TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!
Posts mit dem Label Sally Kern werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sally Kern werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 12. September 2011

9/11-Overkill.


Das ist natürlich für das Fernsehen ein gefundenes Treffen.
Der zehnte Jahrestag des WTC-Anschlages fiel auf einen Sonntag. Da konnten von VOX über Phoenix bis zu N24 alle Sender nonstop 9/11-Konserven abspulen.
Es gab schon schlimmere Katastrophen, die viel mehr Opfer gefordert haben, aber das Einzigartige an der Tat der 19 Flugzeug-Attentäter war die Optik.
Und das im Herz der westlichen Wirtschaft.

Ich gebe zu; das ist schon richtig was für’s Auge wie die Flugzeuge einem heißen Messer gleich in die Butter-Türme fahren.
Und Roland Emmerichs Special-Effect-Jungs bekommen sicher immer noch feuchte Höschen bei den Bildern des Zusammensackens des brennenden World-Trade-Centers.

Weniger verständlich ist für mich der Reiz heute von Hinz über irgendwelche Soapsternchen bis zu Kunz jeden unwichtigen Gomulken zu befragen was er damals vor zehn Jahren gerade gemacht und gedacht hat.
Die Zeitungen drucken heute sogar Straßenumfragen ab, in denen sogar 16-Jährige losplappern dürfen wie sie sich an den 11. September 2001 erinnern, als sie sechs Jahre alt waren.
Schon klar - diese Straßenumfragen, in denen irgendwelche willkürlich geschnappten Deppen ihren Senf abgeben, sind billige Seitenfüller.
Für die Blattmacher, die vorher all die (teuren) Redakteure entlassen haben, ist das immer ein simpler Ausweg. Da kann man mal eben den Praktikanten losschicken, um ein paar O-Töne einzusammeln.
Der Informationsgehalt ist allerdings gleich Null.

Nicht uninteressant ist es aber nach wie vor Entscheidungsträger von damals zu interviewen.
Ich verstehe durchaus, daß es für Schröder und Fischer unglaublich peinlich gewesen sein muß zu hören, daß Atta und Co ausgerechnet aus Hamburg kamen.
Der Druck besonders („uneingeschränkt“) solidarisch mit der USA zu sein, muß groß gewesen sein.
Dennoch ist der damalige Bundeskanzler heute bemerkenswert selbstkritisch und räumt ein, daß Johannes Rau mit seiner Mahnung vom 12.09.2001 nicht dem Vergeltungsdrang nachzugeben, weiser als er selbst war.

Überhaupt ist es a posteriori recht abstoßend zu beobachten, daß dermaßen viele Amerikaner durch und durch von Rachgedanken getrieben waren.
Hart zuschlagen. Vergeltung.
Wie es anders UND BESSER geht, zeigen gerade Jens Stoltenberg und die Norweger.

Immer noch verblüffen mich auch die freimütigen Erläuterungen des US-Sicherheitsberaters Richard Clark, der von der ersten Kabinettssitzung nach 9/11 berichtet, Donald Rumsfeld habe sofort empfohlen nun Saddam und den Irak platt zu machen.
Clarke wandte sich an Condi Rice und meinte, daß Rumsfeld offensichtlich gerade einen Witz gemacht habe. Aber nein, das war Rumsfeld und Cheney durchaus ernst.
Sie ließen sich einfach von der Lust auf Rache und Töten treiben, obwohl Saddam bekanntlich nicht nur rein gar nichts mit 9/11 zu tun hatte, sondern sogar ein scharfer Gegner Al Kaidas war.

Kaum zu fassen ist die Chuzpe mit der Rumsfeld und Cheney auch zehn Jahre später nicht die geringsten Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Irakfeldzuges haben, obwohl sie von der Realität so drastisch des Gegenteils belehrt wurden.

Die Neocons der damaligen US-Regierung sind nach wie vor so ziemlich der schlimmste Abschaum, den ein demokratisches Politsystem jemals hervorgebracht hat.

Nahezu unerträglich ist es zu beobachten, wie der als Widerpart zu George W. Bush gewählte Präsidenten-Nachfolger heute dasteht.
Guantanamo existiert immer noch, im Irak und Afghanistan geht es blutig zu.

