TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

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Montag, 2. März 2009

Schaden zufügen

Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.

Diesen Satz schwor Angela Merkel einst.
Verstanden hat sie ihn allerdings offenbar in einer leicht modifizierten Weise:

Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle meiner eigenen Karriere widmen, meine Macht mehren, Schaden von mir wenden, die Parteifinanzen und die Klüngelrunden der CDU wahren und verteidigen, meine Pflichten gegenüber dem Volk geflissentlich ignorieren und Gerechtigkeit gegenüber meinen Claqueuren üben werde. So wahr mir Gott helfe.

Diesem Grundsatz folgend ist die Uckermarkerin durchaus erfolgreich gewesen.
Sie sitzt fest im Kanzler- und Parteivorsitzendensessel, ist die beliebteste Politikerin Deutschlands und hatte beste Chancen dieses Jahr wiedergewählt zu werden.

sie sich grundsätzlich nicht um politische Dinge kümmert, ist sie in der glücklichen Lage mit jeder Partei koalieren zu können - sie geht jeden erdenklichen Kompromiss ein, solange die Bedingung erfüllt ist, daß ihre Pöstchen sicher sind.

Deutschland geht es dabei erwartungsgemäß weniger gut.
Die international erworbene Reputation unter Fischer und Schröder ist dahin, Deutschland spielt in der Weltpolitik keine Rolle mehr, verweigert strikt jede Initiative, hat den größten Wirtschaftsabsturz von allen EU-Ländern zu verzeichnen und beindruckt mit Negativrekorden aller Art.

Wie die Bundesmerkel ihren Amtseid konterkariert, sieht man sehr schön am Beispiel Steinbach.
Was sollte mehr in Deutschlands Interesse liegen, als ein gutes Verhältnis zu einem unserer wichtigsten Nachbarn Polen?
Und was steht dem mehr im Weg als Steinbach, die Kommentatoren, wie Thorsten Denkler immer wieder schaudern läßt.
Frau Steinbach müsste mit provokanten Vergleichen eigentlich umgehen können. Die Chefin des Bundes der Vertriebenen (BdV) ist selbst eine Meisterin darin. "Wer sagt, wegen Hitler muss man Verständnis für die Vertreibungen haben, der folgt dem Prinzip der sizilianischen Blutrache", ist so ein Vergleich.
Oder: "Die Vertriebenen haben Anrecht auf eine pflegliche Behandlung, wie alle anderen Opfer auch."
Wie alle anderen Opfer auch. Es mag vielleicht einen Unterschied geben zwischen der Ermordung von sechs Millionen Juden und dem Schicksal der Vertriebenen. In Steinbachs Welt ist das nicht so sicher.


Folgte Merkel ihrem Amtseid - „den Nutzen mehren, Schaden abwenden“ - wäre die causa Steinbach vom Tisch, da das Bundeskabinett nie diese rechte Hetzerin für den Stiftungsrat des geplanten Zentrums gegen Vertreibungen in Berlin absegnete.

Polen und Deutsche wären zufrieden, eine häßliche Sache wäre vom Tisch.

Merkel läßt aber köcheln.
Das liegt daran, daß sie eben gerade NICHT den Interessen des Deutschen Volkes folgt, sondern auf die rechte Wählerbasis ihres Kanzlerinnenwahlvereins schielt:

"Man muss Frau Steinbach zur Seite stehen, niemand kann ihr vorwerfen, revanchistische Positionen zu vertreten", sagte der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm (CDU).
"Ich hätte mir gewünscht, dass die CDU die Angriffe zurückweist, die ins Unmäßige gehen." "Erika Steinbach muss als Person vor diesen Angriffen geschützt werden", sagte auch der einflussreiche Vorsitzende der baden-württembergischen CDU-Landesgruppe im Bundestag, Georg Brunnhuber.
"Wir müssen aufpassen, dass wir nicht die letzten Getreuen verlieren."
Auch der frühere CSU-Chef Erwin Huber sprach sich für eine Benennung Steinbachs aus. "Die Vertriebenen haben das Recht, von ihrer Vorsitzenden vertreten zu sein", sagt Huber. "Polen sollte anerkennen, dass das unsere Entscheidung ist."

Soso, Herr Schönbohm - Steinbach soll keine Revisionistin sein?

Dann meint der Rechtsaußen von Brandenburg offenbar, daß der polnische Außenminister halluziniert?

Außenminister Sikorski hatte am Montag in Brüssel nach Angaben der Polnischen Presse-Agentur PAP an die Landsmannschaften appelliert, sich von Steinbach zu distanzieren. "Wollen die Menschen, deren Familien seit Generationen dort (in ehemaligen deutschen Ostgebieten) gelebt hatten, mit solcher Person wie Frau Steinbach, die in unser Land mit Hitler kam und mit Hitler verschwinden musste, gleichgesetzt werden?" Sie sei keine Vertriebene, ihr Vater habe vor der "erfolgreich vorrückenden" Roten Armee sowie den polnischen Streitkräften flüchten müssen, so Sikorski.

Soso, Herr Schönbohm - Steinbach soll keine Revisionistin sein?

Wer ist denn diese Erika Steinbach, die Merkel europapolitisch vollends ruiniert?

"Wir werden sicherlich die Frage, ob Frau Merkel eigentlich ihren europäischen Verantwortungen gerecht wird, zum Wahlkampfthema machen", so Jürgen Trittin.

Bekanntlich ist die braune Erika seit 1998 Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV). Polnische Gebiete wirklich als Steinbachs Heimat anzusehen, gelingt nur mit einem Höchstmaß an Rabulistik:

Ihr Vater Wilhelm Karl Hermann ist ein in Hanau (Hessen) geborener Feldwebel der Nazideutschen Luftwaffe.

Ihre Mutter, Erika Hermann stammt aus Bremen.

Ins seit dem deutschen Angriff auf Polen 1939 westpreußische und seit 1945 wieder polnische Rahmel, gelangt Feldwebel Hermann 1941 als Soldat Hitlers.

Dort wird Erika Steinbach 25. Juli 1943 geboren und verläßt Ihre Heimat, der sie 64 Jahre später noch nachweint, im Januar 1945 als 18 Monate altes Baby, da die Rote Armee die Konzentrationslager befreiend gen Westen vorrückt.

