TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Sonntag, 20. Dezember 2009

Der Christ des Tages - Teil XII

Prof. Dr. Mojib Latif (Forschungsbereich Ozeanforschung und Klimadynamik am Institut für Meereswissenschaften der Universität Kiel) ist nur eine von den unzähligen Stimmen, die maßlos enttäuscht und entsetzt auf das totale Kopenhagener Desaster reagieren:

Das ist heute schon ein schwarzer Tag für die Klimaforschung, denn der Gipfel hat nicht gebracht, was man erwartet hat, geschweige denn verbindliche Reduktionsziele zu Senkung der Treibhausgase. Ich bin maßlos enttäuscht. Wenn man seit über 20 Jahren die Dringlichkeit des Klimaproblems immer wieder in der Öffentlichkeit vertreten hat, und dann kommt so ein mageres Ergebnis, dann ist das schon wirklich ein schwarzer Tag. Eigentlich kann man gar nicht von einem Ergebnis sprechen.

Prof. Dr. Mojib Latif ist allerdings auch schwer gehandicaped.
Er schleppt Dinge mit sicher herum, die ihm das Leben grauenvoll schwer machen.
So besitzt er sowohl ein Gehirn, als auch Bildung!
Da haben es die ein oder anderen politisch Verantwortlichen sehr viel leichter, die unbelastet von Hirnzellen mit dem Auftrieb eines Vakuums zwischen den Ohren durch die Welt stolpern können.

Ein Musterexemplar so eines Airheads ist der Christlich-fundamentale US-Senator von Oklahoma James Inhofe, 75.

Er war uneingeladen auf Kosten des US-Steuerzahlers zur Klimakonferenz nach Kopenhagen gereist, um die versammelten Myriaden Wissenschaftler und Journalisten aus aller Welt aufzuklären - natürlich in seinen heißgeliebten schwarzen Schlangenleder-Cowboystiefeln:

The ranking Republican on the Senate Environment and Public Works Committee hoped to spread two messages in Copenhagen: Global warming is a hoax, and there’s no way the Senate is going to pass a cap-and-trade bill.
"Die Klima-Sache ist ein Problem der Hollywood-Eliten"
(“It started in the United Nations,” Inhofe said, “and the ones in the United States who really grab ahold of this is the Hollywood elite.”) , tönte Inhofe in Kopenhagen.



Dinosaurier aus dem Bushozän nennt ihn Markus Becker:
"Die meisten von euch gehören eh zur extremen Linken", rief der US-Senator den Journalisten zu, die sich auf dem Kopenhagener Klimagipfel um ihn drängten. …
"Die USA werden kein Emissionshandelssystem beschließen", sagte Inhofe mit Blick auf das Klimaschutzgesetz, das seit Monaten im amerikanischen Kongress festhängt.
"Die Chance ist gleich Null."

Der Feind des Wissens ist noch immer der Glaube und der langjährige Bürgermeister von Tulsa ist gläubig.
Er glaubt an die Jungfrau Maria, die Hölle, daß die Erde vor 6000 Jahren von Gott erschaffen wurde und daß Homosexualität eine Sünde ist.

Was er nicht glaubt ist die Erderwärmung.

Er ist stolz „the leading Global Warming denier on Capitol Hill” zu sein.
Davon steht nichts in der Bibel und als strammer Republikaner ist er ohnehin gegen all das linksextreme Zeug, wie Frieden, Umweltschutz, Menschenrechte und soziale Sicherungen.

So ein weiser Mann ist bei den Wählern in Oklahoma hochgeschätzt.
Die Bürger wählten ihn von 1986 bis 1994 mit Erdrutschsiegen in das US-Repräsentantenhaus.
Seine politischen Positionen, wie verpflichtendes Schulgebet und Rauswurf aller Schwulen aus der US-Armee kamen besonders gut an.
1994 rückte er in den Senat auf - Wahlslogan "God, Guns and Gays".