Aus dem grausigen Zusammenprall zweiter religiöser Auswüchse - Osama und Bush fällten beide übersinnlich fanatisiert ihre dramatisch schlechten Entscheidungen - wurden keine Lehren gezogen.

Dabei ist das Bild der zwei Türme von Manhattan mit der Überschrift „Imagine - No Religion“ oder der Unterschrift „Science flies you to the moon. Religion flies you into buildings“ doch auch um die Welt gegangen.



Aber was hat Obama gestern zu sagen gehabt?

«Sie waren unsere Nachbarn, unsere Freunde, unsere Ehemänner, Ehefrauen, Brüder, Schwestern, Kinder und Eltern. Sie waren die, die zur Hilfe geeilt sind», sagte Obama. Anschliessend verlas er aus der Bibel den 46. Psalm «Gott ist unsere Zuversicht und unsere Stärke».
(NZZ 12.09.11)

FALSCH! Gott hat uns erst in die missliche Lage gebracht!

Am 11. September 2001 wurden in Amerika durch die Planung einer kleinen Gruppe religiös aufgepeitschter Arschgeigen 3000 Menschen gekillt.
Das ist nicht zu entschuldigen.

Ich kann aber auch nicht entschuldigen, daß durch die verlogene Kriegstreiberei der Christen im Oval Office inzwischen mindestens 100 mal so viele genauso unschuldige Iraker und Afghani getötet wurden.

Falls es den „LIEBEN Gott“ geben sollte, muß der Mann über eine gehörige Portion Sadismus verfügen, wenn er solchen Geschehnisse tatenlos zuguckt.

An so einen Gott soll man glauben?
Wie geht das?
Die BZ fragte dazu einen Fachmann, einen Pfaff:

Nach meiner Glaubensüberzeugung sind wir Menschen für unser Schicksal und das Leben auf unserer Erde selbst verantwortlich. [Ach wie gut, dann brauchen wir Gott also gar nicht! -T.] Das Gebet zu Gott kann uns die Kraft geben, solche schlimmen Ereignisse zu überstehen.

BZ: Mancher hat das Gefühl, Gott hat weggeschaut an diesem Tag.

Gott schaut immer hin. Aber er hat den Menschen die Freiheit zum Handeln gegeben, auch die Freiheit zum Bösen. Mit dem Bösen müssen wir uns auseinandersetzen. Es hat auch in der deutschen Geschichte dramatische Tiefpunkte gegeben. Doch dafür sind allein wir Menschen verantwortlich. Von Gott kommt die Kraft, damit umzugehen und die Zuversicht.

BZ: Eine Konsequenz aus 9/11 ist der Krieg in Afghanistan mit tausendfachem Tod. Gerecht?

Es ist wichtig, dass wir Ursache und Wirkung sorgfältig auseinanderhalten. Die zivilisierte Welt musste sich zu ihrem Schutz zur Wehr setzen. [Aha. „Du sollst nicht töten“ gilt also nicht, wenn es sich um eine „Wirkung“ handelt, Herr Theologe? -T.] Ich glaube, dass die Freiheit, die Selbstbestimmung und das Leben in Schutz genommen werden wollen und müssen.

BZ: Vergebung ist ein christlicher Schlüsselbegriff. Können auch die Taten des 11. September vergeben werden?

Nach dem christlichen Glauben setzt Vergebung Reue voraus. Es ist eine traurige Erkenntnis, dass es die nicht gibt in diesem Falle. [Woher weiß er das? Die 19 Attentäter sind zur Zeit tot. Die waren sogar als erstes tot. Vielleicht bereuen sie ja im Himmel. An ein Leben nach dem Tod glauben Hinze und Osama gleichermaßen - T.]

BZ: Welche Schlüsse aus 9/11 ziehen Sie als Theologe?

