TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Freitag, 3. Juni 2011

Peer!!!

Ich erinnere mich noch daran, als 1993 Günter Rexrodt Wirtschaftsminister wurde und bei der Debatte zu seinem Amtsantritt Matthäus-Maier die weisen Worte sprach:

„Wir hatten erst einen Bangemann, dann einen Haussmann, dann einen Möllemann - wie wäre es denn einmal mit einem FACHmann?“

Fachleute in der Politik wären eigentlich eine schöne Sache.
Das wird umso klarer, wenn man debakulierende Laien wie Brüderle, Guttenberg, Aigner oder gar Westerwelle in schwierigen Ministerien erlebt.

Das Problem ist nur, daß die kompetenten Experten verständlicherweise wenig Interesse an einer Ochsentour durch die Parteien haben.
Zumal sie als Minister; welches schon die maximale Karrierestufe darstellt, nur einen Bruchteil dessen verdienen, das ein durchschnittlicher DAX-Vorstand bekommt - bei erheblich weniger öffentlichem Stress.

So kommt es dann, daß sich in der derzeitigen EHEC-Krise der Ärger über die Deutschen international ballt.

Die zuständigen Minister Bahr und Aigner sind einfach für ihre Jobs ungeaignert und stiften mehr Verwirrung, denn Aufklärung.
Man weiß noch nicht mal so genau, wer eigentlich die Federführung hat.
Das Robert-Koch-Institut, die Gesundheitsämter, die Landesminister?
Kein Wunder, daß Putin und Zapatero der Kamm schwillt, wenn sie an Berlin denken.

Glück im Unglück, aber wenig tröstend, ist die Tatsache, daß man auf internationaler Ebene durch den schwer versagenden und desinformierten Guido Westerwelle schon daran gewöhnt ist, die Deutschen zu ignorieren.

Wir konnten das just beim G-8-Gipfel in Deauville beobachten:
Jedes Mal, wenn die ganz harten Kernthemen, wie zum Beispiel Libyen auf den Tisch kamen, hat man Merkel gleich außen vorgelassen und sie gar nicht mitreden lassen.

Angesichts der Berliner Politattrappen die einzig sinnige Maßnahme.

Verglichen mit den schwarzgelben Lobbysockenpuppen wird jeder halbwegs geistig Zurechnungsfähige der Opposition schnell zum Hoffnungsträger.

Auch wenn es den Linken nicht passt, aber mit Peer Steinbrück existiert sogar ein Zweiäugiger unter den einäugigen Oppositionskönigen.

Der Ex-Finanzminister und Ex-NRW-MP triggert offensichtlich in der sozialromantischen Szene Abwehrreflexe und ist auch kein gegelter Strahlemann à la Guttenberg, der ebenfalls von den Linken bejubelt wurde (85% Zustimmungsrate!)

Peer Steinbrück wird auch keinen Model-Contest gewinnen.
Seine Frisur taugt sowieso nicht als modisches Vorbild für Myriaden.

Dennoch hat er einiges auf der Habenseite.

Er ist persönlich integer, ist unbestritten extrem kompetent in Finanzfragen und kann zudem auch noch klar und verständlich reden.

Als der Finanzminister der großen Koalition Ende 2009 seinen Job aufgab, verabschiedeten sich viele über Dekaden bekannte Politiker aus der ersten Reihe.
Steinbrück war der einzige, dem die Journalisten-Meute richtig nachweinte. Berliner Schwergewichte wie Andreas Hoidn-Borchers vom Stern bekannten freimütig, daß Steinbrück der Lieblingspolitiker der Journaille war; weil er nie langweilte und als einer der ganz wenigen keine sinnlosen Sprechblasen von sich gab.

Es ist geradezu unheimlich, wie präzise Steinbrück - IN FREIER REDE (auch das sehr unüblich bei Bundestagsreden) prognostizierte, wie sich eine FDP-Politik gestalten würde.