Seit 15 Jahren ist er US-Senator, der zudem auch noch von 2003 bis 2007 Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und öffentliche Bauten war!
In dieser Funktion blockierte er einen Gesetzentwurf, der sowohl den Ausstoß von Treibhausgasen vermindert als auch einen Handel mit Emissionsrechten vorgeschrieben hätte. Er mußte so handeln, da das Ozonloch und die Erderwärmung lediglich Erfindungen von bösen amerikafeindlichen Kommunisten wären.

Die größte Militär- und Wirtschaftsmacht der Erde, die einzige Supermacht des Planeten, wählt sich solche Typen in den Senat.

Wenn es stimmt, daß Gott seine treuesten Anhänger in der Spezies „Inhofe“ aus Gods own country rekrutiert, kann man ja beruhigt dem baldigen allgemeinen Inferno à la Johannes-Offenbarung entgegensehen.


Kap 16:

1 Dann hörte ich, wie eine laute Stimme aus dem Tempel den sieben Engeln zurief: Geht und gießt die sieben Schalen mit dem Zorn Gottes über die Erde! 2 Der erste ging und goss seine Schale über das Land. Da bildete sich ein böses und schlimmes Geschwür an den Menschen, die das Kennzeichen des Tieres trugen und sein Standbild anbeteten. 3 Der zweite Engel goss seine Schale über das Meer. Da wurde es zu Blut, das aussah wie das Blut eines Toten; und alle Lebewesen im Meer starben. 4 Der dritte goss seine Schale über die Flüsse und Quellen. Da wurde alles zu Blut. 5 Und ich hörte den Engel, der die Macht über das Wasser hat, sagen: Gerecht bist du, der du bist und der du warst, du Heiliger; denn damit hast du ein gerechtes Urteil gefällt. 6 Sie haben das Blut von Heiligen und Propheten vergossen; deshalb hast du ihnen Blut zu trinken gegeben, so haben sie es verdient. 7 Und ich hörte eine Stimme vom Brandopferaltar her sagen: Ja, Herr, Gott und Herrscher über die ganze Schöpfung. Wahr und gerecht sind deine Gerichtsurteile. 8 Der vierte Engel goss seine Schale über die Sonne. Da wurde ihr Macht gegeben, mit ihrem Feuer die Menschen zu verbrennen. 9 Und die Menschen verbrannten in der großen Hitze. Dennoch verfluchten sie den Namen Gottes, der die Macht über diese Plagen hat. Sie bekehrten sich nicht dazu, ihm die Ehre zu geben. 10 Der fünfte Engel goss seine Schale über den Thron des Tieres. Da kam Finsternis über das Reich des Tieres und die Menschen zerbissen sich vor Angst und Schmerz die Zunge. 11 Dennoch verfluchten sie den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und ihrer Geschwüre; und sie ließen nicht ab von ihrem Treiben. 12 Der sechste Engel goss seine Schale über den großen Strom, den Eufrat. Da trocknete sein Wasser aus, sodass den Königen des Ostens der Weg offen stand. 13 Dann sah ich aus dem Maul des Drachen und aus dem Maul des Tieres und aus dem Maul des falschen Propheten drei unreine Geister hervorkommen, die wie Frösche aussahen. 14 Es sind Dämonengeister, die Wunderzeichen tun; sie schwärmten aus zu den Königen der ganzen Erde, um sie zusammenzuholen für den Krieg am großen Tag Gottes, des Herrschers über die ganze Schöpfung. 15 Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig, wer wach bleibt und sein Gewand anbehält, damit er nicht nackt gehen muss und man seine Blöße sieht. 16 Die Geister führten die Könige an dem Ort zusammen, der auf hebräisch Harmagedon heißt. 17 Und der siebte Engel goss seine Schale über die Luft. Da kam eine laute Stimme aus dem Tempel, die vom Thron her rief: Es ist geschehen. 18 Und es folgten Blitze, Stimmen und Donner; es entstand ein gewaltiges Erdbeben, wie noch keines gewesen war, seitdem es Menschen auf der Erde gibt. So gewaltig war dieses Beben. 19 Die große Stadt brach in drei Teile auseinander und die Städte der Völker stürzten ein. Gott hatte sich an Babylon, die Große, erinnert und reichte ihr den Becher mit dem Wein seines rächenden Zornes. 20 Alle Inseln verschwanden und es gab keine Berge mehr. 21 Und gewaltige Hagelbrocken, zentnerschwer, stürzten vom Himmel auf die Menschen herab. Dennoch verfluchten die Menschen Gott wegen dieser Hagelplage; denn die Plage war über die Maßen groß.

