TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Freitag, 14. August 2009

Gut gelungen.

Da mühen sich die anderen Parteien mit Konzeptionen und Analysen, während Apolit-Angie in demoskopischen Höhen schwebt.
Die Wähler mißtrauen den Aussagen der politischen Klasse zutiefst - und womit?
Mit Recht.

Sympathien fliegen hingegen der Piratenpartie zu, von der man immerhin weiß, daß sie irgendwie gegen alles ist.

Aufmerksam erregt ebenfalls der Doppelbusen mit angeklebter Hirn-Attrappe, vulgo Kader Loth, die bei Big Brother über „kacken als Zeichen von wahrer Liebe“ philosophierte, bevor sie auf der Pro7-Alm in die vom Pimmelprinz Anhalt frisch bepisste Badewanne stieg.
Für Frau Paulis Wahlverein, „Freie Union christlicher Konservativer“ - abgekürzt FUCK, der eben noch in Bayern 10,2 % holte, war so begeistert, daß er Kader Blöd gleich zur Frauenbeauftragten ernannte.


Der neueste heiße Flirt des Deutschen Urnenpöbels gilt der Politgroteske Horst Schlämmer, den sage und schreibe 18% wählen wollen.

Nun gut, ein bißchen populärer als Westerwelle - das erscheint logisch.

Merkels CDU hat die Zeichen der Zeit erkannt und festigt ihren riesigen Vorsprung in Umfragen ebenfalls mit strikter Polit-Abstinenz, substituiert von den Themen Titten und Tränen.

Da ist zunächst einmal der ultrakatholische Amokskifahrer Althaus, der noch am Tag des Mauerfalls den Kommunismus bejubelte und seitdem nur mit einer Vorliebe für den Creationismus auffiel.
In nie dagewesener Perfidie inszeniert er, der fahrlässige Töter, sich als Opfer.

Christiane Kohl nennt das empört „Althaus perfide Mitleidsmasche“:

Doch was derzeit in Thüringen zu beobachten ist, zeigt eine neue Dimension der Emotionalisierung, die zugleich eine bedenkliche Entpolitisierung mit sich bringt. Da reist der amtierende Ministerpräsident Dieter Althaus durchs Land und geht mit seinem persönlichen Schicksal hausieren.
Im Kampf um seine Wiederwahl gibt der CDU-Politiker den Empfindsamen und Geläuterten.
Er erzählt von der neu entdeckten Liebe zu seiner Ehefrau und davon, wie er durch sein schweres Skiunglück am Neujahrstag menschlich gereift sei.
Der Unfall sei für ihn "ein Schub für mehr Sensibilität" gewesen, erklärt Althaus, der zuvor erschreckend emotionslos mit dem Geschehen umgegangen war.

Perfide ist insbesondere, daß Althaus von seinen Konkurrenten verlangte, den „Unfall“ nicht zu thematisieren (diese hielten sich auch daran), aber selbst ungeniert diese Karte spielt.

Kohl: Umso schwerer wiegt es jedoch, dass Althaus dies nun selber tut und sich dabei auch noch zum Opfer stilisiert. Statt über politische Themen zu streiten, hat er sich auf die Mitleidstour begeben. Und er scheint nicht einmal davor zurückzuschrecken, den Tod der Skifahrerin auszuschlachten. Warum sonst plaudert der Christdemokrat wohl ständig darüber, dass er angeblich täglich für die Tote betet? Selbst wenn dies so wäre: Es geht niemanden etwas an. Und so verstößt die Art, wie Althaus die Folgen des Skiunfalls für seinen persönlichen Wahlkampf missbraucht, letztlich auch gegen wichtige Spielregeln der Demokratie. Da verschwimmen die Grenzen zwischen Politik und Privatleben, mangels politischer Sachthemen werden die Menschen mit Gefühligkeiten abgespeist. So wird Politik zur Personality-Show degradiert, bei der Inhalte keine Rolle mehr spielen.

Aber man muß Althaus auch verstehen. Er ist ein hardcore-Katholik, der als solcher rationalen Überlegungen nicht zugänglich ist und politisch leider gar nichts auf der Haben-Seite zu bieten hat.

