TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Mittwoch, 11. Februar 2009

NRW-Zimperliesen.

Oliver Wittke, 42, Diplom-Geograph, ist ein typisches CDU-Gewächs.
Er wurde schon mit 29 Jahren in den NRW-Landtag gewählt und sorgte 2002 als Oberbürgermeister von Gelsenkirchen für beispiellose Geldverschwendung, als er Millionen Euro für dubiose Pläne eines Hans-Sachs-Hauses freigab.
Es wurden wie vom Landgericht Hamburg bestätigt, »Millionen Euro am Rat vorbei in die Taschen von Groß-Investoren geschleust«.
Nach seiner Abwahl als Oberbürgermeister hinterließ er die Stadt Gelsenkirchen 2005 mit einer Bauruine als Rathaus und Millionen Schulden bei der Deutschen Bank, Imtech und dem Baukonzern Heitkamp.
Sein Nachfolger hat das Projekt inzwischen beerdigt.
Wittke sorgte als OB außerdem für Aufsehen, als er als einer der ersten öffentlich die Hilfen für Ostdeutschland in Frage stellte - auch in Gelsenkirchen sei das Geld knapp.
Honi soit qui mal y pense.
Von den Bürgermeisterpflichten befreit, holte ihn der oberste Arbeiterführer des Ruhrgebietes als Verkehrsminister in die NRW-Landesregierung.
Zum Amtsantritt läßt er in einem Zeitungsinterview den Satz vom Stapel "Ich kann auch mit Doofen."
Sein Arbeitseifer muß wohl als unausgereift bezeichnet werden - so wurde Wittke Gegenstand einer kleinen Anfrage der Abgeordneten Sylvia Löhrmann, da er 2006 während einer Debatte über Hartz-IV mit dem Kollegen Holger Müller Fußball-Bildchen tauschte und in sein Sammelheft klebte.
Auf sein offensichtliches Desinteresse an dem Schicksal von Hartz-IV-Empfängern antwortete er, daß er selbst entscheide bei welchen Themen er „andächtig dabei“ sein müsse.

Skandale produzierte Wittke wie kaum ein anderer.
So wollte er 2007 seinen Duz-Freund Matthias Klein als Geschäftsführer der landeseigenen Wohnungsbauförderungsgesellschaft WFA installieren. Nach massiver Kritik zog er die Pläne zurück.
Die üblichen Regeln gelten nicht für einen wie Verkehrsminister Wittke.
Dass er vor einem Viertel Jahr im Hochsauerlandkreis mit Tempo 109 km/h durch die geschlossene Ortschaft Meschede raste, störte ihn nur insofern, daß er dabei geblitzt wurde und seinen Führerschein verlor.
Drei Monate klebte er weiter an seinem Amt, bis er heute zurück getreten wurde und zerknirscht nachschob, daß er seiner „Vorbildfunktion als Verkehrsminister“ nicht mehr gerecht werden könne.
Der Tempo-Rambo verliert verblüffenderweise nun auch noch die Schirmherrschaft über die Kampagne "Runter vom Gas".


OK, ich gebe zu, daß ich dies mit diebischer Freude schreibe - endlich mal wieder ein Anlass meinen mit Abstand liebsten Politskandal zu erwähnen, da es sich auch um einen ehemaligen Verkehrsminister handelt.
Treue Leser können das sicherlich schon singen - sorry, aber weil es „so schön“ ist:

Der damalige CSU-Generalsekretär Otto Wiesheu säuft sich zu bis Oberkante Unterkiefer, steigt ins Auto, fährt am 29.10.1983 eine Frau TOT und verletzt eine weitere Person lebensgefährlich, begeht Fahrerflucht und wird dann nicht nur NICHT eingesperrt, sondern wird von Stoiber zum Verkehrsminister ernannt.
VERKEHRSMINISTER - ausgerechnet!
Ein kleiner Klaps mit DM 20.000 Geldstrafe reicht wohl für einen CSU-Granden.
Stattdessen gab es je Menge Ehrungen; u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.

Nur mit dem Gehalt war es in Bayern wohl ein bisschen schlapp. Als Bayerischer Minister hat Wiesheu nur den Hungerlohn von 13.000 Euro im Monat gehabt.
Naja, das Problem wäre dann wohl erledigt – jetzt ist sein Monatsgehalt auf knapp 140.000 Euro im Monat gestiegen.
Soviel verdient der gute Mann nämlich jetzt als Bahn-Vorstand.

Dort rumpelt es ja gerade gewaltig - vielleicht wird bald ja mal wieder ein Millionen-dotiertes Pöstchen frei.

Bietet sich Oliver Wittke nicht für so eine Stelle an?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Jeden Tag ein neues Anekdötchen aus der Bananenrepublik Deutschland.

Und das geht schon seit Jahrzehnten so... im Süden Deutschlands ist es eher der schwarze Filz, im Norden eher der rote. Der definitive Beweis, dass zuviel "Einheitspartei" jeder Demokratie schadet.

Nicht dass unser bisschen Demokratie jemals unter optimalen Bedingungen gestartet wäre oder noch eine sonderlich lange Lebenserwartung vor sich hat - das insbesondere dank der CDU und ihrer rotlackierten "Light" Version.

Der Nordstern.

TAMMOX hat gesagt…

Ja vielen Dank Nordstern.

Den Satz

Jeden Tag ein neues Anekdötchen aus der Bananenrepublik Deutschland.

habe ich mir gleich zu Herzen genommen und dazu auch das aktuellem Posting geschrieben.

http://tammox.blogspot.com/2009/02/lugen-in-zeiten-der-merkel.html

Was soll man noch sagen? Offenbar WOLLEN die Deutschen verarscht werden.

LG
T

Anonym hat gesagt…

Ich sagte ja schon einmal: die Deutschen sind in politischen Dingen Masochisten.

Dieser ganze bürgerliche Konservativismus ist eine Lebenslüge (ursprünglich vom Adel ausgedacht um das reiche Bürgertum bei der Stange zu halten) und von daher ist es auch nicht verwunderlich, wenn alle, die sich damit schmücken bzw. instrumentalisieren, Lügner und Betrüger sind.

Der Nordstern.

TAMMOX hat gesagt…

Der Deutsche Wähler honoriert Ehrlichkeit nicht - insofern kann man es den Konservativen kaum verübeln.

Ich erinnere an 1990, als Sozialdemokraten wie Pöhl, Lafontaine und Schmidt sagten, daß das jetzt aber RICHTIG teuer wird mit der DDR und da eine Menge Probleme auf uns zukämen - während die CDU-Seite das alles wegwischte, von "büühenden Landschaften" faselte und versprach es gäbe keine Steuererhöhungen.

Letzteres klang irgendwie bequemer und so gab es für Kohl eine dicke mehrheit.
Die Zeche für das ökonomischen Unglück, in das uns damals CDU und FDP reinritten (Finanzierung über Lohnnebenkosten, Rückgabe vor Entschädigung, Treuhand, Absage der neuen Verfassung, etc, etc) zahlen wir bis heute.

LG
T