TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

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Samstag, 16. Oktober 2010

Unsere Werte.

Sarrazin hat doch vollkommen recht!“ dürfte wohl einer der häufigsten Sätze im Deutschland des letzten Monates gewesen sein.
Insbesondere diejenigen, die das Buch nicht gelesen haben und auch sonst vollkommen frei von jedem Wissen über das Thema Integration sind, hauen den Satz zu gerne raus.

Es ist das alte Dilemma; man kann die Leute, den Mob, den Urnenpöbel immer leicht GEGEN etwas motivieren, ganz besonders, wenn ein Sündenbock da ist, dem gegenüber sich die Masse superior fühlt.

Kein Wunder, daß jede Menge rechte Politiker, die auch sonst frei von jeder Moral sind, zu gerne auf den Zug aufspringen.

"Ich möchte keine Massenzuwanderung, etwa aus der Türkei,
die diese Gesellschaft nicht verträgt."
(Volker Bouffier (CDU), hessischer Ministerpräsident)

Kochs Nachfolger beindruckt durchaus mit seiner Fähigkeit das Blaue vom Himmel herunter zu lügen, ohne rot zu werden.
Während der rechte Hesse mit der Vokabel „keine Massenzuwanderung“ suggeriert, daß türkische Horden unser schönes Christliches Land überrennen würden, ist genau das Gegenteil der Fall. Gut ZEHNTAUSEND Türken verließen „unterm Strich“ im Jahr 2009 Deutschland
(In die Bundesrepublik wanderten im vergangenen Jahr 29.500 Türken ein. Gleichzeitig verließen 39.600 Menschen die Bundesrepublik in das Land.)

Die CDU, die Christliche Partei beeindruckt mal wieder mit ihrem Wahrheitsverständnis.
Während sie über Dekaden beschwor Deutschland sei KEIN Einwanderungsland, als Deutschland tatsächlich ein Einwanderungsland war, malen sie jetzt, da wir seit drei Jahren ein AUSWANDERUNGSLAND sind, den Teufel der Masseneinwanderung an die Wand!

Die Fakten auf den Kopf zu stellen und damit den xenophobische Sau durchs Dorf zu treiben, reicht den unverantwortlichen Scharfmachern von CDU, CSU und FDP aber noch nicht.
Nein, nun holen sie die olle „Leitkultur“ aus der Schublade.

Die hier lebenden Menschen müssten sich zur deutschen Leitkultur bekennen. Dies bedeute christliche Werte zu achten. Dabei sei es die wichtigste Aufgabe sich zu qualifizieren und zu integrieren, sagte Seehofer am Freitagabend auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Potsdam. "Wir dürfen nicht zum Sozialamt für die ganze Welt werden", warnte der CSU-Chef und erinnerte an den Zustrom von Asylbewerbern Ende der 80er Jahre.
(Stern 16.10.10)

Als Königin der Verlogenheit setzt die Kanzlerin noch eins drauf und mahnt an, sich auf die „Jüdisch-christlichen Wurzeln“ zu besinnen.
Deutsche Leitkultur sei nämlich von den christlich-jüdischen Wurzeln geprägt, stellt die geschichtsblinde Merkel wortgleich mit der Integrationsbeauftragten Böhmer und dem Hetze-Beauftragten Roland Koch fest.

Fördern und Fordern, das waren die Begriffe, mit der Merkel zur Integrationsdebatte überleitete. Wer sich nicht am christlichen Menschenbild orientiere, sei fehl am Platz, sagte sie unter großem Beifall. Unmissverständlich forderte sie ein Bekenntnis auf die eigene Identität. „Wer sich seiner Kultur selbst bewusst ist, kann auch andere überzeugen, warum es schön ist, mit unserem Grundgesetz zu leben“, sagte sie. Integration sei „unser ureigenstes Interesse“. Dem „Multikulti-Eiapopeia“ gab sie eine scharfe Absage. Deutschland sei ein offenes Land. Wer sich aber nicht integrieren lassen wolle, dem müssten Forderungen gestellt werden.
(Sabine Beikler im TS 15.10.10)

Sollen alle Atheisten, Agnostiker, Muslime, Buddhisten, Hindus und natürlich die Juden und alle anderen Deutschland verlassen???

