TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Mittwoch, 3. Juni 2009

Staatsknete

Man glaubt es kaum - aber es gibt Menschen, die als intelligent gelten und trotzdem FDP-Abgeordnete sind.
So ein Fall ist Konrad Schily, Arzt und Gründungspräsident der Privatuniversität Witten/Herdecke, der seit 2005 im Bundestag sitzt.
Bedauerlicherweise leidet er an einem enormen Manko - er leistet sich eine eigene Meinung und unterwirft sich nicht blind der Fraktionsdisziplin.
Den Rückgratträgern blüht allen dasselbe Schicksal:
Daher habe ich mich um ein neues Mandat bemüht. Ich bin jedoch im Landesvorstand mit Pauken und Trompeten durchgefallen.

Einen Vorteil des Abgeordnetenlebens hat er jedoch zu schätzen gelernt:

Ich habe vierzig Jahre lang gearbeitet und mich immerzu bemühen müssen, dass ich am Monatsende rechtzeitig die Löhne zahlen konnte. Im Bundestag bekomme ich hingegen ein festes Entgelt und eine Personalausstattung - das Geld kommt wie Manna vom Himmel! Dieser Vorteil ist gar nicht zu unterschätzen.

Für gründliches Überlegen und zukunftsgerichtete Entscheidungen bliebe allerdings nie Zeit - Parteitaktik sei allemal wichtiger:

Blicken Sie auf die Verabschiedung der sogenannten Gesundheitsreform: Da gab es bei Union und SPD einige Abweichler, doch die wurden aus Parteiräson einfach ausgetauscht. Und es kamen andere Abgeordnete in den Ausschuss, die gar keine Ahnung von der Sache hatten, aber eben dem Gesetz zustimmten. In dieser Frage hat sich eindeutig die Parteihierarchie durchgesetzt.

Die Ergebnisse dieser Mauscheleien können bekanntlich andere ausbaden.

Der kleine Schily bemängelt (publikumswirksam) die finanzielle Ausstattung der einzelnen Abgeordnetenbüros:

Jeder Abgeordnete hat 13 660 Euro pro Monat zur Verfügung, um Mitarbeiter zu bezahlen. Das ist viel zu viel Geld!

Geschenkt.

Indem man die (Über-)bezahlung von Politikern geißelt, bekommt man immer ganz schnell Applaus.

(Meine Position ist eine andere: Es sollte (viel) weniger Parlamentarier geben, die Altersversorgung gehört abgeschafft - aber die Ministergehälter sollten erhöht werden. Es ist doch lächerlich, daß ein Bundeskanzler für einen Bruchteil dessen arbeitet, das ein Manager bekommt. Aber das ist ohnehin nur ein Symbolthema für die tagtäglichen Neiddebatten - die paar Milliönchen, die die Politikergehälter ausmachen, sind Erdnüsse!)

Ärgerlicher sind da schon Milliarden, die Milliardären zugeschoben werden!

Der politische Betrieb sollte nicht nach dem Motto „der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen“ verfahren.

Einer dieser Scheißhaufen ist Thomas Middelhoff - 2002 bei Bertelsmann in Schimpf und Schande untergegangenen.
Er erhielt jedoch eine dicke zweistellige Millionenabfindung, um ihn vor der völligen Pauperisierung zu bewahren - obwohl er sofort den nächsten Job hatte - bei dem Finanzinvestor Investcorp, einer in London ansässigen Private-Equity Beteiligungsgesellschaft.

2004 rückte er dann bei Karstadt/Quelle auf den Chefsessel.
Dort schaffte er es alle Konzerneigenen Immobilien zu verscherbeln und bei den nun notwendig gewordenen Mietverträgen zu vergessen, daß Mieten auch erhöht werden können.
Das soll sogar bei Filet-Lagen in Innenstädten vorkommen.
Im Gegensatz zu der vorherigen komfortableren Situation, als Karstadt die Gebäude selbst gehörten.

Sehr beeindruckend auch Middelhoffs Gesamt-Leistung - der Aktienwert sank unter seiner Ägide um fast 90% - von ca. 10 EUR pro Aktie (Mai 2005) auf 1,30 EUR (Februar 2009).

Bevor der König des Ruins seinen Chefposten am 1. März 2009 räumte, erfand er einen neuen Konzernnamen - Arcandor, statt Karstadt/Quelle.
In Punkto „gründlich Ruinieren“ durfte er den guten Namen schließlich nicht auslassen.

Die wenig überraschende Konsequenz aus Middelhoffs Arbeit:
Nun ist der Konzern pleite - und zwar ganz unabhängig von Weltwirtschaftskrise und Bankenzusammenbrüchen!
Das hat der Arcandor-König ganz allein durch seine Entscheidungen schon vorher geschafft.
Die persönlichen Konsequenzen für ihn sind nicht etwa „teeren und federn“ oder „Streckbank“, wie man annehmen könnte, sondern:
Im Oktober 2007 wurde Middelhoff von der Universität Bayreuth mit dem Vorbildpreis ausgezeichnet. Außerdem wurde er im Januar 2008 zusammen mit Michael E. Porter mit dem Ehrendoktortitel der Handelshochschule Leipzig geehrt. Seit März 2008 sitzt Middelhoff im Hochschulrat der Universität Münster.

Schade eigentlich, daß Köhler gerade wiedergewählt wurde - das wäre doch auch noch ein Posten für Middelhoff.

In der richtigen Realität quakt Arcandor nun nach 850 Millionen Staatsknete.
Die verantwortlichen Eigentümer, die die Middelhoff-Politik durchgedrückt hatten, sind zwar selbst Milliardäre, aber wieso selbst zahlen, wenn man das auch dem deutschen Steuerzahler aufs Auge drücken kann?

Das stieß nun sogar bei einigen Unionspolitiklern sauer auf.
Der CDU-Abgeordnete Michael Fuchs nimmt die Großaktionäre Madeleine Schickedanz und die Privatbank Sal. Oppenheim aufs Korn. Sie seien als Eigentümer in der Pflicht und gehörten "nicht zu den Ärmsten der Welt". Das trifft vor allem auf Schickedanz zu. Sie zählte noch 2008 zu den reichsten Frauen Europas, soll aber viel Geld beim Absturz der Arcandor-Aktie verloren haben. Die Erbin der legendären Quelle-Gründer ist allenfalls bereit, 100 Millionen nachzuschießen, ebenso Sal. Oppenheim.

So kann es gehen in der Witzrepublik Deutschland - die Superreichen wie Frau Schaeffler und der Porscheclan kriegen ihren Hals nicht voll und wenn sie sich beim Zusammenraffen von neuen Milliarden verschlucken, kann bitte schön der Staat einspringen - Putzfrauen, Krankenschwestern und Kita-Bedienstete blechen doch reichlich Abgaben!

Da kann man doch mit der Gießkanne auch was über Multimilliardäre schütten!

Daß Familie Porsche (Gesamtvermögen 16 Mrd Euro) oder Frau Madeleine Schickedanz (geschätztes Vermögen: rund vier Milliarden Euro) in ihre eigenen Portemonnaies greifen, ist wirklich zu viel verlangt.

So löppt das in Deutschland im Sommer 2009:
Axel Wieandt, der neue Chef der Megapleitebank HRE, der bereits die unfassbare Summe von 102.000.000.000 Euro zugeschoben wurde, kann davon ein Lied singen.
Gestern bei der Hauptversammlung, als eine de Facto-Verstaatlichung diskutiert (und akzeptiert) wurde, rasteten die Noch-Aktionäre regelrecht aus.

Die SZ beschreibt:

"Pfui", "Dreck", "Sauerei", "Aufhören", schallt es aus dem Publikum, und dass dies alles "das Ende der Demokratie" sei, der "Anfang vom Kommunismus". 2000 Aktionäre sitzen hier, sie schreien sich den Frust raus, einer nach dem anderen…… Das hohe Podest vorne auf der Bühne wird im Lauf der Versammlung zur Festung. Vorstand und Aufsichtsrat oben, Aktionäre unten. Dazwischen eine unsichtbare Mauer. Die Stimmung ist explosiv, deshalb wurden am Eingang zur Hauptversammlung im Münchner Kongresszentrum die Sicherheitskontrollen verschärft. Eine ältere Aktionärin musste am Morgen erklären, was sie mit ihrem großen Schminkspiegel vorhat. Sicher ist sicher.

Daß sie letztendlich ihre Anteile gegen eine Zwangsabfindung loswerden, können die Mini-Raffkes nicht fassen und schäumen vor Wut!
Offenbar litt der ganze Saal an kollektiver Hirnerweichung.
Nur wegen der 102 Milliarden vom Staat existiert die HRE überhaupt noch!

Hätte sich der Staat rausgehalten, wären ihre Aktien inzwischen 0,00 Euro wert und die Zwangsabfindung hätte sich erledigt.

