TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Dienstag, 16. Juni 2009

Dummdreistheit siegt.

Beliebt zu werden, zu sein und zu bleiben ist bedauerlicherweise das einzige Ziel vieler Politiker.
Daß dies AUCH ein legitimes Ziel ist, kann man nicht in Abrede stellen, da die Unbeliebten ihre Jobs loswerden.
Beliebtheit ist aber deswegen auch ein Problem, weil der deutsche Urnenpöbel üblicherweise nicht die GUTEN Politiker mag, die intensiv ihren Job machen, Entscheidungen treffen und ohne Rücksicht auf persönliche Animositäten zum Wohle des Landes agieren.
Nein, gerade die Luftikusse, die sich um Entscheidungen drücken, durch Talkshows tingeln, hinter den Kulissen mauscheln und statt dem Wohle des Landes, immer nur den kurzfristigen Interessen der stärksten Lobbygruppen dienen, sind im Volk beliebt.

Köhler, Merkel, Beust - die präsidialen nicht festzulegenden Gummirücken werden gemocht.

Das Paradebeispiel dafür ist Übermutter von der Leyen, die das Magazin ZAPP am 06. Mai so schön mit dem Beitrag „Viel Show und wenig Konkretes“ beschrieb.

Aus dem Beitragsskript:

Ursula von der Leyen telefoniert mit Kind: „Gut, mein Wonnepuss. Sonst geht’s dir gut, mein Liebchen?“ Wonnepuss, Liebchen: Seifige Worte und ihr Lächeln. Bei jeder Gelegenheit. Ursula von der Leyen weiß, wie diese Bilder wirken. Dieter Wonka, Redakteur „Leipziger Volkszeitung“: „Keine lächelt so wie Frau von der Leyen. Egal worum es geht, ob zu den Neonazis oder zur Zahl der Kindergeburten – sie verkauft alles lächelnd.“ Barbara Kostolnik, Reporterin ARD-Hauptstadtstudio: „Sie kann ganz eindeutig sehr charmant sein. Mit diesem umwerfenden Lächeln, das sie dann auch anknipsen kann, glaube ich, macht sie auch eine gute Figur.

Aus ihrem Haus kommt üblicherweise Sinnloses (Internet-STOPP-Schilder), Kontraproduktives (stümperiges Jugendschutzgesetz), dramatisch Schädliches (Herdprämie), Klerikal-Extremes (Ferkelbuch), Serviles (RTL-Show angeblich aus Rücksicht auf die verliehenen Babies verbieten - NACHDEM alle Folgen längst abgedreht sind) oder auch glatt Gelogenes (Zunahme der Geburten 2008).

Dieter Wonka, Redakteur „Leipziger Zeitung“: „Frau von der Leyen sucht sich ja auch die einfachen Themen, die man mal schnell anschieben kann und sich oben draufsetzt als Chef und den Rest machen dann andere Unterlinge, Arbeiter oder Denker. Aber mit denen hat sie dann nichts mehr zu tun. Und wenn man nur so kurz draufguckt und auf die schnelle Schlagzeile hofft, dann kann es halt auch mal sein, dass man daneben greift, wie bei den Geburtenzahlen.“

Dabei schafft es Ernst Albrechts Tochter sich immer selbst optimal in Szene zu setzen - keine Unterhaltungsshow, in der sie noch nicht auftrat, kein Niveau zu dümmlich, als daß nicht noch die Familienministerin in einer Quizsendungs-Jurys dazu grinst.
Gibt es Popularitätspunkte zu sammeln, scheut sie keinen schmutzigen Trick, um ihren Kollegen die Show zu stehlen.

Barbara Kostolnik, Reporterin ARD-Hauptstadtstudio: „Obwohl sie mit anderen Ministerien zusammen dieses Gesetz gestaltet hat, ist sie zuerst vor die Presse getreten. Eine Woche bevor die anderen da waren und hatte wieder den großen Auftritt - diese Bühne. Und hat das dann auch genutzt und die anderen waren erst eine Woche später dran, als das Thema schon wieder ein wenig abgeflacht war. Also die Bugwelle, die nimmt sie für sich immer in Anspruch. Als die Bugwelle abgeebbt ist, dürfen auch die Kollegen mit auf’s Foto. Sofern von der Leyen sie rechtzeitig informiert. Brigitte Zypries, Bundesministerin der Justiz: „Sie können doch mir mal Bescheid sagen, dass Sie hochgehen!“ Die Stimmung auf dem Podium vergiftet, dabei wollten sich alle nur im Kampf für das Gute präsentieren. Doch wieder gibt von der Leyen den Ton an. Barbara Kostolnik, Reporterin ARD-Hauptstadtstudio: „Das ist natürlich für die anderen Minister und die daran beteiligt sind, nicht ganz unproblematisch, wenn immer nur die Strahlelfrau gehypet wird. Und als die Mutter aller guter Dinge sich verkauft. Und die anderen kriegen nur ein paar Krümelchen und Brotsamen ab. Das mag natürlich kein Minister, wenn er so im Schatten einer anderen Kollegin surfen muss.“

Läuft etwas aus dem Ruder, also beispielsweise ihre Geburtenzunahme-Lüge aufgedeckt wird, taucht sie ab, schickt Staatssekretäre vor - Hauptsache nicht mit negativen Nachrichten assoziiert werden.


Gestern trieb es die Frau, die niemanden so liebt wie sich selbst so weit, daß sich selbst ihre Claqueure von der Springerpresse irritiert die Augen rieben.
Matthias Iken vom Hamburger Abendblatt schrieb euphemistisch:
Seltsamer Auftritt einer Ministerin und mutmaßte sie bewerbe sich um die Ehrenmitgliedschaft bei Ver.di..

Was war geschehen?

20.000 streikende Kindergärtnerinnen versammelten sich in Köln, obwohl ihr Tarifvertrag bis 2011 gilt und somit Friedenspflicht herrscht.
Eltern sind genervt und die klammen Kommunen wissen nicht, woher sie mehr Geld nehmen sollten.

Entsprechend verärgert reagierte der Städte- und Gemeindebund auf liebesdienerische Auftritte der Bundespolitiker.
An der Spitze Ursula von der Leyen, deren Haus sich vornehm bei der Bezahlung der Erzieherinnen zurück hält; sie trat vor der protestierenden Menge, machte sich lieb Kind und krakelte:
"Sie haben unsere Solidarität.“
Den Kommunen, die die Zeche zu zahlen haben, fiel sie damit in den Rücken und blies sich zum Lafontaine auf:
Selber nichts leisten, aber vollmundig mehr Geld fordern, das aber andere aufbringen müssen.

Politikerinnen dieses Schlages kann sich Deutschland nicht leisten - ein angemessener Beliebtheitswert auf der -5/+5-Skale wäre „-4,9“

Vorausgesetzt Deutschland hätte Wähler, die Gehirne besäßen.

In der wirklichen Realität ist von der Leyen die fünftbeliebteste Politerin in ganz Deutschland.

Montag, 15. Juni 2009

Leserservice

Nur der Vollständigkeit halber, werde ich nach meiner grundlegenden Analyse der EU-Wahl noch ein paar Ergebnisse nachtragen, die sich auf meine Postings in den letzten Wochen beziehen.

1.) Ungarn.

Wie ich es schon am 10. und 11. Mai prognostizierte, ist Ungarn tatsächlich scharf nach rechts gerückt.
Die rechte FIDESZ kam auf 53,4% der Stimmen und erreichte damit neben der liberalen MLP in Malta (54,8%) das höchste Ergebnis aller Parteien von allen Ländern der EU.
Fidesz gewann damit 14 der 22 ungarischen EU-Sitze.
Es wird aber noch schlimmer, da die faschistoide, paramilitärische, antisemitische und rassistische JOBBIK zusätzlich noch 14,8 % bekam und damit drei Sitze errang.
Das sind zusammen also gewaltige 68,2 für die Ultrarechten!
Sie schicken 17 von 22 ungarischen Abgeordneten nach Brüssel - 77%!!!!!!
Ob sich die knapp 64% der wahlberechtigten Ungarn, die nicht abstimmten jetzt schämen?

2.) Italien.

Geht es noch peinlicher als Berlusconi? -fragt sich der Rest Europas und reibt sich die Augen. Mal abgesehen von den altbekannten Dutzenden Strafverfahren, Korruption und Rechtsbeugung, fiel der König der Blamagen in jüngster Zeit mit seinen Pimmel-Bildern, der gehörnten Ehefrau und 18-Jährigen Tittengirls als Kandidatinnen seiner Privatpartei auf.
Geschadet hat es nicht - nach 32,5 % im Jahr 2004 erreichte seine Popolo del. Liberta (Volk der Freiheit) nun 35,3 %. Die guten Katholiken verzeihen offenbar alles.
Zudem verdoppelte sich die fremdenfeindliche Lega Nord auf 10,2 %. An der Wahlbeteiligung kann es nicht gelegen habe - sie war doppelt so hoch wie in Ungarn

3.) Spanien.

Mein erklärte Lieblingsregierungschef der EU - Zapatero - mußte Federn lassen und kam nur noch auf 38,5 % (-5) Erstmals seit neun Jahren jubelte die konservative PP; die den regierenden Sozialisten (PSOE) eine halbe Million Stimmen abnahm und auf 42,2 % (+1) kam.

4.) Polen.

Ausgerechnet das Land der bizarren Zwillingskartoffeln lieferte einen Lichtblick. Dort konnte die EU-freundliche Bürgerplattform entgegen des europäischen Trends um sagenhafte 20 Prozentpunkte auf 44,4 5 zulegen.

5.) Irland.

Die seit immer und ewig regiereden konservativ-katholische Fianna Fáil war durch den Kommissionsbericht über die Zustände in den katholischen Kinderheimen schwer unter Beschuss geraten, da sie es war, die mit den pädophilen Klerikern kungelte.
Trotz dieses Megaskandals mußte sie gerade mal 5 Prozentpunkte abgeben und kam auf 24,1 %. Das ist immerhin ein ungewohnter zweiter Platz hinter der ebenfalls konservativen zur EVP gehörenden Fine Gael, die sich auf 29,1 % verbesserte.

6.) Thüringen.

Der wegen fahrlässiger Tötung verurteilte Ministerpräsident, der sich statt seine Schuld anzuerkennen in der BILD beweinen läßt und einfach gar nicht mehr regiert, kam ebenfalls mit einem blauen Auge davon.
Die CDU wurde in Thüringen mit 31.1 % doppelt so stark, wie die oppositionelle SPD (15,7 %), die dort immerhin einen sehr vorzeigbaren Spitzenkandidaten für die bevorstehende Landtagswahl (30. August) zu bieten hat.
Der Creationisten-freundliche Hardcore-Katholik Althaus kam bei der gleichzeitig stattfindenden Kommunalwahl auf sogar noch etwas höhere Werte - 33,4.
Wenigstens sieht es nicht so aus, als ob der Ski-Killer seine absolute Mehrheit verteidigen kann.

7.) Bizarres auch aus Bayern.

Die CSU hatte mit Seehofer und zu Guttenberg plakatiert - zwei Politiker, die beide NICHT für die EU-Wahl kandidieren und zudem diametral entgegen gesetzte Meinungen vertreten.
Seehofer ist neben Rüttgers der zweite Arbeiterführer der Union - Staatsknete verspricht er allen und jeden. Auch für Arcandor will er den Steuerzahler bluten lassen.
Die arme arme Frau Schickedanz - sie soll ja nur noch einen „niedrigen dreistelligen Millionenbetrag auf dem Konto haben - wohnt schließlich in Fürth.
Sein Kollege Guttenberg vertritt genau die gegenteilige Linie und macht sich als Vertreter der reinen Lehre, der gegen Hilfen für Opel, Arcandor und Co argumentiert, einen Namen.
Wer tatsächlich für die CSU ins EU-Parlament gehen sollte, wurde lieber verschämt verschwiegen - das sind nämlich ausrangierte hochkorrupte über ihre erpresserischen Methoden gestolperte Gestalten wie Monika Hohlmeiner und der adipöse Steinbach-Epigone Bernd Posselt.
Die Bayern fanden es OK und ballerten der Gaga-CSU 48,1 rein, die damit VIER MAL so stark wie die zweitplatzierte SPD (12,9%) ist - auch die Grünen sanken leicht auf 11,5 %

Zusammenfassend kann man sagen, daß die von mir diagnostizierte totale Verdummung der Wähler in den Fällen USA, Italien und Deutschland offenbar noch in anderen Ländern ausgebrochen ist.

Sonntag, 14. Juni 2009

Die Idioten der Woche!

Der ehemalige Mega-Monopolist Post, hat scheinbar immer noch nicht gemerkt, was FREIE MARKTWIRTSCHAFT bedeutet.

Da ist zum Einen die Telekom, die immer noch denkt, daß sie sich als einziger Telephonanschlußanbieter leisten kann, die Kunden wie Dreck zu behandeln, Wechselwillige zu schikanieren und Service abzubauen.

Daß als logische Konsequenz jährlich Millionen Kunden schreiend weglaufen, fiel gar nicht weiter auf, daß die Manager offenbar vollends damit ausgelastet waren mit ehemaligen Stasi-Experten ihre Mitarbeiter zu molestieren.

Der andere große Brocken, die gelbe Post, versuchte es hartnäckig auf demselben Wege.

Tausende Filialen wurden geschlossen - stets darum bemüht den Kunden das Leben so schwer wie möglich zu machen.
Paketboten der DHL sind so überlastet, daß sie sowieso nicht mehr klingeln, sondern prinzipiell einfach die Abholkarten einwerfen und wenn man sich aufmacht die verpassten Sendungen abzuholen, sollte man sich einen Gartenstuhl mitbringen, da die Schlangen in den drei Abholzentren, die es noch gibt, länger sind als beim Bananentag in der DDR.

Besonders bizarr war die Periode vor ca einem Jahr, als alle Schalterbeamten zum Postbank-Börsengang dazu genötigt wurden die Kunden zur Eröffnung eines Girokontos bei ihnen zu überreden!

Marketing nach Schildbürger-Art: Nachdem der potentielle Kunde so richtig genervt ist, weil er gerade eine Stunde anstehen mußte, da das Paketabholamt natürlich wieder nur einen von sechs Schaltern geöffnet hatte, soll er in der Stimmung sein auch noch mit seinem Konto zu dem Null-Service-Verein zu wechseln??

Nun hat sich die Firma, die eben noch ihrem Ex-Chef Klaus Zumwinkel 20 Millionen Euro Pension hinterher geworfen hat, nachdem dieser von der Staatsanwaltschaft abgeführt wurde, den nächsten Klopfer ausgedacht.

Wieder ganz nach dem Telekom-Motto:

Ist der Service so schlecht, daß die Kunden in Scharen wegrennen, verschlechtere ihn noch mehr, damit auch die letzten Mohikaner noch vertrieben werden.

Es geht um das letzte Monopol - die Briefpost unter 20 Gramm.
Auch da versucht sich der Kunde in Alternativen wie Emails zu retten, weil die Briefzustellung immer unzuverlässiger wird.

„Mein Postbote“, der wirklich eine Seele von Mensch ist und fast 12 Stunden pro Tag arbeitet, kommt oft erst nach 16.00 Uhr, weil sein Zustellbezirk so enorm vergrößert wurde. Ist er mal krank, oder wurde seine Tour mal wieder verändert, bekomme ich meistens gar keine Post an dem Tag - alle Aushilfen sind nämlich schon wegrationalisiert worden.
Das ist insbesondere ärgerlich, wenn man Zeitschriften und Zeitungen abonniert hat, die per Post kommen.
In meinem Fall ist es glücklicherweise so, daß ZEIT und SZ inzwischen morgens von einem privaten Zusteller geliefert werden - die sind immer pünktlich da.
Die Großkunden satteln die Hühner.

Der SPIEGEL kommt aber immer noch per Post, so daß es ein Vabanquespiel bleibt, ob ich ihn montags bekomme, oder am Dienstag.

Der neuste Streich der Post ist nun 16 der 82 Briefzentren in Deutschland am Sonntag zu schließen - dort wird künftig gar nicht mehr sortiert, so daß Montag auch nicht in dem Maße ausgeliefert werden kann und noch mehr Postboten arbeitslos werden.

Dadurch werde am Montag etwa jeder zweite der insgesamt 80.000 Zusteller zu Hause bleiben müssen, sagte ein Sprecher der Postgewerkschaft DPV-Kom der Zeitung. (Mopo)

Spart ja Personal - mögen sich die Zumwinkel-Epigonen in der Chefetage denken. Postchef Frank Appel ruft inzwischen schon mal bei Maklern an und erkundigt sich nach Preisen von italienischen Burgen.

Schon im Juli und August 2009 geht es los, daß die Post die Kundenunzufriedenheit mit NOCH weniger Service erhöhen will!

Als einen „Schlag ins Gesicht von Kunden und Mitarbeitern“ bezeichnet die Gewerkschaft CGPT die Maßnahmen. Darunter werde die Qualität der Briefzustellung leiden. Auch sorgen sich die beiden kleineren Postgewerkschaften um die Löhne der Mitarbeiter und den Bestand ihrer Arbeitsplätze. (Welt)

Toll!

Da wird dann auch mal wieder Geld für einen 20-Millionen-Bonus für die Großgehirne der Konzernspitze frei!

Samstag, 13. Juni 2009

Tatmuster

Nein, das ist nicht gerade das was man von einem Halbgott in Weiß erwartet - in den Notaufnahmen ihre Zeit damit zu verbringen Männern die erstaunlichsten Dinge aus dem Darm zu prokeln.

Aber wat mut, dat mut und so schrieb der SPIEGEL bereits vor fast 20 Jahren einen legendären Artikel über den anal-ärztlichen Alltag.
Anlass war ein Aufsatz von Waldemar Fabian, Chefarzt am St. Katharinen-Krankenhaus in Frankfurt, in der Zeitschrift für Gastroenterologie, den die Medical Tribune pikiert mit "eine wahre Parade von unästhetischen Entdeckungen aus der Enddarm-Literatur" beschrieb.

Inzwischen ist man daran gewöhnt, daß sich Michael Hutchence, David Carradine und jede Menge englische Politiker beim Masturbieren zu Tode strangulieren.
Da erscheinen die zur Optimierung des Onaniespaßes inkorporierten Sexhelferchen schon weit weniger bizarr - immerhin überleben die Wichser damit - meistens.

"Am gebräuchlichsten unter den eingebrachten Objekten", konstatiert Fabian, sind Gläser, Glühbirnen, Flaschen, Tassen, Gurken, Äpfel, Zwiebeln, Dosen und Zahnbürsten; aber auch die "kuriosesten perforationsgeeigneten Gegenstände" haben Chirurgen schon im Intestinum rectum vorgefunden - etwa einen "Regenschirm mit Hülle", einen "gefrorenen Schweineschwanz" oder eine "Werkzeugtasche komplett mit Werkzeug".
Allein die Chirurgen des Hamburger Universitätsklinikums entfernten in den letzten Jahren folgende Inkorporabilien: zwei Sektflaschen, eine Colaflasche, drei Massagestäbe, eine Bocciakugel, drei Spraydosen, ein Staubsaugeransatzteil, zwei Hartgummistäbe, einen Tischtennisball, eine Kerze; des weiteren einen Spatenstiel (19 Zentimeter), ein Stuhlbein (27 Zentimeter) und die zusammengerollte Ausgabe einer Wochenendzeitung (Bild am Sonntag).

Und seien wir mal ehrlich - endlich wurde hier mal eine angemessene Verwendung für die BILD-Zeitung gefunden!

Der humoreske Subtext dieser Geschichte besteht aber in den Erklärungen, die die rückseitig Zugetopften für ihre misslichen Lagen parat haben:

Da schob sich beispielsweise jemand einen Baseball in den Hintern - "aus Freude über den Titelsieg der Mannschaft".

(Hmmm und wir freuen sich FUSSBALL-Fans über Siege? Geht das auch?)


Ein weiterer Mann erzählte, er sei beim Aufräumen seines Kellers auf eine Leiter gestiegen und von dieser in eine Kiste mit Fliesen gefallen; dabei müsse er wohl, so der 49jährige Mann, "mit dem After voraus" auf jenen Schaschlikspieß gefallen sein, dessen gebogenes Oberteil bis in seine Leistengegend vorgedrungen war. Ein anderer erklärte die Gegenwart eines abgebrochenen Besenstiels in seinem Enddarm mit der Anweisung seines Hausarztes, sich die Prostata zu massieren.

Weswegen mir dieser Artikel jetzt einfällt?

Nun, ich sehe da bestechende Parallelitäten zu einem ganz und gar nicht mehr komischen Verhalten katholischer Würdenträger, die beim Erklären ihrer Übergriffe auf kleine Jungs ebenso phantasievoll agieren.

Der berüchtigte Kardinal Groer konnte sich bekanntlich in seine Senilität flüchten, als er hoch in den 80ern sogar krebskranken Jungs im Krankenhaus in die Unterhosen griff.

Fällt die Option „Alzheimer“ als Entschuldigung aus, sind katholische Pädophile keineswegs genötigt Reue zu zeigen oder gar ehrlich zu sein.
Nein, dann kann immer noch bagatellisiert und verharmlost werden, wie es Bischof Krenn tat, als in seinem Priesterseminar 40.000 Pornodateien gefunden wurden und Bilder auftauchten auf denen zu sehen war, wie die angehenden Priester in prä-petting’schen Stellungen mit ihren Lehrern posierten.

Krenn bewertete dies als „Bubenstreiche“.

Bernardo Álvarez Afonso und Kardinal Degenhardt
wiesen die Schuld gleich den Opfern oder deren Müttern zu.

Verfolgt man den Blog „abusetracker“ sieht man, daß auch heute keinerlei Dreistheit gescheut wird, wenn Priester ihre Taten erklären.

Soeben erklärte der bereits fünfmal wegen pädophiler Übergriffe auf kleine Jungs angeklagte Priester Desmond Laurence Gannon in Melbourne, er habe einem 11-Jährigen nur ein paar „Anatomie-Stunden“ geben wollen, als er ihn wieder und wieder belästigte:

‘I was only giving the boy anatomy lessons’, said paedophile priest.
From August to September 1968, when Gannon was a priest in Kilmore, he assaulted the boy in a car, on a bush track, in a church and at a pool. Now 51, the victim said in an impact statement that after the abuses he had felt: Broken, old, clumsy, dirty, ugly, guilty, confused, rejected, worthless and scared.


Natürlich.

Und Schweine können fliegen.

Freitag, 12. Juni 2009

Keine Extrawürste!

