TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Montag, 20. Juni 2011

Heute mal wieder ein Mea Culpa.

Gerade hatte ich noch nörgelig darauf hingewiesen, daß die Christlichen Großkirchen Deutschlands kaum Geld für soziale Zwecke ausgeben.

Nun ja, das stimmt schon - gute 90% der Kirchensteuer verschwinden in der Binnenverwaltung und üppigen Apanagen, statt bei den Bedürftigen anzukommen.
Aber es gibt eben auch viel zu viele sozial Schwache.
Da kann man sich ja nun nicht um jeden kümmern und Kinder zum Beispiel nerven ja auch echt.
Und undankbar sind sie.
Nur weil in kirchlichen Einrichtungen 700.000 - 800.000 von ihnen verprügelt, misshandelt, gedemütigt und vergewaltigt wurden, ist es ja nun kein Grund sich jetzt zu beschweren.
Immerhin haben die lieben Kirchen die Blagen nicht verhungern lassen.

Generell macht es die Kirche aber mit der Nächstenliebe so wie mit der Wirtschaftsförderung in dünnbesiedelten Teilen Meck-Pomms oder Brandenburgs.
Sie sucht sich „Leuchtturmprojekte“, also wenige Alleingelassene, um die sie sich dafür mit besonderer Hingabe und enormen finanziellen Aufwand kümmert.

Zum Beispiel die zur Diakonie der Evangelischen Kirche gehörenden „von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel“ nahmen sich 1945 der kleinen Gudrun, genannt „Püppi“, einer Halbwaisen und ihrer Mami Margarethe an.

Püppis Vater, ein gewisser Heinrich Himmler, soll angeblich irgendeine ominöse Rolle im Dritten Reich gespielt haben - aber wer weiß das schon so genau.
Himmlers Witwe und seine Tochter lebten einige Jahre in dem kirchlichen Bethel-Heim und festigten dort ihre moralischen Einstellungen.
Stramm auf NSdAP-Linie agitierten Mutter und Tochter ganz im Sinne des Vaters.
Gudrun heiratete den Neonazi Wulf-Dieter Burwitz und ist bis heute die Ikone der ultrarechten Revisionisten. Sie gründete die an der Hitler-Jugend orientierte rechtsradikale „Wiking-Jugend“ und ist bis heute die prägende Figur der „Stillen Hilfe“; jener berüchtigten NS-Täter-Organisation, die beispielsweise Adolf Eichmann, Johann von Leers (NS-Rasseideologe), Walter Rauff (Gruppenleiter im Reichssicherheitshauptamt, ersann Massentötungsmethoden von Juden) und Josef Mengele nach Argentinien vor der Alliierten Justiz in Sicherheit brachte und bis heute für SS-Massenmörder kämpft.

Der Kardinal und Leiter der Katholischen Aktion in Argentinien, Antonio Caggiano, protestierte gegen das Vorgehen israelischer Agenten, als diese 1960 den ehemaligen Protokollführer der Wannseekonferenz und Leiter des für die Organisation der Vertreibung und Deportation der Juden zuständigen Referats des Reichssicherheitshauptamtes Adolf Eichmann festnahmen.
"Es ist unsere Christenpflicht, ihm zu verzeihen, was er getan hat."

6 Millionen Menschen umbringen ist also aus katholischer Sicht nicht nur theoretisch verzeihbar, sondern es ist sogar ChristenPFLICHT so eine Petitesse zu verzeihen.

Jemand, der aber seine Kirchensteuer nicht mehr bezahlen will, fliegt natürlich automatisch raus aus der RKK und verdammt damit seine unsterbliche Seele in die Hölle.

Der Hitler-Papst schwieg übrigens nicht generell zum Nationalsozialismus, wie es manchmal heißt.
Nein, er äußerte sich durchaus auch mal ganz öffentlich zu den Vorgängen in Deutschland:

Ich wünsche dem Führer nichts sehnlicher als einen Sieg.
(Papst Pius XII. Seligsprechung geplant von Joseph Ratzinger)

'Ich liebe Deutschland jetzt noch mehr.'
(Papst Pius XII, nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch deutsche Einheiten)

Pacelli, der Adelige!

Noch heute trägt auch die mittlerweile 81-Jährige Burwitz stolz die adelige Bezeichnung „Prinzessin des Nationalsozialismus“.

Elle est devenue une figure incontournable de «Stille Hilfe», de par sa naissance, mais aussi de par son âpreté aux combats, qui lui ont valu le titre de «Princesse du Nazisme». D’après Andrea Roepke, spécialiste de ces questions, «"Stille Hilfe" ne concerne pas seulement le National-Socialisme. Il collecte aussi des fonds pour le mouvement néo-nazi.»
(Paris Match 19.Juni 2011)

In Gudrun Burwitz‘ „Stiller Hilfe“ kommen drei verschiedene gesellschaftliche Gruppen zusammen.