Heute versuchte er erstmals auch mal ein Sachthema anzupacken - und das ging grandios schief - nach Stunden mußte er nach seiner peinlichen Soli-ist-Mist-Aktion zurückrudern.
Ganz Deutschland hatte über seine absurden populistischen Wahnideen gelacht.

Ausflüge in die Realpolitik gehen für CDU-Politiker gerne schief.

Daher verzichten immer mehr Kandidaten gänzlich darauf.

In Grevenbroich wirbt die CDU-Kandidatin Ursula Kwasny mit Schlämmer, dem fiktiven Lokalreporter auf ihrem Wahlbezirk. Prompt ließ Kerkelings Produktionsfirma das Plakat verbieten.

Besser wirbt es sich als CDU, wenn man gleich auf Personen setzt, die gar keine Parteimitglieder sind - so druckt die CDU bundesweit ungeniert Guttenberg (CSU); den Politiker, der zwar noch nie etwas erreicht hat, aber irgendwie auch immer dagegen ist und daher die Beliebtheitsliste anführt.

Besser machte es da die Konvertitin Lengsfeld, die einst von den Grünen zur CDU wechselte und gleich das Mandat mitnahm.
Sie posiert in Berlin als Merkels-Busen-Twin.
Die Aufmerksamkeit ist ihr gewiss - bundesweit wird nun das Plakat in allen Zeitungen nachgedruckt - Chapeau Frau Lengsfeld.
Da haben Sie aber mit wenig Geld sehr viel Aufmerksamkeit erregt - und das ganz auf CDU-Linie - komplett ohne Inhalt!

Auch der am hellsten strahlende Politstern Guttenberg kennt die Methode.
In der Sachpolitik ist er ein Totalausfall, aber er weiß zu kompensieren:

Sichtbar zustande gebracht hat er bisher zwei Dinge:
Ein Foto auf dem Broadway in New York und ein Foto auf dem roten Teppich in Bayreuth.
Nico Fried.

In Bayreuth beeindruckte der Baron inzwischen mit dem freigelegten Busen seiner Angetrauten nach. Ein wenig vergräzt sind die Ultras von der Katholiban-Front - aber wer hört schon auf die?

Frau Merkel entehrt die Deutsche Mutterbrust
Deutschland. Die CDU-Politikerin Vera Lengsfeld hat sich auf einer Wahlwerbung neben der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel präsentiert. Beide zeigen ein zu tief ausgeschnittenes Dekolletee. Dazu der Slogan: „Wir haben mehr zu bieten.“ Darauf angesprochen wollte Frau Merkel am Donnerstag vor dem ‘Deuschlandradio’ „lieber auf die inhaltlichen Plakate zurückkommen“: „Das war die Entscheidung von Vera Lengsfeld, die sie selber getroffen hat. Ich glaube dazu ist alles gesagt.“

Am besten gefällt mir, daß die Teutschen vor Schreck ausgerechnet das Wort „Deutschlandradio“ falsch schreiben:
Eigentlich passt DEUSCHland auch besser zur CDU-Kanzlerin – ein paar Konsonanten weniger und das Ganze spricht sich auch gleich viel nuscheliger – ganz so wischiwaschi wie ihre (Nicht-)Politik.

Die vier steilen Brüste auf dem CDU-Plakat kann man allerdings besser als Vorlage nutzen, wie die taz vormacht:

In ihren Memoiren hatte Vera Lengsfeld sich noch etwas skeptischer zu diesem Thema geäußert: "Sex und Polit-Agitprop sind aber eine besonders tödliche Mischung für die subtileren Inhalte von Kunst.
So wie Sex jegliche Erotik tötet, denn Erotik ist nie direkt, sondern immer ,dessous', so tötet Polit-Agitprop das eigentliche Anliegen des Autors." Vera Lengsfelds Anliegen, den Wählern zum Bewusstsein zu bringen, dass sie in der Bluse mehr zu bieten habe als im Oberstübchen, könnte möglicherweise ankommen.
Über die kühne Behauptung, dass Sex jegliche Erotik töte, sollte der zuständige CDU-Kreisverband aber unbedingt noch einmal debattieren, und zwar gründlich und ergebnisoffen, denn es könnte sein, dass Vera Lengsfelds erotische Offensive jeglichen Sex in Deutschland zum Erliegen bringen wird. Und was dann?

Keine Kommentare: