TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Antideutsche Politik.

Wer als Europäer mit einem Teebeutler diskutiert, bekommt ziemlich schnell die „Antiamerikanismus-Keule“ um die Ohren.
Jede Kritik wird als scharfe Amerika-Feindlichkeit gedeutet.
Wenn man zudem auch noch, so wie ich, in Deutschland lebt, hört man immer wieder, daß kritische Stimmen zur US-Außenpolitik sich schon deswegen verböten, da man gefälligst dafür dankbar zu sein hätte, daß Amerikaner ihr Blut gaben, um „uns“ von Hitler zu befreien.
Natürlich stimmt es, daß unter anderem die Amerikaner uns von Hitler befreiten - wenn auch die Russen einen hundertmal höheren Blutzoll zahlten.
Das bedeutet aber nicht, daß alle Deutschen für immer und ewig den Mund halten müssen, wenn sie der Meinung sind, in Amerika gehe etwas grundsätzlich schief.

Das betrifft genauso Israel.
Gerade als Freund Israels, der am Wohlergehen des Staates Israels interessiert ist, ist man nachgerade dazu verpflichtet es vernehmbar kund zu tun, wenn man sieht, daß die Israelische Regierung politische Entscheidungen trifft, die dem Land offensichtlich eher schaden.

Möglicherweise verkennt so eine Kritik aus der Ferne die Situation und es gibt gute Gründe für die Siedlungspolitik beispielsweise.
In dem Fall sollten die Anhänger dieser Politik ihre Argumente vorbringen. Falls die Argumente sehr überzeugend sind, wird die Kritik nachlassen.
Wenn aber der Dialog verweigert wird, oder die Argumente nicht überzeugen, wird die Kritik anhalten.

Kritischer Umgang miteinander ist die Normalität!

Das ist nicht etwa bedauerlich, sondern sogar wünschenswert. Es wäre doch absurd, wenn man an der Politik befreundeter Staaten nie etwas zu kritisieren hätte.
Innerhalb Deutschlands streiten sich die Parteien schließlich auch fortwährend um die richtige Politik und so geht es hinab durch alle Ebenen.
Stuttgarter kritisieren im Moment andere Stuttgarter sehr hart, weil sie unterschiedliche Auffassungen über den Bau eines Bahnhofs haben.
Na und?
Das ist normal und sollte in einer Demokratie üblich sein.

Es geht allerdings nicht - und da sind wir wieder bei den Teebeuteln - wenn eine der streitenden Parteien der anderen Seite grundsätzlich den Mund verbietet, sie verunglimpft und zu Wasserwerfen und Tränengas greift, um das zu erreichen, was ihnen vorher mit der Kraft der Worte nicht gelungen ist.
Die Art wie demokratische Staaten intern, oder auch extern in der Beziehung zu anderen demokratischen Staaten unterschiedliche Auffassungen kultivieren, ist entscheidend für die Außenwirkung.

Man hat sich gefälligst vorbildlich zu benehmen, wenn man daran interessiert ist seine eigene Gesellschaftsordnung zu propagieren.

Nationen, die von Grund auf anders organisiert sind; also eine kulturell völlig verschiedene Geschichte haben und deren politisches System auf anderen Grundannahmen fußt, sollten aber nicht durch unsere Brille betrachtet werden.
Das hielte ich für anmaßend - immerhin ist unsere demokratische Phase erst ganz neu - wenige Dekaden alt.
Das ist kein Fundament, von dem aus man ein Land wie China mit einer 4000 Jahre alten Konfuzianischen Prägung, belehren sollte.
Ein Wahabitisches Land wie Saudi Arabien hat logischerweise nicht dieselben demokratischen Spielregeln wie wir - daher ist es auch zwecklos und eher kontraproduktiv eben diese anzumahnen.

Aus bundesdeutscher Perspektive sind absolute Monarchien (Oman, Katar, Swasiland, Saudi-Arabien, Brunei und der Vatikan) ohne Gewaltenteilung und Partizipation des Volkes indiskutabel.
Fast ebenso abwegig sind konstitutionelle Monarchien, in denen sich der Monarch zwar nach der Verfassung zu richten hat, aber unabhängig von parlamentarischer Kontrolle ist wie in Jordanien, Bahrain, Bhutan, Thailand, Luxemburg oder Kuwait.

