TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!
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Dienstag, 15. Februar 2011

Aus einem Pfarrershaushalt.

Angela Merkel, die in einem Pfarrershaushalt aufwuchs, gibt heute die harte Nuß - keine Maghreb-Flüchtlinge nach Deutschland und damit basta. Die Deutschen selbst haben sich hingegen nie besonders darum geschert, ob sie jemand in Afrika haben wollte.
Dazu eine kleine Geschichte.

Der Pfarrer Johann Peters, der im 19. Jahrhundert in Neuhaus an der Elbe lebte und wirkte, nahm gewisse Aussagen der Bibel sehr ernst. Besonders die Anweisung „seid fruchtbar und mehret euch!“ hat es ihm angetan und so übt er im Ehebett fleißig seine göttliche Pflicht aus.
Als achtes Kind wird ihm am 27. September 1856 sein Sohn Carl geboren. Wie es sich für ein Pfarrerskind gehört, wird ihm bei seiner Erziehung das Christentum so massiv wie möglich eingetrichtert. Carl Peters besucht ab 1870 das renommierte Johanneum in Lüneburg und ab 1872 die Klosterschule in Ilfeld im Harz.
Im Alter von 23 Jahren, inzwischen beim rassistischen und antisemitischen Haudegen Historiker Heinrich von Treitschke zum Dr. phil. promoviert, zieht er zu seinem Onkel Carl Engel nach London, der sich drei Jahre später aus Gram umbringt.
Carl muß zurück nach Deutschland und fabuliert begeistert von dem Kolonialismus, den er auf der Victorianschen Insel kennengelernt hatte.
Auch in Deutschland war das Interesse an kolonialen Dingen groß. Gerne wurden „Schau-Neger“ auf Jahrmärkten gezeigt. Carl Hagenbeck ließ für seinen Zoo in Hamburg allerlei „wilde Afrikaner“ einfangen und zeigte sie den höchst interessierten Hanseaten in seiner „Völkerschau“.
Den christlichen Besuchern kam es gar nicht in den Sinn, daß es irgendwie unmoralisch sein könnte, neben Löwen und Antilopen auch Hottentotten und Zulus in Käfigen zu zeigen.
Die Körperlichkeit der vielen afrikanischen Völkerschauen in Deutschland faszinierte insbesondere die Frauen in Deutschland - hatten sie doch in der Regel noch nie nackte Männer gesehen.

Blütezeit der Völkerschauen in Europa war zwischen 1870 und 1940. Allein in Deutschland wurden in dieser Zeit über 300 außereuropäische Menschengruppen vorgeführt. Teilweise lebten in diesen „anthropologisch-zoologischen Ausstellungen“ gleichzeitig über 100 Menschen. (Wiki)

Tatsächlich konnten die in Hamburg gefangenen Afrikaner noch von Glück reden. Es war nämlich durchaus auch üblich „Neger“ aus praktischen Erwägungen auszustopfen oder des einfacheren Transports halber nur ihre Köpfe auszustellen.
Noch heute lagern in den Kellern der Berliner Charité kistenweise getrocknete Köpfe von Menschen aus allen Gegenden Afrikas.

Eine feine Sache sei das, fand auch Pfarrerssohn Carl Peters, der sich an der Gründung der "Gesellschaft für Deutsche Kolonisation" beteiligt.
Auf eigene Faust reist er nach Afrika und beginnt dort im großen Maßstab mit miesesten Methoden Land zu „erwerben“.
Das funktionierte so, daß er „afrikanischen Negerhäuptlingen“ im Kerngebiet des späteren Deutsch-Ostafrika (heute: Tanzania , Ruanda, Burundi) ein paar Glasperlen vorlegte, jede Menge Alkohol einflößte und sie dann in deutsch verfasste „Pachtverträge“ unterschreiben ließ, deren Inhalt sie gar nicht kannten.

Er beschrieb, wie solche 'Abtretungsverträge' zustande kamen: näherte er sich einem Häuptlingssitz, ließ er zunächst "Gerüchte von meiner Macht" streuen und Schüsse abfeuern, "um die 'Kanaillen' einzuschüchtern". Dann brachte er die Stammesführer mit "Ehrengeschenken" und einem "Trunk guten Grogs" in die "vergnüglichste Stimmung", auf dass sie ihm die "Blutsbrüderschaft" antrugen und ihm ihr Land "zu völlig freier Verfügung" überließen. Hatte der Häuptling den deutschsprachigen Vertrag unterzeichnet, ließ Peters ihm noch einmal mit Gewehrsalven demonstrieren, "was sie im Falle einer Kontraktbrüchigkeit zu erwarten hätten".
(afrika-hamburg.de)

Kaiser Wilhelm I. fand das super und ließ Peters via Bismarck einen "Kaiserlichen Schutzbrief" für seine Erwerbungen zukommen, obwohl der Ururopa Stephanie Freifrau von und zu Guttenbergs persönlich gar nicht die Notwendigkeit einsah, die Eingeborenen vertraglich durch „ein Stück Papier mit Neger-Kreuzen drunter“ (O. v. Bismarck) einzubinden.

Das Dokument sichert Peters den militärischen Schutz des Deutschen Reiches zu. 1891 wurde Peters zum Reichskommissar für das Kilimandscharogebiet ernannt. Auf diese Weise „legitimiert“, unterjocht Peters ein 900.000 Quadratkilometer großes Gebiet. Immerhin die doppelte Fläche des damaligen deutschen Reiches.
Hier kann Peters als unumstrittener Herrscher über Leben und Tod, so wie Satan über die Hölle herrschen.
Endlich konnte er seinen selbst für die damalige Zeit extrem radikalen Rassismus in die Praxis umsetzen.
„Neger“ waren für ihn grundsätzlich minderbemittelte „Untermenschen“, die keinerlei Rechte genossen.
Mit großer Begeisterung konnte ihr neuer Herr foltern lassen.
Das ausdrücklich vom Berliner Reichstag empfohlene Auspeitschen mit der „Nilpferdpeitsche“ war derart brutal und fügte so schwere Wunden herbei, daß die so Gematerten oft daran verstarben.
Besser hatten es da die vielen Afrikaner, die der Pfarrerssohn Peters aus reiner Willkür aufhängen ließ.
Ganze Dörfer und seine eigene Geliebte Jagodia fielen Peters‘ Sadismus zum Opfer.

Seine Vorliebe dafür überall Menschen aufzuhängen mache ihn regelrecht „berühmt“; in Deutschland setzte sich der Spitzname „Hänge-Peters“ durch.

Die sozialdemokratische Zeitung 'Vorwärts' nannte Peters einen "grimmigen Arier, der alle Juden vertilgen will und in Ermangelung von Juden drüben in Afrika Neger totschießt wie Spatzen und zum Vergnügen Negermädchen aufhängt, nachdem sie seinen Lüsten gedient."
(afrika-hamburg.de)

Es war auch an dem Sozialdemokraten August Bebel „Hänge-Peters“ zur Strecke zu bringen. 1896 hielt er im Reichstag eine berühmt gewordene Brandrede gegen diese Art des Kolonialismus. Peters wurde abgesetzt und verlor seine Pension.
Allerdings verlor auch die SPD an Macht.

Die Konservativen triumphierten.

1905 wurde Carl Peters durch den Kaiser rehabilitiert und bekam entsprechende Pensionszahlungen.
1937 verklärte Hitler den „Hänge-Peters“ zum Eroberer Deutsch-Ostafrikas und Nationalhelden.
Es wurden Denkmäler errichtet und ein Propagandafilm mit Hans Albers in der Rolle des Carl Peters gedreht.

Noch heute steht auf Helgoland eine Peters-Büste und Konservative empören sich öffentlich gegen das „Skandal-Urteil“, welches August Bebel 1896 gegen den sadistischen Soziopathen erwirkt hatte.


„Peters wird gemäß dem Urteil im Disziplinarverfahren trotz erwiesener Haltlosigkeit der gegen ihn erhobenen Vorwürfe seines Amts als Reichskommissar enthoben“ weint Nikolas Dikigoros von diki.heliohost.

Es sind immer noch Straßen nach Carl Peters benannt.

Mittwoch, 12. Januar 2011

Instrumentarium.

Man weiß nicht so genau, nach welchen Kriterien der liebe Gott die Karten des Lebens verteilt.
Aber eins ist sicher - von Gerechtigkeit hält er gar nichts.
Das fängt schon damit an WO man geboren wird.

Nicht besonders einfach dürfte das Leben ausfallen, wenn man zufälligerweise in Gaza, Tschetschenien oder Haiti aus dem Uterus schlüpft.
Ist der erste Blick, den man von seinem Leben erhascht stattdessen eine schön sterile OP-Lampe in Nordeuropa, kann man mit ziemlicher Sicherheit schon mal Hunger, Krieg und Erdbeben ausschließen für die nächsten Jahre.

In Deutschland geboren worden zu sein, hat durchaus Vorteile gegenüber vielen anderen Geburtsorten der Welt.
Diejenigen, die auf teutonischer Erde die ersten Schritte des Lebens zu tun, sind aber noch lange nicht qua Geburt mit gleichen Chancen ausgestattet.
Keineswegs. Die Zukunft sieht natürlich erheblich rosiger aus, wenn einem im Licht des Kreißsaals noch ein fränkischer Adelstitel, ein Familienschloss und ein 400-Millionen-Euroschreck im Hintern stecken.
Findet man als elterliche Mitgift hingegen Marzahn, Hartz-IV und Leberzirrhose vor, wird es vermutlich eher nichts mit dem sorgenfreien Leben.

Und auch das ist noch Gold gegen manch andere Startchance, die sich der liebe Gott in seinem grenzenlosen Sadismus ausgedacht hat.
Viele Kinder werden auch mit inoperablen Herzfehlern, Mukoviszidose und anderen tödlichen Erbkrankheiten ausgestattet ins Leben entlassen.

In Deutschland sind schätzungsweise 22.000 Kinder und Jugendliche von einer lebensverkürzenden Erkrankung betroffen. Jährlich sterben mehr als 3.000 Kinder, davon ca. 520 aufgrund einer Krebserkrankung. Neben Unfällen und dem plötzlichen Kindstod im Säuglingsalter sind angeborene Störungen (kardiovaskuläre, neuromuskuläre und genetische Krankheiten) und Krebserkrankungen die häufigsten Todesursachen bei Kindern.
(kinderaerzte-im-netz.de)

Sich ungerecht behandelt zu fühlen, ist üblicherweise eine enorme Triebfeder für Zornesausbrüche.
Insbesondere wenn sich Ungerechtigkeit mit Hilflosigkeit paart, fällt es der menschlichen Psyche schwer gelassen zu bleiben.
So erinnere ich mich noch heute an eine höchst unangenehme Situation, die ich als Zehnjähriger während eines Französisch-Tests in der Schule erlebte.
Plötzlich riß mir der Lehrer das Blatt aus der Hand, warf mich hinaus und brüllte mir hinterher, ich hätte „abgeguckt“. Erhärtet wurde sein Verdacht durch die Tatsache, daß ich offenbar fast keine Fehler gemacht hatte.
Ich hatte aber NICHT abgeguckt, sondern (ausnahmsweise) am Abend vorher gelernt.
Der Ausgang dieses Tests (Note 6) ist für mein restliches Leben herzlich irrelevant, aber dieses kindliche Gefühl der Ohnmacht und die Wut darüber ungerechtfertigt beschuldigt worden zu sein, ist mir noch nach Dekaden präsent.

Wie kommt es also, daß bei massenhafter und viel schwerwiegenderer Ungerechtigkeit Menschen ihr Schicksal stoisch hinnehmen?
Müßte sich nicht eigentlich ein Mob aus chancenlosen Marzahnern bilden, der sich gen Bayern aufmacht und den reichen Baron aus seinem Schloß treibt?
Ich will solchen Taten gar nicht das Wort reden - schließlich muß man kein Arsch sein, nur weil man mit einem goldenen Löffeln im Selbigen geboren wird.

