TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Donnerstag, 23. Juni 2011

Nur so’ne Idee…

Ich liebe ja die Newsletter, die Tino Hanekamp, der berühmte Betreiber des „Übel & Gefährlich“ in Hamburg schreibt.
Nebenbei bemerkt: Seinen Roman „Sowas von da“ habe ich just gelesen.
Sehr nett und kurzweilig. Kann ich empfehlen (304 Seiten, Kiepenheuer & Witsch, ISBN 978-3-462-04288-7)
Im letzten Ü&G-newsletter wurde das Sommerfest abgesagt, weil genau daneben auch die „Harley days“ genehmigt wurden, zu denen ca eine Million der lautesten Motorräder rumknattern.

Ja doch,
manchmal ist es in dieser Stadt einfach nicht mehr auszuhalten. Wohnungen gibt's nicht und wenn doch dann zu teuer. Wetter ist scheiße und wenn nicht bist Du krank. Die Arbeit nervt, Dein Chef ist dumm, aber Du hast Hunger, Angst und die Beule auf Deiner Stirn ist Wuteiter, der nicht abläuft. Freundin weg, Freund wird fett und alle anderen haben mal wieder keine Zeit, sind wahrscheinlich auf einer Wohnungsbesichtigung aka vergebliche Erniedrigung, besetzt die Büros! Spazierengehen macht auch keinen Spaß, überall nur Ghettos, neuerdings auch im Pudel. Selbst die Möwen sehen übel aus, sehen aus wie Geier. Und jetzt dann noch das, ein letzter Tropfen ins volle Fass:

Sommerfest futsch

Verehrtes Publikum,
was so mancher schon ahnte ist nun leider traurige Gewissheit: Das für den 26. Juni im Planten un Blomen geplante Ue&G Sommerfest findet nicht statt. Schweren Herzens müssen wir die Sause absagen. Wir wollten nachmittags beginnen, mit Livebands, Kindertheater und Kunst. Später sollte dann alles in eine famose Party ausarten, aber wichtig war uns vor allem das Nachmittagsprogramm, denn die 'Grünanlage' gibt's ja schon, es braucht keine zweite. Zudem haben wir nur unter der Bedingung, mehr zu machen als einen weiteren Open Air Rave, die Zusage von den Parkbetreibern erhalten. Doch dann genehmigte irgendeine Quatschbehörde entgegen anderslautender Versicherungen den Motorradgottesdienst auf der Glacischaussee - parallel zu unserem Fest. Tausende knatternde Stinkekräder in zweihundert Metern Luftlinie, und das über Stunden - da war das Liveprogramm dahin. Und ohne Liveprogramm keine Genehmigung der Parkbehörde für unser Fest. So stumpf und dämlich ist das alles. Und das war's. Wir sind traurig. Sie, verehrtes Publikum, jetzt sicher auch. Harley Days vernichten Parkparty und Spitzenbühnenprogramm. So ist Hamburg. Wir lassen nicht locker und versuchen, das Fest im August nachzuholen. Bis dahin wandern wir erstmal aus. Vorher kicken wir noch ein paar katholische Zahnärzte von ihren Mackermopeds.

Einziger Trost: Nicht alles liegt am Boden und Krieg und Krebs sind
schlimmer. Noch mehr Hilfe und Zuspruch finden Sie wie immer in der
Trutzburg der guten Laune, hier:
[es folgen die Veranstaltungen des Ü&G-Programms]

Krieg ist schlimmer“ oder „Krebs ist schlimmer“ taucht auch immer in den ausweglosesten Situationen von „So was von da“ auf.

Ich wollte aber das Augenmerk auf einen anderen Hanekamp-Satz legen:

„Freundin weg, Freund wird fett und alle anderen haben mal wieder keine Zeit, sind wahrscheinlich auf einer Wohnungsbesichtigung aka vergebliche Erniedrigung, besetzt die Büros!“

Ja, das mit den Wohnungen in Hamburg ist ein echter Dreck.
1999 bin ich das letzte mal umgezogen und fand, daß ich nun eine derart hohe Miete zahle, daß ich mir für das Geld besser eine Eigentumswohnung anschaffen sollte.
Statt Miete, könnte ich davon auch einen Kredit abzahlen.

Getan habe ich es aber nicht, da ich nicht genügend Geld als Eigenkapital zusammenbrachte und irgendwann war der Zug sowieso abgefahren, weil die kleinen Eigentumswohnungen in den netten Gegenden teilweise 40% Preissprünge in einem Jahr gemacht haben und nun sowieso unbezahlbar für mich sind.

Die gute Nachricht ist, daß ich mich inzwischen auch nicht mehr über die Mängel an meiner Mietwohnung ärgern muß - denn auch die Mieten sind derartig angezogen, daß Wohnungen in ähnlicher Größe und ähnlicher Gegend inzwischen das Doppelte von meiner Miete kosten.
Von einem modernen Bad und einer schicken Küche träume ich also lieber nicht mehr.

Wie konnte es in Hamburg soweit kommen, daß die Makler im Goldrausch schweben und jede Courtage nehmen können, die sie sich ausdenken?

Das hat zwei einfache Gründe: CDU und Grüne.

Seit 2001 Ole von Beust die Macht in der schönsten Stadt der Welt übernahm, hieß Stadtentwicklung nur noch, daß große Prestige-Bürotempel mit Glasfassaden und einigen wenigen Luxuseigentumswohnungen gebaut wurden.
Protzige Beust-Denkmäler, wie Hafencity, Elbphilharmonie und Europapassage wurden hochgezogen. Alles quadratisch. Alles Stahl und Glas, Glas, Glas.
Wer noch eine Mietwohnung sucht und nicht lockere 20 Euro pro Quadratmeter raustun kann, hat leider Pech gehabt.
Ab 2008 wurde es dann noch schlimmer; kaum glaublich, aber wahr: Die GRÜNE Anja Hajduk wurde Supersenatorin (Bau, Stadtentwicklung, Umwelt) und kannte ebenfalls nur noch die Devise „Protz as Protz can“.
Ein neuer Sitz der Umweltbehörde, für den sinnigerweise 500 Bäume abgeholzt wurden, mußte her.
Dann begeisterte sich die CDU-affine Frau für das Milliardenprojekt Stadtbahn und fing an manisch Straßenbäume abzuhacken.
Der soziale Wohnungsbau kam zum Erliegen.
Statt der inzwischen mindestens notwendigen 10.000 neuen Wohnungen pro Jahr, kam man unter Hajduk noch gerade mal auf gute 3000 Wohnungen im Jahr.

Unter dem viel gescholtenen SPD-Mann Eugen Wagner (19 Amtsjahre, Spitzname „Beton-Eugen“), dem „ewigen Bausenator“ wurden in den 90er Jahren noch jeweils gut 9000 Wohnungen in Hamburg gebaut.
Unter CDU-Herrschaft war dann Schluß mit sozialem Wohnungsbau.
Eigentumswohnungen in der Hafencity für 10.000 Euro den Quadratmeter waren das, was sich die Schwarzen und Grünen unter „Baupolitik“ vorstellten.

2003: 3862 Wohnungen (Mario Mettbach, PRO, später CDU)
2004: 3893 Wohnungen (Dr. Michael Freytag, CDU)
2005: 3251 Wohnungen (Dr. Michael Freytag, CDU)
2006: 4278 Wohnungen (Dr. Michael Freytag, CDU)
2007: 3173 Wohnungen (Axel Gedaschko, CDU)
2008: 3758 Wohnungen (Anja Hajduk, GAL)
2009: 3587 Wohnungen (Anja Hajduk, GAL)
2010: 3520 Wohnungen (Anja Hajduk, GAL)

Nach einer Auswertung von Wohnungsangeboten im Hamburger Abendblatt durch Schüler des Gymnasiums Ohmoor im Zeitraum Februar bis April 2011 stieg die durchschnittliche Neuvermietungs-Miete in Hamburg gegenüber 2010 um 9,36 % auf 11,21 €/m² (Nettomiete). Im Vergleich zum Jahr 2006 betrug der Anstieg 30,2 %.
(Mieterverein Hamburg)

Nun gibt es allerdings freien Raum, wo aber niemand hinziehen darf, obwohl es sich dabei teilweise um ganz schicke und stabile Gebäude handelt.

Natürlich muß jetzt der neue SPD-Senat erst mal bauen wie die wilde Wurst, aber warum nicht auch andere Bauten zum Wohnen umfunktionieren?

27.000 evangelische Kirchen stehen in Deutschland sinnlos rum.
Die meisten davon fast nie gefüllt und selbst die EKD sieht ein, daß eine Menge der Gebäude abgestoßen werden müssen.

Doch angesichts sinkender Mitgliederzahlen und schrumpfender Einnahmen können nicht mehr alle Gebäude unterhalten werden. Wie man mit dieser Situation umgehen soll, darüber diskutieren Theologen, Architekten, Stadtplaner und Soziologen beim 27. Evangelischen Kirchbautag vom 23. bis 25. Juni in Rostock.
(idea.de 22.06.2011)

Es gibt eben doch auch noch POSITIVE Nachrichten aus der Christlichen Welt: Die Kirchen schrumpfen!

