TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!
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Sonntag, 2. Oktober 2011

Nächstenliebe in Theorie und Praxis

Was ist eigentlich „Christliche Nächstenliebe“ ganz genau?
Ein Blick in die Vergangenheit hilft bei der Beantwortung dieser Frage wenig; findet man da doch eine 2000-Jährige Kriminalgeschichte des Christentums.
Und dennoch, schon ganz vorn in Bibel ist definiert wie sich ein Mensch verhalten soll:

16 Du sollst deinen Stammesgenossen nicht verleumden und dich nicht hinstellen und das Leben deines Nächsten fordern. Ich bin der Herr. 17 Du sollst in deinem Herzen keinen Hass gegen deinen Bruder tragen. Weise deinen Stammesgenossen zurecht, so wirst du seinetwegen keine Schuld auf dich laden. 18 An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr.
(Lev, 19)

Im Neuen Testament gibt es diesen Gedanken immer noch.

Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und haßt seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht?
Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder liebe.
(Johannes 4,20.21)

In der Praxis haben sich die Christen, die es immerhin auf 16.000 religiös motivierte Kriege brachten, nicht so toll hinbekommen mit der Liebe zu den Nächsten.
Stattdessen war Folter und Völkermord an der Tagesordnung.

Das Killen beherrscht das 21. Jahrhundert sogar stärker denn je - auch wenn wir es weitgehend outgecourced haben.
Wir greifen üblicherweise nicht mehr selbst zu Morgenstern und Streitaxt.

Aber es stört uns auch nicht weiter, daß eine Milliarde Menschen auf der Erde hungern, daß täglich Myriaden Kinder elendig an Hunger krepieren, obwohl wir sie ganz leicht ernähren könnten - wenn wir denn wollten.
Aber die Christlich-konservativen Regierungen des sogenannten Westens, zahlen lieber Agrarsubventionen für die eigenen Landwirtschaftskonzerne und produzieren den Überfluß für die Müllhalde.

Das Konzept der Nächstenliebe beschränkt sich nach wie vor auf Sonntagsreden.

Wie es unter Christlichen Politikern der CHRISTLICH-demokratischen Union während des Besuchs des obersten CHRISTEN der Erde, Papst Benedikt XVI zugeht, zeigte eindrucksvoll Ronald Pofalla, der Kettenhund der CHRISTLICHSTEN Kanzlerin.

Daß einige Unions-Abgeordnete sich frecherweise auf die Verfassung bezogen und ihr FREIES Mandat wahrnahmen, statt des (illegalen) imperativen Mandats, wie es der Regierung vorschwebt, brachte Merkels treuesten Diener in Rage.

[Bei einer CDU-Sitzung letzten Montagabend in der Vertretung von NRW] sparte Pofalla zwar nicht mit Kritik an den Abweichlern, Tonlage und Umgangsformen blieben nach Teilnehmerangaben aber zivil. Das änderte sich offenbar als Bosbach und Pofalla aufbrachen. An der Tür ranzte Pofalla Bosbach an. Dabei fielen, so rekonstruiert es ein Unionsabgeordneter, unter anderem folgende Sätze: "Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen. Ich kann deine Scheiße nicht mehr hören." Ein anderer Abgeordneter erinnert sich nicht an den genauen Wortlauf, bestätigt aber die Auseinandersetzung und sagt, diese Zitate seien "eher untertrieben".
(Spon 01.10.11)

Auch soll er dem Kollegen vorgeworfen haben: "Du machst mit deiner Scheiße alle Leute verrückt."
(Der Westen 02.10.2011)

Dem Mann mit dem Toupet reicht es jetzt offenbar:

Bosbach beklagte im Rückblick auf die EFSF-Diskussion in seiner Fraktion "Vorwürfe, die tief ins Persönliche gehen". Bis vor kurzem habe er noch fest eine neuerliche Kandidatur für den Bundestag bei der Wahl 2013 geplant. "Aber nach der Erfahrung der letzten Wochen bin ich nicht mehr so sicher", sagte der Vorsitzende des Innenausschusses dem "Kölner Stadtanzeiger" vom Freitag.
(Stern 01.10.11)

Da Pofalla als Kanzleramtsminister der Koordinator der Bundesregierung ist, ist das Erscheinungsbild der Koalition genau so, wie es ist.
Es herrscht Krieg.

Schon zwei Tage nach der EFES-Abstimmung rasen erneut zwei Minister wie zwei Züge ohne Bremsanlage aufeinander zu.

Der Argwohn, dass Finanzminister Schäuble den EFSF sogar verteuern könnte, sitzt bei der CSU tief. Nicht minder befremdlich ist für sie, dass er für mehr Europa plädiert oder auch, dass CDU-Vizechefin von der Leyen von den „Vereinigten Staaten von Europa“ spricht. Beide trimmen in einer Arbeitsgruppe die Europapolitik der CDU neu. Es sind keine unverbindlichen Wortmeldungen. Da blieb der CSU-Widerspruch nicht lange aus. „Wer aus der Schuldenkrise den Schluss zieht, dass der europäische Zentralismus verstärkt werden muss, macht sich auf den völlig falschen Weg“, so Innenminister Hans-Peter Friedrich im „Spiegel“. Die Union kommt nicht zur Ruhe.
(Der Westen 02.20.11)

Und nun stehe ich wieder vor dem Problem, das sich so oft bei SchwarzGelb stellt:
Realität und Satire verschwimmen zu einem einzigen Konglomerat.

Stammt die folgende Meldung wohl aus der F.A.Z. oder der Titanic?

Kanzleramtsminister Ronald Pofalla hat gemäß verschiedener Berichte den "Euro-Abweichler" Wolfgang Bosbach in einer CDU-Sitzung beschimpft. So soll er u.a. zu Bosbach gesagt haben: "Wenn ich so eine Scheiße höre wie Gewissensentscheidung" und "Wenn ich deine Fresse schon sehe". Wie x nun erfuhr, soll Pofalla obendrein während der Sitzung heimlich Bosbachs Schnürsenkel an den Sitzungstisch gebunden, ihm Zahnpasta in die Aktenmappe gedrückt und versucht haben, ihm die Unterhose über den Kopf zu ziehen. Danach habe er auf dem Schulhof herumerzählt, daß der Wolfgang sich in die Hose gemacht habe.
Nun möchte sich Pofalla aber in einem Vier-Augen-Gespräch bei Bosbach entschuldigen: "Ich habe mich vielleicht etwas in der Wortwahl vergriffen", teilte er mit. "Das werde ich dem Sensibelchen erklären. Und wenn er dann immer noch Pipi in den Kackaugen hat, müssen wir halt mal schauen, ob wir nicht eine Eiertransplantation für ihn organisieren können. Jetzt muß ich aber erst mal zur Kanzlerin – mein Fleißkärtchen abholen."
(Link)

Freitag, 24. September 2010

Quot erat expectandum.

Ein Bundeskanzler, eine Bundeskanzlerin verdient zwar weniger als ein Intendant oder Landesbanker, aber weniger Arbeit hat sie keineswegs.
Der Ausweg besteht darin Aufgaben zu delegieren.

Das kann gut gehen, wenn Verantwortung auf tragenden Schultern liegt.
Steinmeier und Steinbrück waren echte Glücksfälle für die Kanzlerin. Hochkompetente erfahrene Figuren, die sich durchzusetzen wußten und auf die Merkel sich stützen und verlassen konnte.

Nach dem September 2009 wurde ihre Kanzlerschaft auf neue Stützen gestellt. Stützen, die diesmal aber nicht mehr zum größten Teil von der personell gut aufgestellten SPD installiert wurden, sondern von der Kanzlerin selbst.

Und genau da liegt die Wurzel des Übels dieser Bundesregierung - man darf Frau Merkel keine Personalentscheidungen überlassen, weil sie ein legendär schlechtes Händchen hat.

Wann immer sie jemanden ausguckt, kann man sicher sein, daß sie ins Klo greift.