Die Geschichte der Menschheit zeigt, dass jeder Glaube in der Gefahr steht zu pervertieren. Die Stärke einer jeden Religion erweist sich darin, dass sie diese Perversionen erkennt und isoliert. [Dann scheint die christliche Religion offensichtlich viel schwächer als der Islam zu sein. Bush hatte immerhin mit Jesus Rücksprache gehalten bevor er den Befehl zu hunderttausendfachen Rache gab. Die weit überwiegend christlichen US-Soldaten haben die Perverierung des Glaubens offensichtlich nicht erkannt - T.]
(Der evangelische Priester, ehemaligen CDU-Generalsekretär und heutige Parlamentarischen Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Peter Hintze)


Aber was schreibe ich hier so lange über 9/11.

Es gibt schließlich viel Schlimmeres in der Welt.

Und zwar die SCHWULEN!

Gegen die ist die Al Kaida ja halb so wild.

Diesen Zusammenhang hat soeben eine meiner Lieblingspolitikerinnen aus Amerika erkannt.

Zum zehnten Jahrestag von 9/11 hat Sally Kern, republikanische Abgeordnete in Oklahoma, davor gewarnt, dass Homosexualität in den USA mehr Tod bringe als Terrorismus.
In einem Interview mit der Anti-Homogruppe "Americans for Truth" macht Kern Schwule für den Ausbruch von HIV verantwortlich: "Wissen Sie, was mehr Leben gekostet hat? Terrorismus hier in den USA oder HIV/Aids? In den letzten 20 Jahren hatten wir hier vielleicht drei terroristische Angriffe mit zirka 5.000 Toten, die bedauenswerterweise ihr Leben verloren haben. Im selben Zeitraum sind Hunderttausende an Aids gestorben. Was ist also die größere Bedrohung?"
Für die 64-Jährige ist Toleranz gegenüber Homosexuellen für diese Entwicklung verantwortlich: "Junge Menschen, aber auch Erwachsene, werden jeden Tag in Film, Musik, Fernsehen, Einkaufszentren und Magazinen mit dem Motto 'Homosexualität ist normal und natürlich' bombardiert. Wir müssen uns jeden Tag damit beschäftigen. Zum Glück gibt es nicht jeden Tag einen Terrorangriff." Homosexualität sei deshalb gefährlicher als Terrorismus, weil sie "den moralischen Zusammenhalt dieser Nation" vernichte. "Wir wurden als Nation auf den Prinzipien der Religion und der Moral gegründet. Wenn wir diese Faktoren aus unserer Gesellschaft entfernen, verlieren wir das, was uns zu einer großartigen Nation gemacht hat." Ihre homofeindliche Haltung begründet Kern mit ihrem christlichen Glauben.
(Wissenblogt.de)



Frau Kern äußert sich öfter so.

Schon im März 2008 erklärte sie, daß Schwule viel gefährlicher als der weltweite Terrorismus wären.

Dem amerikanischen Wähler gefällt es.

Im Oktober 2010 wurde sie mit dem sensationellen Ergebnis von 66% der Stimmen wieder gewählt.

PS:

Kern im März 2008:

"Die homosexuelle Agenda zerstört dieses Land, das ist einfach eine Tatsache", erklärte Sally Kern vor republikanischen Parteikollegen. „Studien zeigen, dass keine Gesellschaft, die Homosexualität vollständig angenommen hat, mehr als ein paar Jahrzehnte überdauert hat", erklärte Kern in den Videoausschnitten. "Also ist es der Todesstoß für unser Land." Sie glaube, dass Homosexualität eine größere Bedrohung für die USA sei als "Terrorismus oder Islam".

(Gott scheint aber doch ab und an Sinn für Humor zu haben und so ist der Sohn von Sally Kern schwul – so wie er auch Vizepräsident Cheney eine lesbische Tochter verpasst hat.
Der kleine Kern lebt nach Angaben seiner Mutter “als Gabe an Gott” zölibatär.)


Hier noch einmal Sally Kirre im Wortlaut:

The homosexual agenda [Loud snap] is destroying this nation. OK? It's just a fact. [Volume increases] Not everybody's lifestyle is equal, just like not all religions are equal. You know, the very fact that I'm talking to you like this here today, puts me in jeopardy. OK? Uh and I'm not anti, I'm not gay-bashing, but according to God's word that is not the right kind of lifestyle, it has deadly consequences for those people involved in it, they have more suicides, uh and they're more discouraged, there's more illness, their uh lifespans are shorter, you know? It's, it's, it's not a lifestyle that is good for this nation. 'Matter of fact, studies show, that no society that has totally embraced homosexuality has lasted more than, you know, a few decades. So it's the death knell of this country. I honestly think it's the biggest threat even, that our nation has, even more so than terrorism or Islam, which I think is a big threat.
[...] If you've got cancer or something in your little toe, do you say, Well you know I’m just gonna forget about it, 'cause the rest of you's fine? It spreads! OK? And this, this stuff is deadly, and it's spreading and it will destroy uh our young people, it will destroy this nation.

