TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!
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Samstag, 10. September 2011

Wie Schwarzgelb wieder Wahlen gewinnen will.


Jutta Ditfurth saß Ende der 80er Jahre (kann auch 1990 gewesen sein) mal in einer der legendären monothematischen Kirchenrunden Freitagabends bei Lea Rosh (eine der letzten guten Moderatorinnen für Talkshows).
Für die Kirche sprachen dort üblicherweise Elisabeth Motschmann, Frau Waschbüsch oder der damals noch als kommender Superstar der Konservativen geltende Weibischof Kurt Krenn.
Damals war er noch fett und (selbst-)zufrieden. Noch nicht von Pädo-Pornoaffären und Krankheit gezeichnet. Dennoch verstand er es wunderbar sich um Kopf und Kragen zu reden.
Er wurde zum Aushängeschild für all diejenigen, die sich endgültig von der RKK lösten.
Schon vor 20 Jahren rannten der Kirche die Mitglieder weg und auf Lea Roshs Frage an Ditfurth, was sie dem Bischof raten würde, damit die Gläubigen der Institution Kirche wieder mehr vertrauten, lehnte sie sich zurück und sagte: „Gar nichts.“
Sie habe gar kein Interesse daran der Kirche zu helfen und begrüße es, wenn diese Mitglieder verliere.
Das war damals noch ziemlich starker Tobak!
Die meisten Kritiker bischöflicher Widerlinge à la Krenn meinten es schließlich gut mit „der Kirche“ und rieten zum Wohl des Christentums zu weniger aggressiven Tönen.

Es war auch deshalb eine schöne Antwort Ditfurths, weil es ohnehin so offensichtlich war, was man tun müsste, um die Kirche sympathischer erscheinen zu lassen.
Nämlich das Gegenteil all dessen, was Krenn sagte.


Mit geht es mit den sogenannten bürgerlichen Parteien ganz ähnlich.
Was sie alles falsch machen ist offensichtlich.
Ich maße mir an, daß ich durchaus einige Ratschläge geben könnte, wie FDP und CDU es anstellen könnten wieder sympathischer und erfolgreicher zu werden.

Aber da ich ein schlechter Mensch bin, werde ich das natürlich nicht tun.
Ich begrüße schließlich die Entwicklung der Wahlumfragen für Schwarzgelb.
Die FDP will sich selbst abschaffen? Perfekt!

Ich bin heute ganz Ditfurth und lehne mich genüßlich zurück während die Röslers, Pofallas, Westerwelles, Merkels, Friedrichs, Söders, Niebels und Schäubles mit ihrem kollektiven Parteien-Suizid auf Raten beschäftigt sind.

(Außerdem ist das ausgleichende Gerechtigkeit! Wie lange gibt es schon die automassakrierenden Tendenzen in der SPD!)

Aus dem niedersächsischen Kommunalwahlkampf erreichen mich allerdings zwei schöne eigene Ideen der Wespenfarbigen, die ich als bemerkenswert erachte.
Da haben CDU und FDP immerhin mal klar analysiert wie ihre Lage ist und womit man den Wähler noch locken könnte.

Beispiel FDP:

Die Ratsfrau Brigitte Glinka aus Schwanewede weiß womit sie noch punkten kann:

„152 cm. Wählen Sie das kleinere Übel. Brigitte Glinka. FDP“



Dass man zumindest versuchen kann, den Wahlkampf mit Humor zu nehmen, zeigt eine liberale Kandidatin in Schwanewede, die - auf ihre Körpergröße von 152 Zentimetern anspielend - für sich als das "kleinere Übel" wirbt. Das offenbart tiefe psychologische Selbsterkenntnis, Brigitte Glinka! Doch ob klein oder groß - Übel bleibt Übel, oder nicht?
(Michael Rabba 03.09.2011)


Beispiel CDU:

Selbst in einer der bundesweit stärksten CDU-Hochburgen Vechta dämmert es der Jungen Union, daß ihre Partei so abstoßend ist, daß man sie nur unter Drogen ertragen kann.
Daher füllt sie nun Erstwähler mit Alkohol ab.
CDU schöntrinken - der letzte Rettungsanker?

Die CDU in Steinfeld lockt junge Wähler mit Freibier. Am Abend vor der Kommunalwahl am Sonntag laden der Ortsverband und die Junge Union zur Erstwählerparty. Die Unabhängige Wählergemeinschaft kritisierte die Feier: Der CDU sei beim Stimmenfang jedes Mittel recht. "Der Einsatz von Alkohol als Wahlkampfmittel bei Jugendlichen ist wirklich das Allerletzte."
(dpa, 09.09.2011)

Samstag, 28. Mai 2011

Willkommener Redner - Teil VI

Ende September 2011 wird der Kondomifex Maximus für ein paar Tage in Deutschland weilen.
Das gefällt nicht jedem und ich gehöre zu den Gegnern einer Papstrede vorm Bundestag.
In loser Folge möchte ich bis September, neben den schon Genannten, weitere Argumente folgen lassen.

Als oberster Inquisitor der Organisation, der er jetzt vorsitzt, hatte Ratzinger fast 25 Jahre lang die Aufklärung von sexuellen Übergriffen seiner Priester auf kleine Jungs unterdrückt.
Ja, sogar unter Androhung schwerster Kirchenstrafen verlangt, daß solche Vergewaltigungen von Kindern nicht Polizei und Staatsanwaltschaften gemeldet werden dürften.

Unter Missbrauch von Kindern versteht man im katholischen Zusammenhang überwiegend sexuelle Attacken von Griffen in die Hosen der Kleinen bis hin zur analen Penetration.

Eine andere Variante sind die nicht sexuellen Gewalttaten, die bis heute verniedlicht werden. ("A Watschn")
Jesuitenpater, die Kinder bis zur Bewußtlosigkeit geprügelt haben, sind immer noch angesehene Ordensmitglieder; Walter Mixa ist nicht laisiert und dann gibt es noch den Papstbruder Georg Ratzinger, der derartig auf seine Chorkinder eindrosch, daß ihm in der Rage schon mal sein Gebiss aus dem Mund flog.

Für den Papst ist das alles nicht besonders störend. Konsequenzen hat er nicht gezogen.

Vergessen wird beim Thema katholischer Kindesmissbrauch aber der psycho-soziale Druck, der damit einhergeht, wenn man Kinder schon bei der Erstkommunion einschärft zu beichten, weil sie mit der Erbsünde geboren wären. Also grundsätzlich schlecht wären.
So macht man eine Kinderseele systematisch kaputt und bricht die normale psychische Entwicklung schon bevor die Pubertät einsetzt.
Dann wird es aber erst richtig brutal, indem völlig normale Entwicklungsschritte, wie das Erwachen des sexuellen Interesses, verdammt werden.

Wie verkommen und pervers ist es eigentlich Pubertierenden ständig ein schlechtes Gewissen einzureden und mit der Hölle zu drohen, nur weil sie körperlichen Veränderungen unterliegen, die unausweichlich sind?

Ich denke dabei auch an meine Oma, die am Ende des 19. Jahrhunderts als Linkshänderin geboren wurde und deswegen die ganze Schulzeit über wie selbstverständlich dafür geprügelt wurde.
Sobald die Lehrerin sie erwischte, daß sie die Feder in der linken Hand hielt, wurde mit einem Rohrstock auf ihre Fingerkuppen geschlagen bis sie blutig waren.
Religion eben - es darf nicht sein, was nicht sein soll und wenn eine Sechsjährige es wagt mit der linken Hand zu schreiben, muß ja der Teufel in ihr strecken, der mit Prügeln ausgetrieben werden muß.
Das war die Christliche Moral, nachdem 1900 Jahre an ihr gefeilt wurde.

Ob man es glaubt oder nicht - aber selbst die von Natur aus Unfehlbaren liberalisieren sich ganz langsam.
Inzwischen werden auch Linkshänder und sogar Schwarze unter den Bischöfen akzeptiert.

Aber die normale psychosexuelle Entwicklung eines Kindes wird immer noch oft belastet und erschwert.
Mal mehr und mal weniger.
Es gibt unter dem Dach der RKK Orden, die in ihrer fanatischen Sekten-artigen Struktur ihres gleichen suchen.
Marienkinder, Engelwerker, FSSPX-Schulen und viele andere mehr haben sich darauf spezialisiert systematisch Heranwachsende zu quälen.

Selbst die meisten Bischöfe und konservativste Theologen wenden sich entsetzt von dieser mittelalterlichen Kinderfolter ab.

Eine dieser Perversenorganisationen sind die von Jesuiten-Pater Andreas Hönisch in den 1980er Jahren gegründeten Diener Jesu und Mariens (Servi Jesu et Mariae - Ordenskürzel: SJM)
Die Vatikanische Ecclesia Dei-Kommission erkannte die SJM 1994 als Kongregation päpstlichen Rechts an.

Die Kongregation zählte im Januar 2008 28 Priester, 3 Diakone, 11 Studenten, 4 Novizen und einen Bruder. Die Gemeinschaft ist im Jahre 2010 außer in Österreich und in Deutschland auch in Frankreich, Albanien, Rumänien, der Ukraine und der Kasachischen Republik tätig. Sie zählt im Jahre 2010 rund 50 Mitglieder, davon 30 Priester.
(Kathpedia)

Der streng fundamentalistische Orden entspringt dem Katholiban-Umfeld des Ex-Chefs der Diözese St. Pölten, Bischof Krenn, der in seinem Priesterseminar eine pädosexuelle Subkultur schuf.
Die Servi Jesu et Mariae betreiben in Bayern und Hessen Internate, einen Verlag und ein Kolleg.
Ihre ultrafundamentalistische Ausrichtung führte aber dazu, daß sie 1995 durch Bischof Viktor Josef Dammertz aus dem Bistum Augsburg verwiesen und das Stammhaus in Markt Rettenbach geschlossen wurde.

Im Oktober 2006 zog auch der Bischof von Fulda, Heinz Josef Algermissen die Notbremse und verscheuchte die SJM aus seinem Sprengel.

„Seelsorge“ ist den SJM-Priestern in Deutschland untersagt, aber durch seine 2500 Mitglieder starke Tochterorganisation KPE, die „Katholische Pfadfinderschaft Europas“ läßt man die Kinderquäler auch in Deutschland ihr Unwesen treiben.