Es verblüfft aber doch, daß ein Adeliger, der zudem noch einer der reichsten 400 Menschen in Deutschland ist und als Mitglied des schwarzgelben Kabinetts sämtliche Großschweinereien wie Hotelsteuersenkung, Milliardengeschenke an Atom- und Pharmaindustrie, sowie Beitragserhöhungen für alle, abgenickt hat, sich dafür auch noch im demoskopischen Olymp sonnen kann.
80% der von ihm Regierten finden ihn toll.

Offensichtlich ist der Respekt vor der Obrigkeit hierzulande immer noch stark ausgeprägt.

Der Pakt zwischen Adel und Klerus - „du hältst sie dumm; ich halt sie arm!“ - scheint langfristig zu wirken.
Das Christentum lehrt schließlich ganz eindeutig sich nicht aufzulehnen.

Mit dem Auftauchen Jesu und dem Neuen Testament, war die Richtschnur gefunden.
Gott will, daß Sklaven und Diener und Leibeigene und andere Rechtlose willig und ohne aufzumucken ihren Besitzern dienen - und wer sich Gott widersetzt, kommt in die Hölle.
Simple as that.

5 Ihr Sklaven, gehorcht euren irdischen Herren mit Furcht und Zittern und mit aufrichtigem Herzen, als wäre es Christus. 6 Arbeitet nicht nur, um euch bei den Menschen einzuschmeicheln und ihnen zu gefallen, sondern erfüllt als Sklaven Christi von Herzen den Willen Gottes! 7 Dient freudig, als dientet ihr dem Herrn und nicht den Menschen. 8 Denn ihr wisst, dass jeder, der etwas Gutes tut, es vom Herrn zurückerhalten wird, ob er ein Sklave ist oder ein freier Mann. 9 Ihr Herren, handelt in gleicher Weise gegen eure Sklaven! Droht ihnen nicht! Denn ihr wisst, dass ihr im Himmel einen gemeinsamen Herrn habt. Bei ihm gibt es kein Ansehen der Person.
(Brief an die Epheser, Kapitel 6)

Aufmüpfig war erst der extrem antisemitische christliche Gelehrte Martin Luther, der sich dermaßen mit seiner klerikalen Obrigkeit anlegte, daß es zum Schisma kam.

Die daraufhin anbrechenden Bauernaufstände gegen ihre Herren, schockierten den Kirchenmann allerdings.
Ja, er nahm sich das Recht gegen den Vatikan zu opponieren.
Daß aber völlig rechtlose Leibeigene auch anfingen gegen ihre weltlichen Herren zu rebellieren, stand auf einem ganz anderen Blatt und so lehrte insbesondere die protestantische Kirche unbedingten Gehorsam gegen jede Obrigkeit.
Die christliche Lehre funktioniert genau so: Alle Macht den Oberen und halte die Armen mit dem Argument ruhig, ihr Schicksal sei gottgewollt und die Erlösung käme dann im Jenseits.

Das Diesseits für die Herrscher, das Jenseits für die Beherrschten.

Diese besondere soziale Auffassung haben die Kirchen nie wirklich überwunden.
Sie unterwarfen sich willig einem Reichskanzler Hitler - schließlich sei er der „rechtmäßig gewählte Führer“ (ein Argument, das man auf Kreuznet lesen kann, wenn es darum geht, weshalb die Kirche nichts gegen die Nazis unternommen habe).
Aber auch nach dem WK-II und der UN-Menschenrechtscharta, blieben die Großkirchen fest an der Seite der Herrschenden - sei es beim faschistischem Mörder General Franco in Spanien, oder bei den verschiedenen südamerikanischen Diktatoren.

Es war der aktuelle Papst, der die sogenannten Befreiungstheologen, die sich mit den unterdrückten und hungernden Armen solidarisierten, hart und brutal abstrafte.

Extrem wenig Glauben an Gerechtigkeit auf Erden, dürften derzeit die Bewohner von Haiti aufbringen.

Entdeckt hatte die Insel Hispaniola niemand geringeres als Christoph Kolumbus, in dessen Gefolge Christliche Truppen die Bewohner; die Arawaks (auch Taínos genannt) fast komplett ausrotteten.

Einer der Genozide, für die das Christentum direkt verantwortlich ist!

Die Religion der Liebe eben.

Die völlig entvölkerte Insel wurde dann im späten 17. Jahrhundert von den Christen aus Europa wieder besiedelt.
Nicht von ihnen selbst, aber sie schleppten Sklaven aus Afrika an, die sie vor den Toren Amerikas „züchteten“.
Allerdings entglitt den Christlichen Herren später die Kontrolle - die afrikanischen Sklaven taten das, was ihnen Gott verboten hatte: Sie rebellierten und verjagten ab 1791 ihre weißen Herren.

Das hat Gott aber gar nicht gefallen und so überzog er sie mit Unglücken aller Art.

Selbst Schuld - findet zum Beispiel der berühmte amerikanische Prediger Pat Robertson, der sich 1988 um die republikanische Präsidentschaftskandidatur bemüht hatte:

"It may be a blessing in disguise. ... Something happened a long time ago in Haiti, and people might not want to talk about it. Haitians were originally under the heel of the French. You know, Napoleon the third, or whatever. And they got together and swore a pact to the devil. They said, we will serve you if you will get us free from the French. True story. And so, the devil said, okay it's a deal. Ever since they have been cursed by one thing after the other."

(Das Erdbeben sei die Folge eines haitianischen «Pakts mit dem Teufel». Vor langer Zeit habe sich etwas in Haiti zugetragen, worüber die Menschen nicht sprechen wollten, sagte Robertson im Fernsehen. Die Haitianer seien «unter der Knute Napoleons III.» gewesen, «und sie haben sich zusammengetan und einen Pakt mit dem Teufel geschmiedet und ihm gesagt, wir werden dir dienen, wenn du uns von den Franzosen befreist». Es handle sich dabei, so der Prediger weiter, um «eine wahre Geschichte», und der Teufel – Gottseibeiuns – habe den Deal angenommen.)
–Pat Robertson am 13.01.10 zum Erdbeben auf Haiti.

Drei Millionen Haitianer verließen in der letzten Dekade das ärmste Land der Welt.
Obwohl der Inselstaat gerade einmal knapp so groß wie NRW ist, hat er an Naturkatastrophen wie Erdbeben und Hurrikans mehr zu bieten als ganz Europa.
Hinzu kommen politische Beben aller Art, die dazu führten, daß an die 70% der zehn Millionen Haitianer arbeitslos sind und 50% zeitweilig hungern.

Nach dem großen Beben vor genau einem Jahr, das 250.000 Tote forderte, kamen jede Menge Seuchen und Krankheiten hinzu.

Der liebe Gott hat damit aber immer noch nicht genug und so gibt es Meldungen über dramatische Ausbrüche der Brutalität. Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung, wie ein Grusel-Studie von AI belegt.

Allein für die ersten 150 Tage nach dem Beben am 12. Januar 2010 seien in den Zeltstädten in der Hauptstadt Port-au-Prince und im Süden des Landes mehr als 250 Vergewaltigungen registriert worden, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag in London anlässlich der Veröffentlichung einer neuen Studie. Nahezu täglich wendeten sich Frauen wegen sexueller Misshandlungen bei Opferschutzstellen, meist nach nächtlichen Übergriffen bewaffneter Männer, erklärte die Organisation. "Frauen, die nach dem Erdbeben bereits mit dem Verlust ihrer Liebsten, ihres Zuhauses und ihrer Existenzgrundlage zurechtkommen müssen, fühlen sich nun zusätzlich von der Gefahr sexueller Übergriffe bedroht", erklärte Wissenschaftler Gerardo Ducos. Für die Studie "Nachbeben: Frauen reden offen über sexuelle Gewalt in Haitis Lagern" führte Amnesty Gespräche mit 50 Opfern von Vergewaltigungen.
[…]"Haitis ohnehin schwaches Rechts- und Ordnungssystem" sei nach dem Beben "vollständig" zusammengebrochen, erklärte Ducos. Zudem seien die Zeltstädte völlig überfüllt und kaum zu überblicken. Dies mache es den Vergewaltigern leicht, sich dort ihre Opfer zu suchen. Hinzu komme die Tatsache, dass sie in der Regel keinerlei Strafen zu befürchten hätten.
(Spon 06.01.11)

4 von 5 Haitianern sind übrigens katholisch.
Aber was soll man schon von einem katholischen Gott halten, der bei dem Beben vor einem Jahr auch den Erzbischof Joseph Serge Miot von Port-au-Prince hinwegraffte?
Ratzi ist ohnehin nicht von der schnellen Truppe - erst nachdem das Land komplett in Agonie und Chaos versunken ist, schickt er heute Nachschub.

Auf den Tag genau ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben hat Papst Benedikt XVI. zwei neue Bischöfe für Haiti ernannt. Neuer Erzbischof von Port-au-Prince ist Guire Pulard, bislang Bischof von Les Cayes. Gleichzeitig ernannte der Papst Glandas Marie Erick Touissant zum Weihbischof für Port-au-Prince.
(Radio Vatikan 12.01.11)

Was aber, wenn sich die Verzweiflung und die Aussichtlosigkeit soweit ausgebreitet haben, daß die Wut der Haitianer nicht mehr kontrollierbar ist?
Was wenn sie in die Dominikanische Republik flüchten, was wenn sie internationale Einrichtungen ausrauben, was wenn sie sich womöglich nach Florida aufmachen?

Um das zu verhindern rücken schon geraume Zeit die US-amerikanischen ultrakonservativen Evangelikalen in Haiti an und prügeln ihre Auffassung des Christentums ein.
Daß sie mit Hilfsgütern und Lebensmitteln kommen, nutzen sie aus, um die verelendende Bevölkerung zum evangelikalen Glauben zu zwingen.

"Kreuzzug der Evangelisierung", steht auf Plakaten und Ausweisen, "Croisade" auf Französisch und "Kwazad" auf Kreolisch. Veranstalter sind Franklin Graham und seine Hilfsorganisation "Samaritan's Purse", die vor den Toren mit Millionenspenden Auffanglager versorgt.
[…] Grahams Vater Billy führte jahrzehntelang Kreuzzüge bis in die Dortmunder Westfalenhalle, die Familie Bush gehört zu seinen Freunden. Sohn Franklin brachte kürzlich Sarah Palin mit ins Trümmerfeld, den Islam nannte er einmal "böse und teuflisch".
[…] Längst ist diese Glaubensschlacht gefährlich geworden. Mehr als 50 Voodoo-Priester wurden seit Dezember in Jérémie im Südwesten gelyncht, erschlagen und zerhackt mit Knüppeln und Macheten. Irgendjemand hatte das Gerücht gestreut, sie würden mit einem Zauberpulver diese seltsame Krankheit auslösen. Die Cholera, fast 4000 Haitianer sind der Epidemie erlegen.
[…] Für andere ist der Notfall Haiti eine Eroberung im Namen des Herrn und der eigenen Bilanz. Haitianer sind für fast jeden Glauben empfänglich, Gott und Jesus werden auf jedem zweiten Bus gelobt, was soll in diesem Wahnsinn sonst Halt geben? [Max] Beauvoir, [pensionierter Biochemiker in Port-au-Prince] hat lange in den USA gearbeitet und schätzt manches an dem Land. Doch nun fallen ihm einige US-Missionen besonders unangenehm auf.
[…] "Es gibt viele Sünden in Haiti, Voodoo ist die größte", sagt Luckner Phicilien, Anfang zwanzig. "Gott toleriert keine Sünden", sagt Franklin Graham an der Kanzel, "eine Sünde bricht Gottes Gesetz, er wird euch richten. Ihr seid alle schuldig." Er spricht zu Menschen, von denen viele ihre Mütter verloren haben, ihre Väter, Kinder, Geschwister, ihr Haus sowieso. Frauen werden in Camps vergewaltigt, trotz Aids. "Gott weiß, was es heißt, einen Sohn zu verlieren, er hat euch seinen Sohn am Kreuz gegeben", sagt Graham, Gnade naht. "Kommt nach vorne, Leute. Kommt zu Gott, er vergibt eure Sünden und schenkt das ewige Leben. Das ist ein heiliger Moment, ihr kommt nicht zu Pastor Graham, ihr kommt zu Gott. Denn Gott ist in Port-au-Prince, in diesem Stadion." Dann ist die Predigt vorbei, Broschüren werden verteilt. Die weißen Amerikaner steigen in Busse, die schwarzen Haitianer gehen zurück in die Flüchtlingslager.
(SZ 12.01.11)

Montag, 1. Februar 2010

Impudenz des Monats Januar 2010

Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Im Januar 2010 bekommen die Jesuiten den Titel.