Freitag, 30. Januar 2009

Auslegungen christlicher Kernaussagen

Das mit dem
habe ich vorgestern schon erklärt, möchte das aber noch einmal erläutern.

Christliche Politiker, vor allem in der USA, zeigen wunderschön die beiden Christlichen Methoden.
Die Alttestamentarische Bibelauslegung mit den harten Strafen und der Verdammung kommt immer dann zum Vorscheinen, wenn es um ANDERE geht.

Megapfarrer Haggard, einer der einflussreichsten Hardcore-Christen ist ein ultrarechter Mann, der sich seiner völligen Übereinstimmung mit der Bush-Politik rühmt.
Ted Haggard, der ehemalige Kopf der Nationalen Vereinigung der Evangelikalen mit 30 Millionen Mitgliedern, scherzt, dass die einzige Unstimmigkeit zwischen ihm und dem Führer der westlichen Welt das Auto betrifft: Mr. Bush fährt einen Ford Pickup während er einen Chevy bevorzugt.
In gesellschaftspolitischen Dingen ist der Christ unerbittlich.
Er zettelte einen regelrechten Kulturkampf an, der in dem Dokument „For the Health of the Nation: An Evangelical Call to Civic Responsibility“ Homosexualität, Abtreibung, Einwanderung und ähnliche „liberale Auswüchse“ scharf verurteilte.
Haggard gilt als einer der glühendsten Verfechter einer Verfassungsänderung, die das Verbot der Homo-Ehe festschreiben soll.
Keine Gnade mit den Tunten!


In der Praxis halten sich die stramm rechten Prediger und US-Politiker nicht immer so ganz an diese Linie. Rechter Sex eben.

Da gab es den Abgeordneten Mark Foley, der männlichen Pagen schlüpfrige Pimmel-E-Mails sandte, Bob Allen, republikanischer Abgeordneter in Florida, der bei der Bitte nach Oralsex versehentlich an einen Polizisten geriet und James Guckert alias Jeff Gannon, der einen "Begleit-Service" für Männer betrieb und vom Weißen Haus einen Presseausweis bekam, weil er immer so nette Fragen an George W. Bush stellte. Glenn Murphy Jr., der Vorsitzende der GOP-Jugendorganisation Young Republicans, trat von allen Ämtern zurück, nachdem er einen 22-jährigen Mann sexuell genötigt hatte. Senator David Vitter aus Louisiana steht auf der Kundenliste der Washington Madam, des bekanntesten Bordells in Washington. In South Carolina musste der Staatspolitiker Thomas Ravenel als Wahlkampfleiter des republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain zurücktreten, nachdem er offenbar Kokain geschnupft hatte. In North Carolina erwischte die Polizei im Juni den republikanischen Kirchenmann und Sittenwächter Coy Privette einer Prostituierten.
"Als die Nachricht von Senator Craig die Runde machte, forderten manche Republikaner seinen Rücktritt — andere wollten seine Telefonummer haben", spottete der Late-Night-Talker Dave Letterman.
Der einzige Republikaner, der wenigstens bloß gegenüber Frauen anzüglich wird, ist Arnold Schwarzenegger.

