TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Dienstag, 19. Juli 2011

Der Neue ist traurig.

Der Bischof von Hildesheim, Norbert Trelle, 68, hat alle Hände voll zu tun.
Schließlich ist sein Chef bald zu Besuch und dazu organisiert Trelle eine „Wallfahrt zum Papstbesuch in Etzelsbach“ für die Jugend.
Kostet auch nur 20 Euro!
Nach eigenen Angaben sind der Opus-Dei-Mann Woelki (Berlin) und er ohnehin die einzigen beiden Bischöfe, die sich mit Technik und Internet auskennen.
Locker-flockig, wie er ist, läßt er sich sogar beim Vornamen anreden.

Aufruf von Bischof Norbert:
Liebe Jugendliche!
So nah ist ein Papst unserem Bistum wohl noch nie gewesen! Papst Benedikt XVI. besucht das Eichsfeld. In Etzelsbach wird er mit vielen tausend Menschen eine marianische Vesper feiern. Bei der Chrisammesse habe ich Euch eingeladen, dass wir uns gemeinsam auf den Weg machen. Ich freue mich darauf, von Duderstadt aus die neun Kilometer in großer Gemeinschaft mit Euch zu gehen: zusammen unterwegs sein, miteinander beten, sich unterhalten und mit Papst Benedikt XVI. ein großes Glaubensfest feiern. Alle Jugendlichen, Erwachsenen und Kinder aus unserem Bistum sind herzlich willkommen zur Fußwallfahrt durch das Eichsfeld am 23. September 2011! Euer + Bischof Norbert
(jugendpastoral-hildesheim.de)


Heinz-Günter Bongartz, 56, Weihbischof in Hildesheim, Titularbischof von Bonusta (Tunesien), der die Weihen erst im Februar dieses Jahres empfing, hat im Moment weniger Grund zum Jubeln als sein Diözesanbischof Trelle.
Auf den Jüngsten der Truppe entfallen die weniger lustigen Probleme mit der Jugend.

Wieder einmal hat ein katholischer Pfarrer, ein 46-Jähriger aus Salzgitter, Schlagzeilen produziert, indem er über Jahre kleine Jungs vergewaltigte.
Nicht in grauer Vorzeit, sondern bis ins Jahr 2011.

Der Fall des katholischen Priesters aus Salzgitter, der wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch in Untersuchungshaft sitzt, zieht immer weitere Kreise. Der 46-Jährige soll sich an zwei weiteren Minderjährigen vergangen haben, teilte die Polizei am Montag in Braunschweig mit. Dabei handele es sich um ein Kind und einen Jugendlichen aus dem Raum Salzgitter. Der Beschuldigte habe auch diese Vorwürfe eingeräumt. Der Pfarrer hatte zunächst zugegeben, sich seit 2004 in mehreren Fällen an einem anfangs zehnjährigen Jungen vergangen zu haben. (evangelisch.de 19.07.11)

Bongartz, das Greenhorn unter den Bischöfen ist nun „ganz traurig“:

„Wir werden Jahre und Jahrzehnte brauchen, um das Vertrauen der Menschen zurückzugewinnen“, sagte Bongartz zu den Folgen des erneuten Missbrauchsfalls für das Ansehen der Kirche. Im vergangenen Jahr hatte der Missbrauchsskandal bereits einen kräftigen Anstieg der Kirchenaustritte im Bistum Hildesheim verursacht, die Zahl war 2010 um 28 Prozent auf 5809 in die Höhe geschnellt.
(dpa, 18.07.2011)

Dafür hat „Bischof Norbert“ aber keine Zeit.

Statt sich um penetrierende perverse Priester zu kümmern, fährt er lieber zum großen Protektor der Pädokriminalität, seinem obersten Chef Ratzinger.


Der Weihbischof kann inzwischen zuhause die Wogen glätten.
Nun ist der 46-Jährige Kinderficker aus Salzgitter immerhin schon mal als Priester „beurlaubt“. Aber nur "vorläufig" - ist ja eigentlich ein toller Mann, den das Bistum offensichtlich noch einzusetzen gedenkt.
Nein, natürlich noch nicht entlassen oder gar entweiht.
Nur weil er seit sieben Jahren regelmäßig mindestens drei kleine Jungs vergewaltigt hat, muß man ihn nicht gleich aus der Kirche werfen.
Kann ja mal vorkommen.


