Montag, 23. November 2009
Väter
Sicher, so ein „Outing“ wäre für den Fan schlimmer, wenn es sich um das handelte, was man üblicherweise mit Outing assoziiert, aber daß auf dem Platz lauter Frustrierte umher laufen, verblüfft den Hertafrosch und Borussenfrontler schon genug.
Was ist aber das Schockierende an einer Depression?
Immerhin ist das eine sehr sehr häufige und somit „ganz normale“ Erkrankung der Hirnchemie.
Mit einer Mortalität von 15 % und bis zu 15.000 Todesfällen im Jahr, ist sie bei Menschen unter 40 Jahren die zweithäufigste Todesursache.
Die Chancen zu überleben sind bei so mancher Krebsart höher.
80% der Suizide erfolgen im Rahmen depressiver Erkrankungen. Depressive Erkrankungen weisen eine erhöhte somatische Komorbidität und Mortalität auf.
Depressionen verursachen 7% der Krankheitslast in Europa.
80% der an Depression leidenden Menschen erhalten keine adäquate Behandlung oder nehmen keine in Anspruch.
Depressionen beeinflussen andere Erkrankungen; so verdoppelt sich das Risiko an einem Herzinfarkt zu sterben.
Das Schockierende an Depressionen ist in Wahrheit, daß sie gut behandelbar sind und möglicherweise alle Todesfälle zu verhindern wären - WENN nicht das soziale Umfeld durch Ignoranz und Häme krankheitsverschlimmernd aufträte.
Beindruckend die Brutalität, zu der Menschen fähig sind.
Eine Gemeinheit, die erstaunlicherweise bei den verwandten Störungen der Botenstoffchemie im Gehirn (Parkinson, MS,..) nicht beobachtet wird.
Kurt Rebmann, der Nachfolger Siegfried Bubacks als Generalbundesanwalt (1977-1990), der sich selbst gerne als „Hardliner“ ansah, ist so ein Beispiel für Brutalität in der Familie.
Man soll über die Toten nur Gutes sagen, aber obwohl Rebmann vor vier Jahren starb, werde ich mich nicht daran halten.
Seinen Sohn, der das vom Papa aufoktroyierte Elitegymnasium nicht schaffte, warf er kurzerhand raus.
Als sich der Teeanger aus Frust in den Alkohol flüchtete, wies Rebmann seine Personenschützer an den eigenen Sohn nicht mehr aufs Grundstück zu lassen.
So verbrachte schon der 17-Jährige Weihnachten 1979 auf der Straße, Rebmann sorgte dafür, daß er schon vor der Gartenpforte des elterlichen Anwesens abgefangen wurde.
Ein Jahr später brachte sich Hans-Peter Rebmann im Alter von gerade mal 18 Jahren um - in Sichtweite des Elternhauses auf einer Parkbank.
Tiefe Einblicke in die Gedankenwelt Rebmanns verdanke ich dem bedauerlicherweise 2003 verstorbenen Wolfgang Korruhn.
Der einfühlsame Journalist hat drei Bücher geschrieben, die ich allesamt dringend zu lesen empfehle:
-Hautnah. Indiskrete Gespräche. 1994.
-Ach du lieber Gott. Irdisches aus dem Himmel,1995
-Dann hab ich's einfach gemacht. Was mir Mörder erzählten. 1995
Zunächst hatte ich gar nicht vor alle Interview-Portraits aus „Hautnah“ zu lesen - aber das sollte sich schnell ändern.
Wer ein bißchen psychologisch interessiert ist, wird in jedem Kapitel seine Freude haben.
Korruhn besucht die Interviewten zuhause - schon seine Eindrücke der Wohnungen/Häuser sind extrem aufschlußreich.
(In der SZ von heute steht, daß Buhrow und Kleber nur noch sogenannte „Wortlautinterviews“ geben. Dabei sind Kommentare, Beobachtungen und Analysen des Fragers nicht erlaubt.)
Was der oberste deutsche Ankläger, Einserjurist (Magna Cum Laude), Grundgesetzkommentator und vielfach preisgekrönte (das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband, Senator-Lothar-Danner-Medaille, Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg) Vorzeigebürger zum Thema Erziehung denkt, macht er unmißverständlich klar:
Prügel und Züchtigungen müssen schon sein - schließlich sei er sowohl von seinem Vater, als auch seiner Mutter pausenlos geprügelt worden und habe es so stets zum Klassenprimus gebracht.
Rebmanns Frau pflichtet bei und selbst Rebmanns Schwester erzählt lobend:
„Die Reitgerte, die Vater noch aus dem Ersten Weltkrieg hatte, lag für uns Kinder immer bereit!“
Daß die Methode bei seinem Hans-Peter offenbar versagt hatte, ficht ihn nicht an - denn sein Tod kam wenig überraschend.
Hans-Peter und Tochter Regine waren Zwillinge, der Bruder kam einige Minuten später zur Welt.
Nach Ansicht Rebmanns sei der erstgeborene Zwilling stets viel kräftiger und überlebensfähiger.
Die Jüngeren seien „eben sehr sensibel“.
„Sensibilität“ ist im Rebmann-Kosmos eine üble Sache; in einem Atemzug mit Depressivität oder Lebensuntauglichkeit zu nennen.
Immerhin - das muß man ihm lassen - in dem Sinne ist Vater Rebmann, der hochdekorierte Bundesanwalt, keineswegs sensibel.
Er macht sich nicht nur keine Vorwürfe, nein er hat die Causa fein säuberlich abgehakt - gekümmert habe er sich um den kraftlosen Charakter nicht, er ersparte sich sogar den Sohn noch einmal zu sehen, als er tot wear - zur Identifizierung ging seine Frau.
Rebmann hatte den schwächlicheren Sohn abgehakt und kann sich nicht einmal daran erinnern wann und wo er die Todesnachricht bekam.
Nein, zimperlich ist dieser Rebmann nie gewesen - „früher“ (in der Nazizeit) wäre er auch gerne Jurist gewesen:
„So schlecht war ja nicht alles, was der Nationalsozialismus gemacht hat. Schlimm war halt der Rassismus.“ Gut waren hingegen: „Sicherheit und Ordnung. Die Ankurbelung der Wirtschaft, da wurden Autobahnen gebaut, der Neckarkanal weitergeführt usw….ach Gott, wissen Sie, da muß ich jetzt mal so sagen: Wenn sie annehmen würden, man hätte die ganze Judenverfolgung, die ja furchtbar ist, nicht gemacht, und wenn wir den zweiten Weltkrieg nicht geführt hätten, dann wäre das Deutschland gar nicht so schlecht gewesen!“
Ich staune welch fundamentale historische Unwissenheit der hochdekorierte Bildungsbürger und Spitzenjurist uns da offenbart!
Die Wirtschaft brummte im „dritten Reich“, weil Europa und insbesondere Millionen Juden komplett ausgeraubt wurden.
Der Weltkrieg war auch nicht etwa eine Petitesse, die Herr Hitler auch hätte weglassen können - nein, der Krieg war DAS große Ziel allen Strebens, allein daraufhin wurde die Wirtschaft aufgeblasen!
Rüstung - auf Pump finanziert - und anschließend durch Arisierungen und Raub refinanziert.
Ja, aber der Nationalsozialismus hatte eben auch gute Seiten.
Eine davon ist Rebmann bis ins hohe Alter ein großes Anliegen.
Als der Interviewer schon das Haus verlassen will, legt der Ex-Generalbundesanwalt die Causa extra noch auf den Tisch.
Seine Ansicht soll unbedingt in Korruhns Buch:
Die Sünde des Schwulseins!
Rebmann: „Ein Homo hat in meinen Augen einen Macken. Wenn eine Tasse irgendwo angeschlagen ist und da fehlt was, dann hat sie einen Macken. Ich würd schon sagen, daß die krank sind!“
Man kann diese Einstellung dem Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern und Schulterband nicht verdenken, denn er erlitt ein grauenvolles Trauma:
Einst war er nämlich Verwaltungsdirektor des ZDF und hatte in dieser Funktion einst Alfred Biolek in das Justiziariat gebracht. Eine Personalie, die Rebmann noch Dekaden später zur Weißglut bringt:
„Außerdem ist es eine Sauerei,. Die Homosexualität. Ich war tief betroffen, als auf einem Kanzlerfest mein alter Freund Biolek zu mir sagte: „Darf ich Ihnen meinen Freund vorstellen?“. Das war für mich und meine Frau EIN SCHOCK, daß das sein Homofreund ist. Das hat mich geschockt!“
Homosexualität sei schließlich eine Sünde.
Dass diese Homoperversen überhaupt Juristen werden dürfen (auch Alfred Biolek ist Jurist!), entsetzt den hochgeachteten Grundgesetzexperten.
In seinem eigenen Zuständigkeitsbereich erlitt er das nächste Trauma - im Zuge der Kießling-Affäre, hatte sich ein Bundesrichter „geoffenbart, daß er ein Homo ist“.
Rebmann fackelte nicht lang:
„Ich habe dann sofort seine Ermächtigung, Verschlußsachen zu bearbeiten, zurückgezogen!“
Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es Hans-Peter Rebmann mit dem Vater ergangen wäre, wenn er auch noch schwul gewesen wäre.
Montag, 16. November 2009
Idioten
Bundestagsdebatten über die Gesundheitsreform sind keine Straßenfeger.
Auf den Schulhöfen werden nicht die Vor- und Nachteile von Kopfpauschale und Bürgerversicherung diskutiert.
10 Millionen Deutsche verschlingen jeden Tag die BILD-Zeitung - dabei könnten sie genauso gut zu SZ, FR und co greifen und hätten damit die unendlich viel bessere Zeitung in der Hand.
Der Grund für dieses scheinbar paradoxe Verhalten ist die allgemeine totale Verdummung.
Ob dafür angeborene Hirnschrumpfung, chronische Unterforderung oder tiefsitzende Denkfaulheit ursächlich sind, kann ich nicht beantworten.
Im Endeffekt erklärt es aber die täglich millionenfach stattfindenden Fußballgespräche und die nicht stattfindende Auseinandersetzung mit zum Beispiel Parteiprogrammen.
Fußball ist hinreichend primitiv, daß sich JEDER darüber unterhalten kann.
An dem altbackenen Spruch von den 80 Millionen Bundestrainern ist etwas dran.
Hier hält sich jeder für kompetent, die Regeln sind simpel und das Vermögen bis drei zählen zu können reicht meistens aus.
Tennis beispielsweise erfordert schon ganz andere mathematische Grundkenntnisse - da hagelt es nur so Punkte, dauernd ist von „15“, „30“, oder gar „40“ die Rede.
Man muß sich auch keine komplizierten Namen merken - alle, die zu einer Mannschaft gehören sind üblicherweise farblich einheitlich gekennzeichnet.
Individualität ist irrelevant.
Besonders angenehm ist das deutliche Punkte-Erzielen; was ein „Tor“ ist, begreift schon ein Zweijähriger. Wie ich immer bei WM’s feststelle, kann man dem Spielstand auch problemlos folgen, ohne das Spiel zu sehen - die Gröl-Kulisse in der Nachbarschaft ist ausreichend.
Sollten einmal besonders viele Tore fallen (>3) und dadurch das Mitzählen schwerfallen, kann man anhand des anschließenden Autocorsos feststellen, ob Deutschland gewonnen hat.
Es erscheint mir folgerichtig, daß ein solcher Sport auch entsprechend schrumpfgehirnige Spieler anlockt, die dann mit Weisheiten à la Lothar Matthäus auffallen.
Sich ewig einen schweren Ball auf die Birne zu kloppen, ist nicht Intelligenz-fördernd.
