TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Dienstag, 15. Juli 2008

Ach ja, das Alter........

Internet ist nichts für alte Leute - jedenfalls nicht, wenn sie schon derartig alt sind, wie John McSame.
Mit seinen 71 Jahren ist er einfach schon zu gerontig, um sich noch mit Computern zu befassen.
Natürlich weiß er theoretisch was ein Computer ist und was das Internet vermag.
Kann man aber als Präsident wirklich Entscheidungen zur Technologie treffen, wenn man nicht sich nicht wirklich eine eigene Vorstellung davon machen kann?
Dazu gibt es verschiedene Ansichten.
Immerhin gibt McShame seinen Kritikern, die behaupten er sei zu alt, um einen glaubwürdigen Neuanfang in Amerika zu wuppen, eine Steilvorlage indem er sich als Computer-Abstinenzler präsentiert.
Kann so ein potentieller Geriatrie-Patient das mächtigste Land der Welt führen?
Nach den sinnfreien Diskussionen um Geschlecht und Hautfarbe der demokratischen Präsidentschaftskandidaten, muß sich nun die rechte Seite fragen lassen wie alt eigentlich 71 ist - geboren 29. August 1936.
Offenbar ist er schon mal geistig greiser als eine australische Dame, die just starb.
Olive Riley machte sich das Bloggen im Februar 2007 zueigen - im zarten Alter von 106 Jahren. Ihre weltweit gelesenen Geschichten waren so beliebt, daß ihre Webseite eines Tages im Januar 2008 zusammenbrach - 350.000 Besucher hatte sie an einem Tag.
Computer, Internet, bloggen?
Für Olive Riley nicht das geringste Problem - sie freundete sich auf Anhieb mit dem Medium an und schrieb bis Juni 2008 über 70 Postings in zwei Blogs.
Allerdings nannte sie es stattdessen „Blob“ und „Blobbing“ - ein sinniger Neologismus, der es doch eigentlich phonetisch viel besser trifft.
Mrs. Riley starb am 12. Juli 2008 im Alter von 108 Jahren und hinterläßt eine weltweit trauernde Fangemeinde.


Nachtrag:

Spiegel TV hat es nun auch mitbekommen.

Montag, 14. Juli 2008

Deutschland und Amerika Kopf an Kopf.

Im Februar dieses Jahres schienen Stefan Bonner und Anne Weiss; die Autoren des Buches "Generation Doof" zu belegen, daß die Deutschen soweit im intellektuellen Keller abgestiegen sind, daß sie in Konkurrenz mit den geistigen Tiefbauern der untersten Etagen des Planeten getreten sind.
Weisen TV-Analytikern wie Oliver Kalkofe schwante es schon lange, daß ein Volk, das johlend Kader Loth und BigBrother zu Füßen liegt, offenbar nichts mehr mit dem zwar schmeichelhaften, aber doch irrealen Bild des Dichters und Denkers zu tun haben könne.
König Boris von Fettes Brot auf "Delta Radio":
"Ich frag mich, was das über ein Land aussagt, wenn nachts Frauen im Fernsehen oben ohne nach Automarken mit ,A' fragen und dann Leute anrufen und ,BMW' sagen. Da kann irgendwas auf beiden Seiten nicht stimmen."
(erschienen am 12. März 2008 im Hamburger Abendblatt)
Da wird im Armutsbericht inzwischen von Bildungsarmut gesprochen - ganze Stadtviertel sind zu hirnfreien Enklaven mutiert.
Durch das hartnäckige Festhalten der CDU an Restschulen und Verwahrungsanstalten haben wir mittlerweile 5 Millionen Analphabeten in Deutschland produziert - 80.000 Schüler verlassen jedes Jahr ganz ohne Zeugnis für immer die Schulen.
Das sind fast zehn Prozent eines Jahrgangs, die laut dem ebenfalls gerade erschienenen Bildungsbericht der Regierung der Schule ohne Abschluss den Rücken kehren, jeder fünfte 15-Jährige kapituliert vor einfachen Lese- oder Mathematikaufgaben, zwei Jahre nach Schulende hat nicht einmal jeder zweite Hauptschüler eine Lehrstelle gefunden – obwohl die Wirtschaft längst über Lehrlingsmangel klagt.
Sinnig ist das nicht.
Hat Kalkofe, dessen neues Buch (erschienen bei Lappan 2008) den Titel trägt: „Geschafft! Wir sind blöd“, recht damit, daß deutsches TV uns die letzten Hirnzellen abgesaugt hat?
Er träfe sich mit der Definition der Autoren Weiss und Bonner:
Zur "Generation Doof" gehören die Kinder, die einen Baum nicht mehr vom anderen unterscheiden können. Oder Leute, die mit einem geradezu unheimlichen Unwissen ins Fernsehen gehen und sich da als Experten hinstellen. Zeitgenossen, die einfach mal in eine Videokamera furzen und das ins Internet stellen, weil's vermeintlich lustig ist. Prägend für die "Generation Doof" ist aber, dass sie ihre Dummheit lustig und toll findet. Man ist stolz darauf, und dieses Problem wird in die Zukunft reichen. Dazu gehören die Jugendlichen, die Dieter Bohlen als Vorbild haben, aber auch Eltern, die ihre Kinder vor dem Fernseher parken.
Läßt man den Blick aus teutonischer Imbezillität über den Atlantik schweifen und erwartet dort die noch vor 5 Jahren eindrucksvoll von Michael Moore charakterisierten Könige der Doofheit in den USA anzutreffen, wird man überrascht: Hollywood goes intellektuell.
Die Leute vom TV machen komplizierte und anspruchsvolle Dinge - Qualitativ sehr viel besser, als der Dreck, den das deutsche Fernsehen produziert!
Die NYT schrieb, daß die SOPRANOS kulturell das bedeutendste Ereignis der letzten 25 Jahre wären. Gewagte These - aber da ich die ersten Staffeln gesehen habe, neige ich dazu dem zuzustimmen.
Das war wirklich BRILLANT gemacht!
Wer hätte gedacht, daß ich mal so ausdrücklich die amerikanische Kultur loben muß!
Wie konnte es passieren, daß das Ami-Volk, das just noch tumb durch die Welt pekzierte auf einmal Gefallen an Hochkarätigem fand?
Haben sie uns Deutsche etwa bildungsmäßig abgehängt?
Soweit ist es aber doch wohl nicht - wie ich mit Beruhigung anhand des Bestellers von Prof. Mark Bauerlein (Emory-Universität Atlanta) feststellen konnte: The Dumbest Generation: How the Digital Age Stupefies Young Americans and Jeopardizes Our Future (Or, Don't Trust Anyone Under 30)
Offenbar war es auch hier mal wieder das Internet, das dem amerikanischen Durchschnittsintellekt den Quantensprung in Richtung Einzellerdasein verpasste. Die unter 30-Jährigen haben sich von allen klassischen Bildungskanälen verabschiedet und surfen sich im Netz um die letzten Synapsen der Großhirnrinde. Die Ignoranz seiner Landleute kann der Autor kaum glauben:
"The ignorance is hard to believe ... It isn't enough to say that these young people are uninterested in world realities. They are actively cut off from them. ... They are encased in more immediate realities that shut out conditions beyond -- friends, work, clothes, cars, pop music, sitcoms, Facebook.''
Schriebe man bei MySpace und anderen Kommunikationsplattformen in korrekter Grammatik und ausformulierten Sätzen, mache man sich zum Gespött der Mitspieler.
Bücher würden nicht nur NICHT gelesen, sondern seien inzwischen auch noch verpönt.
Telepolis drückt es so aus:
"Doof ist cool" im modernen Amerika. Die Amerikaner würden immer unwissender: Heute glauben laut Newsweek mit 41 Prozent mehr US-Bürger denn je allen Ernstes, dass Saddam Hussein in die Anschläge vom 11. September 2001 verwickelt gewesen sei. Rund 40 Prozent der Amerikaner unter 44 Jahren haben 2007 kein einziges Buch gelesen. Etwa ein Drittel der jungen US-Bürger können weder den Irak noch den Bundesstaat New York auf einer Landkarte zeigen.
Wer wird sich am Ende durchsetzen und die Krone des Idiotischsten Volks der Welt gewinnen?
Oder kann man sie gar nicht gewinnen, da sich die Nationen fortwährend gegenseitig den Rang ablaufen?
Da ist man gerade noch mit Schüttellähmung und Harzflattern beschäftigt, weil man gelesen hat, daß die Musikerin Kellie Pickler in einer Quizshow nicht wußte, daß Europa aus mehreren Nationen besteht ( "Was, ich dachte, Europa sei ein Land?") und schon toppt Deutschland das wieder mit unlösbaren BigBrother-Fragen à la „Wie viel ist ein Dutzend?“

Sonntag, 13. Juli 2008

Reaktionärer Rabbi rettet die Rowdys.

Fast acht Jahre hockt der christlichste aller christlichsten Präsidenten im Oval Office des christlichsten aller christlichen Länder. Das Ergebnis ist bekannt:
Außenpolitische Totalkatastrophe, Verstrickung in diverse nicht gewinnbare Kriege, weltweites Ansehen für Generationen ruiniert, Ökonomie gegen die Wand gefahren und nun neuerdings auch noch das eigene Volk in den Pornowahn getrieben.
Hilfe naht nun aber vom New Yorker Rabbi Shmuley Boteach, gerade 41 Jahre alt, aber schon zwei Dekaden Rabbiner. Der Bestsellerautor (Kosher Sex und Dating Secrets of the Ten Commandments -gewidmet Michael Jackson!), 1999 von der TIMES als "Preacher of the Year" ausgezeichnet, erkannte die maximale Misere des Mannes:
Die Geld-besessenen Frauen nutzen ihn als „wandelnden Geldautomaten“.
Genauso fürchterlich wirkt sich eine andere weibliche Eigenschaft aus; Ihre Unkeuschheit:
„Männer sind mit Frauen zusammen, die zuvor mit so vielen anderen Männern zusammen gewesen sind, dass der moderne Mann das Gefühl hat, schon körperlich an Normen gemessen zu werden, die er unmöglich erreichen kann.“
Der zwar immer noch vögelfreudige, aber von seiner lüsternen Ehefrau eingeschüchterte Mann, flüchtete aus reiner Verunsicherung in die Pornografie, die in Amerika inzwischen zu einer Volksseuche geworden sei.
Pornos, Onanie, Seitensprünge und Alkohol sind doch das unausweichliche Resultat der sexuell verbrauchten Ehefrauen:
The attentions of another woman makes him feel like a winner. Alcohol numbs his heart even as it poisons his soul. And pornographic addiction, which is becoming an epidemic among American men, allows him to experience a similar numbness, the non-feeling of emotionlessness, which is the real reason so many men masturbate, for the bliss that follows sexual climax. He wishes not to feel because when he does feel, all he feels is pain.
Nun ist Rabbi Shmuley kein reiner Ankläger; nein er hat glücklicherweise auch die Lösungen parat.
Sein aktuelles Buch „The broken American male and how to fix him“ (Der kaputte amerikanische Mann und wie man ihn wieder hinkriegt) weiß Rat:
Orientierung an der Bergpredigt und Reinstallation des Mannes als Vorstand der Familie, der sich damit beschäftigt Kinder zu zeugen:
„In einer solchen Familie kann der Mann endlich wieder das von seiner liebenden Frau unterstützte Oberhaupt sein“.
Shmuley Boteach, Vater von acht Kindern, empfiehlt die totale Rückbesinnung auf biblische Normen - je mehr Kinder, desto größer Gottes Segen.

