TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Samstag, 4. Juni 2011

Der Feind meines Feindes bleibt feindlich.

Zwei Herzen schlagen in meiner Brust.
Wenn abstoßende Widerlinge der Kleriker-Fraktion wie Altbischof Lohse oder die Hakenkreuznattern abfällig über eine Frau herziehen, weil sie geschieden, weiblich, protestantisch oder alles zusammen ist, habe ich natürlich sofort den Impuls ihr beizustehen und sie gegen das rechte Kirchenpack zu verteidigen.

Aber da ist Vorsicht geboten; allzu schnell sitzt man in der Gutmenschenfalle und hat sich mit der Falschen solidarisiert.

Handelt es sich um Frau Käßmann, dann ist von jeglichen Sympathiebekundungen dringend Abstand zu bewahren.

Sie ist eine klassische Religiotin, deren Anmaßungen (indem sie beispielsweise anderen vorschrieben will wann sie sterben dürfen) nur noch von ihrer sagenhaften Dummheit (Madonna-Schelte) übertroffen wird.

Margot von Hannover, die den Fesseln des höchsten evangelischen Jobs in der organisierten Kirche entsprungen ist, ist zum Superstar des real existierenden Kirchismus der Bundesrepublik mutiert.
Sie war Chefin der Milliarden-absaugenden Steuerzahler-Krake EKD, die bis heute keine Entschädigung für Hunderttausende Kinder zahlen will, die sie in ihren Heimen drangsaliert, körperlich gequält, finanziell ausgebeutet und psychisch ruiniert hat.
Die Steuerzahlermilliarden hat Käßmann beständig weiter abgegriffen, während ihre Schäfchen in Hunderttausender-Gruppen jedes Jahr ihren Kirchen-Moloch verließen.

Als „schlichte Pastorin“ kann die Ex-Bischöfin nun noch stärker drei privaten Leidenschaften frönen:
- Geld scheffeln
- Sich selbst reden hören
- Private Details in alle Öffentlichkeit tragen.

Schon als Bischöfin stand sie als Exklusiv-Autorin dem rechten Hetzblatt BILD, der womöglich größten Bedrohung der deutschen Demokratie zur Verfügung.

Sie arbeitete mit der CDU-Propaganda-Maschine Hand in Hand und posaunte jede Intimität - seien es Eheprobleme oder Klimakteriumsbeschwerden - sofort via Springer einem Millionenpublikum aus.

Käßmann ist über alle Maßen eitel und drängt wie kaum eine andere Kirchenfigur in die Öffentlichkeit.

Im Gegensatz zu ihren Kollegen Ratzinger oder Meisner, die sogar noch eine Spur unsympathischer sind, hat die Ex-EKD-Vorsitzende allerdings keine Agenda.
Das muß man J.R. immerhin zugestehen - er weiß was er will; nämlich stramm nach rechts, wider die Emanzipation und wider den Humanismus. Für Antisemitismus und katholische Allmacht.

Die heilige Margot hingegen weiß nichts, kann nichts und denkt nichts.

Das aber umso lauter.

Sie mischt sich in alles ein, haut sinnbefreite Allgemeinplätzchen à la „nichts ist gut in Afghanistan“ in die Öffentlichkeit und macht sich damit zur idealen Projektionsfläche für denkfaule Herdenmenschen, die nun endlich die legitime Nachfolgerin ihren geheiligten Barons von und zu Guttenberg gefunden haben.

Auch Guttenberg glänzte mit strikter politischer Abstinenz, verfügte über keinerlei genuines Gedankengut und trug zum gesellschaftlichen Diskurs absolut nichts bei.
Er war, wie Käßmann heute, das grell schillernde Nichts.

Der Unkonkrete zum Anfassen.