Ach ja - den Vatikan wird es betrüben:
Die Hoden schrumpfen auch noch, wie der SPIEGEL schon 1998 berichtete:
Wissenschaftler haben herausgefunden:
Zuviel Arbeit mit dem Ball kann zu Störungen in Hirn und Hoden führen.
Wissenschaftler fanden heraus, daß Kicken Vergeßlichkeit heraufbeschwört. Schlimmer gar: Sie mindert auch die männliche Potenz. Es betrifft nicht allein Alt-Herren-Kicker, denen diese Phänome im Herbst des Lebens ohnehin geläufig sind. Selbst jugendlichen Körpern setzt der Kampf ums Leder zu - an Kopf und Hoden.
Völlig irreführend, so dräut es nun, ist das Bild des zeugungsfreudigen Musterprofis, der stets einer vielköpfigen Familie vorzustehen scheint. Ausgerechnet aus Italien, dem Land der Machos und der hemmungslosen Leidenschaft, kommt die böse Kunde: Forscher der Universität zu Pavia haben die Geschlechtsorgane von 198 Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren eingehend begutachtet.
Ein Drittel der Kinder, die wöchentlich zehn Stunden und mehr kickten, hatte Krampfadern und Krampfaderbrüche in den Blutgefäßen der Testikel. In einer Vergleichsgruppe von unsportlichen Knaben trat indes kein einziger dieser Krankheitsfälle auf; auch waren die Nachwuchsathleten im Gegensatz zu den Sportmuffeln nur mit mäßiger Hodengröße bestückt.
Wenn Fußballer sich verbal verbreiten, wird mitunter überdeutlich, daß sie ein paar Schläge zu viel auf den Hinterkopf hatten.
„Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien“ (Andy Möller)
„Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert“ (Olaf Thon)
„Ich fliege in den Süden – vielleicht nach Kanada“ (Mehmet Scholl)
„Ich bin körperlich und physisch topfit“ (Thomas Häßler)
“Keiner liebt mich – da können sie meine Frau fragen!“ (Hans Meyer)
Fußball ist also das El Dorado für Proleten und Hooligans.
Feingeister sind hier völlig fehl am Platze.
Sensibilität ist in der Kickerwelt das ultimative Manko.
Die völlige geistige Umnachtung der Fußballerwelt zeigte die gestrige Enke-Trauerfeier.
Wie könnte noch mehr Heuchelei möglich sein?
„Die“ Fans und „die“ Aktiven und „die“ Funktionäre sind es schließlich, die die Welt des Fußballs prägen; ein Umfeld, das Robert Enke in den Tod treiben mußte.
Er hatte keine Chance bei dem elenden Fußballer-Pack auf Mitleid und Verständnis zu hoffen.
Dies erklärt auch in bemerkenswerter Offenheit der Hannoveraner Sportsoziologe Gunter Pilz im Deutschlandradio; die „Beißhemmung“ gegenüber Schwächeren sei im Fußball nicht vorhanden.
Wenn ich mir vorstelle, ein Enke hätte sich geoutet, dass er solche Probleme hat, dann wäre das vielleicht nicht nur von seinen Gegnern gnadenlos ausgenutzt worden, sondern noch viel brutaler und gnadenloser von den Fans, die jetzt weinend durch die Straßen ziehen.
Über Krankheit und Schwäche offen zu reden, sei im Leistungssport ebenso undenkbar wie sich als Homosexueller zu bekennen. Die Fans hätten auf Schwächebekenntnis von Enke brutal und gnadenlos reagiert.
Das ist ein Problem unserer heutigen Gesellschaft: Dass wir nicht nur diese Beißmentalität haben und auf Schwächen rumtrampeln, sondern, wenn dann jemand betroffen ist und wirklich darunter leidet, wir uns nicht mehr ein Stück der Sensibilität bewahrt haben, das wahr zu nehmen und dann vielleicht noch zu korrigieren."
Enke ist keinesfalls der erste Fußballer, der von dieser Primitivität und Brutalität der Anhänger in den Suizid getrieben wurde:
Adam Ledwon (Juni 2008): Bayer Leverkusens früherer Mittelfeldspieler (34) begeht während der Fußball-EM 2008 Selbstmord.
Edgar Geenen (Sep. 2007): Der frühere 1860-Manager (53) erhängt sich in seiner Wohnung.
Sergi Lopez (November 2006): Der ehemalige Fußball-Star (39) des FC Barcelona wirft sich vor einen Zug.
Guido Erhard (Februar 2002): Der frühere Bundesliga-Profi (32, 1860 München) wirft sich in Offenbach vor einen ICE.
Justin Fashanu (Mai 1998): In einer Garage erhängt sich der englische Fußballer (37), der sich 1990 als erster Profi als homosexuell outete.
Ramiro Castillo (Okt. 1997): Boliviens Fußballstar erhängt sich in seiner Wohnung. Nach dem Tod seines neunjährigen Sohnes litt er unter Depressionen.
Hubert Schöll (November 1992): Der frühere HSV-Profi (46) erschießt sich auf einem Kinderspielplatz in Fürth.
Daß sich nach diesem xten Fußballerselbstmord Myriaden von Fans weinend zur Trauerfeier zusammenrotten, ist an Verlogenheit und Peinlichkeit nicht zu überbieten.
Donnerstag, 3. Juli 2008
Impudenz des Monats Juni 2008
Aber heute ist schon der 3. Juli - da habe ich mich abgeregt und doch einen Preisträger erkoren - sogar ein Paar - jeder ist allein für sich so doof, daß er noch nicht mal der Auszeichnung „Impudenz des Monats“ allein genügt.
Tah-da!
Es ist das näselnde Atompärchen aus der CDU-Bundestagsfraktion - Pofalla und Klaeden.
Ein Extra-Sternchen gibt es für das Timing.
Sich just zu der Zeit euphorisch und prä-ejakulativ nuklear zu outen, wenn bekannt wird, daß der Schacht Asse II durchsabscht und die radioaktiv verstrahlte Brühe austritt, ist schon toll.
