TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Samstag, 11. Juni 2011

Ganz, ganz dunkelgrün - Saulus/Paulus Teil II

Die Grünen mit ihrer frommen Front-Frau Göring-Eckardt werden immer attraktiver für die Konservativen.
Die studierte Theologin ist nicht nur Grüne Vize-Bundestagspräsidentin, sondern Hardcore-Christin.
Sie ist Präsidiumsmitglied des deutschen Evangelischen Kirchentages, gehört dem Kuratorium „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ und dem Kuratorium der „Internationalen Martin Luther Stiftung“ an.
Sie wurde 2007 für eine Amtszeit von sechs Jahren zum Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages gewählt, ist Patin des fundamental-christlichen "Kinderhospizes Bethel“ und setzte sich 2009 sogar bei der Wahl zum Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gegen den Ex-Ministerpräsidenten Bayerns, Günter Beckstein durch.
Die Ober-Grüne gehört dadurch natürlich auch dem einflussreichen Rat der EKD an.
Katrin Göring-Eckardt, die Mutter zweier Söhne ist zudem Präsidentin des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentags 2011 in Dresden und sprach als solche auch das Schlußwort zu den geistig verflachten Käßmann-Jüngern, die in jede Kamera ein aus den Händen geformtes Herz zeigten.

Liebe Kirchentagsgemeinde, liebe Schwestern und Brüder,
ein wunderbarer Kirchentag liegt hinter uns. Wir haben Großes und Bewegendes gesehen.
[…] Wir müssen reden, haben wir zu Beginn gesagt – und: Wir haben geredet. Miteinander und mit Gott. Gott sei Dank!
[…] Das alles ist großartig. Liebe Kirchentagsbesucherinnen und -besucher, in Ihrer Nähe sehen Sie bestimmt eine Helferin / einen Helfer. Zeigen Sie Ihnen doch einfach einmal das Herz, unser Handherz.
Als Dankeschön.
[…] So sind wir unterwegs: Die Welt nicht ohne Gott, Gott nicht ohne Welt, beides zusammen wohnt mitten in unseren Herzen. Denn da, wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Und wir sind frei, wenn Gott unser Schatz ist, frei für eine bessere, lebenswertere Welt.
[…] seid barmherzig mit Euch selbst, gebt Gott Raum in eurem Herzen, denn er ist barmherzig, und wir können es auch sein.
(goering-eckardt.de)

Ja, der liebe Gott. Er ist so barmherzig.



(Wäre ich Grüner, würde ich jetzt meine Parteimitgliedschaft kündigen. Aber ich habe schließlich mit den Katholiban Nahles und Thierse in meiner Partei genauso zu leiden.)

Was mich abstößt, zieht die Konservativen an.

Ohnehin verstehen selbst CDU-Abgeordnete nicht mehr den Unterschied zwischen Union und Grünen.

Als sich am vergangenen Montag die Unionsfraktion traf, um über das neue Energiekonzept zu beraten, stellte der Karlsruher Abgeordnete Axel Fischer eine simple Frage: "Was unterscheidet uns eigentlich noch von den Grünen?" Eine klare Antwort blieb die Kanzlerin schuldig.
(Der Spiegel 11.06.2011)

In der Tat; das Alleinstellungsmerkmal der CDU - die bedingungslose Hörigkeit gegenüber dem Atomoligopol - wurde soeben abgeräumt.
Erklären kann das die Kanzlerin natürlich nicht, die unter maximaler Heuchelei dem Bundestag weismachen wollte, sie allein habe den Atomausstieg erfunden.

