsforen rumtreibt und nicht so sicher in der Sprache ist, muß man als erstes das Wort „hypocrite“ lernen.
Heuchler/Heuchlerin. Heuchelei = hypocrisy.

Amerikaner scheinen einen großen Hang zur Heuchelei zu haben. Die prüde Nation der Puritaner, welche der mit Abstand größte Pornoproduzent der Erde ist.

Der Präsident, der immer von „Freedom“ redete und seinem Volk erklärte, Al Kaida möge Amerika nicht "because they hate freedom“ beschäftigte sich intensiv damit die Freiheit zu beschneiden möglichst abzuschaffen; Stichwort „PATRIOT act“.

Der Hauptankläger Clintons während der „Lewinsky-Affäre“ betrog selbst seine krebskranke Frau. Inzwischen ist Newt Gingrich das dritte Mal verheiratet und zum Katholizismus konvertiert.

Gingrich ist auch der hardcore-Republikaner, der ganz auf Parteilinie staatliche Hilfen für die Hypothekenbank Freddie Mac in Grund und Boden verdammt.
Off camera hat er aber 1,6 Millionen Dollar Beraterhonorar von Freddie Mac einkassiert, was selbst Konservative als Hochleistungsheuchelei brandmarken.

Newt Gingrich should donate ALL of his Freddie Mac profits to homeless vets, not spend it on his Tiffany's account. Ron Paul was absolutely right when he attacked Gingrich for serial hypocrisy. Newt should either give up the money or give up the campaign.
[…] Newt Gingrich should not keep one penny of his Freddie Mac profits. If he does, he should drop out of the race.
(Brent Budowsky - 12/16/11)

Auf demokratischer Seite machte sich 2004 und 2008 North Carolinas Senator John Edwards als Präsidentschaftskandidat stark.
Edwards war so ein hochmoralischer Mensch, daß er stets wie ein Methodisten-Prediger klang. Seine krebskranke Frau Elizabeth schloß Edwards Moral aber nicht ein, stattdessen schwängerte er 2008 eine „Schauspielerin“ namens Rielle Hunter.

Wenn eine Michele Bachmann mit irrem Blick gegen staatliche Subventionen wettert, die sofort abgeschafft gehörten, ist es schon fast sicher, daß ihre Familie (die elterliche Farm und die „pray-away-the-gay“-Klink ihres Mannes) ordentlich Subventionen kassieren.

Und dann die Anti-gay-Aktivisten.

In der Praxis halten sich die stramm rechten Prediger und US-Politiker nicht immer so ganz an diese Linie. Rechter Sex eben.

Da gab es den Abgeordneten Mark Foley, der männlichen Pagen schlüpfrige Pimmel-E-Mails sandte, Bob Allen, republikanischer Abgeordneter in Florida, der bei der Bitte nach Oralsex versehentlich an einen Polizisten geriet und James Guckert alias Jeff Gannon, der einen "Begleit-Service" für Männer betrieb und vom Weißen Haus einen Presseausweis bekam, weil er immer so nette Fragen an George W. Bush stellte. Glenn Murphy Jr., der Vorsitzende der GOP-Jugendorganisation Young Republicans, trat von allen Ämtern zurück, nachdem er einen 22-jährigen Mann sexuell genötigt hatte. Senator David Vitter aus Louisiana steht auf der Kundenliste der Washington Madam, des bekanntesten Bordells in Washington. In South Carolina musste der Staatspolitiker Thomas Ravenel als Wahlkampfleiter des republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain zurücktreten, nachdem er offenbar Kokain geschnupft hatte. In North Carolina erwischte die Polizei im Juni den republikanischen Kirchenmann und Sittenwächter Coy Privette einer Prostituierten.
"Als die Nachricht von Senator Craig die Runde machte, forderten manche Republikaner seinen Rücktritt — andere wollten seine Telefonummer haben", spottete der Late-Night-Talker Dave Letterman.
Der einzige Republikaner, der wenigstens bloß gegenüber Frauen anzüglich wird, ist Arnold Schwarzenegger.

Auch da ist es an der Tagesordnung, daß diejenigen, die am lautesten die Homoperversion verdammen und durch die same-sex-marriage den Untergang des Abendlandes eingeleitet sehen, sofort nach Abschalten der Kameras ihre schwulen Callboys anrufen, um mit ihnen Koks-Sex-Orgien zu veranstalten (Ted Haggard) oder wie Senator Craig auf Flughafentoiletten andere Männer molestieren.

Hypocrisy all überall.
Dabei könnte man sich all den Ärger sparen, wenn man nicht immer von anderen genau das Gegenteil dessen verlangen würde, was man selbst tut.

Heuchelei ist der böse Bruder der Glaubwürdigkeit. Die geht dann nämlich flöten.

Was könnte die RKK für ein sympathischer Verein sein, wenn sie einfach offensiv das Offensichtliche vertreten würde.
Unsere Mönche sind alles warme Brüder und der Petersdom ist das gay paradise - man sieht es ja an den ganzen Transen in ihren bunten Kleidern.
Heute mag doch jeder Schwule und Dragqueens sind große Stars.
Man würde den Hut vor der RKK ziehen wollen.
Aber nun ausgerechnet die größte transnationale Schwulenvereinigung der Welt als „homofrei“ zu erklären und wie Ratzinger es angeordnet hat, grundsätzlich keine Schwulen zum Priesteramt zuzulassen, ist natürlich Gift für die Glaubwürdigkeit.

Übrigens, Prof Uta Ranke-Heinemann hielt ihren Kommilitonen Joseph Ratzinger, den sie 1953 kennengelernt hatte, früher immer für asexuell.
Diese Meinung hat sie aber offensichtlich geändert.

Wir mussten die fertige Doktorarbeit zusammenfassen in Thesen. Und die Thesen musste man ins Lateinische übersetzen. Und ich dachte, hm, das könnte ich mit einem Kommilitonen zusammen machen. Da war zum Beispiel ein Franziskaner, der grüßte mich morgens immer so freundlich. Nein dachte ich, für mich als Verlobte ist das nichts. Das war mir zu gefährlich, in diesen riesigen Hörsälen, die abends immer leer und dunkel waren. Und wenn wir dann zu zweit da sitzen, könnte er mir einen Kuss auf die Backe knallen. Also nein! Und so bin ich dann fündig geworden: Ratzinger. Er hatte schon immer die Aura eines Kardinals, hochbegabt, bei gleichzeitiger Abwesenheit jeglicher Erotik. So war es dann auch. Er war das reine Latein. Wobei ich sagen muss, dass ich ihn für absolut asexuell gehalten habe. Jetzt habe ich Fotos von ihm gesammelt. Es gibt ein Foto mit Tarcisio Bertone, seinem neuen Staatssekretär, darauf überreicht er ihm irgendetwas. Und er blickt ihn so an, und ich dachte .... na, verstehen Sie, was ich dachte?
(U. R-H. 20.12.11)



Aber nun haben wir ja einen weiteren deutschen Meisterheuchler, Christian Wulff.

Der Mann, der es geschafft hat 50 Jahre alt zu werden, ohne die geringste politische Leistung oder Initiative erbracht zu haben.
Der sich hinter den Kulissen bei jedem über sein geringes Gehalt beklagt (derzeit gute € 200.000 im Jahr).
Der Mann, der geradezu manisch versucht aus seinen Verbindungen einen finanziellen Vorteil zu ziehen.

Als Lebemann à la Strauß in den 1970ern, der auch mal Fünfe gerade sein läßt, würde man ihm schon eher durchgehen lassen, sich jeden zweiten Urlaub von seinen steinreichen Freunden bezahlen zu lassen.

Aber nun fällt Wulff so einiges auf die Füße, was ER SELBST mit dem Pathos der Empörung von sich gegeben hatte, wenn Sozis sich kleine Fehltritte leisteten.

Schon als lediglich Gerüchte auftauchten MP Glogowski könnte einen kostenlosen Urlaub verbracht haben, nölte Wulff los. Er sprach von einer "Verflechtung und Verfilzung", die dringend aufgeklärt werden müsse.