Samstag, 19. Dezember 2009

Sankt-Florian-Politik

Nun ist das Geschimpfe groß.

Wir wissen zwar, daß wir Menschen mit unserer Umwelt-Verpestung und Rücksichtslosigkeit den Planeten ruinieren, aber saturiert und servil wie wir sind, sind wir zu schlapp, um etwas dagegen zu tun.

Sehenden Auges geben die Mächtigen der Welt Vollgas gegen die Wand.

Amoralische, ehrlose, verantwortungslose, kurzsichtige, unethische, destruktive Mächtige sind das, die uns das einbrocken.
Mächtige, die uns also sehr passend repräsentieren.

Merkel, eine der Hauptbremsen beim Projekt Planetenrettung, bekommt für ihr schändliches Verhalten augenblicklich Platz eins der SPIEGEL-Politikerhitliste - Zustimmung 73%!
73 % der Deutschen wünschen sich, daß Destruktive von der Uckermark eine wichtige Rolle in der Politik spielt.

Jene Frau also, die für „notleidende Banken“ hunderte Milliarden aufbringt, Milliarden für reiche Erben, Hoteliers oder schlicht und ergreifend Schrott (Abwrackprämie) rausschmeißt, aber für Klimaschutz und somit unser aller Zukunft nur Peanuts erübrigen will.

Es ist mir unverständlich, wie man ob des Kopenhagener Debakels nun enttäuscht sein kann.

Enttäuschungen können nur entstehen, wenn man zuvor Hoffnungen hatte.
Kann jemand so debil sein, angesichts der CDU-Performance optimistisch gewesen zu sein?

Man muß sich nur die handelnden Personen ansehen.

Merkel vertraut auf einen Klimabeauftragten der CDU namens Ole von Beust, der in seiner Stadt mal eben die größte CO2-Schleuder Europas installiert.
Moorburg, das 2012 für 1,7 Milliarden Euro fertig gestellt werden soll, wird so viel Kohle verbrennen, dass jährlich 8,5 Millionen Tonnen CO2 erzeugt werden.

Das entspricht den jährlichen Abgasen von mehr als 1,4 Millionen PKW - mehr als das Doppelte des gesamten Straßenverkehrs in Hamburg. Das Großkraftwerk ist für den Strom- und Fernwärmebedarf Hamburgs stark überdimensioniert und würde etwa die Hälfte der eingesetzten Energie ungenutzt an die Elbe abgeben. Mit dem Kraftwerksprojekt verbunden sind schädliche Luftemissionen, insbesondere hohe Feinstaubbelastungen. Strömungsveränderungen und die Abgabe großer Mengen warmen Kühlwassers schädigen die Tier- und Pflanzenwelt der Elbe.
(Robin Wood)

Maximierung des Treibhausgas-Ausstoßes auch im bevölkerungsstärksten Bundesland NRW - die schwarzgelbe Landesregierung winkt eine Lex E.on du
rch, die die Vorgaben zum Klimaschutz aus dem Gesetz zur Landesentwicklung (LEPro) entfernt.
Die Landtagsmehrheit aus CDU und FDP will den §26 zur Energiewirtschaft ersatzlos aus dem Gesetz entfernen. Damit stehen klimapolitisch bedeutsame Ziele wie Energieeinsparung, der Ausbau erneuerbarer Energien und Kraft-Wärme-Kopplung auf dem Spiel.

Das rückgratlose unverantwortliche Handeln von CDU und FDP ist in Wahrheit ein liebesdienerisch-unterwürfiger Akt zugunsten von E.on:

„Mit der Streichung von Klimaschutzzielen aus dem Gesetz zur Landesentwicklung setzt die Landtagsmehrheit aus CDU und FDP ihren klimapolitischen Amoklauf fort. Seit 2005 steigen die CO2-Emissionen in NRW wieder an, obwohl schon jetzt ein Drittel aller Treibhausgasemissionen an Rhein und Ruhr entstehen fügt Dirk Jansen, Geschäftsleiter des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) in NRW hinzu. „Die Gesetzesänderung verfolgt erkennbar das Ziel, dass der Energiekonzern E.on in Datteln weiter den größten Kohlekraftwerksblock Europas bauen kann und der Weg für weitere Kohlekraftwerksbauten wie z.B. in Krefeld und Marl frei gemacht wird. Dafür sollen derzeit geltende Klimaschutzstandards geopfert werden.

Zum Umweltminister beruft die Bundeskanzlerin einen Konzern-Lobbyisten Röttgen, der am 1. Januar 2007 Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) werden sollte.

Die Kanzlerin selbst setzt sich in Brüssel gegen CO2-Abgasgrenzerte ein und will gezielt besonders klimaschädliche Autos fördern.

Europas wichtigster Auto-Lobbyist und Klimaschutzgegner ist der CDU-Ex-Verkehrsminister Wissmann.

Ähnlich gelagert auch ihre Abgesandten in Europa.
Der Altindustrie-hörige Oettinger wurde EU-Energiekommissar und beinahe noch schlimmer ist es, daß der ultraatombegeisterte CDU-Mann Herbert Reul den extrem wichtigen Posten des Vorsitzenden des Industrieausschusses im Europäischen Parlament innehat.

Reul können es gar nicht genug Atomkraftwerke sein und daß der Klimawandel von uns verursacht sei, kann der Technikdinosaurier, der auf dem Wissensstand der 1950er lebt auch nicht recht glauben.
"Zweifel am menschengemachten Klimawandel" nennt er seine abstruse vorsintflutliche Ideologie euphemistisch.
Bei den Energiegiganten der Atommafia dürften bereits die Sektkorken knallen.

Das Kopenhagener Nichtergebnis ist ein folgerichtiges und ehrliches Scheitern.
Wohlfeil ist es mit dem Finger auf China und Amerika zu zeigen.
Wir, als der fünftgrößte Klimaverpester der Welt sollten uns an die eigene Nase fassen. Das Personal, das sich deutsche Wähler zum repräsentiert werden aussucht ist der Sargnagel der Umwelt.

Die harschen Urteile für das breite politische Versagen
* in der dänischen Hauptstadt sind zwar in der Sache richtig, aber der überraschte Unterton ist absurd.

* "Floppenhagen! Brokenhagen!", "Die Substanz ist erbärmlich schwach." (Germanwatch-Chef Christoph Bals), "Kopenhagen ist heute Nacht Schauplatz eines Verbrechens, und die schuldigen Männer und Frauen flüchten zum Flughafen." (John Sauven, verantwortlicher Direktor von Greenpeace), "Die internationale Klimapolitik steht vor einem Scherbenhaufen" ("Brot für die Welt"- Direktorin Cornelia Füllkrug-Weitzel), „Was für ein Fiasko: Der Klimagipfel von Kopenhagen ist an knallharter Interessenpolitik der USA, Chinas und vieler anderer Staaten gescheitert. Das Debakel von Kopenhagen ist auch das Debakel von Barack Obama.“ (Markus Becker, SPON), "Staatsstreich gegen die UN", "Verrat an unserer Zukunft", „Klima-Schande“, "Sie boten 30 Silberlinge für den Verrat an unserer Zukunft" (Ian Fry, Vertreter des Inselstaats Tuvalu), "diktatorisches Verhalten", etc..