Und es gab Ted Haggard, der Vorstand der National Association of Evangelicals:
Der "wiedergeborene" Christ, Vorzeige-Familienvater von fünf Kindern und seine Ehefrau verehrende Ideal-Amerikaner poppte nebenher mindestens drei Jahre lang mit männlichen Strichern, die er immer wieder bei Escort-Servicen bestellte.
Begeistert nötigte er seine Sex-Diener zum Konsum harter Drogen wie Crystal Meth.
Der Führer der New Life Church mochte sich allerdings nicht mit Mietmännern begnügen.
Wenn er fertig mit der Homohetze von der Kanzel war, begann er junge Männer seiner Gemeinde sexuell zu belästigen.
Der jetzt 25 Jahre alte Grant erklärte gegenüber "KRDO News Channel 13", dass sich Haggard 2006 bei einem Kirchenausflug an ihn herangemacht habe. "Er fragte mich, ob wir gottesfürchtig oder unartig sein sollen", erklärte Grant. "Er wollte wissen, ob wir nur Freunde bleiben sollen oder ob ich Pornos für ihn kaufen, mit ihm onanieren oder mit ihm Crystal Meth nehmen soll. Er wollte mir all die Dinge zeigen, die er selbst gerne tut". Eigentlich lehnte der damals 22-Jährige entsetzt ab. Haggard habe sich dann aber entblößt – was den jungen Christen offenbar völlig aus der Bahn warf. Er habe sich daraufhin isoliert, Alkohol und Medikamente missbraucht und insgesamt vier Selbstmordversuche begangen.

Nun hat man in den christlichen Kirchen
a.) sehr viel Erfahrungen mit ihren sexuell molestierenden Pfarrern und
b.) sehr viel Geld.

Grant bekam ein Schweigegeld in Höhe von 180.000 Dollar damit er nicht an die Öffentlichkeit geht. Allerdings versuchte sich die knickerige Kirche um die Zahlungen zu drücken und stattdessen Grant mit Klagen zu drohen.

So kam auch dieser Aspekt an die Öffentlichkeit.



Haggard erhielt von seiner Kirche sogar 300.000 Dollar. Und ein Auto - wie forbes.com meldet:

The disgraced preacher says he's only recently been able to talk about his experience, since he signed an agreement with his Church that banned him from speaking to the press for two years following the scandal. In exchange, he says, he was given a year's salary and a truck.

Na, wenn das nicht eine harte Strafe ist!

Inzwischen ist Haggard, der sich selbstverständlich für durch und durch heterosexuell hält mit sich im Reinen.

Dadurch, daß er einmal auf Abwege geraten wäre, hätte er nur noch deutlicher die Liebe Gottes erfahren und ist nun frommer denn je.
"It taught me how desperately I need help from God," he said in a moment of canned self-reflection. "I'm much more compassionate, much more understanding in my life."
Nach seiner 300.000-Dollar-plus-truck-Pause streckt der gute Mann nun wieder seinen Kopf hervor, tingelt durch die Talkshows und ließ auf HBO eine Dokumentation über sein Leben zeigen.


Gestern breitete er sich selbstzufrieden bei Larry-King aus.

Haggard is back!

Dies ist ein schönes Beispiel für die „Verzeihen, andere Wange hinhalten“-Methode.

Die gilt nämlich immer dann, wenn die Kirchenvertreter selbst ertappt werden.

Dienstag, 18. März 2008

Kernschmelze.