Das Mädchen mit den Blumen im Haar lächelt entrückt. Warum sie hier sei? "Wegen Margot, ist doch klar!" Vor der Ausstellungshalle "Zeitenströmung" in Dresden stehen Männer und Frauen, Kinder und Rentner in langen Schlangen. Sie alle sind gekommen, um eine Frau zu sehen: Margot Käßmann.
[…] Auch in der Dresdner Eisarena ging sie auf Afghanistan ein: Es sei "besser mit den Taliban zu beten, als sie zu bombardieren", sagte Käßmann.
[…] Die Halle musste unmittelbar vor Veranstaltungsbeginn geschlossen werden, zu groß war der Andrang. Fernsehteams drängen sich vor der Bühne. Die Luft im Saal ist stickig.
[…] Margot Käßmann legt die Stirn in Falten: "Es gibt keinen gerechten Krieg. Es gibt nur einen gerechten Frieden", ruft sie ins Mikrofon. Ihr Anhänger jubeln nach jedem Satz. "Margot Käßmann ist für mich ein Vorbild", sagt Melanie, eine Studentin, die aus Berlin zum Kirchentag nach Dresden gereist ist. Den meisten Menschen hier geht es so.
[…] Die Theologin bedient eine Sehnsucht, die viele Menschen teilen: Sie gibt einfache Antworten auf komplizierte Fragen. In ihren Schilderungen tauchen die Widersprüche der Gegenwart nicht auf: Wird der Westen schuldig, wenn er gegen Gaddafi vorgeht? Oder wenn er dem Massaker in Libyen tatenlos zusieht? Käßmann fordert "mehr Kreativität" bei der Lösung von Problemen. Eine Antwort auf die Frage, wie genau diese "kreativen" Lösungen aussehen könnten, gibt sie nicht. Ihren Anhängern vermittelt sie dennoch das gute Gefühl, auf der moralisch richtigen Seite der Geschichte zu stehen.
(Maximilian Popp 02.06.2011)

Den Kirchentag im atheistischen Dresden dominiert sie nach Belieben.
Angereiste Journalisten verstummen vor Ehrfurcht und reiben sich anschließend die Augen.

Was hat die Dame eigentlich gesagt? Niemand kann das beantworten und ihre Fans vermissen auch nichts.
Religiotie at it‘s finest!

„Sie hat das Geschehen in Libyen in den vorangegangenen Wochen öfters kommentiert. Es ist ein Thema, für das sie sich zuständig fühlt. Ihre Antworten waren nicht immer ganz widerspruchsfrei, auch moralische Autoritäten sind zu einer gewissen Flexibilität fähig. Das erste Mal, als Käßmann sich äußerte, war der Bürgerkrieg bereits im Gange. Sie mochte sich nicht recht festlegen: "Wir brauchen mehr Phantasie für den Frieden, um ganz anders mit Konflikten umzugehen", sagte sie. Das war eine sehr allgemeine Einschätzung, vielleicht etwas unterkomplex, aber sie würde auf alle denkbaren Entwicklungen passen. Dann setzte Oberst Muammar al-Gaddafi den Krieg gegen das eigene Volk ziemlich phantasielos fort, er versprach, Libyen "Haus für Haus zu säubern", ein Massaker schien unmittelbar bevorzustehen. Käßmann hielt nun eine Flugverbotszone "eng begrenzt für richtig, weil man das freiheitsliebende Volk vor einem völlig irrsinnig gewordenen Diktator schützen muss". Das schien eindeutig. Zeitgleich autorisierte der Uno-Sicherheitsrat den militärischen Einsatz gegen Gaddafi. Käßmanns Sympathie für eine Flugverbotszone verflüchtigte sich in dem Moment, als diese durchgesetzt wurde. In Libyen schossen Raketen durch die Luft, Panzer gingen in Flammen auf, Menschen starben. Das war gar nicht die friedliche Flugverbotszone, die Käßmann gemeint hatte. Das war Krieg.
[…] Für ihre Fans passt immer, was sie gerade sagt.
[…] Offenbar ist niemandem bewusst, welche Positionen Käßmann in dieser Sache schon vertreten hat, oder es stört zumindest niemanden. Für ihre Fans passt immer, was sie gerade sagt.
[…] Die Bürger vertrauen Käßmann. Bei einer SPIEGEL-Umfrage nach moralischen Instanzen in Deutschland landete sie vor Günter Grass und Jürgen Habermas - allerdings hinter Karl-Theodor zu Guttenberg. Da war noch keine Rede von dessen Doktorarbeit.
[…] "In der Mitte des Lebens" ist Käßmanns erfolgreichstes Buch. Die Kapitelüberschriften lauten "Veränderungen wagen" oder "Die Mitte finden". Sie bestehen aus Sätzen wie: "Wichtig ist, nicht zu vertrocknen, sondern offen zu sein für das Neue und keimen und aufblühen zu lassen, was blühen will und kann." Eiapopeia-Prosa, wie der Literaturkritiker Denis Scheck treffend schrieb.
[…] Käßmann weiß, was die Leser von ihr erwarten, und sie liefert. Mehr als 50 Bücher hat sie geschrieben, sie heißen "Meine Füße auf weitem Raum" oder "Was im Leben trägt". Es sind Bücher, die immer die gleiche Botschaft haben: Fehlschläge sind normal, du darfst nicht verzweifeln. Die Bücher sind aus Fertigbauteilen zusammengesetzt wie ein Ikea-Regal. Und genauso erfolgreich.
[…] "Nichts ist gut in Afghanistan", hat sie vor anderthalb Jahren in einer Predigt gesagt, eine ziemlich plakative Aussage, die für viel Aufregung gesorgt hat.
[…] In der Wahrnehmung der Käßmann-Verehrer wurde daraus die Geschichte von der mutigen Bischöfin. Hatte sie sich nicht mit dem Establishment angelegt und eine Position bezogen, für die sie dann kräftig Prügel bezog? In Wirklichkeit war die Mehrheit der Bevölkerung auf ihrer Seite. Wie viel Mut erfordert es, gegen einen Krieg zu sein, den die meisten nicht wollen? Selbst der Verteidigungsminister lobte, Käßmann habe eine wichtige Debatte angestoßen. Trotzdem klagte sie: "Es hat mich sehr verletzt, dass ich so angegriffen wurde." Die angeblich so heftigen Angriffe dienen als Ausweis des eigenen Mutes.
[…] Sie ist die prominenteste Vertreterin der evangelischen Kirche, auch ohne hervorgehobenes Amt. Sie hat eine Verantwortung, als öffentliche Person und als Christin. Mit dieser Verantwortung geht sie fahrlässig um. In Käßmanns Welt lassen sich komplexe politische Themen auf einen Satz bringen: Nichts ist gut in Afghanistan. Das stimmt nicht, in Afghanistan hat sich vieles verbessert, die Situation der Frauen zum Beispiel. Aber Käßmanns Satz ist einprägsam, deshalb erreicht er die Menschen.
[…] Durch ihre vereinfachende, moralisierende Art verstärkt sie die Ressentiments, die es ohnehin gegen die Politik gibt. Das sichert ihr Aufmerksamkeit, aber für das politische Klima im Land ist es nicht gut.
(Ralf Neukirch 30.05.11)