Aber der Urnenpöbel wollte das nicht hören, schickte die Gelben in die Regierung und somit herrschte wieder der politische Grundsatz „Parteibücher gehen über Kompetenz.“

Nach knapp zwei Jahren Guido und Angie wird Steinbrück mehr denn je vermißt.
Einen solchen Redner trifft man in den Regierungereihen nicht.

Der Ex-Ministerpräsident in Düsseldorf und Ex-Finanzminister in Berlin füllt die Zeilen derzeit wieder spielend. Kanzlerkandidat der SPD? "Wer, wenn nicht Peer?", titelt das Magazin Cicero. Neuer Präsident der Europäischen Zentralbank, nachdem Kandidat Axel Weber abhanden gekommen ist? Peer Steinbrück! Präsident des IWF, nachdem Dominique Strauss-Kahn sich aus der Bahn geworfen hat? Warum nicht Peer?
(Bonner General Anzeiger 21.05.2011)

Zuletzt erhielt Peer, der Große den Cicero-Redner-Preis.

Der SPD-Politiker und frühere Finanzminister Peer Steinbrück ist am Freitag in Bonn mit dem Cicero-Rednerpreis für herausragende rhetorische Leistungen ausgezeichnet worden. Mit dem 64-Jährigen, der als Kanzlerkandidat der SPD gehandelt wird, werde ein politischer Redner geehrt, „der sich mit klaren, bildhaften Worten dem aufklärerischen Kampf gegen Selbstbetrug und politischer Unmündigkeit verschrieben hat“, erklärte der Verlag für die Deutsche Wirtschaft in Bonn, der seit 1994 die nicht dotierte Auszeichnung verleiht. Der Vorjahrespreisträger und Festredner Heribert Prantl, Jurist und Leiter des Ressorts Innenpolitik bei der „Süddeutschen Zeitung“, würdigte laut Manuskript Steinbrück als einen Politiker, der nicht gemocht werden wolle. Vielmehr wolle er Probleme lösen, „und er ist überzeugt davon, dass er das hinkriegt“. Steinbrück sei kein „Lächler“, der mit ein paar liebenswürdig zugeneigten Bemerkungen Leute für sich gewinnen könne. „Er will, und er muss sie manchmal erst erschrecken mit seinem Spott und seinem pointierten Witz, und dann überzeugen mit seiner gedanklichen Schärfe, mit seinem Sach- und Fachverstand.“
(Abla 20.05.2011)

Steinbrück wird Unrecht getan, wenn er als knallharter Schröderianer dargestellt wird, dem man wegen Hartz-IV zürnt.

In Wahrheit hat Steinbrück sein soziales Gewissen bewahrt und sagt dies auch mehr als deutlich.

In der liberalen Wochenzeitung „DIE ZEIT“ fungiert der Finanzfachmann als Kolumnist und schafft es auch in geschriebener Form, keinerlei Blabla abzusondern, wie man es von CDUlern und FDP’lern kennt.

Als untypischer Politiker räumt er sogar ein sich ab und an geirrt zu haben und ständig dazu zu lernen.
Seine sozialen Aussagen sollte man sich hinter die Ohren schreiben.