Nach Hans-Gerd Jaschke von der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege Berlin wird die KPE von Bibelfundamentalismus, Antisemitismus und völkischem Nationalismus geprägt.
[…] Als Beleg für die Einbindung in einen katholisch-fundamentalistischen Zusammenhang werden vor allem die SJM genannt die mit konservativen katholischen Gruppen, unter anderem der Priesterbruderschaft St. Petrus, der Aktion Leben und Una Voce, zusammenarbeiten. Ihnen werden Kontakte zu Lefebvre-Anhängern und dem Engelwerk nachgesagt. Heinrich von Soden-Fraunhofen, Weihbischof im Erzbistum München und Freising, erklärte 1995, dass sich „in der apokalyptische Deutung des Weltgeschehens (…) die Gedankenwelt der KPE mit der des Engelwerks“ verbinde.
(Wikipedia)

Keuschheit und Gehorsam werden bis zur völligen Pervertierung den Kindern eingetrichtert.

Wenn auch das Gelübde der Keuschheit keiner näheren Erklärung bedarf, so ist es doch von zentraler Bedeutung, da in ihm in besonderer Weise unsere vollkommene Bindung an Christus zum Ausdruck kommt. Mit dem Gehorsam verbindet sich für uns eine besondere Treue zum Papst und zum Lehramt der Kirche. Im Bischof von Rom sehen wir den Stellvertreter Christi auf Erden, den Garant der kirchlichen Einheit und den Fels, an den es sich zu halten gilt. Aus diesem Grund bemühen sich die Mitglieder der SJM, „in ganz besonderer Treue zum Papst und seinem höchsten Lehramt zu leben, und sich als wertvolle Mitarbeiter in der Bewahrung der Einheit der Kirche und der Reinheit des Glaubens zu erweisen“ (aus dem päpstlichen Errichtungsdekret). Konkret bedeutet das natürlich auch, dass wir in allen Dingen, die nicht Sünde sind, den Oberen Gehorsam leisten.
[…] Unaufgebbarer Bestandteil unserer Spiritualität ist die Weihe an das Heiligste Herz Jesu und das Unbefleckte Herz Mariens, deren Diener wir in Wahrheit sein wollen. Diese Weihe ist von jedem einzelnen täglich zu erneuern und zu leben.
(sjm-congregation.org)

Kinder, welche die KPE anfangs für ein großes Abenteuer halten, werden bald eines Besseren belehrt, wie das WDR-Magazin Monitor schon 2004 berichtete:

Glaubensunterricht statt Abenteuerspiele.
Und ein Weltbild, das nur noch gut und böse kennt.

Tobias Funke: "Auch einmal hat er uns erzählt, wenn Krieg herrscht kämpfen Teufel und Engel gegeneinander. Teufel ist das Land, wo nicht der Glaube herrscht, wo Gott hat – der richtige Gott ist, also unser Gott – und der Teufel ist, dass die 'nen andern Glauben haben. Einfach zum Beispiel der Buddhismus oder Orthodoxe oder so was."

"Heiliger Krieg" gegen Andersgläubige? Die Eltern nahmen ihre Söhne aus der Gruppe heraus, nachdem der Kleinere immer wieder von Alpträumen geplagt wurde. Die katholisch gläubigen Funkes fühlten sich getäuscht vom Etikett "katholisch" und "Pfadfinderschaft".

[…] Sabine Cosani hat über die Pfadfinder ihre Schwester an eine KPE-nahe Sekte verloren. Sie warnt heute vor dieser Organisation – und weiß, wovon sie spricht. Sie war selbst Landesfeldmeisterin der „Katholischen Pfadfinderschaft Europas“. Der wahre Charakter der KPE, sagt sie heute, sei ihr erst sehr viel später richtig bewusst geworden.

Sabine Cosani, ehem. Landesfeldmeisterin KPE: "Wenn man in der KPE Mitglied ist, kann es einem passieren, dass man in Organisationen rutscht, die sich sagen wir mal am extrem rechten Rand der katholischen Kirche bewegen, die man teilweise auch schon als Sekten bezeichnen muss. Die Folge ist dann, dass man, das ist das Beispiel meiner Schwester, völlig abgeschottet wird von der Umwelt, dass man einer Hörigkeit eines Anführers dieser Gruppierung unterworfen ist, dass man seine Berufsausbildung bzw. sein Studium abbricht, dass man offensichtlich dazu genötigt wird, jegliche Kontakte zu Familie und Freunden abzubrechen. Das sind Dinge, die einem passieren können, und das sind Kennzeichen einer Sekte. Und wenn das sozusagen die Folge einer Mitgliedschaft in der KPE gewesen sein soll, dann ist das natürlich für niemanden zu wünschen, und das macht die KPE extrem gefährlich in meinen Augen."
[…] "Man kann sagen, dass die KPE für die Extremen im Rechten Lager der katholischen Kirche angesiedelten religiösen Gruppierungen in gewisser Weise als Rekrutierungsorganisation fungiert."
(MONITOR vom 22.07.2004)

Kinder psychisch zu drangsalieren und sie in Abhängigkeit zu treiben genügt den braunen Patres aber noch nicht - hinzu kommt noch ein ordentlicher Schuß faschistoiden Weltbildes:

Welche Inhalte hat die „Katholische Pfadfinderschaft Europas“?
In der offiziellen Mitgliederzeitschrift der KPE geht es zum Beispiel um den "Bestand des deutschen Volkes".
Und das ist damit gemeint:
"Man kann nicht daran zweifeln, dass das deutsche Volk in seinem biologischethnischen Bestand und in seiner kulturellen religiösen Identität aufs Schwerste bedroht ist". Anderswo ist von einer "Studie zur politisch moralischen Grammatik nach Auschwitz" die Rede. Dort fühlt man sich vom "Bannstrahl des Antisemitismus" verfolgt.
Was haben solche extremen politische Positionen mit Pfadfindertum zu tun?

„ Prof. Hans-Gerd Jaschke, Rechtsextremismus-Experte: "Mir sind bei der Durchsicht der Texte vor allen Dingen drei Sachen aufgefallen. Zum einen, christlicher Fundamentalismus, zum Zweiten, antisemitische Anspielungen und Töne und Ressentiments und zum Dritten völkischer Nationalismus. Man muss deutlich betonen, dass die beiden letzteren Teile, also völkisches Denken und auch natürlich antisemitische Anspielungen deckungsgleich sind mit dem modernen Rechtradikalismus."
(MONITOR vom 22.07.2004)


Warum aber ist so eine kinderquälende rechtsradikale Horrororganisation nicht verboten?

Sie hat einen ziemlich prominenten Fürsprecher.
Einen Bayern namens J. Ratzinger, der zur Zeit einen Job im Petersdom ausübt.

Am 28. Februar 2003 Jahr lobte Ratzinger die KPE in einem Schreiben seines Sekretariats ausdrücklich und empfahl "alle Unterstützung".

Stolz zitiert das Schloss „Haus Assen“, Zentrale der Jugendarbeit der katholischen Ordensgemeinschaft Servi Jesu et Mariae (SJM):

„… dass diese Ordensgemeinschaft ganz auf dem Boden der Lehre und Praxis der katholischen Kirche und diese auch in ihrem Internat und in der geplanten Schule weitergeben will, wie es jede katholische Schule tun soll.”
„… die Jugendarbeit … ist … durchaus positiv einzuschätzen und gibt vielen jungen Menschen eine solide Grundlage für ihren Weg im Leben …”
„So darf man hoffen, dass das vorgesehene Gymnasium wie auch das Internat im Raum des Lippetals zu einem positiven Faktor der Bildung junger Menschen zu verantwortungsvollen Staatsbürgern und gläubigen Christen werden wird, der alle Unterstützung seitens der Gemeinde verdient.”

Aus der Erklärung der Pontificia Commissio „Ecclesia Dei” N. 93/2004, Rom am 11. Juni 2004:
„Es besteht von seiten dieser Behörde kein Grund, Pater Hönisch [Generaloberer der Ordensgemeinschaft „Servi Iesu et Mariae”] als Person und katholischen Priester in irgendeiner Weise zu verdächtigen, oder ihn zu behindern, das seinem Ordensinstitut eigene Apostolat unter der Jugend auszuüben. Die Genehmigung zur Eröffnung eines Gymnasiums oder einer anderen Schule scheint uns unbedenklich und empfehlenswert, da wir überzeugt sind, dass diese Schule vollkommen im Geist der katholischen Kirche und gemäß ihrer Lehre geführt werden wird, wie ebenso auch in Befolgung aller entsprechenden staatlichen Vorschriften.”

(haus-assen.de/vatikan.php)


Ein Papst sollte ohnehin nicht vor dem Bundestag sprechen.

Aber schon gar nicht ein Papst, der so rechtsradikale, kinderfeindliche Positionen wie der Derzeitige vertritt.

Dienstag, 29. Juni 2010

Der Christ des Tages - Teil XXVI

Unser Bücherratz tut sich ein wenig schwer mit der Kommunikation, wie wir alle wissen.
Was außerhalb der Vatikanmauern vor sich geht, interessiert den Pontifex herzlich wenig.

Unvergessen sein bezeichnender Umgang mit einem US-Journalisten, der es wagte ihn auf offener Straße auf den Kinderfickerprister Lawrence Murphy anzusprechen, der mindestens 200 gehörlose Jungs sexuell molestiert hatte und von Ratzingers Glaubenskongregation nicht gestoppt wurde.
„This is unerhört“ blaffte der damalige Inquisitionschef Kardinal Ratzinger los und schlug dem Reporter erregt auf die Finger.



Im Papstpalast ist es viel netter - da wird erst gar keiner vorgelassen außer den zwei Georgs.
Wie viel Input aber mag schon auf diese Weise an das Ohr des Pontifex Maximus gelangen?
Der eine Georg, 86, hat seine Kräfte offensichtlich beim Verprügeln von minderjährigen Domspatzen in Regensburg verbraucht und ist jetzt schwer senil.