In Amerika gibt es zwei maßgebliche Parteien. Die "Demokratische Partei" entwickelte sich aus der Partei Thomas Jeffersons, die schon vor 1800 gegründet wurde. Die "Republikanische Partei" wurde 1850 von Abraham Lincoln und anderen Gegnern der Ausweitung der Sklaverei gegründet. Später gab es dann bezüglich der Rassentrennung eine eigenartige Positions-Rochade. Heute sind die Demokraten so eine Art amerikanische CDU, stets blau dargestellt und mit einem austretendem Esel als Parteisymbol, das auf Karikaturen des deutschstämmigen Zeichners Thomas Nast (1840-1902) zurück geht.
Die andere Partei, immer rot dargestellt und mit einem Elefanten als Parteisymbol behaftet, ist noch eigenartiger.
Sie ist noch einmal weit rechts von der Eselpartei, vereint all die fundamental-christlich Beschränkten in ihren Reihen (George Bush zum Beispiel) und nennt sich G.O.P. – Gay Old Party.
Die Mitgliederschaft ist intellektuell ziemlich morbid – hier versammeln sich auf der einen Seite jede Menge Klemmschwestern, also Mandatsträger, die (heimlich) schwul sind und ihren Trieben bei jeder noch so ungünstigen Gelegenheit nachgehen – sowie auf der anderen Seite auch die weltweit perfidesten homophoben Hetzer.
Beispiele für den ersten Typus sind Apologeten des Hasses wie Senator Larry Craig, der aber genauso gern auf Flughafentoiletten versucht die Pimmel von den kackenden Nachbarn zu befummeln.
"Als die Nachricht von Senator Craig die Runde machte, forderten manche Republikaner seinen Rücktritt — andere wollten seine Telefonummer haben", spottete der Late-Night-Talker Dave Letterman. Ein typischer GOP'ler eben.
Da gab es den Abgeordneten Mark Foley, der männlichen Pagen schlüpfrige Pimmel-E-Mails sandte, Ted Haggard, der Vorstand der National Association of Evangelicals, der sich von einem männlichen Prostituierten bedienen ließ, Bob Allen, republikanischer Abgeordneter in Florida, der bei der Bitte nach Oralsex versehentlich an einen Polizisten geriet, und James Guckert alias Jeff Gannon, der einen "Begleit-Service" für Männer betrieb und vom Weißen Haus einen Presseausweis bekam, weil er immer so nette Fragen an George W. Bush stellte. Glenn Murphy Jr., der Vorsitzende der GOP-Jugendorganisation Young Republicans, trat von allen Ämtern zurück, nachdem er einen 22-jährigen Mann sexuell genötigt hatte.

Beispiel für den zweiten Typ ist die Parteigenossin Sally KERN, der man den christlich fundamentalen Brennstab so tief in den Arsch geschoben hat, daß es offenbar zur kompletten geistigen KERN-Schmelze gekommen ist.
Die darauf folgende Hirnzellenimplosion war so heftig, daß nur noch intellektuelle Antimaterie übrig geblieben ist.
Das führte bedauerlicherweise dazu, daß die Schwachsinnige von Oklahoma Abstrusitäten verzapft, wie sie selbst in der GOP nicht alltäglich sind:
"Die homosexuelle Agenda zerstört dieses Land, das ist einfach eine Tatsache", erklärte Sally Kern vor republikanischen Parteikollegen. Das Video ist im www gelandet. „Studien zeigen, dass keine Gesellschaft, die Homosexualität vollständig angenommen hat, mehr als ein paar Jahrzehnte überdauert hat", erklärte Kern in den Videoausschnitten. "Also ist es der Todesstoß für unser Land." Sie glaube, dass Homosexualität eine größere Bedrohung für die USA sei als "Terrorismus oder Islam". Die Abgeordnete führt seit Jahren einen Feldzug gegen die Homosexualität. Sie versuchte bereits erfolglos, Kinderbücher aus den Bibliotheken zu entfernen, in denen Homosexualität angesprochen wird. Sie erklärte, Schulkinder würden von Schwulenaktivisten indoktriniert.
Gott scheint aber doch ab und an Sinn für Humor zu haben und so ist der Sohn von Sally Kern schwul – so wie er auch Vizepräsident Cheney eine lesbische Tochter verpasst hat.
Der kleine Kern lebt nach Angaben seiner Mutter “als Gabe an Gott” zölibatär.
Geistige Tiefpunkte wie in der Gay Old Party sind in Europa gar nicht so leicht zu finden, aber wenn man einen kalifornischen Server einrechnet, kann man die besonders Schwachsinnigkeit Kerns damit beweisen, daß sie ausgerechnet bei Kreuz.net Unterstützung findet.
Das dürfte der geistige Todesstoß sein für jeden, der noch ernst genommen werden will – die Propagandisten des denkerischen Stupors finden Frau Kern natürlich toll und verteidigen sie.
Bei den irrelevanten infamen Irren klingt das so:

Die Polizei untersucht jetzt diese Zusendungen, um zu prüfen, ob bevorstehende Homo-Haßverbrechen gegen die Abgeordnete zu befürchten sind. Homo-ideologische Publikationen überschlagen sich jetzt in verbaler Gewaltbereitschaft und Haßausbrüchen. Am 15. März publizierten Homo-Unzüchtige auf der in Google-News aufgenommenen radikalen Webseite ‘gaysocialites.com’ einen Artikel unter dem Titel „Besitzt die homophobe Hure Sally Kern einen Homo-Sohn?!“. Der Artikel verbreitet die bereits vorher in die Welt gesetzte Behauptung einiger Studienkollegen des Sohnes der Abgeordneten, Jesse Kern. Diese hatten ihn als „größten Schwuchtel der Universität“ bezeichnet.