Die Societas Jesu, die Gesellschaft Jesu („Jesuiten“) haben sich mit ihrer fast 500 Jährigen Geschichte durch ihre fanatischen Papsttreue schon öfter unbeliebt gemacht.
Zwischen 1773 und 1814 war der ultrakatholische Orden sogar verboten.
Die „Schlauen Jungs“ (Societas Jesu - Kürzel = SJ) haben paradoxerweise traditionell eine überdurchschnittliche Akademikerquote.
Da Wissen der Feind des Glaubens ist, sind Jesuiten ob ihrer bedingungslosen Papst-Hörigkeit etwas schizophren.

Kadavergehorsam und selbstständig denken - wie geht das zusammen?

Da sich die Jesuiten mehr am Pontifex Maximus als an der Bibel ausrichten, konnten sie die Bibel willkürlich interpretieren.
So verhielten sie sich Bibelkonform, indem sie es im 18. Jahrhundert zur größten Sklavenbesitzer und Sklavenhändler-Organisation brachten.

Sklaverei ist eine gottgewollte Sache, die in der Bibel ausdrücklich befürwortet wird.

Lev, 25:
44 Die Sklaven und Sklavinnen, die euch gehören sollen, kauft von den Völkern, die rings um euch wohnen; von ihnen könnt ihr Sklaven und Sklavinnen erwerben. 45 Auch von den Kindern der Halbbürger, die bei euch leben, aus ihren Sippen, die mit euch leben, von den Kindern, die sie in eurem Land gezeugt haben, könnt ihr Sklaven erwerben. Sie sollen euer Eigentum sein 46 und ihr dürft sie euren Söhnen vererben, damit diese sie als dauerndes Eigentum besitzen; ihr sollt sie als Sklaven haben. Aber was eure Brüder, die Israeliten, angeht, so soll keiner über den andern mit Gewalt herrschen.

Durch den Sklavenhandel wurden die „Gesellschafter Jesu“ aber auch extrem reich, was bekanntlich ihr Namensgeber nicht unkritisch sah.

Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein
Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme.
Matthäus 19,24

Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe,
denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme.
Markus 10,25

Es ist leichter, daß ein Kamel gehe durch ein Nadelöhr,
denn daß ein Reicher in das Reich Gottes komme.
Lukas 18,25

Gegen Reichtum hat sein Stellvertreter auf Erden offenbar keine Einwände, wie sein gigantischer Protzpalast in Rom deutlich zeigt.

Der gegenwärtige Papst mag die Jesuiten.
Im Januar 2008 schrieb Ratzinger dem Jeuiten-Pater General Kolvenbach, daß er sich von den „schlauen Jungs“ deutliche Hilfe bei den „neuralgischen Punkten“ der „säkularen Kultur“ wünsche:
".....wie zum Beispiel das Verhältnis von Christus und den Religionen, einige Aspekte der Theologie der Befreiung sowie verschiedene Punkte der Sexualmoral, besonders, was die Frage der Unauflöslichkeit der Ehe und die Pastoral [Seelsorge] für die homosexuellen Personen betrifft.“

Da kann sich Benni doch aber eigentlich nicht beschweren - zumindest nicht, wenn man von der zwar grundfalschen, aber in katholischen Kreisen durchaus noch gängigen Synonymie der Begriffe Homosexualität, Päderastie, Sodomie, Ephebophilie und Pädophilie ausgeht.

Jesuitenpater Wolfgang S., der seit den 70ern in katholischen Einrichtungen Jungs missbrauchte wurde fürsorglich von seinen Vorgesetzten immer wieder an neue Jungsschulen geschickt, so daß er ständig mit „Frischfleisch“ versorgt wurde.

Die Ordensoberen waren offenbar von Anfang an informiert
, daß der zwangszölibatäre Wolfgang S. bei den vorgeschrieben detaillierten Fragen im Beichtstuhl nach den Masturbationspratiken seiner Schüler regelmäßig dazu überging, eine praktische Vorführung zu verlangen, die er dann aktiv mitgestaltete.

(Ein wenig vornehmer formulierte die SZ gestern:
Das Thema Onanie wurde sehr hoch gehängt", schreibt ein ehemaliger Schüler des Jesuiten-Gymnasiums im Internetblog Spreeblick. Die Rede ist dort von einer ritualisierten "Beichte". Außerdem mussten sich Schüler auf den Schoß eines Paters setzen. Ein anderer berichtet von einem "Masturbationsfragebogen". Es sei "komisch, dass die Geschichte gerade jetzt hochkocht, denn alle haben es gewusst.")

Sexlehrer S. tat dies zunächst am Canisius-Kolleg in Berlin und anschließend in der Hamburger Sankt-Ansgar-Schule von 1979 bis 1982.
Da S. und andere Jesuiten-Lehrer ihren ephebophilen Tätigkeiten regelmäßig nachgingen, wußte man an den Schulen recht schnell Bescheid.
Der Provinzial der Jesuiten in Deutschland, Stefan Dartmann, erklärte inzwischen, daß man den manisch seine Schüler befummelnden Pater bis 1992 neuen Kindern auf den Hals hetzte. Päderasten-Unterricht gab der inzwischen Geständige auch noch am Jesuiten-Kolleg St. Blasien, in Göttingen und Hildesheim sowie Spanien und Chile.

Daß es die Opfer wagten sich zu beschweren, prallte an den Jesuiten-Oberen ab.
Acht Ex-Schüler hatten 1981 an das bischöfliche Ordinariat und an die Schule einen Klagebrief geschrieben.

Aber Jesuiten sind eben papsttreu und die Regeln aus dem Vatikan waren schließlich eindeutig.

1962 verschickte der damalige Chef der vatikanischen Glaubenskongregation, Kardinal Alfredo Ottaviani, einen bis heute umstrittenen Brief an die Bischofskonferenzen. Missbrauchsfälle sollten geheim gehalten und lediglich dem zuständigen Bischof gemeldet werden. Auf die Opfer wurde eingewirkt, Stillschweigen zu bewahren – unter Androhung der Exkommunikation. 2002 hat Kardinal Joseph Ratzinger erklärt, das Dokument sei noch gültig.
(Welt)

Die Jesuiten hielten sich selbstverständlich an diese Vorgaben.

Druck auf die Opfer und den Tätern neue Weidegründe verschaffen.

Daß die jesuitischen Lehrer ihre Schüler trotz des seit 1973 geltenden Verbots auch bis in die 80er Jahren regelmäßig mit Prügeln bedachten, ist nun wieder eine der bibeltreuen Aspekte des Ordens der „Schlauen Jungs“ - hier ist „Die Gute Nachricht“ eindeutig.

24 Wer die Rute spart, hasst seinen Sohn, / wer ihn liebt, nimmt ihn früh in Zucht.
Sprüche 13

Schüler an Jesuiten-Kollegs wurden also vergewaltigt und verprügelt.
Die Täter anschließend „weitergereicht“, so der TS:

Mehrere Ex-Schüler katholischer Elitegymnasien berichteten dem Tagesspiegel am Montag von gezielten Demütigungen und üblichen Prügelstrafen. Schläge als Erziehungsmittel sind in der Bundesrepublik seit 1973 verboten. Doch noch Mitte der 80er habe es, berichtete ein Berliner Jurist, an einem katholischen Kollegium am Niederrhein regelmäßig Ohrfeigen und Schläge gegeben. „Prügelnde Lehrer waren völlig normal“, sagte der Mann, der die Schule bis zur neunten Klasse besucht hatte.

Sehr lustig in diesem Zusammenhang - man denke auch an die Piusbrüderaktionen des Papstes - ist der Theologe Hermann Häring, der im morgigen TS eine ganze Kaskade von verdrehten Ansichten verbreiten darf:

Und passiert das Debakel nicht ausgerechnet in einer Phase, da sich die katholische Kirche in Berlin auch auf kulturellem und wissenschaftlichem Gebiet ein gutes Renommee aufbaut?

GUTES RENOMMEE also.
Welche Drogen der Mann wohl nimmt?
Ist das THC im Weihrauch dazu stark genug?

Montag, 8. Juni 2009

KKK

Wie wir nun schon mehrfach gesehen haben, ist die Bibel eine reichlich ambivalente Angelegenheit.

Nahezu jede zwischenmenschliche Gemeinheit - Todesstrafe, Sklaverei, Kindesmisshandlungen, Antisemitismus, Homophobie, etc - kann man aus ihr ableiten.

Noch heute ärgern sich daher die Vatikanischen Fürsten über diesen Luther!
Das ergibt nur Chaos, wenn plötzlich jeder Hans und Franz selbst in die Bibel guckt und sich da nach Herzenslust Boshaften raus schreiben kann.
Probleme sind vorprogrammiert!
Schließlich muß man sich immer den lästigen Fragen stellen, wieso einige Verse noch 2000 Jahre später auf die Goldwaage gelegt werden und silbentreu zu gelten haben, während man andere Stellen großzügig „in den historischen Kontext“ einordnet und heute getrost vergessen kann.

Als Laie an den göttlichen Texten herum zu deuten ist verwirrend und wenig zielführend.

Steht da doch zum Beispiel, daß Bischöfe Frau und Kinder haben sollen - was aber in der katholischen Realität bedeutet: Bischöfe müssen zölibatär sein.

Die Bibel heute noch wörtlich zu nehmen, scheint offensichtlich nicht möglich, sonst steckt man in der Dr. Laura-Falle und muß sich mit solchen Fragen herum schlagen:

b) Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in →Exodus 21:7 erlaubt wird. Was wäre Ihrer Meinung nach heutzutage ein angemessener Preis für sie?
…..
d) →Leviticus 25:44 stellt fest, dass ich Sklaven besitzen darf, sowohl männliche als auch weibliche, wenn ich sie von benachbarten Nationen erwerbe. Einer meiner Freunde meint, das würde auf Mexikaner zutreffen, aber nicht auf Kanadier. Können Sie das klären? Warum darf ich keine Kanadier besitzen?

e) Ich habe einen Nachbarn, der stets am Samstag arbeitet. →Exodus 35:2 stellt deutlich fest, dass er getötet werden muss. Allerdings: Bin ich moralisch verpflichtet, ihn eigenhändig zu töten?
….

g) In →Leviticus 21:20 wird dargelegt, dass ich mich dem Altar Gottes nicht nähern darf, wenn meine Augen von einer Krankheit befallen sind. Ich muss zugeben, dass ich Lesebrillen trage. Muss meine Sehkraft perfekt sein oder gibt es hier ein wenig Spielraum?

h) Die meisten meiner männlichen Freunde lassen sich ihre Haupt- und Barthaare schneiden, inklusive der Haare ihrer Schläfen, obwohl das eindeutig durch →Leviticus 19:27 verboten wird. Wie sollen sie sterben?
……
j) Mein Onkel hat einen Bauernhof. Er verstößt gegen →Leviticus 19:19, weil er zwei verschiedene Saaten auf ein und demselben Feld anpflanzt. Darüber hinaus trägt seine Frau Kleider, die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind (Baumwolle/Polyester). Er flucht und lästert außerdem recht oft. Ist es wirklich notwendig, dass wir den ganzen Aufwand betreiben, das komplette Dorf zusammen zu holen, um sie zu steinigen (→Leviticus 24:10-16)? Genügt es nicht, wenn wir sie in einer kleinen, familiären Zeremonie verbrennen, wie man es ja auch mit Leuten macht, die mit ihren Schwiegermüttern schlafen? (→Leviticus 20:14)

Fragen über Fragen.