Der andere Georg, 55, auch genannt Georg McSexy, kann sich immerhin auf ein bißchen weltliches Wissen stützen, das er von seiner langjährigen „Bekannten“ und hochgeschätzten Ratgeberin Gloria von Thurn und Taxis erhält.
Die intellektuelle bayerische Fürstin („Der Afrikaner schnackselt halt gern“) kennt sich aus in der Welt und wird dafür von Hakenkreuznet geliebt.
Die geborene Mariae Gloria Ferdinanda Gerda Charlotte Teutonia Franziska Magarethe Frederike Simone Johanna Joachima Josefine Wilhelmine Huberta Gräfin von Schönburg-Glauchau wuchs unter anderem in Togo und Somalia auf.
Ihr wird enormer Einfluß auf Pater Gänswein nachgesagt.
Wenn jemand direkt zum Papst vordringen möchte, sollte er den Weg über die Heimatburg St Emmeram in Regensburg der Präfektin der Gebetsgruppe Marianische Frauencongregation „Mariä Verkündigung“ Regensburg (MFC) gehen.

Es ist nicht bekannt wie viele Duzfreunde der Papst hat, man darf aber getrost davon ausgehen, daß es sich dabei um ein überschaubares Grüppchen handelt.

Dazu gehören zwei Männer, die ebenfalls Zugang zum Stellvertreter Gottes haben.

Einer nutzte die pontifikale Protektion, um in ein hohes Bischofsamt zu gelangen - obwohl in Kirchenkreisen offenbar lange bekannt war, daß er ein zu Sadismus, Alkoholismus und Veruntreuung neigender Hedonist ist - Walter Mixa.

Zuletzt hatte der Bischof emeritus ("Bleib hier! Ich brauche deine Liebe!") allerdings die Größe seines Steines im päpstlichen Brett unterschätzt und zog gegen Marx und Zollitsch den Kürzeren.

776 km. Flugzeit: 01:45. Das sind die überaus günstigen Daten der Strecke Wien-Rom, die den anderen bekannten Papst-Duzer Kardinal Schönborn betreffen.
Er kommt einmal die Woche rüber zum gemeinsamen Mittagessen.

Anders als der realitätsentrückte Kollege Mixa („Mein Herz ist rein“) weiß der Wiener Oberbischof allerdings, daß die päpstliche Protektion Grenzen hat.

Alles darf man sich nicht rausnehmen.
Insbesondere beim Thema „Aufklärung sexueller Missbräuche durch Geistliche“ mag der Papst keine Kritik an der Vatikanischen Vertuschungstaktik.
Natürlich ist der konservative Wiener vorbelastet; anders als seine Kollegen, hat er nicht die Option zu behaupten „Also davon habe ich NICHTS gewußt!“.

Schönborn, 65, Sprößling der deutschen Adelsfamilie Schönborn, „verdankt“ seinen jetzigen Job immerhin einem der peinlichsten Knabensexskandale des 20. Jahrhunderts.
1995 wurde er zum Koadjutor der Erzdiözese Wien und sollte dem notorischen Päderasten Hans Hermann Kardinal Groër auf die Finger klopfen.
Die über Jahrzehnte andauernden Sexattacken des geilen Kardinals auf kleine Jungs führten fast zu einer Implosion der Österreichischen Kirche.
Selbst Groërs Bischofskollegen stellten sich schließlich gegen ihn.
1998 bekundeten Christoph Schönborn, Johann Weber, Georg Eder und Egon Kapellari, dass sie zur „moralischen Gewissheit“ gelangt wären, dass die Vorwürfe gegen Groër „im Wesentlichen zutreffen“.

Groërs Kumpel Kurt Krenn folgte 2004 ins absolute Abseits, nachdem sein Priesterseminar als Hort von Kinderpornos und homosexueller Übergriffe auf die Seminaristen („Bubenstreiche“ - O-Ton Krenn) auffällig geworden war.

Nun ist für den Papst endgültig Schluß mit den Schmuddelsexgeschichten in Österreich.
Das bedeutet nach Ratzinger-Lesart „Schluß mit Aufklärung und Kritik an Vertuschung“.

Nach Vatikanischer Sicht gab es nur Ärger, wenn Bischöfliches Kinderbefummeln öffentlich wurde.
Folgerichtig ließ sich Seine Heiligkeit auch keine Widerworte des Wiener Katholenchefs gefallen und zwang ihn zurück zu rudern, als Christoph Kardinal Schönborn jetzt aufmuckte.

Er hatte Sodano vorgeworfen, während seiner Amtszeit die Ermittlungen gegen den früheren Wiener Erzbischof Kardinal Groer behindert zu haben. Außerdem habe Sodano die Opfer sexuellen Missbrauchs beleidigt, indem er das Thema als "Geplapper" abgetan habe. Schönborn war am Montag vom Papst in einer Audienz empfangen worden. Bei dem Gespräch, bei dem auch Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone und dessen Vorgänger Sodano anwesend waren, musste der Wiener Erzbischof einen Rüffel des Heiligen Vaters einstecken. Laut einem Kommunique des Pressesaals des Vatikans „wollte“ Schönborn bei der Unterredung „einige Aspekte kirchlicher Disziplin“ klarstellen, ebenso wie „gewisse Urteile betreffend die Haltung des Staatssekretariats, insbesondere unter dem seinerzeitigen Staatssekretär von Papst Johannes Paul II...bezüglich des verstorbenen Kardinals Hans Hermann Groer“. Papst Benedikt XVI. unterstrich laut dem Pressekommunique zudem gegenüber Schönborn in Hinblick auf dessen Aussagen über Sodano, dass, „wenn es sich um Anschuldigungen gegenüber einem Kardinal handelt, die Zuständigkeit ausschließlich beim Papst liegt.
(Salzburger Nachrichten)

Nun komme ich endlich zum Titel dieses Postings.
In vorrauseilendem Gehorsam benannte Kardinal Schönborn die CHRISTIN DES TAGES, Waltraud Klasnic, zur Opferbeauftragten der österreichischen Katholischen Kirche.

Die ehemalige steirische Landeshauptfrau soll eine unabhängige Kommission zu den Vorfällen zusammenstellen Seit Wochen vergeht nahezu kein Tag, an dem nicht ein neuer Missbrauchsfall im katholischen Umfeld bekannt wird: Deswegen erklärt die Kirche nun die ehemalige steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic zu ihrer Opferbeauftragten, wie Kardinal Christoph Schönborn nach Absprache mit den Bischöfen in der sonntäglichen ORF-Pressestunde verkündete. Der Kardinal, der mit Klasnic am Gründonnerstag zusammentreffen will, lobte "die soziale Kompetenz" der Präsidentin der Hospizbewegung und ehemaligen ÖVP-Politikerin.
(Der Standard im März 2010)

Eine Prima Wahl - ist Klasnic doch Trägerin des höchsten Vatikanischen Ordens, den der Papst an Laien vergibt.

Im Jahr 2003 wurde ihr der päpstliche „Gregorius-Orden für den Eifer in der Verteidigung der katholischen Religion“ verliehen.

Klasnic verteidigt in der Tat die katholische Religion - indem sie es schön billig für den Vatikan zu gestalten versucht und die finanziellen Entschädigungsforderungen der missbrauchten Kinder auf ein Minimum drückt.
Daß die Opferschutzorganisationen sauer auf die Christen des Tages sind, dürfte Papst Ratzinger nur darin bestätigen, daß sie gute Arbeit leistet.

Wie praktisch es ist, wenn Vertreter der TÄTER-Organisationen über Entschädigungen bestimmen, lernte auch die Deutsche RKK und lud auf dem jüngsten Kirchentag Vertreter der Opfer erst gar nicht ein- sie dürfen nicht mitreden.

Auch das Kloster Ettal läßt die mehreren hundert Opfer am ausgestreckten Arm verhungern, stellt das Ermitteln ein und hat nicht einen Cent Entschädigung gezahlt.

Die heute von der kircheneigenen Klasnic-Kommission angebotenen Entschädigungssätze (5.000 bis max. 25.000) werden von der kirchenunabhängigen Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt postwendend als neuerliche Beleidigung der Betroffenen strikt abgelehnt. Während die Kirchen-Kommission mehrfach betonte, großzügiger als die Judikatur sein zu wollen, ist der Maximalsatz mit EUR 25.000.- weit unter der ohnehin geringen gerichtlichen Schadenersatzsumme. Hier wurden für einen schweren Fall von Missbrauch bereits EUR 55.000 bezahlt. In Irland etwa, wurde im Schnitt jeder Betroffenen mit EUR 65.000.- entschädigt.

Unabhängigkeit wurde vorgetäuscht
.
Während Kardinal Schönborn ständig vormachen wollte, die Höhe der Entschädigung werde völlig frei und unabhängig von der von ihm eingerichteten und bezahlten Klasnic-Kommission festgelegt, hat er in der ZIB2 vom 23.6. eine Höhe von EUR 130.000,- als inakzeptabel zurückgewiesen. Dies ist ein trauriger Beweis dafür, dass die Klasnic-Kommission, wie von den Betroffenen immer vermutet, letztlich auf Zuruf ihres Auftraggebers Kardinal Schönborn zu agieren hat.”

Gerade eine Institution wie die röm.-kath. Kirche, die über ein Milliardenvermögen verfügt, ist nicht mal bereit, in der Höhe der -ohnehin geringen- gerichtlichen Praxis zu entschädigen. Keine Kommissionsmitglied und kein Mitglied der Bischofskonferenz würde sich für EUR 15.000.- einer jahrelangen Vergewaltigung aussetzen wollen, so wie ich das als Kind erleiden musste. Die Kirche wird keinen Frieden finden, ehe sie nicht für Ihre Verbrechen in angemessener Form Entschädigung leistet” erklärt dazu Klaus Fluch, Betroffener und Vorstandsmitglied der Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt.

Politik überlässt Täterorganisation die Wiedergutmachung
.
Es ist ohne Beispiel in der österreichischen Justizgeschichte, dass die Vertreter der Täter bzw. eine Täterorganisation selbst über die Höhe des Schmerzensgeldes des von ihr verursachten Leides entscheidet.

Zur Erinnerung: Einige Mitglieder, bzw. Funktionäre der kath. Kirche haben teilweise über Jahrzehnte Kinder und Jugendliche in einem unvorstellbaren Ausmaß sexuell missbraucht. Diese Vergehen hat die Hierarchie der kath. Kirche systematisch verschwiegen und die Täter geschützt. Dafür wurden die Opfer teilweise öffentlich gedemütigt und verleumdet, wenn sie die Verbrechen bekannt machen wollten.