Während die Bio-Bauern der Umgebung wohl auf das Etikett „Atom-Bauer“ umsatteln können und nette Caesium-137-Aufkleber auf ihre Produkte bappen müssen, rosten sich in der Eifel auch die amerikanischen Atomwaffen durch die löcherigen Sicherheitsvorkehrungen.
Offenbar hat Pofalla denn auch schon ein paar Myriaden Becquerel in der Nasenschleimhaut eingelagert, als er den Satz „Kernkraft ist für die CDU Öko-Energie" ausschnupfte.
Präsidium und Bundesvorstand votierten in Berlin einstimmig für das Papier mit dem Titel "Bewahrung der Schöpfung: Klima-, Umwelt- und Verbraucherschutz".
Immerhin hat dieses sogenannte CDU-Umweltkonzept der Vattenfall-Epigone von Beust ausgearbeitet.
Deren Rumpel-Kernkraftwerke rund um seine Stadt - Krümmel und Brockdorf - liegen übrigens immer noch brach. Die Schweden haben nach den Forsmark-Desastern durchaus eindrucksvoll bewiesen, daß man Vattenfall schon mal nicht vertrauen kann.
Atom-Ole hat neben seiner Gedächtnislücken bezüglich seiner früheren engsten Mitarbeiter Schill und Kusch in der Eigenschaft als Vattenfall-Speichellecker auch glatt vergessen die extrem energieaufwändige Uran-Gewinnung in die CO2-Bilanz einzurechnen - mal ganz abgesehen von den klassischen Atomenergiegefahren und der nun wieder in Asse deutlich gewordenen nicht zu lösenden Endlagerungsfrage.
Bei der Gelegenheit möchte ich doch wieder vorschlagen, daß die Atom-Freunde doch jeder ein Fass strahlendes Plutonium in ihren eigenen Garten stellen sollte. Beust dürfte das Fass auch in seine Sylter Hauptwohnung mitnehmen. Das nennt man mit guten Beispiel voran gehen - so wie einst Umweltminister Töpfer in den Rhein sprang oder in England die Minister in die BSE-Buletten bissen.
Herr Pofalla wurde ohnehin schon während seines Studiums vom dubiosen Müll-Unternehmer Bernhard Josef Schönmackers gefördert - Vielleicht kann der ja auch mal das ein oder andere Fass Atommüll Prestige-trächtig in Pofallas Wohnzimmer einlagern.
Die US-Atombomben in der Eifel haben die 13-fache Zerstörungskraft jener Bombe, die am 6. August 1945 die japanische Hafenstadt Hiroshima dem Erdboden gleichmachte und 90 Prozent ihrer Bevölkerung wegblies. Möglicherweise 200 000 Menschen wurden sofort getötet – viele weitere starben an den Spätfolgen. Auf dem Bundeswehr-Fliegerhorst in Büchel in der Eifel lagern von diesen Dingern womöglich gleich 50 Stück - genaues weiß man nicht - was geht es auch die Bundesrepublik Deutschland an was auf ihrem Territorium so rumlagert.
Zumal die devoten CDU-Außenpolitiker eh zu Washington bei jeder Gelegenheit „Ja und Amen“ sagen.
Der Stützpunkt beheimatet außerdem das Jagdbombergeschwader 33 der deutschen Luftwaffe - vielleicht macht es Herrn Klaeden auch einfach an sich vorzustellen, daß auch die deutsche Bomberpiloten ganz nah an der 500-fachen Hiroshima-Zerstörungskraft kleben.
Der außenpolitische Eckart von Klaeden der Fraktion, verkündete:
"Wir können aber nicht auf sie verzichten, solange es Nuklearwaffen auf der Welt gibt. Sie schützen auch uns." Die nukleare Teilhabe müsse Bestandteil der deutschen Sicherheitspolitik bleiben. "Wir müssen uns auch davor wappnen, dass uns zum Beispiel ein Land wie der Iran in Zukunft zu Geiseln nimmt."
Ja genau – Iran nimmt das Nato-Land Deutschland als Geisel und weil all die Atomwaffen in Frankreich, England und die 6000 strategischen Atombomben in Amerika allein keinen Iranischen Mullah abschrecken, hilft aber ein rostiges B-61-Lager in der Eifel mit einem Reden schwingenden Klaeden, um die bösen bösen Schiiten in Schach zu halten.
Die rheinland-pfälzische Landesregierung unter dem Vorsitz von Kurt Beck fordert den Abzug der amerikanischen Atomwaffen - aber wer ist das schon?
Niemand mag Beck. den wollen nur 10 % der Deutschen als Kanzler - dagegen lieben 70 % des teutonischen Urnenpöbels die streng auf George W. Bush-Linie agierende Atom-Angie.
So bekommt jedes Volk die Regierung, die es verdient.
Es verdient auch den Reserveoffizier von Klaeden, der am 10./11. Mai 2001 in eine von der Redaktion des Satiremagazins Titanic im Zusammenhang mit der CDU-Spendenaffäre erdachte Falle tappte. Er fuhr über Nacht mit dem Auto von Berlin in die Schweiz nach Luzern, um die Verhältnisse um ein angebliches Schwarzgeldkonto in Höhe von mehreren Millionen Schweizer Franken zu klären, wo er von den Urhebern des Schwindels in Empfang genommen wurde.
Der Nuklear-Blödkopp und Spendengierling sitzt seit 1994 im Bundestag und steigt auf - dank der deutschen CDU-Wähler.
Montag, 30. Juni 2008
Deutsche Sprache, schwere Sprache.
Zu furchtbar war die Sprachunfähigkeit des dicksten und korruptesten Kanzlers aller Zeiten, als daß man diese linguistischen Vergewaltigungen ungeschützt hätte ertragen können.
Ob sich „die heutige Jugend“ eigentlich noch das Grauen vorstellen kann?
Die welken Stilblüten, die der Oggersheimer permanent und coram publico fabrizierte?