Wer wüßte das nicht - ist nicht das größte Weltproblem die fürchterliche Unterbevölkerung? Wo sollen wir bloß hin mit all dem Überfluss an Nahrung und Ölreserven???
Der Atmosphäre geht bekanntlich auch das CO2 aus - da sind dringend noch ein paar Millionen mehr Amerikaner (mit dem höchsten CO2-Ausstoß pro Kopf weltweit) erforderlich.

Obama und McSame geben sich bereits die allergrößte Mühe so religiös wie möglich zu erscheinen - ob SIE den amerikanischen Mann retten können?

Immerhin ist der denkbar größte Alptraum - quasi der Sargnagel der männlichen Existenz - zunächst einmal abgewehrt:

Es wird keine Frau ins Oval Office einziehen! Besteht also noch Hoffnung den gemeinen Amerikaner vor einem totalen Verfall in Masturbation, Alkohol und Pornos zu retten?

Samstag, 12. Juli 2008

Wirtschaftshilfe à la Bush

In der US-Verfassung kommt das Wort „Gott“ nicht vor.
Aber um Präsident zu werden muß man religiös sein. Ronald Reagan trieb das vor knapp drei Dekaden auf einen vorläufigen Höhepunkt, indem er all seine Reden mit Bibelzitaten und Glaubensbekenntnissen ausschmückte. Die "God Revolution" nennen das Historiker heute.
Eine selbsternannte „moral majority“ übernahm das Ruder in der veröffentlichen Meinung; Prüderie und naives Bibelverständnis griffen nachhaltig um sich.
Moral ist freilich ein dehnbarer Begriff, so muß man hinzufügen, daß die amerikanische Moral klare Eckpfeiler hat:
- Todesstrafe, Waffen für jeden und homeschooling: JA.
- Ein ebenso klares NEIN zu Abtreibung und Homo-Ehe.
Das alles garniert mit einer immer ausgedehnteren Überwachung und Bestrafung der Unsittlichkeit. Ein nicht weg retouchierter Nippel auf einem Werbephoto, ein versehentlich ausgesprochenes „shit“ und schon hagelt es empfindliche Geldstrafen der Zensurbehörde FCC.
Inzwischen ist es die wichtigste Forderung an einen zukünftigen Präsidenten, daß er fromm und bibelfest sein muß. Umfragen belegen, daß dies ein weitaus wichtigeres Kriterium bei der Wahlentscheidung ist, als beispielsweise politische Kompetenz.
Genau so konnte GWB Präsident werden, obwohl nach den TV-Duellen mit Gore und Kerry eine klare Mehrheit der Zuschauer erklärte, daß GWB weniger Kompetenz für den Job hätte.
Aber Bush erschien religiöser und so wählten die durch und durch von christlicher Moral durchdrungenen Amerikaner lieber ihn.
Die Amerikaner geben für Pornografie mehr Geld aus als für Theater, Museen und andere Kultureinrichtungen zusammengenommen.
Mehr als für die Nationalsportarten Football, Baseball und Basketball zusammen.
Sex ist der ökonomische Schmierstoff des land oft he free.
Andrian Kreye nennt ein paar Zahlen:
Zehn bis fünfzehn Milliarden Dollar gibt Amerika jedes Jahr für Pornografie aus. Mehr, als für Kinokarten, Schallplatten oder Videospiele.
Technisch ist der gemeine USA-ling dabei seinem Geschlechtsverkehr-fixierten europäischen Bruder etwas hinterher - boomen doch auf der Ostseite des Atlantiks längst hardcore-Pornoclips aus dem Internet zum downloaden, während in gods own country noch jedes Jahr 700 Millionen Pornovideos ausgeliehen werden.
Amerika holt aber auf: Dr Windsor Holden vom Juniper Research schätzte in einer Studie, daß sich der amerikanische Online-Pornomarkt ('adult services') auf dem diesbezüglich etwas „unterentwickelten nordamerikanischen Kontinent“ bis zum Jahr 2010 auf 3,5 Milliarden Dollar Umsatz ausweiten werde. Es wäre sogar noch mehr Umsatz möglich, da das Geld für Fickfilme in den christlichen US-Portemonnaies sehr locker sitze:
users of adult services are far less price sensitive than consumers of other mobile entertainment services.
Eine rosige Zukunft steht der Branche bevor - aber George W. Bush kann es als echtem Republikaner nie genug Wirtschaftswachstum sein, so heizte er das kollektive Wichsen vorm Bildschirm seiner Landleute noch zusätzlich an:
Ein Steuergeschenk von bis zu $1.200 als Scheck pro Steuerzahler wurde ein voller Erfolg wie die Adult Internet Market Research Company (AIMRCo) süffisant feststellte.
Kaum waren die frohen Dollarschecks verschickt, ging das Geschäft mit Onlinepornos in phallische Höhen wie unter Viagra.
(“uncharacteristic" increase in spending on online pornography since the cheques were sent out)
Eigentlich läuft das www-Sexgeschäft im Sommer nämlich sehr schlaff und nicht amerikanisch steifansteigend.
Aber mit den Bush’schen Extradollars verzeichneten die wenig sittlichen Kopulationsfilmchen einen Zuwachs von bis zu 30 %.
Jillian Fox, der Sprecher von LSGmodels nennt die präsidiale Vögelbeihilfe dementsprechend 'stimulus package', das dankbar angenommen wird.

Na also - Bush kann doch funktionierende Wirtschaftspolitik betreiben!

Freitag, 11. Juli 2008

Klassische Irrtümer des Deutschseins.

Roland Koch hatte es 1999 in vielerlei Hinsicht geschafft:
Merkel stellte sich hinter ihn und seine miese xenophobische Schmutzkampagne,
er wurde MP von Hessen,
er zementierte seine Position als rechter charakterlosester Widerling Deutschlands,
er brach die rot/grüne Bundesratsmehrheit.
Ich hoffe, daß die Hessen sich inzwischen schamesrot in die dunkelsten Keller zurückgezogen haben, da sie es nach diversen Wahlen immer noch nicht geschafft haben diesen professionellen hauptberuflichen Lügner loszuwerden.
Bedauerlicherweise haben sich auch die Nichthessen in Deutschland mit den Folgen der legendären „Wo kann man hier gegen Ausländer unterschreiben?“-Wahl auseinander zu setzen.
Rot/Grün wurde seinerzeit nämlich von der Hessen-CDU dazu gezwungen ein modernes, sinnvolles Staatsbürgerschaftsrecht zurück zu nehmen.
Ein modernes Recht, wie es in fast allen Ländern der Welt gilt.
Nur die Deutschen mit ihrem völkischen Blutrechtsvorstellungen hängen manisch am Ius Sanguinis ( lat. Recht des Blutes); jenem Prinzip, nach dem ein Staat seine Staatsbürgerschaft an Kinder verleiht, deren Eltern oder mindestens ein Elternteil selbst Staatsbürger dieses Staates sind.
Dieses Abstammungsprinzip sieht auf den ersten Blick gar nicht so verkehrt aus, bedeutet aber eben auch, daß es komplett irrelevant ist, WO und in welchem Umfeld man geboren wurde.
Ist man vor 1974 in Deutschland geboren worden und hatte sogar eine deutsche Mutter, die sich aber bedauerlicherweise von einem Ausländer schwängern ließ, hat man dessen Staatsbürgerschaft!
Auch wenn man den Vater nie gesehen hat, das Land aus dem er stammt nie besucht hat, die Sprache nicht spricht und als in Deutschland geborener Mensch bei seiner rein deutschen Familie aufgewachsen ist!
So sagte es einst das Abstammungsprinzip - die MÜTTERLICHE Abstammung war irrelevant.
Ein Kasache, dessen Vorvorvorfahren einst unter Katharina der Großen mal nach Russland eingewandert waren, konnte hingegen nach Deutschland kommen, obwohl seit Generationen niemand mehr deutsch gesprochen hatte, niemand mehr in Deutschland gewesen war und bekam noch am ersten Tag - eingefädelt von Helmut Kohls legendären Staatssekretär Horst Waffenschmidt (1982 bis 1997 Parlamentarischer Staatssekretär beim Innenminister und von 1988 bis 1998 Aussiedlerbeauftragter Kohls, zur Zeit tot) sofort einen deutschen Pass.

Interessant sind einige Aspekte dieser causa:
So klar sich offenbar eine Majorität der deutschen Wähler GEGEN jedes Ausweiten der Rechte für Ausländer entscheidet (siehe Kochs Wahlergebnis 1999), so unklar ist den Wählern aber das Staatsbürgerschaftsrecht.
Die Unterscheidung von Ius Sanguinis und der Alternative Ius Soli* ist dabei so gut wie keinem Wähler geläufig - geschweige denn, daß er sagen könnte welches Recht in Deutschland gilt.

*(lat. Recht des Bodens. bezeichnet das Prinzip, nach dem ein Land seine Staatsbürgerschaft an alle Kinder verleiht, die auf seinem Staatsgebiet geboren werden; auch „Territorialprinzip“)