Das enttäuscht mich nicht, da ich nichts erwartet habe von einer Weltgemeinschaft, die so eine Klima-antagonistische Pfeife, wie die deutsche Bundeskanzlerin als ihre „Klima-Queen“ apostrophiert.

Das enttäuscht mich nicht, da ich nichts erwartet habe von einer Weltgemeinschaft, deren Staatschefs gerade mal für zwei oder drei Stunden anreisen mochten, weil sie es wie Merkel für wichtiger erachteten zuhause zugunsten von reichen Erben und Hoteliers zu kämpfen und auf der Klaviatur der Klientelpolitik klimperten.

Freitag, 18. Dezember 2009

Penektomie

Das Entfernen der männlichen Geschlechtsorgane war zu allen Zeiten der Geschichte und in vielen Kulturen eine beliebte Methode, um unangenehme maskuline Eigenschaften zu variieren.
Eunuchen (v. griech: euné Bett, echô hüten, bewachen) wurden in China, Byzanz, dem osmanischen und assyrischen Reich oder in Europa geschätzt.

Nicht nur als Haremswärter, sondern auch als devote und loyale Hilfskräfte der Mächtigen machten sich die Testosteron-Befreiten beliebt.

Es gibt verschiedene Penektomie-Varianten; zum Beispiel die ausschließliche Entfernung der Hoden, die chemische Kastration, die Komplett-Entfernung von Hoden und Penis, wie sie die Hijras (Indiens „drittes Geschlecht“, immerhin einige Millionen Menschen) durchführen.


Dysmorphophobe oder Atemnophile, die sich selbst Penis und Hoden als „Body-Modification“ abhacken, sind in Europa eher selten.

Dabei gibt es schonende Methoden, wie die von dalank.de angepriesene „Entgliedung“:

Dabei werden im Wesentlichen nur die Schwellkörper entfernt; die überschüssige Haut und Leitungen werden angemessen gestrafft und verkürzt, während die normale Empfindlichkeit in vollem Maße gewährleistet bleibt (kein Inkontinenzproblem). Auch diese Maßnahme beseitigt dauerhaft das aufdringliche Verhalten der Männer und die zwanghafte Beschäftigung mit Ideen, die sie nur von ihrer wirklichen Bestimmung abbringen. Sie verhindert ebenfalls die drohende Verdünnung der Erbmasse, da weiteren Zeugungsvorgängen zwar grundsätzlich nichts im Wege steht, sie aber die Hilfe einer Ärztin erfordern und daher leicht zu kontrollieren sind.

Im Deutschland des 21. Jahrhunderts ist die operative Destesteronisierung zu Unrecht in ein schiefes Licht geraten.

Zuletzt hatte Armin Meiwes, der sogenannte Kannibale von Rotenburg auf die Technik der Penektomie aufmerksam gemacht, als er im März 2001 den 43-jährigen Diplom-Ingenieur Bernd Jürgen Armando Brandes „entmannte“.
Nun ja, das war vielleicht gut gemeint - aber das dual-use-Prinzip, also die kulinarische Zweitverwertung des Gliedes, war PR-mäßig eher ein Desaster.

Um das heikle Thema zu beenden, möchte ich zum Schluß der Vollständigkeit halber noch auf die in gewissen Kreisen immer mehr um sich greifende MPEE verweisen.

Dieses Kürzel wird gerne verschämt verwendet, um eine an sich natürliche Sache nicht beim Namen nennen zu müssen.
Einige Menschen sprechen schließlich immer noch im Flüsterton von „GV“, wenn sie „Geschlechtsverkehr“ meinen.

Die MPEE, die Merkelsche Polit-Enteierung, ist mittlerweise aber ein recht gewöhnliches Machtmittel der CDU-Vorsitzenden geworden.