1.) Hochadel, wie Helene Elisabeth Prinzessin von Isenburg, die erste Präsidentin der Nazi-Gruppe.

2.) Rechtsradikale, wie Neonazis, Altnazis, Rasse-Ideologen, Antisemiten und SS-Veteranen, wie SS-Standartenführer und Abteilungsleiter im Reichssicherheitshauptamt Wilhelm Spengler, und SS-Obersturmbannführer Heinrich Malz, der im RSHA persönlicher Referent von Ernst Kaltenbrunner war.

3.) Hohe Kleriker beider Konfessionen, die den moralischen Anstrich lieferten.
Von der ersten Stunde an kümmerten sich der katholische Weihbischof von München Johannes Neuhäusler und der evangelische Landesbischof Württembergs Theophil Wurm intensiv um die "Stille Hilfe".

Die Verbindungen der internierten und flüchtigen Judenschlächter zu Papst Pius XII' Schleuser im Vatikan, dem berüchtigten Titularbischof Alois Hudal, der hunderte hochrangige Nazis mit Vatikanischen Papieren ausgestattet über die sogenannte „Rattenlinie“ nach Südamerika schaffte, sind bis heute Legende.

Von dieser Fürsorge profitierten Kriegsverbrecher wie Gottfried Weise, der im Konzentrationslager in Auschwitz gemordet hat, oder Josef Schwammberger, der als Lagerleiter in den polnischen Städten Rozwadow und Mielec sowie als Kommandant des Ghettos Przemysl verantwortlich für zahllose Morde gewesen ist. Die Stille Hilfe hat aus diesen Tätern Opfer gemacht. Im Vereinsjargon heißen NS-Massenmörder stets nur "Kriegsverurteilte", für die alles unternommen wird, um Begnadigungen durchzusetzen. Dazu nutzen die "Stillen Helfer" auch ihre teils engen Kontakte zu prominenten Mitgliedern der Unionsparteien. Franz Josef Strauß war ein guter Bekannter des rechtsextremen Rechtsanwalts Rudolf Aschenauer. Zu Alfred Dregger, von 1982 bis 1991 CDU-Fraktionschef im Bundestag, hat der Verein offensichtlich einen guten Draht. Am 20. Februar 1989 jedenfalls Dregger schreibt an die "Stillen Helfer": "Sie haben mich in der Vergangenheit um Unterstützung der Bemühungen zur Freilassung der beiden letzten deutschen Kriegsverurteilten in Breda gebeten." Und weiter: "Ich begrüße ausdrücklich die Freilassung der beiden Männer." Bei den beiden "Kriegsverurteilten", wie sich Dregger ganz im Stile der Stillen Hilfe ausdrückte, handelte es sich um SS-Hauptsturmführer Ferdinand Hugo aus der Fünten, verantwortlich für die Deportation von mehr als 100 000 Juden aus den Niederlanden, sowie um Franz Fischer, einen für seinen Sadismus berüchtigten SS-Sturmbannführer.
(FR 08.08.2001)

Man kann den Christlichen Kirchen also vieles vorwerfen, aber nicht, daß sie kein Herz gehabt hätte.
Nur eben kein Herz für die Hunderttausenden Heimkinder.
Dafür waren sie umso liebevoller den Nazis noch nach 1945 behilflich.

In dieser braun-violetten Melange gedeihen bis heute Holocaustleugner, wie sie auch der baldige Staatsgast Joseph Ratzinger gerne hat.

Herr, die frühere Funktionärin im Bund Deutscher Mädel (BDM), referiert gerne bei Schulungsveranstaltungen von Neonazi-Organisationen: "Ich habe einen Verwandten gehabt, der ist Vertrauensarzt gewesen in Auschwitz. Und den haben wir ja auch genügend bekniet. Und er sagte, ach, gar kein Gedanke daran. Er sagte auch warum: Wir haben doch die Hände dieser Menschen gebraucht. Von welcher Rasse die waren, war uns doch egal. Es ging um unsere Rüstung und um weiter nichts und damit die die Rüstung leisten konnten, sind sie so gut behandelt worden, wie es die Kriegsverhältnisse nur zuließen. Sie haben eine bessere Verpflegung gehabt als das Zivil. Die haben alles gehabt, was zur leiblichen und körperlichen Notdurft von Menschen gehört, um leistungsfähig zu bleiben für den Krieg. Weiter hat uns nichts interessiert." In Auschwitz, erzählt Gertrud Herr, habe kein "Mensch einen Menschen absichtlich umgebracht". Sie wisse, was ein KZ war, versichert Gertrud Herr ihren jungen Zuhörern. "Das, was in Deutschland war, mein Gott, das ist direkt albern, darüber zu reden." Tote habe es mitunter auch gegeben, denn "die brachten Seuchen mit rein von draußen". Wegen dieser Seuchengefahr habe man die Leichen verbrennen müssen. "Weiter ist da wirklich nichts gewesen ..."
"Die Stille Hilfe hatte immer eine Vorbildfunktion für die rechte Szene", sagt einer, der es wissen muss: Christian Worch, mehrfach vorbestrafter Neonazi, Anführer des militanten Flügels der rechtsextremen Bewegung. Der gelernte Notargehilfe koordiniert bundesweit Aufmärsche und Veranstaltungen. Worch, der schon Gefängnisstrafen absitzen musste, war vor allem berüchtigt als Rädelsführer der so genannten Anti-Antifa-Kampagne, bei der missliebige Gegner, etwa Politiker, Journalisten aber auch Richter, Staatsanwälte und Polizisten, observiert und deren Adressen und sonstige Angaben gesammelt wurden. Die Daten veröffentlichte Worch anschließend in der von ihm herausgegebenen rechtsextremen Zeitschrift Index.