Hört man Unionspolitikern, wie Meyer, Merz und Merkel zu, wenn sie verbal um die „deutsche Leitkultur“ mäandern, kommt so sicher wie das „Amen“ in der Kirche irgendwann das Argument, daß es nötig sei das Nationalgefühl nicht weiter auszuhöhlen.
Klar - es ist ja bekannt, daß Staaten mit einem reinen Ius Soli, welches die Rechtsfolgen an ein leicht verifizierbares Ereignis (Geburtsort) knüpft und somit in seiner Reinform streng, formal und einfach ist, wie USA und Frankreich ein vollkommen unterentwickeltes Nationalgefühl haben.
Die schämen sich offensichtlich den ganzen Tag für ihr Land und würden niemals eine Fahne öffentlich zeigen. Zu einem der Grundprinzipien der Republik gehört in Frankreich das "Droit du sol", das jedem, der auf französischen Boden geboren wird, ein Recht auf die Staatsbürgerschaft verleiht. So einfach ist das - in Frankreich werden NUR Franzosen geboren.
Nach CDU- und FDP-Auffassung darf das aber nicht so sein, daß hierzulande lauter Deutsche geboren werden, denn es kommt ihnen auf das „deutsche Blut“ an - was auch immer sie darunter verstehen mögen.
Besonders wichtig ist Schäuble und Co dabei offensichtlich, daß dieses imaginäre deutsche Blut „rein“ bleibt.
Mischformen scheuen sie wie der Teufel das Weihwasser, zwei Staatsbürgerschaften (korrekt: „Mehrstaatigkeit“) darf im CDU-Kosmos niemand haben - Schizophrenie oder schlimmeres droht.
Auch dies ist ein Faktum, der den Deutschen selbst aber offenbar kaum bewußt ist, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann: Wann immer ich jemanden damit überrasche, daß ich Amerikaner bin, kommt wie aus der Pistole geschossen „Ach, Sie haben zwei Staatsangehörigkeiten?“.
Jedesmal muß ich Ausländer dann mein deutsches Gegenüber auf die deutsche Rechtslage hinweisen. Um ganz genau zu sein, zitiere ich das Bundesinnenministerium:
Kann ich auch eingebürgert werden, ohne die bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben zu müssen? § 12 StAG: Grundsätzlich nein! Eine Zielrichtung im deutschen Staatsangehörigkeitsrecht ist es, das Entstehen von Mehrstaatigkeit bei der Einbürgerung nach Möglichkeit zu vermeiden.
Offenbar lesen aber die meisten Deutschen das nicht.
So kommt es zu den deutschen Irrtümern, zu denen gehören auch die immer wieder gerne in Straßenumfragen zum allgemeinen Erstaunen durchgeführten Interview mit den Fragen:
WAS eigentlich bei der Bundestagswahl gewählt wird. Hier sagen 90 % fälschlicherweise „Bundeskanzler“. Immerhin fällt ihnen überhaupt etwas ein. Bei den Fragen nach anderen Eckpfeilern unseres Staates - wer wählt den Bundespräsidenten, wer bestimmt den Verfassungsgerichtspräsidenten, etc - haben über 90 % der Deutschen ohnehin gar keinen Schimmer.
Woher dieser schwere Anti-Affekt bezüglich der Mehrstaatigkeit kommt, habe ich bisher noch nicht ergründet - hält doch der Innenminister auf seiner Homepage ebenfalls klipp und klar fest:
Kein deutscher Mehrstaater kann unter Berufung auf die andere Staatsangehörigkeit in Deutschland zusätzliche Rechte geltend machen oder sich seinen Pflichten, zum Beispiel der Wehrpflicht, entziehen.
Im Gegenteil, Mehrstaater haben in dem anderen Land sogar weniger Rechte als „nur“ Deutsche:
Deutsche Mehrstaater können sich jedoch bei einem Aufenthalt in dem Land, dessen Staatsangehörigkeit sie außerdem besitzen, nicht auf den sonst üblichen konsularischen Schutz der Bundesrepublik Deutschland berufen.
Zudem ist klipp und klar geregelt, daß man sich auch als Doppelstaatler keinen Pflichten entziehen kann: Wer als Mehrstaatler in Deutschland lebt, muss auch in Deutschland zum Militärdienst. Und wer freiwillig als Berufssoldat bei einer fremden Armee anheuert, verliert automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit.
CDU-Politiker haben ein Verhältnis zur Staatsbürgerschaft, daß ich euphemistisch formuliert als „problematisch“ bezeichnen möchte. Vollkommen verklemmt und komplexbeladen.
Stets scheinen sie von der Angst durchdrungen zu sein, daß jemand Deutscher werden könnte, der nicht dem Unions-Idealklischee des Deutschtums entspricht.
Noch bizarrer ist, daß es Unionspolitikern, die das Staatsbürgerschaft so gern als Antiausländerwaffe verwenden, gar nicht in den Sinn kommt, es GEGEN Menschen zu verwenden, die es verdient hätten.
Ich denke da an Steuerflüchtlinge. Hier gehen die USA einen pragmatischeren und effektiveren Weg: Wer sich zum Steuersparen in ein Land mit deutlich niedrigeren Steuern absetzt, muß die Differenz an die USA zahlen. Wer dies nicht tut, verliert letztendlich die US-Staatsbürgerschaft -simple as that.
Hierzulande buckeln deutsche Finanzminister devot mit Amnestie-Offerten vor den Steuerflüchtlingen. Wieso eigentlich? Was spricht dagegen deutschen Millionären und Milliardären, die sich aus der Solidargemeinschaft geflüchtet haben - Flick, Boris Becker, Franz Beckenbauer, Michael Schumacher, …. - vor die Alternative „zahlen“ oder „Pass abgeben“ zu stellen?
"Ich finde, sie sind verpflichtet, dieser Gesellschaft etwas zurückzugeben", sagte Finanzminister Steinbrück der "Süddeutschen Zeitung" mit Blick auf deren Wohnsitze im Ausland. Es seien die Bedingungen in Deutschland gewesen, die ihnen die Chance gegeben hätten, weit überdurchschnittlich zu verdienen.
Richtig so - aber Apelle und schöne Worte reichen offensichtlich nicht.
Weicheierig und devot benimmt sich die Bundesregierung in diesen Fällen - obwohl das Kind schon im Brunnen ist und Everybody’s Darling Schuhmacher und Beckenbauer ohnehin keinen Cent Steuern in Deutschland zahlen.
Hart ist man hingegen zu Deutschen, die jetzt 18 werden und nach dem 2000 eingeführten Optionsmodell bisher ausnahmsweise zwei Pässe haben. Daher sind in diesem Jahr die ersten 3316 Jugendlichen von der Optionspflicht betroffen Sie müssen sich nun entscheiden und eine Staatsbürgerschaft abgeben.
Damit die liebe CDU-Seele Ruh hat.
Was überall sonst in der Welt geht, geht nicht in Lande Merkels.

Völlig richtig hat immerhin die SPD eingesehen
, daß so eine Regelung bullshit ist:
Warum sollten wir diesen Leuten den deutschen Pass wegnehmen? Wir haben doch davon einen Loyalitätsgewinn", sagte der schleswig-holsteinische SPD-Landesvorsitzende Ralf Stegner. Der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz nennt die jetzige Regelung eine "Zumutung für die Kinder". Der Zwang sich zu entscheiden, trage Streit in die Familien, weil das Abgeben des türkischen Passes oft als Affront gegenüber den Eltern empfunden werde.
Wer aber auf einen Funken Einsicht bei der CDU hofft, wird nicht nur enttäuscht, sondern überrascht davon, daß Unions-Blutrechtfanatiker schon das derzeitige Recht nicht streng genug ist:
Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach will das rot-grüne Gesetz von 2000 kippen.
"Wir wollen zurück zum alten Staatsangehörigkeitsrecht von vor 1999, weil es eben keine doppelten Loyalitäten bei der Staatsangehörigkeit geben kann"

Herr Bosbach sollte sich ein Beispiel an den Franzosen nehmen, die Íngrid Betancourt, die Kolumbianerin UND Französin als eine der ihren feiern, sie mit ihrem Konterfei an Hunderten Rathäusern ehrten.
Sie wurde vom Präsident und den jubelnden Massenempfangen.
Mir ist nicht bekannt, daß ein französischer Abgeordneter à la Bosbach rumgemäkelt hätte, daß diese Frau doch gar keine Französin sein könne, weil es „keine doppelten Loyalitäten bei der Staatsangehörigkeit geben kann.“
Eins erreichen Bosbach, Schäuble und Böhmer allerdings - sie schrecken ab.
Da möchte man auch schon viel weniger dringend Deutscher werden, wenn die zuständigen Politiker derartigen Unsinn von sich geben.
Vielleicht ist ja auch genau das die Absicht.

Donnerstag, 10. Juli 2008

Kleines Versehen….

GWB absolvierte soeben seinen letzten G8-Gipfel; diesmal in Japan und man könnte meinen, daß er nach über sieben Jahren Präsidentschaft so langsam weiß wie das läuft.
Könnte man?
Sollte man aber besser nicht - denn all die vielen anderen Gesichter, die er sich da merken muß, überfordern das Erbsenhirn doch.
Wenn sie wenigstens ein bißchen leichter zu unterscheiden wären. ...
Also gut - Yasuo Fukuda ist der Japaner und der Typ, den Bush noch nie gesehen hat, muß dann wohl dieser neue Russe Medwedew sein.
Deutschlands Kanzler ist die Frau mit der großen Oberweite, die man so herrlich in die Schulter zwicken kann.
Soweit, so gut - aber die anderen sind ja alles ähnlich aussehende weiße Männer - das ist nicht einfach.
Gott sei Dank hat ein Amerikaner aber ein White House Press Office, die für diese Zwecke Mappen zusammen stellen.
Nun ja, Amerika wird ja selten in außenpolitische Angelegenheiten verwickelt und spielt auch sonst kaum eine Rolle in der Weltpolitik, da kann man von Weißen Haus nicht erwarten, daß es extrem ausgefeilt und aktuell informiert ist. Als Bush vor drei Wochen zum Abschiedsbesuch bei Benni in Italien war, hieß es in der Pressemappe, daß Romano Prodi Regierungschef wäre - was Silvio Berlusconi nun doch erstaunte.
Dabei ist er doch ein alter Buddy von Bush, der genauso begeistert in den Irakkrieg zog und auch sonst eine ganz ähnliche Amtsauffassung, wie der irre Texaner aus Crawford hat; Berlusconi:
I'm the Jesus Christ of politics, I am a patient victim, I put up with everyone, I sacrifice myself for everyone. (Reuters, February 12, 2006)
Diesmal wollten die Blitzbirnen im Weißen Haus aber unbedingt up to date sein und die richtigen Informationen über den italienischen Regierungschef in die Pressemappe drucken - nur welche?
Wer regiert denn inzwischen am Tiber, fragten sich die Washingtoner Außenpolitikberater mit rauchenden Köpfen und leeren Hirnen.
Da keinem etwas einfiel, googelte man kurzerhand und kopierte dann wortwörtlich den (inzwischen gelöschten) Eintrag von Encyclopedia of World Biography.
Diesmal waren es also immerhin aktuelle Informationen - frisch aus dem Internet, die George Bush auf dem Weg nach Japan in der Airforce One las und verteilte.
Ein echter Fortschritt- ich muß das Weiße Haus loben.

Aber die pingeligen Italiener sind schon wieder sauer! Wie konnte das passieren?
Die Mailänder Zeitung Corriere della Sera sprach von einem „diplomatischen Fall“ nachdem der Text der US-Pressemappe bekannt wurde.
Im Zusammenhang mit der derzeitigen US-Regierung überhaupt von „Diplomatie“ zu reden, ist natürlich schon mal ein guter Gag - aber eigentlich war doch der Text gar nicht so abwegig:
Berlusconi wird in der Kurzbiografie als Vertreter eines Landes dargestellt, "das bekannt ist für Korruption und Lasterhaftigkeit". Der Regierungschef werde von vielen in seinem Land gehasst und als "politischer Dilettant" angesehen. Schon als Kind habe er eine "Leidenschaft fürs Geld" entwickelt und für Puppenspiele Geld eingenommen. Später habe er als Student gegen eine Gebühr für andere Studenten Seminararbeiten geschrieben, Staubsauger verkauft und als Sänger auf einem Kreuzfahrtschiff gejobbt. Ausführlich wird Berlusconis Verwicklung in Korruptionsprozesse geschildert.
Eigenartig, daß den Italienern nun schon wieder beleidigt sind.
Was ist denn bloß los?
Diplomatisch zuvorkommend und höflich, wie die US-Regierung in ihrer unüberbietbaren Liebenswürdigkeit stets ist, knappste sich der stellvertretende Sprecher des Weißen Hauses aber doch eine Entschuldigung ab:
Die Darstellungen entsprächen nicht "der Sichtweise von Präsident Bush" und seien ein "unglücklicher Fehler".

Diplomatie in Vollendung.

Mittwoch, 9. Juli 2008

Zwei Jubiläen.