Ob unsere Sicht der Dinge aber grundsätzlich richtig ist, kann man objektiv nicht sagen.

Nimmt man die Zufriedenheit der Bürger als Maßstab, bekommt man zum Teil ganz andere Antworten.
Die Bürger Bruneis oder des Vatikans oder Liechtensteins sind sehr zufrieden mit ihrer Staatsform und denken gar nicht daran ihren Sonnen-gleichen Fürsten auszutauschen.
Bruneis Bürger sind besonders begeistert von ihrem (glücklicherweise sehr reichen) Sultan.
Warum sollten sie Demokraten werden - auch wenn man wie im Falle Luxemburgs eine Demokratie sein kann und dennoch kein demokratisch bestimmbares Staatsoberhaupt hat?
Staaten mit grundsätzlich unterschiedlicher Raison d'être sollen sich gegenseitig tolerieren und nicht vom jeweiligen Gegenüber verlangen sich anzupassen.

Frau Merkel sollte also nicht vom Vatikan verlangen eine unabhängige Justiz und Frauenquoten für Kardinäle einzuführen.
Herr Ratzinger sollte genauso wenig von Deutschland verlangen die Homoehe und PID zu verbieten.

Umso wichtiger ist es aber, daß man Staaten, mit denen man gemeinsame Rechtsordnungen und „Werte“ teilt immer wieder freundlich darauf hingewiesen werden, wenn sie Dieselben verlassen.

Schließlich sitzt man im selben Boot.
Ein Amerika, das offensichtlich bei außenpolitischen Entscheidungen (wie bei den Begründungen für diverse Kriegseintritte) lügt und auch noch in der Praxis besonders heuchelt, indem gefoltert, guantanamot und abughraibisiert wird, während von „den Moslems“ die Einhaltung der Menschenrechte eingefordert wird, diskreditiert alle Demokratien.

Außerdem werden die Verwerfungen innerhalb des demokratischen Blocks unterschätzt.

George Bush’s kriegerische Methoden haben in einem gefährlichen Maße antiamerikanische Gefühle mobilisiert. Die Teebeutler und Normal-GOPs agieren rein innenpolitisch-amerikanisch und es kümmert sie natürlich herzlich wenig, was Franzosen oder Deutsche von ihnen denken.

Sie handeln aber international verantwortungslos und richten einen gewaltigen Imageschaden an, der früher oder später auch ökonomisch spürbar wird, oder die Terrorgefahr steigert.

Unglücklicherweise hatten viele Europäer - unter ihnen Frau Merkel - aber nicht den Mut und Anstand der Bush-Politik entschieden entgegen zutreten - im Gegenteil, Rumsfelds „Neues Europa“ aus Spanien, Italien, England, Polen, Holland, etc stellte sich demonstrativ an die Seite der illegalen Krieger.

Merkel hat aus ihren damaligen katastrophalen Fehlern und Fehleinschätzungen unglücklicherweise nichts gelernt und handelt dieses Jahr zum wiederholten Male genauso folgenblind und auf die nationalen Effekte fixiert.

Die Multikultischelte der Kanzlerin ist nicht nur sachlich völlig falsch und fördert die Kräfte am rechten Sumpfrand, nein sie führt auch dazu, daß sich unsere demokratischen Partnerstaaten gruseln.

Die CDU-Chefin hat einen wahrlich schlechten Lauf im Jahr 2010 - neben politisch falschen Sachentscheidungen am laufenden Band, unterliegt sie neuerdings immer öfter taktischen Totalpleiten, wie dem Hinauszögern der Griechenlandkrise, um NRW für die CDU zu retten, der Hochjubelung der BW-Wahl zum Stuttgart-21-Referendum und nun dem Antiausländerkurs.

Für einen mehr als fraglichen inner-CDU’lichen Erfolg nimmt sie schweren außenpolitischen Imageschaden in Kauf.

Teebeutler sehen schon die Nazis wiederkehren.
Aber auch weniger geistig Verblödete in den USA sind hochgradig irritiert.

Ich bewege mich gelegentlich in einem US-Politforum, welches in klarer Opposition zur GOP zu verorten ist.

XY is an online community for Democrats and other progressives. Members are expected to be generally supportive of progressive ideals, and to support Democratic candidates for political office. Democratic Underground is not affiliated with the Democratic Party, and comments posted here are not representative of the Democratic Party or its candidates.