Zurück im väterlichen Hessen, vertritt sie heute den Wahlkreis Frankfurt im Bundestag. Ihre Positionen sind dabei tiefschwarz bis ins Bräunliche.

Das gilt für gesellschaftpolitische Fragen, wie ihr vehementes Votum gegen die Patientenverfügung oder ihren demonstrativen Austritt aus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, weil ihre die Verdammung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften durch die Kirchenführung nicht brutal genug war.
Inzwischen ist sie bei den ultrakonservativen Evangelikalen untergekommen.

Insbesondere verschafft sich Frau Steinbach aber mit ultrarechten bis revisionistischen Positionen im Verhältnis zu Polen und der NS-Vergangenheit Gehör.

Sie kämpfte gegen die Wehrmachtsausstellung, für Entschädigungen, Rückkehrrechte und Vermögensrückgaben.

Sie hat sich in der Entschädigungsfrage mit Bundeskanzler Gerhard Schröder angelegt.

1991 zeigte sie ihre häßlichste Seite, als sie 46 Jahre nach Ende des deutschen Angriffskrieges auf Polen, der zur Folge hatte das 20 % der polnischen Bevölkerung - jeder FÜNFTE POLE - starb, gegen die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie stimmte. Sie begründete ihr Votum mit der Aussage: „Man kann nicht für einen Vertrag stimmen, der einen Teil unserer Heimat abtrennt.“

Und die polnische Regierung soll es einfach schlucken, wenn so eine Person von Deutschland in den Stiftungsrat geschickt wir, der doch eigentlich versöhnen soll????

1997 bezeichnete sie die deutsch-tschechische Aussöhnungserklärung als „eine Schlußstricherklärung“.

Steinbach ist zusammen mit notorischen Rechtslastigen wie Heiner Kappel und dem aus der CDU ausgeschlossenen Martin Hohmann Gründungsmitglied der rechtsgerichteten Sammelbewegung „Stimme der Mehrheit“, die sich unter anderem gegen den „epidemischen Sozial- und Asylmißbrauch“ wendet.
Man spricht sich "dezidiert gegen Multikulti, Homo-Ehen und ähnliche Entartungen" aus und will eine Gegengewicht zur angeblich linksextrem dominierten Maintream-Presse („übliche Rechtenhatz“) bilden.

Wir lassen uns nicht in der Besenkammer der Geschichte abstellen, sagte sie 1998 auf dem Pommerntreffen in Greifswald. Ein Teil der östlichen Nachbarstaaten, so die CDU-Bundestagsabgeordnete, sei noch nicht reif für eine Werte- und Rechtsgemeinschaft mit dem Westen.

Aber Merkel denkt nicht daran Frau Seinbach endlich zu stoppen und läßt es weiter gären.

Samstag, 29. November 2008

Vorurteilsrochade.

Was sagt die Brandenburgerin, wenn sie ihren Sohn sucht?
- „Ich geh mal nach dem Rechten sehen!“

Na, wenn das nicht komisch ist.

Wieso ist das eigentlich komisch?

Es ist komisch, weil ein allgemein bekanntes Urteil mit einer Wortspielerei bestätigt wird:

Die Ossis haben nie die Nazizeit aufgearbeitet, wer überhaupt noch da lebt („DDR“ = Der Doofe Rest), ist sowieso unterbelichtet, die Zonis wählen alle NPD und alle Jugendlichen sind prügelnde Skinheads.
Irgendwie ja auch angenehm, wenn man so ein unangenehmes Phänomen klar verorten kann - insbesondere, wenn es nicht vor der eigenen Haustür ist, sondern irgendwo weiter weg, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen.

Lästigerweise funken nun Oliver Decker und Elmar Brähler von der Uni Leipzig dazwischen, die für die Friedrich-Ebert-Stiftung die Ergebnisse einer Langzeitstudie veröffentlicht haben:

Bewegung in der Mitte
Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2008
mit einem Vergleich von 2002 bis 2008 und der Bundesländer.

Das Gesamtergebnis ist schlicht und ergreifend schockierend - als Deutscher kann man sich nur schämen:

Rechtsextreme Einstellungen finden sich – zwar in unterschiedlichem Ausmaß – in allen Teilgruppen der Gesellschaft und sind damit ein Problem in deren Mitte und nicht an ihrem Rand. Hinzu kommt die Frage nach dem teilweise sehr hohen Anteil von Probanden, die den im Fragebogen genannten rechtsextremen Aussagen indifferent gegenüberstanden und den einzelnen Aussagen teilweise zustimmten und diese teilweise ablehnten.
Der Anteil der Bevölkerung, der sich zumindest nicht klar gegen rechtsextreme Einstellungen positioniert, wird dadurch erschreckend groß.
Bei den Probanden mit rechtsextremer Einstellung stellte sich die wirtschaftliche Deprivationserfahrung als ein wichtiger Faktor heraus, der im Hintergrund einer rechtsextremen Einstellung auszumachen war.
Daneben zeigte sich aber auch die politische Deprivation als zentraler Einflussfaktor, also das Gefühl der Befragten, politisch einflusslos zu sein.
Die Unfähigkeit, mit krisenhaften Lebenssituationen umzugehen, war bei diesen Probanden ein psychischer Faktor, der das Erleben der Deprivation moderierte. Hiermit deutet sich bereits ein weiterer Befund an, dass nämlich ein emotional kaltes und gewaltvolles Erziehungsklima von Probanden mit rechtsextremer Einstellung häufig berichtet wurde und damit auch psychosoziale Einflussgrößen als Ursachen rechtsextremer Einstellung angenommen werden müssen.

An dieser Stelle seien ein paar Zahlen genannt:

Demnach gibt es in den drei Kategorien „Chauvinismus“, „Ausländerfeindlichkeit“ und „Antisemitismus“ ganz andere Spitzenreiter, als die erwarteten Länder Brandenburg und Meck-Pomm.

Beim „Chauvinismus“ liegt ganz klar Bayern auf dem Spitzenrang mit 30,4 %. Sachsen (9,8%) und Brandenburg (16%) sind klar abgehängt.