Keine Kanzlerin bekennt es, kein Minister sagt es, aber sie alle wissen es - wollen es aber sogleich wieder vergessen: Wenn das richtig ist, was jetzt getan wird, dann waren Hunderte Wahlkämpfe der CDU und CSU ein kolossaler Irrtum; dann war der nukleare Glaube der Union ein Aberglaube; dann waren und sind die alten Feindbilder Trugbilder; dann haben diejenigen recht behalten, auf die man einst mit Fingern gezeigt und gegen die man die Polizei hat aufmarschieren lassen. Wenn das richtig ist, was jetzt propagiert wird, dann standen nicht Christdemokraten und Christsoziale auf der richtigen Seite, sondern die Anderen, die einst langhaarigen, jetzt bürgerlichen Parka- und Pulloverträger, die Grünen und Ostermarschierer, die Leute vom BUND und von Greenpeace und die angeblich suspekten Gestalten der Demonstrationen von Wyhl, Brokdorf und Gorleben. Das ist für die Union ein Kulturschock und eine Katastrophe.
[…] Die Regierung Merkel hatte sich und das Land noch einmal in das nukleare Gefängnis gesperrt, obwohl dessen Gitter von der rot-grünen Vor-Vorgänger-Regierung schon gesprengt worden waren.
[…] Der Staat spielte nun fünfzig Jahre lang die Bad Bank für die Energiekonzerne:
Er nahm ihnen die Aufgabe der Entsorgung des Atommülls ab, gewährte ihnen Steuervorteile und begrenzte die Haftung der Konzerne für nukleare Unfälle auf Summen, die in Anbetracht der Gefahren lächerlich waren. Das heißt: Die Konzerne strichen die Gewinne ein, der Staat übernahm die Risiken. Das waren paradiesische Zustände für die Stromkonzerne.

(Heribert Prantl, 11.06.11)

Fürwahr paradiesische Zustände, in denen RWE, EnBW, Vattenfall und E.on bisher lebten.

Durchgesetzt hatte den Zustand die CDU und dabei besonders maßgeblich Angela Merkel als Umweltministerin und Kanzlerin.

Die Heuchelei sich als Architektin des Ausstiegs selbst zu feiern, ist kaum zu übertreffen.

Heucheln - das ist inzwischen das Markenzeichen der Merkel geworden.

Also, was habe ich in der Bundestagsdebatte gehört: Ehrlich gesagt – jede Menge politische Heuchelei. Die erste Heuchelei besteht darin, dass eine Fata Morgana bemüht wird. Das nach Konsolidierung in der Finanz-Wüste dürstende Volk soll glauben, es gebe eine Alternative zur Griechenland-Hilfe. Die gibt es nicht. Wenn wir nicht helfen, knallt's. Und dann stolpern auch deutsche Banken in den Abgrund.
[…] Die zweite Heuchelei besteht darin zu suggerieren, wir armen Deutschen müssten dauernd für die finanzpolitischen Chaoten in Griechenland zahlen.
[…] Die dritte Heuchelei besteht darin, wie hochstaplerhaft jeweils Union, FDP und SPD für sich beanspruchen, die Gralshüter des Europagedankens zu sein. Scheinheiliger geht’s kaum noch. Die Bundeskanzlerin zielte auf klassische Ressentiments als sie behauptet hatte, im europäischen Süden gehe man viel früher in Rente als im fleißigen Deutschland, das sei zu teuer für die Staaten. Nachweislich falsch, gibt aber Populistenpunkte!
(Jens Borchers, HR, ARD-Hauptstadtstudio)

Zurück zu den Grünen, die inzwischen auf den Christenzug gesprungen sind, von Gottes Barmherzigkeit und Bewahrung der Schöpfung fabulieren.
Sie sind inzwischen die wahren Konservativen.
Es wundert immer weniger, wenn frustrierte CSUler und CDUler gleich zu ihnen übertreten.

Wir haben bereits Beispiele gesehen.

Der frühere CSU-Ortsvorsitzende Thomas Müller, Bürgermeister im Bayerisch Eisenstein wurde noch amtierend zum GRÜNEN Zwieseler Bürgermeister-Kandidat.

In Zwiesel wird am 30. Januar ein neuer 1. Bürgermeister gewählt, weil das bisherige Stadtoberhaupt aus Gesundheitsgründen das Amt aufgibt. Die Grünen im Stadtrat haben sich einen ungewöhnlichen Kandidaten ausgesucht:
Thomas Müller (38), derzeit CSU-Chef und ehrenamtlicher Bürgermeister in Bayerisch-Eisenstein.
Müller: „Meine politische Orientierung hat sich nicht verändert.“
(gruene-bayern.de)

Es war ein bißchen viel Opportunismus - er landete nur auf dem vierten Platz.

