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Donnerstag, 22. November 2007

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Oswald Metzger ist einer der wenigen Politiker, denen ich mit echten Vergnügen zuhörte.
Im Bundestag brillierte er mit stets völlig frei gehaltenen Reden – ohne auch nur den kleinsten Spickzettel zu benutzen. Unglaublich, wie der Mann alle Zahlen und finanzpolitischen Fakten im Kopf präsent hat.
Von 1994 bis 2002 war er Mitglied des Deutschen Bundestags, ordentliches Mitglied im Haushaltsausschuss, Obmann der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und deren haushaltspolitischer Sprecher. Von 2000 bis 2002 war er Mitglied im Finanzausschuss und dort auch Obmann seiner Fraktion. In dieser Zeit erwarb sich Metzger den Ruf eines Finanzexperten. Dabei setze er sich insbesondere für Haushaltskonsolidierung und für ein stärker marktwirtschaftliches Profil der Grünen ein.
2002 gelang es ihm aber nicht mehr einen sicheren Listenplatz in BW zu bekommen, da sich dort die Promis ja geradezu stapeln. Offenbar betrübt ihn das gar fürchterlich und so neigt er mehr und mehr zu garstigen Äußerungen.
Jetzt, kurz vor dem Bundesparteitag hängt der grüne Haussegen aber so was von schief.....
Metzger hat behauptet, Hartz IV mache manche Arbeitslose «träge und antriebsarm» und steht wegen seiner Äußerung, viele Sozialhilfe- Empfänger sähen «ihren Lebenssinn darin, Kohlehydrate oder Alkohol in sich hineinzustopfen, vor dem Fernseher zu sitzen und das Gleiche den eigenen Kindern angedeihen zu lassen». innerparteilich in der Kritik.
Das scheint mir ein Fall von Euphemismus zu sein. Allerdings spielt der gute Oswald ja eh schon lange mit dem Gedanken zur CDU zu wechseln und sein Fraktionsvorsitzender sieht kaum noch Chancen ihn davon abzuhalten. Inzwischen legte Metzger just auch noch mal nach, indem er feststellte, ein abgesichertes Existenzminimum ohne Forderung nach Gegenleistung mache «ein Teil der Empfänger träge und antriebsarm». Deren Kinder «lernen nichts, verdummen buchstäblich durch vielerlei elektronische Medien und kommen dann als Sechsjährige übergewichtig in die Schule».
Wie so viele Aufregerthemen, sind dies natürlich teilweise nicht zu leugnende Tatsachen - es fragt sich nur wie viel die political correctness zuläßt.
Die Aufforderungen seine polarisierenden Äußerungen zurück zu nehmen, prallen an ihm ab: Der „Schwäbischen Zeitung“ sagte er: „Ich bleibe bei meinen Äußerungen, aber das ist keinesfalls ein Pauschalurteil. Bei manchen Sozialhilfe-Empfängern in der zweiten oder dritten Generation gibt es eine Antriebsarmut von klein an.“
Grünen-Vorsitzender Reinhard Bütikofer sagte in einem Interview der „Südwest Presse“: „Wenn einer gehen will, muss man ihn ziehen lassen.“ Er glaube, dass sich der Haushaltsexperte längst entschieden habe „und nur noch nach einer gefälligen Inszenierung sucht, um die Grünen zu verlassen.“

Ich frage mich nur, was Oswald Metzger dann bloß in der CDU erreichen will – einer Partei, die schon vor über einem Jahr unter donnerndem Applaus der Delegierten die Verlängerung der ALG-Auszahlung forderte, deren MP’s wie Herr Althaus sogar dringend eine ERHÖHUNG der Hartz-Sätze verlangen und die in Rüttgers den linkesten Arbeiterführer in ihren Reihen haben.
CDU-Mann Rüttgers verlangte schon 2005 die Härten der Hartz-Reformen zurück zu nehmen, als noch Rot/Grün in Berlin regierte.
Sachsens MP Milbradt ging sogar gleich zu Beginn der Hartzreformen mit auf die Montagsdemos in Leipzig, um gegen die bösen und sozial eiskalten rotgrünen Reformen zu protestieren.
Armer Oswald – da muß er wohl noch mal genauer suchen nach einer passenden Partei. Von 1974 bis 1979 gehörte er der SPD an uns trat 1987 den Grünen bei. Da Weichbirne Westerwelle wohl nicht in Frage kommt für rationale Menschen, bleibt allerdings im Moment nur noch die CDU..

Kommentare:

Regine hat gesagt…
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Regine hat gesagt…
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