"Mit dem Amt des Ministerpräsidenten nicht vereinbar"
Man erinnert sich nun wieder daran, dass Christian Wulff die Dinge einmal selbst ganz anders bewertet hat. 1999, Wulff war damals Oppositionsführer in Hannover, Niedersachsens Ministerpräsident hieß Gerhard Glogowski, ein SPD-Mann. Glogowski stand unter Druck. Medien hatten berichtet, Glogowski habe Urlaub auf Kosten des Reiseunternehmens TUI gemacht, das in der Landeshauptstadt ihren Firmensitz hat. Es war noch nichts bewiesen, da machte Wulff seinem Widersacher schon schwere Vorwürfe. Solch eine Vorteilsannahme sei „mit dem Amt des Ministerpräsidenten nicht vereinbar“. Glogowski verliere seine Unabhängigkeit und damit seine politische Handlungsfähigkeit. Wenig später musste Glogowski als Regierungschef zurücktreten.
(Welt.de 13.12.11)

Das reichte Wulff aber nicht, er wollte einen Untersuchungsausschuss, denn "der Schein von Abhängigkeiten" sei "ein Problem für die Würde des Amtes", erklärte Wulff damals laut "Hannoverscher Allgemeinen Zeitung".

Durch die Zuwendungen privater Firmen zur Hochzeitsfeier Glogowskis sei der "Schein von Abhängigkeit und der Eindruck entstanden, der Ministerpräsident sei ein Werbeträger", kritisierte der damalige niedersächsische CDU-Chef [Christian Wulff].
(Spon 20.12.11)

Jener Wulff, der 1988 seine erste Hochzeit von Millionär Geerkens in dessen Osnabrücker Luxus-Penthouse ausrichten ließ.

Noch heftiger zeterte Wulff gegen Amtsvorgänger Rau. Er „leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben."

Im Jahr 2000 ging Wulff den damaligen Bundespräsidenten an. Johannes Rau stand wegen einer Flugaffäre unter Druck. Nachdem erneut Vorwürfe gegen Rau bekannt geworden waren, forderte der CDU-Politiker dessen Rücktritt. Wulff erklärte damals im "Focus", die SPD solle "Johannes Rau zurückziehen". Damit attackierte er den Präsidenten weit schärfer als seine Parteifreunde, die sich eher zurückhielten, um das Amt nicht zu beschädigen. Wulff ruderte zurück, nachdem sich andere Unions-Politiker von seiner Rücktrittsforderung distanziert hatten.
[…] Zugleich betonte er aber, dass "wir gerade jetzt einen unbefangenen Bundespräsidenten" bräuchten und "ihn gegenwärtig nicht zur Verfügung haben".
(Tagesschau 20.12.11)

Mit der Wahrheit nimmt es Präsident Wulff nicht so genau, wie wir spätestens jetzt alle wissen.

Den Niedersächsischen Landtag hatte er angelogen.
Da passt es ja gut, daß sein Freund Maschmeyer im Jahr 2007 zur Landtagswahl das Wulff-Buch „Besser die Wahrheit“ mit einer 40.000-Euro-Anzeige bewarb.
Das findet Christian Wulff auch heute noch völlig kritikunwürdig.
Jeder darf doch Anzeigen für CDU-Politiker bezahlen!
Anders sieht es aus, wenn DERSELBE Maschmeyer eine Pro-SPD-Anzeige aufgibt.
Wulff verlor nämlich die Wahl von 1998 krachend und tobte nur einen Tag später im Niedersächsischem Landtag theatralisch klagend "Wer war das?", während er die Maschmeyerische Pro-Schröder-Anzeige in die Kameras hielt.

Christian Wulff, der Osnabrücker vom Stamme Nimm, rafft von Krediten, Werbenazeigen, sechs Luxusurlauben für lau bis hin zu kostenlosen Flug-upgrades alles an sich, das er kriegen kann.
Aber wehe ein anderer wagt Ähnliches!!!

Zu Gerhard Schröders Engagement bei Gazprom
2006 wurde bekannt, dass Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) einen Posten bei dem russischen Konzern Gazprom annehmen würde und eine Bürgschaft der Bundesregierung mit Gazprom noch während Schröders Amtszeit abgeschlossen wurde. Unter den besonders Empörten war auch der damalige niedersächsische Ministerpräsident Wulff. "Alle Umstände, die dazu geführt haben, müssen restlos aufgeklärt werden." Mitgliedern der Bundesregierung müsse es untersagt sein, kurz nach Amtsende eine Tätigkeit bei einem Unternehmen aufzunehmen, mit dem sie während ihrer Amtszeit zu tun hatten. Zu Schröders wirtschaftlichem Engagement sagte Wulff: "Es muss der Anschein vermieden werden, dass es Interessenkollisionen gibt."


Zu Ulla Schmidts Dienstwagen-Affäre.
Vor zwei Jahren musste sich die damalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) wegen ihres Dienstwagengebrauchs an ihrem Ferienort rechtfertigen. Wulff brachte es damals auf die Formel: "Was privat ist, muss privat gezahlt werden."
(Spon 20.12.11)

Freitag, 16. Dezember 2011

Déjà-vuDéjà-vuDéjà-vuDéjà-vuDéjà-vuDéjà-vuDéjà-vu

Was passiert, wenn die Macht der katholische Kirche eines Landes so weit bröckelt, daß sie nicht mehr selbstherrlich vertuschen kann, wie sie möchte?

Irgendwann wird der Druck so groß, daß sie sich gezwungen sieht sich mit Vorwürfen der Kindesmisshandlungen zu beschäftigen, die es scheinbar überall auf der Welt gegen katholische Geistliche gibt.

In einigen streng katholischen Ländern sind die zölibatären Gottesmänner noch mächtig genug, um ihrerseits genügend Druck auf die Politik auszuüben, damit die Politik sie vor der Justiz beschützt. In Spanien, Portugal, Italien oder Polen hat die zentralistische Papstkirche des Joseph Ratzinger, der immerhin 25 Jahre als Präfekt der Inquisitionsbehörde selbst oberster Kindersex-Vertuscher war, noch Gewalt wie in den vorherigen Jahrhunderten.

Aber vor zehn Jahren kippte mit den USA die erste starke Katholiken-Bastion.
Die von Priestern vergewaltigten Kinder waren erwachsen und so selbstbewußt geworden, daß sie sich nicht mehr mundtot machen ließen.

Obwohl die amerikanischen Bischöfe und Kardinäle systematisch versuchten die Opfer zu drangsalieren und die Sextäter schützten, sind heute über 3000 katholische US-Priester als Sex-Täter identifiziert.
Sie haben mindestens 50.000 Kinder vergewaltigt.

Opfer-Vertreter haben rund 130.000 Akten auf BishopAccountability (welches schon Jahre, ebenso wie der zugehörige ABUSE-TRACKER auf diesem Blog verlinkt ist) online gestellt.

McKiernan ruft ein Dokument auf: "Sehen Sie, ein Brief an Papst Johannes Paul II. Der Absender beschreibt, wie er im Alter von zehn Jahren, beim Schwimmen, von einem katholischen Priester vergewaltigt wurde. Der Mann erhielt keine Antwort vom Vatikan." Er klickt weiter: "Hier finden Sie Dokumente darüber, wie sich gleich drei Priester an einem jungen Messdiener vergingen." Noch ein Klick: Auf dem Bildschirm tauchen Notizen verschiedener Bischöfe über einen Geistlichen auf, der des Kindesmissbrauchs verdächtig war - und trotzdem weiterhin mit Kindern arbeiten durfte.
[…] die Papiere belegen, dass Kirchenobere an der Vertuschung der skandalösen Vorgänge beteiligt waren. Nun müssen weitere US-Diözesen bangen. McKiernan hackt zornig auf den Laptop. Es ist die Stimmung, in die er jedes Mal gerät, wenn er Dinge wie diese liest. Seit einem Jahrzehnt halten immer neue Enthüllungen über Missbrauchsfälle die US-Katholiken in Atem, zwei Millionen Amerikaner haben deswegen in den letzten Jahren die Kirche verlassen. McKiernan aber hat sich nicht einfach abgewandt, er handelt.
[…] McKiernan zeigt einen Brief aus dem Jahr 1948, in dem ein US-Priester einem Freund beschreibt, wie himmlisch der Sex mit einem Knaben gewesen sei. Bestraft wurde er nie. "Es ist, als schaue man dem Bischof über die Schulter, der von solchen Fällen liest - und dann nichts unternimmt."
(Gregor Peter Schmitz, Washington 16.12.11)

Andere Länder folgten dem amerikanischen Beispiel; die Opfer hörten auf zu schweigen, sie ließen sich nicht mehr wie in früheren Dekaden und Jahrhunderten von der Kirche einschüchtern.

Australien, Irland, Belgien, Deutschland, die Schweiz und Österreich waren die nächsten Stationen, an denen die RKK sich gefallen lassen mußte, daß ihre Taten an das Licht der Öffentlichkeit kamen.

Die Ergebnisse waren immer die gleichen: Missbrauch in Myriaden Fällen.

Die einerseits zölibatäre und misogyne, aber anderseits auch verklemmte und sich mächtig wähnende Priesterschaft zog systematisch sexuell unreife und latent gewalttätige Männer an, die sich in ihrem frauenfreien Umfeld, in dem über Sex nicht gesprochen wurde, an kleine Jungs ranmachten.

Jungen sind die naheliegenden Opfer.
Verfügbar, beeinflussbar und sexuell unreif wie die Täter - nur daß letztere in erwachsenen Körpern steckten.
Und Jungs haben einen weiteren Vorteil - sie sind keine Mädchen, was in einer Ideologie, wie der katholischen, in der Frauen als so sündhaft und unrein gelten, daß sie bis heute nicht einmal die geringsten geistlichen Ämter antreten dürfen, ein großes Plus ist.

Der nächste umgefallene Dominostein ist nun Holland.

Auch hier exakt dasselbe Bild - massenhafter sexueller Missbrauch an Kindern durch katholische Geistliche!
Dies ergab ganz unmissverständlich eine von der Niederländischen Katholischen Kirche selbst in Auftrag gegebene Studie.
Selbst in dem kleinen Land sind schon 800 kinderfickende Priester namentlich identifiziert.
Dabei sind im 16-Millionen-Volk der Holländer 55% konfessionslos. Nur ein Viertel sind Katholiken.
Die Taten waren der Führung der Kirche mindestens seit den 1960er Jahren bekannt. Sie unternahm nicht nur nichts, um die Kinder davor zu bewahren, sondern schütze im Gegenteil die Täter. Dabei wären die allermeisten Fälle vermeidbar gewesen, wenn die Bischöfe ihre Pädopriester schlicht und ergreifend der Polizei gemeldet hätten. Oder sie zumindest von der „Arbeit“ mit Kindern abgezogen hätten.

Aber ganz offensichtlich - und das ist nun eindeutig weltweit bewiesen - gilt für die Moralexperten von der RKK, daß Kinderficken höchstens ein minderes Vergehen ist. Im Gegensatz zu schwerwiegenden Sünden wie Ehebruch oder Kondombenutzung.

In Einrichtungen der katholischen Kirche in den Niederlanden sind nach Angaben einer unabhängigen Untersuchungskommission zwischen 1945 und 2010 "mehrere zehntausend Minderjährige" sexuell missbraucht worden. Die Kinder seien "leichtem, schwerem und sehr schwerem" Missbrauch ausgesetzt gewesen. Das geht aus dem Abschlussbericht der Kommission hervor, die mit der Untersuchung von Missbrauchsvorwürfen in den Niederlanden beauftragt worden war.
(Stern 16.12.11)

Ja, es ist schon wieder derselbe Film.
Man kennt das alles und dennoch wird der Mann, welcher der oberste Verantwortliche für diese Verbrecherorganisation ist, Joseph Ratzinger, verehrt und mit standing ovations im deutschen Bundestag bedacht.
Auf „die Politik“ zu warten, ist müßig. Sie wird die Bürger nicht vor den Kirchen schützen, weil ihr die Religion als Machtfaktor allemal wichtiger ist.
Das konnte man soeben in Spanien beobachten, wo die Katholische Kirche konservativer denn je ist.
Nur mit ihrer massiven Unterstützung gelang es die sozialistische Regierung wegzufegen und die Ultrakonservativen zurück an die Macht zu bringen.
Unter tätiger und aktiver Mithilfe Ratzingers, der sich mehrfach live zu großen Anti-Zapatero-Kundgebungen auf die Plätze von Madrid und Barcelona schalten ließ, können jetzt endlich die verhassten UN-Menschenrechte wieder zurück gedreht werden.
Gleichgeschlechtliche Ehe, Adoptionen und Scheidungsrechte für die Frauen werden von der neuen konservativen Regierung wieder abgeschafft.

Man kann sich nur auf eine Weise gegen die Kinderficker-Organisation wehren.

Austreten - und zwar schnell.

Eltern sind das ihren Söhnen und Töchtern schuldig.
Holland ist mal wieder eine deutliche Lehre.

In 90 Prozent der Fälle handelt es sich um leichten bis mittelschweren Missbrauch wie unangemessene Berührungen. Viele Kinder wurden aber auch Opfer von Vergewaltigungen. Die Wahrscheinlichkeit, in einer katholischen Einrichtung "unerwünschtem sexuellen Kontakt" ausgesetzt zu sein, war doppelt so hoch wie sonst unter minderjährigen Niederländern: Sie betrug 20 Prozent.
[…] Das Problem sei den Kirchenoberen bekannt gewesen, sagte Kommissionsleiter Wim Deetman, ehemaliger Bürgermeister von Den Haag. Doch habe man Skandale gefürchtet und "schmutzige Wäsche" nicht nach draußen hängen wollen. Die Kirche habe nichts für die Opfer getan.
(Matthias Drobinski und Thomas Kirchner 16.12.11)

Im Gegensatz zu Deutschland, wo die Christlichen Minister den „Runden Tiusch Kindesmissbrauch“ hauptsächlich mit Tätern besetzten und sich auf die Seite der RKK stellten, ist die politische Rückendeckung aus Den Haag deutlich geringer.

Das hat zur Folge, daß die Kirche zumindest in schweren Fällen bis zu 100.000 Euro Entschädigung zahlen muß.

Immerhin das 20-fache des lumpigen halben Bischofsmonatgehalts, das deutsche Opfer maximal erwarten können.

Mittwoch, 16. November 2011

Tu Quoque Teil II

Letzte Woche trudelte eine Meldung aus der Türkei in der deutschen Presselandschaft ein.
Es handelte sich um eine Geschichte aus der osttürkischen Provinz Mardin im Jahr 2002.
Schön ist das nicht, was dort passierte, aber selbst in Islamischen Ländern gibt es offenbar Gewalt in sexualisierter Form.
Die 13-jährige Nailan wurde kontinuierlich missbraucht und das in einer systematischen Art und Weise.

Mehr als zwei Dutzend scheinbar ehrenwerte Bürger, darunter Beamte, Lehrer, Soldaten und der Chef der örtlichen Landwirtschaftskammer, verschaffen sich über zwei Zuhälterinnen Kontakt zu dem Mädchen Nailan und vergewaltigen die 13-jährige regelmäßig.
(TS 03.11.2011)

Nailan konnte schließlich fliehen und die Täter landeten vor Gericht.
Hier beginnt aber erst der eigentliche Teil des Skandals und der handelt von großer richterlicher Milde und Verständnis - für die Täter!

Vor wenigen Tagen entschied das höchste Berufungsgericht des EU-Bewerberlandes Türkei, dass die Vergewaltiger nur Mindeststrafen erhalten dürften – weil das Mädchen den Geschlechtsverkehr selbst gewollt habe. […] „Bisher war noch keiner im Gefängnis“, sagte Nailans Anwältin Reyhan Baydemir am Donnerstag unserer Zeitung. „Möglicherweise bleiben alle auf Dauer frei.“ Denn das Verfahren steht vor der Verjährung. […] Gerichtsgutachter erklärten, Nailan hätte zu den Vergewaltigern auch Nein sagen können, habe aber mit dem Sex Geld verdienen wollen. „Das sind die Fantasien dieser Männer“, schimpfte die Frauenrechtlerin Hülya Gülbahar im Gespräch mit unserer Zeitung: „Die denken, ein 13-jähriges Mädchen wolle unbedingt mit 60-jährigen Männern Gruppensex treiben.“
(TS 03.11.2011)

Interessant ist, daß TS-Autor Thomas Seibert in diesem Zusammenhang gleich mit dem imaginär erhobenen Zeigefinger vom „EU-Bewerberland Türkei“ spricht und damit insinuiert da wäre jemand noch nicht reif für die EU.

Raphael Hildebrandt und Gerhard Maier erging es allerdings in Deutschland auch nicht besser als Nailan.
Sie wurden über Jahre von einem Pfaffen vergewaltigt, ohne daß überhaupt irgendeine staatliche Stelle aktiv wurde.

Die Taten sind verjährt. Der Vergewaltiger wurde gar nicht zur Rechenschaft gezogen.

An Gerhard Maier […] verging sich der damalige [Oberharmersbacher] Pfarrer [Franz B.] bis zu dreimal die Woche. Insgesamt rund 900 mal. Raphael Hildebrandt wurde acht Jahre lang, mehr als 400 mal missbraucht.
(SWR.de)

Es geht nun noch um lumpige 5000 Euro, die die RKK möglicherweise freiwillig bereit sein könnte zu zahlen - in einem Fall also 5,50 Euro pro Vergewaltigung und im anderen Fall ganze 12,50 pro Vergewaltigung.

Geschehen ist das aber bisher nicht und die Bundesregierung richtete lieber einen unverbindlichen Runden Tisch ein, zu dem die Tätervertreter eingeladen wurden - aber nicht die Opferorganisationen.

Es ist in Deutschland verboten Kinder zu vergewaltigen, genau wie in der Türkei.

Aber was nützt ein Verbot, das niemand durchsetzt?

Diskussion über NPD-Verbot hält an.
Teile der Regierung planen für das kommende Frühjahr offenbar ein neues NPD-Verbotsverfahren. Auch SPD-Fraktionschef Steinmeier sprach sich für ein Verbot der Partei aus. Innenminister Friedrich (CSU) wandte dagegen ein, der Terror der Zwickauer Zelle hätten durch ein NPD-Verbot wohl kaum verhindert werden können. Er schlug deshalb ein gesetzliches Verbot von Morden vor.
(Titanic-Newsticker)

Obwohl man so was nicht tun soll, geschieht es doch.

Die Verfassung muß mit Leben erfüllt werden und dafür haben wir den Verfassungsschutz.

Der Verfassungsschutz verfügt über integere Menschen, wie den „Kleinen Adolf“, der sich am 6. April 2006 in einem Internetcafé in Kassel in Ruhe beim Porno-Gucken einen runterholte, während die Typen bei denen er eingeschleust war den 21-jährigen Türken Halit Yosgat ermordeten.

[SPD-Bundestagsgeschäftsführer Thomas] Oppermann ließ am Dienstag ebenfalls verlauten, es handele sich bei dem V-Mann um einen Mann mit “offenkundig starker rechter Gesinnung”. Auch seien weitere Neonazis als V-Leute angeworben worden, etwa der Chef des rechtsextremen “Thüringer Heimatschutzes”, Tino Brandt. Oppermann äußerte sich dazu entsetzt: “Für mich ist unbegreiflich, dass V-Leute in solchen Führungspositionen auch noch als Scharfmacher in der neonazistischen Szene vom Staat bezahlt werden.” Eine weitere Frage die sich stellt: Hätte der V-Mann die Tötung des Türken nicht womöglich verhindern können?
(Deutsch-Türkische Nachrichten 16.11.11)

So ein Land sollte man auch nicht in die EU lassen.

Ach, ..das hatte ich glatt vergessen: Deutschland IST ja schon EU-Mitglied.

Freitag, 7. Oktober 2011

Hat Laun Recht?

Nachdem die massenhafte Vergewaltigung kleiner Kinder durch Angehörige der RKK-Amerika ins Bewußtsein einer breiteren Öffentlichkeit gelangte, fragt man sich natürlich wie groß die Zahl weltweit ist.
Die Zahl der sexuell missbrauchen Mädchen und Jungs.
Von den Millionen Kindern, die in christlichen Einrichtungen „nur“ verprügelt und seelisch misshandelt wurden, sprechen wir gar nicht.
Bei den SEX-Missbräuchen sind wir jetzt bei einer ungefähren Zahl von 100.000 - and still counting.

Dieselben Verfahren und Richtlinien wurden praktisch überall dort vorgefunden, wo die sexuelle Gewalt dokumentiert wurde, wie u.a. in Australien, Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden und Mexiko. Einige Beobachter haben die Zahl der Opfer sexueller Gewalt durch Priester und den Klerus im Laufe der letzten drei Jahrzehnte auf nahezu 100.000 geschätzt; diese Zahl wird sich mit aller Wahrscheinlichkeit noch erhöhen, wenn sich mehr Überlebende melden und die zivilen Behörden ihre Untersuchungen in Lateinamerika, Afrika und Asien aufnehmen.
(SNAP-Klageschrift 13.09.2011)

100.000?

100.000? In der Wahrnehmung der von Ratzinger umschmeichelten Piusbrüder handelt es sich um eine MIßbrauchs-Hoax, da Mißbräuche nur „sehr selten“ vorkämen.

Die besten Fachleute in Deutschland haben sich die Kehle heisergerufen: Der sexuelle Mißbrauch ist in der Katholischen Kirche eine seltene Randerscheinung. Unter allen kirchlichen Mißbräuchen – liturgischer, dogmatischer und disziplinärer Art – ist er mit Abstand der geringste.
(Kreuznet 31. Juli 2011)

Mißbräuche sind in der Kirche ein winziges Randphänomen. Doch nicht zuletzt eskalierende bischöfliche Stellungnahmen vermitteln einen ganz anderen Eindruck.
(Kreuznet 3. April 2011)

100.000 Kinder vergewaltigt?
Na und. Ist doch nur eine Kleinigkeit.

Noch armseliger als das Kleinreden der Fall-Anzahl war der Relativierungsversuch vom Lieblingsbischof der Konservativen Katholiken, Andreas Laun.
Er versuchte es mit Tu-Quoque und jammerte in der ARD

„Warum schaut man denn bei den Evangelen nicht mal genauer hin???“

Eben. Nun bleibt nur noch zu hoffen, daß auch protestantische Pfaffen möglichst viele Kinder gefickt haben und schon ist die Laun-Welt wieder in Ordnung.

Als ob dann auch nur ein betroffenes Kind besser dastünde.

Nun durchleben aber protestantische Pfarrer in Spe keine Frauen- und sexualfeindliche Verklemmten-Indoktrinierung in 100%-männlichen Priesterseminaren. Bei ihnen staut sich nicht so viel ventilloser Sexualfrust auf. Wenn sie Sex haben wollen, können sie sich jemanden suchen, der mit ihnen Sex haben will, weil sie Sex haben dürfen. Sie sind nicht zur Heimlichkeit verdammt und müssen daher nicht auf dominierbare Untergebene zurückgreifen. Sie sind auch nicht durch manisches Sex-Tabuisieren selbst auf der Stufe von Pubertierenden stehengeblieben, so daß sie auf die Idee kämen 13-Jährige seien auf dem gleichen Entwicklungsstand wie sie.