Aber das war im Januar 2011.
Inzwischen ist ein halbes Jahr vergangen und die Unterschiede zwischen CSU und Grünen sind immer kleiner geworden.
Inzwischen treten ganze Ortsgruppen von der CSU zu den einstmals hart bekämpften „Ökostalinisten“ über. So geschehen letzte Woche in Niederbayern.
Der ganze Ruhmannsfelder Ortsvorstand der CSU verließ die CSU und gründet die erste grüne Ortsgruppe im Bayerischen Wald.
Schuld daran soll der "Guttenberg von Ruhmannsfelden", der Bürgermeister des Ortes, sein.
Ein erneuter schwerer Fall von Unions-typischer Plagiatitis war nur der Anlass.

Als Grund nennen die Abtrünnigen den Guttenberg von Ruhmannsfelden: Bürgermeister Brunner. 2009 hatte das Amtsgericht Viechtach den gelernten Bautechniker verurteilt, weil er sich Diplom-Ingenieur nannte, ohne studiert zu haben. Als Diplomarbeit soll er in weiten Teilen ein Gutachten vorgelegt haben, das ein anderen Planer im Auftrag der Gemeinde erstellt hatte. Als Brunner dann im April zum CSU-Ortschef gewählt wurde, hatte CSU-Frau Gaby Englmeier genug. Eigentlich sollte ihr Sohn Tobias, ein treues JU-Mitglied, sie in dem Amt als Ortschef beerben. Gewählt wurde Brunner. Mit beinahe dem gesamten Ex-Vorstand trat Englmeier aus der Partei aus.
Eine Politposse in der Provinz möchte man meinen. Doch die Beauty-Salon-Besitzerin Englmeier sieht darin große Politik: 'Die CSU macht keine ehrliche Politik mehr.' Als Frau sei sie in 'dem Männerverein' ohne Chance, sagt die 44-Jährige. Und dann der ständige Meinungswechsel in Sachen Atomausstieg. 'Das machen die nur, weil Wahlen anstehen, im Herzen will die CSU das nicht.'
Der ehemalige CSU-Chef und personifizierte Niederbayer Erwin Huber sieht schon eine Zeitenwende. 'Vor zehn Jahren war sowas undenkbar', sagt er.
(Frederik Obermaier und Christian Sebald 09.06.2011)

Sobald Grüne und CSU endgültig fusionieren, bin ich dann aber doch sehr froh bloß SPD-Mitglied zu sein.


Kommentare:

Homer Simpson hat gesagt…

Heute tut es beim Lesen richtig weh. CDU und Grüne sind nun wirklich weit voneinander entfernt.

Die CDU möchte gern verkörpern, was die Grünen sind. Und vermutlich sind die Grünen von heute, ja die CDU von morgen - man weiß es nicht. Aber hier von Fusion zu reden und inhaltlicher Nähe, ist doch Quatsch. Die CDU redet sich das ein, damit man es den Wählern dann so servieren kann. Aber darauf, fallen doch nur die ganz blinden rein.

Davon abgesehen, ist Politik sowieso verkommen. Und die sympatische Seite der Grünen, geht auch eher Schottern, als in den Bundestag. Da kann es also keine Annäherung geben. Dann bröckelt die Basis der Grünen.

Möglich, dass die CDU sich bald komplett zu Grünen macht. Die sind sowieso Opportunisten. Solange man nur wählbar ist... Aber inhaltlich, wandern dann mehr Leute ab. Das wäre höchstens ein Weg, die Grünen von innen her zu zerstören.

TAMMOX hat gesagt…

Bisher bröckelt da aber nichts an der Grünen-Basis. Die sind doch stärker denn je und genießen es im Mainstream zu stehen.
Klar, bei der CDU ist es purer Opportunismus, sich jetzt an die Grünen ranzumachen. Wenn die FDP stark genug wäre, daß Merkel eine realistische Option hätte 2013 wieder eine schwarzgelbe Mehrheit zu bekommen, würde sie auch nicht den Grünen nachlaufen.

