TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Dienstag, 27. Juli 2010

Mit dem Schlimmsten rechnen.

Menschen halten sich schon aus dem Grunde den Lebens-Kollegen aus Flora und Fauna für ungeheuerlich überlegen, weil sie meinen die einzigen Wesen mit „Bewußtsein“ zu sein.

Anders als Schleimpilz oder Plattwurm, die ohne philosophische Grundsatzbetrachtungen ihre biologischen Bedürfnisse befriedigen, schätzt ein Homo Sapiens die Folgen seines Tuns ab.

Die Bewertung der Konsequenzen hängt dabei von Moden ab und ändert sich laufend.

Erklärte Experten für Moral und Ethik fanden es über Jahrhunderte angezeigt, daß im Millionenmaßstab ausgerottet und gemordet wurde. Das konnte gezielt, oder auch als Nebeneffekt geschehen.
Es dauert seine Zeit bis es Mode wurde sich Dinge bewußt zu machen, die Menschen anrichteten.

Abwasser in Flüsse einleiten, Wale harpunieren, Dünnsäure in der Nordsee verklappen, Müll auf die Straße werfen, Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe in Spraydosen zu füllen, CO2 ausstoßen, DDT versprühen, Urwälder abholzen und vieles mehr gilt jetzt als irgendwie „schlecht“, wurde aber über Dekaden bedenkenlos praktiziert.
Vieles wird weiter praktiziert.
Trotz Bedenken.

Das menschliche Bewußtsein hat die bahnbrechende Eigenschaft sich selbst unterbewußt zu machen und somit zu ermöglichen hartnäckig das als falsch Erkannte weiter zu betreiben.

„Macht euch die Erde Untertan“ heißt es schließlich in der Schrift, die zwei Milliarden Menschen als „heilig“ betrachten.

Wer wäre sich auch nicht gern darüber bewußt ein „Übertan“ zu sein?
Aus ethisch-moralischer Perspektive ist die Entwicklung des humanen Bewußtseins ein absoluter Rohrkrepierer.
Eine evolutionäre Sackgasse.
Hätten wir uns doch bloß darauf beschränkt wie Plattwurm und Schleimpilz tumb und instinktiv unsere biologischen Grundtriebe zu bedienen!

Sich so ein dickes Gehirn zugelegt zu haben - immerhin das Drittgrößte unter den Lebewesen nach Elefant und Pottwal - hat Vorteile.
Man kann sich selbst so in die Irre führen, daß man etwas tut, von dem man vorher wußte es besser nicht zu tun.

Dafür gibt es Risikoabschätzungen.

Für große Bauprojekte werden vorher Kostenschätzungen abgegeben, die freundlich genug aussehen, um den Bau zu beginnen.

Im Jahr 2003 veranschlagte die amerikanische Regierung die Gesamtkosten für den Irakfeldzug auf 40 Milliarden Euro. Eine riesige Summe. Da mußte man erst einmal schlucken - aber dem amerikanischen Volk erschien sie zu bewältigen.
Im Jahr 2010 hat die USA 1242 Milliarden Euro im Irak und Afghanistan versenkt - Ende unabsehbar.

Nachher wird es immer schwieriger, als man es zuerst wahrhaben wollte.

1,4 Millionen Menschen auf ein 250.000 Leute fassendes Areal zu sperren und alle Zugänge zu verbarrikadieren, könnte problematisch werden.
Aber richtig schwarz zu sehen, wird schon im Vorfeld gerne mal „bewußt“ abgeschafft.
In einer Besprechung mit dem Duisburger OB Adolf Sauerland (CDU) wurde alles weggewischt, das die Durchführung des Geld-bringenden Techno-Megaevents gefährdet hätte.

In der Sitzung soll außerdem Rabe, Ordnungsdezernent und der Leiter des Loveparade-Krisenstabs, Druck ausgeübt haben, die Veranstaltung nicht an diesen Fragen scheitern zu lassen. Die Zeitung [WAZ - Red.] zitiert aus dem Protokoll: "Herr Rabe stellte in dem Zusammenhang fest, dass der OB die Veranstaltung wünsche und dass daher hierfür eine Lösung gefunden werden müsse. Die Anforderungen der Bauordnung, dass der Veranstalter ein taugliches Konzept vorlegen müsse, ließ er nicht gelten." Er soll, so berichtet es die Zeitung, das Bauordnungsamt aufgefordert haben, "an dem Rettungswegekonzept konstruktiv mitzuarbeiten".
(Stern)

Und wenn es dann doch mal schief geht, findet sich in der Regel jemand anders, der die Zeche zahlt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung gab heute bekannt, daß man mit 10,6 Milliarden Euro Kosten für die zukünftige Atommüllendlagerung rechne.
Der Kostenanteil für die Verursacher beträgt Null Euro. Der Steuerzahler übernimmt alles.