Bei der „Ausländerfeindlichkeit“ wurden zwei Spitzenreiter ermittelt; wieder ganz vorn Bayern und Sachsen-Anhalt mit je gut 39%. Tatsächlich ist die Ausländerfeindlichkeit aber auch in den Ostbundesländern nach wie vor extrem hoch: Brandenburg (34,6%), Mecklenburg-Vorpommern (32,2%), Thüringen (24,4%) und Sachsen (27,6%) haben allen Grund sich zu schämen. Hamburg liegt beispielsweise bei nur 13,6%.

Bayern hält ebenfalls ganz klar den Spitzenrang beim Thema „Antisemitismus“. Erschreckende 16.6 % der Bayern sind Antisemiten, gefolgt von Baden-Württemberg (13,3%). Andere Bundesländer haben erheblich niedrigere Werte: Hamburg (3,8%) und das Saarland (1,1%) sind zu nennen.

Der Begriff Deprivation (von lateinisch de-„privare” = berauben) bezeichnet allgemein den Zustand der Entbehrung, eines Entzuges oder der Isolation von etwas Vertrautem, eines Verlustes, eines Mangels oder das Gefühl einer (sozialen) Benachteiligung.

Tja, Herr Seehofer - ich bin gespannt, wie sie es bewerten, daß in Ihrem Freistaat nach einem halben Jahrhundert absoluter CSU-Herrschaft die Deprivation so extrem weit fortgeschritten ist.
Die Bayerische Zeitung SZ ist erschrocken:
Denn ausgerechnet das Land Bayern liegt der Studie zufolge an der Spitze aller Länder, wenn es um Chauvinismus geht, also übersteigertes Nationalgefühl und die Überheblichkeit eines Staates gegenüber anderen. Da übertrifft Bayern den Forschern zufolge sogar noch Mecklenburg-Vorpommern, das sonst bei allen Kategorien vorne dabei ist. Beim Antisemitismus sind Bayern und Baden-Württemberg die Spitzenreiter.

Die taz aus Berlin bewertet die FES-Ergebnisse als „äußerst vielschichtig“:
Die Zahlen belegen, dass es in manchen wohlhabenden Westbundesländern ähnlich viel Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus gibt wie in einigen ostdeutschen Regionen. Dabei stechen Baden-Württemberg und Bayern besonders hervor. Außerdem nehmen antisemitische Einstellungen in Ostdeutschland leicht zu. Und die Abnahme ausländerfeindlicher Einstellungen ist vor allem einem Rückgang im Westen geschuldet.

Im Westen Deutschlands bekommen antisemitische Aussagen eine höhere Zustimmung als im Osten, wo dafür die allgemeine Ausländerfeindlichkeit doppelt so hoch ist:
"32,6 Prozent der ostdeutschen Bevölkerung zeigen ausländerfeindliche Einstellungen.
Das ist beinah doppelt so viel wie in Westdeutschland", sagte Decker.
Im Westen denken indes 18,5 Prozent, dass "auch heute noch der Einfluss der Juden zu groß" sei, im Osten stimmen dem 15,4 Prozent zu.
Dass "die Juden" mehr mit üblen Tricks arbeiten als andere Menschen, glauben im Westen 15,4 Prozent, 2,2 Prozentpunkte mehr als im Osten.

Eines ist auf jeden Fall nicht von der Hand zu weisen:
Es fehlt Deutschland vor allem an Bildung - wenn auch ob der untätigen CDU-Politiker eine weitere Verschlechterung auf diesem Gebiet zu erwarten ist.

Nur Wissen und Informationen helfen hier weiter.
Je ungebildeter die Menschen, desto krasser ihre Xenophobie:

Auffallend ist auch, dass Bildung einer der Hauptfaktoren für rechtsextreme Einstellungen ist. Knapp 23 Prozent ohne Abitur neigen zu Ausländerfeindlichkeit, bei den Abiturienten sind es nur 9,8 Prozent

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Geistige Ausdorrung vollendet.

Na herzlichen Glückwunsch.
Die Merkel kreißte seit einem halben Jahr - Bildung sollte nun zur Chefsache werden.
Die Kanzlerin nahm sich des Themas an, ging auf bildungspolitische PR-Reise und lud zum Bildungsgipfel.

Ergebnis der Merkelschen Bemühungen:

