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Dienstag, 29. Juni 2010

Der Christ des Tages - Teil XXVI

Unser Bücherratz tut sich ein wenig schwer mit der Kommunikation, wie wir alle wissen.
Was außerhalb der Vatikanmauern vor sich geht, interessiert den Pontifex herzlich wenig.

Unvergessen sein bezeichnender Umgang mit einem US-Journalisten, der es wagte ihn auf offener Straße auf den Kinderfickerprister Lawrence Murphy anzusprechen, der mindestens 200 gehörlose Jungs sexuell molestiert hatte und von Ratzingers Glaubenskongregation nicht gestoppt wurde.
„This is unerhört“ blaffte der damalige Inquisitionschef Kardinal Ratzinger los und schlug dem Reporter erregt auf die Finger.



Im Papstpalast ist es viel netter - da wird erst gar keiner vorgelassen außer den zwei Georgs.
Wie viel Input aber mag schon auf diese Weise an das Ohr des Pontifex Maximus gelangen?
Der eine Georg, 86, hat seine Kräfte offensichtlich beim Verprügeln von minderjährigen Domspatzen in Regensburg verbraucht und ist jetzt schwer senil.



Der andere Georg, 55, auch genannt Georg McSexy, kann sich immerhin auf ein bißchen weltliches Wissen stützen, das er von seiner langjährigen „Bekannten“ und hochgeschätzten Ratgeberin Gloria von Thurn und Taxis erhält.
Die intellektuelle bayerische Fürstin („Der Afrikaner schnackselt halt gern“) kennt sich aus in der Welt und wird dafür von Hakenkreuznet geliebt.
Die geborene Mariae Gloria Ferdinanda Gerda Charlotte Teutonia Franziska Magarethe Frederike Simone Johanna Joachima Josefine Wilhelmine Huberta Gräfin von Schönburg-Glauchau wuchs unter anderem in Togo und Somalia auf.
Ihr wird enormer Einfluß auf Pater Gänswein nachgesagt.
Wenn jemand direkt zum Papst vordringen möchte, sollte er den Weg über die Heimatburg St Emmeram in Regensburg der Präfektin der Gebetsgruppe Marianische Frauencongregation „Mariä Verkündigung“ Regensburg (MFC) gehen.

Es ist nicht bekannt wie viele Duzfreunde der Papst hat, man darf aber getrost davon ausgehen, daß es sich dabei um ein überschaubares Grüppchen handelt.

Dazu gehören zwei Männer, die ebenfalls Zugang zum Stellvertreter Gottes haben.

Einer nutzte die pontifikale Protektion, um in ein hohes Bischofsamt zu gelangen - obwohl in Kirchenkreisen offenbar lange bekannt war, daß er ein zu Sadismus, Alkoholismus und Veruntreuung neigender Hedonist ist - Walter Mixa.

Zuletzt hatte der Bischof emeritus ("Bleib hier! Ich brauche deine Liebe!") allerdings die Größe seines Steines im päpstlichen Brett unterschätzt und zog gegen Marx und Zollitsch den Kürzeren.

776 km. Flugzeit: 01:45. Das sind die überaus günstigen Daten der Strecke Wien-Rom, die den anderen bekannten Papst-Duzer Kardinal Schönborn betreffen.
Er kommt einmal die Woche rüber zum gemeinsamen Mittagessen.

Anders als der realitätsentrückte Kollege Mixa („Mein Herz ist rein“) weiß der Wiener Oberbischof allerdings, daß die päpstliche Protektion Grenzen hat.

Alles darf man sich nicht rausnehmen.
Insbesondere beim Thema „Aufklärung sexueller Missbräuche durch Geistliche“ mag der Papst keine Kritik an der Vatikanischen Vertuschungstaktik.
Natürlich ist der konservative Wiener vorbelastet; anders als seine Kollegen, hat er nicht die Option zu behaupten „Also davon habe ich NICHTS gewußt!“.

Schönborn, 65, Sprößling der deutschen Adelsfamilie Schönborn, „verdankt“ seinen jetzigen Job immerhin einem der peinlichsten Knabensexskandale des 20. Jahrhunderts.
1995 wurde er zum Koadjutor der Erzdiözese Wien und sollte dem notorischen Päderasten Hans Hermann Kardinal Groër auf die Finger klopfen.
Die über Jahrzehnte andauernden Sexattacken des geilen Kardinals auf kleine Jungs führten fast zu einer Implosion der Österreichischen Kirche.
Selbst Groërs Bischofskollegen stellten sich schließlich gegen ihn.
1998 bekundeten Christoph Schönborn, Johann Weber, Georg Eder und Egon Kapellari, dass sie zur „moralischen Gewissheit“ gelangt wären, dass die Vorwürfe gegen Groër „im Wesentlichen zutreffen“.