Vor 75 Jahren, am 8. Juli 1933, Punkt 18 Uhr, setzten Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII. und der deutsche Vizekanzler Franz von Papen voller Freude und Feierlichkeit ihre Unterschrift unter das Reichskonkordat zwischen Hitler und dem Vatikan.
Vatikan und Kardinäle buckelten vor Hitler, nannten ihn devot „unseren hochverehrten Führer“ und verpflichteten die Bischöfe zu einem Amts- und Treue-Eid.
Was für ein Glück für die Nazis - nur ein halbes Jahr nach Hitlers Wahl zum Reichskanzler war es der Vatikan, der den ersten großen internationalen Propaganda-Coup ermöglichte, indem er offiziell so angetan war vom Nazi-Regime, daß er den politischen Katholizismus mit seinen manchmal abweichenden Positionen zum deutschen Staat gleich mit aufgab.
Hitler war natürlich begeistert von den katholischen Ehren, die ihn, der bis zu seinem Tode Mitglied der katholischen Kirche blieb und nie exkommuniziert wurde, von höchster Stelle aus Rom zuteil wurden:
Es sei nun Gewähr dafür gegeben, dass sich die Reichsangehörigen des römisch-katholischen Bekenntnisses "von jetzt an rückhaltlos in den Dienst des nationalsozialistischen Staates stellen werden".
Politische Bedenken gegen die nationalsozialistische Diktatur schien im Vatikan und der deutschen römisch-katholischen Kirche niemand zu haben.
Sie wurden jedenfalls nicht offiziell geäußert.
Im Gegenteil, der Münchner Kardinal Faulhaber, der noch 1945 alles tat, um seinen Kollegen und grauenerregenden 150%-Nazi und Schlächter von Zigtausend Juden Tiso zu schützen, war als ausgesprochener Gegner der Demokratie, besonders angetan vom Nazi-Regime. Er brachte seine Bewunderung für Hitler zum Ausdruck:
"Was die alten Parlamente und Parteien in 60 Jahren nicht fertig brachten, hat Ihr staatsmännischer Weitblick in sechs Monaten weltgeschichtlich verwirklicht."

Es ist nötig zu betonen, daß der moralische Maßstab auf den sich die Katholiken damals stützten nicht etwa irgendeine obskure veraltete Auffassung war, sondern selbstverständlich dieselbe Bibel, mit der auch heute noch argumentiert wird, wenn sich die Kirche anmaßt allein für Moral zuständig zu sein, wie es just auch wieder in Berlin im Kampf gegen den staatlichen Ethikunterricht passiert - unterstützt von der Bundeskanzlerin.

Römische Kardinäle als Exegese-Experten zu bezeichnen, dürfte wohl unwidersprochen stehen bleiben und so muß es dann wohl auch wahr sein, daß sich die Bibel bestens mit faschistischen Regimen verträgt - gab es doch ähnliche Konkordate auch mit Spanien und Italien.
Deutschland ist aber insofern ein Sonderfall, als dieses Konkordat immer noch gilt - Spanien und Italien hatten nach Kriegsende die Verträge revidiert.
In ihrer Entscheidung über eine Klage der Bundesregierung gegen ein niedersächsisches Schulgesetz stellten die Karlsruher Verfassungsrichter 1957 fest, dass das Konkordat als völkerrechtlicher Vertrag weiter bestehe.
Das hat Folgen.
Zum Beispiel bezahlt Herr Beckstein bis heute 21 "Konkordatslehrstühle" an bayerischen Universitäten, bei deren Besetzung der Ortsbischof mitreden kann - Dank Hitler!

Die Notwendigkeit nach Kriegsende umzudenken, hat es bei den organisierten Christen offenbar nicht gegeben. Im Gegenteil - auch lange nach dem Ende des zweiten Weltkrieges stemmte sich die katholische Kirche mit aller Macht gegen das Einziehen der Demokratie.
Man mag es kaum glauben, wenn man den Streit um ein anderes Jubiläum nachvollzieht, das ebenfalls dieser Tage „gefeiert“ wird:
50 Jahre Gleichstellung der Frau im Familienrecht.
Bis weit in die 50er Jahre der Bundesrepublik galt nämlich das alte Familienrecht, nach dem die Frau sich bei Entscheidungen ihrem Mann unterzuordnen hatte (§1354 Entscheidungsrecht des Mannes), sie mußte den kochen und putzen führen und durfte nur mit Zustimmung des Mannes einem Beruf nachgehen (§1356 Haushaltsführung), die Frau durfte noch nicht mal über ihr eigenes Geld bestimmen (Nach der Heirat ist das gesamte Vermögen der Frau "der Verwaltung und Nutznießung des Mannes unterworfen" (§1363)), sogar die elterliche Gewalt, das „Schlüsselrecht“ und „Sorgerecht“ unterlagen allein dem Mann.
Dummerweise stand nun aber im GG seit 1949, daß Männer und Frauen gleichberechtigt sind und so hatte die Regierung Adenauer das alte Familienrecht bis 1953 neu zu fassen.
Das tat aber der Alte nicht - CDU und Kirche wollten schlicht und ergreifend nicht.
Die Christenpartei steckte noch so sehr im Mief, daß man sich nur zu gern von den Bibel-interpretierenden Bischöfen vorhalten ließ, daß die Frau natürlich UNTERGEORDNET zu sein habe:
Grundsätzlich habe der Mann und Vater "die Verantwortung als Haupt der Ehefrau und der Familie"; wer das leugne, "stellt sich in Gegensatz zum Evangelium und zur Lehre der Kirche", empören sich die deutschen Erzbischöfe und Bischöfe im Januar 1953 in einem Hirtenwort zum Familienrecht.
Kein Widerspruch bei der EKD - auch deren Bischöfe stimmten ein, interpretierten das Evangelium, das auch heute als maßgeblich bejubelt wurde, in dieser Weise:
"Die Unterordnung der Frau dem Mann gegenüber in der Ehe" sei ein "Wesenszug der christlichen Ehe" überhaupt.

Arm in Arm mit dem real existierenden Katholizismus warnte CDU-Familienminister Joseph Wuermeling davor, Familienmütter mit freien Entscheidungen zu überfordern; in der Frauenarbeit sah er gar den Beginn einer "brutalen Sowjetisierung der Frau".

Christliche Moral eben.

So ging es bis 1958. Der endlich neu formulierte Familienrechtsparagraph verlautete dann:
Die Frau führt den Haushalt in eigener Verantwortung. Sie ist berechtigt, erwerbstätig zu sein, so weit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist.

Dienstag, 8. Juli 2008

Wir sind wieder lieb zu ihm

San Francisco dürfte zu den Flecken Amerikas gehören, die nicht ganz oben auf der Beliebtheitsskala des derzeitigen Präsidenten stehen.
Lauter Homos und Liberale treiben sich da rum, der Newsom vermählte schon vor vier Jahren gleichgeschlechtliche Paare und dann wählten 2004 auch noch 83 % der Einwohner des Westküstenstadt John Kerry!
Aber der enthirnte Texaner sollte die sonnigen Gemüter der San Franciscoer nicht vorzeitig verdammen! Eine Bürgerinitiative der Stadt ging in sich, erkannte die schmachvolle Ehrverweigerung gegenüber ihrem Präsidenten und verfiel in Reue!
Man meint Gottes Worte aus GWBs Mund zu hören „Kehret um!“
Nun also sinnt San Francisco auf Wiedergutmachung und möchte daher voran getrieben von der „Presidential Memorial Commission of San Francisco“ dafür kämpfen dem 43. Präsidenten der USA ein angemessenes Ehrenmal zu bauen.
Offiziell heißt es dort:
"In unmittelbarem bevorstehendem Ende der George W Bush Präsidentschaft, halten wir es für wichtig ein passendes Denkmal dem Werk des 43. US Präsidents zu widmen. In sämtlichen Angelegenheiten von der Auswärtigen Politik bis zur Finanz- und Umweltsverwaltung, keinerlei Präsident in US amerikanischer Geschichte hat so viel in so kurzer Zeit geleistet."

Naja, nicht gerade NEU bauen muß man so ein Denkmal - aber umbenennen vielleicht.
Die Golden Gate Brücke zum Beispiel könnte doch dem shrub als „George W. Bush-bridge“ sicher gefallen.
Die Initiatoren denken allerdings an eine andere Ehre - nämlich den Namen „George W. Bush Sewage Plant“, der die derzeitige Bezeichnung „Oceanside Water Pollution Control Plant“ ersetzen soll. San Franciscos Kläranlage also.
Dort wo riesige Mengen stinkende Scheiße gequirlt werden.
Jede Toilette in der Stadt, so versuchen sie auch ängstlichen Zweiflern klarzumachen, wäre dann ein Tempel für den Präsidenten und seine großen Taten in seinen acht Jahren als Oberster Befehlshaber.
Das Referendum ist bereits in vollem Gange und hat gute Aussichten auf Erfolg, wenn bei den Kommunalwahlen im November eine Mehrheit der Bürger für den Vorschlag stimmt.
"Es ist eine simple Ja-oder-Nein-Frage, finanziell praktisch bedeutungslos", erläutert Brian McConnell, der Organisator der Aktion. "Die einzige Ausgabe beträfe die veränderte Beschriftung."
Unverständlicherweise ist der oberste GOP in SF, Party Chairman Howard Epstein nicht begeistert: Er spricht von einer "smear campaign" und "Geldverschwendung"
"This is just some far-left loonies trying to play games with the city," findet Epstein. "This is not going to go down without a fight."
Sollte es wider Erwarten nicht zu dieser historischen Bush-Ehrung kommen, haben die Macher der „Presidential Memorial Commission of San Francisco“ auch noch einen Plan B:
Wenigstens könnte man den scheidenden Präsidenten damit ehren, dass am 20. Januar, dem Tag des präsidialen Amtswechsels, Hunderttausende von Toiletten in San Francisco synchron gespült werden.

Montag, 7. Juli 2008

Unerbetene Ratschläge zum Tod.