Glücklicherweise hat der liebe Gott dafür den Papst erfunden!
Der Mann interpretiert alles so, daß man biblische und göttliche Lehren in die Jetztzeit übertragen kann.
Dieses päpstliche Interpretationswerk nennt man Katechismus der Katholischen Kirche; abgekürzt KKK.
Immer ein beliebtes Kürzel für meinungsstarke Aktivitäten.
Ku-Klux-Klan ist eine andere KKK-Organisation, die sich auf ein Christliches Fundament stützt und Sklaverei befürwortet.

Der andere KKK ist frischer, seine Veröffentlichung wurde am 11. Oktober 1992 durch die Apostolische Konstitution Fidei Depositum von Papst Johannes Paul II. angeordnet.

Federführend bei der Ausarbeitung war ein ebenfalls nicht ganz unbekannter Mann, namens Joseph Ratzinger.

Um also nicht in die Bibelauslegungsmißverständnisfalle zu tappen, sollte also in den KKK gucken. Da kann dann nichts mehr schief gehen.
Die KKK-Aussagen sind päpstlich und kardinalisch abgeklopft und absolut für die heutige Zeit gültig.
Den KKK zu lesen ist gerade für kritische Geister sehr lehrreich.

So fragte ich mich zum Beispiel immer, ob es PR-mäßig so gelungen war seine „Liebe“ zu beweisen, indem man den eigenen Sohn foltert und killt.
Obwohl man selbst allmächtig ist die Schuld daran dann auch noch den Juden in die Schuhe zu schieben, finde ich ebenfalls nicht wirklich einleuchtend.

Paulusbrief an die Tessalonicher (1, Thess 2, 15-16)
Die Juden haben sogar Jesus, den Herrn, und die Propheten getötet; auch uns haben sie verfolgt. Sie missfallen Gott und sind Feinde aller Menschen; sie hindern uns daran, den Heiden das Evangelium zu verkünden und ihnen so das Heil zu bringen. Dadurch machen sie unablässig das Maß ihrer Sünden voll. Aber der ganze Zorn ist schon über sie gekommen.

Aber der KKK stellt das doch angenehm klar:
Nicht die Juden sind schuld am elenden Marter-Tod des Gottessohnes, sondern ICH! (?)

Denn wer könnte ein größerer Sünder sein, als ein Atheist wie ich?

Das steht ja nun einmal durch Mixa und Co fest.
Nach dem KKK bin ich also - trotz des leicht irritierenden Umstandes, daß ich 2000 Jahre später lebe, durch meinen blasphemische Atheismus a posteriori derjenige, der Jesus ans Kreuz bringt! So der Katechismus:

Alle Sünder sind am Leiden Christi schuld 598 In ihrem Glaubenslehramt und im Zeugnis ihrer Heiligen hat die Kirche nie vergessen, daß auch die Sünder „die Urheber und Vollstrecker aller Strafen waren, die [Christus] erlitt" (Catech. R. 1,5,11) [Vgl. Hebr 12,3.]. Da sich die Kirche bewußt ist, daß unsere Sünden Christus selbst treffen [Vgl. Mt 25,45; Apg9,4—5.], zögert sie nicht, den Christen die schwerste Verantwortung für die Qualen Christi zuzuschreiben — während diese die Verantwortung allzu oft einzig den Juden angelastet haben: „Diese Schuld trifft vor allem jene, die wiederholt in die Sünde zurückfallen. Denn da unsere Sünden Christus den Herrn in den Kreuzestod trieben, so ‚kreuzigen‘ tatsächlich jene, die sich in Sünden und Lastern wälzen, ‚soweit es auf sie ankommt, den Sohn Gottes aufs neue und treiben ihren Spott mit ihm‘ (Hebr 6,6) — ein Verbrechen, das bei uns noch schwerer erscheinen mag, als es von seiten der Juden war. Denn diese hätten, wie der Apostel sagt, ‚den Herrn der Herrlichkeit niemals gekreuzigt, wenn sie ihn erkannt hätten‘ (1 Kor 2,8). Wir aber behaupten, ihn zu kennen, und dennoch legen wir gleichsam Hand an ihn, indem wir ihn durch die Tat verleugnen" (Catech. R. 1,5,11). „Dämonen sind nicht die, die ihn gekreuzigt haben, sondern du, der du ihn zusammen mit ihnen gekreuzigt hast und immer noch kreuzigst, indem du dich in Lastern und Sünden vergnügst" (Franz v. Assisi, admon. 5,3).

Na, DAS überzeugt doch, oder?

Und weil das alles so durchdacht eingefädelt und kausal zugeordnet ist, ergibt sich daraus auch der Beweis für Gottes megamäßige Liebe:

Gottes allumfassende erlösende Liebe 604 Indem er seinen Sohn für unsere Sünden dahingab, zeigte Gott, daß, was er für uns plant, ein Ratschluß wohlwollender Liebe ist, die jedem Verdienst von unserer Seite vorausgeht: „Nicht darin besteht die Liebe, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat" (1 Joh 4,10) [Vgl. 1 Job 4,19.]. „Gott aber hat seine Liebe zu uns darin erwiesen, daß Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren" (Röm 5,8).

q.e.d.

Donnerstag, 28. Mai 2009

Ein gutes Buch…

Ohne eine literarische Bewertung vorzunehmen, kann man sicherlich sagen, daß die Bibel unter dem Marketingaspekt eine beispiellose Erfolgsgeschichte hinter sich hat.
Das Buch der Bücher ist übrigens NICHT, wie man hier so gerne denkt das meistgedruckte Buch aller Zeiten.
Zwar wurden in den letzten 500 Jahren zwischen 5 und 6 Milliarden Bibeln gedruckt, aber 毛主席语录 / Máo-zhǔxí yǔlù (Die Worte des Vorsitzenden Mao) wurde in der vergleichsweise kurzen Zeit seit 1966 vermutlich 6,5 Milliarden mal gedruckt.
Der Koran bringt es nur auf 200 Millionen Exemplare - quasi schon dicht gefolgt vom Pfadfinder-Buch „Scouting for Boys“ und dem „Herrn der Ringe“ (je rund 150 Millionen Stück).

Die Bibel ist ein insofern aber besonders bemerkenswert, weil sie trotz der unfassbaren Grausamkeiten, die in ihr vorkommen und trotz der Tatsache, daß sich Diktatoren und Potentaten bei den größten Menschheitsverbrechen stets auf die Bibel beriefen, immer noch gedruckt wird und als Inkarnation der Moral angesehen wird.

Andere Bücher, wie zum Beispiel Hitlers „Mein Kampf“ sind hingegen inzwischen weit weniger angesehen.

Die Bibel ist „Mein Kampf“ deswegen überlegen, weil sie so unbestimmt ist!

Man kann zwar jede denkbare Grausamkeit mit ihr rechtfertigen - aber gleichzeitig auch das Gegenteil propagieren.
Irgendein Bibelvers findet sich immer.

Insbesondere das Alte Testament ist eine wahre Fundgrube des Irrsinns.

Zwei besonders berühmte Sätze, die Homophobe auf der ganzen Welt begeistert zitieren, lauten:

Du sollst nicht beim Knaben liegen wie beim Weibe; denn es ist ein Greuel (3 Mose 18,22)
und
13 Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen; beide werden mit dem Tod bestraft; ihr Blut soll auf sie kommen. (3 Mose 20)

Daran gibt es kaum etwas zu rütteln, da es im selben Kapitel auch heißt:

4 Meine Vorschriften sollt ihr einhalten und meine Satzungen sollt ihr beachten und befolgen. Ich bin der Herr, euer Gott. 5 Ihr sollt auf meine Satzungen und meine Vorschriften achten. Wer sie einhält, wird durch sie leben. Ich bin der Herr.
So steht es im dritten Buch Mose - Leviticus, Kapitel 18 (über die sexuellen Vorschriften).

Wenn Gott das persönlich so anordnet - was könnte man dem als Christ entgegensetzen?

Blöd für die Gläubigen ist allerdings, daß im Levitikus noch so furchtbar viel anderer Unsinn steht, den man höchstens verschämt im Keller lesen will - Sklaverei, Antisemitismus, Verprügeln und Foltern von Kindern, Frauendiskriminierung, Mord und Totschlag - all das ist ganz nach Gottes Geschmack!

Lev, 25:
44 Die Sklaven und Sklavinnen, die euch gehören sollen, kauft von den Völkern, die rings um euch wohnen; von ihnen könnt ihr Sklaven und Sklavinnen erwerben. 45 Auch von den Kindern der Halbbürger, die bei euch leben, aus ihren Sippen, die mit euch leben, von den Kindern, die sie in eurem Land gezeugt haben, könnt ihr Sklaven erwerben. Sie sollen euer Eigentum sein 46 und ihr dürft sie euren Söhnen vererben, damit diese sie als dauerndes Eigentum besitzen; ihr sollt sie als Sklaven haben. Aber was eure Brüder, die Israeliten, angeht, so soll keiner über den andern mit Gewalt herrschen.

Lev, 20:
10 Ein Mann, der mit der Frau seines Nächsten die Ehe bricht, wird mit dem Tod bestraft, der Ehebrecher samt der Ehebrecherin. 18 Ein Mann, der mit einer Frau während ihrer Regel schläft und ihre Scham entblößt, hat ihre Blutquelle aufgedeckt und sie hat ihre Blutquelle entblößt; daher sollen beide aus ihrem Volk ausgemerzt werden.

Allerliebst auch die körperlichen Voraussetzungen für das Priesteramt - da Priester verheiratet sein sollen, dürfen sie natürlich nur mit gesunden Hoden geweiht werden, aber auch andere Behinderte werden diskriminiert:
Lev, 20:
18 Denn keiner mit einem Gebrechen darf herantreten: kein Blinder oder Lahmer, kein im Gesicht oder am Körper Entstellter, 19 kein Mann, der einen gebrochenen Fuß oder eine gebrochene Hand hat, 20 keiner mit Buckel, Muskelschwund, Augenstar, Krätze, Flechte oder Hodenquetschung. 21 Keiner der Nachkommen Aarons, des Priesters, darf herantreten, um die Feueropfer des Herrn darzubringen, wenn er ein Gebrechen hat. Er hat ein Gebrechen, er darf nicht herantreten, um die Speise seines Gottes darzubringen.

Die Testikel sind für Gott sowieso ein heikles Thema - er bevorzugt sie heil und groß.
Sonst sind sie noch nicht mal bei Tieren, die ihm geopfert werden akzeptabel:
Lev, 22:
24 Ihr dürft dem Herrn kein Tier darbringen, das zerdrückte, zerschlagene, ausgerissene oder abgeschnittene Hoden hat. Ihr dürft das in eurem Land nicht tun. 31 Ihr sollt auf meine Gebote achten und sie befolgen; ich bin der Herr.