(Betroffenen.at)

Freitag, 14. Mai 2010

Kirchenfixierung

Angesichts des Münchner Kirchentages, auf dem scheinbar ausnahmslos alle Politiker sich in der Pose der besonders Frommen und Gläubigen gefallen, fühle ich einen leichten Kirchen-Overkill in den Medien.

Besonders gute Presse hat insbesondere der katholische Kirchismus nicht.
Dafür hat er aber viel Presse, sehr viel!

Wenn wirklich Bedürftige, wie zum Beispiel eine Million Pflegebedürftige in Heimen, Hunderttausende verwahrloste Kinder, verrottende Schulen, in Abschiebehaft eingepferchte Menschen, 1,3 Millionen Aufstocker, die weniger als Hartz-IV verdienen, unterversorgte chronisch Schmerzkranke, etc pp auch nur ein Hundertstel der Aufmerksamkeit genössen, würde Deutschland ein besserer Ort werden.

Selbst die schlechteste Presse zu Kirchenthemen ist aber immer noch zu 99 % gut - denn der Konsens lautet, daß man nur zum Wohle der Kirchen kritisiert.

Es wird lediglich um die richtigen Rezepte gerungen.
Lockerung der Sexualmoral, Zwangszölibat abschaffen, Frauen auf die Kanzeln?
Das sind die Fragen, die man deshalb stellt, weil man möchte, daß die Kirche Zukunft hat.

Kirchenaustritte werden grundsätzlich als schlechte und bedauernswerte Tatsache angesehen - voller Empathie fragt man, wie man diesen Trend umkehren könne.

Tatsächlich kirchenantagonistische Stimmen finden in der Öffentlichkeit kaum statt.

Es ist ein Vierteljahrhundert her, daß ich Jutta Ditfurth in einer Lea-Rosh-Talkshow mit Bischof Krenn streiten sah und sie unumwunden zugab, daß sie froh darüber sei, wie er sich um Kopf und Kragen redete.
Er schade der Kirche sehr und da das auch in ihrem Interesse läge, solle er nur so weitermachen.
(Ditfurth sollte in dieser Angelegenheit übrigens Recht behalten. Wie niemand außer vielleicht dem Pimmelgrabscher-Kardinal Groer trieb Kurt Krenn die Gläubigen aus der Kirche.)

Ab Beginn der zweiten Dekade des dritten Jahrtausends ist zwar der Mehrheit der Menschen bewußt zu welchen perversen Verbrechen Geistliche im Namen der Kirche fähig sind, aber es sind nach wie vor nur die wenigen Blogs und Privatleute, die offensiv für eine Emanzipation der Bevölkerung von der Knute des Kirchismus streiten.

Selbst in Landstrichen wie Mecklenburg-Vorpommern, wo nur wenige Prozent der Bevölkerung Kirchenmitglieder sind, herrscht bestenfalls Indolenz gegenüber der massenhaften Kinder-Vergewaltigung unter dem Dach der Kirche.

Dabei ist das böse Wort „Kinderschänder“ normalerweise der Generaltrigger schlechthin, um nach Todesstrafe und Folter zu schreien.

Welcher Verein würde so einen PR-Super-GAU überstehen, außer der Katholischen Kirche?

Man stelle sich vor tausende Kinder wären von Postboten, Kaninchenzüchtern, Imamen, Insolvenzverwaltern oder Modeleisenbahnbauern vergewaltigt und verprügelt worden.

Wäre es auch nur entfernt vorstellbar, daß Bundespräsident, Bundeskanzlerin und sämtliche Minister anschließend zu Ergebenheitsbesuchen bei der Postgewerkschaft, der Kaninchenzüchtervollversammlung, dem Imam-Rat oder der Insolvenzverwalter-Jahrestagung erschienen?

Grundsätzliche Kritik an der Kirchennähe der politischen Klasse habe ich heute kaum gefunden - im Gegenteil; voller Wohlwollen gestalten die großen Zeitungen Extrateile über den Münchner Kirchentag.

Eine Ausnahme ist das zugegebenermaßen nicht in der Mitte des Mainstreams stehende „Neue Deutschland“
Daß der Bundespräsident höchst selbst die Eröffnungsrede hielt, kritisiert Ingolf Bossenz:

Damit dokumentierte der Bundespräsident, dass eine klare Trennung von Staat und Kirche in Deutschland nach wie vor nicht auf der Tagesordnung steht. Wie auch? Hat doch die Verstrickung von Politik und Religion über ein Netz von Staatskirchenverträgen und eine milliardenschwere Daueralimentierung der Großkirchen eine weltweit beispiellose Perfektion erlangt. Was sich bei der aktuellen Krise der katholischen Kirche als Falle erweist. Denn die moralische Legitimation, die sich der Staat von den Glaubenskonzernen erhofft, kann eine derart schuldbeladene Institution kaum noch leisten. Hinzu kommt der Umstand, dass der Staat selbst verzweifelt nach Wegen sucht, sein ramponiertes politisches und wirtschaftliches Renommee aufzupolieren. Was Köhler nach München trieb, war so vor allem der Wunsch nach Schadensbegrenzung. Mutig wäre es, endlich das Bündnis von »Thron und Altar« aufzukündigen.

Die Süddeutsche Zeitung begleitet ebenfalls mit vielen Extraseiten ausführlich den Kirchentag journalistisch.
So erfährt man auch Frommes über den Finanzminister.

SZ: Gehört für Sie zum Glauben die Kirche selbstverständlich dazu?

Schäuble: Ja, die Kirche ist für mich ein Teil der Heimat. Mein Heimatort ist Hornberg im Schwarzwald. Da lebte ich mit meinen Eltern und Brüdern, da habe ich Fußball und Tennis gespielt, da bin ich auch in die Kirche gegangen. […]

SZ: Die Erschütterung, die auch viele Christen spüren, empfinden Sie nicht?

Schäuble: Meinen Glauben erschüttern die Vorfälle nicht. Wobei es da doch eine Rolle spielt, dass ich evangelisch bin und die evangelische Kirche nicht in dem Maße betroffen ist wie die katholische. Ich habe als evangelischer Christ hohen Respekt vor der katholischen Kirche, vor ihrer Spiritualität, vor ihrer Entscheidung, am Zölibat festzuhalten.
[…] Das Christliche ist der Orientierungsrahmen für eine pragmatische Politik.

Kirchenkritische Töne sucht man vergebens in den Kirchentags-Extraseiten.

Es gibt sie aber - im Wirtschaftsteil.

Da nimmt sich Sibylle Haas im Hauptkommentar einer altbekannten, aber nach wie vor aktuellen Sache an - der großen Heuchelei der Kirchen.
Sie pochen auch Menschrechte und klagen den Marktradikalismus an, während niemand seine Arbeitsnehmer so auspresst, wie die Kirche.
Mit christlichen Scheingewerkschaften werden sittenwidrige Löhne vereinbart und der normale Arbeitnehmerschutz gilt ohnehin nicht. Da kann fröhlich gefeuert werden, bloß weil ein Mitarbeiter geschieden oder lesbisch ist. „Die katholische Kindergärtnerin, die einen geschiedenen Mann heiratet, muss mit der Kündigung rechnen. Ebenso der katholische Organist, dessen Ehe geschieden wird.“

Haas legt den Finger in die Wunde - während ein Mixa* ganz selbstverständlich seine Bezüge von 7000 - 8000 Euro samt kostenlosem Altersitz behält, werden bei den unteren Rängen drastische Kürzungen vorgenommen.
Besonders schamlos nutzten die Kirchen die unentgeltliche Arbeitskraft der „Ehrenamtlichen“ aus:

Gerade so, als hätten sie ein von oben gegebenes Recht, stopfen sie mit vielen Ehrenamtlichen ihre personellen Lücken. Damit federn sie den drastischen Sparkurs ab, den sie nicht verhindern können. Weil die Zahl der Kirchenbesucher, der Steuerzahler und der Pfarrer sinkt, müssen die Kirchen rationalisieren, nicht anders als weltliche Konzerne. Also legen sie Pfarreien zusammen, streichen Gottesdienste, schließen Kindergärten und Altenheime. Das spart Arbeitsplätze in den Pfarrbüros, bei Kirchenmusikern, Kirchendienern und in anderen Bereichen. Doch wie Wirtschaftsunternehmen, die den Bogen überspannen, sparen die Kirchen ihre Basis kaputt.
[…] Bei der katholischen Caritas und der evangelischen Diakonie kommt im Schnitt auf jeden hauptberuflichen Mitarbeiter ein ehrenamtlicher. Wären die Kirchen Wirtschaftsunternehmen, würden sie sicher der Ausbeutung bezichtigt angesichts der Selbstverständlichkeit, mit der sie unentgeltliche Arbeit einstecken.

Das mit der „christlichen Nächstenliebe“ gilt immer nur für die anderen.
Das gilt weniger für die Umgangsformen der Bischöfe und Pfarrer mit den ihnen anvertrauten Kindern und das gilt grundsätzlich nicht für die rund eine Million „Dienstnehmer“ beim Arbeitgeber Kirche.

In der Disziplin Heucheln ist nicht nur Mixa („Mein Herz ist rein“) ein ganz Großer.




*Weitere Details darüber, wie Mixa mit den armen Waisenkindern umging, wurden heute im Knott-Bericht bekannt.

Mit einem Vokabular, das eher an Mittelalter und Inquisition erinnert, soll Mixa laut Knott die Kinder 1975 und 1996 bedroht haben. "Du landest im Fegefeuer", soll er demnach gesagt haben, "in dir ist der Satan", oder: "Ich werde dir schon die schmutzigen Gedanken austreiben." Die Nonnen des Heimes hätten sich auf den Stadtpfarrer als Zuchtmeister für die Kinder verlassen, sollen ihn aber beim Prügeln sogar angestachelt haben.

Von schlimmen Drohungen, von Schlägen mit der Faust, dem Stock und dem Gürtel schreibt der Rechtsanwalt. Die Aussagen ehemaliger Heimkinder seien glaubwürdig, versichert Knott. Strafrechtlich seien die Vorwürfe jedoch verjährt.