Null, Niente, Nichts, Zero, null, kein Stück, nicht ein Deut, überhaupt nichts, nicht das Mindeste, gar nichts, keine Silbe, nix, kein Funke, nicht die Bohne, kein bisschen, keine Spur, Wüstenei, hohl, Öde, Gedankenarmut, Ende, Wüste, Armut, Einsamkeit, Ödland, Einfallslosigkeit, Vakuum, Einöde, Stillstand, Luftnummer, unbefriedigend, Kollaps, Total-Flop, Desaster, Debakel, Mißgeschick, Bankrott, Untergang, Pleite, Verfall, Schlappe, Kümmernis, Elend, Auflösung, Geißel, Depression, Irrealität, Mutlosigkeit, Aussichtslosigkeit, Gedrücktheit, Illusion, Verzagtheit, Teufelskreis, Plage, Mißlingen, Versagen, Zerrüttung, Missgeschick, Verderben, Unheil, Unglück, Not, Fehlschlag, Niedergang, Reinfall, Verschlechterung, Missbilligung, Agonie, Bedrückung, Repression, Heimsuchung, Unheil, Gewicht, Unfreiheit, Beschwerlichkeit, Missstand, katastrophale Situation, Übelstand, Mängel, schlimmer Zustand, Ungerechtigkeit, unpässlich, kraftlos, schwerwiegend, siech, labil, präfinal, suboptimal, ungesund, sterbenskrank, miserabel, todgeweiht, erkrankt, hinfällig, kritisch, qualvoll, malade, todkrank, Unrechtmäßigkeit, Engpass, unerträglich, Drama, Schicksalsschlag, Drangsalierung, Katastrophe, Verderben, Knebelung, Unterjochung, überhaupt nichts, kein Funke, kein Stück, keine Silbe, keine Spur, nicht das Mindeste, nicht die Bohne, Vakuum, Unglücksfall, Belastung, Leid, ruinös, nachteilig, ohne Ergebnis, vernichtend, charakterlich schlecht, unwirksam, garstig, unheilbringend, nicht freundlich, ungünstig, ohne Resultat, unbequem, unhaltbar, abträglich, bitterböse, hemmend, krakeelerisch, kleinmütig, erschütternd, verwickelt, vernichtend, betrüblich, lebensmüde, herzbewegend, deprimierend, erschreckend, bejammernswert , abschlägig, unvorteilhaft, abschätzig, ungelegen, verkommen, unbekömmlich, gemeingefährlich, verdorben, verneinend, schädlich, unerwünscht, unliebsam, gesundheitsschädigend, feindlich, Hiobsbotschaft, Unglücksfall, Drama, Heimsuchung, Fiasko, Prüfung, Niederlage, Verderb, Zusammenbruch, Abstieg, Kummer, Schlag, Abgrund, Tragik, Pech, Bredouille, Schlamassel, Intrige, Drangsal, Ausweglosigkeit, trist, mager, ekelhaft, schmerzlich, schmählich, jammervoll, bemitleidenswert, schnöde, gemein, beschämend, belanglos, halbwertig, ungültig, lausig, zweitklassig, minderklassig, grenzwertig, Dreck, Mist, Kack, Scheiße, Giga-GAK, unbrauchbar, makelhaft, fehlerhaft, geringwertig, unzulänglich, untauglich, inferior, bedeutungslos, stümperhaft, ungeeignet, unter dem Durchschnitt, wertlos, gewöhnlich, nichts wert, untergeordnet, minderwertig, trostlos, traurig, bedauernswürdig, schäbig, geizig, infam, schrecklich, schlecht, herzzerreißend, Mitleid erregend, schmachvoll, böse, öde, unrühmlich, unglücklich, deplorabel, katastrophal, knauserig, schändlich, armselig, tragisch, Dilemma, Verwirrung, Klemme, Zwangslage, missliche Lage, Debakel, Schwierigkeit, Gram, Kreuz, Krise, Kummer, Kümmernis, Last, Leid, Marter, Martyrium, Pein, Plage, Missgeschick, Entbehrung, Enge, Gejammer, Lamento, Wimmern, Klagegesang, Wehklage, Gewimmer, Seufzer, Lamentation, Marter, Kummer, Geheul, Gezeter, Stöhnen, Ärmlichkeit, Bedürftigkeit, Mittellosigkeit, Besitzlosigkeit, Verelendung, Armseligkeit, Not, Verarmung, Unglück, Dürftigkeit, Beschränktheit, Kargheit, Geldmangel, Pein, …

Mir fehlt wirklich der passende Ausdruck für diese Art Merkel-Politik.
Daher führe ich jetzt eine neue Maßeinheit ein, die alle oben genannten Begriffe zusammenfaßt und potenziert:
1 [M] = 1 Merkel.

Dabei ging es beim Dresdner „Bildungsgipfel“ (Bildungstiefpunkt wäre der passendere Ausdruck) nicht um ein marginales Problemchen, das nur ewig Kritische wie ich als solches ansehen.
Nein - quer durch den Boulevard wurde erfasst, daß wir bereits mit beiden Beinen im Dreck stehen.
Um nicht immer auf meine eigenen Beiträge zu verweisen, nehme ich mal willkürlich das was die Mopo gestern schrieb - nicht gerade das klassische Intellektuellenblatt für Geheimwissen. Unter dem Titel „Das Dilemma: Kein Geld, kaum Chancengleichheit“ wird skizziert:

- Chancengleichheit

Wie in kaum einem anderen Industriestaat hängt in Deutschland der Bildungserfolg von der sozialen Herkunft ab. Die international unübliche frühe Aufteilung zehnjähriger Kinder auf verschiedene Schulformen verstärkt milieubedingte Benachteiligungen, die die Grundschule in vier Jahren nicht kompensieren kann.

- Schulabbrecher

80000 Jugendliche - etwa acht Prozent eines Jahrgangs - verlassen die Schule pro Jahr ohne Hauptschulabschluss. Folge: Etwa 15 Prozent der 21- bis 25-Jährigen haben keinen Lehrabschluss.

- Fachkräftemangel

Schon ab 2014 werden zwischen 180000 und 490000 Akademiker fehlen - vor allem Ingenieure und Naturwissenschaftler.


- Bildungsfinanzierung

Entgegen dem Trend in anderen Industriestaaten ist in Deutschland der Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt gesunken.

Deutschland ist das Land, das sich leistet pro 100 pensionierten Ingenieuren und schon bestehendem eklatanten Mangel nur 87 Hochschulabsolventen nachrücken zu lassen.

Verbesserungen sind nicht geplant - Merkels Bildungsgipfel formulierte lediglich eine wischiwaschiweiche und völlig unverbindliche Absichtserklärung, daß bis 2015 weitere Milliarden in die Bildung investiert werden sollen. Oder auch nicht.
Jedenfalls sagte keiner woher das Geld kommen sollte und auch der Bund - vertreten von Merkel - fühlte wohl keine Notwendigkeit irgendetwas konkret zuzusagen.

Nach ganzen drei Stunden gingen die Ministerpräsidenten in Dresden völlig tatenlos auseinander.
Und das war er - der Merkelsche Bildungsgipfel.
Er scheiterte ebenso wie ich bei dem Versuch für das Scheitern die passende Vokabel zu finden.

Daher zum Abschluß ein paar Zitate:

Matthias Platzeck: Das Ergebnis des Bildungsgipfels sei „unbefriedigend“. So gebe es vor allem noch keine Einigung, wie das Vorhaben finanziert werden soll. «Das heißt zu gut Deutsch, wir wissen auch nach Dresden noch immer nicht, wie wir die Pläne für ein kostenloses Mittagessen, für schulbegleitende Sozialarbeit oder für Investitionen in die schulische Infrastruktur bezahlen wollen.»

Die CDU-freundliche Financial Times Deutschland: Merkel vertagt Bildungsgipfel auf 2015

"Aufgewärmte Ladenhüter", "absolutes Armutszeugnis", "Schiffbruch" "bildungspolitische Nullnummer", "reine Symbolpolitik".

