TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

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Donnerstag, 9. Juni 2011

Tausend Tränen tief

Ich erinnere mich an viele verschiedene Phasen der Betrachtung der FDP.
Sie war mal Zünglein an der Waage, mal liberales Korrektiv, mal die überbewertete Pünktchenpartei und dann wieder die schwindsüchtige Mehrheitsbeschafferin ohne politischen Kompass.
1994 mit dem Amtsantritt Guido Westerwelles begann die Phase des Populismus‘ und des demoskopischen Höhenrausches.
Trotz Schlenkern ins Braune (Anti-Israel-Kurs, antisemitische Broschüre) und ins Seichte (Spaßpartei, Big-Brother-Haus) wurde die FDP zum erklärten Liebling der veröffentlichten Meinung.
Neoliberalismus war „in“ und es galt allgemein als ausgemacht, daß die FDP über die größte Wirtschaftskompetenz verfüge.
Warum auch immer.

In 29 Jahren ununterbrochener FDP-Okkupation des Bundeswirtschaftsministeriums wurden ein undurchsichtiges Steuer- und Subventionsdickicht geschaffen, die Wirtschaft wurde durchreguliert, monopolisiert und gleichzeitig intransparent gemacht.
1998 errang Rot/Grün deshalb einen grandiosen Wahlsieg, weil die deutsche Ökonomie nach fast drei Dekaden FDP total verkrustet und reformunfähig geworden war.
Die Worte „Reformstau“ und „German Angst“ geben die Stimmung Ende der 1990er Jahre am besten wider.

Ab Mitte der 00er befiel ein allgemeines „FDP ist SUPER“-Virus die Hauptstadtjournaille.
Ob Springerpresse, ob FTD, ob SPIEGEL (Steingart) oder ob STERN (Jörges) - im Einklang mit Hans Olaf-Henkel und all den Wirtschaftsweisen à la Hans-Werner Sinn gab es nur noch Westerwelle-Jubel.

Der Climax war im September 2009 erreicht.

Seit dem geht es nur noch bergab. Wie auf ein geheimes Kommando begann das Westerwelle-bashing in allen Redaktionsstuben. Von links bis rechts analysierten die Großfedern nun, die FDP mache alles falsch.
Ähnlich wie Frau Merkel mit der Atomkraft, vertraten die Weisen der Wirtschaftsredaktionen nun das diametrale Gegenteil dessen, was sie Jahrelang gepredigt hatten.

Auf einmal wollten es alle schon immer gewußt haben. Um Westerwelle habe sich ein Personenkult gebildet, der FDP fehle es an Konzeptionen, die Steuersenkungsversprechen wären von Anfang an unseriös gewesen und Personal hätte die Partei sowieso nicht.

Nun sitzt Herr Jörges im ARD-Presseclub und weigert sich überhaupt noch ein Wort über die FDP zu verlieren. Die Partei sein endgültig erledigt. Basta.

Seit einigen Wochen beobachte ich einen neuen Wind. Nach warmen Fön und durchpustenden Mistral umweht die FDP nun das pure Mitleid!

„Alles geht schief“ überschreibt Peter Blechschmidt seinen heutigen FDP-Kommentar:

Ohne Thema, ohne Spielraum: Die FDP findet einfach keinen Ausweg aus ihrer Krise.
Wie man"s macht, macht man"s verkehrt.
[…] Das Dilemma der FDP: Wäre sie nur braver Mehrheitsbeschaffer für die Union, würde sie sich quasi selbst abschaffen. Versucht sie, aber gegenüber CDU und CSU Profil zu zeigen, wird sie als Störenfried oder schlicht als unprofessionell abgestempelt. Siehe Lindner.
Schlimmer noch: Der FDP fehlt ein Thema, mit dem sie sich profilieren kann. Verspricht sie Steuerentlastung, erntet sie nur müdes Lächeln. In der Energiepolitik kann sie gegen die überwältigende Grundstimmung in der Bevölkerung nichts gewinnen.
[…] Die Misere, dass alles misslingt, gleichgültig was man anpackt, kennt die FDP aus den ersten anderthalb Jahren ihrer Regierungszeit unter ihrem damaligen Vorsitzenden Guido Westerwelle.
(Süddeutsche Zeitung 09. Juni 2011)

FDP-Chef Rösler, der so gerne Udo Jürgens und Herbert Grönemeyer hört, findet die passende Musik zu seiner Stimmung bei Ruben Cossani:


MyMusic: Ruben Cossani / Mitgefühl - MyVideo

„Ich versteh' was grade passiert
Dies ist nicht mehr mein Zuhaus

Und die Zeit vergisst die Wunden
Die Seele wird bald gesunden
Es mag sein das es ist wie es ist
Doch aus deinem Mund schmeckt es wie Gift

Erspar mir dein Mitgefühl
Ich will nicht mehr darüber reden
Erspar mir dein Mitgefühl

Die Kollegen vom SPIEGEL schreiben tränenrührig über „die traurigste Partei der Republik:“

Im Job hat der FDP-Vorsitzende nur Ärger: Seine Chefin, die Kanzlerin, nimmt ihn nicht ernst, und seine Partei liegt am Boden. "Abgebürstet" schreibt die "Süddeutsche Zeitung", der aktuelle "Welt"-Leitartikel ist mit "Liberales Versagen" überschrieben, in der "taz" heißt es: "Die FDP ist geliefert". Die von Kanzlerin Angela Merkel vorangetriebene Energiewende hat für jeden sichtbar gemacht, in welch bedauernswerter Lage die Liberalen stecken. 'Friss oder stirb' heißt Merkels Motto im Umgang mit dem Koalitionspartner.
(Florian Gathmann und Veit Medick 08.06.2011)