Tony Hayward, BP-Chef, der es sich während der schlimmsten Tage der Ölkatastrophe schon mal gestattete, an einer Segelregatta teilzunehmen und sich nach elf Toten selbst bejammerte - er hätte gern sein altes Leben zurück - konnte heute aufatmen.
BP sitzt auf einem Quartalsverlust von 17 Milliarden Euro.
Hayward bekommt einen netten neuen Job innerhalb des Konzerns und als Entschädigung für die Beeinträchtigung seines Wohlbefindens eine Abfindung von 14,4 Millionen Euro.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

相見亦無事,不來常思君.................................................................

Anonym hat gesagt…

Völlig Off-Topic!

Lieber Tammox, da Du uns als Nordlicht immer von den schönsten (also schlimmsten) Dummheiten Deiner Schwarzgelden in Hamburg (und nördlich davon) erzählst, hier einmal etwas Entsprechendes aus Süddeutschland:

http://www.sueddeutsche.de/politik/bahn-verkehrsprojekt-im-suedwesten-stuttgart-wird-deutlich-teurer-1.980606

865 Millionen sind "überschaubar"? Und was werden die Wähler bei der nächsten Wahl tun?

Genau. Die gleichen schwarzen und gelben Volksbetrüger allesamt wiederwählen.

Der Nordstern.

Jakester hat gesagt…

Was soll ich dazu sagen?

Von der Basis her, "Hätten wir uns doch bloß darauf beschränkt wie Plattwurm und Schleimpilz tumb und instinktiv unsere biologischen Grundtriebe zu bedienen!", wuerde ich das natuerlich total begruessen, da ich wenigstens einmal im Monat zum Ficken kaeme.

Da du nun ne Kommentarleiste hast, ;-) kann ich mich jetzt auf meinen letzten Kommentar berufen und wiederholt die gestrigen Beitraege auf MSNBC loben.
Dabei ging es, ausser dem schon behandelten, ueber die Mysterie der KriegsTrillioen.
Da hat man sich gut sarkastisch ueber den Unterschied zwischen Kriegs und anderen 'Zuwendungen ausgelassen.
Geht es, im Gegensatz zu Kriegs'trilliarden, um eine Handvoll Milliarden fuer Bildung, Jobs, Wirtschaft, Umwelt, ... werden diese hart bekaempft. Die Argumentation ist ein 100%iges Gleichnis! .. Woher nehmen,(wenn nicht stehlen?) ... kann man sich gerade nun wirklich nicht leisten ... immer gekuerzt, wenn nicht verschoben, abgelehnt ....

Irgendwelche Fragen in Bezug wo man denn jetzt, ebenmal so ... zB. 33 Milliarden Kriegsgeld hernimmt?, ... durften nie existieren. .. Ausserfrage!!!

Und zum Schluss noch den Hayward:
Und nochmal MSNBC.
Der arme Kerl wurde offen bemitleidet im Gegensatz zu richtig 'erwachsenen Ceos, die im Milliardenbereich die Koffer packen.

So moecht ich mir auch mal Karriere und Zukunft versauen.

Gruss
Jake

TAMMOX hat gesagt…

Danke Nordstern.
Ich habe aber ein SZ-Abo. Daher wußte ich das schon.

Mir ist schon klar, daß ich dadurch, daß ich rein zufällig in HH wohne und hier mehr Zugang zu regionalen Informationen habe, zu subjektiv werde.

Ich bin ziemlich sicher, daß in vielen anderen Bundesländern genau solche Scheiße gebaut wird.
Aus den großen Ländern wie NRW und Bayern z.B. hört man das ja auch.

Oder aus Hessen, weil da bekanntlich mein Lieblingsministerpräsident hockt.

Aber viele andere Städte sind nicht so in meinem Fokus.
Schade eigentlich.
Offensichtlich handelt es sich um eine Gesetzmäßigkeit, daß bei großen innerstädtischen Bauvorhaben - sei es nun die Kölner U-Bahn, das Berliner Stadtschloss, die Hamburger Elbphilharmonie oder eben Stuttgart 21 - so sagenhaft gestümpert wird, daß sich einem nur die Fußnägel hochbiegen können.
Das kommt daher, daß sich da Bürokratie, Größenwahn und kommunaler Kleingeist aufs Treffliche verbinden.