Zum Glück habe ich nie ein Buch von Margot Käßmann gelesen; da ich davon sofortiges Absterben von Gehirnzellen befürchte.

Daher will ich einen Promi-Literaturkritiker zu Wort kommen lassen, dessen Urteile sich weitgehend mit meinen decken; Denis Scheck.
Nie hat er eins der blablaesken Machwerke der mitteilungswütigen Bischöfin zum Gegenstand eines vollen Beitrags gemacht - zu Recht. Aber er erklärt in seinem Kommentar zur Top10 der Spiegel-Bestsellerliste anschaulich, was von Käßmann zu halten ist:

Margot Käßmann: "In der Mitte des Lebens"
So gewinnend die Autorin, so unausgegoren wirkt dieses Machwerk. Zwischen den Buchdeckeln von "In der Mitte des Lebens" findet nun wirklich alles seinen Platz: ob Brustkrebsdiagnose, der Einsatz für zwangsverheiratete iranische Christen oder Sterbebegleitung. Man mag dieses Buch einen Kuddelmuddel, ein Hoppelpoppel oder ein Mischmasch nennen: Unverdaulich ist es in jedem Fall.
(Herder, 160 Seiten, 16,95 €)

Margot Kässmann: "In der Mitte des Lebens"


(watch 3:50 - 4:20)

Aus groupiehafter Sehnsucht nach der medialen Wiederaufstehung einer wegen Trunkenheit am Steuer zurückgetretenen Landesbischöfin und Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland ein grauenhaftes Mischmasch aus Sermon, Erbauungsliteratur und moralisierenden Textautomatenbausteinen über Monate an die Spitze der deutschen Bestsellerlisten zu jubeln – für solch merkwürdige Heiligenverehrung kennt man meines Wissens im Norddeutschen das schöne Wort "katholisch!"

Margot Kässmann "In der Mitte des Lebens"
Changierend zwischen Predigtentwürfen und autobiographischen Notizen, geschrieben in jenem anbiedernden theologischen Kauderwelsch, das zum Niedergang der protestantischen Predigt beigetragen hat, ist dieses in seiner Konzeption nicht nachvollziehbare, in seinen Gedankengängen sprunghafte Büchlein eher eine Art Promigucken als wirklich etwas zum Lesen.