Die “liberalen” Stimmen Amerikas sind sehr besorgt.
Beispiele der letzten Tage aus Diskussionsthreads über Deutschland:

Sounds to me as if something that would come out of the Nazi party circa 1939.

Yeah, I was thinking similar when I read this, purification of the race... scary statement she made.

Humans are born xenophobic and have to be taught tolerence. I know, everybody wants to believe it's the other way around, but it just isn't. We evolved in tight-knot tribes of people who were exactly like us and acted exactly like us and talked exactly like us. It is human nature to distrust anyone not exactly like us. Multi-culturalism will be an uphill battle from now until the human race goes extinct.

The Turks and other "guest workers" are treated as second class nt

30% about the same as the nazis...early popularity?

In the 1930s Jews were called "Auslanders" (foreigners). Does Merkel want to revisit that policy decision?

That's a terrifying statement from a national leader. Wow.

I think German leaders should refrain From comments about racial purity.

Old habits die hard

Europeans used to look down on us because we were a multicultural society. Now look how much they whine when they turn into one.

No Merkel... you are THE Failure Here. It's a failure when you want to stop trying... and that's what you are doing here. I don't think you had any intention of trying.
Oh, I am second generation with family in Germany, and she sure as hell does not reflect the attitudes of them nor their Turkish friends.

She's another right wing xenophobe the World should do without.

We're not the only counrty with a "dirty-thirty" The frustrating thing here is that apparently SEVENTY percent does NOT think that way.

Wow. Back at the Nazi stuff already.

Natürlich sind eine ganze Reihe der Kommentare von großer Unkenntnis geprägt, aber man sieht doch welch schauerliche Assoziationen die irrlichternde Kanzlerin bei unseren Amerikanischen Freunden auslöst.

Sie schadet Deutschland.

Aber ihr Amtseid ist ihr bekanntermaßen völlig egal.


So schnell hat noch kein Bundeskanzler seinen Amtseid gebrochen, wie Angela Merkel am 28. Oktober 2009.
Um 13.00 Uhr sprach sie
"Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegenüber jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe"
( Eid nach Artikel 56 des Grundgesetzes)
Nur eine Stunde später, als um 14.00 Uhr Köhler dem Vizekanzler die Ernennungsurkunde überreicht, ist klar, daß die Kanzlerin mit dieser Koalition nicht dem Wohle des deutschen Volkes widmet.
Mit Guido als Vize wird dem Volk Schaden zugefügt und sein Nutzen gemindert.

"Deutsches Interesse statt Multi-Kulti": Die CDU-Spitze erteilt einer "Politik falsch verstandener Toleranz" eine klare Absage. Im zentralen Antrag zum Bundesparteitag bekennt sich die Parteiführung zur christlich-jüdischen Leitkultur - und schweigt zu den Islam-Äußerungen des Bundespräsidenten."
(Spon 20.10.10)

Die grandiose Lüge von der „christlich-jüdischen Leitkultur“ schreibt die CDU ungeniert fort - Volksverdummung at its best.
Und so wird Deuschland international zur Zielscheibe. Vielen Dank an Schwarzgelob dafür.

"Die starken Aussagen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel über das völlige Scheitern des Multikulturalismus in Deutschland sind symptomatisch für einen breiteren, unbehaglichen Trend, der durch Europa fegt.
[…] "Für Deutschland, das eine bedeutende türkische Migrations-Bevölkerung hat, war die politische Artikulation der Anti-Immigrations-Gefühle nur eine Frage der Zeit. Allerdings steht sie auf wackligem Boden.
[…] Multikulturalismus ist ein Segen, bei dem Europa gut beraten wäre, ihn zu bewahren."
(Times of India)

"Die Versuchung des Populismus hat nun auch Deutschland erfasst. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte die multikulturelle Gesellschaft für gescheitert. Die Äußerung ist zweideutig und deckt alle möglichen Richtungen in der künftigen Politik der Bundesregierung ab. Merkel wollte damit Risse innerhalb ihrer Regierungskoalition schließen.
[…] Nicolas Sarkozy beging den Fehler, aus wahltaktischem Kalkül auf die populistische Linie des italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi einzuschwenken. Merkel läuft nun Gefahr, dasselbe zu tun wie der französische Präsident. Die europäische Politik schwenkt in eine gefährliche Richtung. Die Frage ist, wann die Alarmglocken schrillen."
(El Pais)

Kommentare:

jakebaby hat gesagt…

"Die Frage ist, wann die Alarmglocken schrillen."