Die Zeugen Jehovas gibt es seit dem 19. Jahrhundert.
Ein bißchen seltsam mutet es schon an, daß diese Christen immer mehr werden, obwohl sich ihre zentrale Aussage mehrfach als Unsinn bestätigt hat.
Immer wenn die Bibelforscher sicher waren, daß Christus nun wieder kehre (1914 z.B.), die Welt vernichtete und 144.000 Auserwählte vorher mit in den Himmel nähme, kam er EIGENARTIGERWEISE dann doch nicht.
Schade eigentlich, denn für jene 144.000 - höchstwahrscheinlich alles Zeugen Jehovas (nach: Jes 43,10-12: „ihr seid meine Zeugen, ist der Ausspruch Jehovas“) - wäre dann buchstäblich das Paradies auf Erden gekommen.
Sie würden fortan im Garten Eden zusammen mit Jesus leben.
Lahme würden ihre Krücken wegwerfen, Gelähmte aus ihren Rollstühlen springen und ich bin ganz sicher, daß auch Akne, Fußpilz und Mundfäule für immer der Vergangenheit angehörten.
Nicht so sinnig ist hingegen der Drang zu missionieren, da doch die Plätze im Paradies recht begrenzt sind.
Immerhin gibt es derzeit schon über 7 Millionen Zeugen Jehovas - Tendenz stark wachsend.
Nach derzeitigem Stand kommen also nur 2 % der Zeugen in den Garten Eden.

98% werden mit der Resterde weggerockert und die Quote sinkt mit jedem neuen Mitglied.

Da muß man schon eine Menge Wachtürme (Zion's Watch Tower) verkaufen, um zu den oberen 144.000 zu gehören.
Für uns Restmenschen ist die Rettungswahrscheinlichkeit ohnehin so schlecht, daß sich die Mühe ein gottgefälliges Leben zu führen kaum lohnt.

Einfache Rechnung:
110 Mrd Menschen (die selbstverständlich alle unsterbliche Seelen hatten) lebten bisher auf der Erde.
Bei einem Mikrohimmel mit einem Fassungsvermögen von 144.000 - gerade mal die Größe einer Stadt wie Oldenburg oder Darmstadt - können gerade mal 0,00013 % reinkommen.
Hat man die reale mathematische Wahrscheinlichkeit für ein paradiesisches Restleben vor Augen, ist es nicht eben vernünftig Zeuge Jehovas zu sein.

Das finden auch Kurt Beck, Arbeiterführer Rüttgers und Öttinger, der Bräunliche.
Obwohl das Oberverwaltungsgericht Berlin schon 2005 entschied, daß der Anspruch der Zeugen Jehovas auf Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts in Berlin zu Recht besteht, wollen Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg dieses Recht unbedingt blockieren und biegen und brechen an der Deutschen Rechtslage herum.
Hessen, Bayern, Sachsen, Hamburg und Niedersachsen sind hingegen Berlin gefolgt und stellten die Zeugen Jehovas rechtliche den anderen Christlichen Sekten, wie z.B. den Katholiken, gleich.

Öttinger und Beck zeigen damit ein gewaltiges Maß an Doppelmoral.
Sie nörgeln an "totalitären Methoden" der Zeugen herum.
So werde permanent zu Spenden und Dauereinsätzen für die Glaubensgemeinschaft aufgefordert und extremer psychischer Druck gegen Zweifelnde ausgeübt.

Nicht, daß ich es im Entferntesten für richtig halte sein Kind abkratzen zu lassen, indem man eine rettende Bluttransfusion verweigert.
Aber NOCH gilt doch wohl in Deutschland keine Sippenhaft, oder?

Die katholische Kirche in Deutschland müßte man bei einer solchen Herangehensweise schon längst verboten haben - immerhin werden dort regelmäßig Kindervergewaltiger herangezüchtet und vor der Justiz geschützt, immerhin werden dortFrauen nicht als gleichberechtigt anerkannt.
Von den MITGLIEDERN der RKK, die sich Piusbruderschaft u.ä. nennen, will ich mal gar nicht erst anfangen.
Zeugen Jehovas und Katholiken und Protestanten haben alle keine weiße Weste.

Ich erinnere nur mal daran, wie die beiden deutschen Großkirchen 100.000de Kinder in ihren Heimen gequält und gefoltert haben.
Ihren Elitestatus als Körperschaft des öffentlichen Rechts behielten sie trotzdem.

UPDATE:
Man lese auch diesen Bericht zu den katholischen Methoden.


Bei einem Blick in die Geschichte müssen sich die Zeugen erst recht nicht verstecken - sie kooperierten weder mit den Nazis noch mit der SED.
Sie machten keinen Hitlergruß und verweigerten den Eintritt in die Wehrmacht.
Dafür wurden sie massiv verflogt und kamen vielfach in KZs - während ihre Kollegen von den Großkirchen weitgehend mit fliegenden Fahnen für Hitler mordeten, das Zentrum einstimmig für Hitlers Ermächtigung votierte und ihre Bischöfe den Hitlergruß machten.

Rüttgers, Beck und Öttinger sollten also ihren Widerstand dringend aufgeben und sich mal abregen. Daß sie die eschatologischen und theologischen Überzeugungen der Wachturm-Verkäufer absurd finden, darf kein Kriterium sein.

Hat man die reale mathematische Wahrscheinlichkeit für ein paradiesisches Restleben vor Augen, ist es nicht eben vernünftig Zeuge Jehovas zu sein - aber was hat Vernunft schon mit Religion zu tun?

Dem Römisch-katholischen Christentum hängen immerhin 1,2 Milliarden Menschen; obwohl der Katechismus eine Menge Lehren enthält, die man nur mit einem Mollusken-Hirn glauben kann:
So soll Jesus rückwirkend noch mehr am Kreuz leiden, wenn 2000 Jahre später jemand sündigt.

Gibt also Wowereit Kubicki einen Kuss, kriegt Jesus gewissermaßen noch einen Extra-Nagel eingeschlagen!

Nichtvöllig überzeugend auch die „Tatsache“, daß die Gottesmutter Maria stets Jungfrau war:

492 Daß sie „vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an im Glanz einer einzigartigen Heiligkeit“ erstrahlt (LG 56), kommt ihr nur Christi wegen zu: Sie wurde im „Hinblick auf dieVerdienste ihres Sohnes auf erhabenere Weise erlöst“ 496 Schon in den ersten Formulierungen des Glaubens [Vgl. DS 10–64] hat die Kirche bekannt, daß Jesus einzig durch die Kraft des Heiligen Geistes im Schoß der Jungfrau Maria empfangen wurde. Auch der leibliche Aspekt dieses Geschehens wurde mitausgesagt: Sie hat Jesus „ohne Samen aus Heiligem Geist empfangen“ (Syn. im Lateran 649: DS 503). Die Väter sehen in der jungfräulichen Empfängnis das Zeichen dafür, daß wirklich der Sohn Gottes in eine uns gleiche menschliche Natur kam. 499 Ein vertieftes Verständnis ihres Glaubens an die jungfräuliche Mutterschaft Marias führte die Kirche zum Bekenntnis, daß Maria stets wirklich Jungfrau geblieben ist [Vgl. DS 427], auch bei der Geburt des menschgewordenen Gottessohnes [Vgl. DS 291; 294; 442; 503; 571; 1880]. Durch seine Geburt hat ihr Sohn „ihre jungfräuliche Unversehrtheit nicht gemindert, sondern geheiligt“ (LG 57). Die Liturgie der Kirche preist Maria als die „allzeit Jungfräuliche“ [Aeiparthenos] [Vgl. LG 52].

Im Garten Eden hockte „der Mensch“ nach dem KKK übrigens rechtbehaglich - wenn nur nicht die dumme Eva gewesen wäre, die das schöne unsterbliche eben versaut hätte.

376 Durch die Ausstrahlung dieser Gnade wurde das menschliche Leben in jeder Hinsicht gestärkt. Solange der Mensch in der engen Verbindung mit Gott blieb, mußte er weder sterben [Vgl. Gen 2,17; 3,19] noch leiden [Vgl. Gen 3,16]. Die innere Harmonie der menschlichen Person, die Harmonie zwischen Mann und Frau [Vgl. Gen 2,25] und die Harmonie zwischen dem ersten Menschenpaar und der gesamten Schöpfung bildete den Zustand der sogenannten „Urgerechtigkeit“ (Vgl. dazu auch 1008, 1502). 378 Zeichen der Vertrautheit mit Gott ist es, daß Gott den Menschen in den „Garten“ setzt [Vgl.Gen 2,8]. Er lebt darin, „um ihn zu hegen und zu pflegen“ (Gen 2,15). Die Arbeit ist für Mann und Frau nicht Fron [Vgl. Gen 3,17–19], sondern Mitwirken mit Gott an der Vervollkommnung der sichtbaren Schöpfung (Vgl. dazu auch 2415, 2427). 379 Diese ganze Harmonie der Urgerechtigkeit, die der Plan Gottes für den Menschen vorgesehen hatte, ging durch die Sünde unserer Stammeltern verloren.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Analyse

Die Europawahl hatte ein unmögliches Ergebnis.
Gestärkt wurde ausgerechnet die FDP, die sich fast verdoppelte, nachdem sie damit geglänzt hatte die faulste und zweckfreiste Abgeordnete von allen deutschen Parlamentariern zu haben.

Guidos Frau in Brüssel schwänzte beinahe alle Sitzungen der beiden Ausschüsse, denen sie angehörte und hatte die niedrigste Präsenzquote im Parlament.
Die gewonnene Zeit nutzte sie, um im Tittenblatt „Praline“ Kolumnen zu schreiben.

Der deutsche Wähler quittierte das Performancedesaster der Liberalen mit PLUS 4,9 Prozentpunkten.
Die FDP erreichte jetzt 11,0 % und bekommt 12 Sitze.

Kommentar von Westerwelle: „Freude, schöner Götterfunken“

Wie kann sowas passieren? fragen sich nun Politiker aller Couleur.

Denn die Wahl war einerseits wichtig und andererseits haben SPE-Abgeordnete aus Deutschland im Gegensatz zu Guidos Windeiern gute Arbeit geleistet.

Offensichtlich spielte die historisch niedrige Wahlbeteiligung von 43,55 Prozent eine entscheidende Rolle. Der Negativrekord von 45,5 Prozent aus dem Jahr 2004 wurde noch einmal klar unterboten und einzelne Bundesländer wie die Schlußlichter Hamburg (34,7 %) und Brandenburg (29,9 %) blamierten sich über alle Maßen.

Nun wabern die ein oder anderen Vorschläge zur Attraktivitätssteigerung der Wahlen durch den medialen Wald.
Am weitesten ging der SPD-Bundestagsabgeordneten Jörn Thießen, der an Wahlzwang denkt.

"Wir Politiker müssen im Parlament abstimmen, das kann man auch von den Wählern bei einer Wahl verlangen. Wer nicht zu einer Wahl geht, sollte 50 Euro Strafe zahlen. Demokratie ohne Demokraten funktioniert nicht"

Thießens Idee wird genüßlich von linken Medien und Blogs zerrissen; Bettina Winsemann greift auf Telepolis zu einem wahrlich ätzenden Vergleich mit einer Grillparty:

Die Leute haben keine Lust auf die regelmäßig stattfindenden Grillparties, bei denen die Politik huldvoll die Hände derer drückt, die ansonsten für sie lediglich Zeitaufwand bedeuten. Das Interesse an der Gnadenbratwurst in Form eines Kreuzchens ist gering, wenn es am nächsten Tag zurück zur Hundewurst geht, die als 1-Euro-Jobber aufgesammelt werden muss weil die Straßenreinigung nicht mehr bezahlt werden kann und das Wort "zusätzlich" bei den 1-Euro-Jobbern längst in "alles, was nicht mehr bezahlt werden kann oder will) umgedeutet wurde. Nein, die Leute möchten kein Brot mit euch brechen, wenn ihnen am nächsten Tag voller Arroganz bei einer Nachfrage verbal auf die Füße gespuckt oder gekotzt wird. Es liegt nicht daran, dass die Menschen nicht teilhaben wollen an der Politik - es liegt daran, dass diese Teilhabe schon ab Schulzeit auf das reine Wählen reduziert wird.