Eva-Maria Stange, Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD:
Als Tiger gestartet, als Bettvorleger gelandet - dieser Bildungsgipfel bleibt am Ende eine herbe Enttäuschung. Von einem Aufbruch in die Bildungsrepublik kann hier wirklich nicht die Rede sein. Den großen Erwartungen, die die Bundeskanzlerin ein Jahr lang geweckt hat, konnte sie in keiner Weise Rechnung tragen. Nach ihrer Bildungsreise quer durch die Republik hätte Frau Merkel wissen müssen, dass die drängenden Aufgaben in unserem Bildungssystem nur geschultert werden können, wenn auch mehr Geld in die Bildung investiert wird. Es ist deshalb ein absolutes Armutszeugnis, dass statt konkreter Zusagen lediglich ein Arbeitskreis herausgekommen ist, frei nach dem Motto: Wer nicht mehr weiter weiß, gründet einen Arbeitskreis. Wer die Entscheidungen zu den wirklichen Knackpunkten so auf die lange Bank schiebt, dem fehlt der wirkliche Wille etwas zu verändern.

Focus: Bildungsgipfel enttäuscht Lehrer und Professoren

Dies sei ein "Riesenschritt in Richtung Bildungsrepublik" bejubelte die Bundeskanzlerin am Abend „die Ergebnisse“.

Claudia Roth spricht von dem Gipfel der Kleingeisterei; Absturz statt Aufstieg. Es seien "aufgewärmte Ladenhüter". Angela Merkel und Annette Schavan bissen sich an den Unions-Ministerpräsidenten die Zähne aus. Das sei kein Gipfel – das sei ein Jammertal gewesen. Mit der verkorksten Föderalismusreform habe sich der Bund faktisch selbst entmachtet.

Der GEW- Vorsitzende Ulrich Thöne, sieht alle seine Befürchtungen bestätigt: Die Dresdener Erklärung sei wie befürchtet weitgehend ein Sammelsurium längst beschlossener Maßnahmen geblieben. Sie rechtfertige die Überschrift "Bildungsgipfel" nicht.

Gregor Gysi: "Der Bildungsgipfel ist ein Flop", kommentiert Gregor Gysi die Ergebnisse des Treffens der selbsternannten Bildungskanzlerin mit den Ministerpräsidenten. "Die Bundesregierung präsentiert vage Versprechen und Initiativen, die längst beschlossen sind. Mehr hat sie nicht vorzuweisen. Es bleibt bei der Kleinstaaterei von 16 Bildungssystemen, bei sozialer Selektion und bei schlechter Bildungs-Infrastruktur. Wer die dringend nötigen Mehrausgaben für die Bildung aufbringen soll, ist auch nach dem Gipfel zwischen Bund und Ländern unklar. So bleibt die Finanzierungszusage der Kanzlerin ein Muster ohne Wert. Was vor allem fehlt, sind verbindliche finanzielle Zusagen für die laufende Legislaturperiode", so der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. Sein Fazit: "In Dresden wurde mit großem Aufwand viel heiße Luft produziert."

Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes:
Der Bildungsgipfel ändere nichts am eklatanten Lehrermangel an den Schulen. "Der Bildungsgipfel ist in der Geschichte eine unbedeutende Fußnote."


Heribert Prantl: Ein deutscher Sadismus.
Der Bildungsföderalismus quält Lehrer, Eltern und Schüler: Er ist praktizierte Bürgerferne, er ist schikanös, er ist eine staatsrechtliche Spielform des Sadismus. Keine dieser Fragen ist beantwortet worden. Die Föderalismusreform der Jahre 2005/06 hat nichts besser gemacht, im Gegenteil. Gesiegt hat der Scheuklappenegoismus der Länder. Und der Bund hat seine Restkompetenzen in der Bildungspolitik an die Länder verscherbelt. Bundesbildungsministerin Annette Schavan verdient seitdem ihre Amtsbezeichnung nicht, die sie trägt.


Wohl wahr: Sadistisch werden von den CDU-Ländern die Jugendlichen in Deutschland systematisch verdummt.
Dementsprechend sind die deutschen Wähler Masochisten, die sich diese politische Führung ausgesucht haben.

Sonntag, 15. Juni 2008

Wochenend, Sonnenschein und Verwirrung.

Die steuerpolitischen Konzepte, bzw Konzeptionslosigkeiten sind für den Nichtparteipolitiker gar nicht so leicht zu durchblicken. Die linksextremistischen Bayern kopieren Gesetzesanträge der Linken, die sie andererseits verfassungsdienstlich überwachen lassen.
Ist also die CSU auch verfassungswidrig, oder will die selbsternannte bayerische Staatspartei nur den Einzug der Linken ins bayerische Parlament verhindern, indem sie Lafontaines Jungs überflüssig macht?
Man weiß es nicht. Ein anderer linker Arbeitsführer – Jürgen Rüttgers in NRW – versucht es genauso. Er kopiert die politisch taktischen Konzepte der WASG und wirbt konkret um ehemalige SPD-Mitglieder, die vom harten Sparkurs der haushaltspolitischen Konsolidierung der Sozis enttäuscht sind.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident fordert von der Bundesregierung, dass das Schonvermögen, das Menschen für die Altersvorsorge behalten dürfen, wenn sie durch Arbeitslosigkeit auf Hartz IV angewiesen sind, deutlich angehoben wird. Nach seinen Vorstellungen soll es fast verdreifacht werden.
Das kostet zwar auch noch mal 500 Millionen Euro – aber laut Rüttgers macht das bei derzeit 1553,1 Milliarden Euro Staatsverschuldung den Kohl auch nicht mehr fett.
Was – wir sind schon pleite und die nächsten Generationen müssen es ausbaden? Scheiß drauf und immer locker aus dem Staatssäckel geschöpft.
Bizarres hört man auch aus Brandenburg – dort ist die CDU Juniorpartner in der großen Koalition und sabotiert die eigene Regierung, indem sie nun schon wiederholt mit der Linken stimmte. Die regierende SPD wurde in zwei Fachausschüssen über stimmt, weil der Koalitionspartner CDU mit der Linken votierte. In beiden Fällen ging es um bildungspolitische Themen. Platzeck sieht den Koalitionsfrieden stark gefährdet. Bahnt sich da nach Schwarz-Grün in Hamburg auch noch ein Schwarz-Dunkelrot in Brandenburg an? SPD-Fraktionschef Baaske bezeichnete das als "derben Affront". Dass die Union mit wechselnden Mehrheiten arbeite, verstoße gegen den Koalitionsvertrag. "Da stellt sich schon die Frage, ob die CDU noch ein verlässlicher Partner ist." Die Union müsse erklären, ob sie weiter in der Koalition mitarbeiten wolle oder einen "populistischen Ausstieg" suche. Die dortige CDU irrlichtert ohnehin wie kein anderer Landesverband. Brandenburgs CDU Landesvize Sven Petke, erklärte kürzlich, daß er mit der Unabhängigkeit der Richter beim Umgang mit jugendlichen Straftätern seine Probleme habe.
Um die Sache noch auf die Spitze zu treiben:
Sven Petke ist ausgerechnet Vorsitzender des Landtags-Justizausschusses. Bei der CDU gibt es also mal wieder den klassischen Fall von einem zum Gärtner gemachten Bock.
CDU-Chef Uli Junghanns war Funktionär der DDR-Bauernpartei, kämpfte für maximale Erfolge der "LPG Frohe Zukunft" und des "VEB Broilerproduktion". Er wurde Wende-Vorsitzender der einstigen Blockpartei, dann Minister im vereinten Deutschland. Nun grätschen ihm die eigenen Parteifreunde ins Rückgrat. Ein Positionspapier von Petke, dem CDU-Europaexperten Christian Ehler, dem Bundestagsmann Stübgen und einigen Landesparlamentsabgeordneten greift die Junghanns’sche Führung scharf an – sie sei nur „Erfüllungsgehilfe der SPD“ und daher empfehle sich ein Gang in die Opposition – zu den LINKEN!
Mit denen saß man ja schon zu DDR-Blockparteizeiten so gemütlich zusammen in der Volkskammer. CDU-Chef Junghanns hatte sich im Juli 1989 mit einer Lobeshymne für Walter Ulbrichts Mauerbau empfohlen: "Was die Mauer betrifft, so lassen wir uns nicht deren Schutzfunktion ausreden." Seine Parteikollegen General Schönblöd und der Verfassungswirrkopp Petke reiten bei jeder Gelegenheit genüßlich darauf rum.
Stefan Berg zitiert süffisant den Rat des Bundesgeneralsekretärs: Den Potsdamer Parteifreunden gab Pofalla einen ausgefeilten Ratschlag: Man dürfe nicht ins eigene, sondern in das Tor des Gegners schießen.