Die Frage ist nur wie korrumpierbar 2013 die Grünen sind. Ich sehe auch (derzeit) nicht, daß sie Merkel zur Kanzlerin machen, wenn sie auch einen SPD-Mann haben könnten.

Aber man hat schon Pferde kotzen sehen - insbesondere im Saarland und in Hamburg, wo die Grünen ganz freiwillig ins CDU-Bettchen hopsten.
Und dieses Frömmeln von einigen Spitzengrünen geht mir ja sowas von auf den Sack.
Das ist ja GRAUENVOLL was die Göring-Eckardt von sich gibt!

LGT

Anonym hat gesagt…

Homer Simpson:
Ich kann ja verstehen (auch wenn ich diese Meinung nicht teile), dass Sie die Grünen für das kleinste wählbare Übel halten, aber dass sich die Partei 'im Durchschnitt' ein ganzes Stück nach rechts bewegt hat, kann man kaum bezweifeln:
Gerade heute:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,768095,00.html

Dieses Wiesel kriecht der Union für einen Plan den Rot-Grün vor über einem Jahrzehnt auf den Weg gebracht haben in den Darm hinein, während es gleichzeitig auf seinem eigenen Mehrheitsbeschaffer herumhackt.

Na stellt sich da nicht das Bedürfnis nach einer Dusche ein?

Ich hatte mal im Wahlprogramm der BW-Grünen nach dem Thema Endlager nachgeschaut:
Für Deutschland gab es nur allgemeines Blabla ("ergebnisoffen und verantwortungsvoll" waren die Stichworte, als ob irgendeine Partei behaupten würde verantwortungslos und voreingenommen an eine solche Suche zu gehen) dafür wusste man genau, was bei einem Endlager der Schweiz wichtig ist:
Man wollte die (deutsche) Bundesregierung dazu bringen, bei der sich Schweizer Regierung dafür einzusetzen, dass das Endlager ja von der BWischen Grenze weg bleibt--St.Florian at his best.

Bedenkt man, wie sich Frau Roth, die einst Mixa einen durchgeknallten Oberfundi nannte, an die Katholische Kirche ranschmeißt oder wie Künast eine Parteidisziplin in Punkto Benehmen gegenüber dem Papst einfordert, rückt doch ein Bad in Desinfektionsmittel in den Bereich des Möglichen.

" Und die sympatische Seite der Grünen, geht auch eher Schottern, als in den Bundestag." Also ich persönlich finbde das Schottern ja eher unsympathisch aber unabhängig davon sind die Grünen, die über meinen und Ihren Alltag bestimmen, halt die im Bundestag.

"Möglich, dass die CDU sich bald komplett zu Grünen macht. Die sind sowieso Opportunisten."

Georg Schramm sagte über Merkel so richtig: wenn Sie aus Opportunismus das Richtige täte, könnte Sie ja bleiben. Allerdings wird die Union niemals konsequent grün und die Grünen werfen gerade ihr bisschen Konsequenz über Bord (siehe oben).

Ich will Ihnen ja nicht Ihre Sympathie für die Grünen zerreden, nur sollten Sie auch auf deren (in meinen Augern ziemlich negative) Entwicklung ein kritisches Auge haben.

Tammox:

Wenn Du schon grad am bible-bashing bist-vielleicht kannst Du das ja noch irgendwie unterbringen:

http://www.youtube.com/watch?v=gxXrTRFVUkQ

Grüße

QuakediQuak

Homer "Blassgrün" Simpson hat gesagt…

@TAMMOX: Angesichts der "Neuen christlichen Rechtsgrünen-Bewegung", bekomme ich geschwollene Aderpakete. Die habe ich nicht gewählt, damit sie sich jetzt vor aller Augen prostituieren und sich freiwillig und im Voraus, zum Beischlaf mit dem Abschaum von der CDU bereit erklären.