Margot Kässmann: "In der Mitte des Lebens"
In der Kirche schweigen müssen Frauen schon lange nicht mehr. Aber wenn Sie das Wort ergreifen, sollte es etwas konziser geschehen als hier. Dieses schwurbelige Buch der ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche übers Älterwerden kommt zwar vom Hölzchen aufs Stöckchen, aber nie auf den Punkt.

Margot Kässmann: "Sehnsucht nach Leben "
In zwölf besinnungsaufsatzähnlichen Texten denkt die Ex-Vorsitzende der EKD über Leben und Liebe, Kraft, Heimat, Stille und ja, auch über Gott nach. Dabei schreibt sie Sätze wie: "Ein Nein ohne jedes Ja – das wurde auf lila Tüchern beim Kirchentag 1983 in Hannover gegen den Willen von Kirchentagsleitung und Evangelischer Kirche in Deutschland zum Symbol." "Ein Nein ohne jedes Ja", auf diesen wirren Nenner könnte man auch meine Meinung zu diesem Mischmasch von einem Buch bringen.

Margot Käßmann: In der Mitte des Lebens
Eine evangelische Bischöfin predigt: über Liebe und Leid, Schönheit und Vergänglichkeit, Arbeit und Erfolg. Ich glaube durchaus, dass dieses Buch vielen Menschen helfen kann. Aber nach 159 sprunghaften Seiten über "Geben-Können" und "Gebraucht-Werden", über Brustkrebs und deutsche Rüstungsexporte, über die Schönheit von Mädchen mit Down-Syndrom und von der Abschiebung bedrohte iranische Christinnen fühle ich mich als Leser wie nach dem Verzehr einer zu fetten protestantisch gefüllten Weihnachtsgans.


Es gibt einen öffentlichen Christen in Deutschland, der sich noch weit rabiater in die Talkshows drängelt und von seinen religiösen Ansichten so überzeugt ist, daß er schon mal nach dem ARD-Presseclub zur Argumentation mit den Fäusten übergeht.

Seine Auftritte im TV sind gewürzt, um seine religiotös bedingten geistigen Defizite überzukompensieren.

So z.B. im Mai 2006 bei Beckmann, als Matthias Matussek fragte: „Was sollen wir machen: Sollen wir die erste Strophe wieder singen?“
Wenn dem Mann, der mit seinem großkotzig-restaurativen Schlichtnationalismus immer mehr der Realität entschwebt, nicht einer seiner Kumpels von FAZ oder WamS aufnehmen sollte (sein letztes Buch erschien dort in Auszügen), würde ich empfehlen eine Wrestling-Karriere ins Auge zu fassen.
Hatte er doch kurz nach seinem Beckmann-Auftritt im Juni 2006 im Presseclub auch handgreiflich argumentiert und versucht Handelsblatt-Vize-Chef Tichy zu würgen, während er zappelnd und zornend zeterte: „Sie sind ein ganz linker Finger! Sie mache ich fertig! Sie merke ich mir!".
Eine Szene, die der zuständige WDR-Redakteur in einem Parade-Euphemismus zusammen fasste:
"Das war eher eine Frage der Kinderstube. Herr Matussek hat ein sehr hohes Erregungspotential." Künftig werde man mit temperamentvollen Gästen vor der Sendung ein Gespräch über das "erforderliche Mindestmaß an bürgerlichen Umgangsformen" führen, so WDR-Mann Hirz.

Er ist so aggressiv und cholerisch, daß man im SPIEGEL so sehr um das körperliche Wohl seiner unterstellten Kulturredakteure fürchtete, daß man ihn 2008 als Kulturchef feuerte.
Auch ihm hat das nicht geschadet - er ist präsenter denn je.

Matthias Matussek hat es geschafft noch abstoßender als Meisner und Käßmann zusammen zu sein. Seine ultrakatholischen Texte sind eine einzige Qual.

Heute schimpft er zufällig über Käßmann, deren Friedenseiapopeia er als katholischer Mann der Faust nicht erträgt. „Wider Käßmanns Polemik.“

Das ist immerhin lustig.

Als Atheist kann man sich in Ruhe zurücklehnen und genießen.

Mein Freund wird Matussek dadurch sicher nicht - auch wenn ich bezüglich Margot, der heiligen Labertasche, seine Abneigung teile.