Der Begriff „jüdisch-christliche Moral“, der das deutsche Wertesystem, ja sogar die deutsche Kultur, bzw LEITKultur bestimmen soll, ist an Perfidie wohl kaum zu übertreffen.
Nichts könnte ferner von der Wahrheit sein.

Daher noch mal zur Klarstellung ein paar ganz simple Fakten, die eigentlich jeder kennen sollte, die aber unserer geistig umnebelte politische Klasse völlig außer Acht läßt:

Wir haben in Deutschland mitnichten eine einheitliche Moral.
Im Gegenteil, wir praktizieren moralischen Pluralismus.
Es gibt hier genauso die Friedrich Merze, die für Hedgefonds (tci zum Beispiel) dem sharholder value verpflichtet sind und eine Auspresser-Moral leben.
Es gibt Merkels und Westerwelles, die mit der von ihnen verantworteten Landwirtschaftspolitik für fast eine Milliarde Hungernde* auf der Welt sorgen und achselzucken zusehen, wie täglich zehntausende Kinder verhungern.
Es gibt in diesem Land auch Menschen mit der gegenteiligen Moral, die Millionärssteuer, Tobin-Abgabe oder Mindestlöhne fordern, die Obdachlose bekochen, die „Tafeln“ organisieren und ehrenamtlich arbeiten.
Es gibt die Geis‘, die Bischöfe Overbeck und Müller, die Schwulenehen als Ausbund der Amoral ansehen, während viele andere Deutsche gerade den Bund fürs Leben und das gegenseitige für einander einstehen als höchstes moralisches Gut betrachten.
Unsere Kultur und unsere Moral sind völlig variabel und keineswegs von irgendeiner imaginären Leitstelle determiniert.

Etwas völlig anderes ist aber unsere gemeinsame Rechtsordnung, die uns alle zu Rechtsgehorsam verpflichtet.
Es ist völlig egal, welche Werte ein Bewohner dieses Landes lebt, ob er Alevit, Buddhist, Atheist, Katholik, oder Moslem ist; er muß sich aber in jedem Falle unserem Grundgesetz unterwerfen.
Simple as that.
(Das türkische Grundgesetz ist übrigens ganz ähnlich; nur ein bißchen säkularer. In der Türkei herrscht Laizismus!)
Dieses Grundgesetz ist geprägt durch das was wir aktuell unter „Menschenrechten“ verstehen.
Dabei handelt es sich um Überzeugungen, die fast alle vehement vom Christentum bekämpft wurden.
Unsere Rechtsordnung ist religionsgeschichtlich betrachtet geradezu ANTI-Christlich.