Sagenhaft, wirklich kaum zu glauben wie viel überheblichen Schwachsinn ich dieses Wochenende zur Causa Kusch und Sterbehilfe gelesen habe.
Natürlich sind da die Heuchler der Christenfraktion unübertrefflich - so sagte doch Bizarra Käßmann tatsächlich im Interview mit der „Neuen Presse“:
"Diese selbstherrliche Inszenierung finde ich einfach abstoßend. Er hätte der älteren Dame, die nicht krank war, sondern Angst vor dem Pflegeheim hatte, einfach sagen können, ich nehme sie bei mir auf, ich pflege und kümmere mich um sie."
Ach, wie realitätstauglich - alte Leute, die nicht mehr leben wollen, sollen alle privat in Kuschs Wohnung unterkommen. Und dann?
Was wenn jemand dennoch nicht mehr leben will (oder gerade deswegen?)
Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte, wenn ich all die selbsternannten Moralapostel über die Beweggründe eines Menschen, der den Suizid wählt, richten höre.
Die Dame hatte ja „NUR Angst vorm Pflegeheim“ und war doch noch „einigermaßen gesund“. NUR. Schande über sie! Das Weichei! Und immer feste druff!
Angst dürfte ja wohl IMMER eine zentrale Rolle spielen, wenn man sich das Leben nehmen möchte und ob die Angst in den Augen von irgendjemand anders begründet ist, oder nicht, ist irrelevant.
Ich persönlich finde den Grund „Angst vorm Pflegeheim“ übrigens extrem überzeugend - was daran liegen mag, daß ich schon sehr viele Pflegeheime von innen gesehen habe.
Ich habe sehr wohl den Urin-Geruch in der Nase, der dort üblicherweise auf den Fluren herrscht, weil die Leute eingenässt in ihren Windeln liegen gelassen werden.
Ich habe die vollkommen durchgelegen Körperteile gesehen, wo der Dekubitus nur noch rohes Fleisch hinterlässt, so daß die Menschen sich vor Schmerzen gar nicht mehr bewegen können.
Ich habe auch das Geschwafel von der Palliativmedizin gehört - als ob das ein neues Problem wäre - von dem netten schmerzfreien Tod wird schon lange viel geredet - aber Frau Käßmann, wie oft sind sie denn schon gestorben, um das beurteilen zu können?
In den Pflegeheimen ist größtenteils jedenfalls noch keine algesiologische Versorgung üblich.
Das würde ja auch Geld und Personal kosten - das brauchen wir aber für andere Dinge wie Steuergeschenke für Mc Donalds.
Wenn die CSU mal nur ein Prozent des Geschreis für Personalaufstockungen in staatlichen Pflegeheimen anstellen würde, das sie jetzt für die Pendlerpauschale veranstaltet!
Aber Demente und schwerst Pflegebedürftige gehen schließlich nicht wählen - da kann man sie auch buchstäblich in ihrer eigenen Scheiße verrotten lassen.
Bei der Suizidentscheidung ist moralisch betrachtet dabei die konkrete Versorgung im Pflegeheim ohnehin irrelevant - ich bin ausdrücklich der Meinung, daß JEDER das Recht haben sollte Selbstmord zu begehen und daß er die Hilfe bekommen kann, wenn er nicht weiß wie er es anstellen soll.
Und WENN man topgesund, in der Blüte seines Lebens und steinreich ist!
Das geht den Staat und erst Recht Frau Käßmann gar nichts an!
Wem die christliche Moral zu dem Thema wichtig ist, der kann sich ja gerne danach richten und braucht sich nie und nimmer umzubringen.
Aber lasst verdammt noch mal diejenigen in Ruhe, die sich nicht der Christenkeule unterwerfen wollen.
Wenn man Leserbriefe zum Thema liest, bemerkt man eine enorme Diskrepanz zur veröffentlichten politisch korrekten Allgemein-Meinung à la Merkel, die - ÜBERRASCHUNG - Sterbehilfe kategorisch ablehnt.
Nur sehr wenige Journalisten schreiben mit weniger Scheuklappen.
Sehr bedauerlich ist insbesondere, daß der große SZ-Leitartikel vom Samstag, der normalerweise immer ein Genuss ist, diesmal auch komplett missraten ist.
Nina von Hardenberg schreibt unter dem pompösen Titel „Die Kunst des Sterbens“ recht banal geratene pseudomoralische Allgemeinplätzchen, die davon zeugen, daß sie offenbar noch nicht persönlich in so einer Situation steckte.
Es ist geradezu ärgerlich abgehoben und wolkig, was dem Leser da zugemutet wird:
„Schmerz allein ist aber selten der Grund, warum ein Mensch den Lebensmut verliert. Schwerer wiegen die soziale Isolation und die Angst, im Alter abhängig und wehrlos zu werden. Es sind die gleichen Gründe, die auch Bettina S. genannt hat. Hier müsste die Kunst des Sterbens ansetzen. Nicht erst bei den Todkranken, sondern mitten im Leben.“
Frau Hardenberg kennt also die jeweils individuellen Gründe und kann sie auch noch in eine Moralskala von wichtig bis unwichtig einordnen ???????????????
Damit dann nie mehr irgendjemand Selbstmord begeht, fangen wir „Mitten im Leben an“ das zu ändern.
Ach ja? Wie? Wann? Womit?
„Die Länder wollen nun die organisierte Hilfe zum Suizid unter Strafe stellen.“ fährt Frau von H. fort und bezeichnet dies als „ehrenwert“.
EHRE - der Begriff fehlte gerade noch, wenn es darum geht Menschen ihren freien Willen zu verweigern.
Für nicht zielführend hält sie so ein hypothetisches Gesetz aber dennoch: „Wer beschlossen hat, seinem Leben ein Ende zu setzen, wird dafür einen Weg finden.“
Womit endgültig bewiesen wäre, daß von Hardenberg nicht weiß wovon sie spricht - denn das diametrale Gegenteil ist der Fall - genau DESWEGEN fürchten sich die Menschen ja so vorm Dahinvegetieren an Schläuchen, weil die meisten eben NICHT WISSEN, wie man sich sicher umbringt.
Den praktischen Giftcocktail kann man nun mal EBEN NICHT um die Ecke beim Bäcker bekommen.
In diesem Wolkenkuckucksheim-Stil geht es weiter: „Ansätze für eine neue Kunst des Sterbens gibt es schon heute. So hat es die Palliativmedizin geschafft, dass schwerkranke Menschen in der Regel keine unerträglichen Schmerzen aushalten müssen.“
Das palliativ-Wissen müsse nur noch den Sprung zu den Hausärzten schaffen, „denn die meisten Menschen wollen die letzten Tage zu Hause im Kreis der Familie verbringen.“

Frau von Hardenberg !!!! - an dieser Stelle mußte ich laut aufschreien vor Ärger - es ist wirklich kaum auszuhalten, wie Sie als Blinde von der Farbe sprechen.
Es gibt zwei Millionen pflegebedürftige Menschen in Deutschland - davon an die 700.000 Bettlägerige in rund 11.000 Pflegeheimen.
Ich weiß nicht genau wie viele Pflegeplätze es bundesweit gibt, aber wenn ich mal die Meldung aus dem größten Krankenhaus (6000 Mitarbeiter) der Stadt Hamburg (1, 75 Mio Einwohner) - dem UKE - ansehe, befürchte ich, daß da was nicht ganz hinkommt: Vier neue Plätze in Hamburger Palliativstation: Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat eine Palliativstation mit zunächst vier Plätzen eröffnet. Eine Erweiterung auf zwölf Plätze ist noch 2008 geplant.
Donnerschlach - ganze 12 Plätze sollen es also noch dieses Jahr werden - da ist ja dann sicher ganz schnell für alle 700.000 Patienten in Deutschland gesorgt!
Außerdem, Frau v. H., lebt in Ihnen offenbar auch noch eine idealisierte Familienvorstellung aus den 50er Jahren fort.
Vater, Mutter Kinder und dazu noch mehrere andere Generationen unter einem Dach.
Und in dieses Idyll wünscht sich die sterbende Oma - na klar, dort wird sie hingebungsvoll umsorgt, alle Enkel, Urenkel und Kinder hegen und pflegen sie liebevoll. Wenn der Tod da nicht ein wahres Vergnügen ist!
Möglicherweise wünscht sich das tatsächlich der ein oder andere Sterbenskranke - NUR LEIDER EXISTIEREN DIESE FAMILIEN MEISTENS NICHT!
Wir sind eine Singlegesellschaft geworden - in Hamburg sind schon über 50 % der Haushalte Singlewohnungen.
Frau H. - merken Sie noch was?
DAS ist ja gerade der Grund weshalb all die Leute in Heime abgeschoben werden und weswegen sie sich auch davor fürchten!
Wenn es das Hardenbergsche Traumfamilienidyll gäbe, hätten wir ja wohl kaum 2 Millionen Alte, die in Heime abgeschoben worden sind - Tendenz sehr stark steigend.
So mäandert von H. weiter durch ihre schöne, aber leider irreale Welt und empfiehlt uns zum Schluß gar Papst JP-II als Beispiel:
Er hat der Welt vorgelebt, dass man auch in schwerer Krankheit bis zuletzt würdevoll und selbstbestimmt leben kann. Man muss nicht religiös sein, um sich den Mann zum Beispiel zu nehmen.
Ach sooooo, die finanziellen Mittel und die medizinische Versorgung, die der Papst hatte, sind ja auch üblich bei den hunderttausenden in Pflegeheimen!
Und wie der gute Mann gelitten hat, finden wir auch alle so toll, daß wir das unbedingt durchmachen wollen!
Besonders ärgerlich ist, daß Hardenberg auch noch falsch informiert ist - denn Johannes Paul II wurde zum Schluß nicht mehr künstlich ernährt - selbst ihm reichte es irgendwann - obwohl er damit gegen seine eigenen Regeln verstieß.
Natürlich nehme ICH ihm das keineswegs übel - aber den verlogenen Kurienleuten dient das als Argument seine schnelle Heiligsprechung zu torpedieren.

(Das war also die schöne liberale SZ - für das Abo zahle ich übrigens 460 Euro im Jahr + 60 Euro Aufschlag für das E-Paper. Was soll’s - die SZ ist dennoch die beste überregionale Tageszeitung in Deutschland)

Abschließend kann ich nur jedem empfehlen sich nicht um die weisen publizierten Worte zur Sterberei zu kümmern und gleich bei der Gesellschaft für Humanes Sterben das Eintrittsformular auszufüllen.
Die kümmern sich um alles und helfen einem womöglich auch dabei das Admiraal-Buch zu bekommen, das uns Normalos verboten ist.

Sonntag, 6. Juli 2008

Finanzfachkraft Zambelli

Die Kleinstadt Lourdes im Département Hautes-Pyrénées nahe der spanischen Grenze hat nur 15.000 Einwohner und liegt nicht in eben der wirtschaftlich stärksten Region Frankreichs.
Der Pyrenäen-Ort stellt aber rund 30.000 Betten in Hotels und Herbergen zur Verfügung.
Jährlich gibt es dort über sechs Millionen Übernachtungen - Platz 2 in Frankreich nach Paris, das allerdings mit 10 Millionen Einwohnern fast 700 mal so groß ist wie Lourdes.
Wie kommt’s?
Nun ja - die Geschichte kennen wir wohl alle: Am 11. Februar 1858 latschte das 14-jährige Bauernmädel Bernadette Soubirous an der Grotte von Massabielle beim Fluss Gave du Pau umher und behauptete anschließend ihr sei mehrfach die heilige Jungfrau Maria erschienen. S
o eine Aussage läßt sich genauso wenig beweisen, wie widerlegen - zumal vor 150 Jahren die durchschnittliche Bauernjugend selten Digicams oder hochauflösende Spiegelreflexkameras dabei hatten.
Hätte wohl auch wenig genützt, denn - OH ZUFALL - die Jungfrau Maria ziert sich bekanntlich davor zu erscheinen, wenn die Möglichkeit einer beweiskräftigen Dokumentation besteht.
Der Vatikan verfügt aber offenbar über andere Quellen und so wurde Bernadette Soubrious am 8. Dezember 1933 heilig gesprochen.
In der Zwischenzeit sind so allerlei gebrechliche gläubige Geronten zu der Grotte gekrochen und haben ihre welken Körperteile in das Mineralwasser getunkt.
Von den berichteten Spontanremissionen, hat die römisch-katholische Kirche bis heute 67 Heilungen in Lourdes als Wunder anerkannt.
Da der Papst unfehlbar ist, besteht auch kein Zweifel.
Der jüngste Fall einer Wunder-gleichen Heilung betrifft das Portemonnaie von Père Raymond Zambelli, katholischer Priester und „Rektor“ von Lourdes.