So richtig in Stimmung für Plump-Metaphorik holt Winsemann gleich zum nächsten Vergleich aus:


Eine Wahlpflicht ist die Idee eines quengelnden Kindes, das will, dass endlich alle mit ihm spielen und daher dann fordert, dass die bestraft werden, die dies nicht tun. Allerdings überrascht mich solche Kindlichkeit nicht wirklich. Die Politik ist geprägt von "ich will aber"-Gesetzesinitiativen, von "ihr seid mir alle zu doof" (aka "Die Qualität des Gutachtens ist unterirdisch") und von Ablenkungsmanöver wie "Ähm, die Vase, Mami? Ja, also die Vase... du, reden wir doch lieber über meine letzte Note in Mathematik, ja?"

Gut gebrüllt Löwe - aber leider vollkommen an der politischen Realität vorbei.

Thießens Plan halte ich für praktisch so gut wie nicht durchführbar - man denke allein an den bürokratischen Aufwand.
Wie sollte man die Strafe einziehen, wenn ein, zwei oder fünf Millionen Wahlberechtigte dennoch nicht wählen?
Schwärmt dann ein imaginäres Heer von Orwells aus und kassiert die 50 Euro?
Es müßte schließlich Ausnahmen geben - es wäre doch unmöglich die Strafe zu kassieren, wenn beispielsweise ein potentieller Wähler krank war.
Müßten die sich alle a posteriori ein Attest besorgen, das sie dann WOHIN schicken?
Welche Armee von Beamten sollte die Entschuldigen überprüfen?
Was ist mit Lahmen, die sich aber kein Taxi zum Wahllokal leisten können? Etc.

Eine Megaaufgabe für Logistiker und Verwaltungsbeamte.

Ich halte die Thießensche Idee dennoch nicht für abwegig - immerhin gibt es genügend Länder, die tatsächlich Wahlpflicht haben!

Das sind Staaten, die man nicht als Bananenrepubliken bezeichnen kann, wie Neuseeland, Australien, Griechenland, Belgien, Chile, Schweiz, oder Türkei.
Die Strafen sind teilweise erheblich und gehen weit über eine Geldbuße von 50 Euro hinaus.
In Ägypten, Australien oder auch Chile sind Freiheitsstrafen für Nichtwähler möglich.
In Bolivien geht es bis zum sofortigen Einzug der Personalausweise und zur Sperrung der Bankkonten; in Griechenland ist regelmäßiges Wählen Voraussetzung für den Erhalt eines Reisepasses.

Mich würde es enorm interessieren, wenn man auch ein Votum von den 56% der Deutschen hätte, die letzten Sonntag nicht gewählt haben.

Ich bin der Meinung, daß es Protestierern und von der Parteipolitik Frustrierten zuzumuten ist, dennoch einen Wahlzettel auszufüllen - sie könnten ihn ungültig machen oder eine Splitterpartei ankreuzen.

Ich halte es mit Karl Lagerfeld, der sagt, daß Nichtwählen eine Form der ZUSTIMMUNG ist.
Wer nicht wählt, akzeptiert, daß alles beim Alten bleibt und hat das Recht verwirkt sich anschließend zu beschweren.

Da ich mich als politisch eher links einordne, hege ich allerlei Hoffnungen, daß ein Wahlergebnis unter Wahlzwang beispielsweise für Rot/Grün besser aussähe; daß es mir erspart bliebe einen jubilierenden Westerwelle „Freude, schöner Götterfunken“ skandieren zu hören.

Diese Hoffnung speist sich aus der Erkenntnis, die Politologen und Soziologen gewonnen haben, daß „linke“ Wähler tendenziell unzufriedener sind.

Konservative sind eher daran interessiert, daß ÜBERHAUPT Rechte in den Spitzenfunktionen und der Staatsspitze sind.
Was die dann tun, ist mehr als zweitrangig.

Ganz anders sieht es bei den progressiveren Wählern aus - die Tatsache allein, daß „Ihre“ an den Hebeln der Macht sind, reicht keineswegs aus, sie zufrieden zu machen.
Nein, nun hagelt es riesige Erwartungen, die sehr schnell enttäuscht werden können.

Linke Wähler wenden sich wesentlich schneller beleidigt ab, während rechte Wähler schmerzloser sind.

Man kann das klar an den deutschen Bundeskanzlern sehen - Brandt, Schmidt und auch Schröder hatten alle gewaltige Reformen anzupacken, die teilweise radikal mit dem Vergangenem brachen.

Sie waren entscheidungsfreudig und nahmen es alle in Kauf ihre Stammwähler bitter zu enttäuschen, wenn sie sich aus Überzeugung und zum Wohle Deutschlands zum Handeln gezwungen sahen.

Merkel und Kohl sind das diametral entgegen gesetzte Regierungsmodell:
Beide meiden, bzw mieden Entscheidungen weitgehend, unterlassen es zu polarisieren und saßen die Probleme aus.
Gerade wegen dieser regierungspolitischen Lethargie wurde Kohl immer und immer wieder gewählt.
Seine Anhänger wußten, daß nichts passieren würde - und genau das wollten sie auch:
Beharrung um jeden Preis. Daß dabei die Zukunft Deutschlands ruiniert wurde und wird (Schulden, Reformverschleppung, etc), interessiert nicht, da konservative Wähler generell weniger über den Tellerrand hinaus denken.
Merkel hat ebenfalls großen Erfolg mit der Strategie mit keinem politischen Problem assoziiert zu werden. Sie hält sich fein überall raus und schwebt nichtssagend über den Dingen.
Die Zustimmungswerte treibt das auf Rekordniveau.

Konservative werden aber vor allem von Wahlenthaltungen begünstigt - da die kritischen Wähler eher wegbleiben und die unkritischen Beharrer weiter zur Wahl gehen.

So reicht es mit immer weniger absoluten Stimmen zu einer relativen Mehrheit.

Wahlzwang wäre - so undurchführbar ich diese Idee finde - ein Ausweg aus dieser Spirale.

Zwang könnte den ein oder anderen Wähler dazu bringen nachzudenken.
Dabei käme er möglicherweise zu ein paar taktischen Erkenntnissen.

Es gibt da eine sehr simple Regel, die man sich vergegenwärtigen muß:

Wer unzufrieden mit der großen Koalition ist und sie los werden will, muß sie wählen.

Paradox? Nein, klingt nur so.

Wer nicht wählt oder die kleinen Parteien bevorzugt, schwächt CDU und SPD so, daß es eben nicht mehr zu einer kleinen Koalition (nach klassischem Verständnis Gelb/Schwarz oder Rot/Grün) reicht.

Im Ergebnis bleibt dann nur die Fortführung der großen Koalition, das Regierungsbündnis der Verlierer.

Genau danach sieht es nach der EU-Wahl mehr aus.
Genau das wird das Ergebnis des Westerwelleschen Jubels sein.

Wer also denkt, daß CDU und SPD beschissen regieren und das ändern will, muß CDU oder SPD wählen - simple as that!

Mittwoch, 10. Juni 2009

Trugnattern und Billionen

Jochen Distelmeyer, der wahrlich nicht als fröhlicher Philanthrop gilt, textete einst in seinem Penismonolog:

In dem Bett, aus dem ich herkam,
liegt es sich immer noch unbequem und einsam
ich hab nichts gegen Menschen als solche
meine besten Freunde sind welche
aber leider lebenslänglich mein Platz
an der Seite derer, die randvoll Beischlaf morden
als Lügner gefiel ich Dir besser
gefiel ich Dir besser?

„ich hab nichts gegen Menschen als solche“, hmm, ich weiß ja nicht, ob ich den Satz so unterschreiben möchte.

Schlau sind sie jedenfalls nicht.

Gerade habe ich die Geschichte vom Fischer Van Voth im Flussdelta des kambodschanischen Tonle Sap Sees in der Geo 360°-Reportage gesehen.
Den Film kann man noch bis Samstag auf arte+7 im Netz kostenlos ansehen)
Die auf schwimmenden Hütten hausenden Menschen können in dem regelmäßig vom Mekong überflutetem Sumpfgebiet schon lange keine Fische mehr fangen.
Diese Nahrungsgrundlage ist nahezu ausgerottet.

Seit ca 20 Jahren etablierte sich daher eine Not-Überlebensstrategie; einige Menschen, die sich die Investition von rumpeligen Holzkäfigen leiten können, züchten Siam-Krokodile, die dann ins (vergleichsweise) reiche Thailand und nach Vietnam exportiert werden.

Die ehemaligen Fischfänger sind nun auf der Jagd nach winzigen Wasserschlangen, kleine gestreiften Trugnattern, von denen rund 7 Millionen Tiere pro Jahr aus den unendlichen Sümpfen gezogen werden.
Die bei 40°C Durchschnittstemperatur vergammelten zerhackten knorpeligen Schlangen dienen als Krokodilfutter, müssen aber auch inzwischen als einzig verbliebenes Nahrungsmittel auch die Menschen satt machen.
Bis zu 50.000 Wasserschlangen werden pro Tag am Hauptumschlagplatz Chong Khneas verkauft.

Bevor von Biologen erfasst werden kann, welche Schlangenarten überhaupt in dem gigantischen Seengebiet leben, sind diese auch schon kurz davor ebenfalls ausgerottet zu werden.

Die Geldbeträge, um die sich das tägliche Leben dieser Kombodschaner dreht, sind für westeuropäische Verhältnisse unfassbar gering.
Holzboote kann sich beispielsweise niemand leisten - daher schwimmen die mehr als armseligen Behausungen der Fischer meistens auf Schilfbündeln, die einfach unter ihre Hütten geschoben werden und dort im sumpfigen Wasser innerhalb von ca drei Monaten verrotten.

Dann beginnt die Hütte zu kentern.
Hocken die Kinder knietief im braunen Moderwasser, wird es allerhöchste Zeit neue Schilfgrasbündel unter das Haus zu schieben.
Die sind allerdings mit über einem Euro exorbitant teuer, wenn man für das Kilo Schlangen nur 1000 Kambodschanischer Riel = 0.17557 Euro erhält und in manchen Nächten weniger dieser Würmer fängt, als man benötigt, um den eigenen Hunger zu stillen.

Die Welt kümmert es bekanntlich weniger als gar nicht, daß täglich 30.000 Menschen verhungern und laut des UN-Beauftragten J. Ziegler sogar täglich 100.000 Menschen an den weiteren Folgen des Hungers sterben.

Was kann da schon die ein oder andere Öko-Katstrophe und massenhaftes Artensterben tangieren?

Außerdem haben wir ja auch kein Geld mehr - so mitten in der Wirtschaftskrise.

Naja, für das ALELRALLERNÖTIGSTE sind natürlich schon noch ein paar Euronen übrig:

Nach dem Jahrbuch des Stockholmer Instituts für internationale Friedensforschung (Sipri) hat unsere glorreiche christliche Gesellschaft soeben einen neuen Rekord geknackt und innerhalb von 12 Monaten 1464 Milliarden Dollar für Waffen ausgegeben.