Ich schlage zur allgemeinen Vereinfachung der politischen Situation in Deutschland einige Maßnahmen vor, die für klare Verhältnisse sorgen sollten:

1.) Fusion von SPD und Grünen.

2.) Fusion vom CDU und Linken (das Wegfusionieren von DDR-Blockparteien haben sie ja schon geübt und die linken WASG-Positionen haben die West-MP’s der CDU ohnehin übernommen)

3.) Einführung von Mehrheitswahlrecht.

4.) Die FDP wird aufgelöst und ihr Personal den diversen Comedy-Sendungen des deutschen Fernsehens zugeschlagen. Guiiido könnte in seinem lustigen „Guidomobil“ mit bunt bedruckten Sohlen mal wieder für RTL-II im BigBrother Container einkehren.

5.) Köhler wird ebenfalls abgeschafft und muß zusammen mit Walter Scheel eine Sangessendung auf Bibel-TV moderieren.

6.) Ich werfe meinen Fernseher aus dem Fenster und kündige bei der GEZ.

Freitag, 30. Mai 2008

Geht es noch?

Politiker sollen sich nicht in Richterschelte ergehen. Ist so, weil wir doch Gewaltenteilung haben und sich somit weder Exekutive, noch Legislative in die Judikative einzumischen haben.
Manch ein konservativer Hansel vergißt das allerdings schnell mal und so wird aus vollen Rohren gepöbelt, wenn ein Gericht mal wagt grundgesetzgemäß zu entscheiden (Soldaten sind Mörder – Urteil, Kruzifix-Urteil, z.B.).
Der jüngste Fall von Grundgesetz-Unkenntnis stammt auch vom einem CDU-Plattkopp; nämlich dem Brandenburgischen Landesvize Sven Petke, der just erklärte, daß er mit der Unabhängigkeit der Richter beim Umgang mit jugendlichen Straftätern seine Probleme habe.
Um die Sache noch auf die Spitze zu treiben:
Sven Petke ist ausgerechnet Vorsitzender des Landtags-Justizausschusses. Bei der CDU gibt es also mal wieder den klassischen Fall von einem zum Gärtner gemachten Bock.
Das ist ungefähr so, wie den ausgewiesenen Verfassungsfeind und den das Parlament belügenden Spendenansichraffer Wolfgang Schäuble zum Innenminister und damit auch Verfassungsminister zu machen.

Der Fall Wiesheu läßt ebenfalls grüßen:
Der damalige CSU-Generalsekretär Otto Wiesheu säuft sich zu bis Oberkante Unterkiefer, steigt ins Auto, fährt am 29.10.1983 eine Frau TOT und verletzt eine weitere Person lebensgefährlich, begeht Fahrerflucht und wird dann nicht nur NICHT eingesperrt, sondern wird von Stoiber zum Verkehrsminister ernannt. VERKEHRSMINISTER - ausgerechnet! Ein kleiner Klaps mit DM 20.000 Geldstrafe reicht wohl für einen CSU-Granden. (Im Gegensatz zu dem Mitleid, das Stoiber über Christian Klars angebliche Opfer ausbreitet, waren die Leute, die Wiesheu umgenietet hat, wohl nicht der Rede wert, oder???) Stattdessen gab es reichlich Ehrungen; u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. Er erhielt z.B. 1997 den Deutschen Mittelstandpreis. Das ist tatsächlich alles Realität – stammt also nicht aus dem Plot eines Horrorfilms.