Ihre Operationstechnik ist nach wie vor nicht bekannt, aber in informierten Kreisen wird gemunkelt, daß Merkel mit ihrem Voodoo-haft und manischem SMS-Tippen auf magische Weise die Testikel ihrer Konkurrenten über UMTS restlos wegschrumpfen läßt.

Diese Behandlung wiederfuhr bereits so einigen CDU-Größen, wie Koch, Schäuble oder Friedrich Merz, die sich einst als Konkurrenz sahen und nun, nach der MPEE, entweder devot ihrer Parteichefin folgen, oder sich verschämt ins stille Kämmerlein zurück gezogen haben.

In nur fünf Tagen gelang es der Bundeskanzlerin diese Woche ein besonders Testosteron-gesteuertes Nordmännchen politisch zu enteiern.

Der just noch mit Bassstimme brüllende „Ihr habt sie doch nicht alle“-Carstensen, stimmte heute demütig Merkels Volksverdummungsbeschleunigungsgesetz im Bundesrat zu.

Der MPEE-Impuls aus dem Kanzleramt war offenbar stark genug, um die ebenfalls aufmüpfigen MPs Tillich, Müller und Oettinger, gleich mit auf Linie zu bringen.

Alle Schwarz/Gelben stimmten im Bundesrat für das unbestritten zweckfreieste und allgemeinwohlfeindlichste Gesetz der jüngeren deutschen Geschichte.

Mitten in der Wirtschaftskrise werden auf Kosten der Allgemeinheit Geschenke an reiche Erben und Hoteliers verteilt.
Tillich und Carstensen können zwar nicht sagen wieso, aber sie behaupten, daß sich ihr Widerstand gelohnt habe.

Rationale Erklärungen gibt es nicht, wie verwundert die TS feststellt:
Die Einigung auf ein einheitliches schwarz-gelbes Ja gab kam erst gestern Abend bei einem Kamintreffen der Unionsländerchefs mit Kanzleramtsminister Ronald Pofalla und Unionsfraktionschef Volker Kauder. Das ist zumindest die offizielle Erzählung - bis kurz vorher hatte sich Carstensen schließlich noch nicht festlegen wollen. Was genau die Herren vor dem Feuer umstimmte, ist allerdings unklar. Alle Gaben, die sie nun als Begründung anführen, waren vorher bekannt.

Der von mir eigentlich hoch geschätzte Thorsten Denkler ist sich ebenfalls zu fein, um den wahren Grund für das Umfallen der Provinz-MP’ler zu nennen.
So schreibt er unter dem Titel „Merkels neuer Bettvorleger“ über die heutigen Vorgänge:

Loyalität geht wohl vor Schuldenabbau: Anders ist nicht zu erklären, warum Ministerpräsident Carstensen im letzten Moment die Hand hebt für ein Gesetz, das nur neue Schulden produziert - und seinem Land Probleme bereitet. … Natürlich ist er eingeknickt. Das war absehbar.

Sachliche Gründe für das Gaga-Gesetz zu stimmen, gab es selbstverständlich nicht:

Kein namhafter Ökonom, der das Gesetz gutheißen würde, der gar nennenswerte Wachstumseffekte voraussagen könnte, wie der Name des Gesetzes glauben machen will. Kaum ein Ministerpräsident, egal welcher Couleur, der an dem Gesetz nichts zu kritisieren hätte. Und dennoch: Zustimmung. Carstensen ist der klassische Fall eines Mannes, der sich als Tiger hat feiern lassen und der jetzt als Merkels neuer Bettvorleger froh sein kann, wenn nicht alle auf ihm rumtrampeln. Er hatte nicht mal mehr den Mumm, im Bundesrat seines plötzliches Ja zu erklären. Dass der Mann aus dem Norden die Chance verpasst hat, sich als Wahrer der Interessen nachfolgender Generationen zu profilieren, sei mal dahingestellt. Dass aber die schwarz-gelben Länder sich auch noch auf eigene Kosten derart vor den Karren des Bundes spannen lassen, ist mehr als fahrlässig.