Da sind Gaga-Regeln noch am harmlosesten:
Lev, 22:
10 Kein Laie darf Heiliges essen; weder der Hausgenosse eines Priesters noch sein Lohnarbeiter darf etwas Heiliges essen. 11 Aber wenn ein Priester eine Person mit seinem Geld als Eigentum erwirbt, darf sie davon essen wie einer, der in seinem Haus geboren ist; sie dürfen von seiner Nahrung essen.

A propos Essen. Salami kommt auch nicht in Frage:
Lev, 7:
23 Von Rind, Schaf oder Ziege dürft ihr keinerlei Fett essen. 24 Das Fett eines verendeten oder zerrissenen Tieres kann zu jedem Zweck verwendet werden, doch essen dürft ihr es auf keinen Fall. 25 Jeder, der dennoch das Fett eines Tieres isst, das man als Feueropfer für den Herrn darbringt, soll aus seinen Stammesgenossen ausgemerzt werden.

An Penisse muß der liebe Gott sogar bei der Beschreibung von Apfelbäumen denken:
Lev, 19:
23 Wenn ihr in das Land kommt und einen Fruchtbaum pflanzt, sollt ihr seine Früchte behandeln, als ob sie seine Vorhaut wären. Drei Jahre lang sollen sie für euch etwas Unbeschnittenes sein, das man nicht essen darf. 24 Im vierten Jahr sollen alle Früchte als Festgabe für den Herrn geheiligt sein. 25 Erst im fünften Jahr dürft ihr die Früchte essen und den Ertrag für euch ernten. Ich bin der Herr, euer Gott.

Alles, was mit Ejakulationen zu tun hat ist sowieso bähbäh und anschließend soll man sich erst mal waschen - dem kann man doch kaum widersprechen:
Lev, 16:
16 Hat ein Mann Samenerguss, soll er seinen ganzen Körper in Wasser baden und ist unrein bis zum Abend. 18 Schläft ein Mann, der Samenerguss hat, mit einer Frau, müssen sie sich beide in Wasser baden und sind unrein bis zum Abend.

Beschweren darf man sich natürlich nicht über diese goldenen Gottesregeln - sonst wird er sauer!

Lev, 24:
16 Wer den Namen des Herrn schmäht, wird mit dem Tod bestraft; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen.

Ganz reizend.
Naja, und wenn die lieben Mitchristen einen nicht zu Tode steinigen wollen und man trotzdem - SO WIE ICH GERADE - behauptet, daß Gottes Regeln ein großer Humbug sind, dann sorgt der himmlische Vater persönlich dafür, daß man es bereut:

Lev, 26:
14 Aber wenn ihr auf mich nicht hört und alle diese Gebote nicht befolgt, 15 wenn ihr meine Satzungen missachtet, meine Vorschriften verabscheut und meinen Bund brecht, indem ihr keines meiner Gebote befolgt, 16 so tue auch ich euch Folgendes an: Ich biete gegen euch Bestürzung auf, Schwindsucht und Fieber, die das Augenlicht zum Verlöschen bringen und den Atem ersticken. Ihr sät euer Saatgut vergeblich; eure Feinde werden es verzehren. 17 Ich wende mein Angesicht gegen euch und ihr werdet von euren Feinden geschlagen. Eure Gegner treten euch nieder; ihr flieht, selbst wenn euch niemand verfolgt. 18 Wenn ihr dann immer noch nicht auf mich hört, fahre ich fort, euch zu züchtigen; siebenfach züchtige ich euch für eure Sünden. 19 Ich breche eure stolze Macht und mache euren Himmel wie Eisen und euer Land wie Bronze. 20 Eure Kraft verbraucht sich vergeblich, euer Land liefert keinen Ertrag mehr und die Bäume im Land tragen keine Früchte mehr. 21 Wenn ihr mir feindlich begegnet und nicht auf mich hören wollt, werde ich noch weitere Schläge über euch kommen lassen, siebenfach, wie es euren Sünden entspricht. 22 Ich lasse auf euch die wilden Tiere los, die euer Land entvölkern, euer Vieh vernichten und euch an Zahl so verringern, dass eure Wege veröden. 23 Wenn ihr euch dadurch noch nicht warnen lasst und mir weiterhin feindlich begegnet, 24 begegne auch ich euch feindlich und schlage auch ich euch siebenfach für eure Sünden. 25 Ich lasse über euch das Schwert kommen, das Rache für den Bund nehmen wird. Zieht ihr euch in eure Städte zurück, so sende ich die Pest in eure Mitte und ihr geratet in Feindeshand. 26 Ich entziehe euch dann euren Vorrat an Brot, sodass zehn Frauen euer Brot in einem einzigen Backofen backen, dass man euch das Brot abgewogen zuteilt und ihr euch nicht satt essen könnt. 27 Und wenn ihr daraufhin noch immer nicht auf mich hört und mir immer noch feindlich begegnet, 28 begegne auch ich euch im Zorn und züchtige euch siebenfach für eure Sünden. 29 Ihr esst das Fleisch eurer Söhne und Töchter. 30 Ich vernichte eure Kulthöhen, zerstöre eure Räucheraltäre, häufe eure Leichen über die Leichen eurer Götzen und verabscheue euch. 31 Ich mache eure Städte zu Ruinen, verwüste eure Heiligtümer und will den beruhigenden Duft eurer Opfer nicht mehr riechen. 32 Ich selbst verwüste das Land; eure Feinde, die sich darin niederlassen, werden darüber entsetzt sein. 33 Euch aber zerstreue ich unter die Völker und zücke hinter euch das Schwert. Euer Land wird zur Wüste und eure Städte werden zu Ruinen. 34 Dann erhält das Land seine Sabbate ersetzt, in der ganzen Zeit der Verwüstung, während ihr im Land eurer Feinde seid. Dann hat das Land Ruhe und erhält Ersatz für seine Sabbate. 35 Während der ganzen Zeit der Verwüstung hat es Sabbatruhe, die es an euren Sabbaten nicht hatte, als ihr noch darin wohntet. 36 In das Herz derer, die von euch überleben, bringe ich Angst in den Ländern ihrer Feinde; das bloße Rascheln verwelkter Blätter jagt sie auf und sie fliehen, wie man vor dem Schwert flieht; sie fallen, ohne dass jemand sie verfolgt. 37 Sie stürzen übereinander wie vor dem Schwert, ohne dass jemand sie verfolgt. Ihr könnt vor euren Feinden nicht standhalten, 38 ihr geht unter den Völkern zugrunde und das Land eurer Feinde frisst euch

Ja, der LIEBE GOTT.

Immerhin finde ich es gerecht, wenn sich der Schöpfer wegen menschlicher Verfehlungen an Menschen ausläßt.
Hat ein Mensch nämlich erkannt etwas nicht Gottgefälliges getan zu haben und will selbst die Strafe auf sich nehmen, muß er nach Mose meistens Schafböcke schlachten und deren Blut umher spritzen.

Ganze Kapitel lesen sich wie Fury in the Slaughterhouse.

Für Vegetarier ist das Alte Testament gar nichts und Widder sind wirklich der Arsch der Schöpfung - die müssen es immer ausbaden!

Pech für Obelix: Hasen und Wildschweine kommen besser weg - die darf man nach Gottes Vorschriften gar nicht essen.
Lev, 11:
6 ihr sollt für unrein halten den Hasen, weil er zwar wiederkäut, aber keine gespaltenen Klauen hat; 7 ihr sollt für unrein halten das Wildschwein, weil es zwar gespaltene Klauen hat und Paarzeher ist, aber nicht wiederkäut. 8 Ihr dürft von ihrem Fleisch nicht essen.

Am Schluß noch eine gute Nachricht für mich in der Guten Nachricht: Meeresfrüchte sind tabu - Gott sei Dank - die finde ich auch wirklich ekelhaft!
Lev, 11:
10 Aber alles, was in Meeren oder Flüssen lebt, alles Kleingetier des Wassers und alle Lebewesen, die im Wasser leben und keine Flossen oder Schuppen haben, seien euch abscheulich.

Freitag, 19. Dezember 2008

Die armen Katholiken.

Da hat man sich so ein schönes Weltbild des Hasses und der Grausamkeiten gegenüber anderen zurecht gelegt und nun werden die Leute überall aufmüpfig.

Nicht, daß man noch nie mit Aufmüpfigen zu tun gehabt hätte, aber gegen Widerspruch gab es bisher immer eine extrem wirksame Methode:
Kopf ab!
Wobei das im übertragenen Sinne gemeint ist.
Statt Kopf ab, konnten die päpstlichen Abgesandten auf eine Vielzahl von Varianten zurück greifen: Ausweiden, Verbrennen, Ertränken, die eiserne Jungfrau, Streckbank, Vierteilen - wie es den Propagandisten der Nächstenliebe gefiel.
Natürlich immer hübsch geordnet: Papst Paul III. ernannte 1542 mit der Bulle Licet ab initio sechs Kardinäle zu General-Inquisitoren für die ganze Welt.
Die so entstandene Congregatio Romanae et universalis Inquisitionis war die Initialzündung zur Inquisition.
Chef dieser Behörde im göttlichen Auftrag, in der man nach Herzenslust folterte und mordete, war übrigens der letzte Job von Ratzinger, bevor er zum Stellvertreter Gottes befördert wurde.

Über die Jahrhunderte sammelte man im Petersdom den größten Erfahrungsschatz an Folter- und Quäl-Methoden, den man sich denken kann.
Noch Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Vatikan-Experten derart grausam auf dem Balkan tätig, daß mehrmaliges Einschreiten von HITLERS SS dokumentiert ist, die die Bestien aus Rom stoppte, weil es selbst für die Nazi-Schergen zu schlimm wurde.

Tito-Biograph Vladimir Dedijer schrieb 1988 ein Buch über die Auswüchse bei der Ustacha in Kroatien:
"... im katholischen Kroatien, dem 'Reich Gottes', wurden alle, die nicht dem katholischen Glauben angehörten - in der Mehrheit orthodoxe Serben - gezwungen, zum Katholizismus zu konvertieren. Diejenigen, die sich weigerten - wie aber auch zahlreiche bereits Konvertierte - wurden ermordet, meist nach langen Folterungen, wobei das Abschneiden von Nase, Ohr oder anderen Körperteilen bzw. das Ausstechen der Augen an der Tagesordnung war. Man schnitt Kinder aus dem Leib der Schwangeren und köpfte sie anschließend, zerstückelte Menschen vor den Augen naher Angehöriger, ließ diese das dabei verspritzende Blut sogar noch mit einer Schüssel auffangen etc., um nur einige wenige Grausamkeiten als Beispiele aufzuführen. Diese Metzeleien nahmen solche Ausmaße an, daß sogar deutsche Nazis, die diesbezüglich auch nicht gerade zartbesaitet waren, protestierten.
Ist schon diese geschichtliche Tatsache in unseren Breiten wenig bekannt, so entzieht sich ein anderer Fakt völlig der Kenntnis: die maßgebliche Beteiligung des Vatikans an diesen Massakern."

"Um dem Vatikan das Eingeständnis zu erleichtern und die fehlenden Eintragungen in die Geschichtsbücher nachzuholen, hat der Ahriman-Verlag jetzt diese Dokumentensammlung über den Serben-Holocaust vorgelegt, die den Schuldanteil des katholischen Klerus und der vatikanischen Hierarchie bis hinauf zu Pius belegt."
Die Zeit

Nach 1945 war im Vatikan allerdings so sehr damit beschäftigt die Nazi-Schergen vor der internationalen Justiz in Sicherheit zu bringen, daß man offenbar die richtigen Techniken des Mundtotmachens verlernte.
Ratzingers Mannen in den bunten Kleidchen sind nun zum Maulheldentum verdammt.
Den Nazifreund und Folterbefürworter Pius XII möchte man zwar jetzt zu gerne selig sprechen, aber außer allgemeinem Kopfschütteln, lockt das niemanden mehr hinterm Ofen vor - die übliche vatikanische Bigotterie mit einer ordentlichen Schippe Antisemitismus.