Das betrifft Entscheidungen auf allen Ebenen.
Mit Ruprecht Polenz, Laurenz Meyer, Volker Kauder, Ronald Pofalla und Hermann Gröhe hat sie nun schon den fünf CDU-Generäle installiert und auch Nr. Fünf ist vollkommen damit überfordert die eigene Partei vor dem weiteren Abstieg zu bewahren.

Wir alle kennen Merkels Missgriffe auf der Regierungsebene - Pofalla (schon wieder), Jung, Schröder und Schavan heißen die offensichtlichen Totalpfeifen.

Bemerkenswert schlecht und unerwartet luschig ist aber vor allem Schäuble, der nicht mal in der Lage ist bereits einstimmig gefasste finanzielle Beschlüsse gegen das Kabinettsküken Schröder zu verteidigen.

Auf Europäischer Ebene ist er nicht nur hoffnungslos überfordert, sondern einer der größten Bremser internationaler Vereinbarungen und somit auch Kostentreiber in der Griechenlandkrise.

Nachdem die Bundesregierung offiziell beschlossen hatte, 220 Euro Brennelementsteuer pro Gramm Plutonium 239, Plutonium 241, Uran 233 und U 235 zu erheben, genügte eine kurze mürrische Stellungnahme des Energiemolochopols und Schäuble knickte sofort wie ein dummer Schuljunge ein. Die Konzernabgesandten wurden sogar von Schäubles Staatssekretär ins Finanzministerium gebeten und um Vorschläge ersucht, wie viel sie denn stattdessen gnädigerweise zu zahlen bereit wären.
Schäuble nickte umgehend in vollendeter Untertänigkeit einen um 75 Euro pro Gramm niedrigeren Betrag ab.

Bisher sah der Gesetzesentwurf vor, 220 Euro pro Gramm Uran von den Stromkonzernen zu verlangen. Nun sollen es 145 Euro sein. Das Bundesfinanzministerium räumte auf Anfrage diese Verringerung ein. Ihr Versprechen, mindestens die Hälfte der Atomstromgewinne abzuschöpfen, hält die Koalition laut Öko-Institut ebenfalls nicht ein.
(FR, 07.09.10)

Auf höheren Ebenen gelang es Merkel mit ebenso schlafwandlerischer Sicherheit völlig ungeeignete Kandidaten zu installieren.
Erwähnt sei nur Herr Barroso, den sie einst in Brüssel ausmauschelte, um Gerd Schröder zu demontieren und den sie jetzt selbst lieber heute als morgen los wäre.

Als faktisch abgewrackt hat sich auch der rechtsgerichtete Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen erwiesen, der sich aus allen großen Problemen der Welt komplett raushält.

Für die Toppposition in Deutschland hat Merkel nach ihrem ersten Fehlgriff Köhler nun erneut einen verstummten Trottel im Amt gefunden.
Christian Wulff, der extremistische Christ mit etwas zu obszöner Ehefrau und Hang zum Mauscheln.

Wie schon sein Vorgänger ist auch Wulff unfähig Reden zu halten und ignoriert jeglichen öffentlichen Diskurs. Kein Wort zu den großen Politproblemen Bildung, Sozialstaat, Integration und Gesundheit.
Nach der Loveparade-Katastrophe fiel lediglich Frau Wulff durch einen ultrakurzen Minirock während der Trauerfeier für die 21 Opfer auf.

Noch ein Überforderter?“ fragt Matthias Maus von der Müncher Abendzeitung.
Christian Wulff, der nach dem ruhmlosen Abgang von Horst Köhler das Amt des Staatsoberhaupts rehabilitieren sollte, stolpert und haspelt durch seine ersten 100 Tage.

Das Megathema Sarrazin riß der Mann im Schloß Bellevue nur zweimal an und verschlimmerte beide Male noch den Diskurs.

Zunächst plapperte er ungefragt los, die Bundesbank möge Sarrazin entlassen.
Präsident Wulff fiel aber nicht nur nicht ein weshalb Sarrazin geschasst werden müsse, nein er vergaß auch noch, daß er selbst für die Entlassung der Bundesbanker zuständig ist und sich damit in eine unmögliche Position als Richter und Ankläger in einer Person manövriert hatte.

Die Groß-Juristen der Feuilletons rieben sich schon die Hände bei den ungeheuren Problemen, die auf das Präsidialamt zukämen, falls ein von Wulff entlassener Sarrazin gegen die Entscheidung beim Verfassungsgericht klagen würde.

Zum Glück für Wulff hat sich aber der Provokationsbanker als käuflich erwiesen und zog „freiwillig“ zurück, nachdem ihm Wulff eine monatlich um € 1000 höhere Pension zugesagt hatte.

Der deutsche Präsident ist geistig immer noch nicht über seinen Osnabrücker Horizont hinausgewachsen. Er hatte sein ganzes Leben über nur in Osnabrück und Hannover gewirkt und gelebt.

Geboren in Osnabrück, aufgewachsen in Osnabrück, Studium in Osnabrück, Referendariat in Oldenburg, seit 1990 wohnhaft in Hannover: so sieht also der Erlöser aus, der Mann, der die groteskeste Staatskrise der Bundesrepublik beenden und uns von dem politischen Alptraum eines um sich greifenden Aussteigertums in den höchsten Ämtern erlösen soll. Christian Wulff repräsentiert den 100-Kilometer-Horizont des schönen flachen Landes namens Niedersachsen, eine deutsche Idylle aus Backsteinen und Weidezäunen und christlicher Union. Wenn das mal keine Sensation auf dem mondänen Staatsbesuchsparkett wird.
(Burkhard Müller-Ullrich auf ach.gut)

Hier mauschelten sich halbstaatliche Firmen und CDU-Verbände gegenseitig die Gelder zu. Staat, Partei, Amt, Regierung - all das mixte sich Wulff zu einer für ihn genehmen Melange zusammen.

Scheinbar hatten die Wolfsburger Stadtwerke 2002 und 2003 faktisch als eine Art illegaler CDU-Nebenwahlkampfzentrale funktioniert. CDU-General war damals ein gewisser McAllister; ins MP-Amt gehoben wurde Christian Wulff.
Der CDU-Kontaktmann der Stadtwerke war Wulffs engster Vertrauter Olaf Glaeseker; der direkte Wahlkampfanweisung schickte.
Glaeseker stieg mit seinem Chef auf und ist heute Sprecher von Bundespräsident Christian Wulff.

Im halbseidenen Umfeld der Schillernden etwas für sich selbst abzugreifen, ist typisch für Wulff.
So brüstet er sich mit seiner Freundschaft zu dem Paar Ferres/Maschmeyer.

Nach gerade zehn Tagen im Amt als Bundespräsident flog er in den Urlaub, den er in der gigantischen Maschmeyer-Villa auf Mallorca wie im Paradies verlebte.

Maschmeyer, der Herr des Finanzdienstleisters AWD, hatte tausende Anleger um ihr Erspartes gebracht, während er sich selbst geradezu manisch mit Luxus umgab.






Wulff gefällt‘s.
Er ist der Präsident für die ganz oben.

An dem Atom-Abzockerquadropol hat er nichts auszusetzen. Die Zeche für die CDU-Politik à la Wulff zahlen wie immer die Kleinen - also niemand, der den Präsidenten interessieren könnte.

Christian Wulff tickt so. Der ewige Grinser würde seine Verachtung für „den kleinen Mann“ nie so aggressiv wie Kollege Westerwelle vorbringen, aber wenn man genau hinhört, versteht man den Bundespräsident der Schönen und Reichen ganz gut.

Als er sich am 3. August 2010 von den Mitarbeitern seiner Staatskanzlei in Hannover verabschiedete, sprach er die folgenden Worte:

„Es ist schon ein bisschen Wehmut dabei, wenn man sich hier bedankt und Abschied nimmt. Diese kleine, überschaubare Staatskanzlei hat in den letzten gut sieben Jahren für mich hervorragend gearbeitet und mich loyal unterstützt.
Die einen stehen im Licht und die im Schatten sieht man nicht.“

Bert Brecht gelesen hat Wulff offensichtlich.