Der Bericht über die Gespräche mit den ehemaligen Heimkindern spart üble Einzelheiten nicht aus: "Herr Mixa zog ihm die Hose herunter und prügelte mit einem Stock auf den nackten Hintern. Nach fünf bis sechs Schlägen begann der Betroffene zu weinen. Danach brach der Stecken ab und Herr Mixa lockerte seinen Hosengürtel und schlug noch weitere fünf- bis sechsmal auf seinen Hintern." Der Mann, der 1982 als 15-Jähriger zu Mixa gerufen worden sei, sei später zum Alkoholiker geworden, so Knott.

Einem Mädchen habe der Ex-Bischof laut dem Bericht gesagt: "Ich möchte, dass du mich niemals vergisst. Dazu werde ich deine Zukunft ruinieren." Die von Knott als glaubhaft bezeichnete Frau benötige bis heute therapeutische Hilfe und sei nicht in der Lage, Beziehungen zu führen.




PS:

Ein Highlight des Kirchentages ist die Kreuznet-Kommentierung des Käßmann-Auftritts in München.
Es gibt dazu Hunderte Kommentare, die von wahrer Nächstenliebe zeugen.

Dienstag, 6. April 2010

Miseria Austria

USA, Irland, Deutschland. Diese drei Länder in einem Satz genannt, lösen sofort die Assoziation „kirchlicher Mißbrauch“ aus.
Für den Vatikan sind diese drei Länder besonders unglückliche Kandidaten für große Skandale.
Irland gilt als eins der katholischsten Länder überhaupt und bildet den großen Gegenpart zu den Anglikanern auf den britischen Inseln. Deutschland und Amerika sind die beiden reichsten Länder in Ratzingers Portfolio; niemand zahlt mehr Geld in die Vatikanischen Kassen.
Handelt es sich also um eine Art schwarzen Humor Gottes, daß Ratzinger ausgerechnet mit diesen drei schwer zu übersehenden Ländern kämpfen muß?
Nein, Gott hat diesbezüglich wohl eher nicht seine Finger im Spiel.
Es ist nur eine spezielle Wahrnehmung, daß die katholischen Kinderficker-Klagen gerade in diesen drei wichtigen Ländern kulminieren.
Es ist lediglich eine Frage der Reihenfolge, wo die Omertà Catholica zuerst kollabierte.
Amerika bot sich dafür an, da es dort traditionell die meisten auf Entschädigungen spezialisierten Zivilrechtsanwälte gibt.
Inzwischen mußte fast ein Dutzend Diözesen Konkurs anmelden.

In Wahrheit bröckelt die Schweigefront aber in allen Ländern mit katholischer Geschichte - und wer wüßte das besser als der „Bücher-Ratz“, über dessen Schreibtisch 24 Jahre lang alle Priester-Sexskandale gingen?
Die katholischen Laiengremien in Deutschland sollten sich also nicht so grämen, daß sie noch keinen eigenen papalen „mea maxima culpa“-Brief bekommen haben.
Vermutlich ist man hinter Vatikanischen Mauern längst dabei den Pädosex-Hirtenbrief an die Iren in die 60 Sprachen zu übersetzen, in denen auch die Urbi Et Orbi-Sprüche aufgesagt werden.
Da wäre noch eine Menge Porto zu bezahlen, wenn nicht der Vatikan in der glücklichen Lage wäre seine Briefmarken selbst zu drucken.

Ganz in den Hintergrund gedrängt wird derzeit eigenartigerweise ausgerechnet das Mutterland der perversen Kleriker: Österreich, das Alpenland des Staatskatholizismus, dessen habsburgischen Herrscher sich stets auch „katholische Majestät“ nannten.
In Wien war es über lange Jahre der Primas selbst, der ganz offen kleine Jungs sexuell bedrängte.
„S’Hosentüarl zu - wir ham Religion“ raunten sich die Schüler gegenseitig zu, wenn der spätere Kardinal Groer den Klassenraum betrat.
Geändert hat er sich nie - noch als Greis griff er beherzt sogar komatösen Jungs im Krankenhaus an den Schniedel.
Es wunderte wenig, daß Groers wortgewaltigster Verteidiger, Bischof Kurt Krenn, Jahre später selbst darüber stolperte, daß sein Priesterseminar in St Pölten offenbar nur ein getarnter Homo-Puff war.
Regens und Subregens stellten mit den jungen Seminaristen Sexszenen aus Pornos nach und sammelten nebenbei noch 40.000 Homoporno-Dateien auf den Rechnern des Priesterseminars.
Seine Exzellenz Kurt Krenn, der sich weit über die Grenzen seines Landes einen Namen als der unerbittliche Mr Homophob gemacht hatte, wurde auf einmal ganz weich und entschuldigte den Swinger-Sumpf in seinem Seminar mit dem legendären Ausspruch, das seien alles nur „Bubenstreiche“.
Genützt hat es freilich nichts - wie schon im Fall Kardinal Groer, der einen päpstlichen Coadjutor geschickt bekam und fürderhin nicht mehr allein handeln durfte, bekam auch Krenn einen Vatikanischen Visitator aufs Auge gedrückt und war bald Ex-Bischof Krenn. Am 11. August 2004 trat er "auf Bitten des Ppastes" zurück.
In Österreich kochen diese Art Katholenskandale schon längere Zeit bis an die Oberfläche.
Kardinal Hans Hermann Groer trat 1995 als Vorsitzender der Bischofskonferenz und Erzbischof von Wien zurück.
Der aktuelle Wiener Kardinal Schönborn nannte die intensiven Recherchen der Medien Anfang der 1990er „Verfolgungsmethoden wie unter den Nazis“.

Auch wenn an der Spitze einige stolperten, heißt das nicht, dass niedere Kirchliche Chargen der Alpenrepublik nicht nach dem ewigen Muster der Omertà Catholica vertuscht hätten.

Es gab beispielsweise einen Pater, der in den 80er Jahren seine Schüler im Internat des Privatgymnasiums des Bregenzer Zisterzienser-Klosters Mehrerau im Vorarlberg brutal schlug und sexuell missbrauchte.
Nachdem er damals alles seinen kirchlichen Vorgesetzen gestanden hatte, wurde er stillschweigend nach Tirol versetzt, wo er weiter als Lehrer arbeiten konnte.
Im selben Kloster wurde 2001 ein Fall publik, bei dem ein Priester einen drogensüchtigen Jungen erpresste und vergewaltigte - er wurde allerdings sofort supendiert.
Der Salzburger Erzabt Bruno Becker trat letzte Woche die Flucht nach vorn an, gab zu vor 40 Jahren Minderjährige missbraucht zu haben und trat zurück.

Michael Frank, der SZ-Korrespondent in Wien, wird deutlich:

In Österreichs Kirche herrscht blankes Entsetzen über zahlreiche Enthüllungen von Kindesmissbrauch durch Kleriker. Relativ zur Größe des Landes ist Österreich mit mehr kirchlichen Missbrauchsfällen konfrontiert als Deutschland. […] Österreich entsetzt sich besonders, dass sexuelle Übergriffe und Quälereien noch bis in jüngste Zeit angedauert haben. Aus Vorarlberg wird gar gemeldet, in einer Klosterheimschule seien Zöglinge mit Pornofilmen, Alkohol und anderen Drogen traktiert worden, gefolgt von sexuellen Übergriffen bis zur Vergewaltigung.

Es kämen laufend neue Fälle ans Licht.
Die weltberühmten Wiener Sängerknaben haben eine ebenso düstere Seite, wie die Regensburger Drecksspatzen und mußten jüngst einen Missbrauchsbeauftragten einstellen.

Der Betroffenenverband “Opfer kirchlicher Gewalt” plant inzwischen konkrete Klagen gegen den Eisenstädter Diözesanbischof Paul Iby und den Grazer Altbischof Johann Weber.

Ganz besonders brisant sei für die fromme Alpenrepublik, daß der erste Fall, den Österreichs Katholische Kirche selbst aufklären wollte und ein öffentliches Kirchengerichtsverfahren einleitete, vom Vatikan „kassiert“ wurde.
Es handelte sich um den Fall eines steirischen Pfarrers, der von 1982 bis 1987 bis zu zwanzig Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht oder belästigt hatte und bis Anfang März im Burgenland tätig war und von deren Eltern hartnäckig angeklagt wurde.
13 Jahre lang wimmelten die Kirchenoberen die Opfer ab und schützten den steierischen Sextäter.

Erst nach einem Bischofswechsel 2001, so zeichnet die Wiener Wochenzeitung Falter den Fall nach, kam es zum kirchlichen Prozess vor dem erzbischöflichen Metropolitan- und Diözesangericht in Salzburg. Der Priester wurde für schuldig befunden. Die Glaubenskongregation in Rom aber hob 2006 zu aller Überraschung den Schuldspruch auf: Die Sache sei verjährt.

In dem zuständigen Gremium saß unter anderem auch Wiens Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn.
Da war Ratzinger schon Papst und die ganz große Glocke der myriadenfachen Kindersexfälle in den USA hatte schon vier Jahre zuvor geläutet!

Dieser Fall sei auch allen Journalisten, wie zum Beispiel dem SZ-Kirchenmann Matthias Drobinski, anempfohlen, die zwar durchaus die Katholische Kirche kritisieren, aber dem Papst hartnäckig attestieren er habe sich zum knallharten und kompromisslosen Aufklärer entwickelt, da „einfach zu viele Fälle über seinen Schreibtisch gegangen“ wären.
Er habe dazu gelernt und wolle den Augiasstall wirklich ausmisten.

Nette Theorie - es ist aber offenbar eher da Gegenteil der Fall, wie auch der Dekan des Kardinalskollegiums, Angelo Sodano, während der Osterfeierlichkeiten predigte:

"Heiliger Vater, das Volk Gottes ist mit Dir und wird sich nicht von dem unbedeutenden Geschwätz dieser Tage beeinflussen lassen", sagte Angelo Sodano unter dem Jubel der Anhänger des Papstes, die trotz des regnerischen Wetters auf den Petersplatz gekommen waren.

Kindersexskandale sind also alles bloß Geschwätz.

So macht man sich Freunde Herr Kardinal!

Die Leiterin des US-Opferverbands SNAP, Barbara Blaine, bezeichnete Sodanos Rede als beleidigend. Den Opfern gehe es um Trost und Heilung. Ihre Aussagen sollten nicht als "unbedeutendes Geschwätz" abgetan werden.

Donnerstag, 27. August 2009

Der Christ des Tages - Teil VII.