„Das blanke ich muß wieder aufgehen im wir des Volkes“ (21.10.82)
„Die Wirklichkeit ist anders als die Realität“
„Ich bin sterblich für Nougat“ (1985)
Kohl am 15.1.1984 im Schweizer Fernsehen auf die Frage, ob er ein PRAGMATIKER sei: „Sowohl als auch!“
„Es braucht demokratische Parteien in Deutschland – aber es braucht auch die CDU“ (27.1.2000 in Bremen)
„Ich bin jetzt 5 Jahre im Amt und in diesen fünf Jahren war ich notwendigerweise - vor allem aber in den ersten beiden Jahren – strak beeinflusst und auch eingefangen in die Gegebenheiten der Politik“ (30.11.87)
„Vom Zustand der Union kann keine Rede sein“ (5.10.87)
„In einer deutschen Familie hat man für das Gröbste die Oma – und ich bin die Oma der Bundesrepublik!“ (23.1.89)
„Ich habe damals ja nicht gewußt, daß ich einmal Bundeskanzler werde. Jetzt bin ich es! Und in elf Jahren ist das Jahrhundert, das soviel Elend gebracht hat, zu Ende!“ (16.1.89)
Wenn ein promovierter Mensch schon so mit seiner Muttersprache umgeht, muß man sich natürlich nicht über englische Sätze , wie „you can say you to me“ (zu M. Thatcher) wundern. Das ging dann schon in Richtung Lübke („Equal goes it lose“, „Sehr verehrte Damen und Herren – liebe Neger!“)
Ja, das war eine wirklich harte Schule, nachdem man von den beiden vorherigen SPD-Kanzlern gewohnt war, daß sie im Ausland stets eine ausgezeichnete Figur machten und mit perfektem Englisch brillierten.
Was damals die CDU-Stümper erledigten, die aus für mich bis heute völlig unerfindlichen Gründen in höchste Staatsämter gelangten, machen wir inzwischen selbst.
Dafür hat das post-Vereinigungsdeutschland das „Denglisch“ erfunden.
Denglisch ist im Gegensatz zum klassischen Anglizismus, der eine sinnhafte Bereicherung sein kann, in der Regel purer Nonsens, der verwendet wird, um wichtig zu klingen.
Viele Vereine und Sprachwissenschaftler kämpfen dagegen an – so führt der „Verein Deutsche Sprache“ eine Anglizismenliste mit der Absicht diese möglichst abzuschaffen.
Sie werden bewertet als „Eigennamen“, „Ergänzend“, „Differenzierend“ und „Verdrängend“. Meiner Ansicht nach ist das ein guter Ansatz – man sollte ruhig ab und an mal ein Wort, das man ohne nachzudenken verwendet dort nachklicken.
Zu beachten sind dabei auch Redewendungen, die eingedeutscht falsch sind.
Zum Beispiel die Redewendung das macht Sinn. Ihren Ursprung hat sie im englischen to make sense. Es ist dies eine wörtliche, aber falsche Übersetzung. Korrekt wäre: das ist sinnvoll/ergibt Sinn. Denn „machen“ hat im Deutschen mit erschaffen, herstellen, bereiten zu tun – Sinn kann man aber nicht erschaffen oder herstellen, höchstens suchen, finden oder erkennen.
Rätselerregend bleibt nur woher dieser ganze Schwachsinn kommt.
Nach einer Theorie handelt es sich bei dem Verursacher um automatische Übersetzungsprogramme, die immer wieder die knackigsten Ungetüme fabrizieren: »Ziegelstein-Seiltänzer-Leser« -> »Adobe Acrobat Reader«,
»auskommentieren« -> »lifelyhood animals« (Auskommen-tieren),
»Entführung« -> »duck leadership«,
»Kaukasusrepublik« -> »chewing case republic«,
»Barbezahlung« -> »night club payment«,
»Glücksautomaten« -> »Lucky Pig Tomatoes« (Glück-Sau-Tomaten),
»Splendour copies from free game course are in my style bloom collection.« (Prachtexemplare aus freier Wildbahn finden sich in meiner Stilblüten-Sammlung.)
Aber das grausamste Grauen kommt aus einer anderen Schublade aus der untersten Etage der deutschen Doofheit - die Pseudoanglizismen – als Denglisch, das der gemeine tumbe Teutone für eingedeutschtes Englisch hält, ohne daß das Englsiche Ursprungswort überhaupt existiert.
„Handy“ ist dabei das bekannteste Beispiel - eine deutsche Wortschöpfung, von der offenbar angenommen wird, daß es sich um Englisch handeln KÖNNTE, obwohl es in BRITISCHEM Englisch mobile phone (kurz mobiles) heißt und im amerikanischen Englisch von cellular phones (kurz cell phones oder schlicht cell) gesprochen wird.
Die nächste Klasse der Pseudoanglizismen sind Worte, die in Englisch überhaupt nicht existieren - zum Beispiel:
Dressman (Richtig: (male) model)
Hometrainer (Richtig: fitness machine)
Showmaster (Richtig: host, oder MC (= Master of Ceremonies))
topfit (Richtig: physically fit, oder in very good shape)
Besonders toll sind aber erst Ausdrücke, die im Original eine ganz andere Bedeutung haben und dadurch unfreiwillig komisch werden in Deutsch.
So bedeutet Shootingstar natürlich Sternschnuppe und nicht etwa newcomer, was aber gemeint ist.
Und Oldtimer ist in Englisch ein old-timer im Sinne von "alter Hase", Veteran.
Was wir früher als Vertiko (kleine/halbhohe Schränke) bezeichneten, taucht nun im Möbelladen als „Highboard“ auf - was aber Sprungturm bedeutet. (Richtig wäre: cupboard, cabinet)
Das BESTE ZUM SCHLUSS - darüber habe ich mich die letzten drei Wochen täglich totgelacht:
public viewing heißt in Amerika: Öffentliche Aufbahrung verstorbener Prominenter.Viewing ist nämlich die öffentliche Totenfeier. (Hier Ludwig II als Beispiel)

Naja, irgendwie passt es ja doch zur Fußball-EM - die Leute standen zu Millionen beim öffentlichen zu Grabe-Tragen der deutschen Sprache und des deutschen Intellekts umher.