Verstanden hat er ihn aber nicht.

Mittwoch, 12. August 2009

War spät dran.

(Aber besser spät, als nie)

Eine Million Euro AM TAG beträgt der Verlust, den ein Atomstromkonzern macht, wenn nur ein Meiler ausgeschaltet ist.
Es ist aber trotzdem nicht nötig zu Lebensmittelspenden für den darbenden Vattenfall-Konzern aufzurufen.
Auch ohne die Atom-Protektion der Schwarz-Gelben, die den Konzernen auf Kosten der Allgemeinheit weitere Gewinne in Höhe von 200 Milliarden Euro zuschanzen wollen, kommt Vattenfall derzeit noch so eben über die Runden.

Wie die aktuellsten Zahlen für die drei Monate April, Mai und Juni zeigen
„fuhr die deutsche Tochter (zusammen mit dem Geschäft in Polen) im zweiten Quartal einen operativen Gewinn (ohne Sondereinflüsse) von 3,8 Milliarden Kronen (362,2 Millionen Euro) ein. Glücklicherweise bin ich neuerdings auch ein EX-Vattenfall-Kunde.

Erstaunlicherweise fällt den Krümmelanern doch auf, daß ihnen die Kunden scharenweise wegrennen und so trudelte heute ein Vattenfall-Fragebogen bei mir ein:

„SCHADE; DASS SIE WECHSELN!“ heißt es dort in fetten Lettern, bevor eine multiple choice - Befragung losgeht.

„Wir würden gerne mehr über Ihre Beweggründe erfahren, um unsere Produkte und Leistungen in Zukunft NOCH besser den Wünschen unserer Kunden anzupassen. Ihre Meinung ist uns wichtig!“

Hört, hört, nachdem ich mein Geld zukünftig nur noch für Ökostrom ausgebe, sind die Atompropagandisten ganz interessiert.
Sie wollen im Folgenden gern wissen, wie ich auf den neuen Anbieter aufmerksam geworden sei und ob ich mich auch wirklich gründlich über die Vattenfall-Preise („im Internet? Im Kundenzentrum? Telefonisch? Über Produktbroschüren?...“) informiert hätte.

Aufschlussreich sind die Formulierungen, die bei den Antworten auf das große „WARUM haben Sie gewechselt?“ angeboten werden:

1.) Günstigerer Preise? 2.) Attraktive Wechselprämie? [Als ob nur der Preis entscheidend wäre!] 3.) überzeugenderes Ökostromangebot. [NOCH überzeugender? Folgt man schon offiziell dem Pofalla-Merkel-Gagatum, daß Atomstrom Ökostrom wäre?] 4.) kompetentere Beratung [Welche Beratung?] 5.) Besserer Kundenservice? 6.) Besseres öffentliches Bild [als ob es lediglich kein kleines PR-Problem bei Vattenfall gäbe].

Ankreuzkästchen Krümmel, Brokdorf, der Mega-CO2-Schleuder Moorburg oder dem Dilettantismus eines Tuomo Hatakka gibt es nicht.

Die Befragung endet mit der Bitte um Telefonnummer, Email- und Briefadresse, um mich „auch in Zukunft über attraktive Angebote von Vattenfall zu informieren“.

Ich fürchte, daß es noch ein bißchen dauert, bis ich auf dem Ohr wieder höre.
Steigt erst einmal komplett aus der Atomwirtschaft aus und verzichtet auf Megadreckschleudern wie Kohlemonstren wie Moorburg* - anschließend denke ich womöglich darüber nach mich mal wieder bei Vattenfall zu informieren - vorher sicher nicht.

*(Das geplante Kohlekraftwerk Moorburg verschärft nicht nur die Feinstaub-Problematik, sondern auch die Belastung mit dem Luftschadstoff Stickoxid (NO2). BUND-Geschäftsführer Manfred Braasch: "Mit 6000 Tonnen pro Jahr wird Moorburg mehr NO2 emittieren als der gesamte Pkw-Verkehr in Hamburg." Der ab 2010 geltende EU-Grenzwert für NO2 wird damit weit überschritten. Der CO2-Ausstoß Hamburg-Moorburgs wird dem Boliviens entsprechen, wie Greenpeace flugs errechnete; die nicht nutzbare Abwärme würde genügen, um mindestens einer halben Million Umweltstaatsrätinnen einzuheizen. Stattdessen erhitzt sie pro Sekunde 64 Kubikmeter Elbwasser auf Badewannentemperatur.)

Donnerstag, 3. Juli 2008

Impudenz des Monats Juni 2008

Diesmal wollte ich eigentlich gar niemanden küren, da EM-bedingt 85 % der Deutschen im letzten Monat ihr Gehirn ganz tief in der untersten Sockenschublade einstauben ließen und daher jede x-beliebige Fähnchen-Fahrerin oder jeder dahergelaufene „Public Viewer“ die Auszeichnung als Idiot des Monats verdient hätte.
Aber heute ist schon der 3. Juli - da habe ich mich abgeregt und doch einen Preisträger erkoren - sogar ein Paar - jeder ist allein für sich so doof, daß er noch nicht mal der Auszeichnung „Impudenz des Monats“ allein genügt.

Tah-da!
Es ist das näselnde Atompärchen aus der CDU-Bundestagsfraktion - Pofalla und Klaeden.