Meiner Ansicht nach sollten die verbliebenen Aktionäre den ganzen Tag auf Knien vor Steinbrück rutschen und ihm dafür danken, daß sie überhaupt noch etwas bekommen.
Anschließend sollten sie sich an das Deutsche Volk wenden und drei Wochen ununterbrochen MEA MAXIMA CULPA aufsagen, weil ihre Firma dem Land 102 Milliarden Kosten verursacht hat!

Offensichtlich sind die Aktionäre zu dumm für ihre Pflichten.
So ließen sie sich bei der letzten Versammlung vor genau einem Jahr einlullen:

Da hieß der HRE-Chef noch Georg Funke. Funke beschwichtigte noch, um die Aktionäre bei der Stange zu halten, die man heute loswerden will.
Die Bank? Einmalig strategisch aufgestellt.
Die Zukunft? Beste Perspektiven.


Solange die Dividenden sprudelten, nahmen sie das Geld, das sie erstens fürs NICHTSTUN erhielten und das zweitens auch noch viel niedriger besteuert wird, als Arbeitseinkünfte.

Geschieht euch recht - ihr kommt noch zu gut weg, indem es überhaupt noch mal Geld - eben jene staatliche Abfindung - gibt!

Kommentare:

Oberclown hat gesagt…

Also gan fürs Nichtstun ist das Geld ja nicht.

An und für sich stellt ein Aktionär dem Unternehmen Kapital zur Verfügung und das Unternehmen wirtschaftet damit.
Wenn man anderer Leute Geld haben will muss man dafür zahlen. Dafür gibt es 2 Modelle:

1. man zahlt einen vorgher vereinbarten Zinssatz und zahlt zu einem vereinbarten Termin zurück. Das ist eine Anleihe, die gibt es auch, aber hier geht es ja um Aktien, was uns zum anderen Modell führt.
2. man kriegt das Geld für immer und verkauft damit einen Anteil am Unternehmen. Gegebenenfalls muss ein Gewinnanteil ausgeschüttet werden. Die Eigentümer gemeinsam müssen sich um das Unternehmen kümmenr, indem sie die Leitung überwachen, trotz dieser Pflicht ist eine Aktie eine relativ populäre Anlage. Warum ist das so?
Man kann damit mehr Geld verdienen, als mit einer Anleihe, weil man im Prinzip von den Gewinnen, entweder durch Wertsteigerung der Unternehmensanteils, oder durch eine Gewinnausschüttung profitiert. Man kriegt also so oder so den Ganzen Gewinn. Warum wird einem der ganze Gewinn gegeben? Naja im prinzip kann man es so sehen, dass durch diesen Gewinn die Tatsache bezahlt wird, dass die Eigentümer auch das Verlustrisiko tragen. Also liebe Aktionäre ihr seid jahrelang für das Tragen des Unternehmerischen Risikos bezahlt worden und jetzt nimmt das Risiko euer Kpaital in Anspruch. Das ist eben so deswegen heisst es unternehmerisches Risiko. Und jeder Unternehmer (und als Aktionäre seid ihr Unternehmer fragt den Juristen, Betriebswirtschaftler oder Volkswirtschaftler eures Vertrauens) trägt mindestens dieses Risiko. Viele sogar ein höheres, wenn nämlich der Betreiber von Yildirim, Obst, Gemüse, Getränke hier eine unternehmerische Fehlentscheidung trifft, dann ist nicht nur das Geld weg, das er in das Unternehmen gesteckt hat, sondern als Betreiber einer Personengesellschaft haftet er mit allem, was er besitzt.

Insofern sollte das heulen und Zähneklappern bei den HRE Aktionären nicht zu laut ausfallen.


P. S.
Hat wer die Telefonnummern? Ich kann diesen Text gerne HRE Aktionären, die meinen sie müssten jammern per Fax zukommen lassen.

Tammo Oxhoft hat gesagt…

Lieber Oberclown - das ist zwar eine schöne Grundsatzerklärung für das eigentliche Funktionieren der AGs - ABER Du hast nicht bedacht, daß diese Punkte in der real existierenden Bundesrepublik inzwischen modifiziert wurden:

Nun gilt ja offensichtlich noch zusätzlich:

Punkt 3)

Raffe möglichst viel zusammen und dann wird Dir der Beifall gewiss sein! Was haben die Claqueure in den Wirtschaftsredaktionen über Übernahmepläne à la Daimler-Chrysler-Mitsubischi, Porsche-VW, Karstadt-Quelle, Schaeffler-Conti, etc pp gejubelt.
Dabei gilt ebenfalls - siehe Beispiel Nokia: Greife möglichst viele staatliche Hilfen ab und PRIVATISIERE die Gewinne.