Welch WUNDERbarer Arbeitsplatz für einen Hirten Gottes - direkt am Erscheinungsort der Gottesmutter.
Kann man sich als Kleriker mehr wünschen?
Offenbar ja - denn dieser Mann arbeitet FAST nur für Gotteslohn - neben freier Kost und Logis erhält er lediglich ein Jahresgehalt von 8700 Euro - davon lässt sich nicht viel auf die hohe Kante legen.
Aber auch in diesem Fall wirken die Visionen der heiligen Bernadette Soubrious - fand doch die Steuerfahndung auf dem Privatkonto des katholischen Finanzfachmanns fast 430.000 Euro - da hat es wohl mal wieder ein Gottesmann mit dem Gebot der Armut nicht immer zu wörtlich genommen.
Die Wochenzeitung Le Canard enchainé berichtet von Ermittlungen der französischen Finanzbehörden Tracfin, die bereits seit Anfang Juni laufen.
Zambellis Chef, Bischof Jacques Perrier sieht die Untersuchungen als Privatangelegenheit des Priesters an.
Sich eine halbe Million Euronen von frommen Pilgern unter den Nagel zu reißen, stößt beim hohen Klerus auf Verständnis - insbesondere beim allerhöchsten Klerus:
Eine Anhörung hat Pater Zambelli nicht vor Mitte September zu befürchten - dank eines ebenfalls äußerst frommen Christen. Am 13. September schwebt nämlich Papst Ratzinger zu einem dreitägigen Besuch in dem Ort ein, wo derzeit der 150. Jahrestag der überlieferten Marien-Erscheinungen gefeiert wird.
In einem Brief, aus dem das Satireblatt zitiert, schlug der Generalsstaatsanwalt von Pau der französischen Justizministerin Rachida Dati vor, "eine Festnahme und Anhörung von Pater Zambelli erst nach der Reise des Papstes nach Frankreich" zu veranlassen.
Na also - da nützt der Draht nach oben diesmal aber wirklich!

Bis Mitte September kann Herr Zambelli ja auch noch allerlei Gebete für sich sprechen und vielleicht mit der ein oder anderen Lourdes-Wasser-Pulle seinen Konten ausspülen.

Samstag, 5. Juli 2008

Schuss in den Ofen.

Ein rechtsachaffender Konservativer ist Hermann Dinkla - geboren am 22. Januar 1943 in Ostfriesland wirbt er für sich mit dem Wahlspruch: Zielstrebig, erfahren, heimatverbunden.
Die CDU-Fraktion war von ihm so angetan, daß sie ihn als den Weisesten unter Ihnen kürte und zum Landtagspräsidenten von Niedersachsen erkor.
Das Präsidieren ist für den Ostfriesen nicht nur eitel Sonnenschein - denn OH GRAUS - im Landtag sitzen nun auch zehn echte lebende Linke - die kannte er bisher nur aus dem fernen Osten und stört sich gar sehr an ihrem Anblick.
Und dann DAS:
Nach dem Asse-Desaster der Atomfreunde von CDU und FDP trat der Diplomingenieur Kurt Herzog ans Mikrophon.
Die unglaublichen Vorgänge im Forschungsbergwerk Asse II müssten lückenlos aufgeklärt werden. Wichtige Informationen werden nicht nur von den Betroffenen vor Ort seit Jahren gefordert. Die Angst, mit Informationen Fehlentscheidungen zu offenbaren, führe laut Herzog zu Widersprüchen bei den wichtigen aktuellen Entscheidungen. „Es ist unmöglich, ein sicheres Konzept für Atommüll-Lager wie die Asse, Schacht Konrad oder gar das geplante Lager für hochradioaktiven Atommüll im Gorlebener Salzstock zu entwickeln, wenn nicht aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt wird“. Nach den Widersprüchen bei Aussagen im Umweltausschuss des niedersächsischen Landtags sei in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden, Fehlentscheidungen sollten einfach mit der Flutung der Anlage weggespült werden. Herzog: „Gerade im Hinblick auf das vom Bundesministerium für Umwelt und Reaktorsicherheit geplante Symposium zur Endlagersuche im Herbst ist deshalb der schonungslose Blick auf die Vorgänge um Asse besonders wichtig.“
In Dinkla muß es schon schwer gearbeitet haben, als er das ungeheuerliche Wort „Kakophonie“ hörte.
So wagte der Herzog am 1.Juli 08 im Landtag die Auskünfte der Landesregierung zu bezeichnen. Solche eine stinkend exkrementelle Wortwahl war einfach zu viel für den Präsidenten. Er griff schnaufend zur Ordnungskeule und herrschte den Redner an, er dürfe sich nicht so „unangemessen“ ausdrücken.
Die Bedeutung von "Kakophonie" = „Missklänge, Disharmonien“ (griechisch: /kakós - /schlecht und /pho-né: /Laut, Ton, Stimme) wurde ihm auch ob des grölenden Gelächters im Plenum erst klar, als Herzog selbst aufklärte:
"Kakophonie" habe "nichts mit einer braunen Masse zu tun". Bei der „braunen Masse“ fiel dann der Groschen - die Sprache versteht auch der niedersächsische Landtagspräsident Hermann Dinkla.

Freitag, 4. Juli 2008

Kleine Ungenauigkeiten……

Als George W. Bush in Meseburg seine Busenfreundin Angie besuchte, wurde er ummerkelt wie immer. Sie lobte die Zusammenarbeit und das hervorragende Verhältnis der beiden. Politisch blieb das Treffen hingegen weitgehend sinnlos.
Zweckfrei wie eigentlich alles, das Merkel mit großer Emphase verbal aufbläst

1.) Abbau der Bürokratie - angeblich ihr „Kernanliegen“ - ist verschoben.

2.) Föderalismusreform - leider komplett gescheitert - Nach dem ersten Streich von Müntefering und Stoiber, der Bundesrat und Bundestag entwirren sollte, wurde festgestellt, daß nun sogar noch mehr Gesetze zustimmungspflichtig wurden. Den zweiten Teil haben Struck und Öttinger JETZT - nach Jahren - so vage und wattig in Worte gefasst, daß man sich an den Kopf fasst: Das FDP-Kommissionsmitglied Ernst Burgbacher sagte, die Vorschläge seien mutlos und ließen "noch immer zu viel Spielraum fürs Schuldenmachen". Es zeige sich einmal mehr, dass Union und SPD kaum mehr Kraft hätten, gemeinsam wichtige Entscheidungen zu treffen. Der Fraktionschef der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, Volker Ratzmann, nannte das Konzept "hasenfüßig". Struck und Oettinger hätten zudem viel Zeit verschwendet. "Das jetzige Ergebnis wäre schon vor einem dreiviertel Jahr möglich gewesen", so Ratzmann. Der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Bodo Ramelow, der der Föderalismuskommission ebenfalls angehört, sprach von "Stückwerk, das vor allem der Gesichtswahrung der Koalition dient und von einem großen Wurf weit entfernt ist".

3.) Gesundheitsreform - ha, wer will mal lachen? Die Ergebnisse sind mehr Bürokratie, höhere Beiträge und eine komplette Schonung der Pharmaindustrie.

4.) Europäische Verfassung? Was wurde Merkel nicht als Retterin Europas gefeiert von ihren Jubel-Redakteuren in der konservativen Presse. Beim EU-Gipfel am 18. und 19. Oktober 2007 einigten sich die Staats- und Regierungschefs auf den endgültigen Vertragstext für die Europäische Verfassung - nun sollte es Vertrag von Lissabon heißen. Möglich wurde es durch die Merkel-Methode: Alle strittigen Punkte ausklammern und den Rest so vage formulieren, daß jeder alles und das Gegenteil davon interpretieren kann. Und nun? Im Juli 2008 steht doch fest, daß es sich doch nur um einen Schuss in den Ofen handelte. Irland sagte schon „Nein“ und nun weigern sich inzwischen auch die Präsidenten von Polen, Tschechien und Deutschland das Papier zu unterschreiben.

5.) Sie werde die Lohnzusatzkosten „in dieser Legislatur dauerhaft unter 40 Prozent halten“ – mit diesem Versprechen war Bundeskanzlerin Angela Merkel angetreten, als die große Koaltion an den Start ging. Die Bürger sollten wieder mehr netto vom brutto auf dem Konto sehen, die Unternehmen bei den Arbeitskosten entlastet werden. Doch die Zwischenbilanz ist ernüchternd: In keinem Jahr ihrer Regentschaft hat Merkel ihr Ziel erreicht und wird es nun wohl auch im kommenden Jahr verfehlen. Ab 1. Juli überspringen die Sozialversicherungsbeiträge wieder die magische 40-Prozent-Marke, nachdem sie für wenige Monate knapp darunter lagen.

6.) Genauso log sich Merkel auch bei der Entwicklungshilfe durch: Sie wird ihre internationalen Versprechen, die Ausgaben für die Entwicklungshilfe und die Forschung bis 2010 drastisch anzuheben nicht erfüllen. Sie wird wortbrüchig:
Deutschland hatte sich bereits vor Jahren dazu verpflichtet, die Forschungsausgaben bis zum Jahr 2010 auf drei Prozent und die Entwicklungshilfezahlungen auf 0,51 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) anzuheben. Merkel hat beide Zusagen mehrfach bekräftigt. Im Vorfeld des G-8-Gipfels im vergangenen Jahr in Heiligendamm traf sie sich demonstrativ mit Afrika-Aktivisten wie den Musikern Bob Geldof und Bono, die die Kanzlerin anschließend in den höchsten Tönen lobten. Die sogenannte ODA-Quote, also das Verhältnis von Entwicklungshilfe zum BIP wird bei 0,37 Prozent verharren oder allenfalls marginal steigen.

7.) Thema „Klimaqueen“: Merkel hat jegliche Klimaschutz-Rhetorik von Bali und Heiligendamm sofort vergessen, als die EU an CO2-Abgaben dachte und stemmt sich gegen die Umwelt und für die Autos in Brüssel fest. Grenzwerte für CO2-Emissionen? Papperlapapp: Die ursprünglichen Vorschläge der EU-Kommission wurden deutlich entschärft, es gelten unter anderem längere Übergangsfristen, sieben Jahre statt vier.

8.) „Klimaqueen“ -Teil 2: Keine Umstellung der Kfz-Steuer auf CO2, kein Tempolimit auf deutschen Autobahnen, keine Änderung der Dienstwagenbesteuerung, eine gescheiterte Agrokraftstoffstrategie und massiver Widerstand gegen einen europäischen CO2-Grenzwert: Das ist die vernichtende Bilanz der Klimapolitik im Verkehrsbereich", kommentiert Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender das Klima- und Energiepaket der Regierung.

Die Liste der Debakel, Fehlleistungen und Lügen der Ankündigungsqueen Merkel lässt sich fortsetzen. Eins ist jedoch immer gewiss: Ergebnisse folgen niemals.