Ein Extra-Sternchen gibt es für das Timing.
Sich just zu der Zeit euphorisch und prä-ejakulativ nuklear zu outen, wenn bekannt wird, daß der Schacht Asse II durchsabscht und die radioaktiv verstrahlte Brühe austritt, ist schon toll.
Während die Bio-Bauern der Umgebung wohl auf das Etikett „Atom-Bauer“ umsatteln können und nette Caesium-137-Aufkleber auf ihre Produkte bappen müssen, rosten sich in der Eifel auch die amerikanischen Atomwaffen durch die löcherigen Sicherheitsvorkehrungen.
Offenbar hat Pofalla denn auch schon ein paar Myriaden Becquerel in der Nasenschleimhaut eingelagert, als er den Satz „Kernkraft ist für die CDU Öko-Energie" ausschnupfte.
Präsidium und Bundesvorstand votierten in Berlin einstimmig für das Papier mit dem Titel "Bewahrung der Schöpfung: Klima-, Umwelt- und Verbraucherschutz".
Immerhin hat dieses sogenannte CDU-Umweltkonzept der Vattenfall-Epigone von Beust ausgearbeitet.
Deren Rumpel-Kernkraftwerke rund um seine Stadt - Krümmel und Brockdorf - liegen übrigens immer noch brach. Die Schweden haben nach den Forsmark-Desastern durchaus eindrucksvoll bewiesen, daß man Vattenfall schon mal nicht vertrauen kann.
Atom-Ole hat neben seiner Gedächtnislücken bezüglich seiner früheren engsten Mitarbeiter Schill und Kusch in der Eigenschaft als Vattenfall-Speichellecker auch glatt vergessen die extrem energieaufwändige Uran-Gewinnung in die CO2-Bilanz einzurechnen - mal ganz abgesehen von den klassischen Atomenergiegefahren und der nun wieder in Asse deutlich gewordenen nicht zu lösenden Endlagerungsfrage.
Bei der Gelegenheit möchte ich doch wieder vorschlagen, daß die Atom-Freunde doch jeder ein Fass strahlendes Plutonium in ihren eigenen Garten stellen sollte. Beust dürfte das Fass auch in seine Sylter Hauptwohnung mitnehmen. Das nennt man mit guten Beispiel voran gehen - so wie einst Umweltminister Töpfer in den Rhein sprang oder in England die Minister in die BSE-Buletten bissen.
Herr Pofalla wurde ohnehin schon während seines Studiums vom dubiosen Müll-Unternehmer Bernhard Josef Schönmackers gefördert - Vielleicht kann der ja auch mal das ein oder andere Fass Atommüll Prestige-trächtig in Pofallas Wohnzimmer einlagern.
Die US-Atombomben in der Eifel haben die 13-fache Zerstörungskraft jener Bombe, die am 6. August 1945 die japanische Hafenstadt Hiroshima dem Erdboden gleichmachte und 90 Prozent ihrer Bevölkerung wegblies. Möglicherweise 200 000 Menschen wurden sofort getötet – viele weitere starben an den Spätfolgen. Auf dem Bundeswehr-Fliegerhorst in Büchel in der Eifel lagern von diesen Dingern womöglich gleich 50 Stück - genaues weiß man nicht - was geht es auch die Bundesrepublik Deutschland an was auf ihrem Territorium so rumlagert.
Zumal die devoten CDU-Außenpolitiker eh zu Washington bei jeder Gelegenheit „Ja und Amen“ sagen.
Der Stützpunkt beheimatet außerdem das Jagdbombergeschwader 33 der deutschen Luftwaffe - vielleicht macht es Herrn Klaeden auch einfach an sich vorzustellen, daß auch die deutsche Bomberpiloten ganz nah an der 500-fachen Hiroshima-Zerstörungskraft kleben.
Der außenpolitische Eckart von Klaeden der Fraktion, verkündete:
"Wir können aber nicht auf sie verzichten, solange es Nuklearwaffen auf der Welt gibt. Sie schützen auch uns." Die nukleare Teilhabe müsse Bestandteil der deutschen Sicherheitspolitik bleiben. "Wir müssen uns auch davor wappnen, dass uns zum Beispiel ein Land wie der Iran in Zukunft zu Geiseln nimmt."
Ja genau – Iran nimmt das Nato-Land Deutschland als Geisel und weil all die Atomwaffen in Frankreich, England und die 6000 strategischen Atombomben in Amerika allein keinen Iranischen Mullah abschrecken, hilft aber ein rostiges B-61-Lager in der Eifel mit einem Reden schwingenden Klaeden, um die bösen bösen Schiiten in Schach zu halten.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung unter dem Vorsitz von Kurt Beck fordert den Abzug der amerikanischen Atomwaffen - aber wer ist das schon?
Niemand mag Beck. den wollen nur 10 % der Deutschen als Kanzler - dagegen lieben 70 % des teutonischen Urnenpöbels die streng auf George W. Bush-Linie agierende Atom-Angie.
So bekommt jedes Volk die Regierung, die es verdient.
Es verdient auch den Reserveoffizier von Klaeden, der am 10./11. Mai 2001 in eine von der Redaktion des Satiremagazins Titanic im Zusammenhang mit der CDU-Spendenaffäre erdachte Falle tappte. Er fuhr über Nacht mit dem Auto von Berlin in die Schweiz nach Luzern, um die Verhältnisse um ein angebliches Schwarzgeldkonto in Höhe von mehreren Millionen Schweizer Franken zu klären, wo er von den Urhebern des Schwindels in Empfang genommen wurde.
Der Nuklear-Blödkopp und Spendengierling sitzt seit 1994 im Bundestag und steigt auf - dank der deutschen CDU-Wähler.

Freitag, 13. Juni 2008

Die Amöbe.

Bush ist auf Abschiedstour durch Europa und gibt Bahnbrechendes von sich:
"Ich bereue ihn überhaupt nicht", antwortet er auf eine Frage nach dem Irakkrieg. "Saddam Hussein ist nicht mehr an der Macht, die Welt ist sicherer."
Der polnische Satiriker Stanislaw Jerzy Lec würde jetzt sagen:
„Sein Gewissen ist rein – er hat es noch nie benutzt!“
Undiplomatisch scharf äußerten sich Vertreter aller Parteien in Deutschland.
Die Worte der Grünen-Vorsitzenden Claudia Roth, daß es sich um „sieben verlorene Jahre“ handele, sind noch erstaunlich mild – so einig ist man sich hierzulande über das desaströse Wirken des Politcowboys von Washington, der sich so gar nicht um Fakten und Wahrheiten kümmerte, dafür hundertfach nach Herzenslust log, Kriege anzettelte und den Ruf der USA so nachhaltig ruinierte, wie es noch nie vorher denkbar war.
Wieder einmal demonstriert der irrlichternde Okkupant des Oval Office, daß er der Realität weit entrückt ist und trägt seine Beschränktheit wie eine Monstranz vor sich her: Die Schäden für das Image seines Landes will Bush nicht wahrnehmen.
"Ich glaube diese Theorie nicht", sagte er. "Amerika ist eine Macht des Guten. Amerika ist eine Macht der Freiheit. Amerika ist eine Macht, die Krankheiten bekämpft."
Erstaunlicherweise gab es dennoch zwei CDU-Hansel – Pofalla und Klaeden, die (auch) Positives über Bush zu sagen wußten.
Aber naja – CDU-Außenpolitiker eben – da wundert einen schon lange nichts mehr, wenn man sich an Merkels ehemaligen Chefaußenpolitiker Friedberg Pflüger erinnert, der heute in peinlichster Weise in Berlin umherdebakuliert. Als Friedbert Pflüger noch außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion war, wusste er mehr als andere:
"Ich weiß, dass die Bundesregierung weiß, dass es im Irak Massenvernichtungswaffen gibt", erklärte er im Februar 2003. Die Waffen seien nur "gut versteckt".
Tja, lieber Friedberg – nun war doch Bush gerade in Deutschland – wieso hast Du ihm nicht gesteckt, wo die verborgenen Chemie- und Atomwaffen sind?
Der arme Mann sucht ja immer noch!
Oppositionspolitiker sind erfrischend deutlich – so sagt Deutschlands längster Außenminister Genscher: "Bush ist für einen weltweiten Einfluss- und Ansehensverlust verantwortlich. Bush hat alles getan, um den Abstand zwischen den USA und Europa zu verbreitern“ und das SPD-Superhirn Egon Bahr hält konsterniert fest:
„Ich kenne überhaupt keinen Präsidenten der amerikanischen Geschichte, der seinem Land mehr geschadet hat“
Eckard Pflüfalla ist allerdings eine krasse Minderheit – da es auch in der Union Menschen mit einem IQ über Zimmertemperatur gibt, kann niemand im Ernst Bush loben.
Polenz: „Es gibt keinen Grund ihm eine Träne nachzuweinen“, "Wir freuen uns alle auf einen neuen US-Präsidenten“ seufzt auch CSU-Kollege Karl-Theodor Freiherr von Guttenberg ganz und gar Diplomatie-frei.
In der ganzen Union?
Nein – eine Person leistet unbekümmert Widerstand gegen das Meinungsmainstreaming – eine Person, die sich zwar grundsätzlich nicht in Politik einmischt, aber doch als Kanzlerin und CDU-Vorsitzende gezwungenermaßen ab und an politische Themen streifen muß.
Merkel, die das Präsidentenpaar in Begleitung von Ehemann Joachim Sauer in Meseberg empfing, zeigte sich voller Vorfreude. "Ich bin erst mal voller Erwartung auf das Treffen".
Auf seine "Ändschela" kann er sich aber verlassen. "Die Zusammenarbeit macht Spaß", sagt die Kanzlerin. Die Beziehung sei freundschaftlich und direkt. Ihr gefalle, dass sie mit Bush nicht um den heißen Brei herumreden müsse.
Bush ist dementsprechend entzückt von seiner devoten Gastgeberin. Ganz im Grünen, weit weg vom Protestiererhort Berlin grillte er gemütlich mit Angie: Er lobt das Gästehaus als "bescheidene kleine Hütte am See", eine leicht abgewandelte Wiederholung seiner Bemerkung vom vergangenen Jahr in Heiligendamm.
Merkel und Bush sind gute Bekannte, sie haben sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren bereits insgesamt elf Mal getroffen. Der Mecklenburger Hosenanzug war sechs Mal in den USA. Nach mehreren Besuchen in Washington und New York war sie im vergangenen November auch auf der Ranch der Bushs im texanischen Crawford zu Gast. Man kennt sich, schätzt sich, mag sich und tut einander nicht weh.
Da lässt sich die neuerliche Klatsche des obersten US-Gerichtshofes über Guantanamo schon besser verkraften. Der Richterspruch ist vor allem ein Schlag gegen den "Military Commissions Act", den die Bush-Regierung 2006 erlassen hatte - und so US-Gerichten die Kompetenz absprach, über einzelne Klagen von Guantanamo-Insassen zu entscheiden. Das Weiße Haus hatte argumentiert, deren Rechte seien in den Militärtribunalen ausreichend gewahrt.
Ohrfeige für US-Regierung schallt es aus den Presseorganen - nur Merkel sagt NICHTS zu Guantanamo! Menschenrechte scheinen ihr völlig egal zu sein.
Selbst in den USA also nur noch Gegenwund für den texanischen Rambo mit Erbsenhirn.
Da ist es kein Zufall, dass Bush auf seiner Abschiedstour durch Europa Halt bei Merkel macht. Seit ihren Tagen als Oppositionsführerin zählte sie zu seinen Fürsprechern auf dem Kontinent. Nach der Eiszeit, die Gerhard Schröder mit dem Nein zum Irak-Krieg begonnen hatte, hatte sich unter Merkel das transatlantische Verhältnis wieder normalisiert. (SPON)
Im Konflikt mit Teheran kann Bush sich auch durchaus weitere monströse Kriege vorstellen."Alle Optionen liegen auf dem Tisch", antwortet Bush auf die Frage, ob in den letzten Monaten seiner Amtszeit ein Krieg gegen Iran ausgeschlossen sei.