Die USA pumpen 607 Milliarden Dollar für Rüstung raus, China leistet sich Waffenausgaben von 84,9 Milliarden Dollar und Deutschland folgt 46,8 Milliarden Dollar auf Platz sechs.

„Die Kosten für Waffen und Militär sind Sipri zufolge mittlerweile so hoch wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Grund für diese Entwicklung ist nach Ansicht der Stockholmer Forscher vor allem der von der Bush-Regierung propagierte "Krieg gegen den Terror". Diese hätte viele Länder ermutig, "ihre Probleme durch eine hochgradig militarisierte Linse zu betrachten", sagte Sam Perlo-Freeman, einer der Autoren des Jahrbuchs.“

Ich hab‘ doch was gegen Menschen als solche.

Dienstag, 9. Juni 2009

Undank

Karl-Heinz Büschemann beschrieb das Agieren unserer Spitzenpolitiker in der causa Opel unter der Überschrift „Hilflos, planlos, sinnlos“ wie folgt:
Die Bundesregierung blamiert sich mit der Opel-Rettung und sollte weitere Hilfegesuche abwehren.

Merkels Kanzleramt, das die Verhandlungsführung vom Wirtschaftsministerium auf sich gezogen hat, debakulierte dabei so sagenhaft, daß ich mich, um nicht in Koprolalie zu verfallen, lieber darauf beschränke kurz die seriöse SZ zu zitieren:

Die Zukunft von Opel ist wieder offen wie zuvor. Allerdings hat die Bundesregierung mit ihrer leichtsinnigen Zusage, Opel zu helfen, Begehrlichkeiten anderer geweckt, die auch am Rande der Pleite stehen………. Die Bürger nehmen stattdessen staunend zur Kenntnis, wie amateurhaft die CDU-Kanzlerin Angela Merkel und ihr SPD-Kanzler-Gegenkandidat Frank-Walter Steinmeier das Problem angegangen sind. Die beiden wollen im September die Bundestagswahl gewinnen. Dafür tun sie offenbar alles und verschwenden Milliarden aus dem Staatshaushalt, ohne damit auch nur einen Arbeitsplatz sicherer zu machen……….Das von der Bundesregierung, vor allem von Steinmeier, favorisierte Investoren-Konsortium, das aus dem kanadischen Zulieferer Magna und zwei russischen Staatsunternehmen besteht, hat noch immer nicht verraten, was es mit Opel vorhat und was aus den Arbeitsplätzen werden soll. Keiner dieser undurchsichtigen Retter hat seine Ziele bisher offengelegt, geschweige denn ist klar, welcher der Partner Opel führen wird. Ist es die russische Regierung, die über ihren Autohersteller Gaz und die Sberbank 35 Prozent an Opel übernehmen will, oder ist es das Privatunternehmen Magna, das sich nur zu 20 Prozent beteiligen will? Unklar ist auch, wie die Rüsselsheimer mit ihren Autos in Russland auf den reichlich unrealistisch anmutenden Marktanteil von 20 Prozent kommen wollen, von denen mancher bei Opel träumt. Es ist peinlich, dass jeden Tag neue Details aus den Verhandlungen mit der bisherigen Opel-Mutter General Motors auf den Tisch kommen, die die Bundesregierung der Öffentlichkeit bisher offenbar verschwiegen hat. Der US-Konzern, dem selbst das Wasser bis zum Halse steht, stellt für die Freigabe von Opel offenbar so hohe Forderungen, dass es der Regierung offenbar peinlich war, sie zu nennen. Die Chose wird für den Steuerzahler wahrscheinlich viel teurer als erwartet. Der Gipfel aber ist , dass auch die Bundesregierung inzwischen erklärt, es sei noch völlig offen, wer am Ende den Zuschlag für Opel erhalte. Auch andere Investoren könnten noch zum Zuge kommen. Erst vor einer Woche hatten die Berliner Politiker dem italienischen Interessenten Fiat zu verstehen gegeben, er sei bei der Rettung von Opel nicht mehr gefragt. Ratlosigkeit ist für dieses Maß an politischer Hektik und Inkompetenz noch eine vornehme Umschreibung.

Ich bin ohnehin der Meinung, daß man nur aus primitiven antiitalienischen Vorurteilen FIAT weggeblockt hat. FIAT wäre aber die bessere Lösung für Opel gewesen.

Manchmal staunt man nicht schlecht, wenn man die Zeitung aufschlägt.

So sah ich in der SZ, Seite 5 vom Mittwoch, 3. Juni 2009 eine ganzseitige Opel-Anzeige.

Kostenpunkt: Eine halbe Million Euro.

Opel ist nämlich glücklich und muß das für schlappe 500.000 Euro - auch kommunizieren:


Opel sagt Danke!
Mit der von der Bundesregierung zugesagten Brückenfinanzierung sind wir an dem Ziel, die Zukunft von Opel unabhängig von der weiteren Entwicklung bei General Motors zu sichern, ein großes Stück näher gekommen. Das ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem zukunftsfähigen Unternehmen, das mit weiteren Investoren begeisternde Autos auf den Markt bringen wird.

Wir danken der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten der Länder, in denen wir Standorte unterhalten, für das Vertrauen und die uneingeschränkte Unterstützung in schwieriger Zeit.

Unser Dank gilt auch allen, die loyal zur Marke Opel stehen: unseren Kunden, unseren Handelspartnern, unseren Lieferanten, unseren Betriebsräten und den Gewerkschaften. ….


Es bedanken sich Geschäftsführung, Mitarbeiter Und Arbeitnehmervertretung der Adam Opel GmbH.

Klingt doch nett, oder?

Blöd daß die Wirklichkeit anders als die Realität ist (frei nach H. Kohl).

1.) Wäre Opel in der Lage „begeisternde Autos“ zu konstruieren, hätte die GM-Tochter wohl kaum das Problem, daß diese begeisternden „jeder Popel führt nen Opel“-Schleudern in Südamerika, Nordamerika, Asien, Afrika und Australien komplett unverkäuflich sind.
Mit dem „López-Effekt“, der ab den 80ern für massive Qualitätsmängel bei der Marke mit dem Blitz sorgte, mochten immer weniger Menschen einen Kadett, Omega, Rekord oder Corsa kaufen.
Kontinuierlich schrumpfte der Opel-Marktanteil in Deutschland auf 8 % (2008) zusammen.
Weswegen werden wohl die Milliarden vom Staat gebraucht.

2.) Opel dankt einer ganzen Reihe von Leuten, die sich mit sagenhaftem Gestümper profiliert haben.
Wer in der Dankesliste NICHT erwähnt wird, ist der Steuerzahler, der die Zeche zu zahlen hat.
Oder haben Merkel, Steinmeier, Rüttgers und Koch die Hilfsmilliarden für die maroden Spießerautos aus ihren Privatvermögen bezahlt?
Nein, bezahlen können wir, die Steuerzahler.
Die Lorbeeren stecken sich dafür die Stümper in Berlin, Wiesbaden und Düsseldorf an.

Unnötig zu erwähnen, daß die vielen Klein- und Kleinstunternehmer, vom Kioskbetreiber über den Gemüsehöker bis zum Ein-Mann-Recherche-Anbieter wie mir, nicht die geringste Aussicht haben auch jemals irgendeine Hilfe von Merkel und Co zu bekommen, wenn es wirtschaftlich schwierig wird - so wie es jetzt so ziemlich bei jedem ist.



Dreistheit ist gefragt und erst wenn man wie der Porschechef aus purem Übermut eine kerngesunde Firma in die Milliardennot getrieben hat - natürlich nicht, ohne sich selbst dabei 160 Millionen Euro Jahresgehalt auszuzahlen.
OK, ich gebe zu, Wendelin Wiedking hat im letzten Jahr auch empfindliche Gehaltseinbußen hingenommen.
Er mußte zuletzt mit mickerigen 77 Millionen Euro in 12 Monaten auskommen.
Klar, daß er sich da einschränken muß und ebenfalls klar, daß nun der Staat einspringen muß mit Steuermillionen.

Steuermillionen, die Öttinger schon gleich in Aussicht stellte.

Einer dieser „Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen“-CDU-Fürsten, der just mit einem EU-Wahlerfolg vom deutschen Wähler belohnt wurde!

Montag, 8. Juni 2009

KKK

Wie wir nun schon mehrfach gesehen haben, ist die Bibel eine reichlich ambivalente Angelegenheit.

Nahezu jede zwischenmenschliche Gemeinheit - Todesstrafe, Sklaverei, Kindesmisshandlungen, Antisemitismus, Homophobie, etc - kann man aus ihr ableiten.

Noch heute ärgern sich daher die Vatikanischen Fürsten über diesen Luther!
Das ergibt nur Chaos, wenn plötzlich jeder Hans und Franz selbst in die Bibel guckt und sich da nach Herzenslust Boshaften raus schreiben kann.
Probleme sind vorprogrammiert!
Schließlich muß man sich immer den lästigen Fragen stellen, wieso einige Verse noch 2000 Jahre später auf die Goldwaage gelegt werden und silbentreu zu gelten haben, während man andere Stellen großzügig „in den historischen Kontext“ einordnet und heute getrost vergessen kann.

Als Laie an den göttlichen Texten herum zu deuten ist verwirrend und wenig zielführend.

Steht da doch zum Beispiel, daß Bischöfe Frau und Kinder haben sollen - was aber in der katholischen Realität bedeutet: Bischöfe müssen zölibatär sein.

Die Bibel heute noch wörtlich zu nehmen, scheint offensichtlich nicht möglich, sonst steckt man in der Dr. Laura-Falle und muß sich mit solchen Fragen herum schlagen:

b) Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in →Exodus 21:7 erlaubt wird. Was wäre Ihrer Meinung nach heutzutage ein angemessener Preis für sie?
…..
d) →Leviticus 25:44 stellt fest, dass ich Sklaven besitzen darf, sowohl männliche als auch weibliche, wenn ich sie von benachbarten Nationen erwerbe. Einer meiner Freunde meint, das würde auf Mexikaner zutreffen, aber nicht auf Kanadier. Können Sie das klären? Warum darf ich keine Kanadier besitzen?

e) Ich habe einen Nachbarn, der stets am Samstag arbeitet. →Exodus 35:2 stellt deutlich fest, dass er getötet werden muss. Allerdings: Bin ich moralisch verpflichtet, ihn eigenhändig zu töten?
….

g) In →Leviticus 21:20 wird dargelegt, dass ich mich dem Altar Gottes nicht nähern darf, wenn meine Augen von einer Krankheit befallen sind. Ich muss zugeben, dass ich Lesebrillen trage. Muss meine Sehkraft perfekt sein oder gibt es hier ein wenig Spielraum?

h) Die meisten meiner männlichen Freunde lassen sich ihre Haupt- und Barthaare schneiden, inklusive der Haare ihrer Schläfen, obwohl das eindeutig durch →Leviticus 19:27 verboten wird. Wie sollen sie sterben?
……
j) Mein Onkel hat einen Bauernhof. Er verstößt gegen →Leviticus 19:19, weil er zwei verschiedene Saaten auf ein und demselben Feld anpflanzt. Darüber hinaus trägt seine Frau Kleider, die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind (Baumwolle/Polyester). Er flucht und lästert außerdem recht oft. Ist es wirklich notwendig, dass wir den ganzen Aufwand betreiben, das komplette Dorf zusammen zu holen, um sie zu steinigen (→Leviticus 24:10-16)? Genügt es nicht, wenn wir sie in einer kleinen, familiären Zeremonie verbrennen, wie man es ja auch mit Leuten macht, die mit ihren Schwiegermüttern schlafen? (→Leviticus 20:14)

Fragen über Fragen.