Die Spaltung des Arbeitsmarktes gefährdet die soziale und demokratische Stabilität.
[…] Asymmetrien in der Einkommens- und Vermögensverteilung werfen nicht nur Gerechtigkeitsfragen auf, sondern spalten unsere Gesellschaft mit der Folge, dass ein Teil sich deklassiert sieht und sich in seiner Unzufriedenheit politisch, kulturell und lebensweltlich abkapselt. Eine solche soziale Desintegration öffnet Türen für Fliehkräfte und Ressentiments, die genau die Basis bedrohen, auf der die Bewohner der oberen Etagen der Gesellschaft sitzen – und von wo aus sie ihren sozialen Status und materiellen Wohlstand oft sehr selbstbezogen als ebenso dauerhaft wie normal unterstellen. Die Drift in der Einkommens- und Vermögensverteilung ist offensichtlich. Sie steht im Zusammenhang mit einer Zellteilung unserer Gesellschaft auf dem Arbeitsmarkt. Die Erosion des sogenannten Normalarbeitsverhältnisses – gemeinhin eine unbefristete Vollzeitbeschäftigung, die in die sozialen Sicherungssysteme integriert ist – und damit die Spaltung des Arbeitsmarktes hat besorgniserregend zugenommen. Die Zahl der »atypisch« Beschäftigten – etwa Leiharbeiter, Teilzeitbeschäftigte, geringfügig Beschäftigte – ist von 1999 bis 2009 um 1,8 Millionen auf 7,6 Millionen Personen gewachsen. Damit ist ihr Anteil an der gesamten Arbeitnehmerschaft von 19,7 auf 24,8 Prozent gestiegen. Jeder vierte Arbeitnehmer ist demnach »atypisch« beschäftigt und einer höchst unsicheren Perspektive für seinen Broterwerb oder die Versorgung seiner Familie ausgesetzt. Bei Arbeitnehmern mit geringen Qualifikationen beträgt der Anteil »atypisch« Beschäftigter sogar über 40 Prozent.
[…] 75 Prozent der Leiharbeitnehmer arbeiten für einen Lohn unterhalb der Niedriglohnschwelle.
[…] Dementsprechend sank die Lohnquote – der Anteil von Löhnen und Gehältern an der jährlichen Wirtschaftsleistung – im ersten Jahrzehnt auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung, während die Quote aus Gewinnen und Kapitaleinkünften auf ein Rekordniveau kletterte.
(Peer Steinbrück am 30.5.2011)

Nun wollten die Bundesbürger aber nicht Steinbrück als Minister behalten, sondern wählten sich lieber Westerwelle, Brüderle und Rösler ins Kabinett.

Die Konsequenzen sind genau die von Steinbrück Beschriebenen.

Gute Nachricht – für alle Reichen: Sie sind 2010 noch reicher geworden.
Unverschämt reich sogar! Während Nordamerikas Millionäre ihr Vermögen um 10,2 Prozent vermehrten, steigerten Europas Reiche ihre Schätze „nur“ um 4,8 Prozent – fand die Unternehmensberatung „Boston Consulting Group“ in der Studie „Global Wealth“ heraus. Damit hat Nordamerika Europa als „wohlhabendste Region“ der Welt abgelöst. Mit 400.000 Dollar-Millionären liegt Deutschland global auf dem fünften Platz.
(Berliner Kurier 2. Juni 2011)

Nach dem Ende der Wirtschaftskrise wachsen die Vermögen der Reichen und Superreichen wieder ungebremst. Wie es in der neuesten Vermögensstudie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) heißt, sind die privaten Geldvermögen 2010 um acht Prozent auf 122 Billionen Dollar gestiegen. Das sind 20 Billionen mehr als Ende 2008, dem Tiefpunkt der Finanzkrise.
[…] Das Land mit den meisten Millionären (5,2 Millionen) bleiben mit großem Abstand die USA, gefolgt von Japan, China, Großbritannien und Deutschland, das mit 400.000 Millionären an fünfter Stelle liegt.
(Nikolaus Piper 31.05.2011)

Noch besser sieht es für die Deutschen „Superreichen“ (= Vermögen über 100 Millionen Dollar) aus.

Da liegt die Bundesrepublik mit 839 Haushalten mittlerweile noch vor Saudi-Arabien auf Platz 2 der Weltrangliste.

Kommentare:

Homer Simpson hat gesagt…

Dein Schatz Peer Steinbrück...

Ich habe ja schon erwähnt, dass ich ihn nicht so positiv sehe. Ich meine in ihm einen Wichtigtuer zu sehen, der auf bescheiden macht.

Und meine Abneigung ist auch deshalb so ausgeprägt, weil er mit Merkel zusammen die Banken rettete, ohne Klartext zu reden.

Man rettete eine Bad Bank. Und die Banken haben gepokert, weil sie wussten, dass angeblich "das System" zusammenbricht. Hier hat die Regierung und auch dein Schatz, viel zu schnell klein beigegeben. Mehr noch war er sogar stolz auf sein Handeln.