Die „Entwidmung“ der Stephanuskirche in Hamburg-Eimsbüttel am 20. März 2005 war die erste einer Reihe von vielen weiteren in Hamburg und wurde von der Öffentlichkeit entsprechend aufmerksam verfolgt. Heute wird die Kirche ganz unspektakulär über einen Hamburger Makler zum Verkauf angeboten. Bischöfin Maria Jepsen hielt bei der „Entwidmung“ der Stephanuskirche die Predigt und führte den feierlichen Zug an, der von der Stephanus- zur benachbarten Apostelkirche führte – der neuen Heimat der Gemeinde. Die Bischöfin sprach in ihrer Predigt den Menschen Trost zu: Selbst wenn das Gotteshaus geschlossen und anders genutzt werden müsse, werde das Evangelium keinesfalls verschwinden und es werde „nicht still und kalt hier werden“.
(Evangelische Zeitung 06. Januar 2011)

Der heute beginnende „Kirchenbautag“ wird sich hauptsächlich mit der Frage beschäftigen, was man mit all den Kirchen anfangen will, für die sich partout keine Schäfchen mehr finden lassen.

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg seien – bedingt durch Flüchtlingsströme und Bevölkerungswachstum – zahlreiche neue Kirchen entstanden. Dagegen stehe die Kirche heute vor der Frage, wie man intelligent schrumpfen könne. Erne: „So weit es geht, sollten wir jede Kirche erhalten. Wo jedoch die Baulast die Gemeinde erstickt, müssen wir den Mut haben, eine Kirche zuzusperren oder zur Not auch abzureißen. Von einem Verkauf würde ich abraten, denn dann hat man keine Möglichkeit mehr, zu bestimmen, was mit ihr geschieht. Es wäre für die Kirchen desaströs, wenn man auf sie zugeht und nicht mehr weiß, was in ihnen geschieht.“
(idea.de 22.06.2011)

Also eine Mosche würde ich sicher nicht daraus modelieren, wenn man mir eine Kirche als Wohnung überließe.

Aber mit etwas Phantasie läßt sich da einiges draus machen!
Besonders aus dem üppigeren katholischen Kirchen.

Es bietet sich an die Beichtstühle zu Klos umzufunktionieren. Taufbecken könnten je nach Größe Urinale oder auch Badewanne werden. Der Altar müßte das Schlafzimmer werden. Könnte das Sexualleben so mancher aufpeppen.

Kommentare:

Homer Simpson hat gesagt…

Wohin mit den Kirchen? Ist doch einfach!

Gründe eine "Kirchgengebäude Handelsgesellschaft". Für den Ankauf der Gebäude von den Kirchen, nimm einen großzügigen Kredit bei einer "befreundeten" Bank auf.

Sind die Gebäude erworben, die die Kirche gern loshätte, melde Konkurs an. Keiner will schließlich die Kirchen haben.

Die Bank, kann den Verlußt leicht abschreiben. Am Ende, bleibt der Steuerzahler auf den Abriß- und Entsorgungskosten sitzen.

Sind die Gebäude abgerissen, kann die Bank die Grundstücke mit Gewinn an die Gemeinde verkaufen. Die sind ja nun wieder was wert. Nach drei Jahren Staatsbesitz, kann die Bank die Grundstücke dann zum Spottpreis zurückkaufen, um von einer brandneuen "Gesellschaft für fiese Städte-Entwicklung" dort luxuriöse Büro-Komplexe zu bauen. Geht die Rechnung nicht auf, meldet man einfach Konkurs an...

TAMMOX hat gesagt…

Am besten man wickelt Deinen Plan mit einer der fünf Kircheneigenen deutschen Banken ab - dann bleibt es in der FAmilie.

LGT

Homer Simpson hat gesagt…

Da haben freie Banken wohl kaum eine Chance, sich an so lukrativen Geschäften zu beteiligen,oder?!

Dann suchen sich Banken andere Einnahmequellen. Autobahnen oder so. Erst abräumen und kassieren, dann Konkurs anmelden. Und die maroden Autobahnen aus der Konkursmasse, muss der Bund dann renovieren! Sicher sind Versicherungen diesbezüglich freiwillig.

Homer Simpson hat gesagt…

"Nur so’ne Idee…" : Wir gründen ein "Bad Land". Wir machen das Saarland zu einem eigenen Staat, der alle Schulden der Bundesrepublik und die Verantwortung für den gesamten Atommüll übernimmt.

Außerdem wird die Regierung samt CDU / CSU und FDP, sowie alle Religiösen dorthin ausgewiesen. Na wie klingt das?

TAMMOX hat gesagt…

GRUNDSÄTZLICH ganz sinnvoll.

Das Problem ist der Saarländische Akzent, der zu den (eher wenigen) Akzenten in Deutschland gehört, den ich echt nett finde.

Den möchte ich eigentlich lieber erhalten.
Außerdem befürchte ich, daß das Saarland einfach nicht groß genug für all die Arschlöcher und all die Schulden in Deutschland ist.

Wie wäre es mit Sachsen?