Glücklicherweise hat der liebe Gott dafür den Papst erfunden!
Der Mann interpretiert alles so, daß man biblische und göttliche Lehren in die Jetztzeit übertragen kann.
Dieses päpstliche Interpretationswerk nennt man Katechismus der Katholischen Kirche; abgekürzt KKK.
Immer ein beliebtes Kürzel für meinungsstarke Aktivitäten.
Ku-Klux-Klan ist eine andere KKK-Organisation, die sich auf ein Christliches Fundament stützt und Sklaverei befürwortet.

Der andere KKK ist frischer, seine Veröffentlichung wurde am 11. Oktober 1992 durch die Apostolische Konstitution Fidei Depositum von Papst Johannes Paul II. angeordnet.

Federführend bei der Ausarbeitung war ein ebenfalls nicht ganz unbekannter Mann, namens Joseph Ratzinger.

Um also nicht in die Bibelauslegungsmißverständnisfalle zu tappen, sollte also in den KKK gucken. Da kann dann nichts mehr schief gehen.
Die KKK-Aussagen sind päpstlich und kardinalisch abgeklopft und absolut für die heutige Zeit gültig.
Den KKK zu lesen ist gerade für kritische Geister sehr lehrreich.

So fragte ich mich zum Beispiel immer, ob es PR-mäßig so gelungen war seine „Liebe“ zu beweisen, indem man den eigenen Sohn foltert und killt.
Obwohl man selbst allmächtig ist die Schuld daran dann auch noch den Juden in die Schuhe zu schieben, finde ich ebenfalls nicht wirklich einleuchtend.

Paulusbrief an die Tessalonicher (1, Thess 2, 15-16)
Die Juden haben sogar Jesus, den Herrn, und die Propheten getötet; auch uns haben sie verfolgt. Sie missfallen Gott und sind Feinde aller Menschen; sie hindern uns daran, den Heiden das Evangelium zu verkünden und ihnen so das Heil zu bringen. Dadurch machen sie unablässig das Maß ihrer Sünden voll. Aber der ganze Zorn ist schon über sie gekommen.

Aber der KKK stellt das doch angenehm klar:
Nicht die Juden sind schuld am elenden Marter-Tod des Gottessohnes, sondern ICH! (?)

Denn wer könnte ein größerer Sünder sein, als ein Atheist wie ich?

Das steht ja nun einmal durch Mixa und Co fest.
Nach dem KKK bin ich also - trotz des leicht irritierenden Umstandes, daß ich 2000 Jahre später lebe, durch meinen blasphemische Atheismus a posteriori derjenige, der Jesus ans Kreuz bringt! So der Katechismus:

Alle Sünder sind am Leiden Christi schuld 598 In ihrem Glaubenslehramt und im Zeugnis ihrer Heiligen hat die Kirche nie vergessen, daß auch die Sünder „die Urheber und Vollstrecker aller Strafen waren, die [Christus] erlitt" (Catech. R. 1,5,11) [Vgl. Hebr 12,3.]. Da sich die Kirche bewußt ist, daß unsere Sünden Christus selbst treffen [Vgl. Mt 25,45; Apg9,4—5.], zögert sie nicht, den Christen die schwerste Verantwortung für die Qualen Christi zuzuschreiben — während diese die Verantwortung allzu oft einzig den Juden angelastet haben: „Diese Schuld trifft vor allem jene, die wiederholt in die Sünde zurückfallen. Denn da unsere Sünden Christus den Herrn in den Kreuzestod trieben, so ‚kreuzigen‘ tatsächlich jene, die sich in Sünden und Lastern wälzen, ‚soweit es auf sie ankommt, den Sohn Gottes aufs neue und treiben ihren Spott mit ihm‘ (Hebr 6,6) — ein Verbrechen, das bei uns noch schwerer erscheinen mag, als es von seiten der Juden war. Denn diese hätten, wie der Apostel sagt, ‚den Herrn der Herrlichkeit niemals gekreuzigt, wenn sie ihn erkannt hätten‘ (1 Kor 2,8). Wir aber behaupten, ihn zu kennen, und dennoch legen wir gleichsam Hand an ihn, indem wir ihn durch die Tat verleugnen" (Catech. R. 1,5,11). „Dämonen sind nicht die, die ihn gekreuzigt haben, sondern du, der du ihn zusammen mit ihnen gekreuzigt hast und immer noch kreuzigst, indem du dich in Lastern und Sünden vergnügst" (Franz v. Assisi, admon. 5,3).

Na, DAS überzeugt doch, oder?

Und weil das alles so durchdacht eingefädelt und kausal zugeordnet ist, ergibt sich daraus auch der Beweis für Gottes megamäßige Liebe:

Gottes allumfassende erlösende Liebe 604 Indem er seinen Sohn für unsere Sünden dahingab, zeigte Gott, daß, was er für uns plant, ein Ratschluß wohlwollender Liebe ist, die jedem Verdienst von unserer Seite vorausgeht: „Nicht darin besteht die Liebe, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat" (1 Joh 4,10) [Vgl. 1 Job 4,19.]. „Gott aber hat seine Liebe zu uns darin erwiesen, daß Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren" (Röm 5,8).

q.e.d.

Sonntag, 7. Juni 2009

Der Pastor des Tages

Der Global Peace Index, GPI, ordnet alle Länder in einer beeindruckenden Weise.
Die Idee zu dem Index stammt vom australischen Geschäftsmann Steve Killelea, der wissen wollte, was eigentlich ein friedliches Land ausmacht. Ausgeführt und untersucht wird er vom Economist Intelligence Unit, das im Auftrag von Killeleas Organisation 140 Länder nach 24 quantitativen und qualitativen Indikatoren abklopft - von der Zahl der Morde je 100 000 Einwohner über Korruption bis zum Zugang zu grundlegender Bildung.
Das EIU kann dabei auf eine Hundertschaft von Experten zurück greifen, die die Kriterien stets neu bewerten und prüfen.

Besonders frappierend drängt sich eine Schlußfolgerung auf, wenn man das „Friedenranking“ mit der World Values Survey-Liste über die religiösen Überzeugungen vergleicht.

Die Reihenfolge ist kongruent - je religiöser die Bevölkerung, desto mehr die Tendenz zur Gewalt!

Die friedfertigsten Länder der Erde Norwegen, Island, Neuseeland und Dänemark haben auch die liberalsten Gesellschaften, in denen die Kirchenfürsten die geringste Rolle spielen.

Je stärker der religiöse Input, desto extremer der Hang zu Waffen und gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Die Gründe sind ungeheuer simpel - mit den metaphysischen Überzeugungen wächst die Intoleranz, da sich Religiöse a priori superior gegenüber anderen gerieren.

Sie fühlen sich nicht nur überlegen, sondern sie sind auch umso stärker davon überzeugt im Besitz der einzigen Wahrheit zu sein.

Umso stärker auch die Abwehr anderer Ideologien, da diese nach religiöser Sicht der Dinge eben NICHT wahr sein können.

Kirchen, Synagogen und Moscheen halten natürlich nur sich selbst für ALLEIN selig machend.
Kombiniert man diese Selbstüberhöhung noch mit dem Drang zu missionieren, ist die explosive Mischung perfekt.

Der kämpferische Impetus der Religionsgemeinschaften wird am Beispiel des Pastors Ken Pagano der New Bethel Church in Louisville, Kentucky, deutlich.

Zu einer besonderen Feier des Zweiten Gebots -
2.Mose 20,7: Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnützlich führen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht.
- lädt er seine Schäfchen ein ihre Waffen mit in die Kirche zu bringen.

A Kentucky pastor is inviting his flock to bring guns to church to celebrate the Fourth of July and the Second Amendment. New Bethel Church is welcoming "responsible handgun owners" to wear their firearms inside the church June 27, a Saturday. An ad says there will be a handgun raffle, patriotic music and information on gun safety. "We're just going to celebrate the upcoming theme of the birth of our nation," said pastor Ken Pagano. "And we're not ashamed to say that there was a strong belief in God and firearms without that this country wouldn't be here."

Die Weltsicht des Berettophilen kann nur ein Obama erschüttern.
Daß der neue US-Präsident sich gewissermaßen bei „den Moslems“ in Kairo für Amerika entschuldigt, geht ihm zu weit.

Aber das ist noch alles nichts gegen die Hauptgefahr, die der bibeltreue Colt-Liebhaber aus Washington kommen sieht:

Pagano, 50, said some members of his church were concerned that President Obama's administration could restrict gun ownership, and they supported the plan for the event when Pagano asked their opinion.

Allein der Gedanke, daß irgendjemand die Strenggläubigen am Rumballern hindern könnte, ist schon pure Blasphemie - da sei Gott vor und deswegen wird am 27 Juni 2009 bewaffnet gebetet.

Samstag, 6. Juni 2009

In der Stadt

Das macht mir schon Spaß.
Kurz vor einer Wahl mit dem Auto durch die Innenstadt zu fahren und sich die Werbeplakate zu Gemüte zu führen ist ein exquisites Vergnügen!

Die Aussagen, die von den Werbe-Auguren als transportabel erachtet werden, lassen tiefer blicken, als eine Analyse der Wahlprogramme.

Die Linke beeindruckte mich mit einem Giga-Plakat vor der Lombardsbrücke - gut platziert genau vor dem allerschicksten und teuersten Geschäftsareal in Hamburg - mit der detaillierten Aussagen: „Rot Wählen!“
Soso.
Die Grünen konterten allerdings kaum weniger programmatisch mit einem intellektuellen „Grün Wählen!“.
Die Sozialdemokraten fielen erst gar nicht auf, weil sie nur diese kleinen billigen Plakate haben, auf denen auch noch eigentümlicherweise Knut Fleckenstein lächelte.
Gut, er ist der EU-Kandidat, aber seit wann geht es denn um Europa?

Die bürgerlichen Parteien verfügen traditionell über größere Budgets, also sah ich deren Wählerverarschungsaktionen recht häufig.

Überdimensionierte Meterhohe Merkel-Konterfeis verkündeten „Wir in Europa“
Das ist schon eine beeindruckende Leistung des Gaga-tums:
Geworben wird mit einer Person, die gar nicht zur Wahl steht und die dafür berühmt ist politisch niemals konkret zu werden.
Das Ganze unterschrieben mit einem Sinnlos-Slogan, der so leer ist, daß sogar auf ein Verb verzichtet wurde.

Das Beste zum Schluß:
An der „Schönen Aussicht“, „Sechslingspforte“ und „An der Alster“ prangten solitär auf den großen Wiesen gelbe Megaplakate der Wahlkampfwitzfigur Koch-Mehrin.

Guidos europapolitische Arbeitsverweigerin läßt den Bürger wissen „Leistung muß sich wieder lohnen!“

Sexy Silvana, die blonde Gebärmaschine der FDP, beeindruckt seit einigen Tagen mit besonderer Doofheit.

Wahlkampftaktisch suboptimal veröffentlichte die FAZ schon im April eine Anwesenheitsstatistik der EU-Parlamentarier.

Koch-Mehrin liegt mit ihrer "Präsenzquote von 38,9 Prozent" nicht nur "an letzter Stelle der 106 deutschen Abgeordneten, sondern auch nur "auf Platz 914 der Gesamtliste".

Wo ist das Problem?

Damit passt sie doch ideal zu Guido Westerwelle, der ebenfalls dafür bekannt ist einen großen Bogen um das Aktenstudium zu machen und keinerlei Detailkenntnisse zu haben. Logisch, wann sollte er das auch machen, wichtiger ist ihm allemal seine allwöchentliche Präsenz in der BUNTEn.