Da wundert man sich natürlich auch nicht, daß die Laber-Angie mit Bush die wirklich anstehenden Themen - Irak und Afghanistan zum Beispiel - erst gar nicht anspricht.
Stattdessen kaprizierte sie sich auf den Iran - weil da die Fronten eindeutig verlaufen zu scheinen: Iran =schlecht, Israel = bedroht; so der Konsens in der westlichen Staatengemeinschaft.
„Alle Optionen liegen auf dem Tisch“, sagte der dümmste US-Präsident aller Zeiten. Merkel sekundierte: „Wir setzen auf eine diplomatische Lösung und auf Sanktionen der internationalen Gemeinschaft, die unsere Entschlossenheit deutlich machen.“

Der iranische Präsident ist ganz bähbäh - was andere schon lange tun - nämlich den Atomwaffensperrvertrag brechen - das tun erwiesenermaßen zumindest die USA, Israel, Indien und Pakistan soll Ahmadinedschad erst gar nicht versuchen.
Denn er ist ja angeblich der große Israel-Feind, der mit der Vernichtung Israels droht. So oder so ähnlich äußern sich die europäischen Regierungschefs.
Hier ein Beispiel aus der SZ:
Die Drohungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad gegen Israel nannte Sarkozy "skandalös". Ahmadinedschad hatte in der Vergangenheit unter anderem erklärt, das israelische Regime müsse von der Weltbühne verschwinden. Merkel vor der Knesset, Bush, etc sehen es genauso.
Verblüffend ist nur, daß der böse Satz des iranischen Präsidenten, daß Israel vernichtet werden müßte, eine Erfindung ist und so nie gesagt wurde.
Dies schrieb unter anderem Katajun Amirpur ebenfalls in der SZ - schon drei Monate früher:

Am 26.10.2005 sprach Ahmadinedschad auf einer Konferenz, die unter dem Motto stand "Die Welt ohne Zionismus". Es waren im Wesentlichen die großen westlichen Nachrichtenagenturen, die die Übersetzung dieser Passage lieferten: Israel von der Landkarte radieren (AFP), Israel von der Landkarte tilgen (AP, Reuters), Israel ausrotten (DPA). Ahmadinedschad sagte jedoch wörtlich: "in rezhim-e eshghalgar bayad az safhe-ye ruzgar mahv shavad." Das bedeutet: "Dieses Besatzerregime muss von den Seiten der Geschichte (wörtlich: Zeiten) verschwinden." Oder, weniger blumig ausgedrückt: "Das Besatzerregime muss Geschichte werden." Das ist keine Aufforderung zum Vernichtungskrieg, sondern die Aufforderung, die Besatzung Jerusalems zu beenden Unter den Tisch gefallen ist auch der Kontext, in dem Ahmadinedschad gesprochen hat. Seine Äußerung war nämlich ein Zitat Chomeinis, und Ahmadinedschad fügte hinzu, dass das israelische Besatzungsregime verschwinden müsse, so wie das Regime des Schah verschwunden sei, wie dies Chomeini einst prophezeit habe. Auch dieser Zusatz macht deutlich, dass Ahmadinedschad nicht die Auslöschung Israels forderte oder die Vernichtung des jüdischen Volkes, sondern einen Regimewechsel.

Was hier also vom iranischen Präsidenten tatsächlich gesagt wurde, ist geradezu auf UN-Linie - da gibt es zum Beispiel die einstimmig verabschiedete UNO-Resolution 242 in der gefordert wird:
Rückzug der israelischen Streitkräfte aus (den)* Gebieten, die während des jüngsten Konflikts besetzt wurden.
Man könnte jetzt Helmut Kohl zitieren: „Die Wirklichkeit ist anders als die Realität“
Denn massiv bedroht wird der IRAN - sowohl aus den USA (Bush, Hillary Clinton, Obama!), als auch aus Israel selbst- laut z.B. der NZZ:
Dass die Israeli aber über Angriffspläne gegen Iran verfügen, ist hinlänglich bekannt. So hat sich Mitte der Woche der israelische Premier Ehud Olmert angriffig gegenüber Teheran geäussert. In einem Interview mit der französischen Tageszeitung «Le Figaro» machte der Regierungschef klar, dass sein Land nicht zögern werde, Iran anzugreifen, sollte die nukleare Bedrohung grösser werden. Auch der sein Stellvertreter und frühere Verteidigungsminister, Shaul Mofaz, sagte der israelischen Zeitung «Yediot Aharonot», seinem Land bleibe nichts anderes übrig, als anzugreifen, wenn Iran die Nuklearpläne nicht begrabe.

«Wenn nötig, werden wir Gewalt anwenden», sagte Isaak Ben-Israel, Abgeordneter der regierenden Kadima-Partei, in einem Interview des Nachrichtenmagazins Der Spiegel. Militärische Probleme stünden einem Angriff nicht im Wege, sagte der Generalmajor a.D., der dem Bericht zufolge als Luftwaffengeneral 1981 an der Planung des Luftangriffs auf den irakischen Reaktor Osirak beteiligt war. «Vielleicht wird es schwieriger, aber es ist lösbar. Wir könnten es schon heute tun.»

Olmert findet sich selbst aber wohl nicht angreiferisch, sondern er betont, sein Land habe nie andere Staaten bedroht, Iran hingegen drohe "offen, explizit und öffentlich", Israel von der Landkarte zu tilgen.
Dann sagte Olmert: "Würden Sie sagen, dass das Niveau der Bedrohung gleich ist, wenn die Iraner Atomwaffen haben wollen wie Frankreich, die Amerikaner, die Russen und Israel".


?????

Donnerstag, 3. Juli 2008

Impudenz des Monats Juni 2008

Diesmal wollte ich eigentlich gar niemanden küren, da EM-bedingt 85 % der Deutschen im letzten Monat ihr Gehirn ganz tief in der untersten Sockenschublade einstauben ließen und daher jede x-beliebige Fähnchen-Fahrerin oder jeder dahergelaufene „Public Viewer“ die Auszeichnung als Idiot des Monats verdient hätte.
Aber heute ist schon der 3. Juli - da habe ich mich abgeregt und doch einen Preisträger erkoren - sogar ein Paar - jeder ist allein für sich so doof, daß er noch nicht mal der Auszeichnung „Impudenz des Monats“ allein genügt.

Tah-da!
Es ist das näselnde Atompärchen aus der CDU-Bundestagsfraktion - Pofalla und Klaeden.

Ein Extra-Sternchen gibt es für das Timing.
Sich just zu der Zeit euphorisch und prä-ejakulativ nuklear zu outen, wenn bekannt wird, daß der Schacht Asse II durchsabscht und die radioaktiv verstrahlte Brühe austritt, ist schon toll.
Während die Bio-Bauern der Umgebung wohl auf das Etikett „Atom-Bauer“ umsatteln können und nette Caesium-137-Aufkleber auf ihre Produkte bappen müssen, rosten sich in der Eifel auch die amerikanischen Atomwaffen durch die löcherigen Sicherheitsvorkehrungen.
Offenbar hat Pofalla denn auch schon ein paar Myriaden Becquerel in der Nasenschleimhaut eingelagert, als er den Satz „Kernkraft ist für die CDU Öko-Energie" ausschnupfte.
Präsidium und Bundesvorstand votierten in Berlin einstimmig für das Papier mit dem Titel "Bewahrung der Schöpfung: Klima-, Umwelt- und Verbraucherschutz".
Immerhin hat dieses sogenannte CDU-Umweltkonzept der Vattenfall-Epigone von Beust ausgearbeitet.
Deren Rumpel-Kernkraftwerke rund um seine Stadt - Krümmel und Brockdorf - liegen übrigens immer noch brach. Die Schweden haben nach den Forsmark-Desastern durchaus eindrucksvoll bewiesen, daß man Vattenfall schon mal nicht vertrauen kann.
Atom-Ole hat neben seiner Gedächtnislücken bezüglich seiner früheren engsten Mitarbeiter Schill und Kusch in der Eigenschaft als Vattenfall-Speichellecker auch glatt vergessen die extrem energieaufwändige Uran-Gewinnung in die CO2-Bilanz einzurechnen - mal ganz abgesehen von den klassischen Atomenergiegefahren und der nun wieder in Asse deutlich gewordenen nicht zu lösenden Endlagerungsfrage.
Bei der Gelegenheit möchte ich doch wieder vorschlagen, daß die Atom-Freunde doch jeder ein Fass strahlendes Plutonium in ihren eigenen Garten stellen sollte. Beust dürfte das Fass auch in seine Sylter Hauptwohnung mitnehmen. Das nennt man mit guten Beispiel voran gehen - so wie einst Umweltminister Töpfer in den Rhein sprang oder in England die Minister in die BSE-Buletten bissen.
Herr Pofalla wurde ohnehin schon während seines Studiums vom dubiosen Müll-Unternehmer Bernhard Josef Schönmackers gefördert - Vielleicht kann der ja auch mal das ein oder andere Fass Atommüll Prestige-trächtig in Pofallas Wohnzimmer einlagern.
Die US-Atombomben in der Eifel haben die 13-fache Zerstörungskraft jener Bombe, die am 6. August 1945 die japanische Hafenstadt Hiroshima dem Erdboden gleichmachte und 90 Prozent ihrer Bevölkerung wegblies. Möglicherweise 200 000 Menschen wurden sofort getötet – viele weitere starben an den Spätfolgen. Auf dem Bundeswehr-Fliegerhorst in Büchel in der Eifel lagern von diesen Dingern womöglich gleich 50 Stück - genaues weiß man nicht - was geht es auch die Bundesrepublik Deutschland an was auf ihrem Territorium so rumlagert.
Zumal die devoten CDU-Außenpolitiker eh zu Washington bei jeder Gelegenheit „Ja und Amen“ sagen.
Der Stützpunkt beheimatet außerdem das Jagdbombergeschwader 33 der deutschen Luftwaffe - vielleicht macht es Herrn Klaeden auch einfach an sich vorzustellen, daß auch die deutsche Bomberpiloten ganz nah an der 500-fachen Hiroshima-Zerstörungskraft kleben.
Der außenpolitische Eckart von Klaeden der Fraktion, verkündete:
"Wir können aber nicht auf sie verzichten, solange es Nuklearwaffen auf der Welt gibt. Sie schützen auch uns." Die nukleare Teilhabe müsse Bestandteil der deutschen Sicherheitspolitik bleiben. "Wir müssen uns auch davor wappnen, dass uns zum Beispiel ein Land wie der Iran in Zukunft zu Geiseln nimmt."
Ja genau – Iran nimmt das Nato-Land Deutschland als Geisel und weil all die Atomwaffen in Frankreich, England und die 6000 strategischen Atombomben in Amerika allein keinen Iranischen Mullah abschrecken, hilft aber ein rostiges B-61-Lager in der Eifel mit einem Reden schwingenden Klaeden, um die bösen bösen Schiiten in Schach zu halten.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung unter dem Vorsitz von Kurt Beck fordert den Abzug der amerikanischen Atomwaffen - aber wer ist das schon?
Niemand mag Beck. den wollen nur 10 % der Deutschen als Kanzler - dagegen lieben 70 % des teutonischen Urnenpöbels die streng auf George W. Bush-Linie agierende Atom-Angie.
So bekommt jedes Volk die Regierung, die es verdient.
Es verdient auch den Reserveoffizier von Klaeden, der am 10./11. Mai 2001 in eine von der Redaktion des Satiremagazins Titanic im Zusammenhang mit der CDU-Spendenaffäre erdachte Falle tappte. Er fuhr über Nacht mit dem Auto von Berlin in die Schweiz nach Luzern, um die Verhältnisse um ein angebliches Schwarzgeldkonto in Höhe von mehreren Millionen Schweizer Franken zu klären, wo er von den Urhebern des Schwindels in Empfang genommen wurde.
Der Nuklear-Blödkopp und Spendengierling sitzt seit 1994 im Bundestag und steigt auf - dank der deutschen CDU-Wähler.