Gute Nacht Deutschland.
Ich erinnere mich nicht das Wort „Public Viewing“ in diesem falschen Sinne vor der Fußball-WM 2006 gehört zu haben.
Hat sich das jemand extra zur WM in Deutschland ausgedacht?
Und wenn ja, WER?
Weiß das zufällig jemand?
Dienstag, 17. Juni 2008
Wie der liebe Gott wohl die Demenz verteilt?
Etwas hübscher definiert es das Alzheimerforum:
Demenz ist der Oberbegriff für Erkrankungsbilder, die mit einen Verlust der geistigen Funktionen wie Denken, Erinnern, Orientierung und Verknüpfen von Denkinhalten einhergehen und die dazu führen, dass alltägliche Aktivitäten nicht mehr eigenständig durchgeführt werden können.
Soziale und kognitive Fertigkeiten des Hirns nehmen also ab und wenn man ganz gaga schließlich über den Jordan gegangen ist und der freundliche TV-Pathologe einem die Birne aufbohrt, findet er üblicherweise Ablagerungen und Verkalkungen.
Alzheimer ist dabei nur die bekannteste und häufigste Demenz – aber es gibt auch noch viele andere Geistlosigkeiten: Vaskuläre Demenz, Creationismus, CDU-Mitgliedschaft, neurodegenerative Demenz, Fußballfantum, Evanglikalismus, sekundäre Demenz, etc.
In Deutschland sind schon Millionen betroffen und es wird immer mehr Umnachtete geben, da wir auch immer älter werden. An einer Demenz leiden in Deutschland etwa 1,2 Millionen Menschen – mit steigender Tendenz.
Die Diagnose ist sehr umständlich – es gibt keinen eindeutigen Bluttest oder ähnliches – aber man sollte frühzeitig zu einem Neurologen gehen, damit eine Therapie rechtzeitig begonnen werden kann. Der Einsatz von Cholinesterasehemmern (ChE-Hemmer) ist beispielsweise bei vaskulären Demenzen vielversprechend.
Im Alter zwischen 65 und 69 Jahren jeder Zwanzigste an einer Demenz, aber zwischen 80 und 90 ist schon fast jeder Dritte betroffen. Weil in unserer Gesellschaft der Anteil älterer Mitbürger zunehmen wird, erwartet man auch eine Zunahme an Demenzkranken. So rechnen Experten für das Jahr 2030 mit 2,5 Millionen Betroffenen.
Die Quote der Enthirnten wird offenbar immer größer, je älter die betrachtete Gruppe ist, aber das ist nicht der alleinige Grund.
Viele unter 30-Jährige begeben sich in eine Art freiwillige Demenz. So veröffentlichte das NDR-Magazin ZAPP gerade erschreckende Zahlen über das Informationsbedürfnis der Quietscher:
Die Tagesschau um 20.00 Uhr, wurde im ersten Halbjahr 2008 nur noch von durchschnittlich 290.000 jungen Leuten im Alter zwischen 14 und 29 Jahren gesehen. Die Heute-Nachrichten vom ZDF haben im Schnitt 70.000 Zuschauer aus dieser Zielgruppe zu der über 15 Millionen Menschen gehören.
Wie sie die Straßen langgehen
So selbstverständlich und schön
Cool in der Gegend rumstehen
Wenn man sie sieht, kann man schon neidisch werden
Die Jungen so athletisch und männlich
Und auch die Mädchen sehen phantastisch aus
Manche meinen, sie wären vielleicht etwas dämlich
Doch wer so denkt, kennt sich mit Jungsein nicht aus
Diese rund zwei Prozent Nachrichtenblitzbirnen, die sich überhaupt noch in den seriösen Nachrichten informieren, verstehen leider zum großen Teil nicht worum es geht.
Laut einer Studie des Hamburger Gewis-Instituts verstehen nur 12 Prozent der Zuschauer jedes Wort und jede Meldung in der Tagesschau. Selbst die, die angeben den Inhalt der Meldungen verstanden zu haben, können sie oft aber nicht wiedergeben.
Zahlen sind dabei ein besonderes Rätsel. Hat der Bund Schulden in Millionen- , Milliarden- oder Billionen-Höhe? Man weiß es nicht.
Dazu passt auch der rasante Auflagenverlust der deutschen Qualitätsdruckerzeugnisse.
Alle seriösen überregionalen Zeitungen und Wochenmagazine zusammen erreichen eine Leserschaft von ungefähr 5 % der Deutschen.
"Süddeutsche Zeitung" 443.000
"Frankfurter Allgemeinen" 360.000
Frankfurter Rundschau 160.000
Financial Times Deutschland 100.000
Spiegel/Stern ~ 1 Mio.
"Focus" 730.000
Welt 240.000
Tagesspiegel 150 000
Financial Times Deutschland 100.000
Wobei ich allein schon vier der oben genannten täglich lese und auch kaum der einzige sein dürfte, der mehrere der Blätter abonniert hat. Damit sinkt die absolute Leserschaft natürlich noch weiter ab.
Aber allein die BILD-Zeitung verkauft täglich mehr als 3,5 Millionen Exemplare und brüstet sich mit einer Leserschaft um die 12 Millionen.
Hurra – bald ist ganz Deutschland dement.
Ich frage mich was wohl erst los ist, wenn die Jugend von heute erst in das Alter kommt, in dem auch noch die Alzheimer-Keule zuschlägt.
Und überall hört man die Eltern klagen:
"Mein Gott, was haben wir falsch gemacht?"
"Also wenn Du mich fragst, ich kann's Dir nicht sagen
Aber wenn das mal nichts mit dem System zu tun hat"
Denn das kommt bestimmt – ein Unglück bleibt nie allein.