So wie mir, müsste es auch Anderen gehen. Grüne gehören in den Widerstand - also in die Opposition. Lieber würde ich Merkel in einer Minderheitsregierung um Mehrheiten betteln sehen, als gemeinsame Sache zu machen. Sollte sich eine Schwarz-Grüne Koalition andeuten, haben die Grünen einen Wähler weniger. Und zwar für immer. Dann wähle ich die Piraten.

TAMMOX hat gesagt…

Danke für den Minchin - Link. Den Typen kannte ich noch gar nicht und habe mir eben schon ein paar Songs angehört.


Der SPON-Artikel über die Grünen ist schon ein Schocker. Aber über Kretschmann, der ja auch Mitglied des ZK der Katholiken ist, habe ich mir noch nie Illusionen gemacht. Das sit ein konservativer Christ.
OK, man mag darüber streiten, ob ein progressiverer Grüner die Wahlen in BW hätte gewinnen können.
Aber dieses stramm bürgerliche (Kretschmann ist auch im Schützenverein etc) kombiniert mit extremer Frömmigkeit, ist wahrlich ncihts, das mir sympathisch wäre.

Die besondere Nähe der Grünen zur Kirche gibt es ja schon lange. Christa Nickels hat das immer offensiv vertreten und in der konkreten Politik - wenn es also um „Pro-Reli“ oder die Patientenverfügung geht, dann stimmen eben doch viele Grüne (auch Künast und Volker Beck!) für die menschenrechtswidrige Position, die die Kirche vorgibt.

Das ist einer der Gründe, weswegen ich mich in der SPD wohler fühle.
Natürlich, da gibt es auch die religiösen Steinmeier, Nahles und Thierse. Das kritisiere ich auch und bekämpfe das. Aber bei den Grünen scheint mir dieses frömmelnde christliche Gewäsch noch viel stärker zu sein.
Ich habe gestern so einige Reden von der Göring-Eckardt, die natürlich auch bei den neuralgischen Punkten (PID/Schwangerschaftsabbruch/Patientenverfügung,…etc ) stramm auf Kirchenlinie ist, nachgelesen und da kommt mir einfach nur das Kotzen.


@ Homer:

„Angesichts der "Neuen christlichen Rechtsgrünen-Bewegung", bekomme ich geschwollene Aderpakete. Die habe ich nicht gewählt, damit sie sich jetzt vor aller Augen prostituieren und sich freiwillig und im Voraus, zum Beischlaf mit dem Abschaum von der CDU bereit erklären.“

Sehe ich genauso.

Aber wenn man die Piraten, oder eine sonstige Partei wählt, die dann doch unter 5% landet, muß man sich genau überlegen, was das für Konsequenzen in der Statik hat. Im Zweifelsfall hilft das nur der CDU, die dann schon mal eine Stimmer weniger zur Mehrheit braucht.

Das wäre dann noch schlimmer als die Grünen zu wählen, die in einer schwarzgrünen Koalition sitzen.

Ich habe ja jetzt noch Magengeschwüre von 2005, als es bei der Bundestagswahl so ausging, daß die CDU gerade mal vier Sitze mehr als die SPD hatte und eine rot/rot/grüne Mehrheit vorhanden war.

Dann wollte die SPD aber lieber ins CDU-Bett kriechen und wählte Merkel zur Kanzlerin.

Ich hatte damals noch ein paar Wochen vor der Wahl eine Überweisung an die SPD gemacht, weil ich dachte ich muß jetzt mein letztes Hemd geben, daß es Schröder noch mal schafft. Hätte er ja auch beinahe.

Und dann muß ich mit ansehen, wie mit den Stimmen, für DIE ICH GELD GESPENDET HATTE, Frau MERKEL gewählt wird.

Während ich dies hier nur aufschreibe, bekomme ich noch sechs Jahre später Brechdurchfall!

2005 hatte aber die SPD-Parteiführung argumentiert, rot/rot/grün ginge nicht, weil sonst die SPD bei der nächsten Bundestagswahl gnadenlos abgestraft würde.
Deswegen lieber große Koalition.

Na DAS hat ja dann auch toll geklappt mit den MINUS 11 Prozentpunkten, die die SPD 2009 bekam.