Merkel, die meinungslose Politmurmel widerspricht NICHT.

Was ist los mit Bush?
Verstehen kann man ihn natürlich nicht – aber muß man das? Erwiesenermaßen ist er nur ein bösartiger alter Lügner mit sehr beschränkten geistigen und emotionalen Fertigkeiten. Spiegel-Korrespondent Gregor Peter Schmitz vermutet, daß Bush ohnehin nur noch an sein Bild in den Geschichtsbüchern denkt und sich daher nicht von Kritik beeindrucken lässt. Mit krude-abstrusen Vergleichen wähnt er sich scheinbar schon im Olymp der ganz großen Staatsmänner, in den er dereinst einziehen wird.
Bush hingegen wirkt laut Aussagen von Personen, die mit ihm zu tun haben, trotz aller Kritik an seiner Amtsführung nach wie vor mit sich selbst im Reinen. Viele Beobachter nehmen an, dass er sich bereits auf den Ruhestand freut.

Was ist los mit Merkel?
Das ist schon leichter zu erklären. Sie ist eine durch und durch egomanische Person ohne die geringsten Rudimente irgendeines Rückgrats, die beliebt sein und ihren Job behalten will.
Der Fortgang der internationalen Politik oder gar das Wohlergehen Deutschlands sind ihr dabei herzlich egal.
Beispiel Klimaschutz – es ist populär sich bei internationalen Konferenzen gegen die vermeidlich Klima-sündenden Industrienationen als Klimaqueen aufzublasen. Das tat Merkel in Heiligendamm und Bali!
Sie erntete das Lob und setzte von all den großkopferten Ankündigungen …NICHTS um.
Pustekuchen; ein Jahr später ist von den Klimaschutzmaßnahmen nur noch ein peinlicher Kniefall vor der KFZ-Lobby geblieben.

»Bei Bundeskanzlerin Merkel hört der Klimaschutz da auf,
wo die Interessen der Autoindustrie anfangen.«
Volker Ratzmann, Kandidat für den Parteivorsitz der Grünen, über Träume von einer schwarz-grünen Koalition auf Bundesebene

Glücklicherweise – für sie – sind die Deutschen aber zu tumb, um weiter als bis zur ihrer Nasenspitze zu denken und interessieren sich nicht für Konsequenzen.
Nette Jubelbilder reichen!
Deutschlands unstrittige Megaprobleme wie der absurde politlähmende Föderalismus werden einfach ignoriert.
Kein Merkel nirgends.
Fritz Kuhn ist es noch aufgefallen: „Merkel interessiert sich nicht für die Föderalismusreform. Da gibt es keinen roten Teppich, auf dem sie „Bella figura“ machen kann“.
Aber wen interessiert das auch - es ist ja auch Fußballmeisterschaft - sich mit so einem chinesischen Plastikfähnchen am Auto zu schmücken, ist allemal wichtiger.
Im Politbarometer von heute hat sie es mit einem Wert von +1,8 wieder auf den ersten Platz gebracht und auch international sieht sie das Pew Global Attitudes Project als Außenpolitikerin ganz vorn:
In Deutschland erklärten 76 Prozent der Befragten, dass sie den außenpolitischen Entscheidungen der Bundeskanzlerin vertrauen. Noch mehr waren es in Frankreich, wo 84 Prozent ein positives Bild von Merkel haben. In Großbritannien trifft die ostdeutsche Politikerin mit ihrer Arbeit bei 53 Prozent der Befragten auf Zustimmung, in Spanien sind es 51 Prozent. Allein in Polen und in der Türkei sind weniger als die Hälfte der Befragten von Merkel überzeugt - über 40 Prozent der Polen haben sogar einen schlechten Eindruck von ihr. Am wenigsten anerkannt wird die deutsche Bundeskanzlerin in der Türkei - hier äußerten 68 Prozent der Umfrageteilnehmer ihre Zweifel. Und nur sechs Prozent der Türken befürworten ihre Politik.
Polen und Türken haben recht!
Die Deutschen, die immerhin 16 lange Jahre den korrupten Lügner und Schwarze Kassen -Wart wiederwählten, taumeln geistig offenbar mal wieder.

Nicht so Gunter Hofman, der in seinem lesenswerten Artikel von gestern doch ein bißchen genervt davon ist, daß Merkel EINFACH NICHTS TUT, sich außenpolitisch rein gar nichts traut.
Sie habe sich zu Schulden gemacht, „dass man über die Bilanz hinweglächelte“.
Sie nutze ihren unbezweifelbar vorhandenen Einfluss auf Washington überhaupt nichts, werbe nicht für Europa und gebe Obama und McCain keinerlei Orientierung.
Der Spiegel schreibt in seiner jüngsten Ausgabe schon schaudernd von einem aufkeimenden Kagan’schen Weltbild, das in Washington in der verzweifelten Suche nach neuen Feinden um sich greife. In seinem neuen Werk ("Die Demokratie und ihre Feinde") fabuliert Robert Kagan verschwörerisch vom „Sino-russischem Club der Autokraten“ gegen den die „Achse der Demokratie unter Amerikas Führung“ (natürlich!) vorgehen müsse!
Prima – noch mehr Antagonismus und Aggressivität.
Der Neocon-Nonsens hat bisher schon so toll funktioniert.
Anke Plättner PHOENIX Runde mit Anke Plättner zum Thema Good bye Bush - Weltmacht auf neuen Wegen? sah sich Hans-Ulrich Klose genötigt darauf hinzuweisen, daß die von den USA immer wieder geschmähte „Konsenspolitik“ - embrace their old foes- in Europa seit Jahrzehnten EXTREM erfolgreich ist, während das kriegerische Haudrauf der US-Außenpolitik stets gescheitert ist. (Das Video der Diskussion kann man im Internet ansehen)
Lieder ist die öffentliche Wahrnehmung in den USA eine diametral entgegen gesetzte.