Allerdings gibt es Ausnahmen.
Hendrikje van Andel-Schipper hatte ihr Hirn als 82-Jährige dem bedeutenden Neuroanatom Gert Holstege vom Medizinischen Zentrum der Universität Groningen vermacht.
Bevor Holstege sein Seziermesser zücken konnte, mußte er sich allerdings gedulden.
Im Jahr 2001 rief Frau van Andel-Schipper ihn noch einmal an und fragte nach, ob er denn immer noch an ihrem Hirn interessiert sei – immerhin war sie gerade 111 geworden und nicht mehr die Jüngste. (Sie starb mit 115 Jahren)
Der Professor war aber interessiert und veröffentlichte nun im Fachblatt Neurobiology of Aging seine Untersuchung, die er schon zu Lebzeiten von Hendrikje van Andel-Schipper begonnen hatte.
Neurologische und psychologische Tests hatten schon erstaunliche Ergebnisse geliefert: Sie war fitter als es Menschen zwischen 60 und 75 gewöhnlich sind. "Schon damals war ich extrem beeindruckt, sie war geistig hellwach", erinnert sich Holstege. "Deshalb habe ich auch erwartet, in ihrem Gehirn nicht viele Probleme zu finden.
Das Ergebnis post mortem war noch eigenartiger: Sie hatte nicht die geringsten feststellbaren Ablagerungen im Hirn. "Es gab auch keine Spur von Arterienverkalkung - weder am Herzen noch im Gehirn", so Holstege. Dass sie starb, lag an einem unentdeckten Magenkrebs.
We have had the opportunity to evaluate the performance of a 112–113-year-old woman and perform full pathological examination of her body immediately after death at the age of 115. The psychological tests revealed that her general performance was above average of healthy adults of 60–75 years. The pathological observations revealed almost no atherosclerotic changes throughout the body. In the brain almost no beta-amyloid plaques or vascular changes were found and only slight accumulation of hyperphosphorylated tau protein with a Braak-stage 2
KEIN PLAQUE! Wenn das BigBrother-Jürgen hören könnte!
Keine Demenz nirgendwo.
Vermutlich würde sie auch problemlos sogar die Tagesschau begreifen.
Mit ihren Träumen in der Innenstadt
Beim Essen und Rauchen, zu nichts zu gebrauchen
Mit neuen Klamotten und mehr Taschengeld
Sonntag, 1. Juni 2008
Impudenz des Monats Mai.
Diesmal setzt sich allerdings ein omnipräsenter Gegenstand an die Spitze vor Huber und Pofalla:
Das Deutschlandfähnchen auf allen Autodächern erkläre ich hiermit zur Impudenz vom Mai.
Das Volk der Pisa-Loser und Politikverdrossenen hat darin mal wieder einen Aufreger gefunden, der genügend Elan in den ermatteten Geistern freisetzt, um sich so ein scheußliches schwarz-rot-goldenes Wimpelchen ans Auto zu pinnen – Hauptsache Stolz und Uniformität.
Schade, daß ich kein Brite bin, sonst könnte ich wie jener Urlauber auf Kos nun € 956 Entschädigung bekommen, weil zu viele Deutsche um mich herum sind, die sich penetrant deutsch benehmen.
Wo es nicht mehr dazu reicht sich alle vier Jahre mal aufzuraffen, um bei Wahlen sein Kreuzchen zu machen, weil es den zu 15 Millionen täglich die BILD lesenden Deutschen intellektuell überfordert sich zwischen ein paar Parteien zu en
oft mit Helmer auf der Bude– aber immer mit dem Hintern zur Wand“
„Ich hatte sowieso nie Streit mit meiner Frau. Bis auf das eine mal,
als sie mit auf das Hochzeitsphoto wollte“
M.Scholl: „Was mich in den letzten Tagen am meisten beschäftigt hat,
ist meine Frisur – und die ist scheiße!“
Stefan Effenberg: „Die Situation ist aussichtslos aber nicht kritisch“
Matthias Sammer: „Wir brauchen Spieler, die auf dem Platz die Rute rausholen“Olli Kahn: „Die Holländer sind vorne vom feinsten bestückt“
Thorsten Fink (über Bayerns Aufholjagd):
„Wir wollen uns nacheinander einen nach dem anderen da oben runterholen“
KH Rummenigge: „Uli Hoeneß und Lothar Matthäus haben wieder normalen Verkehr miteinander“
Wo eben noch die Dalai Lama-Fraktion beklatscht wurde und von China-Boykott lamentiert wurde, sind nun die billig in China hergestellten Fläggchen die Verschlimmschönerung der Wahl.
Wo es Themen zu Hauf gäbe, die Engagement erfordern würden, ist Fußballnationalismus das einzige den Dumpfdeutschen erregende Subjekt.
dass die Menschen vom Affen abstammen.“ (Karl Valentin über ein Fußballspiel)
Wie ich außerdem feststellte ist jedem Fähchenschwenker, den ich befragte vollkommen unbekannt, woher das schwarz-rot-gelb überhaupt stammt, welche Bedeutung die Farben haben.
Auch das nicht gerade überraschend – auf deutschem Boden sind ja schon öfter mal die Massen einer Fahne hinterher gelaufen, von dessen Bedeutung zu keine Ahnung hatten.
Die „Deutschlandfarben“ tauchten vermutlich vor gut 200 Jahren bei den napoleonischen Befreiungskriegen auf, als sich jede Menge bunt Uniformierter unter dem Lützowschen Freikorps sammelten. Um ein einheitliches Bild abzugeben, wurden die lumpigen Zivilkleider meist schwarz gefärbt, mit goldenen Knöpfen und roten Aufschlägen versehen wurden.
Die Farbzusammenstellung ergibt sich aus einem (historisch verbürgten) Ausspruch in den Befreiungskriegen:
Aus der Schwärze (schwarz) der Knechtschaft durch blutige (rot) Schlachten ans goldene (gold) Licht der Freiheit.