Ist man etwa seit '45 taub??
Ich war schon willig genoetigt Ende 70ger Glatzen zu 'klatschen.
80ger hatten die Reps ihren Run und da wars noch 'lustiger. Die NPD/Andere als braunes Dauerhaustier, und seit den 80gern(inkl. Reaktivierung der BW) ist der ganze braune Dreck staendig gewachsen.

Diese total ueberspannte, sogenannte Integrationsdebatte ist letztendlich das bisherige Endresultat einer ueber Jahrzehnte kontinuierlich provozierten und forcierten Agenda, die vom Kopf her stinkt.
Der Regierungspolitische Braunruck kam mit der MerkelAera aus den Bloecken und gleichzeitig wurden europaweit die Deckel von den Jauchegruben genommen.
In Deutschland setzte die M-Regierung/Kirche die Saat Mitte 2000, zwischendurch hatte man dann ja noch andere Destruktive zu etablieren und nachdem, die bisher absolut offensichtlich beschissen'korruptivste Regierung nach Kriegsende, das verheerendste Jahr seither gestaltete, erntet man Nahtlos, waehrend juengste MegaSkandale still Pending, die braunen Fruechte, deren Samen man schon zu Anfang dieser Aera setzte.
Genial!

Die Ausnahmen der Regel und zeitlich veraenderte Umstaende gegeben ... aber diese 'Sprueche aus dieser 'Richtung? .... vor 10, 20, 30, .. Jahren.
Ja, die hab ich damals auch schon zur Genuege vernommen.
Die kamen aber zum ueberwiegenden Teil von NPD/Repsen und anderen Dummglatzen und nicht aus Regierung/Oppositionen.
Wenn ich mir die finale Entwicklung nur der letzten 5 Jahre gebe, gehen mir allen Ernstes die Verbalitaeten floeten.

Die Auesserungen der 'Community for Democrats' liegen auch mit 'großer Unkenntnis' gar nicht mal so falsch.
Wie viel Anders sollte man es denn sehen??
Und ab wann sollten wohl die Alarmglocken schrillen??
Und warum schrillen sie nicht durchweg??
Und ... haben wir denn ueberhaupt Welche???

Gruss
Jake

TAMMOX hat gesagt…

Das ist die alte Frage. Wieso ist das eigentlich so ruhig hier. Man wundert sich, daß nicht jeden Tag Leute Amok laufen.

Ich kann das was Du sagst nur bestätigen; es gab immer diese Schübe. Schon in der 50ern und 60ern, als die FDP stramm auf dem National-Kurs war und die NPD auch schon Wahlerfolge erzielte.

Als ich ein junger Teenager in Hamburg war (14, 15, 16 Jahre alt) hatte ich so eine Stammdiskothek, die unglücklicherweise so gelegen war, daß man vom nächsten S-Bahnhof an einer Stelle vorbei mußte, wo ein bekannter Skinhead-Treff war.
So wie ich aussah, war ich natürlich ein bevorzugtes Opfer.
(Glücklicherweise haben die mich nie erwischt - aber einige meiner Freunde)
Jedenfalls gehörte es zu den ganz normalen Ärgernissen meiner Jugend, daß man immer riesige Umwege gehen mußte, oder aber in einer größeren Gruppe auftreten mußte, wenn man optisch nicht so ganz arisch aussah, weil man sonst gleich auf’s Maul bekam.

So ist das in Deutschland.

Ich habe mich mal mit einem Typ unterhalten, der auf eine jüdische Schule in Hamburg ging. Da wird den neuen Schülern als erstes eingeimpft bloß nicht mit der Kipa auf den Kopf zur Schule zu kommen. Das geht nämlich nicht, weil das zu gefährlich ist - ein Teenager mit Kipa in einem Bus kriegt gleich Ärger.

Solange man aber kein jüdisches Kind mit welcher Kopfbedeckung auch immer durch Deutschland laufen lassen kann, weil man dann um seine Gesundheit fürchten muß, kann man wohl kaum von Normalität reden.
Da sollten wirklich dauernd die Alarmglocken schrillen.

Der Spiegelfechter zu dem Thema war übrigens ganz gut:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33533/1.html

Es ist Deutschland hier.


LGT