Alles zusammen also schlechte Bedingungen für Bischof Launs Wunsch nach kindervergewaltigende Protestanten.

Armer Laun.

Glücklicherweise kommen aber wenigstens ab und zu doch mal evangelische Kindersex-Fälle vor.

Ein Oldenburgischer Küster hat sich gerade ganz nach dem Geschmack Launs verhalten.

"Herzlich Willkommen beim "Freundeskreis Kita Regenbogen der Ev.-Luth. Friedenskirche e. V." Wilhelmshaven"
heißt es auf der Startseite der Internetpräsenz der Friedenskirche - Fedderwardergroden.

Als Logo wählten sie sich - wie ungeheuer kreativ - einen Christus-Fisch:

„Etwas davon zeigt dieser Fisch, er entstand zum Gemeindefest, die Schuppen werden gegen Spende verkauft, und jede Schuppe steht für einen Menschen, der die Arbeit im Kindergarten unterstützt. Zum 5. Geburtstag des Vereins bekam der Fisch seinen Namen: Rebo. Gleichzeitig spielt er auf das Logo des Freundeskreises an, ein Schwarm bunter Fische verschiedener Größe und Farben. In der Form ist der christliche Gedanke unserer Arbeit zu sehen, der Fisch als Erkennungszeichen der ersten Christen (gr. ichtys = Fisch = Abkürzung für den Satz: "Jesus Christus ist Gottes Sohn, der Retter der Welt").“

Linguistisch wird hier sehr schon die geistige Unterentwicklung der Christeneltern dargestellt. Simpel-Metaphorik zum Lobe des Herrn.
Nun ja.

Für einige Kinder war es aber nicht nur öde und indoktrinierend als kleines Fischlein im Teich der Friedenskirche - Fedderwardergroden zu schwimmen. Gewisse Küster werden bis heute mit keinem Wort auf den Webseiten der Friedenskirche erwähnt.

Küster Wilfried F., 55, schwamm nämlich als Hai ebenfalls im Kirchensumpf umher.
Er wohnt in der Anliegerwohnung und fand unter den Veranstaltungen seiner Gemeinde besonderen Geschmack am

Konfirmandenunterricht dienstags 16.00 - 18.00 Uhr, Konfirmandenunterricht donnerstags 16.00 - 18.00 Uhr und dem Tenie-Club (ab 12 Jahre) freitags (14 tägig) 17.00 - 18.30 Uhr.

Seit den frühen 90er Jahren pickte er sich regelmäßig Jungs um die 12 oder 13 Jahre hinaus und trieb es mit ihnen.
Und da Wilfried F. „ein korrekter Typ“ ist schrieb er alles penibel in Akten-Ordner.

“Der Küster führte 20 Jahre akribisch Tagebuch. Mit Datum, Namen seiner Opfer und Beschreibungen der Taten. 400 Seiten, dicht beschrieben mit Schreibmaschine.“

Gestern stand er vor Gericht.

Wilfried F. gestand gestern beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Oldenburg alle Übergriffe. Der 55-Jährige ist des schweren sexuellen Missbrauchs gegen einen Zwölf- und 13-Jährigen angeklagt.
[…] Der Angeklagte bestritt, jemals Gewalt angewendet zu haben. „Die Jungen sind immer freiwillig zu mir gekommen, haben auch mal Freunde mitgebracht“, sagte Wilfried F. vor Gericht aus. Der 55-Jährige verfolgte schweigend die gegen ihn erhobenen Vorwürfe, in 13 Fällen seine Vertrauensstellung als Küster missbraucht zu haben, indem er Kinder zu sexuellen Handlungen aufgefordert hatte. Der Vorsitzende Richter las minutenlang aus den akribischen Aufzeichnungen des Ex-Küsters vor, der die Jungen in seiner von der Kirche zur Verfügung gestellten Dienstwohnung missbrauchte. Alle Handlungen wurden bewusst von ihm gefilmt oder mit versteckter Kamera im Badezimmer aufgenommen.
[…] Einen der Jungen lernte der Angeklagte über eine kirch­liche Jugendgruppe kennen. Der damals Zwölfjährige ist laut Zeugenaussage eines Polizisten geistig behindert. Das Ausmaß der Aufzeichnungen erreichte ein für alle Ermittler bisher nicht gekanntes Ausmaß. Zuerst machte sich der Angeklagte Notizen, wenig später tippte er die Daten auf seiner Schreibmaschine ab und heftete alles fein säuberlich ab.
(NWZonline 7. Oktober 2011)

Zufrieden Herr Laun?

In einem Punkt ist der der Pädo-Küster vom Kirchenkreis Oldenburg allerdings schon wieder fast katholisch.
Wenn ein über 50-Jähriger Mann Sex mit einem 12-Jährigen hat, ist für den Evangelen klar, daß es der Junge ja so wollte.

„Ich bin davon ausgegangen, dass sie einverstanden waren. Sie sind immer selbst zu mir gekommen. Ihnen hat es doch auch Spaß gemacht.“
(Küster Wilfried F.)

In einem Interview hatte vor drei Jahren der katholische Bischof von Teneriffa Bernardo Álvarez Afonso Homosexualität und Päderastie gleichgestellt und behauptet, dass Minderjährige nicht immer schuldlos an sexuellem Missbrauch seien:

"ES GIBT13-JÄHRIGE KNABEN, DIE DAS SOGAR WÜNSCHEN
WENN DU NICHT AUFPASST, PROVOZIEREN SIE DICH."

Ökumene kann so einfach sein.

Mittwoch, 7. September 2011

Abstimmung mit den Füßen

Daß katholische Geistliche kleine Jungs vergewaltigen ist inzwischen eindeutig bewiesen ein weltweites Problem.

Die Nachrichten zu Kindesmissbrauch innerhalb der katholischen Kirche reißen nicht ab. Jahrzehntelang haben katholische Geistliche in den USA Kinder missbraucht, genauso lange haben viele Vorgesetzte weggeschaut. […] Das Aufdecken und sich als Opfer zu outen scheint kein Ende zu nehmen. Es wiederholen sich zumeist dieselben psychologischen Mechanismen - der Priester als Freund und Vorbild, die Einschüchterung, das Ausgeliefertsein und dann die Angst, der Wahrheit ins Auge zu sehen.
(3Sat.de)



Der massenhafte sexuelle Missbrauch von Kindern, der unzählige Seelen zerstörte und eine unbekannte Zahl von Menschen in den Selbstmord trieb, ist das zweitschlimmste Verbrechen, dessen sich die Katholische Kirche seit den von ihr angezettelten Massenmorden (Inquisition, Mission, Kreuzzüge, Hexenverbrennungen,..) schuldig gemacht hat.

Noch widerlicher ist lediglich das Verhalten der Bischöfe und vor Allem des Vatikans, die den Schutz ihrer Päderasten-Priester über den Schutz der Kinder stellten.
Systematisch wurden Opfer eingeschüchtert, mit Drohungen und Klagen überschüttet.
Der Missbrauch wurde sogar durch Typen wie Kardinal Law gefördert, indem sie über Jahrzehnte bekannte Kinderficker-Priester in ihrer Diözese von Pfarrei zu Pfarrei schickten.
Bischöfe ließen es geschehen, während der nahezu allmächtige Joseph Ratzinger sogar ausdrücklich anwies bekannte Jungsvergewaltiger NICHT der Polizei oder der Staatsanwaltschaft zu melden.
Unter Androhung von schwersten Kirchenstrafen befahl Ratzinger das ewige Schweigen zu bewahren.
Mit der Autorität des Papstvertrauten und obersten Glaubenswächter von 1,2 Milliarden Katholiken missbrauchte er die Opfer noch einmal.
Allein die US-amerikanische Bischöfliche Kommission von 2002 listete inzwischen 4.392 kinderfickende Priester und 10.667 Opfer namentlich auf.
Dem damaligen Papst und seinem starken Mann an der Spitze der Inquisitionsbehörde erschien das nicht als Anlass irgendwie zu handeln.
Myriaden vergewaltigte Kinder? Macht ja nichts.
Kann ja jedem Priester mal passieren.