Apolitisches Plappern ist auch Koch-Mehrins Spezialität, wie zum Beispiel die SZ süffisant anmerkt:

Seither macht sie von sich reden - auch weil sie sich für den Stern mit schwangerschaftsrundem Bauch auszog. Im People-Fachblatt Bunte erklärte sie ihr Privat- und Liebesleben, dem Oben-ohne-Magazin Praline lieferte sie Kolumnen. Im parlamentarischen Betrieb der EU dagegen hat die Chefin der sieben deutschen FDP-Abgeordneten nicht überall den Ruf, ein fleißiges Bienchen zu sein.

Bilder der Yellow-Press-Parlamentarierin gibt es u.a. im ZAPP-Bericht.

Bei der „Praline“ scheint Ex-Big-Brother-Besucher Westerwelles EU-Stern sich wohler zu fühlen.

Werden dort doch auch bahnbrechende Service-Leistungen angeboten, die auch die Big Brother-Bewohner interessieren, zum Beispiel die Rubrik:

Megabusen - TOP Megabusen Filme

01. - Gefallene Engel
02. - Voluptuous Vixens
03. - Feuchte Sehnsucht
04. - Atom Busen
05. - Dicke Euter
06. - Super Busen
07. - Pralle Brüste
08. - Tittenalarm
09. - Busty Girls
10. - Titanic Boobs

Guidos Wunschpartner von der Union ätzen ungewohnt scharf:

In den Streit haben sich nun auch die Christdemokraten eingeschaltet. «Tatsache ist, dass Frau Koch-Mehrin im Europaparlament mit Abwesenheit und Arbeitsscheu glänzt», sagte Werner Langen, Vorsitzender der CDU/CSU-Abgeordneten im Europaparlament, am Donnerstag in Brüssel. Sie müsse «die ungeklärten Fragen zu ihrer Präsenz» jetzt beantworten. Der Spitzenkandidat der CSU, Markus Ferber, sagte, Koch-Mehrin sei in ihrer eigenen Fraktion «absolut einflusslos»

Inzwischen schreibt auch SPON darüber, daß die Unionsabgeordneten richtig sauer sind:
Christdemokrat Langen erklärt, die Verwaltung habe auf Druck der FDP-Politikerin ihrem Fall eine Ausnahme gemacht und Mutterschutzzeiten in die Präsenzquote einberechnet. Bei anderen Abgeordneten, die wegen Schwangerschaft vorübergehend abwesend waren, sei dies nicht der Fall. Dennoch komme etwa die Vorsitzende des Industrieausschusses,
Angela Niebler (CSU), trotz eines Mutterschaftsurlaubs auf eine Anwesenheitsquote von 84 Prozent. Koch-Mehrin sagte, sie habe an 75 Prozent der Sitzungen teilgenommen und gehöre damit zu den fleißigeren Parlamentariern. Sie hat ihre Berechnung als Eidesstattliche Versicherung vor dem Hamburger Landgericht bekräftigt. Der CDU-Abgeordnete Langen listet noch mehr angebliche Verfehlungen der liberalen Spitzenkandidatin auf:
Koch-Mehrin glänze nicht nur bei Plenarsitzungen oft durch Abwesenheit, sondern vor allen in den Ausschüssen, wo die meiste Arbeit erledigt werde. Im Haushaltsausschuss habe sie vier von fünf Sitzungen geschwänzt, im Haushaltskontrollausschuss sogar neun von zehn. In fünf Jahren habe sie zudem nicht einen Bericht erfasst.
Langen hat die Parlamentsverwaltung nun um Aufklärung über die Korrektur der Anwesenheitsliste gebeten.

Bei Sachdiskussionen wurde die FDP-Version der Eva Herman bisher nicht gesichtet.
Verständlich, denn ihren Wahlspruch „Leistung muß sich wieder lohnen“, nimmt sie sehr ernst. Während der Sitzungszeiten rafft sie lieber Nebeneinkünfte zusammen.

FAZ:
Sie habe „von 2005 bis einschließlich 2008 Nebeneinkünfte in Höhe von 81.400 Euro erzielt. Darunter waren, wie das ZDF bestätigte, Mitwirkungshonorare von 467 Euro für die Sendung „Nachtstudio“ und von 186 Euro für die Sendung „Volle Kanne“. Zuvor hatte der CDU-Europaabgeordnete Langen Frau Koch-Mehrin unter anderem vorgeworfen, vier von fünf Sitzungstagen des Haushaltsausschusses, dem sie angehört „geschwänzt“ zu haben.

Aus finanzieller Sicht ist dies verständlich - sagte doch just ihr FDP-Kollege Konrad Schily, daß die Abgeordneten-Diäten ohnehin „wie Manna vom Himmel“ fielen.

Die freidemokratische Silvana hat es mit Aktionen, wie im STERN blank zu ziehen und im Schmuddelblättchen „Praline“ zu kolumnieren immerhin auf einen Bekanntheitsgrad von 13 %!

Das ist deutscher Rekord!

In einer am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage konnten nur wenige Bürger die Namen der Erstplatzierten von CDU und SPD nennen. Hans-Gert Pöttering, den die CDU auf Platz eins gesetzt hat, kannten nur zwei Prozent der Befragten. Dass Martin Schulz die SPD-Liste anführt, wussten nur sechs Prozent. Am besten schnitt die FDP-Spitzenkandidatin Silvana Koch-Mehrin ab, die 13 Prozent der Wähler auf Anhieb nennen konnten. Linken-Kandidat Lothar Bisky war sechs Prozent der Befragten bekannt, den Namen von Grünen-Spitzenmann Reinhard Bütikofer konnten vier Prozent spontan nennen.

Bisher wissen wir also: Koch-Mehrin ist eine faule Schwätzerin, die gerne abzockt.
Über ihre Anwesenheit im Parlament lügt sie - wie die vom Hamburger Richtern zurückgewiesene Mehrin’sche Unterlassungserklärung gegen die FAZ beweist.

Ich würde mal sagen:
Bisher also eine durchschnittliche Performance einer FDP-Politikerin.
Ich habe nichts anderes erwartet.

Das Problem Koch-Mehrin besteht darin, daß sie zudem offensichtlich auch noch doof ist!

Statt die Schlagzeilen von der „Faulsten Abgeordneten“ einfach auszusitzen - nichts einfacher als das, schließlich interessiert sich der flächendeckend verdummte deutsche Urnenpöbel ohnehin nicht für die Wahl - heizte sie den Skandal auch noch richtig an.

Zunächst einmal indem die Mauschel-FDP-Zentrale pöbelnd und polternd versuchte Fernsehjournalisten unter Druck zu setzen, die das leidige Thema zu erwähnen wagten.

Am 25. Mai lud beispielsweise der SWR-Chefreporter Thomas Leif als Gäste seiner Sendung "2+Leif" die Politikerin Koch-Mehrin und den Grünen-Vorsitzenden Cem Özdemir zur Aufzeichnung ein. Leif erlaubte sich tatsächlich, auch Fragen zu den Präsenzzeiten der EU-Abgeordneten Koch-Mehrin zu stellen. Das hat der Parteispitze offensichtlich nicht ins Konzept gepasst.
Dirk Niebel schrieb seinen Brief an SWR-Chef Boudgoust mit der geschwungenen Unterschrift. Darin kritisiert er auf anderthalb Seiten ausführlich die Leif-Sendung. Er wolle den Intendanten im "Nachgang" der Aufzeichnung auf "einige Ungereimtheiten im Vor- und Ablauf" der Sendung "aufmerksam" machen, so Niebel.
Dann beschwert er sich zunächst, dass seine Parteifreundin nicht - wie seiner Meinung nach vorher klar besprochen - als Erste von Moderator Leif befragt wurde, sondern Özdemir den Vortritt erhielt. Das sei eine "nicht von der Redaktion selbsttätig kommunizierte, grundlegende Änderung des Ablaufes" - und entspreche "nicht dem üblichen journalistischen Umgang", urteilt der FDP-General.
Dann aber kommt Niebel zum eigentlichen Anlass seines Protestbriefes. Leif, der auch der Journalistenvereinigung "Netzwerk Recherche" vorsteht, hat in der Aufzeichnung Koch-Mehrin mit der FAZ-Story zu den Präsenszeiten konfrontiert: Koch-Mehrin habe demnach "sehr oft geschwänzt", während er Özdemir bescheinigte: "Sie haben weniger oft geschwänzt."

Da kommen ungute Erinnerungen an ähnlichen FDP-Schmuh auf.


Vollends vergaloppiert hat sich die Guidos Brüsseler Aushängeschild nun mit dem Versuch Blogger mundtot zu machen, die darauf hinweisen, daß Koch-Mehrins eidesstattliche Erklärungen zu ihren Anwesenheitszeiten offenbar nicht korrekt wären.

Das hatten nämlich die Ruhrbarone erkannt und wurden daraufhin sofort juristisch von den FDP-Granden unter Druck gesetzt.

Also wirklich, Frau EU-Abgeordnete - wissen Sie denn so gar nicht wie der Hase läuft?
Ihre Poltern hat jetzt den Effekt, daß alle möglichen Presseorgane Werbung für die Ruhbarone machen, Blogger das Posting verlinken - so wie ich gerade - und daß Sie das Thema nun gar nicht mehr loswerden.

Ihr Glück, daß der deutsche EU-Wähler ohnehin komplett desinteressiert ist und nichts mitbekommt.
Daher kann man vermutlich morgen trotzdem mit einem Anschwellen des FDP-Balkens in den Hochrechnungen kalkulieren.

Die gute Nachricht ist, daß die Deutschen in der EU-Stimmengewichtung hinter Spanien, Frankreich, England und Italien am fünftschlechtesten abschneiden und so betrachtet nur relativ wenige Abgeordnete des Schlages Koch-Mehrin nach Brüssel geschickt werden.

Im demokratischen Europa ist nämlich NICHT jede Wählerstimme gleich viel wert!
Ein Deutscher-EU-Sitz kommt auf 762.000 Bürger.
Ein Spanischer Abgeordneter entspricht gar 917.000 Bürgern - der Maximalwert der EU.

Andere Nationen haben einen prozentual weit höheren Einfluss:

Schweden: 514.000 Bürger pro Sitz.
Österreich: 492.000
Dänemark: 425.000
Slowenien: 293.000
Estland: 223.000

Und die Superbürger der EU wohnen in Luxemburg und Malta - da reichen jeweils gut 80.000 Bürger für einen EU-Parlamentssitz.
Ein Luxemburger ist im EU-Parlament also 11,2 mal so viel wert wie ein Spanier und immerhin noch 9,3 mal so viel wie ein Deutscher!

Was’n Glück, daß wir so niedrig bewertet sind!

Nach Malteser Maßstäben würde der teutonische Urnenpöbel nicht 99 Abgeordnete sondern 920 Volksvertreter in die EU entsenden.

Schock schwere Not - so viele Koch-Mehrins an den Schaltstellen des Brüsseler Parlamentes bedeuteten den Tod Europas!

Freitag, 5. Juni 2009

Unvergesslich

Die große moralische Autorität „Kirche“ beeindruckt unsere frommen Staatsspitzen, wie Köhler, Merkel, Steinmeier und Lammert dermaßen, daß sie sich für „Pro-Reli“ einsetzten und auch Ethikkommissionen nur unter bischöflicher Beteiligung zustande kommen lassen.