Parteitaktik ist offenbar nicht jedermanns Sache.

LGT

TAMMOX hat gesagt…

Winfried Kretschmann im Interview
"Angela Merkel verdient großen Respekt":

http://www.tagesspiegel.de/politik/angela-merkel-verdient-grossen-respekt/4277992.html


Koalitionen
Grün flirtet mit Schwarz

Die Energiewende beseitigt eine Hürde für ein schwarz-grünes Bündnis, so der baden-württembergische Ministerpräsident Kretschmann. Auch Grünen-Chef Özdemir schließt eine Koalition mit der CDU nach der nächsten Bundestagswahl nicht aus.

http://www.tagesspiegel.de/politik/gruen-flirtet-mit-schwarz/4278204.html

Homer Simpson hat gesagt…

Das Verhalten der Grünen bestätigt zudem meine Theorie, dass Menschen keine Moral kennen. Man rechtfertigt immer nur, was man zu tun gedenkt oder bereits getan hat. Moral ist also mehr eine Beruhigungspille für das eigene Tun.

Das würde auch erklären, wieso Menschen Hunde und Katzen lieben aber gleichzeitig kein Problem damit haben, andere Haustiere zu essen. Sicher kann das auch jeder erklären. Einen Sinn, ergeben diese Erklärungen aber nie. Am Ende, spricht man sich immer nur frei.

Darum sehe ich die Äußerungen der Christengrünen, mehr als eine Art Willensbekundung. Man möchte halt gern regieren. Und Christen haben bekanntlich einfach kein Rückgrad. Wie auch, ohne eine eigene Meinung! Ein "Was würde mein idol wollen, das ich tue?", bringt einen eben nicht weit.

TAMMOX hat gesagt…

Immerhin muß ich anerkennen, daß nicht alle Grünen so begeistert von dem Schwenk hin zur CDU und weg von der SPD so begeistert sind.
Claudia Roth jedenfalls sieht das etwas anders als Kretsch.


http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,768211,00.html


LGT

Homer Simpson hat gesagt…

Kretschmann sollte sich erstmal auf seinen Job in BW konzentrieren. In typischer Christenart, reitet ihn womöglich der Größenwahn. Vermutlich redet er sich ein, dass die Grünen nur deshalb so gut in BW abgeschnitten haben, weil er da den Wahlkampf gemacht hat. Dabei ist er nur irgendein Provinzheini.

Übel ist, dass die Presse das so aufbläst. Die Grünen sind alles Andere als eine Hure für die CDU. Kretschmann ist ja verblendet.

TAMMOX hat gesagt…

So besonders bläst die Presse das gar nicht auf.
Ich finde das durchaus angemessen.
Immerhin ist das ja schon ein starkes Stück, daß ein grüner MP, der eben erst eine grün-ROTE Koalition eingegangen ist, schon zur Presse rennt und von SCHWARZ-Grün träumt.




Niko Fried schreibt heute in der SZ:



Kanzlerinversteher Kretschmann

In ihrer CDU müsste Angela Merkel derzeit wohl ein bisschen suchen, um jemanden zu finden, der sich mal so freundlich über sie äußert wie jetzt der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Von seinem Respekt für ihre Rationalität flötet der Stuttgarter Regierungschef mit Blick auf Merkels atomare Kehrtwende. Die Gemeinsamkeit als Naturwissenschaftler verbinde sie und ihn. Auch ihre innerparteilichen Schwierigkeiten kann er nachvollziehen. Hach, schnief, es klingt, als biete hier ein Gentleman alter Schule der Kanzlerin in Tristesse seine Schulter zum Ausweinen dar - Pilcher in der Politik.

……..


Recht hat er, der Fried.

Allerdings erwähnt er dann auch, daß die Gemeinsamkeiten zwischen Volker Kauder und Claudia Roth nicht so groß wären und zu Schwarz-Grün im Bund noch einiges fehle.

Alles richtig.

Aber dieses Rangeschleime an die Kanzlerin ist und bleibt einfach widerlich. Shame on you, greens!


LGT