Es nervt einfach nur – aber da das Fahnenschwenken eine der letzten US-Abarten war, die die Deutschen noch nicht plagiiert hatten, war ja damit zu rechnen, daß das hier auch noch ansteht.
„Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien“ (Andy Möller)
„Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert“ (Olaf Thon)
„Ich fliege in den Süden – vielleicht nach Kanada“ (Mehmet Scholl)
“Keiner liebt mich – da können sie meine Frau fragen!“ (Hans Meyer)
Montag, 1. Oktober 2007
Wie merkwürdig und wie unerwartet.
Da geht ein Franzose aus der Normandie nach England, interessiert sich brennend für Fußball und wird in diesem Metier Korrespondent bei der BBC.
Hätte man gedacht, daß sich Engländer „ihren Sport“ von einem Franzosen erklären lassen?
Und das 30 Jahre lang??
Aber noch wesentlich seltsamer ist, daß besagter Philippe Auclair unter dem Namen Louis Philippe so bezaubernde, sanfte und wundersam-schöne Musik macht, daß man nur so dahin schmilzt, wenn man die CD eingelegt hat.
„An Unknown Spring“ heißt das jüngste Werk!
Wer nicht so sehr auf Rammstein, Bohlen oder Knorkator steht, findet in Herrn Philippe die Antipode: Großartige Kompositionen, gefühlvoll, melodisch, reif, filigran, ausgetüftelt, zart, herzerwärmend.
Auf seiner Myspace-Seite und seiner Webseite findet man mehr Informationen.
Sonntag, 29. Juli 2007
Lahmer Eintrag
Ich werde mich auch nicht ärgern.
Nein, alles wird gut – auch wenn die verdammte Fortuna mich beim Lotto wieder ausgelachte und mir einen ordentlichen Tritt in die Weichteile verpasste.
Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs. 1111 Kicker- Weisheiten, hochsterilisiert von Arnd Zeigler.
Ich bin mir zwar nicht sicher, was der Layouter für Drogen genommen hat, aber vielleicht reichte das Lesen der Aussagen unserer nationalen Ballhelden des Rasens auch schon aus, um geistig deutlich zu retardieren.
Noch ein paar Sprüchlein aus diesem Buch, bevor meine Großhirnrinde allmählich plattgewalzt wird:
Mehmet Scholl: „Mich nerven Trainingslager: Weil ich am liebsten bei meiner Frau bin. Doch inzwischen bin ich genauso oft mit Helmer auf der Bude – aber immer mit dem Hintern zur Wand“
„Ich hatte sowieso nie Streit mit meiner Frau. Bis auf das eine mal, als sie mit auf das Hochzeitsphoto wollte“
„Was mich in den letzten Tagen am meisten beschäftigt hat, ist meine Frisur – und die ist scheiße!“
Stefan Effenberg: „Die Situation ist aussichtslos aber nicht kritisch“
Matthias Sammer: „Wir brauchen Spieler, die auf dem Platz die Rute rausholen“
Olli Kahn: „Die Holländer sind vorne vom feinsten bestückt“
Thorsten Fink (über Bayerns Aufholjagd): „Wir wollen uns nacheinander einen nach dem anderen da oben runterholen“
KH Rummenigge: „Uli Hoeneß und Lothar Matthäus haben wieder normalen Verkehr miteinander“
Sonntag, 8. Juli 2007
Wie kommt’s?
Nach einem wenig erbaulichen Blick durch die Wochenendzeitungen, der mich mit schrecklichen Mutanten wie Roland Koch und seiner creationistischen Vize-Volksverblöderin konfrontierte, überlege ich was wohl die Ursache für das fortschreitende Abgleiten der Deutschen in morialogische Sphären sein könnte.
Möglicherweise ist der Volkssport Nummer 1 Schuld!
Inzwischen ist es nämlich erwiesen, daß Fußballer weiche Birnen und kümmerliche Testikel haben. Jaja, is’ so!
Kann man zusammenfassend nachlesen im Spiegel-Archiv (mal wieder), Heft 10/1998 unter dem Titel:
Mäßig bestückt
Wissenschaftler haben herausgefunden: Zuviel Arbeit mit dem Ball kann zu Störungen in Hirn und Hoden führen.
Darin heißt es unter anderem:
Forscher der italienischen Universität zu Pavia haben die Geschlechtsorgane von 198 Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren eingehend begutachtet. Ein Drittel der Kinder, die wöchentlich zehn Stunden und mehr kickten, hatte Krampfadern und Krampfaderbrüche in den Blutgefäßen der Testikel. In einer Vergleichsgruppe von unsportlichen
Diese Befunde wurden anschließend von vielen anderen Universitäten geprüft – mit ebenfalls bemerkenswerten Ergebnissen; ich zitiere weiter:
Wissenschaftler der Universität Helsinki tasteten sich mittels eines
Daß Kicken nicht die Intelligenz befördert, stand ja irgendwie schon immer im Raume - spätestens seit der Münchner Profi Lothar Matthäus seine Erkenntnisse über deutsche Fernsehmikrofone verbreitete: „Wir dürfen den Sand nicht in den Kopf stecken.“
Fast alle untersuchten Spieler, so das Resümee, hätten Verletzungen im Kopfinneren - unbemerkte, winzige Traumen, wie sie bislang nur vom Boxsport bekannt.
Wenn Fußballer sich verbal verbreiten, wird dann auch überdeutlich, daß die eindeutig ein paar Schläge zuviel auf den Hinterkopf hatten.
Als Beispiele nur
„Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien“ (Andy Möller)
„Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert“ (Olaf Thon)
„Ich fliege in den Süden – vielleicht nach Kanada“ (Mehmet Scholl)
„Ich bin körperlich und physisch topfit“ (Thomas Häßler)
“Keiner liebt mich – da können sie meine Frau fragen!“ (Hans Meyer)
Mehr demnächst.....