Punkt 4)

Hast Du mit Deinen ökonomischen Weltherrschaftsplänen Schiffbruch erlitten, erstreite vor Gericht die Auszahlung Deiner Ansprüche (Postchef Zumwinkel zum Beispiel bekam gleich mal 20 Mio Rente; Ex-HRE-Chef Funke klagte gleich mehrfach die Fortdauer seiner Bezüge ein, etc pp) Für Schulden gilt:
VERSTAATLICHE die Verluste!

Der letzte Punkt läßt sich in der Regel besonders leicht umsetzen - üblicherweise bieten Ministerpräsidenten Staatshilfen schon devot buckelnd im vorrauseilendem Gehorsam an.
Öttinger hat Zuffenhausen schon Milliarden Steuerknete angeboten, bevor die überhaupt zugaben ein Problem zu haben.

Falls sich einige Politiker knauserig zeigen sollten, bleibt aber noch die Möglichkeit die Gewerkschaften, die man eben noch verdammt und verjagt hat für seine Zwecke einzuspannen Sie sammeln dann gerne Unterschriftenlisten und führen Demos für Staatshilfen durch.

seine Ansprüche kann man voererst hier anmelden:

http://www.hre-aktionaers-hilfe.org/




http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,628166,00.html

LGT

Anonym hat gesagt…

Dafür will der Staat die Hartz IV-Empfänger mit Privatdetektiven "observieren" lassen:

http://www.heise.de/tp/blogs/8/139847

Dieses System führt offensichtlich schon *aktiv* einen Krieg gegen seine eigene - NICHT WOHLHABENDE - Bevölkerung.

Zur FDP: Die grösste wirtschaftskriminelle Vereinigung (jenseits deutscher Gefängnismauern) profitiert ja derzeit (leider) vom Missmut der Wähler gegenüber der grossen Einheitspartei (S)PD/(C)DU, aber dass die auch ihr "Programm" (schamlose Steuerzahlerabzocke und völlige Prinzipienlosigkeit) geändert hätten...

Der Nordstern.

Tammo Oxhoft hat gesagt…

Hi Nordstern.

Dazu fällt mir ein "frech wie Oskar":

Lafontaine zu Hartz-IV-Kontrollen

04.06.2009, 14:00


"Besuche bei Bankvorständen wären ergiebiger"



http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/418/470962/text/

LG

T

Oberclown hat gesagt…

Du hast Recht Tammox. Ich bin einfach nichtmehr auf der höhe der Zeit. Man könnte jetzt um eine der Lieblingsfloskeln unseren antidynamischen Kanzlerinnendarstellerin auf zu greifen behaupten ich wäre ein Relikt der damaligen sozialen Marktwirtschaft.

Und falls sich jemand beschweren will über die verwendung dieser Floskel: die Besitzer irgendeines Pleitebetriebes in irgendeiner Weise zu entschädigen für einen Zusammenbruch, für den sie juristisch gesehen selbst verantwortlich sind, dann ist das keine Marktwirtschaft. Und wenn man die Reichen Inhaber von Kapitalgesellschaften mit Staatsgeld entschädigt, aber den Obst, Gemüse, Getränke Unternehmer für lange Zeit alles, was er einnehmen sollte vom Gerichtsvollzieher pfänden lässt, dann ist das ausgesprochen asozial.

Ich persönlich hätte die Bank schon vor einer Weile verstaatlicht. Und ich hätte die Aktionäre angemessen entschädigt und zwar so:
Ich hätte den gesamten Börsenwert berechnet. Davon hätte ich die Staatsknete abgezogen (weil die Leute mit meinem Geld entschädigen, für Geld was sie von mir, ohne ein zugrundeliegendes normales, legales Geschäft, haben ist der Gipfel der Unverschämtheit) und das Resultat durch die Anzahl der Aktien geteilt. Und schon hätte man gewusst, was die Besitzer pro Aktie hätten zahlen müssen. Das Maximum der Nettigkeit wäre noch gewesen die Entschädigung auf 0 zu erhöhen.

Mal ehrlich, wenn ich Finanzminister wäre, würde ich nach dem Theater klarstellen, dass der Staat, wenn die Eigentümer so gierig sind Pleiteunternehmen zukünftig nurnoch dzurch aufkaufen der Konkursmasse übernimmt.