Dazu noch einmal MSS:
Denn Deutschland ist ein säkularer Staat. Die Werte, die diesen Staat konstituieren, entstammen weder dem Judentum, noch dem Christentum, noch dem Islam, sondern der reichen Tradition von Humanismus und Aufklärung, die Christian Wulff in seiner Rede peinlicherweise übersehen hat. Vergessen wir nicht, dass die Demokratie im antiken Griechenland erfunden wurde und nach der Machtübernahme des Christentums für ein Jahrtausend von der politischen Bühne verschwand. Vergessen wir auch nicht, dass die Werke der modernen Demokratietheoretiker, etwa die Schriften Rousseaus zur Volkssouveränität oder Montesquieus zur Gewaltenteilung, bald nach ihrem Erscheinen auf dem Index der verbotenen Schriften der katholischen Kirche landeten.
Angesichts der katastrophalen Unbildung, die in der Politikerkaste offensichtlich vorherrscht, muss man hier zudem noch auf die triviale Tatsache hinweisen, dass auch die Idee der Menschenrechte nicht auf religiösem Fundament, sondern im Zuge der Amerikanischen und Französischen Revolution entstand und dabei maßgeblich von dezidierten Freigeistern wie Thomas Paine und Thomas Jefferson geprägt wurde. Von Seiten der religiösen Führer Europas gab es in dieser Hinsicht keinerlei Unterstützung. Im Gegenteil: Bis ins 20. Jahrhundert hinein taten sie sich insbesondere dadurch hervor, dass sie die Menschenrechte als „gotteslästerliche Anmaßung des Menschen“ verunglimpften. Gleich welchen Aspekt des modernen Rechtsstaats wir auch fokussieren, ob die Freiheit der Meinungsäußerung, die Frage der sexuellen Selbstbestimmung oder die Gleichberechtigung von Mann und Frau: Die Religionen waren summa summarum keine Motoren, sondern Bremsklötze des kulturellen Fortschritts – und sie sind es bis zum heutigen Tage geblieben!
(Wie blind sind unsere Politiker eigentlich? Ein Kommentar von Michael Schmidt-Salomon.)

Merkel, Seehofer und die enthusiastisch applaudierende Unionsbasis haben es mit der Lüge von der die deutschen Werte bestimmenden Christlichen Moral aber immer noch nicht auf die Spitze getrieben.
Nein, sie sind sogar noch weitergegangen und sprechen nun allesamt von den „jüdisch-christlichen Werten“, als ob es hierzulange eine lange Tradition der Symbiose der beiden Religionen gäbe.

Eine neue atemberaubende Eskalationsstufe der Unions-Geschichtslügen ist damit erreicht.

Die philanthropischen Juden und Christen gemeinsam gegen die Scharia-philen Muslims.
So stellt es nun auch die Kanzlerin in bester Hetz-Manier dar.

Die Frontstellung scheint klar: hier das christlich-jüdische Abendland, da der Islamische Orient. Je größer die Angst vor den Zuwanderern aus der muslimischen Welt, desto größer ist die Sehnsucht nach den intelligenten Juden von einst: Albert Einstein, der Maler Max Liebermann oder Walter Rathenau. Solche Menschen würden die Deutschen heute gerne als Zuwanderer sehen - nicht aber die "Ungebildeten" aus islamischen Staaten. Selbst die Konservativen entdecken neben den christlichen jetzt auch die jüdischen Wurzeln Deutschlands. Diese Entdeckung kommt reichlich spät. Jahrhunderte lang war die gemeinsame christlich-jüdische Vergangenheit geprägt von Gewalt, Glaubenskriegen und Unterdrückung - von der Shoah ganz zu schweigen. Und jetzt soll ausgerechnet das jüdische Erbe dafür herhalten, eine klare Trennlinie zu ziehen zwischen dem Abendland und dem Fremdkörper Islam? Eine absurde Konstruktion, fand schon der französische Philosoph Jacques Derrida. Für ihn waren Jüdisches und Islamisches eng verwoben. Der Versuch, die jüdische von der islamischen Tradition zu trennen, sei von vornherein zum Scheitern verurteilt, so Derrida. Die jüdisch-christliche Tradition sei eine Erfindung der Moderne. Ein Wunschtraum der vom Holocaust traumatisierten Deutschen.
(so nüchtern die Kulturzeit von gestern)

Die Perfidie besteht aber vor allem darin, daß das Christentum von Anfang an dem Antisemitismus frönte.
Die Kirchengeschichte ist eine Geschichte aus 2000 Jahren Judenhass, Pogromen und systematischer Vernichtung der angeblichen Gottesmörder.

Schon in der Bibel steht, Gott hasse die Juden.