Wer glaubt, daß es nun wirklich nicht geistesgestörter zugehen kann, möge die Kommentare dazu lesen.

Aber bitte nur, wenn man einen leeren Magen hat – sonst übergibt man sich.


PS:
Hier noch einmal Sally Kirre im Wortlaut:

The homosexual agenda [Loud snap] is destroying this nation. OK? It's just a fact. [Volume increases] Not everybody's lifestyle is equal, just like not all religions are equal.
You know, the very fact that I'm talking to you like this here today, puts me in jeopardy. OK? Uh and I'm not anti, I'm not gay-bashing, but according to God's word that is not the right kind of lifestyle, it has deadly consequences for those people involved in it, they have more suicides, uh and they're more discouraged, there's more illness, their uh lifespans are shorter, you know?
It's, it's, it's not a lifestyle that is good for this nation.
'Matter of fact, studies show, that no society that has totally embraced homosexuality has lasted more than, you know, a few decades.
So it's the death knell of this country.
I honestly think it's the biggest threat even, that our nation has, even more so than terrorism or Islam, which I think is a big threat. OK?
Because what's happening now, they're going after er uh in schools - two year-olds!
You know why they're trying to get early childhood education? They want to get our young children into the government schools so they can indoctrinate them! I taught school for close to twenty years and we're not teaching facts and knowledge anymore folks, we're teaching indoctrination. OK?
And they're going after our young children, as young as two years of age, to try to teach them that the homosexual lifestyle is the acceptable lifestyle.
You know, gays are infiltrating city councils.
Do you know? Eureka Springs [Arkansas], anybody been there, for the [Great] Passion Play? [A "Creation Truth" production] OK, have you heard that the city council of Eureka Springs is now controlled by gays? OK?
There are some others. Uh, Pittsburgh, Pa.; Tacoma, Md.; Kensington, Md.; in Vermont, Oregon, West Palm Beach, Fla. and a lot of other places in Florida.
What's happening? And they are winning elections. One of the things I deal with in our legislature, I tried to introduce a bill last year, that would notify parents, uh schools had to let parents know what clubs their students were involved in.
And the reason I did that bill, primarily, was this, we had the Gay-Straight Alliance coming into our schools.
Kids are getting involved in these groups, their lives are being ruined, their parents don't know about it. So I introduced a bill that said you have to notify all clubs, and things. And one of my colleagues said, "Well, you know we don't have a gay problem in my community, so that's why I voted against that bill."
Well you know what? To me that is so dumb. If you've got cancer or something in your little toe, do you say, Well you know I’m just gonna forget about it, 'cause the rest of you's fine?
It spreads! OK?
And this, this stuff is deadly, and it's spreading and it will destroy uh our young people, it will destroy this nation.


PPS:

Here's something even worse than the self-destruction of her own family: Kerns is the sponsor of Oklahoma House Bill 2211, the "Religious Viewpoints Antidiscrimination Act". You can tell from the title what it is: a bill that would privilege religious opinions over scientific information in public school classrooms. The story is all over the Oklahomans for Excellence in Science Education page, as you might guess. The bad news is that the HB 2211 has passed in the House and is on its way to the Oklahoma senate, where we'd better hope it gets shot down. Here's what it does:

The bill requires public schools to guarantee students the right to express their religious viewpoints in a public forum, in class, in homework and in other ways without being penalized. If a student's religious beliefs were in conflict with scientific theory, and the student chose to express those beliefs rather than explain the theory in response to an exam question, the student's incorrect response would be deemed satisfactory, according to this bill.

The school would be required to reward the student with a good grade, or be considered in violation of the law. Even simple, factual information such as the age of the earth (4.65 billion years) would be subject to the student's belief, and if the student answered 6,000 years based on his or her religious belief, the school would have to credit it as correct. Science education becomes absurd under such a situation.

Oklahomans, call or write your state senators NOW.