Rom konzentrierte sich lieber auf die „schlimmeren Fälle“, wenn sich nämlich ein Priester oder Mönch dazu bekannte eine Frau zu lieben.
Solche Typen werden natürlich sofort rausgeschmissen.

Auch im September 2011 hat die RKK nichts dazu gelernt:

Ein "sehr vielgestaltiges und sogar dramatisches Ereignis" - mit diesen Worten aus der Webseite der Gemeinde ist tatsächlich beschreibbar, was am Sonntag in der Göttinger St.-Michael-Kirche vorgefallen ist: Der Jesuitenpater Theo Schneider (64) wurde bei einem Gottesdienst in sein Amt als Superior, eine Art Abt, seiner Ordensgemeinschaft eingeführt.

Dagegen gab es im Kirchenschiff massive Proteste, ein Flugblatt wurde verlesen. Der Vorwurf: Schneider habe in seiner vorherigen Funktion als Leiter des Jesuitengymnasiums Aloisiuskolleg in Bonn über Jahre die Missbrauchstaten eines Mitbruders und Freundes an Schülern geduldet, ja vertuscht.
[....] Schneider war im Februar 2010 als Rektor des Aloisiuskollegs zurückgetreten, nachdem infolge des Missbrauchsskandals Strafanzeige gegen ihn gestellt worden war. In Schneiders Zeit am Kolleg hatte es einem unabhängigen Gutachten zufolge über 30 Fälle (sexueller) Übergriffe, Grenzverletzungen und Entwürdigungen gegeben. Matthias Katsch von der Opfervereinigung "Eckiger Tisch" kritisierte hinsichtlich Schneider "Mitwisserschaft und Führungsversagen". Seit etwa anderthalb Jahren verschließe sich Schneider einem Gespräch mit Vertretern des "Eckigen Tisches": "Mit so einer Schweigemauer kann man nicht umgehen."
(taz 06.09.2011)

Pädophil, na und?
So kann man auch eine Twitter-Botschaft des Abtes von Einsiedel verstehen.

Auch pädophile Priester sind ein Geschenk Gottes. Dies twitterte der Abt Martin Werlen, Vorsteher des Klosters Einsiedeln, sinngemäss, wie die "Luzerner Zeitung" berichtet.
[...]
Rickli, die sich im Kampf gegen Pädophile engagiert hatte, fragte Abt Werlen: "Sind für Sie die pädophilen Priester auch ein Geschenk Gottes?" Die Antwort des Abtes lautete dann: "Jeder Mensch ist ein Geschenk Gottes! Durch die Weise, wie wir uns begegnen, können wir helfen, als Geschenk Gottes zu leben." In der Replik fragte die die Politikerin dann: "Das heisst, die Kirche begegnet den Pädophilen nur, statt dafür zu sorgen, dass sie verurteilt und aus dem Verkehr gezogen werden?". Abt Werlens erklärte dann: "Wir werden keinem einzigen Menschen gerecht, wenn wir sie nur in Gute und Böse einteilen."
(Kathnet 05.06.2011)

Auch der neue Papst kommt damit durch, weil er es kann.

Die Regierungen sehen es nämlich ganz ähnlich.
Lieber überhäufen sie Kirchen und Bischöfe mit Wohltaten und Milliardensummen, als den Opfern ihrer Machenschaften beizustehen.

Die Giordano-Bruno-Stiftung schreibt in ihrem offenen Brief an die Bundeskanzlerin, daß sie „realistischerweise“ nicht annähmen Frau Merkel würde ihre kirchenfreundliche und Opfer-feindliche Haltung aufgeben.

Fordern Sie den Papst zu einer lückenlosen Aufklärung der von Priestern und Ordensleuten begangenen Verbrechen an Heim- und Internatskindern auf! Hierzu müssen nicht nur die Bistümer und Orden ihre Archive öffnen, auch der Vatikan, bei dem ein Großteil der kircheninternen Verfahren aufliefen, muss bereit sein, Einblick in die entsprechenden Dokumente zu geben! Überzeugen Sie den Papst davon, dass sich seine Kirche angemessen an der finanziellen Entschädigung der Opfer beteiligen muss. Sagen Sie ihm, dass es nicht hinnehmbar ist, wenn sich „kirchliche Würdenträger“ mit Berufung auf „Verjährungsfristen“ ihrer Verantwortung entziehen.
[…] Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, realistischerweise gehen wir davon aus, dass Sie keine Ambitionen haben werden, diese heiklen Punkte mit dem Papst zu besprechen. Doch wir sind sicher: Der Tag wird kommen, an dem einer ihrer Nachfolger bzw. eine ihrer Nachfolgerinnen dem obersten Repräsentanten der Katholischen Kirche mit gestärktem demokratischem Selbstbewusstsein entgegentritt. Denn in der Bevölkerung hat die Kirche ihren Kredit längst verspielt. Schon jetzt sind weniger als 30 Prozent der Deutschen (formal noch) katholisch, in wenigen Jahren werden die Katholiken eine klare Minderheit innerhalb der deutschen Bevölkerung sein.
(GBS 06.09.11)

„Realistischerweise“ ist also von den Toppvertretern aller Parteien, von denen viele sogar selbst Mitglied in den obersten Laiengremien der grundgesetzwidrigen RKK sind, nicht zu erwarten, daß sie für Opfer eintreten.

Auch die Ethik, die der Papst und der Heilige Stuhl vertreten, entspricht nicht unserer Lebenswirklichkeit und nicht den Grundsätzen unserer Verfassung, nämlich:

- Keine wirkliche Gleichheit aller Menschen vor seinem kirchlichen Gesetz.
- Keine rechtliche und soziale Gleichberechtigung von Mann und Frau.
- Diskriminierung von Geschiedenen, Wiederverheirateten und Homosexuellen.
- Widernatürliche Vorstellungen von Sexualität im säkularen und klerikalen Leben.
- Das päpstliche Kondomverbot zum Beispiel begünstigt die Verbreitung von schwersten Krankheiten und Seuchen und hat der globalen Volksgesundheit schon jetzt massiv geschadet.
- Die Zölibatspflicht widerspricht in ihrer Konsequenz unseren Guten Sitten.
- Keine individuelle Selbstbestimmung.
- Gehorsam statt Anstand und Gewissen: Ein Pfarrer, der die Mutter seines Kindes heiratet, wird entlassen und verliert seine Lebensgrundlage, aber ein Pfarrer, der Kinder missbraucht hat, wird beschützt und kann weiter Priester bleiben.

[…] Der Umgang mit den Missbrauchsfällen durch die Kirche, das gezielte Verstecken der Täter und die Einschüchterung der Opfer zeigen deutlich die Missachtung unseres Staates und unserer Gesetze. Dafür trägt der Papst die Verantwortung.
Es ist ein schlimmer Affront für die Opfer dieses verbrecherischen Handelns, aber auch für jeden rechtschaffenen Bürger, wenn der Hauptverantwortliche für dieses kriminelle Verhalten der Kirche jetzt im Deutschen Bundestag reden darf.
Wie sollen wir das unseren Kindern erklären, wenn wir sie zu Anstand und Rechtstreue erziehen wollen?
(aus dem Offenen Brief der GBS-München an die Bundestagsabgeordneten)

Lieber werfen sie deutsche Politiker den obersten Vertretern der Täter an den Hals und maßregeln die ganz wenigen Atheisten - wie Rolf Schwanitz.

ZdK-Mitglieder sind beispielsweise Philipp Rösler, Barbara Stamm, Wolfgang Thierse, Winfried Kretschmann, Ministerpräsident a.D. Dieter Althaus, Minister Bernd Busemann (NDS), Minister Georg Fahrenschon (BY), Alois Glück, Julia Klöckner, Armin Laschet, Hildegard Müller (Merkel-Intima) und Christa Nickels.