Provinz-Gernegroßs wollen sich Denkmäler setzen und hoffen die Kosten auf irgendeine höhere Ebene (Land, Bund, EU,…) abzuwälzen.
Da machen sich dann Leute zu Bauherren, die dafür nicht die geringste Qualifikation haben.
Das wissen natürlich Architekten und Bauunternehmer, die meinen, daß man da ordentlich abkassieren kann.

Und wenn es dann alles schiefgeht - wie bei Oles Elbphilharmonie - setzt man sich eben beleidigt ab.
Keinen Bock mehr.


Ja, tolles Personal allüberall.
Wenn ich das richtig sehe, hattet Ihr in BW auch noch nie einen Ministerpräsident, der nicht bis zum Hals in Skandalen steckte, oder?

Dennoch wird brav immer wieder schwarzgelb angekreuzt.
Im Moment hat aber rot/grün leicht die Nase vorn in BW.

http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=6696290/ppx7h7/

http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/baden-wuerttemberg.htm

Ist ja noch ein gutes halbes Jahr hin bis zur Wahl in BW und ich sehe da noch keine linke Regierung.

Aber WENN Mappus tatsächlich im März 2011 seine Sachen packen kann, kriege ich hier so einen Lachkrampf, daß Du das bis da unten hörst!

LGT

TAMMOX hat gesagt…

Jake, da gibt es so ein Gesetz in der Finanzwirtschaft. Das kenne ich von einem Onkel von mir, der ein kleines Miniunternehmen hat und manchmal wohl einen Kredit braucht.

Wenig Geld kriegt man nicht so leicht. Aber viel Geld ist easy.

Mit anderen Worten; wenn man sich irgendwas aufbauen oder erarbeiten möchte und ein paar zehntausende dafür braucht, wird man ein Jahr durchleuchtet und abgeklopft. Wenn man aber sagt „Ich hätte gern eine Milliarde!“ fragt die Bank nur wohin sie es überweisen sollen.

Vielleicht ist das im Kongress mit den Kriegsausgaben auch so. Alles mit über zehn Nullen dran wird locker durchgewunken. Und je weniger Nullen, desto heftiger wird geknausert.

Bei Hayward wollten mir ja auch schon die Tränen kommen, weil er mit dem bißchen Taschengeld (15 Mio) auskommen muß. Aber Du hast UNRECHT, wenn Du meinst, er packt die Koffer - so einen FRABELHAFTEN MANN läßt die BP doch nicht gehen. Nein, der wird weiter beschäftigt und ist nun der Boss vom britisch-russischen Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP. Die russischen Energieversorger sind bekanntlich ja auch ein Ausbund von Seriosität und Umweltbewußtsein!

LGT

jakebaby hat gesagt…

Das mit dem 'Kofferpacken war natuerlich nur eine Metapher.

„Ich hätte gern eine Milliarde!“
waere was Krieg angeht schon wesentlich zu kompliziert.
"Ich nehm mir ne Milliarde" ist Standard.

Jetzt liegt ja der jaehrliche Defence-Budget der Amis schon bei einer 3/4 Trillion$. Das ist noch offizieller Haushalt.

Fuer die ExtraHaeppchen fuer diverse Kriege, die zB. unter Bush zwischendurch auch gerne mal bei 80-120 Milliaerdchen lagen, muss natuerlich auch der Steuerzahler blechen, aber dass muss man ihm ja nicht unbedingt und ausdruecklich eintrichtern. Dazu kommen dann noch die Batzen fuer den sogenannten Aufbau, nachdem man mit dem Geld des Steuerzahlers alles zusammengebombt hat, ...

Also ist der Steuerzahler fuer saemtliche Kosten fuer Militaer, Kriege, Aufbau und alles was sonst noch im Zusammenhang anfaellt verantwortlich.
Die fast monopolisierte, politisch 'motivierte Kriegs'WaffenIndustrie streicht 'kostenlose Gewinne ein.

Dieses kostenfreie Geschaeftsmodel bewaehrt'e sich auch in der Oelindustrie und mit der merkelschen Atomlobby hat man Es schon fast zur lueckenfreien Perfektion gereicht.

Gerade in den letzten 2 Jahren sind gerade mal eine Handvoll 'Branchen so dermassen ausgerastet, dass 'Billionen schon zum taeglichen Sprachgebrauch verkommen und ihm Rahmen dieser gewaltigen VerlustGewinne kein Pfennig mehr fuer das Gross der Buerger bleibt.
Im Gegenteil.


Gruss
Jake