Wenn das wirklich so war, hätte er das für sich behalten sollen. Mir sah das so aus, als wolle er damit die Banken vör öffentlicher Kritik schützen. Mein Vorwurf hier also auch: VERRAT!

TAMMOX hat gesagt…

Davon kann ich nun absolut gar nichts nachempfinden. Gerade bei der Geschichte hat Steinbrück nun wirklich Klartext gesprochen und die Banken schwer beschimpft. Zudem hat er die HRE verstaatlicht und die Kontrolle an den Staat gerafft.

Das hat den Banken gar nicht gepasst.

Tatsächlich ist es ja so, daß Deutschland besser als alle anderen Länder (mit Ausnahme von Polen) durch die Krise gekommen ist. Steinbrück hat es vermocht den Kreditfluss an die Unternehmer nicht versiegen zu lassen.

Etwas Wichtigtuerisches kann ich nun beim besten Willen nicht an ihm erkennen - da ist er nun ganz das Gegenteil!!!

Lies mal Steinbrücks Buch "Unterm Strich".

LGT

Homer "Empath" Simpson hat gesagt…

Also hör mal, TAMMOX. Ich kann Menschen nun wirklich gut einschätzen. Ich habe schon bei Guttenberg von Anfang an gesagt...

Will sagen: Meine Meinung ist nicht absolut. Aber ob die Verstaatlichung der HRE den Deutschen, der Welt irgendwas gebracht hat, wage ist zu bezweifeln. Die Banken (übrigens aus Gutgegelt) konnten ihre ganzen Schrottpapiere schön dort abladen. Die gehören jetzt dem Steuerzahler.

Da würde ich meinen Stolz nicht so offen zeigen.

TAMMOX hat gesagt…

Es ging mir nur darum, daß er überhaupt eine BANK VERSTAATLICHT HAT!

Damit hat er immerhin schon mal die Kontrolle ganz an den Staat gezogen - nachdem ohnehin schon alles bezahlt wurde.
Die CDU fand das gar nicht witzig und die FDP ist ausgetickt.

Aber da hat sich Steinbrück wenigstens durchgesetzt.

Homer Simpson hat gesagt…

Achso, das ging etwas unter. Aber einen Unterschied, sehe ich da nicht. Man legt sich diese Schande nur zurecht.

Klar, Verstaatlichung musste sein. Aber nicht, weil PS das durchsetzte, sondern weil die öffentliche Meinung das forderte. Hätte man den Bankenmarkt nicht vorher liberalisiert, wäre der Mist gar nicht erst entstanden. Und auch da, hat PS mtgemacht. Dafür schämt er sich aber nicht. Das blendet der Mann völlig aus. Ist praktisch, wenn man seine eigene Inkompetenz so leicht vertuschen kann.

Sicher hat er dabei nur "seinen Job gemacht". Siehst du das auch so?

TAMMOX hat gesagt…

Kann Dir nicht folgen - ich sehe nicht wo sich PS inkompetent bei irgendwelchen Liberalisierungen verhalten hätte.
Sag mal ein Beispiel.


Im Übrigen bin ich nicht Steinbrücks persönliche PR-Agentur. Ich habe nie gesagt, daß er ein unfehlbarer Supermann wäre.

Aber er ist besser als so ziemlich alle anderen Finanzpolitiker, die wir haben und er redet keinen wolkigen Blabla-Nonsens.
Deswegen habe ich das kurze Video in das Posting eingeführt, in dem er frei sprechend erklärt, wohin Politik à la FDP führt. Und da kann man doch wohl nicht dran kritisieren. Das hat er GUT vorgetragen und inhaltlich richtig dargestellt. Zudem ist es auch noch UNlangweilig.
Was will man denn heute mehr?