Du sagst du hast dich entschieden
Ich fühl mich wie befreit
Ich werde es akzeptieren
Dieses Hin und Her war ich Leid

Und die Zeit vergisst die Wunden
Darauf hab ich mich eingestellt
Ich dreh jetzt keine Ehrenrunden
ich steig ins Auto dann bin ich weg

Erspar mir dein Mitgefühl
Ich will nicht mehr darüber reden
Erspar mir dein Mitgefühl
Du hast ohnehin nichts mehr zu geben
Erspar mir dein Mitgefühl
Für wen vergeudest du deine Tränen
Erspar mir dein Mitgefühl
Ich lass dich los du lässt mich gehen

Hart getroffen fühlt sich das Mitglied des ZK der Katholiken, Rösler vermutlich auch von den Springer-Freunden, die vom „Liberalen Versagen“ schreiben.

Dabei benutzt der Komiker Jungholt doch tatsächlich den Begriff „Stimme der Vernunft“ um damit ausgerechnet die FDP zu beschreiben. Aber ihr gelänge es einfach nicht sich Gehör zu verschaffen:

In der Kakofonie der Verhandlungen von CDU, CSU, FDP und den Ministerpräsidenten über das neue Atomgesetz ging die Stimme der Vernunft unter. Vereinbart wurde ein gestaffeltes Abschalten der Meiler bis 2022, das ein Abarbeiten der Reststrommengen unmöglich macht. Mit Blick auf den von der Kanzlerin als oberstes Ziel ausgegebenen gesellschaftlichen Konsens blieben die Eigentumsrechte der Kraftwerksbetreiber am Wegesrand zurück. Allein dieses Ergebnis war für die FDP schon eine Niederlage. Die selbst ernannten Gralshüter der politischen Besonnenheit waren zu schwach, ihre Position gegen den schwarz-rot-grünen Mainstream durchzusetzen. Ein Offenbarungseid aber war das Verhalten der Liberalen im Anschluss. Enttäuscht vom eigenen Verhandlungsergebnis, distanzierte sich der FDP-Generalsekretär vom gerade erst verkündeten Regierungsbeschluss: Wenn die Stromkonzerne nun Klagen anstrengten und damit Erfolg hätten, so Christian Lindner, dann trügen allein Angela Merkel und Horst Seehofer dafür die Verantwortung. Man kann den Kompromiss der Koalition mit Recht für Murks halten. Und man mag sich auch über das Verhalten der Unionsparteien ärgern, die den Liberalen nicht das Schwarze unter den Nägeln gönnen. Aber sich erst unterbuttern zu lassen und anschließend beleidigt mit dem Fuß aufzustampfen - das ist pubertär und weit von dem Anspruch einer Regierungspartei entfernt.
(Thorsten Jungholt 08.06.2011)

Zerkratz mir die Haut
Schmeiß mich gegen die Wand
Tret mich mit Füßen
Reiß mir das Herz aus der Hand
Das alles kann mir nichts anhaben
Nur eins kann ich nicht ertragen

Das ist dein Mitgefühl-
Erspar mir dein Mitgefühl-
Für wen vergeudest du deine Tränen

Ist es etwa auch bei mir schon so weit gekommen, daß mir Rösler und Co leidtun?

Kommentare:

Homer Simpson hat gesagt…

Und ausgerechnet Rösler, bezeichnete die Grünen heute als "kleine traurige Dagegen-Partei".

Da versucht wohl wieder jemand, etwas zu kompensieren. Die FDP ist eine dumme, wertlose Dafür-Partei. Man will Steuern senken, Arbeit schaffen, Zukunft sichern. Und hinterher macht man das genaue Gegenteil. Die FDP ist eine Kaputt-Partei.

TAMMOX hat gesagt…

und hoffentlich bald eine EHEMALIGE Partei, die inzwischen aufgelöst wurde.
OHNE Nachfolgeorganisation!

LGT

jakebaby hat gesagt…

"OHNE Nachfolgeorganisation!" ??

Was wuerde ich darum geben den Guido/Roesler und Gefolge im ehemaligen Nebenzimmer des eckkneipigen 'Alten Zeppelin' ... dann 'Libero' zu wissen.

Guido mit 3tage Bart und pulloverungepflegt, muede euphorisch von Steuersenkungen und Seagullspick bla'blabbernd, .. Roesler inzwischen auf Meth&Angeldust wirft seine VietnamKriegsstorys rein, .. Niebel hebt zwischendurch den besoffennen Schaedel mit einem 'Ich hab mal Afrika entwickelt' und Bahr blaest still Lindner unterm Stammtisch, ....

TAMMOX hat gesagt…

Da muß Bahr aber rodentlich Ellbogen entwickelt haben!

Linder wollen schließlich alle FDP-Präsiden gern mal einen blasen.
Hast Du mal gesehen in welches orgiastische Geschrei die auf Parteitagen verfallen, wenn Lindi ans Rednerpult geht?


Da dürfte ordentlich Gedränge unterm Tisch herrschen.

Mir wurde schon auf konspirativem Wege ein Bild von Lindi "untenrum" zugespielt

http://content.nastyshit.com/media/pictures/725b1fcede90160a8bcb61430fbc92bb050cbc12.jpg

(Achtung! Pornographisches Material von erigierten ...... à la Anthony Weiner. Nur klicken, wenn man über 18 ist!)

LGT