Da sich die Volksvertreter überwiegend so schändlich verhalten, bleibt in diesem Fall dem Volk nur das Mittel der Notwehr.

Sich gegen die Klerikalverbrecher wehren kann man nur effektiv, indem man - gläubig oder nicht - der ORGANISATION Katholische Kirche den Rücken kehrt.
Weniger Mitglieder bedeutet weniger Geld (aus Kirchensteuern - die anderen staatlichen Mittle fließen leider auch weiter in Milliardenhöhe) und weniger Einfluss.
Die Zeichen, die während des Pontifikats des Kinderschändungsvertuscher-Papstes Ratzinger gesetzt wurden, sind beachtlich.

Allein die Tatsache, daß das Hass-Portal Hakenkreuznet Zeter und Mordio schreit, beweist schon die Richtigkeit des massenhaften Kirchenaustritts.

87.4 Prozent der vom Pastoralkonzil befreiten deutschen Katholiken praktizieren ihren Glauben nicht. [… ] Die katholischsten Gebiete Deutschlands befinden sich in der ehemaligen DDR. Aufgrund der äußeren Umstände war die dortige Kirche über lange Jahre von der altliberalen Konzilsdekadenz, der kapitalistischen Verfettung und dem kirchliche Sexwahn bewahrt. Außerdem wurde die Kirche in der DDR von der Politik ausgeschlossen. Sie mußte darum – wohl oder übel – bei ihrem Kerngeschäft bleiben.
(Brechmittelnet 07.09.11)

Die Zahlen übernimmt das anonyme Fundamentalistenportal von der deutschen Bischofskonferenz, die tatsächlich in den „Eckdaten des Kirchlichen Lebens in den Bistümern Deutschlands 2010“ schreibt, daß nur noch 12,4% der Kirchenmitglieder regelmäßig Gottesdienste besuchen.

2010 gab es noch 24,6 Millionen Katholiken in Deutschland - also gerade mal drei Millionen Gottesdienstbesucher.
Das entspricht also 2,4% der Gesamtbevölkerung!

Es wurden 252.965 Katholiken beerdigt und 181.193 traten aus der RKK aus.
Dem standen 170.339 Zwangseintritte (vulgo „Taufe“) und 3576 Kircheneintritte (davon 3118 ehemalige Protestanten ~ 87%) gegenüber.

Kreuznets Darstellung des ach so gläubigen Osten Deutschlands ist nur halb wahr.

Tatsächlich ist dort der relative Anteil der Kirchenmitglieder, die auch regelmäßig in die Kirchen gehen hoch.
Aber die absoluten Zahlen der katholischen Kirchenmitglieder sind verschwindend.

Während westdeutsche Großdiözesen wie Köln, Münster, Freiburg oder Stuttgart jeweils über rund 2 Millionen Katholiken gebieten, herrscht in den neuen Bundesländern Diaspora.

Die von Kotz.net gelobten Diözesensind winzig.
(Deutscher Spitzenreiter ist ausgerechnet die Diözese Erfurt. Dort trat der deutsche Apostat Martin Luther im Juli 1505 bei den Augustinern ein. In dem Bistum beträgt die Zahl der praktizierenden Katholiken 21.4 Prozent. In Görlitz und Dresden-Meißen nehmen 20.7 Prozent der Katholiken am kirchlichen Leben teil - Kreuznet)

Erfurt hat 154.000 Katholiken, Görlitz ganze 29.000 und Dresden-Meißen 140.000.

Im gesamten Bistum Görlitz besuchen gerade mal 6.000 Bundesrepublikaner regelmäßig den katholischen Gottesdienst.

Ich bin mir da gewissermaßen mit Kreuznet einig - es ist eine lobenswerte Zahl.

Wenn sich in allen Diözesen die Gottesdienstbesucher auf vierstellige Zahlen runter schrauben, wäre das sehr zu begrüßen.

Samstag, 3. September 2011

Widerlinge

Wirft man die Begriffe „Kinderficken“, „Raffgier“, „Faschismus“ und „Kirche“ in einen Topf, rührt kräftig um bis es eine einheitlich braune Masse ergibt, bekommt man die Legionäre Christi; LC, die römisch-katholische Kongregation päpstlichen Rechts.

Sie sind ultra-extrem-fundamentalistisch konservative Fanatiker, die 100% papsttreu agieren.

Obwohl ich schon oft damit eine Bauchlandung gemacht habe, sind die katholischen Legionäre ein Verein, bei dem ich die Worte „schlimmer geht’s nimmer“ benutzen möchte. Asoziale homophobe, misogyne, antisemitische Nazis, die paramilitärisch organisiert „Knaben schänden“.

Bevor ich in den Fängen der Sekte der Widerwärtigen lande, möchte ich lieber 24 Stunden pro Tag meine Finger in der Autotür klemmen, während ich von Helmut Kohl vergewaltigt werde und dazu ein Konzert von Fingernagelkratzen auf einer Wandtafel anhöre.

Ratzi hingegen, der alte Mann im Kleid, findet die LC toll.

Kinderfickende Nazis ersetzten auf Geheiß Woytilas und Ratzingers die verhassten südamerikanischen „Befreiungstheologen“, die sich für die Armen einsetzen und den faschistischen Mörder-Diktatoren kritisch gegenüberstanden.

Nachdem das Gespann Woitlya/Ratzinger in Lateinamerika durch den Kampf gegen die Kirche der Armen und die Befreiungstheologie (Ratzingers Angst vor der Kirche der Armen) den Boden für ein explosives Wachstum der Neuevangelikalen bereitet hatte, sollten die Legionäre Christi das Terrain zurückerobern. Diese Ordensmiliz, die man in Lateinamerika ob ihres immensen Reichtums "Millionäre Christi" nennt und der man gewiss keine besondere Liebe zum II. Vatikanum nachsagen kann, wurde unter Johannes Paul II. auf jegliche erdenkliche Weise gefördert und setzt unter Benedikt XVI. ihre Eroberungen in der römischen Zentrale erfolgreich fort.
Der Mexikaner Marcial Maciel, Gründer dieser Vorhut des neuen rückwärts gewandten Katholizismus, war ein gewissenloser bisexueller Priester, der sich ausgiebig als Kinderschänder betätigt hat. Auch an dieser Stelle kommt die Pädosexualität keineswegs aus der konzilstreuen Ecke.
(Peter Bürger 02.04.2010)

Ratzinger, den man sicherlich als notorischen Lügner bezeichnen darf, steht bis heute an der Seite der Täter und behauptet gar nicht gewußt zu haben, was bei Maciel so getrieben wurde.

Tatsächlich aber hatten zehn Opfer, die von Marcial Maciel in den 50er-Jahren im römischen Seminar missbraucht worden waren, den Vatikan schon vor 30 Jahren verständigt. Seit 1983 war auch Papst Johannes Paul II. über die Missbräuche informiert. Doch er schätzte den Ordensgründer und lobte noch 1994 öffentlich dessen «effiziente Führung für die Jugend». 1997 sagte die Gruppe der zehn Opfer vor den Medien, Maciel habe Hunderte Knaben missbraucht.
Ein Jahr später erhob die Gruppe Anklage gegen Maciel bei der Glaubenskongregation, die unter Kardinal Ratzinger für alle schwerwiegenden Missbrauchsfälle in der Kirche zuständig war. Ratzinger aber war nie bereit, die Gruppe der Opfer anzuhören und gegen Maciel etwas zu unternehmen. Worauf sich die Gruppe 2002 bei der UNO Gehör verschaffte und im Genfer Palais des Nations die Medien über die Untätigkeit der Glaubenskongregation informierte.
(Tagesanzeiger 02.05.2010)

Der Priester Maciel Marcial Degollado, (1920–2008), Gründer des einflussreichen Ordens "Legionäre Christi" und Multimillionär war der erklärte Liebling des Papstes Johannes-Paul II.
Da er sagenhafte Summen in die Kasse der RKK spülte, drückte der Wächter der Glaubenslehre Ratzinger alle Augen zu.
Maciel Marcial Degollado hatte mindestens fünf Kinder von zwei Frauen und vergewaltigte darüber hinaus mehrere Dutzend (bis zu 100) Jungs.
Die Vorgehensweise war laut STERN immer gleich:
Vater Maciel rief die ca 12-Jährigen Jungs zu sich, klagte über „schmerzhaften Samenstau in den Hoden“, müsse sich zur Abhilfe masturbieren lassen und dabei auch Kinder penetrieren.
Er erklärte dazu, er habe eine persönliche Erlaubnis von Papst Pius XII „die Schmerzen im uro-genitalen Bereich“ derart zu behandeln.
Hochwürden Samenstau bevorzugte dabei blonde und hellhäutige kleine Jungs, die ihm seine „Legionäre“ weltweit suchten und zuführten.
Seit 1976 wurden Berichte über diese Kindesvergewaltigungen nach Rom geschickt.
Man hielt dort immer die schützende Hand über Maciel. JP-II ("Maciel ist ein vorbildlicher Priester") würdigte ihn 2004 mit einem Empfang im Petersdom, Ratzinger stellte die Untersuchungen gegen ihn bereits 1999 ein.