QuakediQuak hat gesagt…

Hier stimme ich mal ausnahmsweise eher (nicht komplett) Homer Simpson zu. Ich bin zwar kein Experte für Finanzpolitik (nicht, dass ich das für das Zeug, wozu ich hier sonst kommentiere, wäre ;)) aber ein paar Anmerkungen möchte ich machen:

1. Die Fehler Peer Steinbrücks liegen wohl weniger in dem was er gemacht hat, als in dem was er nicht gemacht hat, obwohl es offensichtlich richtig gewesen wäre.

Beispiel 1: Finanztransktionssteuer, er hat weder in seiner Funktion als Finanzminister, noch als SPD-Wahlkämpfer, die Einführung einer solchen Steuer zu dem Thema gemacht, das sie hätte sein müssen; zumindest hätte man damit die CDU unter Druck setzen müssen und gerade er als Finanzpolitiker wäre da gefragt gewesen.

Beispiel 2: Keine Ausschütung von Gewinnen und keine Auszahlung von Boni in geretteten Banken.
Peer Steinbrück hat mehrfach betont, dass man genau das durchsetzen werde, was vergessen hat zu erwähnen, war, dass es ein Schlupfloch gab/gibt; beziehungsweise er hat vergessen das Loch zu schließen. Auch hier hätte man mindesten Druck auf die Union ausüben müssen.

2.Du hast jetzt mehrfach und gerne im Zusammenhang mit Steinbrück und/oder Scholz erwähnt, dass Deutschland ganz besonders gut aus der Krise gekommen sei, woran misst Du das?
Und ist das ein persönliches Verdienst von Scholz und/oder Steinbrück? Mir persöbnlich scheint es eher so zu sein, dass die exportorientierte deutsche Wirtschaft überdurchschnittlich stark nicht nur von den deutschen , sondern auch von den Konjunkturprogrammen der Länder, in die sie exportieren, profitiert haben, zumal der Verbraucher dort in der Krise sicher besonders gerne zu den deutschen Billigheimer-Produkten gegriffen hat(Spekuliere ich). In diesem Fall wäre das politisch begünstigte Lohndumping in Deutschland ein Grund für das relativ gute Verkraften der Krise. Ausserdem sollte man bedenken, dass die Deutsche Industrie mit der Arzneimittel und der Waffenproduktion zwei sehr krisensichere Zweige hat, auch das hat man weder Steinbrück noch Scholz zu verdanken.

Schöne Grüße

QuakediQuak

Homer Simpson hat gesagt…

Kann Dir nicht folgen - ich sehe nicht wo sich PS inkompetent bei irgendwelchen Liberalisierungen verhalten hätte.
Sag mal ein Beispiel.


Sagt dir der Name Jörg Asmussen was?

Lies das Wiki über Steinbrück.

http://de.wikipedia.org/wiki/Peer_Steinbrück

Unter: Finanzkrise ab 2007, wird es interessant.

Nicht vergessen auch seine markigen Worte in Richtugn Schweiz oder die Bemerkung zu Burkina Faso.

Homer Simpson hat gesagt…

Nachtrag: Insbesondere der letzte Satz in dem Abschnitt ist da von Bedeutug. Und zur Bad Bank, die er icht wollte: Die HRE ist eine Bad Bank. Die gab es aslo lange bevor er das überhaupt wahrgenommen hat. Die Banken hatten sich mit der HRE längst ihrer Müllpapiere entledigt. Gepennt hat die Bankenaufsicht. Verantwortlicher: Jörg Asmussen! Der enge Vertraute von Steinbrück.

Hier der Artikel ist auch interessant:

http://www.ftd.de/politik/deutschland/:gegenwind-fuer-parteichef-steinbrueck-warnt-spd-vor-linkskurs/50174869.html

Da frage ich mich, welcher Partei der Mann angehört...