(FR 08.08.2001)

Stille-Hilfe-Mann Bischof Theophil Wurm war als erster EKD-Vorsitzender (1945 - 1949) auch ein Vorgänger Margot Käßmanns und bekam 1951 das Großes Verdienstkreuz mit Stern verliehen.

Für die aussterbenden ehemals aktiven SS-Typen von der „Stillen Hilfe“ hat sich bereits eine Nachfolgeorganisation gefunden und die Verbindungen ins Christliche Lager, siehe Kreuznet, sind auch da.

Rund 100 Mitglieder zählt die "Stille Hilfe" noch. Es werden immer weniger, denn nicht nur die Kriegsverbrecher, auch ihre Sympathisanten kommen in die Jahre. Die "Stille Hilfe" hat indes vorgesorgt: Mit der "Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene" (HNG) gibt es bereits einen Nachfolger. Sie kümmert sich im Verborgenen um inhaftierte Neonazis. Das subtile System der "Stillen Hilfe" hat die HNG sogar noch perfektioniert: Im Gegensatz zum kleinen und feinen Kreis der Altnazis gilt die HNG als größte rechtsextreme Organisation in Deutschland - und trotzdem kennt sie kaum jemand.
(Tagesspiegel 10.06.2001)

Kommentare:

Homer Simpson hat gesagt…

Ein exemplarisches Beispiel für kirchlich praktizierte Nächstenliebe. Da hätte ich die Christensekte doch fast schon als unmenschlich abgeschrieben. Danke TAMMOX!

Und Blagen können wirklich ganz schön lästig werden. Dauernd wollen die irgendwas. Aber so ein Nazi - der will doch nur spielen.

TAMMOX hat gesagt…

Genau!
Und früher war sowieso alles besser.

Außerdem waren zu Zeiten von Adolf Nazi noch 97% der Deutschen Mitglieder in der Kirche!



LGT

Anonym hat gesagt…

By the way:

Falls irgendwer glaubt, die K hätte aus ihren ekligen Liasons mit Hitler, Mussolini, Tiso,... auch nur etwas gelernt:

http://derstandard.at/1302516026312/Kirche-lamentiert-ueber-Haager-Tribunal,

das ganze wird durchaus auch offiziell kommuniziert:

Kroatien
Kroatiens Bischöfe kritisieren das Urteil des UNO-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag gegen die Generäle Ante Gotovina und Mladen Markac. In einer Stellungnahme bezeichnen sie den Richterspruch als „Beleidigung des kroatischen Volkes und der Rechtsprechung insgesamt“. Das UN-Tribunal hatte die beiden kroatischen Generäle wegen Kriegsverbrechen zu 24 beziehungsweise 18 Jahren Haft verurteilt. Ihnen wird vorgeworfen, 1995 beim Balkankrieg „illegale Angriffe gegen Zivilisten“ verübt zu haben. Kroatien zeigt sich vor allem über die Formulierung „gemeinsames kriminelles Unternehmen“ verärgert, weil diese Aussage eine Schuld ganz Kroatiens unterstelle. Zehntausende Kroaten demonstrierten daher in den Städten. Ihre Wut wendet sich auch gegen die EU. Laut Umfragen sank die Zustimmung zum EU-Beitritt nach den Urteilen von 60 auf 38 Prozent, obwohl das Kriegsverbrechertribunal eine Einrichtung der UNO ist. (kap)

aus:

http://www.radiovaticana.org/tedesco/tedarchi/2011/April11/ted21.04.11.htm

Hosianna

QuakediQuak

TAMMOX hat gesagt…

Danke QuakediQuak!!!

Die Meldung kannte ich noch gar nicht.
Ist ja wieder mal ein ganz starkes Stück!!!!


LGT