14 Denn, Brüder, ihr seid den Gemeinden Gottes in Judäa gleich geworden, die sich zu Christus Jesus bekennen. Ihr habt von euren Mitbürgern das Gleiche erlitten wie jene von den Juden. 15 Diese haben sogar Jesus, den Herrn, und die Propheten getötet; auch uns haben sie verfolgt. Sie missfallen Gott und sind Feinde aller Menschen; 16 sie hindern uns daran, den Heiden das Evangelium zu verkünden und ihnen so das Heil zu bringen. Dadurch machen sie unablässig das Maß ihrer Sünden voll. Aber der ganze Zorn ist schon über sie gekommen.
(Der erste Brief an die Thessalonicher, Kapitel 2)

Über die Jahrhunderte haben Christen Juden verfolgt und ermordet, Päspte gaben entsprechende Befehle, Konzile setzen Regeln auf, Luther forderte direkt dazu auf die Juden umzubringen.
Auch noch in der Hitlerzeit, jubelten Bischöfe dem Führer zu.

Frau Merkel sollte das als Pastorentochter eigentlich wissen.
Antisemitismus ist Christen-immanent.
Eine gemeinsame „jüdisch-christliche“ Moral kann es also gar nicht geben.

Unglücklicherweise ist das Christentum des 21. Jahrhundert immer noch nicht auf dem Boden unserer Rechtsordnung angekommen.
Weder werden Frauen gleichberechtigt behandelt, noch werden Diskriminierungen unterlassen.

Die christliche Moral äußert sich ganz aktuell zum Beispiel durch den Chef der Belgischen Bischofskonferenz:

Der als erzkonservativ geltende André-Joseph Léonard bringt die Belgier nicht zum ersten Mal gegen sich auf: Nun aber hat das dortige Oberhaupt der katholischen Kirche mit einer Aussage zur "Gerechtigkeit" von Aids besonders große Empörung ausgelöst. Die Immunschwäche-Krankheit könnte eine "Art von immanenter Gerechtigkeit" für den Missbrauch der Liebe sein, schrieb Léonard in einem am Donnerstag auf Niederländisch erschienenen Werk. "Die tiefe Natur der menschlichen Liebe zu missbrauchen" ende immer mit "Katastrophen", hieß es darin.
(Spon 15.10.2010)

Solche Ansichten begeistern die antisemitischen, homophoben, misogynen Holocaustleugner von Hakenkreuznet, sind aber mit unserem Rechtsstaat schwer vereinbar.

Die christliche Moral ist und bleibt ein Ärgernis, das möglichst schnell aus unserem Lande verschwinden sollte.
Anders als es Merkel und Seehofer suggerieren, bilden die Konfessionslosen inzwischen eine relative Mehrheit der Deutschen.

Immer mehr Menschen haben genug von der Christlichen Moral - und das ist auch gut so.