Ausserdem würde ich die Aktionäre fragen, wie sie ihre Kontrollmöglichkeiten genutzt haben, immerhin hatte diese Bank die Dämliche geschäftsidee Langfristige Verbindlichkeiten durch kurzfristige Kredite zu refinanzieren. Jedem Jakob jedermann und jeder Inge irgendwer da draussen ist klar, dass man kein Haus auf pump kaufen kann und dann um die Tilgung und Zinsen für das Darlehen zu zahlen den Dispokredit seines Girokontos zum letzten Euro ausnutzt und dabei hofft, dass 1. jeden Monat neuer Kreditrahmen vom Himmel fällt und 2. dass das Haus am ende der Zeit sociel wert ist, dass man seinen irrsinnig hohen Dispokredit incl. Zinsen davon tilgen kann.
Diese Idee ist nicht nur von vollkommen enthirnter Dummheit, es ist auch das Geschäftskonzept der HRE. Also mal ehrlich wer sowas versucht und den Leuten, die das versuchen wollen zujubelt, der hat die Pleite verdient.

Tammo Oxhoft hat gesagt…

@Oberclown:


Mal ehrlich, wenn ich Finanzminister wäre, würde ich nach dem Theater klarstellen, dass der Staat, wenn die Eigentümer so gierig sind Pleiteunternehmen zukünftig nurnoch dzurch aufkaufen der Konkursmasse übernimmt.


Das Problem daran ist, daß der jetzige Finanzminister das vermutlich auch ganz gerne täte. Wie man so manchmal zwischen den Zeilen lesen kann, soll er schon mehrfach Wutanfälle bekommen haben ob der Gebaren der Bankvorstände.
Das sind immerhin die Typen, die selber das 50-Fache eines Ministers verdienen, sich dann auch noch die ganze Zeit über „die Politik“ lustig machen, bei jeder Gelegenheit über angebliche Überregulierungen jammern, das Ausbrechen des Sozialismus befürchten, sich jede Einmischung verbitten und verlangen, daß der Staat sich überall raushalten soll,

Wie hieß das immer so schön? Wirtschaft wird in der Wirtschaft gemacht.

Und genau diese Typen, die feinen Millionäre in Nadelstreifen sind dann aber die ersten gewesen, die mit dicken Forderungen beim Staat anklopfen, nachdem sie „Ihre Wirtschaft“ in die Mülltonne manövriert haben

Steinbrück soll besonders verärgert über die HRE gewesen sein, weil er offenbar mehrfach bei Funke und Co nachfragte „ist das jetzt wirklich alles???“ bevor er die Staatskasse aufmachte. Die haben dann immer geschworen und PONG - eine Woche später waren schon wieder ein paar Milliärdchen futsch, für die Steinbrück zusehen konnte, wie er das auffängt.

Der Finanzminister würde da sicher gerne viel mehr auf den Busch klopfen.
ABER - das geht eben nicht, weil das wahlkampftechnisch tödlich ist!

Das sieht man doch schon alleine an den Umfragewerten für LINKE und FDP - was passiert seit der Megafinanzkrise???
Die Heuschreckenpartei FDP, die immer nach DEREGULIERUNG verlangt, wird immer stärker nachdem sich EWRWIESEN hat, daß das Konzept in einem Desaster untergegangen ist. Und die LINKE, die die Banken scharf kritisiert, schrumpft weg.

„Verstaatlichung“ ist in Deutschland das Killerwort! Wer das nicht voller Abscheu und Empörung von sich weist, wird schon mal gar nicht gewählt.
Obwohl längst die Superkapitalisten wie GB und USA in ganz großen Stil verstaatlichen.

Aber in Deutschland gilt ja auch noch Friedrich Merz als Ökonomisches Genie, so daß die CDU ihn zum EU-Kommissar machen will. Der Merz, der gerade das Buch „Mehr Kapitalismus wagen!“ auf den Markt gebracht hat und der für die megaheuschrecken-Hedgefonds „tci“ und „Lonestar“ arbeitet. Der Merz, der ohnehin aus dem Bundestag geht, weil sich da nichts verdienen läßt; der Merz, der sich bis heute weigert seine mutmaßlichen Anwaltshonorare, die er mit den Finanzhaien von TCI verdient hat, offen zu legen.
Das ist die Hoffnung der CDU - der Partei, die nach allem was man hört morgen mit großem Abstand stärkste Partei werden wird.

Da kann man nichts machen - die Deutschen sind total verblödet!