Aber zurück zur Aktualität:
Die Rücktrittsforderungen an Petke, die nun aus drei Parteien kommen, prallen an ihm ab – das war alles nur so mißverständlich formuliert, nicht so gemeint und überhaupt und sowieso stelle er die richterliche Unabhängigkeit gar nicht in Frage.
Da ich zufälligerweise NICHT Mitglied irgendeines Rechtsausschusses der Legislative bin, kann ich allerdings schon mal auf Richter schimpfen und möchte da auch ein aktuelles Beispiel nennen.
Dazu werfen wir einen Blick in die Lande von Günter Beckstein:
Hier hat der 21. Senat des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes eine interessante Anweisung an das Landratsamt München verfaßt.
Es muß nun höchstrichterlich einen Waffenschein für einen Revolver verlängern, den eine gewisse Person besitzt.
Nach derzeitigem Waffenrecht gelten Personen als unzuverlässig, die "einzeln oder als Mitglied einer Vereinigung Bestrebungen verfolgen . . ., die gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder gegen den Gedanken der Völkerverständigung, insbesondere gegen das friedliche Zusammenleben der Völker gerichtet sind".
Als Nichtjurist denke ich, daß überhaupt niemand Waffen tragen sollte und gar keine Waffenscheine ausgegeben werden dürften – aber wenn die Einschränkungen, die es gibt auf irgendjemand zutreffen, dann doch wohl um die Person, um die es bei der Entscheidung mit dem Aktenzeichen:21BV07.586 ging:
Die Rede ist nämlich von Gerhard Frey, den Vorsitzenden der rechtsextremistischen DVU und so ziemlich der größten Pestbeule Deutschlands.
Der 75-Jährige Neonazi mit einem auf 250 Millionen geschätzten Privatvermögen pflegt Kontakte zum britischen Holocaust-Leugner David Irving, zu Wladimir Daschitschew, zum Vlaams Belang sowie zu Jean-Marie Le Pen, sammelt Skinheads unter seinem DVU-Dach zusammen und bekommt nun vom deutschen Staat seinen Revolver vom Typ Smith & Wesson zugesprochen.

Ich weiß nicht, ob Herrn Petke daran etwas stört – MICH SCHON!

Freitag, 25. April 2008

Auf einem Auge blöd

Da gruselt es den deutschen Wessi immer wieder so sehr über die bräunlich versumpfte Ost-Jugend, daß man sich nur noch in sarkastische Witze flüchten kann.

Was sagt die brandenburgische Mutter, wenn sie ihren Sohn such?
– „Ich geh‘ mal nach dem Rechten sehen!“

Soziologen und Pädagogen stehen bei der Ursachenforschung vor schweren Problemen – wie kommt es zu derart verbreiteter Xenophobie ausgerechnet in Landstrichen, in denen der Ausländeranteil unter 1% liegt?
Wieso flammt der Antisemitismus unter sächsischen Jugendlichen bei fast kompletter Abwesenheit von Juden auf?
Man ist geneigt der vermutlich unfairen Definition zuzustimmen, daß es sich bei den jetzigen Ostdeutschen lediglich um DDR (= Der Dummer Rest) handelt, dessen Jugendliche bestenfalls dazu taugen als Parade-Neonazis im RTL-Erziehungscamp bestaunt zu werden oder als Klischee-Friseuse Mandy im BigBrother-Container zu sitzen, um die eigene Debilität zu illustrieren.
Noch unverständlicher als die Ursachen der ostdeutschen Antipathisierung ist die vollkommene Passivität der verantwortlichen Politiker vor Ort.
Da die Bundespolitik das Thema „tumbe Ostjugend“ penetrant ignoriert, wäre es doch an den OST-MP’s wenigstens pro forma gegen den totalen Image-Verlust anzugehen.
Da bewegt sich aber nichts.
Vermutlich liegt es daran, daß die Landesregierungen sowohl fachlich als auch moralisch komplett überfordert sind.
Jüngstes Negativbeispiel ist der Oberthüringer Dieter Althaus.
Der Katholik und Diplom-Lehrer, der schon zu DDR-Zeiten Mitglied der Block-CDU war, machte schon mehrfach durch abstruseste Ideen auf sich aufmerksam. Vorstellungen mit denen er erkenntnistheoretisch irrlichtert.
So hat Dieter Althaus sich am Dialog mit Kreationisten interessiert gezeigt und lud im Herbst 2005 Siegfried Scherer, einen der Autoren des Buchs „Evolution – ein kritisches Lehrbuch“, zum so genannten „Erfurter Dialog“ in der Thüringer Staatskanzlei ein.
Scherer ist einer der Bizarrlinge, die zum Zwecke der Verdummung der Jugend von einer wörtlichen Bibelinterpretation bei der Schöpfungstheorie ausgehen.
Schon 2002 behauptete der römisch-katholische Althaus über das kreationistisch vermurxte Machwerk: "Das Buch ist ein sehr gutes Beispiel für wertorientierte Bildung und Erziehung", weiter hoffe er "dass Scherers Buch nicht nur von Biologielehrern für den Unterricht verwendet wird, sondern auf eine weit darüber hinaus gehende Leserschaft trifft“.

Althaus‘ neuster Streich zum Beweis seiner ungenügenden Eignung als Regierungspolitiker ist seine gerade vorgestellte große Kabinettsumbildung:
In einer Art letzten Aufgebots bestellt der Erfurter MP gleich 5 der insgesamt 8 Ministerämter neu.
Neue Justizministerin wird zum Beispiel Marion Walsmann, die von 1986 bis zur Wende für die DDR-CDU in der Volkskammer saß und brav zu allen Honecker-Entscheidungen „Amen“ sagte.
Wesentlich gruseliger geht es im Kultusministerium zu – ausgerechnet in einem Land mit desorientierter und rechtslastiger Jugend, setzt Althaus hier einen dümmlichen „Junge Freiheit“-Schreiberling der ganz ultrarechten Sorte ein:
Peter Krause heißt die künftige Fehlbesetzung.
Über seine schreibende Mitarbeit bei den Bräunlichen sagte er 2004 in beispielsloser Naivität : "Die 'Junge Freiheit' war mir nicht als rechtsextrem bekannt". Linke-Spitzenkandidat Bodo Ramelow wirft ihm vor, Krause habe bislang "keine klare Grenze zwischen Ultra-Konservativen und Neofaschisten gezogen".
Für SPD-Landesgeschäftsführer Jochen Staschewski ist Krause immerhin ein Mann aus der "Grauzone der extremen Rechten".
Der prominenteste Thüringer im Bundestag, Carsten Schneider, gibt in der ZEIT zu bedenken, daß sich Althaus‘ Neuer nicht vom seiner miefigen Vergangenheit distanziere; im Gegenteil: In einem aktuellen Interview habe er die Zeitung als "anerkanntes Medium der deutschen Presselandschaft" bezeichnet.
Damit sei Krause "als Minister mit Ressortverantwortung für Schüler und Lehrer nicht geeignet".