So wird kaum jemand zum Schweigen gebracht.
Stattdessen mucken immer mehr Leute auf und schreiben gegen biblisch dokumentierte Wahrheiten an:
Auf einmal soll Maria nach der Geburt eines Sohnes keine Jungfrau mehr gewesen sein?
Auf einmal soll Sklaverei keine tolle gottgewollte Sache mehr sein?
Auf einmal sollen Schwule nicht mehr in der Hölle schmoren, sondern in der Öffentlichkeit Ämter bekleiden?
Auf einmal regieren Frauen LÄNDER, statt wie es sich gehört in der Öffentlichkeit zu schweigen?
Auf einmal soll die Erde schon älter als 6000 Jahre sein, wo doch ganz klar ist, daß Gott Mann, Maus und Dinosaurier in 7 Tagen des Jahres 40XY vor Chr. geschaffen hat?
Auf einmal wird man von Masturbation nicht mehr blind und bekommt Rückenmarkschwund?

Und neulich (= vor 400 Jahren in Vatikan-Zeit ausgedrückt) hat auch noch jemand behauptet, daß die Sonne nicht um die Erde kreist! Fehlt noch, daß jemand erklärt, die Erde wäre keine Scheibe.
Aber ohne Folter sind diese heidnischen Atheisten einfach nicht davon abzubringen immer wieder diese Absurditäten zu wiederholen.

Die (lahmen) Mittel der Wahl des Vatikan heißen heute:

1.) Index Librorum Prohibitorum. 6000 Bücher, die der Vatikan verbietet. Wer es wagt sie dennoch zu lesen, muß exkommuniziert werden. So wurde es jedenfalls bis 1966 offiziell gehandhabt - vermutlich hat sich irgendeiner von den Unfehlbaren da aber auch wieder geirrt.

2.) Index librorum purgandorum, ein Verzeichnis von Büchern, die nicht ganz und gar bähbäh sind, sondern die lediglich einige böse böse antikirchliche Kapitel beinhalten, von denen sie erst befreit werden müssen.

Schon solche Listen führen zu müssen, ist natürlich demütigend.
Jahrhunderte lang hat der Vatikan nicht genehme Schriften einfach selbst verbrennen lassen. Der Biblioklasmus war DIE kirchliche Spezialität - alles ab ins Feuer was den eigenen Ansichten widerspricht.
GEWALT hat noch immer geholfen, wenn einem die Argumente ausgegangen sind!
Aber dann gab es da noch so einen katholischen Typ in Deutschland, der 1933 auch anfing Bücher zu verbrennen.
Das war wieder dieser Doofmann, mit dem man wegen Pius XII eh schon so einen Ärger hat und seit dem sind Vatikanische Bibliotheklasmen irgendwie aus der Mode geraten.

Einige wackere Christen versuchen sich immer wieder an dieser einst so erfolgreichen Methode, aber irgendwie bringt das nichts mehr.
Im März 2001 veranstaltete Pastor George Bender mit Mitglieder der amerikanischen christlichen „Harvest Assembly of God“-Kirche in Pittsburgh ein herzallerliebstes „book burning“ beim Gottesdienst.
„Dran glauben“ mußten J. K. Rowlings „Harry Potter“-Bücher.
Klar! Das ist ja auch eine ganz ganz fürchterliche Häresie: Hexen, Zauberer und manch bähbäh mehr.
Pastor Bender war nur ein bißchen überfordert - 325 Millionen verkaufte Exemplare von Rowlings Schriften - da hat er nicht alles zu fassen bekommen.
Dieser Scheiß-Buchdruck aber auch - hatte der Vatikan ja gleich geahnt, daß dieser Gutenberg nur Unheil anrichtet.
Es wird eben selbst der Kirche alles zu viel - den Index Librorum Prohibitorum immer auf dem aktuellen Stand zu halten, haben die Römischen Schnarchnasen irgendwann nicht mehr hinbekommen.
Nur noch einzelne ganz ganz ganz ganz ganz ganz ganz böse Bücher werden vom Vatikan öffentlich als Frevel benannt:
Zum Beispiel „Unfehlbar?“ von Hans Küng. SCHOCKING! Ist ja wohl auch der Gipfel dahinter ein Fragezeichen zu setzen!

Verboten von Ratzis Behörden waren bekannte Schmutzfinken wie Jean-Paul Sartre, Voltaire, vier Werke von Heinrich Heine, Pierre-Jean de Béranger, Die Kritik der reinen Vernunft von Immanuel Kant, Alexandre Dumas, René Descartes, Denis Diderot, etc.

Lauter Schund eben, den man gar nicht lesen darf, ohne daß einem sofort die Augen ausgestochen gehören.

Ob Benedikt die Liste mal irgendwann aufhebt?
Als Chef der Inquisitionsbehörde wollte er das ja offensichtlich nicht. Und nun als Papst?
Wird wohl nicht recht gehen, da man zuletzt ja noch Küngs Zweifel an der Unfehlbarkeit auf den Index setzte.

Roma locuta, Causa finita.

Freitag, 28. November 2008

100 g Blasphemie.

Gott ist eine praktische und universell einsetzbare Sache.
Man kann ihn für Diffamierungen jedweder Art benutzen, für jede Perversität - von Inzest, Folter, Antisemitismus, Mord bis zu Sklaverei Rechtfertigungen in der Bibel finden.
Bischöfe segneten zu allen Zeiten Waffen, rechtfertigten Kriege und verdammten die Gegner.

Deus lo vult
(spätlateinisch für „Gott will es!“) war DER Schlachtruf mit dem schon vor tausend Jahren die päpstlich initiierten schlimmsten Terrormaßnahmen und Genozidversuche rund um die Kreuzzüge unternommen wurden.
Seit fast 1700 Jahren gibt es den christlichen Begriff des „bellum iustum“, also des GERECHTEN Krieges.
Das Plazet Gottes für jede denkbare Abscheulichkeit.
Wenn es um Morden, Folter und Gewalt geht - Inquisition, Hexenverbrennung Ausrottung Ungläubiger in Amerika sind ebenfalls Stichworte - sind Christen besonders großzügig.
Die Nazi-Soldaten trugen ein „Gott mit uns“ auf den Koppelschlössern und auch nach Kriegsende war es die katholische Kirche, die sich eifrig darum bemühte die schlimmsten Nazi-Schlächter vor der Justiz nach Südamerika in Sicherheit zu bringen.

Aber es gibt eine Sache, da werden Christen ganz empfindlich - ein Verbrechen, das so groß und abscheulich ist, daß man mit aller Gnade Gottes und „die andere Wange hinhalten“-Überzeugung nicht mehr weiter kommt.

Eine Blasphemie der gigantischen Art, die den Gott, der seelenruhig Ausschwitz und Weltkriegen zusah, (laut seiner irdischen Stellvertreter) nun doch zu viel wird.


Diese monströse Perversion hat einen Namen:
Frank Oynhausen ist studierter Soziologe und ehemaliger Recycling-Unternehmer. Der evangelischen Kirche hat er sich während seiner 54 Lebensjahre stets verbunden gefühlt und er ist eifrig bemüht, das mit den Stationen seines religiösen Werdegangs zu belegen: Auf die Konfirmation folgte 1973 die Kriegsdienstverweigerung aus religiös-ethischen Motiven.
Oynhausen fiel nun von ganz von Gott ab und wagte das Undenkbare:

Er stellte einen Schoko-Jesus her
!
Eine in Goldfolie verpackte Milchschokoladenfigur in besonders hochwertiger Optik:
Der Original GoldJesus® wird als Vorabversion einzeln von Hand mit der Prototypform gegossen. Zukünftig soll der Original GoldJesus® in Lizenz hergestellt werden, so dass er für jeden bezahlbar erhältlich ist. Er soll aus einer Fair Trade zertifizierten Bio-Schokolade bestehen.
Ägidius Engel vom Erzbistum Paderborn bebt: „Theologische und religionspädagogische Bauchschmerzen“ bereite ihm der Vollmilch-Jesus. Gott komme „uns seit 2000 Jahren in Form der Hostie auf die Zunge. Ich will nicht in hundert Jahren einen Schmunzel-Jesus essen.“

Andreas Duderstedt von der Pressestelle der Evangelischen Kirche von Westfalen verfällt fast in Schockstarre vor Entsetzen: „Wenn die Schokolade so geschmacklos ist wie die Geschäftsidee, würde ich sie nicht kaufen“ Und nein, er sei auch nicht bereit, das auszuführen. Das erkläre sich wohl von selbst. Außer empörtem Schnauben ist von ihm keine weitere Stellungnahme zu haben.

Die WELT starte sogleich eine Online-Umfrage, die ergab, daß die Hälfte der Leser den Teufel am Werk sehen:
48 % sagen: Das ist total blasphemisch.
Schockierend, daß trotzdem so viele Prototypen für 15 Euro das Stück geordert werden, daß Oynhausen mit der Produktion gar nicht mehr nachkommt.

Schade, daß ich keine Schokolade mag, sonst würde ich mir auch gleich so ein Figürchen bestellen und ihm als erstes den Kopf abbeißen.

Mittwoch, 19. November 2008

Wofür es sich zu kämpfen lohnt.

Spanien hatte einst die Philippinen kolonialisiert und christianisiert.
Allerdings erdreisteten sich die Unterjochten vor rund 100 Jahren unabhängig werden zu wollen und riefen 1898 die Republik aus.
Das brachte die USA auf den Plan - so ging es ja nun nicht, daß Nicht-weiße plötzlich machen was sie wollen - die Amerikaner erklärten den Krieg.
Von 1899 bis 1902 killten sie dann etwa eine Million Filipinos (20 % der Gesamtbevölkerung) und das Land wurde zur amerikanischen Kolonie.
So dehnte sich das christlich-imperiale Amerika tief in den Pazifik aus.
The land oft he free.
Noch heute haben die USA Hoheitsrechte über 23 Militärstützpunkte auf den Philippinen.
Mit Farbigen kann man es ja machen.

Beim Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg - was sich tatsächlich als ein Segen für Europa heraus stellte - gab es also große amerikanische Flottenstützpunkte auf Hawaii und den Philippinen.
Dort lebten reiche Amerikaner ein HERRLICH koloniales Leben.
In der Navy war alles klar geregelt:
Schwarze durften dienen, servieren, putzen und Kohlen schaufeln. Nicht aber mit den Weißen zusammen arbeiten. Schwarze Offiziere waren verboten, Schwarze und Gelbe saßen hinten im Bus.
Nach dem Beginn des Kriegs im Pazifik (Pearl Harbor, 7. Dezember 1941) war in den USA klar, wie man mit diesen „Gelben“ umzugehen hatte - sie wurden weggesperrt.
Alle. Auch die Amerikaner.
Rasse allein war das Kriterium, um Menschen zu enteignen, zu entwürdigen und entrechten.
Etwa 120.000 Japan-stämmige Menschen - davon 62 % amerikanische Staatsbürger wurden in War Relocation Centers zusammen gepfercht.
Eine Kriegs-Umsiedelungs-Behörde sorgte dafür, daß niemand diesen Lagern entkam.
Die Christen in Gods Own Country fanden das nicht im Geringsten verwerflich und so dauerte es bis 1992 (!!!!), daß eine Entschuldigung ausgesprochen wurde.
Der große Superpräsident Ronald Reagan, die Ikone der Freiheit („Tear down this wall, Mr Gorbatschow“) mochte so einen Satz nicht über die Lippen bringen.

Dies alles sind Verbrechen, die von Christen begangen wurden und gegen die offizielle kirchliche Stellen auch keinerlei Einwände hatten.