Margot Käßmanns Gabe besteht darin, aus den komplizierten politischen Gemengelagen handliches und leicht verdauliches theologisches Mokkagebäck zu formen. Jung und alt und meist weiblich knabbern und juchzen und schmachten sie sich dann ins selig Ungefähre. Die meisten dieser Kirchentag-Groupies gehen nur noch selten in Kirchen, die sind doof und langweilig, aber von Margot Käßmann haben sie alle gehört. Die Dame mit dem Angorapulli und dem Perlenkreuz auf den zahllosen Bestsellern, die alle irgendwas mit "Sehnsucht" heißen. […] Nun sagt sie gestern, genau an diesem Tag, an dem ein weiterer Bundeswehrsoldat in einen Hinterhalt gelockt wurde: Man solle beten mit den Taliban, statt sie zu bombardieren. Gute Idee, sagt man sich da prompt, sofern es gelingt, sich mit ihnen um ein Kreuz zu gruppieren, ohne die Kehle aufgeschlitzt zu bekommen, denn die Taliban diskutieren sowieso ungern über "Zeitströmungen" und von Frauen, die beim Beten den Ton angeben, halten sie gar nichts. "Es gibt keinen gerechten Krieg, es gibt nur einen gerechten Frieden", sagt sie weiter. Das ist so wohltönend wie falsch. Es gibt einen faulen Frieden, der puren Terror und Menschen- und vor allem Frauenvernichtung bedeutet wie im Iran. Und es gibt den gerechten Krieg wie den im Kosovo, der einen Genozid verhindern half.
[…] Ich kann dafür beten, dass Jesus Christus die Herzen noch der grimmigsten Taliban erleuchtet und mit der Botschaft des Friedens erfüllt. Auf dass sie davon absehen, weiterhin Krankenhäuser und Polizeistationen mit gehirngewaschenen jugendlichen Selbstmordattentätern in die Luft zu jagen. Aber gleichzeitig kann ich versuchen, die Taliban auszuschalten, sollte das Gebet kurzfristig nicht zur Entwaffnung und Verhinderung von Verbrechen führen.
[…] Margot Käßmanns indes setzte auf Demagogie. Sie glänzt mit frommem Augenaufschlag vor Tausenden. Sie führte aus, es sei besser zu beten, als Tanklastwagen zu bombardieren. Ach ja? Alles ist besser!
[…] Käßmann also hat aus unseren Soldaten, die unter enormen Entbehrungen und Belastungen Dienst tun, wider besseren Wissens kaltblütige Täter gemacht. Das ist ein Anschlag auf die Ehre jener, die ihren Arsch letztlich auch für diejenigen riskieren, die Kirchentage ausrichten, auf denen sie dann als Mörder beschimpft werden. Mit derartigen demagogischen Verkürzungen arbeitet normalerweise nur Gregor Gysi im Bundestag. Oder Roger Willemsen, wenn er in einer Talkshow punkten möchte. Allerdings bemühen beide nicht die theologische Tarnkappe, um den Gegner - de Mazière, die Politik, das Establishment - zu treffen und sich in Szene zu setzen. Das bleibt unserer sanftmütigen Pastorin aus Hannover überlassen. Allerdings ist zu beachten, dass es neben dem Tötungsverbot auch noch das achte Gebot gibt: "Du sollst kein falsches Zeugnis geben". Da wir ja auf dem Kirchentag sind, sollte man auch hier eine modische Übersetzung versuchen. Sie könnte lauten: Du sollst keinen scheinheiligen Stuss erzählen.
(Matthias Matussek 03. Juni 2011)

Kommentare:

Homer Simpson hat gesagt…

Wenn früher jemand sagte:" Die Leute wollen vararscht werden.", habe ich das einfach abgetan. Nachdem ich nun etwas Älter bin, stelle ich fest, dass da was dran sein könnte.

Kirchentage, Gottvertrauen, Glaube. Was für ein Müll! Man sollte Gläubige entmündigen. Die sind eine Beleidigung für jede intelligente Lebensform.

TAMMOX hat gesagt…

Ich vermute, daß vor den Einlasstoren des Kirchentagsgeländes leistungsfähige Hirn-Absaug-Anlagen installiert sind.

Anders kann man sich nicht erklären, wie Menschen dieses komplett sinnentleerte Nonsens-Geblubber aushalten.