Ohne den knapp 30.000 Einwohnern des Hochsauerland-Städtchens Brilon zu nahe zu treten - der aufregendste Ort Deutschlands ist das nicht gerade.
Mit Friedrich Merz und Birgit Schrowange gibt es gerade mal zwei über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gewordene „Persönlichkeiten“.

Entsprechend öde gestaltete sich das Tagwerk eines Priesters, der vor vier Jahren als 27-Jähriger dort seinen Dienst antrat.
Die fast 800 Jahre alte Propsteikirche St. Petrus und Andreas ist eine recht ansehnliche, aber doch vergleichsweise kleine dreischiffige Hallenkirche im spätromanischen Stil.
Ganz nett, aber auch nicht gerade der Kölner Dom.

Unser (nun doch enttarnter [Danke Pope]) Priester langweilte sich immer mehr in seiner Pfarrei der St. Petrus und Andreas Propsteigemeinde in Brilon.
Seine einzigen Beschäftigungen - Zölibat halten, Schwule verdammen und den Herren lobpreisen - füllten den jungen Mann einfach nicht aus.

Es ist anzunehmen, daß er wehmütig an die „Bubenstreiche“ in seinem Priesterseminar zurück dachte.
Ja, die Bubenstreiche.

So zog er flugs einen Internethandel mit Kinderpornos auf.

Blöd nur, daß jetzt alles rausgekommen ist, weil süddeutsche Ermittlungsbehörden die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hatten, als sie gegen einen Kinderporno-Ring vorgingen, zu dem auch der Priester gehörte.
Die Staatsanwaltschaft Arnsberg ermittelt gegen ihn wegen Besitzes und Verbreitung von Kinderpornografie in mehr als 100 Fällen. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Werner Wolff.

Der inzwischen 31-Jährige Vikar mit der großen Kindersexsammlung ist geständig.

Irritierenderweise ist das Bistum irritiert:

„Wir waren fassungslos und haben natürlich sofort reagiert“, sagte Bistumssprecher Ägidius Engel.

«Das war ein beliebter Vikar», sagte Engel.

Das Erzbistum wolle auch in dem neuen Fall erst die strafrechtliche Aufarbeitung abwarten.
«Danach werden wir überlegen, ob und wie er weiter eingesetzt wird», sagte Engel.

Das Internet ist eine billige Möglichkeit an Pornos der schmuddeligsten Art zu kommen.

Wer als Priester die Technik nicht beherrscht, läuft noch eher Gefahr aufzufliegen, wie zum Beispiel ein 49-jähriger Benediktiner-Pater aus Würzburg, der im März 2008 auf der Flucht aus einem Sexshop überwältigt wurde, wo er im Laufe der Jahre Schwulenpornos auf DVD für über 4000 Euro gestohlen hatte.

Als die Polizei seinen Raum im Kloster Maria Laach durchsuchte, war es vorbei mit der Heimlichkeit: Über 230 Homo-Pornos versteckte der Geistliche. Darunter auch jene 40 Stück, die der Würzburger Sex-Shop-Chef vermisst. Er gibt zu, die Filme geklaut zu haben. Die restlichen, so versichert er, habe er gekauft.

In Sexshops schwule Rammelfilme zu zocken, ist für homosexuelle Geistliche natürlich eine feine Sache.
Aber den Priestern, die auf Kindersex stehen, steht diese Möglichkeit nicht offen - Kindersexpornos sind aus gutem Grunde illegal und nicht käuflich oder kläulich im Sexshop zu erwerben.

Dabei ist jede Art von Pädosexualität in der der RKK verbreitet.


Der ABUSE TRACKER tickert und tickert die weltweiten Meldungen zu dem Thema.

Insbesondere im Bistum Paderborn ist das sexuelle Belästigen von kleinen Jungs durch katholische Pfarrer geradezu alltäglich.

Meldung vom Juni 2008:
Ein 49-Jähriger Pfarrer aus Bielefeld hortete 250 Kinder-Pornofilme und kinderpornografische Bilder auf seinem PC, die bei der Durchsuchung gefunden wurden.
Das wurde vom Erzbischöflichen Generalvikariat gegenüber dem "Westfalen-Blatt" bestätigt. Die Bielefelder Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen den Pfarrer eingeleitet, da er sich im Besitz von Kinderpornografie befand.

Ägidius Engel, der Sprecher des Erzbistums Paderborn, kennt das ja schon und bestätigte, daß Erzbischof Hans-Josef Becker nach ersten Hinweisen im November 2007 den Geistlichen SOFORT - also nach einem dreiviertel Jahr im Juni 2008 - von seinen Aufgaben entbunden habe.

Etwas aus der Reihe fiel ein 57-Jähriger Priester aus Hamm, der im Oktober 2007 Schlagzeilen machte - er hatte Bilder von kleinen nackten Mädchen auf seinem PC.
Huch?
Keine Jungs?
Priester werden auch immer eigenartiger.
Der Priester ist seit 19 Jahren als Pfarrer in einer Hammer Gemeinde tätig, wie das Erzbistum Paderborn berichtete.
Routine für Bistumssprecher Ägidius Engel in Paderborn:
Er habe den Erzbischof umgehend in Kenntnis gesetzt. In Absprache mit dem Erzbischof nehme der Priester seinen Dienst bis auf weiteres nicht mehr wahr. Er stehe unter Schock.

Armer Herr Engel!

Unzweifelhaft gibt es eine gewisse Tradition in seinem Bistum - Brilon gehört zu Paderborn und Johannes Joachim Kardinal Degenhardt (1926 - 2002) von Paderborn zitiere ich schließlich am liebsten.

Kaum ein Deutscher Kleriker hat seine pädosexuellen Gelüste bisher so auf den Punkt gebracht:

Wenn Katholiken pädophil sind und kleine Kinder mißbrauchen sind nicht etwa sie, die Täter, schuld, sondern nach katholischer Lesart entweder die Opfer, oder deren Mütter - wie es Kardinal Degenhardt erkannte:

„WENN JUNGE MÄNNER STÄRKER MIT DER PFLEGE VON KLEINKINDERN BETRAUT SIND UND DABEI NACKTE ENTBLÖSSTE KÖRPER STÄNDIG SEHEN; SIE BERÜHREN UND SAUBER MACHEN MÜSSEN, IST DIE GEFAHR GROSS, DASS SIE BEGIERDEN NICHT WIDERSTEHEN KÖNNEN. DER VIELE KÖRPERKONTAKT MIT DEM JUNGEN KINDE BEI DER PFLEGE WÜRDE IHNEN SICHER OFT ZUM VERHÄNGNIS WERDEN.
UND DESWEGEN STELLEN WIR FEST; DASS AUCH DIESE KONSEQUENZ; DASS VÄTER HAUSMÄNNER WERDEN, AUCH NEGATIVE ASPEKTE HAT!“

Kaum ein deutscher Kleriker war so beliebt - ich zitiere Wikipedia über die Trauerfeier Degenhardts.

Die Beisetzung im Hohen Dom zu Paderborn fand am 3. August 2002 in Anwesenheit von neun Kardinälen (Henrik Gulbinowicz (Breslau), Karl Lehmann (Mainz), Franticzek Macharski (Krakau), Joachim Meisner (Köln), Joseph Ratzinger (Rom), Leo Scheffczyk (München), Adrianus Simonis (Utrecht), Georg Sterzinsky (Berlin) und Friedrich Wetter (München)), über 60 (Erz-)bischöfen aus aller Welt und zahlreichen staatlichen Gästen statt. Allein der Einzug der zahlreichen Würdenträger in den Hohen Dom dauerte 20 Minuten.

Den größten Beisetzungsfeierlichkeiten, die Paderborn je in seiner Geschichte erlebt hat, stand als Legat von Papst Johannes Paul II. Joseph Kardinal Ratzinger, der heutige Papst Benedikt XVI., vor, kurz bevor dieser Dekan des Kardinalskollegiums wurde (27. November 2002). Eine unübersehbare Zahl von Gläubigen gab Degenhardt in dem vom Fernsehen live übertragenen Pontifikalrequiem das letzte Geleit. …

Kardinal Degenhardt war Träger zahlreicher hoher Orden und Auszeichnungen, unter anderem war er Ehrenbürger der Stadt Paderborn.
Am 27. Oktober 1993 wurde ihm vom damaligen nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Johannes Rau das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern verliehen. Neben seiner frühen Mitgliedschaft im Souveränen Malteserorden als Magistralritter und -kaplan war er später auch entsprechend seinem Kardinalsrang zudem Großkreuzritter im Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem, einem Päpstlichen Laienorden. Zudem war er Ehrenmitglied der K.D.St.V. Guestfalo-Silesia Paderborn im CV.

Freitag, 26. Juni 2009

Der Christ des Tages - Teil III

Wer sich schon in einem ähnlich greisen Alter wie ich befindet, wird sich vermutlich an die ersten monothematischen Talkshows erinnern, die es in den deutschen dritten Fernsehprogrammen gab.
Meiner Ansicht nach sind die besten religionskritischen Sendungen überhaupt Lea Roshs „Freitagnacht“-Ausgaben (ab 1988 auf SFB) gewesen.

Interessanterweise übernahmen den Part der Kirchen-basher die Religiösen selbst, die in ihrem bräsigen Allmachtswahn gar nicht merkten, wie sie sich lächerlich machten.

Damals lernte ich Medienikonen wie Kurt Krenn kennen.

Für immer in Erinnerung wird mir bleiben, daß sich Jutta Dithfurth einst zurücklehnte und sinngemäß sagte:
„Lieber Bischof, so wie sie reden fügen sie der Kirche schweren Schaden zu und vertreiben die Mitglieder. Ich möchte dazu gar nichts weiter sagen, da mir das sehr recht ist!"

Eine besonders oft auftauchende Gästin war eine damals phänotypisch 79-Jährige verhärmte Hardcore-Protestantin namens Elisabeth Motschmann mit Topffrisur und Sprachfehler.

Die Pfarrersfrau war damals eine omnimedienpräsente Stahlhelm-Konservative, die von der Sorge getrieben wurde, daß die CDU nach links abdriften könne, wenn radikale Kommunistinnen wie Rita Süßmuth Einfluß bekämen.

1991 schrieb sie:

Darum ist es notwendig, daß den „Reformern“ der CDU aus den eigenen Reihen widersprochen wird.