Anders sieht es da bei dem Kampf gegen die „gay-marriage“ in Kalifornien aus.
Um das zu verbieten (proposition 8) setzten sich Christenfanatiker wie Tony Perkins massiv ein.
Allein die mormonische Kirche spendete 36 Millionen Dollar für den Kampf gegen Rechtsgleichheit für Homosexuelle.
Die Schwuchteln aber auch!
Der christliche Prediger James Hartline fand nämlich heraus, daß die Tunten für die Waldbrände in Kalifornien verantwortlich sind und den nuklearen Holocaust auslösen können!

Each time homosexual activists attempt to force their agenda on California, there have been raging, massive, incinerating fires sweeping across the California landscape.
Today, people are running for their lives as 800 California homes have burned down and the firestorm is spreading like a nuclear holocaust. Yet, the radical homosexual anarchists rampage upon the streets of this state demanding the destruction of marriage and family, and the establishment of their socialistic dark vision for society. You see, the problem is this: God has plans for California in the near days ahead. Thus, these attempts to force an ungodly tyranny on this state are being met blow with blow by God. God is saying, "California shall be a refuge for America when the catastrophes come. California belongs to Me, not the advocates of sexual anarchy." The more that homosexual activists press their battle in California, the more there will be great calamaties in this state. Go ahead, challenge the Lord Thy God in this season. For I have heard the voice of the Lord say, "This state belongs to God! It is not the land of degradation and immorality anymore. I shall have My way, for this land, I created. And this land is Mine!" thus saith the Lord.

Also - DAS ist doch mal ein überzeugendes Argument dafür, daß sich die Christen wirklich massiv politisch engagieren!

Freitag, 14. November 2008

Das katholische Fundament.

Die neonazistische, homophobe, xenophobische, antisemitische, demokratiefeindliche, frauenverachtende, gewaltverherrlichende, rassistische und christliche Hetzplattform Kreuznet besticht in letzter Zeit mit fortschreitender Radikalisierung.
Obama wird da grundsätzlich als „Neger“ bezeichnet, dessen Wahl ein „riesengroßer Fehler“ sei.
Einzig die Annahme von „Proposition 8“ in Kalifornien findet Kreuznets Gnade:
Die US-amerikanischen Neger lehnen die obszöne Homo-Ehe zu rund siebzig Prozent ab – und zeigen damit eine fortschrittliche und aufgeklärte Gesinnung.
In dem Stil wird auch vor Merkel nicht Halt gemacht:
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel erfüllt den Tatbestand der Volksverhetzung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener. Die enorme Schwere von Frau Merkels Volksverhetzung erhellt bereits angesichts ihrer Prominenz und des exorbitanten Veranstaltungsrahmens mitsamt Presseecho. Eine sofortige öffentliche demütige Entschuldigung seitens der kirchenfeindlichen Bundesrepublik ist zwingend erforderlich.
Es wird vermutlich für immer das Geheimnis der offiziellen Katholischen Kirche sein, wieso sie es nicht für nötig hält sich von derartigen Auswüchsen zu distanzieren und ihnen die Überschrift „Katholische Nachrichten“ großzügig überlässt.

Einer der klassischen Kreuznet-Kommentatoren, der sich HeinrichvonOfterdingen nennt, schrieb gestern in einer Diskussion über das Für und Wider von Sklaverei (!) einen Satz, der mich zu diesem Posting animiert:
… Sie werdens nicht glauben, es gab Zeiten, in denen Leibeigenschaft ein innovatives Wirtschaftssystem war, das allen Beteiligten (also auch den vermeintlichen Opfern) sehr von Vorteil war.
Sklaverei in irgendeiner Form zu euphemisieren und a posteriori Vorteile daran aufzuzeigen, dürfte nun ein kaum noch zu unterbietender Abgrund der Perfidie sein.
Die christliche Seite hat diesbezüglich keinerlei Anlass sich auf ruhigem Gewissen auszuruhen, wurde doch Sklavenhaltung über viele Jahrhunderte religiös untermauert und gerechtfertigt.
Schon Aristoteles erklärte, dass einige Menschen einfach von Natur aus Sklaven seien und es besser für sie sei, überlegenen Menschen als Sklaven zu dienen.
Auf diesem Denkmodell baute dann das Christentum auf.
Da die Fakten so eindeutig sind, zitiere ich ausnahmsweise Wikipedia:
Die neutestamentlichen Schriften gehen von der Existenz von Sklaven als Teil der gottgewollten Ordnung aus, in der die Menschen eben unterschiedliche Status innehaben und sich damit arrangieren müssen, wollen sie Gottes Willen nicht zuwiderhandeln. Im Mittelalter kam für Sklaverei und Sklavenhandel das Argument hinzu, dass damit die Christianisierung von Heiden gefördert werde. Mit den päpstlichen Bullen Dum Diversas (1452) und Romanus Pontifex (1455) wurde es Christen erlaubt, Sarazenen, Heiden und andere Feinde des Christentums zu versklaven und ihren Besitz zu nehmen. Im Fall der dalmatischen fante, deren Unfreiheit zeitlich begrenzt war, wurde betont, dass einige Jahre in sklavenähnlichem Arbeitsverhältnis notwendig seien, damit sie ausreichend Zeit zum Lernen hätten.
Päpste und andere Kurien-Gelehrte waren selbstverständlich Kinder ihrer Zeit und nicht etwa Verkünder einer überlegenen von Gott gegebenen Moral, wie es heutige Christen gerne haben würden.
Sie betrachten nämlich die Bibel als Gottes Wort, als DAS Fundament ihrer Moral.

Ein sehr problematisches Fundament.

Das Buch Levitikus (Das dritte Buch Mose) Kapitel 25:

44 Die Sklaven und Sklavinnen, die euch gehören sollen, kauft von den Völkern, die rings um euch wohnen; von ihnen könnt ihr Sklaven und Sklavinnen erwerben. 45 Auch von den Kindern der Halbbürger, die bei euch leben, aus ihren Sippen, die mit euch leben, von den Kindern, die sie in eurem Land gezeugt haben, könnt ihr Sklaven erwerben. Sie sollen euer Eigentum sein 46 und ihr dürft sie euren Söhnen vererben, damit diese sie als dauerndes Eigentum besitzen; ihr sollt sie als Sklaven haben. Aber was eure Brüder, die Israeliten, angeht, so soll keiner über den andern mit Gewalt herrschen.

Das Buch Jesus Sirach, Kapitel 33:
Die Herrschaft im Haus 23 In allen deinen Taten behaupte dich als Herr / und beschmutze deine Ehre nicht! 24 Wenn deine Lebenstage gezählt sind, / an deinem Todestag, verteil das Erbe! 25 Futter, Stock und Last für den Esel, / Brot, Schläge und Arbeit für den Sklaven! 26 Gib deinem Sklaven Arbeit, sonst sucht er das Nichtstun. / Trägt er den Kopf hoch, wird er dir untreu. 27 Joch und Strick beugen den Nacken, / dem schlechten Sklaven gehören Block und Folter. 28 Gib deinem Sklaven Arbeit, damit er sich nicht auflehnt; / 29 denn einem Müßigen fällt viel Schlechtigkeit ein. 30 Befiehl ihn zur Arbeit, wie es ihm gebührt; / gehorcht er nicht, leg ihn in schwere Ketten! Aber gegen keinen sei maßlos / und tu nichts ohne gutes Recht! 31 Hast du nur einen einzigen Sklaven, / halt ihn wie dich selbst; / denn wie dich selbst hast du ihn nötig. Hast du nur einen einzigen Sklaven, / betrachte ihn als Bruder, / wüte nicht gegen dein eigenes Blut!

Im Neuen Testament wird es leider nicht viel besser - wenn auch moderne Übersetzungen gerne das Wort „Knecht“ statt „Sklave“ verwenden:

Lukas-Evangelium, Kapitel 12:
43 Selig der Knecht, den der Herr damit beschäftigt findet, wenn er kommt! 44 Wahrhaftig, das sage ich euch: Er wird ihn zum Verwalter seines ganzen Vermögens machen. 45 Wenn aber der Knecht denkt: Mein Herr kommt noch lange nicht zurück!, und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen; wenn er isst und trinkt und sich berauscht, 46 dann wird der Herr an einem Tag kommen, an dem der Knecht es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz unter den Ungläubigen zuweisen. 47 Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen. 48 Wer aber, ohne den Willen des Herrn zu kennen, etwas tut, was Schläge verdient, der wird wenig Schläge bekommen. Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man um so mehr verlangen.

Lukas-Evangelium, Kapitel 17:
Das Gleichnis vom unnützen Sklaven 7 Wenn einer von euch einen Sklaven hat, der pflügt oder das Vieh hütet, wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Nimm gleich Platz zum Essen? 8 Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gürte dich und bediene mich; wenn ich gegessen und getrunken habe, kannst auch du essen und trinken. 9 Bedankt er sich etwa bei dem Sklaven, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde? 10 So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

Der Brief an die Epheser, Kapitel 6, erklärt:
5 Ihr Sklaven, gehorcht euren irdischen Herren mit Furcht und Zittern und mit aufrichtigem Herzen, als wäre es Christus. 6 Arbeitet nicht nur, um euch bei den Menschen einzuschmeicheln und ihnen zu gefallen, sondern erfüllt als Sklaven Christi von Herzen den Willen Gottes! 7 Dient freudig, als dientet ihr dem Herrn und nicht den Menschen. 8 Denn ihr wisst, dass jeder, der etwas Gutes tut, es vom Herrn zurückerhalten wird, ob er ein Sklave ist oder ein freier Mann. 9 Ihr Herren, handelt in gleicher Weise gegen eure Sklaven! Droht ihnen nicht! Denn ihr wisst, dass ihr im Himmel einen gemeinsamen Herrn habt. Bei ihm gibt es kein Ansehen der Person.

Der Brief an die Kolosser, Kapitel 3, verlangt:
22 Ihr Sklaven, gehorcht euren irdischen Herren in allem! Arbeitet nicht nur, um euch bei den Menschen einzuschmeicheln und ihnen zu gefallen, sondern fürchtet den Herrn mit aufrichtigem Herzen! 23 Tut eure Arbeit gern, als wäre sie für den Herrn und nicht für Menschen;

Gefälligst gehorchen sollen die Sklaven, steht auch im
Brief an Titus, Kapitel 2:
9 Die Sklaven sollen ihren Herren gehorchen, ihnen in allem gefällig sein, nicht widersprechen, 10 nichts veruntreuen; sie sollen zuverlässig und treu sein, damit sie in allem der Lehre Gottes, unseres Retters, Ehre machen.

Schließlich noch eine Stelle, die für Papst Benedikt XVI, den Nachfolger Petri nicht ganz unwichtig ist:
Der erste Brief des Petrus, Kapitel 2
Die Sklaven in der Nachfolge Christi 18 Ihr Sklaven, ordnet euch in aller Ehrfurcht euren Herren unter, nicht nur den guten und freundlichen, sondern auch den launenhaften.

Zusammenfassend muß man sagen, daß es offensichtlich kein Wunder ist, daß sich bibeltreue Christen nicht recht aufraffen konnten gegen Sklaverei zu argumentieren.

„Gottes Wort“ zur Rechtfertigung vom Sklavenschicksal ist offensichtlich eindeutig.