*Keine Entwarnung: Jeder sechste Mensch hungert, weil die Politik versagt
Zum Welternährungstag am 16.10.2010 erklärt Thilo Hoppe, Sprecher für Welternährung:
Es ist ein Skandal ersten Ranges, dass fast ein Sechstel der Menschheit Hunger leidet, obwohl weltweit genügend Nahrungsmittel produziert werden. Zwar ist die Zahl der chronisch Unterernährten im vergangenen Jahr erstmals seit langer Zeit wieder etwas zurückgegangen; aber aufgrund der Flutkatastrophe in Pakistan und stark anziehender Getreidepreise steigt die Zahl der Hungernden wieder und wird wahrscheinlich erneut die Eine-Milliarde-Grenze überschritten haben.
Wir brauchen auf internationaler Ebene starke Institutionen, die den weltweiten Kampf gegen den Hunger koordinieren. Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie sich auf der zurzeit in Rom tagenden Welternährungskonferenz für eine Reform und Stärkung des Welternährungskomitees (CFS) einsetzt und auch die Ausarbeitung von Leitlinien für den Zugang zu Land kräftig voranbringt.
Dem skrupellosen Aufkaufen von riesigen Ackerflächen ("land grabbing") durch Staats- und Hedgefonds sowie privaten Großinvestoren muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Jüngste Erhebungen der Weltbank sind alarmierend: Allein in den vergangenen beiden Jahren sind in Entwicklungsländern – vor allem in Afrika – 46,6 Millionen Hektar von ausländischen Investoren aufgekauft worden. Das ist eine Fläche so groß wie Deutschland und Österreich zusammen.
Wie schlimm dieser neue Scheckbuch-Kolonialismus ist, wird daran deutlich, dass nach dem Weltbank-Report bisher erst jede fünfte Vereinbarung über Landerwerb wirklich zu landwirtschaftlicher Nutzung geführt hat. Das mag teilweise an der Kürze der Zeit liegen. Es ist aber vor allem ein Hinweis darauf, dass in hohem Maße Spekulation im Spiel ist.
Sowohl in der Agrarpolitik der Entwicklungsländer als auch in der Entwicklungszusammenarbeit ist ein Kurswechsel nötig. Statt weiterhin auf den Anbau von "cash crops" wie Soja und Ölpalmen für den Export von Futtermitteln und Agro-Sprit zu setzen, sollten vor allem Kleinbauern darin unterstützt werden, auf nachhaltige Weise Nahrungsmittel für die eigene Bevölkerung zu produzieren.
(PM Nr 1225, der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen 15. Oktober 2010)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Die meinen bestimmt christliche Leidkultur.

rauskucker hat gesagt…

Genau das habe ich auch gedacht, und nur in aller Kürze notiert:

http://rauskuck.de/10-10/101015.htm
(ziemlich weit unten)

Dank für deine Ausführungen. Habe ich sonst in der Schärfe und Klarheit noch nirgends gelesen.

Ich frage mich, warum die gerade jetzt diese Keule rausholen.

rauskucker hat gesagt…

"Die christliche Moral ist und bleibt ein Ärgernis, das möglichst schnell aus unserem Lande verschwinden sollte."

Mit dem Satz bin ich dann aber doch nicht einverstanden. Ja, wenn du die "christliche Moral" der CDU meinst. In beiden Kirchen gibt es aber genug Leute, die etwas ganz anderes unter Christentum verstehen. Die dabei sind, wenn die Händler aus dem Tempel vertrieben werden.

TAMMOX hat gesagt…

@ Anonym - DA hast Du vermutlich RECHT - das ist alles nur ein Druckfehler und soll LeiDkultur heißen.

@ rauskucker

1) Das kommt JETZT, weil Merkels Werte abstürzen und bald wieder Wahlen sind.

2) Nein, nein, ich meine durchaus das was Christen so über die letzten 2000 Jahre immer wieder als ihre Moral durchgesetzt haben: Mord, Folter, Sklaverei, Leibeigenschaft, Verprügeln von Kindern, Hass auf Schwule, Freimaurer und Juden.
Kampf gegen Frauenwahlrecht, Bejubeln von Nazis, Segnen von Waffen, Anzetteln diverser Genozide, Kolonialismus, Hexenverbrennung, Inquisition, Mission, Kinderficken.....

Und gerade wenn wir von "unseren Menschenrechten" sprechen, darf ich noch mal daran erinnern:


Die Werte, die diesen Staat konstituieren, entstammen weder dem Judentum, noch dem Christentum, noch dem Islam, sondern der reichen Tradition von Humanismus und Aufklärung, die Christian Wulff in seiner Rede peinlicherweise übersehen hat. Vergessen wir nicht, dass die Demokratie im antiken Griechenland erfunden wurde und nach der Machtübernahme des Christentums für ein Jahrtausend von der politischen Bühne verschwand. Vergessen wir auch nicht, dass die Werke der modernen Demokratietheoretiker, etwa die Schriften Rousseaus zur Volkssouveränität oder Montesquieus zur Gewaltenteilung, bald nach ihrem Erscheinen auf dem Index der verbotenen Schriften der katholischen Kirche landeten.
(MSS)
http://hpd.de/node/10406

LGT