Und außerdem hatte Bongartz ja schon mal vor ein paar Jahren mit ihm „geredet.“

' Weil der Pfarrer offenbar eine zu große Nähe zu Kindern suchte, hatte sich bereits 2006 eine Familie beschwert. 'Wir haben ihm damals in einem Gespräch signalisiert, wo die Grenzen sind', sagte Bongartz.
(dpa 18.07.2011)

So ist das in nun mal in einer Organisation, die sich vollständig einem Mann namens Ratzinger unterwirft, der seit mindestens 2001 systematisch dafür gesorgt hat, daß sexuelle Übergriffe seiner Priester auf Jugendliche bei Androhung höchster Kirchenstrafen vertuscht wurden.

Wenn man verklemmte Zölibatäre mit so einer Ideologie auf Kinder loslässt muß man sich nicht wundern.
Man muß sich auch nicht wundern, daß im Bistum Hildesheim nach dem Auftauchen entsprechender Vorwürfe gegen einen Priester ein kleines unverbindliches „Gespräch“ die einzige Konsequenz blieb und der Kinderquäler weiter auf seine Opfer angesetzt wurde.

Was mich aber doch ein bißchen wundert, ist zu beobachten wie totgeritten dieses Thema schon wieder ist.
Seit einigen Tagen schon suche ich nach Informationen zu dem Fall Salzgitter.
Aber es gibt in allen großen Zeitungen immer nur die gleiche dürre dpa-Meldung.
Auch nur einen eigenen Journalisten darauf anzusetzen, der darüber einen Artikel schreibt und die zuständigen Leute befragt, ist den Tageszeitungen und Magazinen offensichtlich schon zu viel Aufwand.

Auf der Homepage des Bistums findet sich auch nur eine dürre Standardmeldung.
Man bedauert es (insbesondere den „Vertrauensverlust“, nicht so sehr die Opfer), aber denkt nicht daran irgendwelche Praktiken zu ändern.

Auch die Opfer werde man nicht kontaktieren. Falls die ein Gespräch wünschten, könnten sie sich ja an die zuständigen Beauftragten wenden.

Diese Ansprechpartnerin und Ansprechpartner sind:
Sr. M. Ancilla Schulz (Vinzentinerin, Dr. med. Martina Schulz), Fachärztin für Psychiatrie und Dr. John G. Coughlan, Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut
(bistum-hildesheim.de)

Der lockere Bischof Norbert hat für die Opfer allerdings kein Ohr.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Warum hast Du denn bei den Ansprechpartnern ausgerechnet den Anwalt unterschlagen?

Lothar Herzog, Rechtsanwalt - Fachanwalt für Sozialrecht,
Osterstraße 7- 9, 31134 Hildesheim, Tel. (05121) 28929-33,
E-Mail: herzog-biendarra@t-online.de

Gruselig ist übrigens, dass das Bistum verschweigt, wo denn eigentlich die Loyalitäten der drei liegen. Gut bei der Nonne ist es klar (ich frage mich sowieso, welches Opfer das Gespräch mit einer zur Psychiaterin ausgebildeten Nonne sucht-ich hatte immer geglaubt zwischen Arzt und Patient sei ein gewisses Vertrauensverhältnis Vorraussetzung).
Aber wenn ich (ich gehöre natürlich nicht zu den Opfern, nicht das Missverständnisse aufkomen) jetzt das 'Gespräch' mit einem Anwalt suche und der mir dann möglicherweise in einem Entschädigungsprozess (oder auch nur in Verhandlungen um einen Vergleich) als Vertreter der Gegenseite begegnet, würde ich mich gleich nochmal betrogen fühlen.

Schöne Grüße

QuakediQuak

TAMMOX hat gesagt…

Guter Hinweis!

Da kommen wir letztendlich wieder auf das HUK-Paradoxon („Homosexuelle und Kirche“).
Wieso machen sich Leute, die so stark von der RKK angelehnt werden eine derartige Mühe damit doch ein bißchen Anerkennung zu bekommen?

Man sollte doch einfach austreten.

Ich habe auch schon gelegentlich Angehörige von Missbrauchsopfern gesehen, die in Talkshows mit der Kirchenleitung hadern, aber lauter gutgemeinte Tipps geben, wie die Kirche wieder besser dastehen könnte.

Das Brainwashing ist offensichtlich noch ziemlich tief, wenn man nach so einem Erlebnis immer noch zur Kirche hält und mit den Mitgliedsbeiträgen (vulgo „Kirchensteuer“) die Typen alimentiert, die für das Erlittene verantwortlich sind.

Man sollte Missbrauchsopfern lieber damit helfen ihnen klar zu machen, daß sie auch als selbstbewußte Menschen außerhalb der Kirche leben können.
Bloß raus da!

LGT