Daß die Bundestagspräsidentin auch noch Bedenken gegen die Verschärfung des Asylrechtes formulierte, brachte Motschmann zur Weißglut - man solle lieber auf die rechtsradikalen potentiellen Wähler der CDU Rücksicht nehmen und der Xenophobie frönen:

Man kann sich über die Basisferne beider Politiker [ S. und Ulf Fink - T.] nur wundern. Der Asylmißbrauch und die hohe Beteiligung von Ausländern an der (Drogen)Kriminalität haben zu einem besorgniserregenden Ausländerhaß geführt. Hinzu kommt das wachsende Mißtrauen und die Angst der sozial Schwachen, daß ihnen durch die zunehmende Zahl von Asylanten und Asylbewerbern etwas genommen werden könnte.

Ausländerhass ist laut der christlichen Elisabeth am sinnvollsten zu bekämpfen, indem man die Ausländer los wird:

Wer hingegen dafür eintritt, daß weiterhin Tor und Tür der Bundesrepublik offen stehen, auch für Asylbewerber aus Ländern, in denen es keine politische, rassische und religiöse Verfolgung (mehr) gibt, fördert - ob er es wahrhaben will oder nicht - den Ausländerhaß, der sich nicht nur gegen Asylanten oder Asylbewerber, sondern schließlich gegen alle Ausländer richtet. Wie dies mit der „christlichen Gesellschaftslehre“ in Einklang zu bringen ist, wird der engagierte Sozialpolitiker Fink ebenso erklären müssen wie Rita Süssmuth.

Vollends das Motschmannsche Faß zum Überlaufen brachte die damalige Bundestagspräsidentin Süßmuth mit ihren Andeutungen Homosexuelle tolerieren zu wollen - Pfui bäh, wie konnte sie nur:

Rita Süssmuth hat einen weiteren Diskussionsgegenstand auf die politische Tagesordnung der Sommerpause gesetzt: die gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften. Die Bundestagspräsidentin sagt zwar: „Eine Eheschließung wie zwischen Mann und Frau kann es für homosexuelle Paare nicht geben.“ Gleichzeitig fordert sie: „Wenn ein gleichgeschlechtliches Paar ein Leben lang füreinander sorgt, dann muß der Staat dies zum Beispiel im Hinterbliebenenrecht, bei der Rente und auch bei der Besteuerung berücksichtigen.“

Unerhört! Selbst unter Pfarrern gibt es diese linkssektiererischen Abweichler - Motschmann goes crazy:

Das bedeutet eine endgültige Absage an den „besonderen“ Schutz von Ehe und Familie. Das bedeutet außerdem eine Abkehr von der christlichen Ethik. Auch wenn einzelne evangelische Pfarrer bereits homosexuelle Paare „trauen“ oder segnen, so entbehren diese spektakulären und medienwirksamen Amtshandlungen jeder biblischen Grundlage.

Es war mir immer eine Freude die CDU-rechts-außen Frau öffentlich reden zu hören; mit ihren hetzerischen und demagogischen Betonansichten, entblößte und entblödete sich die Alttestamentarische auf vorbildliche Weise.

Zwischenzeitlich war es allerdings still geworden, um das bibeltreue CDU-Frauchen.

Ich nahm schon an, daß sie möglicherweise der Jungfrau Maria gleichend in den Himmel gefahren sei und Harfe-spielend bei den dort herrschenden Temperaturen von -70°C Petrus von seinen linksabweichlerischen Positionen bekehrt.

In Wirklichkeit ist die Gute aber in der Bremer Bürgerschaft aktiv, war dort lange Vizefraktionsvorsitzende und ist derzeit Vorsitzende des Petitionsauschusses.

Inzwischen ist sie 56 Jahre alt (*13. Oktober 1952), was im seltsamen Widerspruch zu ihrem vorsintflutlichen Auftreten vor 20 und 30 Jahren steht.
(Hat Gott sie womöglich zwischendurch verjüngt?)

Erfreulich ist aber, daß Frau Motschmann an ihren grellen Gaga-Positionen festgehalten hat und nun wieder bundesweit den Politclown gibt.

Neuestes Opfer ihrer Attacken ist Charlotte Roche, die neue Moderatorin der Bremer Talkshow „II nach 9“ werden soll.
Feuchtgebiete hin oder her - als Interviewerin ist Roche Spitzenklasse - in diesem Fall hat die Grimmepreisjury mal richtig gelegen.

Die Hardcore-Christin Motschmann schäumt:

In ihrer Wut wandte sich die stellvertretende Vorsitzende des Fernsehausschusses im Rundfunkrat nun an Programmdirektor Dirk Hansen und schrieb ihm einen Brief, welcher der "Bild" vorliegt.

Pöbel-Elisabeth holt richtig aus und nennt Roche "öbszön" und "pervers" und "erbärmlich", sie sei eine "umstrittene" und "niveaulose" Moderatorin.

Wie bei echten Christen üblich hat Motschmann rasendes Interesse an Schlüpfrigkeiten und las „Feuchtgebiete“ von der ersten bis zur letzten Seite:
„Es war eine Strapaze das zu lesen, ich musste mich zwingen“.
Eine bezeichnende Wortwahl - ich hätte ohnehin gefragt, wer sie denn dazu gezwungen hätte das Buch zu lesen - aber sie war es selbst.

Die Hobbyliteraturkritikerin meldet sich über ihren ehemaligen Arbeitgeber SPRINGER mit einer Analyse bei der BZ zu Wort.

Dieses Springersche Tittenblatt fragt besorgt:

Charlotte Roche zu versaut für's TV?

Motschmann ist sich sicher, daß Roche im Gegensatz zu ihren Kinder-molestierenden Christenfreunden nicht ins Fernsehen gehört - informiert hat sie sich bei „Wikipedia“ und rekapituliert schaudernd:

"Sie fügte sich selbst Wunden zu, probierte verschiedene Drogen oder rasierte sich eine Glatze".

Nein, bäh, GLATZE!
So jemand gehört doch eingesperrt und an den Pranger.

Das nennt man dann wohl Christliche Nächstenliebe in der praktizierten Form.

Samstag, 13. Juni 2009

Tatmuster

Nein, das ist nicht gerade das was man von einem Halbgott in Weiß erwartet - in den Notaufnahmen ihre Zeit damit zu verbringen Männern die erstaunlichsten Dinge aus dem Darm zu prokeln.

Aber wat mut, dat mut und so schrieb der SPIEGEL bereits vor fast 20 Jahren einen legendären Artikel über den anal-ärztlichen Alltag.
Anlass war ein Aufsatz von Waldemar Fabian, Chefarzt am St. Katharinen-Krankenhaus in Frankfurt, in der Zeitschrift für Gastroenterologie, den die Medical Tribune pikiert mit "eine wahre Parade von unästhetischen Entdeckungen aus der Enddarm-Literatur" beschrieb.

Inzwischen ist man daran gewöhnt, daß sich Michael Hutchence, David Carradine und jede Menge englische Politiker beim Masturbieren zu Tode strangulieren.
Da erscheinen die zur Optimierung des Onaniespaßes inkorporierten Sexhelferchen schon weit weniger bizarr - immerhin überleben die Wichser damit - meistens.

"Am gebräuchlichsten unter den eingebrachten Objekten", konstatiert Fabian, sind Gläser, Glühbirnen, Flaschen, Tassen, Gurken, Äpfel, Zwiebeln, Dosen und Zahnbürsten; aber auch die "kuriosesten perforationsgeeigneten Gegenstände" haben Chirurgen schon im Intestinum rectum vorgefunden - etwa einen "Regenschirm mit Hülle", einen "gefrorenen Schweineschwanz" oder eine "Werkzeugtasche komplett mit Werkzeug".
Allein die Chirurgen des Hamburger Universitätsklinikums entfernten in den letzten Jahren folgende Inkorporabilien: zwei Sektflaschen, eine Colaflasche, drei Massagestäbe, eine Bocciakugel, drei Spraydosen, ein Staubsaugeransatzteil, zwei Hartgummistäbe, einen Tischtennisball, eine Kerze; des weiteren einen Spatenstiel (19 Zentimeter), ein Stuhlbein (27 Zentimeter) und die zusammengerollte Ausgabe einer Wochenendzeitung (Bild am Sonntag).

Und seien wir mal ehrlich - endlich wurde hier mal eine angemessene Verwendung für die BILD-Zeitung gefunden!

Der humoreske Subtext dieser Geschichte besteht aber in den Erklärungen, die die rückseitig Zugetopften für ihre misslichen Lagen parat haben:

Da schob sich beispielsweise jemand einen Baseball in den Hintern - "aus Freude über den Titelsieg der Mannschaft".

(Hmmm und wir freuen sich FUSSBALL-Fans über Siege? Geht das auch?)


Ein weiterer Mann erzählte, er sei beim Aufräumen seines Kellers auf eine Leiter gestiegen und von dieser in eine Kiste mit Fliesen gefallen; dabei müsse er wohl, so der 49jährige Mann, "mit dem After voraus" auf jenen Schaschlikspieß gefallen sein, dessen gebogenes Oberteil bis in seine Leistengegend vorgedrungen war. Ein anderer erklärte die Gegenwart eines abgebrochenen Besenstiels in seinem Enddarm mit der Anweisung seines Hausarztes, sich die Prostata zu massieren.

Weswegen mir dieser Artikel jetzt einfällt?

Nun, ich sehe da bestechende Parallelitäten zu einem ganz und gar nicht mehr komischen Verhalten katholischer Würdenträger, die beim Erklären ihrer Übergriffe auf kleine Jungs ebenso phantasievoll agieren.

Der berüchtigte Kardinal Groer konnte sich bekanntlich in seine Senilität flüchten, als er hoch in den 80ern sogar krebskranken Jungs im Krankenhaus in die Unterhosen griff.

Fällt die Option „Alzheimer“ als Entschuldigung aus, sind katholische Pädophile keineswegs genötigt Reue zu zeigen oder gar ehrlich zu sein.
Nein, dann kann immer noch bagatellisiert und verharmlost werden, wie es Bischof Krenn tat, als in seinem Priesterseminar 40.000 Pornodateien gefunden wurden und Bilder auftauchten auf denen zu sehen war, wie die angehenden Priester in prä-petting’schen Stellungen mit ihren Lehrern posierten.