LGT

Stefan Wehmeier hat gesagt…

„Der Mensch sinkt, wenn er einmal sinkt, immer unter das Tier.“

Friedrich Nietzsche (Wie man wird, was man ist)

Wo ist eigentlich das Paradies geblieben? Tatsächlich befinden wir uns noch immer mitten darin, aber wir sehen es nicht. Wir können es nicht sehen, weil Heerscharen von Schweinepriestern uns erzählen, das Paradies sei ein „Obstgarten“, in dem es Verbote einzuhalten gilt, die gar nicht einzuhalten sind. Diese Lüge verbreiten die Priester seit Jahrtausenden; zuerst, weil sie uns belügen mussten, und später, weil sie nicht mehr anders konnten. Das Lügen wird zur Gewohnheit, wenn die Wahrheit längst vergessen und die Lügerei umso besser bezahlt ist, je höher das Lügengebäude wird, das mit verbogenen Balken gerade noch errichtet werden kann.

Unser schöner Garten Eden wurde zu jener „modernen Zivilisation“, in der das Lügen mittlerweile so gut bezahlt wird, dass die ehrliche Arbeit es kaum noch tragen kann.

Alles begann mit der Erbsünde. Als noch niemand wusste, wie der Himmel auf Erden zu gestalten ist, in der niemand einen unverdienten Gewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer erzielen kann, durfte das arbeitende Volk nicht wissen, dass im Privatkapitalismus ein nachhaltiges Wirtschaften unmöglich und der nächste Krieg unvermeidlich ist. Priester wurden verpflichtet, allen Zinsverlierern zu erzählen, die Marktwirtschaft sei ein „Obstgarten“ und manche Früchte seien eigentlich verboten aber wohl in der Praxis nicht zu vermeiden. So verschaffte die Erbsünde denen ein Auskommen, die außer lügen nichts gelernt hatten.

Problematisch wurde es erst, als ein Prophet erklärte, dass mit konstruktiv umlaufgesichertem Geld der Allokationsmechanismus zwischen Kreditangebot und Kreditnachfrage erhalten bleibt, auch ohne dass das Finanzkapital mit dem Urzins belohnt werden muss, damit es rentable Sachkapitalien gebiert. In diesem Fall wäre das Kreditangebot mit der Summe aller Ersparnisse identisch, der Geldkreislauf stabil, der Geldverleih gerecht, jede Geldbewegung intelligent, jeder Anspruch auf Geld gesichert, und Gott würde nicht mehr gebraucht.

Das Paradies von der Erbsünde befreien und das auch noch ohne Verbote? Diese „Unverschämtheit“ konnte man nicht durchgehen lassen, denn dann würden sogar die Lügner wieder von ehrlicher Arbeit leben müssen.

So wurden alle Priester zu Schweinepriestern; und alle, die nicht gestorben sind, belügen uns noch heute.

Herzlich Willkommen in der wirklichem Welt:

http://www.deweles.de/willkommen/himmel-und-hoelle.html

jakebaby hat gesagt…

"Matthias Matussek hat es geschafft noch abstoßender als Meisner und Käßmann zusammen zu sein. Seine ultrakatholischen Texte sind eine einzige Qual."

Dann solltest du ihn auch nicht quoten, nur weils gerade mal gelegen und 'immerhin lustig' von Einem uebers andere Arschloch geht.

Dieser primitivst'schmutzig'polemische Wicht ist wie ein Broder, nur mit'm Kreuz.

Er hat in seinem Beitrag gezielt verkackte bis gewaltverherrlichend'moerderisch, einschlaegigst verhassende Islamophoby der uebelsten Sorte untergebracht.

Den christlichen Bruder deines Feindes solltest du nicht zum Freund machen.

"Mein Freund wird Matussek dadurch sicher nicht"
Dann benutze ihn nicht, nur weil er dir gerade in den Kram passt.

Ich weis.... ich bin wieder zu pingelig. ..... :-(

Gruss
Jake

TAMMOX hat gesagt…

@ Pingel-Jake:

Also ich finde Matussek DEUTLICH schlimmer als Broder.
Broder kann manchmal auch vernünftige Sachen sagen und ist zudem auch noch geistreich.
M. ist IMMER pure scheiße.

Bevor der mein Freund wird, friert die Hölle zu und Ratzi veröffentlicht hardcore-Gay-sex-tapes von sich und Osama bin Laden.

Aber wenn sich sein Hass nun mal zufällig über jemanden ergießt, die so eine überzeugte und umjubelte Christenfürstin wie Margot K. ist, lache ich schon mal darüber.

Wie übel Matussek selbst tickt, ist ja nicht besonders geheimnisvoll, sondern trieft aus jeder seiner Zeilen heraus. Das ist Selbstentlarvung.


@Stefan Wehmeier;
Sorry, ich kann Dir nicht folgen. Du glaubst, Du lebst im Paradies?
Vielleicht habe ich irgendwo die Ironie übersehen.

LGT