Der nationale Ethikrat in Deutschland, dessen Mitglieder im Jahr 2008 bis inklusive 2012 vom Bundestag bestimmt wurden, kommt natürlich schon gar nicht ohne organisierte Christen aus:

- Hermann Barth, evangelischer Theologe, Präsident des Kirchenamts der EKD
- Christoph Kähler, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen
- Anton Losinger, Weihbischof im Bistum Augsburg
- Jürgen Schmude - ehemaliger Präses der Synode der EKD
- Eberhard Schockenhoff, katholischer Theologe, Freiburg im Breisgau
- Erwin Teufel, ehemaliger Ministerpräsident von Baden-Württemberg

Wie es insbesondere mit der katholischen Ethik beim Thema Kinderficken aussieht, habe ich mehrfach dargestellt.

Beeindruckend auch die Kirchlichen Vorstellung zum Thema Selbstbestimmung:

Darf man den lieben, den man will? NEIN - das können sich Schwule und Lesben beispielsweise gleich abschminken.

Darf man selbstbestimmt sein Leben beenden, wann man will? NEIN - Patientenverfügungen dürfen nicht sein, Suizid ist Sünde.

Darf man über seinen eigenen Körper verfügen? NEIN - der §218 ist den Kirchen erst Recht ein Dorn im Auge.

Ethisch, moralisch, sexuell weiß man was von den Kirchenhörigen zu erwarten ist.

Juristisch haben die organisierten Christen allerdings auch einiges zu bieten.

Auf diesen (ebenfalls von mir immer wieder angeprangerten) Zustand wies die großartige Anja Reschke gestern in ihrer Sendung (wieder einmal) hin.

Immerhin gibt es hierzulande (angeblich) ein Grundgesetz, das Im Artikel 140 regelt: Die Bestimmungen der Artikel 136, 137, 138, 139 und 141 der deutschen Verfassung vom 11. August 1919 sind Bestandteil dieses Grundgesetzes.

Damit wurde schon vor 90 Jahren festgelegt, daß die Bundesländer Uralt-Zahlungsverpflichtungen an die Kirchen abschaffen sollen.
Artikel 138 WRV
(1) Die auf Gesetz, Vertrag oder besonderen Rechtstiteln beruhenden Staatsleistungen an die Religionsgesellschaften werden durch die Landesgesetzgebung abgelöst.

Nun ja, 90 Jahre…, also so von eben auf jetzt, ….so zackig konnten die Politiker leider noch voran kommen.

Wer will sich schon mit den Kirchen anlegen?

Den Zorn der Soutanen-Armee mag sich keiner zuziehen, da kann man schon mal auf Petitessen, wie die Umsetzung des Grundgesetzes verzichten.

Die gierigen Geldraffer in den Gotteshäusern erinnern sich erstaunlich genau an verschiedenste „Pflichtmäßige Reichsnisse“ aus dem frühen 19. Jahrhundert (meist 1803) - ganz im Gegensatz zu den bis in die 1970er Jahre in christlichen Heimen gefolterten und vergewaltigten Kindern!
Das ist viel zu lange her, das will man jetzt doch endlich mal begraben.

Aber diese Reichnisse sind wie eine Gelddruckmaschine, damit kassieren die Kirchen noch ordentlich ab - gerade auch in Dörfern, die längst keine Pfarrer mehr haben - umso besser, da kann die Kirche das schöne Staatsgeld einfach zu 100% einsacken.

Panorama:

Hier ist es Brennholz, in Nachbargemeinden sind es Erbsen, Weizen oder Linsen. Pfründedschungel – nicht nur in der Provinz. Auch im Haushaltsplan Bayern finden sich solche Zahlungen an die Katholische Kirche. Ein Etattitel etwa, die sogenannten „Reichnisse“, also das Geld für Brennholz, Erbsen, Linsen. Allein dafür sind heute 586 691 Euro und 08 Cent fällig.

Statt die Staatsleistungen „abzulösen“, sind diese immer schön weiter an die Kirchen überweisen worden - jedes Jahr neu.

Carsten Frerk:
„Aufgrund dieser alten Rechtstitel zahlen die Bundesländer, also ohne Städte, ohne Gemeinden, rund 400 bis 420 Millionen Euro pro Jahr an die Kirchen.“

Der PANORAMA-Bericht, listet dazu weitere bizarre Zahlen auf.
Denn viele Gehälter von Geistlichen finanziert der Steuerzahler. Allein für jeden Bischof rund 100.000 Euro im Jahr. Und auch das Amtsgefolge wird bedacht. So zahlt der Freistaat jährlich für 7 Erzbischöfe und Bischöfe, 12 Weihbischöfe, 14 Dignitäre, Hunderte Seelsorger. Die Liste ist lang. Für Gehälter Pensionen usw. kassiert die Kirche insgesamt 61.478.551,89 € allein in Bayern.

Glücklicherweise ist das Video online
- ich empfehle DRINGEND sich den Clip anzusehen!



Abschließend sei hier nur noch kurz die Anmoderation wiedergegeben - weil ich schließlich Anja Reschkes größter Fan bin:
(Panorama Nr. 612 v. 04.06.2009)
Alte Pfründe: Steuermillionen für die Kirchen
"Also wissen Sie, die nächsten Jahre werden irgendwie freudlos. Die Wirtschaftskrise hat uns jetzt schon so viel Geld gekostet, der Staat ist derart verschuldet, da gibt es nur noch eins: SPAREN. Wo es geht, wird gestrichen. Nur eins ist heilig – die Kirche. Geschätztes Gesamtvermögen fast eine halbe Billion Euro. Na gut denkt man, schön für die Kirche, aber was hat das mit dem Staat zu tun? Schließlich haben wir vor gut 200 Jahren diese beiden Systeme mühevoll voneinander getrennt. Aber so richtig sauber ist man da wohl nicht vorgegangen. Denn bis heute zahlt jeder Bürger – egal ob Christ, egal ob Mitglied oder nicht – ganz ordentlich für die Kirche mit. Und ich spreche hier nicht von der Kirchensteuer"

Donnerstag, 4. Juni 2009

Mimimimimimimimimi!

Der Brasilianer Cláudio Kardinal Hummes, 74, ist Präfekt der Kongregation für den Klerus.

Was das ist? Kleruskongregation?
Das kann der Klerus-Aristokrat am bestens selbst erklären:

Es muss uns allen die Möglichkeit geboten werden, gemeinsam mit den Priestern für die Priester zu beten. Und die Priester sollten zum Gebet ermutigt werden.

Priester sind für Hummes überhaupt der Hit schlechthin - daher zitiert er den heiligen Franz von Assisi:
„Wenn mir auf meinem Weg ein Priester und ein Engel begegnen würde, so würde ich zuerst den Priester und dann den Engel begrüßen. Warum? Weil es der Priester ist, der uns in der Eucharistie Christus schenkt." Das ist das Wesentlichste und Wunderbarste: Der Priester hat die Gabe und die Gnade Gottes, Diener dieses großen Geheimnisses der Eucharistie zu sein.

Im Gegensatz seinem Präfektenkollegen, meinem neuen Lieblingskardinal Antonio Canizares Llovera, der wie berichtet dafür plädiert das myriadenfache Kinderficken der katholischen Priester nicht zu dramatisieren - es gäbe schließlich schlimmeres - stört sich Hummes schon an der Pädophilie.

Daß kleine Jungs sexuell von den notgeilen Männern in Kutten malträtiert werden, sieht der Kardinal allerdings nicht als extrem beklagenswert an.

Nein, mit den Opfern hält er sich nicht lange auf.

Was ihn stört ist aber, daß die weltweiten Medien (natürlich alles antikatholische kommunistische Freimaurer-Atheisten) inzwischen alle Priester unter Verdacht hätten!

Hummes:
Bedauerlicherweise gibt es Probleme, die wir in den letzten Jahren besonders stark gespürt haben. Sie betreffen den Missbrauch von Kindern oder andere schwere Delikte sexueller Natur.

Kreuznet berichtet unter der provokanten Überschrift “Alle Priester sind Kinderschänder“:

Die Medien stellen angesichts von Mißbrauchsskandalen alle Priester an den Pranger. Das erklärte der Präfekt der Kleruskongregation, Claudio Kardinal Hummes, in einem Interview mit der vatikanischen Tageszeitung ‘Osservatore Romano’. Es sei ungerecht, daß die übergroße Mehrheit der ehrlichen und engagierten Priester büßen solle. Der Kirchenfürst wies auch darauf hin, daß die Homo-Unzucht mit Jugendlichen „nicht spezifisch und exklusiv“ Priester betreffe.

Ja, diese gemeinen Medien aber auch!

Nur weil katholische Priester ein paar zehntausend Jungs überall auf der Welt vergewaltigt haben?

Nur weil katholische Kirchenfürsten überall auf der Welt die pädophilen Täter schützen und ihnen durch Versetzungen immer neue Opfer zuführen?

Nur weil die katholische Kirche sich weiterhin darum drückt ihre Schuld anzuerkennen?

Nur weil der Vatikan weiterhin alles dafür tut, um möglichst viele Pädophile als Priesterkandidaten anzulocken?

Nur weil Kardinäle und Bischöfe erklären, daß nicht die Täter, sondern deren Opfer oder deren Mütter Schuld wären?

Nur weil der Papst weiterhin das männliche ephebosexuelle Biotop unter seinen Priestern fördert, indem er weibliche Priester und auch gleich die Ehe für seine Hirten verbietet?

Nein, nein, nein, die Priester an den „medialen Pranger“ zu stellen sei ganz gemein.
Pädophilie beträfe "nicht spezifisch und exklusiv" Priester.

Na eben!

Andere ficken doch auch Kinder - da sollte man bei der Kirche auch mal alle Augen - inkl Hühneraugen - zudrücken.
Hummes spricht von „lediglich 4% Pädophilen“ unter der Priesterschaft. („Die Kirche will den übrigen 96 Prozent sagen, dass sie stolz auf sie ist und dass sie Männer Gottes sind“)

Nun, die genaue Zahl wird man wohl kaum erfahren, da es natürlich eine enorme Dunkelziffer gibt; denn das haben wir aus den Zehntausenden bisher aufgeklärten Fällen gelernt:

Die Kirche tut alles, um zu vertuschen.

Selbst wenn schon das ganze Land darüber spricht, wie beim Oberkatholiken Österreichs Kardinal Groer, der so dreist wurde, daß er sogar krebskranken Kindern noch schnell an den Penis griff, zerrte ihn der Vatikan noch aus der Schußlinie und verhinderte, daß seine Eminenz strafrechtlich belangt wurde.

Prof. Dr. Hubertus Mynarek, ehemaliger Priester, Professor für Vergleichende Religionswissenschaften und Fundamentaltheologie, spricht von 5-6% pädophilen Priestern.

Das wären dann bei gut 400.000 Priestern weltweit ja auch „nur“ 20.000 bis 24.000 Kinderficker auf den Kanzeln.

Und wie viele Kinder schafft schon so ein einzelner Pädophiler, wenn er nicht das Glück hat von einem Pädo-Förderer wie Bischof Müller in Regensburg von Kindergarten zu Kindergarten geschickt zu werden?

Sagen wir ein sexuell gestörter Priester belästigt NUR EIN Kind pro Jahr, dann sind das bei 40 Berufsjahren und 22.000 Pädophil-Pastoren „nur“ 880.000 Kinder, die weltweit von katholischen Hirten sexuell mißbraucht werden!

Also da hat Hummes doch nun wirklich recht - knapp eine Million Kinder?

Das ist doch kaum der Rede wert.

Nein, da darf man der Römisch-katholischen Kirche nicht böse sein!