Mittwoch, 13. Februar 2008

Regionalbips.

Dies ist eigentlich das Posting von gestern, aber da hatte Alice Migräne und ließ mich den ganzen Abend nicht ran.

Bipp bipp pieps bibi.
Denkt man es geht nicht schwachsinniger, kommt ein Ökonom mit einer Abkürzung daher. Finde ich cool – das BRUTTO INLANDS PRODUKT hat also auch regionale kleine Brüder, die uns sagen, ob wir im Durchschnitt liegen.
Der deutsche Durchschnitt ist übrigens bei 115,2 % …sagt die EU!
Und die irrt nicht. Der Spiegel berichtet:

Die 15 Regionen mit der geringsten wirtschaftlichen Aktivität in der EU befinden sich in Bulgarien, Polen und Rumänien. Aus dem Vergleich des BIP pro Einwohner geht hervor, dass der Nordosten Rumäniens mit 24 Prozent europaweit am schlechtesten abschneidet, gefolgt von zwei Regionen in Bulgarien. Um die Kaufkraft der Haushalte vergleichen zu können, verrechneten die EU-Statistiker das Bruttoinlandsprodukt der Regionen mit dem jeweiligen Preisniveau für die gleichen Waren und Dienstleistungen vor Ort. Dieser gibt jedoch keine Auskunft über das Einkommen, das privaten Haushalten zur Verfügung steht. Laut Eurostat werden die Zahlen dort in die Höhe getrieben, wo es erhebliche Pendlerbewegungen gibt. Die Nettozahl der Personen, die täglich in diese Regionen pendelten, erhöhe die Produktion auf ein Niveau, das von den Erwerbstätigen vor Ort allein nicht erreicht werden könne. Dies erkläre zu einem Großteil die EU-weiten Spitzenwerte, die im Zentrum Londons mit 303, Luxemburg mit 264 und Brüssel mit 241 Prozent erreicht werden. Regionen, aus denen viele Menschen in Ballungszentren pendeln, hätten hingegen besonders geringe Werte.

Der in den nationalen Grenzen geschaffene Produktionswert innerhalb eines Jahres divergiert also enorm in Deutschland. So ziemlich alle Umfragen ergeben ja derzeit, daß in der Bevölkerung eine völlige Homogenisierung der Lebensstandards in Deutschland ausgesprochen populär ist. Der Staat soll umverteilen, ausgleichen und für Gerechtigkeit sorgen.
Ökonomen halten das für reines Wunschdenken und ich finde es noch nicht mal wünschenswert. Nivellierungen mag ich sowieso nicht.
Da allerdings der durchschnittliche Politiker nicht gerade mit Rückgrat glänzt und da eine prinzipientreue Positionierung vom Urnenpöbel auch selten goutiert wird, springen politische Personen aller Parteien, aller Positionen und allerlei Geschlechts gerne auf den Zug der Wohltatenverteiler.
Tut sich das Bundesfamilienursel mit großzügigen finanziellen Geschenken für Kinder hervor – obwohl es mehr als fraglich ist, ob es ein sinniger Weg ist die gießkannenartig über die Eltern zu schütten – kann der arme Finanzminister kaum noch „nein“ sagen.
Immerhin ist die Heptamutter des Kabinetts eine Konservative und es stehen noch zwei Landtagswahlen dieses Jahr an – wie sollte da ein Sozi-Minister als harter Hund dastehen? Politiker, die Geldregen versprechen, sind allemal beliebter und wählbarer, als langfristige Denker oder Haushaltssanierer. Dabei wissen wir gerade beim Thema Kinder in Deutschland eins – nämlich wie man es falsch macht!
Und damit wir den Fehler auch besonders gut beherrschen, wiederholen wir ihn auch gerne öfter. Deutschland gibt pro Kind in Relation zu anderen europäischen Staaten viel Geld aus – dennoch schaffen wir es aber in Pisa auf die letzten Ränge zu rutschen, prekäre Schichten entstehen zu lassen, Jugendgewalt zu fördern etc etc.
Statt nämlich das Geld sinnvoll in Unterricht, Betreuung, moderne Schulformen und gesundheitliche Vorsorge zu stecken, nehmen wir lieber das große Füllhorn und verteilen Wohltaten in Form von einheitlichem Kindergeld – egal ob eine Familie es benötigt oder nicht. Egal, ob eine allein erziehende Mutter dafür Obst kauft und sich um das Wohl ihrer Brut sorgt, oder ob sie lieber die Fäuste sprechen läßt und sich mit dem Kindergeld selbst mit Fluppen und Astra versorgt.
Wenn Papa Geld wie Ackermann verdient, gibt es genauso Kindergeld wie bei einer Familie bei der nach Ende des Geldes noch 2/3 Monat übrig sind.
Das Villenbewohnerbalg in intakter Großfamilie muß ebenso einheitlich subventioniert werden, wie das Kind der schichtarbeitenden Bäckerin, das sich nicht den einen täglichen Euro für die Schulkantine leisten kann.
Jeder soll genau gleich behandelt werden und wenn irgendwer aneckt, muß gerundet werden. In japanischen Kindergärten heißt es schließlich auch:
„Wenn ein Nagel hervorguckt, muß er eingeschlagen werden!“
Tja – guckt man sich die regionale Kaufkraftliste an, ist da noch einiges abzuschleifen.
Das Wort „OBEN“ bekommt einen sehr konkreten Charakter. „Die da oben“ sind nämlich die Hamburger OBEN im Norden Deutschlands und die OBERbayern.
Oho – das oberbayerische Durchschnittsbip ist bei 39.135 € und somit 165,6 % der Kaufkraft. Nur noch getoppt von uns hoch oben, den hochnäsigen Hanseaten Hamburgs: 47.767 mittleres Bip bei 202,1 % Kaufkraft.
Das sieht doch bei den nordöstlichen Brandenburgern (17.543 Middelbipp 74,2% Kaufkraft) und den Lüneburgern (19.383 € und 82 %) noch ganz anders aus. Oskar und Gregor werden die Themen also nicht sobald ausgehen – jedenfalls nicht solange der allgemeine Konsens sagt, daß es allen absolut gleich gehen muß.