Groërs Kumpel Kurt Krenn folgte 2004 ins absolute Abseits, nachdem sein Priesterseminar als Hort von Kinderpornos und homosexueller Übergriffe auf die Seminaristen („Bubenstreiche“ - O-Ton Krenn) auffällig geworden war.

Nun ist für den Papst endgültig Schluß mit den Schmuddelsexgeschichten in Österreich.
Das bedeutet nach Ratzinger-Lesart „Schluß mit Aufklärung und Kritik an Vertuschung“.

Nach Vatikanischer Sicht gab es nur Ärger, wenn Bischöfliches Kinderbefummeln öffentlich wurde.
Folgerichtig ließ sich Seine Heiligkeit auch keine Widerworte des Wiener Katholenchefs gefallen und zwang ihn zurück zu rudern, als Christoph Kardinal Schönborn jetzt aufmuckte.

Er hatte Sodano vorgeworfen, während seiner Amtszeit die Ermittlungen gegen den früheren Wiener Erzbischof Kardinal Groer behindert zu haben. Außerdem habe Sodano die Opfer sexuellen Missbrauchs beleidigt, indem er das Thema als "Geplapper" abgetan habe. Schönborn war am Montag vom Papst in einer Audienz empfangen worden. Bei dem Gespräch, bei dem auch Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone und dessen Vorgänger Sodano anwesend waren, musste der Wiener Erzbischof einen Rüffel des Heiligen Vaters einstecken. Laut einem Kommunique des Pressesaals des Vatikans „wollte“ Schönborn bei der Unterredung „einige Aspekte kirchlicher Disziplin“ klarstellen, ebenso wie „gewisse Urteile betreffend die Haltung des Staatssekretariats, insbesondere unter dem seinerzeitigen Staatssekretär von Papst Johannes Paul II...bezüglich des verstorbenen Kardinals Hans Hermann Groer“. Papst Benedikt XVI. unterstrich laut dem Pressekommunique zudem gegenüber Schönborn in Hinblick auf dessen Aussagen über Sodano, dass, „wenn es sich um Anschuldigungen gegenüber einem Kardinal handelt, die Zuständigkeit ausschließlich beim Papst liegt.
(Salzburger Nachrichten)

Nun komme ich endlich zum Titel dieses Postings.
In vorrauseilendem Gehorsam benannte Kardinal Schönborn die CHRISTIN DES TAGES, Waltraud Klasnic, zur Opferbeauftragten der österreichischen Katholischen Kirche.

Die ehemalige steirische Landeshauptfrau soll eine unabhängige Kommission zu den Vorfällen zusammenstellen Seit Wochen vergeht nahezu kein Tag, an dem nicht ein neuer Missbrauchsfall im katholischen Umfeld bekannt wird: Deswegen erklärt die Kirche nun die ehemalige steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic zu ihrer Opferbeauftragten, wie Kardinal Christoph Schönborn nach Absprache mit den Bischöfen in der sonntäglichen ORF-Pressestunde verkündete. Der Kardinal, der mit Klasnic am Gründonnerstag zusammentreffen will, lobte "die soziale Kompetenz" der Präsidentin der Hospizbewegung und ehemaligen ÖVP-Politikerin.
(Der Standard im März 2010)

Eine Prima Wahl - ist Klasnic doch Trägerin des höchsten Vatikanischen Ordens, den der Papst an Laien vergibt.

Im Jahr 2003 wurde ihr der päpstliche „Gregorius-Orden für den Eifer in der Verteidigung der katholischen Religion“ verliehen.

Klasnic verteidigt in der Tat die katholische Religion - indem sie es schön billig für den Vatikan zu gestalten versucht und die finanziellen Entschädigungsforderungen der missbrauchten Kinder auf ein Minimum drückt.
Daß die Opferschutzorganisationen sauer auf die Christen des Tages sind, dürfte Papst Ratzinger nur darin bestätigen, daß sie gute Arbeit leistet.