Donnerstag, 26. Juni 2008

Die schlaue Angela

In Berlin tobt eine publizistische Schlacht um die Einführung von Religion als ordentliches Lehrfach auch an den Berliner Schulen im Rahmen eines Wahlpflichtbereichs Ethik/Religion.
Der Berliner Verein „Pro Reli e.V.", massiv unterstützt von den Kirchen, sieht die Moral schwinden, wenn nicht wieder die Christen direkt ihre religiösen Überzeugungen an die Schüler bringen. Der staatliche ETHIK-Unterricht könne dies nicht gewährleisten.
Die Argumente dafür sind sehr weit hergeholt, da es schließlich das WAHLWACH Religion gibt.
Wer sich also religiös indoktrinieren möchte, kann dies tun. Offenbar geht es den missionierenden Unterstützern eher um ein „contra Ethik“ – da sie dem Staat nicht zutrauen die „Grundlagen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens“ (Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung) zu vermitteln.
Dieser aus den unveräußerlichen Menschenrechten als Minimalkonsens bestehende Grundkonsens weicht womöglich von einzelnen religiösen Überzeugungen ab.
So widersetzt sich die katholische Kirche bekanntlich bis heute der vollen Gleichberechtigung der Frau und bewertet die sexuelle Orientierung der Menschen nicht neutral.
Der Berliner Senat geht also einen vorbildlichen Weg, wenn er die ethischen Grundlagen als Pflichtfach für ALLE Schüler vermittelt und darüber hinaus noch die Wahlfreiheit belässt Religionsgemeinschaften – etwa den christlichen Kirchen und der Islamischen Föderation – nahezu uneingeschränkt ihre Sicht der Dinge vermitteln zu dürfen.
Was soll nun also in dem anti-ethischem Volksbegehren erreicht werden?
Dazu findet man sieben Hauptargumente auf der Website, die teilweise so abstrus sind, daß einem beim besten Willen nicht möglich ist gute Absichten zu unterstellen.
So wird beispielsweise ein „Dilemma“ unterstellt:
Ethik als alleiniges Pflichtfach steht in einem Dilemma. Es soll Werte vermitteln, muss aber als alleiniges, nicht abwählbares Fach weltanschaulich neutral sein. Es gibt aber keine echte Wertevermittlung ohne ein Bezugssystem.
Soll offensichtlich heißen, daß der säkulare Staat über keine Werte verfüge, die nur eine auf der Bibel fußende Kirche habe.
Jene Bibel,
- in der Homosexuelle diskriminiert werden (Levitikus 18.22: Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel.),

- in der Sklaverei gelobt wird (Epheser 6,5: Verhältnis von Sklaven und Herren: Ihr Slaven, seid gehorsam euren leiblichen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfalt eures Herzens, als Christo; Die Sklaven, so unter dem Joch sind, sollen ihre Herren aller Ehre wert halten, auf daß nicht der Name Gottes und die Lehre verlästert werde. Den Sklaven en sage, daß sie ihren Herren untertänig seien, in allen Dingen zu Gefallen tun, nicht widerbellen, auf Hoffnung des ewigen Lebens, welches verheißen hat, der nicht lügt, Gott, vor den Zeiten der Welt, Ihr Sklaven, seid untertan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. 6nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes tut von Herzen, mit gutem Willen.

- Die dem Antisemitismus frönt: (1, Thess, 2,15) … Aber die halsstarrigen Juden neideten und nahmen zu sich etliche boshafte Männer Pöbelvolks, machten eine Rotte und richteten einen Aufruhr in der Stadt an und traten vor das Haus Jasons und suchten sie zu führen vor das Volk.
Saulus aber hatte Wohlgefallen an seinem Tode. Es erhob sich aber zu der Zeit eine große Verfolgung über die Gemeinde zu Jerusalem; und sie zerstreuten sich alle in die Länder Judäa und Samarien, außer den Aposteln welche auch den HERRN Jesus getötet haben und ihre eigenen Propheten und haben uns verfolgt und gefallen Gott nicht und sind allen Menschen zuwider, Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind!

- und die verkündet, daß Frauen in der Gemeinde zu schweigen haben (1, Korinther, 14)

Diese Liste ließe sich lange fortführen gerade im 3. Buch Mose findet man menschenrechtswidrige gewalttätige Vorschriften zu Hauf.
Daß nun gerade ein Ablösen des verpflichtenden Ethikunterrichts durch eine religiös eingefärbte Sichtweise dazu beitrüge die Toleranz zu fördern, scheint in Schilda ersonnen worden zu sein.
Die HU stellt fest:
Der Gesetzentwurf von „Pro Reli“ vermengt bekenntnisgebundenen Unterricht mit dem allgemeinbildenden staatlichen Unterricht, der religiös und weltanschaulich neutral sein muss. Die klare Trennung von Kirche und Staat ist gerade in einem so vielfältigen Bundesland wie Berlin unverzichtbar. Gleichzeitig ist es wichtig, dass alle Schülerinnen und Schüler etwas über die religiöse, weltanschauliche und kulturelle Vielfalt in unserer Stadt erfahren, sich über gemeinsame Regeln des Zusammenlebens verständigen und lernen, die Rechte der jeweils anderen zu respektieren. Dafür bietet das Fach Ethik für alle Schüler und Schülerinnen gute Voraussetzungen, die es zu erhalten und auszubauen gilt. Das von „Pro Reli“ vorgeschlagene Wahlpflichtfach Ethik/Religion ist nicht in gleicher Weise geeignet, zu Toleranz und Integration beizutragen. Die Bürgerrechtsorganisation Humanistische Union hält daher den Gesetzentwurf von „Pro Reli“ für den falschen Weg und lädt alle Berlinerinnen und Berliner ein, unsere Gegenargumente zu prüfen.

Aber wozu haben wir unsere allseits beliebte Bundes-Angela?
Sie unterstützt ausdrücklich diese kruden „Pro-Reli“-Forderungen und bringt dazu ein ganz neues Argument – die ökonomische Prosperität:
Ja, doch – also wer gerade schon vor Lachen vom Stuhl gefallen ist, möge sich die Merkelschen Gedanken, die über Kath.net verbrietet werden, doch noch antun:
Nach Ansicht der Kanzlerin ist die Soziale Marktwirtschaft, die vor 60 Jahren vom damaligen Bundeswirtschaftsminister und späteren Bundeskanzler Ludwig Erhard (CDU) eingeführt wurde, ohne das ihr zugrunde liegende christliche Menschenbild nicht zu verstehen. Ohne die christliche Leitvorstellung vom Starken, der dem Schwachen beizustehen habe, wäre diese Wirtschaftsordnung weder wirtschaftlich noch politisch erfolgreich gewesen. Auch nach der staatlichen Einheit Deutschlands habe sie sich bewährt. Während die frühere DDR nur etwa 30 Prozent des ökonomischen und sozialen Niveaus des Westens Deutschlands gehabt habe, liege dieses heute bei 80 Prozent. In zahlreichen Bereichen gebe es sogar gleiche Verhältnisse. „Ohne die Einsicht, dass der Starke für den Schwachen da sein müsse, wäre eine solche Leistung nicht möglich gewesen“, sagte Frau Merkel. Allerdings gerieten die Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft zunehmend in Vergessenheit.

So ist das also – Atheisten krebsen also auch einem extrem niedrigen wirtschaftlichen Niveau und müssen mit nur 30 % des Christengeldes auskommen.
Dann müssten also die reichsten Länder Europas Polen und Portugal sein!
Das war mir bisher neu, Frau Bundeskanzlerin! Danke für die Nachhilfe.

In Lateinamerika (91,6 % Christenanteil) scheinen gar Milch und Honig zu fließen und auch Afrika hat mit fast 400 Millionen Christen und den größten Zuwachszahlen der RKK offenbar ökonomisch einen großen Vorsprung vor Atheisten-Regionen wie dem armen Hamburg.

Mensch Merkel – wenn ich Sie nicht hätte, wäre mir dieser Zusammenhang wohl nie waufgegangen!

Dienstag, 7. August 2007

Abolitionismus

Die irren Piusbrüder auf kotz.net sind ja nur eine von vielen idiosynkratischen Scheinmoralikern, die sich gerne aus der Bibel bedienen, um mit geschwollener Empörung ihre Hassattacken zu reiten. Immer mit der Attitüde „Wir sind besser als Ihr“, weil man ja Gott, die Bibel genauso wie Ethik und Moral auf seiner Seite habe.
Das unerträglich larmoyante Hochhalten von Bibelsprüchen zum Beleg einer willkürlichen Moral, ist dabei an Heuchelei nicht zu überbieten.
Bis weit hinein in demokratische Parteien, wie der CDU wird aus diesem alttestamentarischen Sumpf nach Argumentationen geklaubt. Homosexuelle Adoptionen seien beispielweise nun wirklich indiskutabel, weil Gott das nicht gewollt haben.

Andere Dinge, die genauso vehement und unversöhnlich mit Bibel-Argumentationen untermauert wurden – wie Rassentrennung oder das Verbot von Frauenwahlrecht, werden heute allerdings nicht mehr ganz so offensiv vertreten.

Da möchte ich doch gleich noch mal an etwas erinnern, daß von christlicher Seite über Jahrhunderte massiv als „Gottes Wille“ verteidigt wurde und das vielfach in der Bibel zu verifizieren ist:

Sklaverei!

Tolle, natürliche und Gott-gewollte Sache – wie sagte schon Gottes Sohn?

Ein Jünger steht nicht über seinem Meister und ein Sklave nicht über seinem Herrn.
(Jesus, MT 10,24)

5aIhr Sklaven, seid gehorsam euren irdischen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfalt eures Herzens, als dem Herrn Christus; 6nicht mit Dienst allein vor Augen, um den Menschen zu gefallen, sondern als Knechte Christi, die den Willen Gottes tun von Herzen. 7Tut euren Dienst mit gutem Willen als dem Herrn und nicht den Menschen; 8denn ihr wißt: Was ein jeder Gutes tut, das wird er vom Herrn empfangen, er sei Sklave oder Freier. b
(Brief an die Epheser, 6)

Die Sklaverei ist ein Gottesgeschenk.
(Kirchenlehrer Ambrosius)

Die Sklaven sollen zur Ehre Gottes noch eifriger Sklavendienste tun, damit sie herrlichere Freiheit von Gott erlangen.
(Bischof Ignatius)

(44) Die Sklaven und Sklavinnen, die euch gehören sollen, kauft von den Völkern, die rings um euch wohnen; von ihnen könnt ihr Sklaven und Sklavinnen erwerben. (45) Auch Kinder von den Halbbürgern, die bei euch leben, auch ihrer Sippen, die mit euch leben, von den Kindern, die sie in eurem Land gezeugt haben, könnt ihr Sklaven erwerben. Sie sollten euer Eigentum sein. (46) Und ihr dürft sie euren Söhnen vererben, damit diese sie als dauerndes Eigentum besitzen, ihr sollt sie als Sklaven haben.
(DAS BUCH LEVITIKUS)

(25) Brot, Schläge und Arbeit für den Sklaven! (26) Gib deinem Sklaven Arbeit, sonst sucht er das Nichtstun. Trägt er den Kopf hoch, wird er dir untreu. (27) Joch und Strick beugen den Nacken, dem schlechten Sklaven gehören Block und Folter. (28) Gib deinem Sklaven Arbeit, damit er sich nicht auflehnt; denn einem Müßigem fällt viel Schlechtigkeit ein. (30) Befiehl in zur Arbeit, wie es ihm gebührt; gehorcht er nicht, leg ihn in schwere Ketten!
(DAS BUCH JESUS SIRACH
)

Die Bibel rechtfertigt das Foltern und Misshandeln von Sklaven!!

(6) Alle, die das Joch der Sklaverei zu tragen haben, sollen ihren Herren alle Ehre erweisen, damit der Name Gottes und die Lehre nicht in Verruf kommen.
DER ERSTE TIMOTHEUSBRIEF
WORT AN DIE SKLAVEN:
(6,1-2)

(9) Die Sklaven sollen ihrem Herrn gehorchen, ihnen in allem gefällig sein, nicht widersprechen, nichts veruntreuen; sie sollen zuverlässig und treu sein, damit sie in allem die Lehre Gottes, unseren Retters, Ehre machen.
DER TITUSBRIEF,
ANWEISUNGEN AN DIE EINZELNEN STÄNDE (2,1-10)