Krenn bewertete dies als „Bubenstreiche“.

Bernardo Álvarez Afonso und Kardinal Degenhardt
wiesen die Schuld gleich den Opfern oder deren Müttern zu.

Verfolgt man den Blog „abusetracker“ sieht man, daß auch heute keinerlei Dreistheit gescheut wird, wenn Priester ihre Taten erklären.

Soeben erklärte der bereits fünfmal wegen pädophiler Übergriffe auf kleine Jungs angeklagte Priester Desmond Laurence Gannon in Melbourne, er habe einem 11-Jährigen nur ein paar „Anatomie-Stunden“ geben wollen, als er ihn wieder und wieder belästigte:

‘I was only giving the boy anatomy lessons’, said paedophile priest.
From August to September 1968, when Gannon was a priest in Kilmore, he assaulted the boy in a car, on a bush track, in a church and at a pool. Now 51, the victim said in an impact statement that after the abuses he had felt: Broken, old, clumsy, dirty, ugly, guilty, confused, rejected, worthless and scared.


Natürlich.

Und Schweine können fliegen.

Mittwoch, 18. Februar 2009

Abschaum-II

Gerhard Ludwig Müller, der Regensburger Oberkathole ist charakterlich der Bodensatz des Katholizismus.
Selbst unter den ohnehin durchweg konservativ-kruden M-Bischöfen, sticht er noch durch besondere Perfidie hervor.
Bischof Müller schickt pädophile Priester, die bereits verurteilt wurden zu den nächsten Kindern und kann bis heute nicht das geringste Fehlverhalten einsehen.

Es ist schon eine besondere Spezies Mensch, die sich verständnisvoll vor die Pädophilen in den eigenen Reihen stellen und sich einen Dreck um die Opfer scheren.

Daß der Vatikan ausgerechnet diese Päderastenfreunde für besonders geeignet hält Bistümer zu verwalten, zeigen viele Beispiele:


Alles aller höchste kirchliche Würdenträger, die zumindest ihr möglichstes taten, um kirchliche Kinderficker vor der Justiz zu schützen, oft aber auch aktiv ermöglichten, daß den Pädophilen immer neue Kinder zugeführt wurden.

Wäre man an das Phänomen der katholischen Päderastentoleranz nicht schon lange gewöhnt, könnte man sich schon fragen, wieso unter einem Papst Ratzinger hochangesehene Theologen, wie Küng, Drewermann und Gaillot verbannt werden und stattdessen Figuren wie Müller Bischöfe sein können.

Gäbe es auch nur Rudimente von Moral im Vatikan, wären die entsprechenden Posten anders besetzt.
Gerhard Ludwig Müller hat für den Papst aber eine sehr schätzenswerte Eigenschaft.
So sehr er auch alle seine Schäfchen verletzt und empört, so sehr organisiert er auch bedingungslosen Gehorsam gegenüber dem Papst.
The man on the left, wearing a fabulous vintage chiffon-lined Dior gold lame gown over a silk Vera Wang empire waisted tulle cocktail dress, accessorized with a 3-foot beaded peaked House of Whoville hat, along with the ruby slippers that Judy Garland wore in The Wizard of Oz, is worried that The Da Vinci Code might make the Roman Catholic Church look foolish.

Im Jahr 2009 läßt die devote “roma lucuta, causa finita”-Haltung nämlich allgemein zu wüschen übrig.
Linz zeigte, daß man sich nicht mehr alles gefallen läßt und kürzlich sprach bekanntlich sogar die große Schweigerin Angela M. aus Berlin klare Worte gegen Rom.
Wie man hört, ist der Mann im Chiffon-Kleid darüber außerordentlich bestürzt und versteht die Welt nicht mehr.
Gut, daß noch sein Regensburger Vollstrecker aktiv ist.
Da hatten nämlich nun einige Professoren gewagt die "Petition Vaticanum 2" unterschrieben und zur Rettung der Konzilsbeschlüsse aufgefordert.
Das war zu viel für den Zweimeter-Hünen aus Regensburg - den Vatikan an vatikanische Beschlüsse zu erinnern, empfindet er als Perfidie.
Müller wirft den Professoren Papst Benedikt XVI. beleidigt zu haben und fordert eine schriftliche Distanzierung von der Petition innerhalb von zwei Wochen. Das Entschuldigungsschreiben werde er dann an den Papst weiterleiten, schreibt Müller. Außerdem müssten sie vor ihm, Müller, erscheinen und das Glaubensbekenntnis sowie einen Treueeid auf die Lehre der katholischen Kirche ablegen, schreibt die Zeitung. Andernfalls drohten "weitere Schritte", womit der Entzug der Lehrbefugnis gemeint sein dürfte.

So läuft das in der Katholischen Kirche des Terminators von Regensburg:
Immer lieb zu den Pädophilen und raus mit dem Professorengesochs, die es wagen ihre Meinung zu sagen!
Um sich ganz besonders aufzuplustern, hat Müller Rom-devot und speichelleckend sein empörtes Abmahnungsschreiben weit verteilt.
Das Schreiben an die Professoren hat er in Kopie an den Präfekten der Glaubenskongregation, William Joseph Levada, den Vorsitzenden der Bildungskongregation, Zenon Grocholewski, an den Apostolischen Nuntius in Deutschland, Jean-Claude Périsset, an den Dekan der Regensburger Fakultät und den Trierer Weihbischof Robert Brahm geschickt.

Müßte doch mit dem Teufel zugehen, wenn mal wieder ein Kardinalshut frei wird und Rom dabei nicht an Müller denkt.

Montag, 17. November 2008

Roma locuta causa finita

Kurt Krenn, 72, Altdiözesanbischof, war schon vor bevor er im März 1987 Bischof wurde so dermaßen umstritten, daß er über die Grenzen Österreichs gern gesehener Talk-Gast war.
Als Stammgast wurde die selbst nicht gerade besonders heterosexuell wirkende Inkarnation der sechsten Todsünde (Völlerei, lat. gula) als Großsprecher der Homophobie bekannt.
1991 versuchten die Menschen des Bistums St. Pölten alles, um ihn als ihren neuen Oberhirten zu verhindern.
Der bestgehasste Katholik der Alpenrepublik hatte es sich mit jedem verscherzt
- außer einem:
Johannes Paul II.
So wurde er als Bischof an allen Schäfchen vorbei installiert.
Protest zwecklos.

Roma locuta causa finita.

Gula-Kurt hatte nunmehr Narrenfreiheit; mit dem Stellvertreter Gottes auf seiner Seite konnte er nach Herzenslust gegen Andersdenkende, andere Religionen, Schwule, Frauen und den Staat poltern.
1999 erschien Norbert Stanzels Buch: Die Geissel Gottes. Bischof Kurt Krenn und die Kirchenkrise. Molden, Wien
2001 bekam Krenn das Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich.

Freundlich war er nur zu den beiden Chefs des Priesterseminars St. Pölten.
Regens Ulrich Küchl und Vize-Regens Wolfgang Rothe rekrutierten Priesterschüler en masse.
Eine echte Erfolgsgeschichte in Zeiten des Priestermangels.

Blöd nur, daß u.a. das Politmagazin „Profil“ 2004 aufdeckte, was genau das Priesterseminar St. Pölten so attraktiv machte:
40.000 schwule Pornobilder und etliche Kindersexdateien waren auf den Computern des Seminars gespeichert.
Küchl und Rothe spielten die Szenen mit ihren Studenten nach, photographierten sich sogar eifrig in „intimen Situationen“.
Bischof Krenn war zum ersten mal in über 60 Jahren nicht mehr wortgewaltig, sondern die Milde selbst:
Für ihn waren die Vorgänge im Seminar "Buben-Streiche".
Schwule Sexorgien in katholischen Priesterseminaren schienen nach verschiedenen Insiderinformationen an der Tagesordnung zu sein - aber man lächelte, schwiegt und genoss stumm.
Das Ausdiskutieren von 40.000 Schwulenpornobildern auf bischöflichen Browsern war hingegen PR-mäßig nicht so wirklich der Hit.
Woytila senkte schließlich nach 17 Jahren den Daumen über den Skandal-Bischof und schickte einen päpstlichen Visitator.
Der Neue, ebenfalls ein KK-Doppeleinsilber, Opus-Dei-Mann Klaus Küng musste im August 2004 "schmerzhaft" feststellen, dass sich im Seminar "aktive homophile Beziehungen gebildet" hätten.

ÜBERRASCHUNG!!!!

KK I blieb uneinsichtig, weigerte sich Konsequenzen zu ziehen, so ernannte der Papst KK II zum Nachfolger und schloß das Homo-Orgien-Seminar.

Das war das AUS für Kurt Krenn.

Das war das AUS für Regens Küchl.

Subregens Rothe bekam Berufsverbot.

Das hätte eigentlich auch das AUS für Subregens Rothe sein müssen, der sich besonders damit hervor getan hatte, sich bei Zungenküssen und Petting-ähnlichen Situationen mit seinen Schülern ablichten zu lassen.
Regens Rothe hat allerdings Kontakte.
Sein Doktorvater und intimer Förderer ist Georg Gänswein, der wiederum als privater Sekretär des Papstes Benedikt XVI der zweitmächtigste Mann der Katholischen Kirche ist.
Benedikt, vormals Kardinal in München, organisierte in seiner alten Diözese einen neuen Arbeitsplatz für Rothe und hob das Berufsverbot auf.
Günstigerweise wurde auf wundersame Art auch nicht der Vorgesetzte Rothe, sondern nur der 27-Jährige Priesteramtsanwärter Piotr Zarlinski rechtskräftig wegen des Besitzes kinderpornographischen Materials zu einer halbjährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Und Rothe?

Nun dazu stellt die SZ heute fest:
Seit 1. November ist er vom Münchner Erzbischof als Seelsorger zur Mithilfe in der Pfarrei St. Michael angewiesen. Im Pfarrgottesdienst hatte sich der Neue am 7. November vorgestellt - er habe in Bayern studiert und sei in St. Pölten geweiht worden. Welche Tätigkeit er dort ausgeübt hatte, hat er dann aber doch lieber verschwiegen. Die Caritas, der das Altenheim untersteht, wurde über das Vorleben des "Kurat Dr. Rothe", wie das Namenschild an seiner Tür mitteilt, nicht informiert.

Roma locuta causa finita.