TAMMOX hat gesagt…

@ QuakediQuak
Also die Beispiele Finanztransaktionssteuer und das mit den Boni für gerettete Banken sind genau die Punkte, die ich tatsächlich nicht Steinbrück ankreide. Das hat er ja in der Tat versucht und ständig lautstark angemahnt. Als die von ihm vorgeschriebene Gehaltsobergrenze von 500.000 Euro (Bankmanager, die Soffin-Gelder bekommen mußten) von Rüttgers, Beust und Öttinger gleich wieder aufgeweicht wurde, sehe ich ihn noch zeternd in der PK sitzen.
Darüber war er richtig sauer und hat überdeutlich gesagt, was er davon hielt.
Aber die CDU war nun einmal der größere Partner, der zudem in NRW, BW und HH regierte (nun nicht mehr!!!)

Das mit dem besser durch die Krise kommen, mache ich daran fest, daß das Wirtschafts-NEGATIV-Wachstum (wie es so schön euphemistisch heißt) weniger stark als in den anderen Nationen eingebrochen ist. Ohne Minus ist nur Polen durchgekommen. Zudem sind überall außer in Dt. die Arbeitslosenzahlen exorbitant gestiegen. Das war hier nicht so, weil Scholz dafür gesorgt hat, daß es die Kurzarbeiterauffangregelungen gab. Die Leute konnten also immerhin in den Betrieben bleiben, während sie in den anderen Ländern auf der Straße landeten.

@ Homer: Steinbrück hat erfolgreich verhindert, daß es zu Paniken gekommen ist.
In den USA haben bisher über 100 Banken pleite gemacht, Millionen Leute haben ihre gesamte Altersversorgung und dazu noch mal Millionen ihre Häuser verloren!

DAS hat Steinbrück in Dt alles verhindert, indem er rechtzeitig für Spareinlagen garantierte, die Kontrolle der Banker am SoFFin-Tropf übernahm, etc pp.
Das ist schon SEHR SEHR VIEL!

Über Asmussen habe ich selbst schon geschrieben.

http://tammox.blogspot.com/2010/10/ausfalle.html


Ich weiß, den kann keiner leiden. Aber er versteht den Laden in dem er arbeitet ganz gut und allein schon die Tatsache, daß die FDP sich die Pest über ihn ärgert, ist schon ein gutes Zeichen!

Und bei der HRE war das Kind doch absolut im Brunnen.
Das war ein tatsächlicher Fall von "alternativlos". Mit einer HRE-Pleite wären alle Banken kollabiert und damit die deutsche Wirtschaft insgesamt zusammengebrochen, weil die HRE der hauptkreditgeber der Öffentlichen Hände war.


LGT

Homer Simpson hat gesagt…

Na und rate mal, wer mit dem Rettungsfont ganz viele Griechenland-Schrottpapiere von anderen Banken gekauft hat?

Richtig, die HRE! So konnten die Banken gleich nochmal abkassieren. Und nun ist man mit Papieren im Wert von knapp 11 Mrd. Euro, mit Abstand Deutschlands größter Investor dort. Ja, die Rettung der Bank war wichtig. Damit die Banken den Rest ihrer Schrottpapiere schön für teuer Geld loswerden konnten.

Steinbrück hat dank Asmussen wirklich ein gutes Werk getan. Und alles unter den Augen unserer geliebten Kanzlerin. Nur schade, dass das reine Propaganda war. Niemals wäre der Markt zusammengebrochen. Warten qwir es ab. Die Banken haben gerettet, was zu retten war. Die Krise wohl auch nur vertagt. Erst jetzt kommt ja die Rechnung...

TAMMOX hat gesagt…

"Niemals wäre der Markt zusammengebrochen."


DAS sagst Du so .....
Aber wer weiß das schon?

So hat sich das die US-Rergierung auch bei Lehmann Brothers gedacht und nun stecken sie immer noch in der Rezession und einige Trillionen Dollar, Millionen Jobs und Millionen Häuser sind futsch!

Die HRE war und ist jedenfalls so eine Banken-Bank, die Milliardenkredite an alle möglichen Banken gegeben hat.
Daß eine HRE-Pleite alle möglichen anderen Banken ruiniert hätte, glaube ich schon.
Wobei ich dazu sage, daß das mein Eindruck aus vielen Artikeln ist, die ich gelesen habe.

Ich bin auch kein Finanzerxperte.

LGT