Wie praktisch es ist, wenn Vertreter der TÄTER-Organisationen über Entschädigungen bestimmen, lernte auch die Deutsche RKK und lud auf dem jüngsten Kirchentag Vertreter der Opfer erst gar nicht ein- sie dürfen nicht mitreden.

Auch das Kloster Ettal läßt die mehreren hundert Opfer am ausgestreckten Arm verhungern, stellt das Ermitteln ein und hat nicht einen Cent Entschädigung gezahlt.

Die heute von der kircheneigenen Klasnic-Kommission angebotenen Entschädigungssätze (5.000 bis max. 25.000) werden von der kirchenunabhängigen Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt postwendend als neuerliche Beleidigung der Betroffenen strikt abgelehnt. Während die Kirchen-Kommission mehrfach betonte, großzügiger als die Judikatur sein zu wollen, ist der Maximalsatz mit EUR 25.000.- weit unter der ohnehin geringen gerichtlichen Schadenersatzsumme. Hier wurden für einen schweren Fall von Missbrauch bereits EUR 55.000 bezahlt. In Irland etwa, wurde im Schnitt jeder Betroffenen mit EUR 65.000.- entschädigt.

Unabhängigkeit wurde vorgetäuscht
.
Während Kardinal Schönborn ständig vormachen wollte, die Höhe der Entschädigung werde völlig frei und unabhängig von der von ihm eingerichteten und bezahlten Klasnic-Kommission festgelegt, hat er in der ZIB2 vom 23.6. eine Höhe von EUR 130.000,- als inakzeptabel zurückgewiesen. Dies ist ein trauriger Beweis dafür, dass die Klasnic-Kommission, wie von den Betroffenen immer vermutet, letztlich auf Zuruf ihres Auftraggebers Kardinal Schönborn zu agieren hat.”

Gerade eine Institution wie die röm.-kath. Kirche, die über ein Milliardenvermögen verfügt, ist nicht mal bereit, in der Höhe der -ohnehin geringen- gerichtlichen Praxis zu entschädigen. Keine Kommissionsmitglied und kein Mitglied der Bischofskonferenz würde sich für EUR 15.000.- einer jahrelangen Vergewaltigung aussetzen wollen, so wie ich das als Kind erleiden musste. Die Kirche wird keinen Frieden finden, ehe sie nicht für Ihre Verbrechen in angemessener Form Entschädigung leistet” erklärt dazu Klaus Fluch, Betroffener und Vorstandsmitglied der Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt.

Politik überlässt Täterorganisation die Wiedergutmachung
.
Es ist ohne Beispiel in der österreichischen Justizgeschichte, dass die Vertreter der Täter bzw. eine Täterorganisation selbst über die Höhe des Schmerzensgeldes des von ihr verursachten Leides entscheidet.

Zur Erinnerung: Einige Mitglieder, bzw. Funktionäre der kath. Kirche haben teilweise über Jahrzehnte Kinder und Jugendliche in einem unvorstellbaren Ausmaß sexuell missbraucht. Diese Vergehen hat die Hierarchie der kath. Kirche systematisch verschwiegen und die Täter geschützt. Dafür wurden die Opfer teilweise öffentlich gedemütigt und verleumdet, wenn sie die Verbrechen bekannt machen wollten.

(Betroffenen.at)

Kommentare:

jakebaby hat gesagt…

"Politik überlässt Täterorganisation die Wiedergutmachung."

Damit bin ich noch nie zurecht gekommen.
Mir ist schon klar, das diese Verbrechen unter Politik/Religion vermauschelt werden.
Diese privatisierte Vertuschung ist fuer sich schon illegitim und somit ein Verbrechen aus hoechster Ebene.

Die Abwicklung einer der mit uebelsten Straftaten wie Kindesmisshandlung unterliegt weder Politik noch Kirche sondern ausschliesslich Judikative/Strafrecht.
Und genau das wird ausgeschlossen.

What Else is New wird zur StandardFrase.
Gluecklicherweise ist die Ganze Sauerei fein dokumentiert und vielleicht werden irgendwann die Taeter und ihre Handlanger doch buessen.

Gruss
Jake

TAMMOX hat gesagt…

Tja, da sind wir wieder bei der altbekannten Erkenntnis, daß es absolut rätselhaft ist, wieso nicht viel, viel mehr Leute jeden Tag Amok laufen…

Ich kann das auch beim besten Willen nicht erklären.

LGT