Und Merkel?
Hat sie dazu irgendeine Idee? Lieder nein. Auch Hofman stößt das auf: Welchen Platz, welches Selbstverständnis aber sollte man der deutschen Politik wünschen zwischen diesen klassischen »Polen«, zwischen Washington sowie Moskau oder auch Peking? Allenfalls erahnen kann man den Kurs ….Seltsam gleichwohl, dass sich dieser Wandel in Berlin nicht widerspiegelt in neuem Selbstvertrauen. Ein merkwürdiger Defensivgeist wird offenbar.
Merkel, die doch eigentlich die Richtlinien der Politik vorgeben sollte ist ein einziger Totalausfall. Oder wie es in der ZEIT euphemistisch heißt: „Verzagtheit und Leisetreterei“
Aber es macht beliebt – von Merkel erwartet man NICHTS und sie liefert:
Tut also nichts.
Der Lohn: Beliebteste Politikerin in Deutschland und international als Außenpolitikerin in den höchsten Tönen gelobt.


NACHTRAG:

Wie Merkel perfekt auf den schönen Schein achtet, beschreibt Christoph Schwennicke in dem Artikel

"Det is keen Bild hier!"

sehr ansachaulich.


Mittwoch, 26. März 2008

Kleiner Fehler unterlaufen

Da war ich wohl zu forsch – ähnlich wie Oswald W. gestern auch.
Wie ich inzwischen nachgelesen habe, weiß die örtliche CDU in Biberach noch gar nichts von ihrem Glück, daß jetzt bald ein prominenter Ex-Grüner bei ihnen einfällt und die Party rocken will.
O.M verkündete zwar am gestrigen Dienstagvormittag seinen geplanten Wechsel zur Südwest-CDU, ohne sich jedoch mit der örtlichen Partei beraten zu haben.
Der stets von der devoten neoliberalen Presse umschmeichelte Ökonomie-Obergrüne, der die lutscherig-lahmen Talkshows mit Sprüchen über HartzIV-Proleten aufpeppte, scheint anzunehmen, daß er überall hofiert wird.
Der Neounionist erklärte bekanntlich, viele Sozialhilfe- Empfänger sähen «ihren Lebenssinn darin, Kohlehydrate oder Alkohol in sich hineinzustopfen, vor dem Fernseher zu sitzen und das Gleiche den eigenen Kindern angedeihen zu lassen.
Der Biberacher Kreisvorsitzende Josef Rief, an den er seinen Aufnahmeantrag geschrieben hatte, erfuhr am Dienstagvormittag zunächst von Journalisten, was da auf ihn und seine Basis zukommt. Josef Rief aus dem Filbinger- Meyer-Vorfelder-Biotop scheint das alles ein bißchen viel zu sein und so mag er nicht gleich Mandate und Karrieren versprechen für einen, der 20 Jahre beim schlimmen Klassenfeind agierte.
Den Großkopferten ist das reichlich egal; sie wittern nur die Chance den Restgrünen eins auszuwischen. So näselte der Ronald Pofalla in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Wir freuen uns über jedes neue Mitglied, das sich zu unseren Werten bekennt."
Und der Justitiar der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hermann Gröhe, sagte SPIEGEL ONLINE: "Ich kann nur sagen: Herzlich willkommen! Herr Metzger ist sicher ein moderner Marktwirtschaftler, der uns gut tut."
Ja – DAS hat schon der gute alte Grönemeyer weise voraus gesehen. Er muß wohl an die Traumfusion aus Prekariats-basher Metzger und sumpfiger Südwest-CDU gedacht haben, als er NUR NOCH SO dichtete:

Laß mich in dir verirren
Liebeslabyrinth
Laß mich
Zeig mir nicht den ausgang
Will nie mehr 'raus
Ich will mich in dir verbergen
Mach mich vergessen alles um mich 'rum
Mach doch
Zerstöre meinen draht zur außenwelt

Von mir aus nur noch so...

Werde meine sucht
Mach mich abhängig zug um zug
Wie du gut tust
Gut tust
Gut tust immer mehr
Werde meine sucht
Ich krieg von dir nicht genug
Weil du so gut tust
Gut tust
Gut tust gib mir mehr

Mit dir eins sein
Rausch mir durch mark und bein
Oh, wie du gut tust

Laß dich mein meister sein
Ich werde mich dir weihen
Weil du so gut tust
Du kannst allees mit mir machen
Was ich will
Weil du so gut tust



PS:
Oh arme Bibis - was muß ich da der Tagesschau entnehmen?

Widerstand in Biberacher CDU

"Metzger ist uns nicht willkommen"
Der angekündigte Parteieintritt des früheren Grünen-Politikers Oswald Metzger in die CDU stößt dort offenbar auf starke Widerstände. "Ich gehe von einer Ablehnung seines Antrags im Kreisvorstand aus", sagte der Biberacher CDU-Bundestagsabgeordnete Franz Romer.


Also schon wieder die Hose voll???
Da ist wohl noch etwas Gesprächsbedarf mit Poffffalla.

PPS:

Und es ist AUS - die CDU stellt ihn definitiv NICHT als Bundestagskandidaten auf!

Donnerstag, 31. Januar 2008

Prinzipienlose Gummirücken, diese.....

Der Hamburger Bürgermeister von Beuge..., Biegsam, Beust meine ich – hat keinen Mut und keinen Anstand, wie ich ja schon oft darlegte.
Diese Woche hat er wieder eindrucksvoll bewiesen, daß in Relation zu ihm noch eine Amöbe mit starkem Rückgrat gesegnet ist.
Da gibt es also einen offenen Brief von 17 CDU’lern in der ZEIT, den man nur als Angriff auf Roland Koch verstehen kann.
Der Zeitpunkt ist interessant – denn solange Beust nicht genau wusste, wie Kochs Wahl ausgeht, hatte der unhanseatische Gummirücken nichts dagegen Ausländer pauschal zu verunglimpfen.
Nun stellt Stefan Braun in der SZ unter der Überschrift „Couragierte Angsthasen“ fest:

Daß Beust unter den Unterzeichnern dabei ist, lässt besonders aufhorchen. Er spürt offenbar am stärksten, wie gefährlich die Polarisierung der letzten Wochen geworden ist - für ihn als präsidial amtierenden Bürgermeister, aber auch für eine schwarz-grüne Koalition, die ihm nach der Wahl noch am ehesten die Macht retten könnte.

Der besagte Brief ist recht deutlich und kann nur als Sprung mit nacktem Arsch in Rolands Gesicht interpretiert werden:

"Integrationspolitik ist so fundamental für die Zukunft unseres Landes, dass sie nicht zum Wahlkampfthema degradiert werden darf." Er war es, der seine Wahlplakate mit dem Spruch versah: "Ypsilanti, al-Wazir und die Kommunisten stoppen!" Was da mitschwingen sollte, war eindeutig. So gesehen setzten die Unterzeichner des Briefs einen Kontrapunkt zu Kochs Wahlkampf, zumal sie auch seiner Kernthese widersprachen. "Wir müssen erkennen", so die siebzehn Absender, "dass Gewalt kein ethnisches, sondern ein Bildungsproblem ist."

Es dauerte nur einen Tag, bis sich Ole auch davon schon wieder distanzierte.
Also vor dem Wahltag am 27.01. war Ole für Koch – dann ausdrücklich und schriftlich gegen ihn – und heute mäandert der Wackel-Bürgermeister schon wieder um 180°.
Kontorsionum Beust eifert seiner Parteichefin in diesem miesen Schlängelkurs nach:

Nach Veröffentlichung des Schreibens nahm er dann auch prompt seinen hessischen Parteifreund in Schutz: "Dieser Brief hat mit dem Wahlkampf von Herrn Koch nichts zu tun. Jeder macht seinen Wahlkampf, Herr Koch hat Spaß an der Zuspitzung", sagte von Beust der Zeitung "Die Welt". Inhaltlich lasse er nichts auf den hessischen Ministerpräsidenten kommen.