Mittwoch, 2. Juli 2008

Freie Auswahl

Leider habe ich am Sonntag die ZDF.reportage "Der Feind im eigenen Haus Von Mietprellern und verzweifelten Vermietern" verpasst.
Thadeus Parade berichtete über drei unterschiedliche Fälle von sogenanntem "Mietnomadentum".
Das Problem der zu bemitleidenden Vermieter, die in ihren schönen Wohnungen irgendwelche abartigen Typen sitzen haben, erweichte nun auch das Herz der Hamburger Sozialdemokraten und so sorgen sie sich rührend um einen Vermieter, der ein ganz besonderes Exemplar in seiner Edel-Wohnung sitzen hat.
Die Genossen sind aber wohl nicht aus purem Altruismus so mitfühlend für einen Reichen, oder ist es doch ein Zufall, daß sie sich so sehr um die privaten Mieteinahmen und Mieter eines in Hamburg nicht unbekannten Vermieters kümmern??
Der besagte Wohnungseigentümer ist übrigens Ole von Beust.
Die besagte Wohnung befindet sich am Hansaplatz im inzwischen feinen Hamburger Schwulenviertel St. Georg.
Was ich hier so ausplaudere ist kein Geheimnis, sondern stadtbekannt und auch das Interieur der betreffenden Wohnung samt Mieter konnte man in diversen Homestories konservativer Blätter begutachten.
Nach Schills Abgang mit Nazi-Herpes fühlte sich der Mieter ob der „Rosa Filz“-Gerüchte bemüßigt in die Öffentlichkeit zu gehen - ich zitiere mal den Focus:
Meinen Bekanntheitsgrad hat das vermutlich gesteigert. Für den Wahlkampf im Frühjahr war das von Vorteil. Sonst genießt ein Justizsenator ja nur wenig mediales Interesse außerhalb von Hamburg. Schills böswillige Unterstellungen haben mich persönlich allerdings sehr beeinträchtigt. Tagelang standen Kamerateams und Fotografen vor meiner Haustür in St. Georg. Um Spekulationen über das „Liebesnest“ in meiner Wohnung entgegenzuwirken, habe ich mich schließlich zu einer Home-Story bereit erklärt.
Ach ja - wer es noch nicht verstanden hat - in der Wohnung lebt der Beust-Freund Kusch - früher „die lächelnde Guillotine“ und Justizsenator, dann Affären-geplagter Politversager, der nach einer Endloskette von Debakeln zugetreten werden mußte.
Rüpel-Roger hatte mit handfesten Skandalen, beharrlicher Ignoranz gegenüber den Fachleuten seiner Behörde und einer hartnäckigen Weigerung, aus seinen eigenen Fehlern zu lernen, so viel politisches Porzellan zerschlagen wie kein anderer christdemokratischer Senator.
Oles bester Freund und langjähriger privater Urlaubsbegleiter wurde anschließend Parteigründer der bizarren „Heimat Hamburg“, die mit den originellen Aussagen „Das Boot ist voll“, „Kriminelle (ganz klein gedruckt) AUSLÄNDER RAUS“ und „Hamburg muß deutsch bleiben“ bei der letzten Wahl Hamburg zukleisterten und dennoch im Promillebereich strandeten. Seitdem streitet Kusch für die Sterbehilfe und hält seinen sogenannten „Sterbeapparat“ in jede Kamera, die er findet. Wer schon mal eine Intensivstation von Innen gesehen hat, wundert sich allerdings über das Bohei um diese Erfindung - ist es doch einfach eine übliche Infusionspumpe.

-An dieser Stelle ein Einschub von mir: Es geht mir nicht um die Sache „Sterbehilfe“ - ich bin auch dafür und befürworte sogar ausdrücklich, daß man sich umbringen können sollte - auch ohne tödliche unheilbare Krankheit - „nur“ weil man es will.

So schafft man es im Gespräch zu bleiben - handelt es sich doch um das Thema, bei dem es die größte Differenz zwischen Volk und Volksvertretern gibt.
ALLE Parteien lehnen die aktive Sterbehilfe ab - erst recht, wenn man noch nicht präfinal ist.
So empörten sich neben der notorisch christlichen-pseudolebensschützerisch positionierten CDU auch Grüne und SPD aus vollem Hals über Kusch, nachdem er am WE half eine 79-Jährige über den Jordan zu schicken.
Die allergrößten Differenzen gibt es aber natürlich mit allem wo das „C“ draufsteht.
Bischöfin Jepsen will Kusch gar anzeigen.

(Hat das eigentlich auch schon mal jemand versucht, als Kusch „nur“ gegen Ausländer, Drogensüchtige und Arme hetzte????)

Kusch ist aber trotz der doch eher größeren Differenzen zur CDU-Politik heutzutage nie aus der Beust‘schen Wohnung ausgezogen.
Perfiderweise fiel das JETZT auch dem SPD-Mann Thomas Böwer auf, der nun wie folgt rumposaunte:
"Der Gedanke, dass in der Wohnung des ersten Bürgermeisters Giftcocktails gebraut und Sterbemaschinen zusammengebaut werden, ist unerträglich."

An dieser Stelle bin ich jetzt etwas ratlos - worüber sollte man sich jetzt am meisten empören?
Es gäbe einige Möglichkeiten:

Zum Beispiel:

-alle Politiker ignorieren den dringenden Wunsch nach Legalisierung von Sterbehilfe, tun religiös und überlassen das Feld Politamok-lingen wie Kusch

oder

-Ole von Beust ist ein rückgratloser Typ, der sich nur öffentlich von Kusch distanzierte, während er privat offenbar noch bestens mit ihm auskommt.

oder

-Kusch hat nach dem Mißerfolg im rechten Wählersumpf nun sein Mordsthema besetzt.

oder

-Die Grünen lavieren jammerig umher: Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt bezeichnete die Sterbehilfe Kuschs als "absolut inakzeptabel". Der Angst, medizinisch überversorgt, aber pflegerisch unterversorgt ohne Beistand im Heim sterben zu müssen, sei nicht mit Sterbehilfe zu begegnen, sondern mit Verbesserung der Umstände und Bedingungen am Lebensende, erklärte Göring-Eckardt.
AHA - dann mal los - ich kann da diverse Geriatrische Stationen empfehlen, wo aber NULL davon zu merken ist - von den Millionen Leuten in Pflegeheimen mal ganz abgesehen. Gerade vor knapp zwei Wochen konnte man in der SZ mal wieder nachlesen wie das läuft in Pflegeheimen - die Patienten werden mit Exsikkose und Dekubitus-Geschwüren liegen gelassen und das Personal fälscht die Pflegeprotokolle. Bei nächtlichen Überprüfungen in Münchner Pflegeheimen ist die Heimaufsicht auf Fälschungen gestoßen. Gleich mehrere Pflegekräfte hatten medizinisch nötige Leistungen unterlassen, aber schon im Voraus als erledigt protokolliert. Man möge sich bitte mal ein paar "durchgelegene" Heimpatienten und das rohe offene Fleisch an den Dekubitus-Stellen ansehen, bevor man von den verbesserten Umständen bis ans Lebensende schwafelt FRAU GÖRING-ECKHARDT, FRAU SCHMIDT, FRAU VON DER LEYEN etc etc etc. Schämen Sie sich!!!!!!!!!!!!!!!!!!

oder

-Der SPD fällt politisch einfach gar nichts mehr ein und daher pult sie nun in den privaten Dingen Beusts rum.

Dienstag, 1. Juli 2008

Vulpes vulpes versus Tylopoda

Alpakas (Lama pacos )aus der Gattung Lama und der Familie der Kamele (Ordnung Paarhufer, Unterordnung Schwielensohler= Tylopoda) sind nette und gesellige Tierchen.
Normalerweise wohnt so ein Tylopoda in Südamerika, lamat da langsam vor sich hin und gibt Wolle ab. In europäischen Gefilden ist die Alpakawolle nicht eben megapopulär und so können die paar Viecher, die es auf die Nordhalbkugel verschlagenen hat, stets mit Fell umher laufen, ohne sich nackig zu machen.
Diese zivilisierte Lebensweise eröffnet ihnen ganz neue Betätigungsfelder - ihre geduldige und höfliche Art prädestiniert sie nämlich für die Therapeutenlaufbahn.
Bei Menschen mit einer Behinderung, bei denen eine psychische Erkrankung vorliegt, bei Suchtkranken, bei einer vorliegenden Traumatisierung oder Verhaltensauffälligkeit wird inzwischen erfolgreich die Lamatherapie angewendet.
Im Gegensatz zu Hunden oder Pferden hat nämlich der durchschnittliche Gaga-Homo Sapiens noch keine schlechten Erfahrungen mit den zuvorkommenden Schwielensohlern gemacht.

Aber man sollte sich da nicht täuschen und nun alle Alpakas für reinkarnierte Ghandis halten.
Auf den Kopf gefallen sind sie nämlich auch nicht. Im Gegensatz zur domestizierten Mufflon-Art Ovis orientalis aries (= Schaf) lassen sie sich nämlich nicht einfach tumb anfressen, wenn ein vulpes vulpes (=Fuchs) vorbei kommt.
„Das trifft sich gut“ dachte sich auch Prinz Charles, britischer Thronfolger und als solcher auch Schafzüchter.
Ich mag Schafe.
450 Schafe leben auf Charles' Farm in Gloucestershire unter ökologisch korrekten Bedingungen.
Man hält es ja kaum für möglich - Großbritannien übertrifft Deutschland Schafsbestand-mäßig um das 20-fache. Fast 40 Millionen der Mufflons wohnen im Reich der Queen. Offenbar liegt das an der Haggis-Vorliebe der der Briten.
Ich mag keinen Haggis.
(Grusel: Haggis besteht aus dem Magen eines Schafes, paunch genannt, der mit Herz, Leber, Lunge, Nierenfett vom Schaf, Zwiebeln und Hafermehl gefüllt wird. Haggis ist mit Pfeffer scharf gewürzt, und das Hafermehl verleiht ihm eine etwas schwerere Konsistenz als Wurst. Irgendwie merkwürdig, daß sich der Saumagen-Fresser Helmut Kohl trotzdem so gar nicht mit Maggi Thatcher verstanden hat)

Bekanntlich haben britische Royals als solche einen natürlichen Drang zum Reiten und Füchse quälen - was den ansonsten sehr beliebten Windsors die ein oder andere empfindliche PR-Delle beschert.
Um sich nicht noch mehr mit Tierschützern anzulegen, werden Charles Schafe nicht mehr mit Waffengewalt vor Füchsen geschützt, sondern das übernehmen nun vier Alpakas, die in die Schafherde integriert wurden.
Die wolligen Vierbeiner haben offenbar nichts gegen ein bißchen Multikulti auf der Weide und hegen keinerlei xenophobisches Gedankengut gegen ihre neuen vier extreeeeeem laaaangbeinigen Mit-Schafe.
Charles konnte bei seiner Entscheidung auf die Erfahrung eines Geflügelzüchters in Cornwall bauen. Der hat bereits seit einiger Zeit zwei Alpakas namens William und Harry zum Schutz seines Federviehs im Einsatz - und seither keine Probleme mehr mit hungrigen Füchsen.

Angeschissen sind nun aber:

1.) Die Füchse! Die schlanken spitz-schnauzigen, Büschel-ohrigen Hunde-Verwandten müssen nun statt devoten Fressopfern mit frechen Alpakasoldaten fertig werden, die so einem Rotfell entschieden entgegen schreiten und ihm kräftige Tritte verpassen.

2.) Die Royal Society zur Verhinderung von Grausamkeit gegen Tiere. Konnte diese Gesellschaft bisher ZU RECHT den Royal wegen grausamer Fuchsjagd beschimpfen, fällt Ihnen nun so gar keine gute Argumentationsstrategie mehr ein. Ist es Tierquälerei, wenn Alpaka-Paarhufe einem Fuchs in den Sack treten? Wie könnte man so einem Tylopoda auch mit Geduld und guten Worten einreden, sich stattdessen lieber auffressen zu lassen?

1:0 für Charles.