Der Oberlegionär, der Keuschheit geschworen hatte und die Lehre von der Enthaltsamkeit mit militärischer Gründlichkeit in der Welt zu verbreiten trachtete, poppte selbst so ziemlich alles, das einen Puls hatte.

Seit den 1960er Jahren bestanden Vorwürfe gegenüber P. Maciel, drogenabhängig zu sein und Seminaristen sexuell missbraucht zu haben. Opfer waren offensichtlich auch minderjährige Jungen der Apostolischen Schulen (Knabenseminare). Die Vorwürfe bestätigten sich nach und nach. Die Kongregation für die Glaubenslehre verzichtete im Jahr 2006 aufgrund seines hohen Alters auf ein Verfahren und bat den Pater, ein zurückgezogenes Leben des Gebets und der Buße ohne jeglichen öffentlichen pastoralen Dienst zu führen. P. Maciel starb am 30. Januar 2008. Nach seinem Tod wurde bekannt, dass er – obwohl er öffentlich für den Zölibat eintrat – Kinder in Spanien, Mexiko und der Schweiz gezeugt hatte.
Im Rahmen der Apostolischen Visitation wurde bekannt, dass er mindestens zwei weitere Kinder mit einer weiteren Frau hatte. Laut einer Meldung von kath.net wurde Maciel vorgeworfen, „Seminaristen missbraucht“ und „ihnen die Absolution für gemeinsam begangene sexuelle Handlungen erteilt“ zu haben. Der sexuelle Missbrauch von Jungen in den ordenseigenen Häusern wurde inzwischen auch von den Legionären bestätigt.
(Wiki)

Papst und Kardinäle drücken stets alle Augen zu und hielten ihre schützenden Hände über die LC.

Der Bruch des Zölibatsgelübdes wurde auch von Kardinal Francisco Javier Errázuriz Ossa, Santiago de Chile, eher heruntergespielt und als Ausdruck „von zwei unterschiedlichen Persönlichkeiten“ interpretiert. Maciel sei „ein armer (natürlich nicht im materiellen Sinne, der Autor!) Mensch gewesen“. Brisant wird die Bedeutung der Visitation durch weitere Dokumente, denen zufolge es innerhalb des Ordens und im Regnum Christi weiterhin ein „Netzwerk von Pädophilen“ geben soll.
[…] Die Zeugnisse der Ex – Legionäre waren seit [1997] in der gesamten Spanisch sprechenden Welt sowie in den USA oder in Irland bekannt. In den USA wurde eine eigene DVD (»Vows of Silence«) zu dem Thema produziert, außerdem gibt es eigene Foren und Internetauftritte der Opfer wie www.exlc.org oder www.exlcesp.com.
Selbstverständlich wusste auch der Vatikan davon! Die Akten wurden schließlich von den römischen Behörden gelesen. Formal wurde eine Verteidigerin der Kläger ernannt, die Kirchenrechtlerin Martha Wegan. Aber von päpstlicher Seite wurde nichts gegen den Generaldirektor unternommen.
(Christian Modehn 13.12.2009)

Der Fisch stinkt aber nicht nur vom Kopfe her - Ausbilder Pater Maciel hat ganze Arbeit geleistet. Die knapp 2000 Ordensmitglieder (darunter knapp 800 Priester) und 70.000 Laien vergewaltigen und quälen ebenfalls gerne heranwachsende Jungs.
Sexueller Missbrauch an minderjährigen Jungen durch LC-Geistliche ist inzwischen in Chile, Italien, Spanien, den USA und Deutschland (Erzbistum Freiburg) bekannt geworden.

Während Ratzingers Amtszeit als oberster Vatikan-Inquisitor überschüttete man den Ordenschef Maciel mit Ehrungen. Die vielen vergewaltigten und gequälten Kinder sind dem jetzigen Papst offenbar zumindest minderwichtig gewesen. Kein Wunder, denn die LC sind steinreich. Und Geld hat Ratzingers Organisation („Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt“) am liebsten.

Tatsache ist, dass der Orden mit seinen 800 Priestern weltweit über äußerst erhebliche Geldmittel verfügt. José Barba, als ehemaliger Legionär ein Insider, schätzt den Jahreshaushalt des Ordens auf mehr als 500 Millionen Euros, praktisch das Dreifache das Haushalts des Vatikans. Das gesamte Vermögen des Ordens beziffert es auf mehr als 20 Milliarden Euro, aber dies seien Schätzungen, weil ja auch über das Vermögen dieses Ordens, Geheimhaltung besteht.(14) Dieser unermessliche Reichtum ist Resultat einer langjährigen Verbundenheit mit den ökonomischen „Eliten“ in Mexiko, Spanien, Chile usw. Es ist bekannt, das der mexikanische Multimillionär Carlos Slim, einer der reichsten Männer der Welt, ein alter Freund der Legionäre ist.
(Christian Modehn 13.12.2009)

Passend zum Papstbesuch in Deutschland, breiten sich die bisher im Erzbistum Köln aktiven Christuslegionäre (Kardinal Meisner ist ihr größter Förderer in Deutschland) weiter aus.
Sie werden sich im bayerischen Neuötting (Bistum Passau) ansiedeln.

"Wir hätten auf die verzichten können", heißt es da bis hinauf in die Bistumsleitung. Was man von den Legionären Christi wisse, "hat uns nicht in allen Punkten gefallen".
Die Legionäre sind nicht nur erzkonservativ und in einer Reihe zu nennen mit Opus Dei und den Piusbrüdern. […]
Mit militärischem Eifer - passend zum Namen - täten diese Leute ihren Dienst an Gott, sagt ein katholischer Geistlicher aus Passau. Eine Haltung, die so gar nicht zum heutigen Verständnis von Kirche passe. "Wenn die anfangen sollten zu missionieren, dann wird es problematisch", heißt es in der Diözese.
[…]
Erwin Albrecht, der bis 1993 Stadtseelsorger in Ingolstadt war, berichtete, wie Jugendliche, die mit den Legionären in Kontakt standen "mehr und mehr fanatisch geworden" seien.
Nachzeichnen kann man auch die für Ordensleute ungewöhnlichen Kontakte zu Prominenten und ein ebenfalls ungewöhnliches Streben des Ordens nach Einfluss und vor allem Geld.
[…]
Wieso tut man sich so eine belastete Gruppe an im Bistum Passau? Weil man ihnen eine Chance geben sollte und vielleicht auch viel Gutes in der Gruppe stecke, sagt ein Passauer Geistlicher, der ihnen nicht allzu wohl gesonnen ist. Hat der Umzug vielleicht damit zu tun, dass Bischof Wilhelm Schraml als konservativ gilt?
Soll sein Bistum zu so etwas wie einer reaktionären Zelle werden, wie manche verschwörerisch tuscheln?
(Franziska Brüning und Max Hägler 02.09.2011)