Noch dreister war CDU-Generallügner Pofalla, der am stringentesten gegen die Tatsachen zu Felde zieht:

Der Brief von 17 Unionspolitikern zur Integrationspolitik in der "Zeit" dieser Woche richte sich nicht gegen den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, stellte er kühn fest. Es sei "eine Reaktion auf ungerechtfertigte Angriffe von Organisationen auf die CDU und hat mit der Wahlkampfauseinandersetzung von Roland Koch nichts zu tun". Koch könne sich auf "die volle Unterstützung" der Union verlassen.

Unter der Überschrift „Im Slalom zum Mittelpunkt“ urteilt die SZ wie folgt:

Dass die meisten Kritiker abwiegeln, dass sie darin keine Koch-Kritik erkennen möchten, zeigt vor allem ihre Ängstlichkeit. Und diese Ängstlichkeit zeigt die Malaise der CDU.

Nie trauen sich diese angeblich christliche Partei sich gegen die unmenschlichen Hardliner in ihren reihen und wider die Unvernunft durchzusetzen: So war es bei Jürgen Rüttgers’ Kinder-statt-Inder-Kurzparole, so war es bei Friedrich Merz’ deutscher Leitkultur, beides im Jahr 2000. Der Vorsitzende der CDU-Zuwanderungskommission Peter Müller hatte darum gekämpft, den Begriff "deutsche Leitkultur" nicht erneut in das CDU-Programm aufzunehmen. Trotz gegenteiliger Zusage setzte Merkel ihn am Ende doch durch. Auch die Kanzlerin weicht bei diesem Thema immer wieder von der Ideallinie ab.

Sagenhaft.....

Da gibt es nur eine sinnvolle Antwort:

0% Stimmen für die CDU am 24.02.08

Sonntag, 23. Dezember 2007

Heucheln, daß es einem die Sprache verschlägt.




Der Spiegel schreibt in seiner jüngsten Ausgabe (unterstützt von immer wieder erscheinenden Online-Artikeln), daß die SPD eine Schmutzkampagne gegen Merkel plane.
Bestätigt ist zwar nichts, Ludwig Stiegler nennt das „Schmarrn“ und Johannes Kahrs verweist lediglich auf die Leichtigkeit mit der man Merkel entzaubern könne:
"Sie kann keinen Wahlkampf. Sie führt nicht. Und im Ausland hat sie auch nichts für Deutschland gebracht."
Was auch immer man von Herrn Kahrs halten mag – aber wo er Recht hat, hat er Recht.
Ich wundere mich ja hingegen schon lange darüber, wie lange die SPD Merkel mit ihrer Nichtpolitik gewähren lässt und habe dies hier an dieser Stelle ja immer wieder angeprangert. Als nicht der Tagespolitik zugehörige präsidial repräsentierende Kanzler-Darstellerin mogelt sie sich durch den Alltag.
Sie kümmert sich um nichts und lässt sich dementsprechend auch für nichts verantwortlich machen.
Das ist ja genau das Geheimnis ihrer hohen Umfragewerte.
Verblüffenderweise wird in der allgemeinen und devoten Pro-Merkel-Haltung ganz vergessen, daß einige der schmutzigsten und verlogensten Politkampagnen auf ihr Konto gehen. Ihre mächtigen Freunde aus der Presse – Liz Mohn, Friede Springer, Kai Diekmann etc – sind da MAL WIEDER weit entfernt von Fairness oder gar Objektivität.
Die wohl widerlichste und unanständigste Politkampagne der deutschen Geschichte seit der Vereinigung – nämlich die hessische xenophobische Antiausländer-Unterschriften-Aktion von 1999 wurde maßgeblich von Merkel unterstützt und finanziert.
Extrem schmuddelig und einfach abstoßend auch das Anti-Schröder-Fahndungsplakat, das aus ihrem Haus stammte:
Am 24.1.2001 stellte der CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer auf einer Pressekonferenz anläßlich der bevorstehenden Bundestagsdebatte über die Rentenreform ein Plakat vor, das Bundeskanzler Schröder im Stil eines Fahnungsplakates in Front- und Profilansicht zeigt. Die Fotos sind in Anspielung auf die TV-Fahnungssendung mit „Vorsicht, Fall“ unterschrieben. Die drei Fotos sind mit einem Aktenzeichen als Jahresjahr gekennzeichnet. In der Profilaufnahme sind die Mundwinkel so weit nach unten gezogen, dass man eine Bildmanipulation vermuten könnte

Sagenhaft weit unter die Linie des allgemeinen Anstands auch die Anti-Schröder-Plakate der CDU Niedersachsen aus der Zeit:
„Drei Exfrauen können nicht irren!“

Das ist immer das Problem von CDU und SPD: Während die Anhänger von Union schon zufrieden sind, wenn „ihre Leute“ an der Macht sind und eine riesengroße Toleranz gegenüber den Mauschelein der CDU-Mandatsträger haben, erwarten die SPD-Anhänger von ihren Leuten immer, daß sie moralisch und ethisch besser sind.
Die CDU hat schon dermaßen viel Dreck an den Fingern, daß man sich auch kaum noch über die Heuchel-Attacke des Pofalla-Witzboldes wundern kann:
Der CDU-Generalsekretär nannte "die geplante Schmutzkampagne" gegenüber der Nachrichtenagentur ddp einen "Akt der Hilflosigkeit".
Verblüffend, daß ihn nicht auf der Stelle ein Blitzschlag getroffen hat. Denn wer nun wirklich ohne Argumente durch die Wahlkampfe schlurft und statt dessen einfach wahllos Dreck auf den politischen Gegner wirft, ist schließlich seit eh und je die CDU.
Plattbirne Pofalla - Dir ist da wohl einiges entpofallen: Da gab es zum einen die immer wieder aufgewärmte ROTE-SOCKEN-Kampagne Deines Vorgängers Pastor Hintze:
1994 hatte der damalige CDU-Generalsekretär Peter Hintze die Idee, den Fortbestand der schwarz-gelben Koalition dadurch zu gewährleisten, indem er im Bundestagswahlkampf das rot-rote Gegenmodell symbolhaft plakatieren ließ. "Auf in die Zukunft", prangte auf den Wahlplakaten, "aber nicht auf roten Socken".
Eine Idee, die nun 2008 in NRW in der 27. Auflage läuft und selbst für CDU-Verhältnisse von einer ungeheuren Verlogenheit zeugt: Immerhin ist es ja die CDU gewesen, die nach 1989 gleich zwei Blockparteien der DDR, die vorher brav zu Mauer und Schießbefehl applaudierten einfach wegfusionierte und sich deren Mitglieder, Vermögen und Immobilien unter den Nagel riß.
Die SPD hat sich im Gegensatz zu CDU und FDP eben NICHT dreist aus der postkommunistischen Erbmasse bedient.
Die Dreckkampagnen der CDU sind legendär – wer erinnert sich nicht an die riesigen Anzeigen in der BILD-Zeitung von 1998?
Meine drei Favoriten auf der nach unten offenen Skala der CDU-Charakterlosigkeit:

1.)
LAFONTAINES SCHRÖDER. TRITTINS FISCHER.
MIELKES GYSI:

Was kommt denn da zusammen?
Wir wollen unser Deutschland und keine andere Republik! Ihre CDU

2.)
Trittin – früherer Kommunist, Schily – früherer Sympathisant der linken RAF-Szene, Fischer – früherer Straßenkämpfer, Gysi – früherer Mann Mielkes:
UNSER LAND IN DEREN HAND?

3.)
NEUER GRÜNER WAHN: OPFER TOT – TÄTER FREI

Das könnte sich kein Kabarettist besser ausdenken!
Ausgerechnet die Union, die in ihren Reihen einen Mann wie Otto Wiesheu hat, der 1983 hackevoll eine Frau TOTFUHR, Fahrerflucht beging und anschließend dafür dann von Stoiber zum bayerischen Verkehrsminister ernannt wurde!

Neu ist das natürlich nicht – so war es in den 50ern schon üblich die SPD generell als kommunistisch zu brandmarken:
Sie sind die fünfte Kolonne Moskaus!
(F. J. Strauß, CSU, zu H. Wehner, SPD, am 25.3.55)
Unvergessen auch die persönliche Hetze gegen Willy Brandt, der in der Nazi-Zeit anständig geblieben war – im Gegensatz zu den CDU-Gestalten.
„Dieser Frahm.....“ tönte Adenauer über Brandt – eine Anspielung auf seine uneheliche Geburt und seine angebliche vaterlandsfeindliche Einstellung während des WK-II.
Das ließe sich unendlich fortführen und daher möchte ich die SPD auffordern auch mal die Samthandschuhe auszuziehen und sich nicht von Megaheuchlern wie Rüttgers ins Boxhorn jagen zu lassen – dem Mann der auch mit xenophobischer Hetze („Kinder statt Inder“) reüssierte und nun besonders laut krokodilstränt:
"Wer jetzt eine Anti-Merkel-Kampagne starten will, zeigt, wie es um ihn bestellt ist".

Natürlich soll und wird die SPD nie so weit im Niveau gehen, wie die Schmuddel-CDU und auch noch das Privatleben der Merkel thematisieren.
Das gehört sich nicht und BASTA! Aber ihr breites politisches Versagen und ihre Arbeitsverweigerung bezüglich der Richtlinienkompetenz eines Kanzlers soll NATÜRLICH auf den Tisch!

Montag, 10. September 2007

Der Depp des Tages...

Da hatte Laurenz Meyer noch groß getönt, daß sich Merkel nach Herrn Polenz keinen weiteren Missgriff als Generalsekretär leisten könne, aber die Prophezeiung hat sich nicht erfüllt. Zunächst einmal debakulierte er selbst mit Fahndungsbildern und dicken heimlich kassierten Schecks der Energiewirtschaft. Nachfolger war Waffenbruder Kauder, der aber auch schnell wieder verschwand. Als derzeitiger Missgriff amtiert nun Pofalla, der nicht nur durch seine Stimme Ohrenbluten verursacht, sondern auch inhaltlich dadurch besticht stets plump daneben zu hauen. Auch eben nur x'te Wahl - dafür muß er auch das alte gesicht von seinem Vorvorvorgänger Peter Hintze auftragen.
Neuster Streich das F.A.S.-Interview vom Wochenende
Falls jemand jetzt erstaunt aufhorcht und erwartet, daß der CDU-Programmatik-Kommunikator etwas Inhaltliches zu den ausstehenden Reformen zu vermelden hätte: Zu früh gefreut!
Die Erde dreht sich weiter – der Tag an dem Konzeptionelles aus Pofallas Munde tönt, ist nicht gekommen. Wie üblich ist sein Geblubber komplett immemorabel. Aber immerhin hat es doch einen heiteren Vorschlag für die koprophagen ganz Rechten in der Partei gegeben:

F.A.S.: Christliche Symbole sollen „im öffentlichen Raum sichtbar bleiben“. Kruzifixe in allen Schulen?
R.P.: Ja. Als Partei, die das Christliche im Namen trägt, wollen wir, dass das Bekenntnis zum Christentum im öffentlichen Raum erhalten bleibt. Dazu gehören Schulen, auch Gerichte oder Behörden.

Wenn man schon den Inhalt vermisst und nur inktuose Phrasen drischt, dann wenigstens mit altbackenen Symbolen etikettieren! Erstaunlich, daß in einer immer säkularer werdenden Gesellschaft solche schamlose intellektuelle Luftbuchungen immer noch zu guten Umfrageergebnissen führen! Also was solls? Wir haben zwar eine Regierung, die keinen Schimmer hat wie man irgendwelche refomen durchführen soll und daher Renten -, Steuer – und Pflegereform gleich ganz und gar absagt, aber dafür wollen sie wieder überall dn Lattenhansel aufhängen! Ist auch international sicher ungeheuer wirksam. Wozu dann noch über Außenpolitik diskutieren, oder gar tätig werden? Wenn erst mal alles kruzifixiert ist, werden sich sicher auch Terror und Umweltzerstörung in Wohlgefallen auflösen! Die ganze Welt schaut gerade gebannt auf den Petraeus-Bericht und verfolgt nervös, wie es im Irak und Afghanistan weiter gehen könnte, aber Deutschland ist dazu einfach abgemeldet und verharrt im tumbteutonischen Phlegma. Hat nicht Deutschland als wesentlicher Teil von „Eduring Freedom“ in den letzten sechs Jahren schon die Situation in Afghanistan GRÜNDLICH VERMASSELT zu haben? Dabei waren wir und Nato-Leute dort zunächst ja gar nicht soooo unwillkommen wie im Irak. Die Taliban schienen ja nicht so sonderlich beliebt zu sein und somit hätte man es dort schon in der Hand gehabt die Bevölkerung auf ihre Seite zu ziehen, indem sie ihnen geholfen hätte. Statt dessen haben die Nato-Truppen aber mit rabiaten Verhalten, rücksichtslosen Gebaren und Rambo-artigen Jagten auf Aufständige ihr Standing völlig ruiniert. Und die Kanzlerin? Hat das Thema während Ihrer G8 – und EU-Präsidentschaft einfach von der Tagesordnung gestrichen. Aus den Augen - aus dem Sinn!
Ihre hohen Zuspruchswerte gründen natürlich auf einer extremen Vagheit – gerade der deutsche Einsatz am Hindukusch ist in der deutschen Bevölkerung extrem umstritten und unbeliebt – die Merkel hält sich da aber KOMPLETT raus, als ob sie das gar nichts anginge! Ihr geht es darum beim Wähler eine weiße Weste zu behalten und demoskopisch gut dazustehen. Klappt ja auch – wie immer bei präsidialen nicht konkreten Regierungsstil. (Kohl, Köhler, Beust, ...sind deswegen beliebt – die „tun einem nichts“) Ich finde das aber moralisch absolut verwerflich und weltpolitisch kriminell gefährlich!!!
Als Chefin des größten und mächtigsten EU-Landes wäre es ihre verdammte Pflicht international strategisch aktiv zu sein. Statt dessen gibt es aber nicht die geringste Konzeption von ihr was im Irak oder Afghanistan passieren soll. Ich habe auch noch nie vernommen, daß sie ihrem engen Freund George Bush- auch so ein Kreuzliebhaber:
darüber irgendwas gesagt hätte!! Dabei kann man gerade was Afghanistan betrifft allerlei FÜR den Rückzug der Soldaten und aber auch FÜR einen Verbleib und eine Aufstockung der Hilfen vorbringen. Vermutlich ist sogar letzteres unumgänglich – so unpopulär das sein mag. Es ist schon ein Treppenwitz der politischen Szene, daß sich eine Oppositionspartei wie die Grünen damit intensiv beschäftigt und das für und Wider von Tornadoeinsätzen heiß diskutiert..., man aber nichts von der verantwortlichen Regierungschefin zu dem Thema weiß!

Eine Schande!! Frau Merkel sollte sich schämen!! Ich bin fest davon überzeugt, daß sich diese komplette Untätigkeit noch bitter rächen werden – weil sich immer mehr Hass gegen den Westen insgesamt aufstaut und wenn irgendwann mal die Regierungen von den USA-hörigen Ländern wie Kuweit, Saudi-Arabien, etc gestürzt werden und dann vielleicht auch noch Atommächte wie Pakistan von Typen wie Achmadineschad regiert werden, dann wird es aber ganz unlustig für die ganze Welt – mal abgesehen davon, daß dann unsere Wirtschaft zusammen brechen könnte, wenn wir kein Öl mehr bekommen. Aber es gibt ja den Parteistrategen Pofalla mit der bahnbrechenden Idee alles mit christlichen Foltersymbolen auszustatten. Na dann....