Also wirklich Herr Denkler - wenn man die entscheidende Information weglässt, klingt das Vorgehen des bärtigen Kielers natürlich vollkommen unverständlich.

Es war die MPEE, die ihn gefügig machte.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Massenpsychosen.

Die Merkel-II-Regierung ist schon mehr als in Nöten; sie steht nach nur sechs Wochen vor einem Scherbenhaufen.
Was zunächst lediglich nach einem Pannenstart und „verstolperten Anfang“ aussah, hat sich inzwischen zu einem Desaster auf praktisch jedem Politikfeld ausgeweitet - dabei sind die schwierigsten Brocken bisher verschämt ausgeklammert worden.
Wie das Gesundheitssystem auf Kopfpauschale umgestellt und das Steuersystem reformiert werden soll, ist mehr als rätselhaft.
Hoffnungen auf grundlegende Verbesserungen machen sich nicht einmal mehr die notorisch schwarz-gelb-freundlichen Wirtschaftsweisen und Ökonomie-Auguren - so gründlich hat dieses Kabinett seine generelle Unfähigkeit unter Beweis gestellt.
Ganz offensichtlich sind die Minister nach Steinbach-Streit, Kunduz-Katastrophe und Stundenhotel-Subventionen bereits in die innere Immigration gegangen.

Paradebeispiel ist der ermattete Wolfgang Schäuble, von dem sich die Unions-Claqueure so viel erwartet hatten.
Unabhängig und durchsetzungsstark sollte er den Haushalt konsolidieren.
Stattdessen akzeptiert er paralysiert die höchste Verschuldung aller Zeiten.
Großzügige Geschenke zur Unzeit für das FDP-Klientel (reiche Erben, Besserverdienende und Hoteliers) stören ihn nicht.

Claus Hulverscheidt kann es nicht fassen:
Ohne mit der Wimper zu zucken, winkt Haushaltsminister Schäuble die schwarz-gelben Wählerbeglückungsvorhaben durch.
Dabei habe man gerade von Schäuble als Chefhaushälter so viel erwartet.
Umso größer ist jetzt die Enttäuschung, dass nirgendwo in diesem Etatentwurf die Handschrift des Ministers erkennbar ist. Im Gegenteil: Schäuble setzt die Wählerbeglückungsvorhaben der schwarz-gelben Parteispitzen um, ohne sie auch nur an einer einzigen Stelle zu hinterfragen. Selbst die von der Fachwelt zerrissene Mehrwertsteuersenkung für Hoteliers winkt er einfach durch.

Die Kanzlerin selbst ist sichtlich ermattet und desillusioniert.
Ist sie bereits derart angeschlagen, daß sie einfach aufgegeben hat?

Stefan Braun beschreibt den heutigen Auftritt der Kanzlerin in diesem Sinne:
Als sie am Donnerstagmorgen im Bundestag zur Regierungserklärung ansetzt, schafft sie es binnen Sekunden, der Aufgeregtheit der letzten Tage einschläfernde Ruhe entgegenzusetzen. Es kommen keine satten Sätze, keine überraschenden Aussagen. Es kommt eine ziemlich leise, ziemlich monoton langweilige Stimme. Merkel spricht zwar von "großer Zufriedenheit" und "Aufbruch", sie freut sich über den Lissabon-Vertrag und mahnt vor dem Klimagipfel in Kopenhagen, endlich voranzukommen. Dabei aber liest die Kanzlerin ihren hölzernen Text minutenlang einfach müde vom Blatt ab.
Nachdem die schwarz-gelben Probleme einzigartig kulminiert seien, „dimmt die Kanzlerin mit einer einschlummernden Rede einfach das Licht herunter.“

Wenig tröstlich für die Kanzlerin, daß es ihren beiden K.O.alitionspartnern eher noch schlechter geht.
Seehofers CSU hat soeben den gesamten Freistaat finanziell ruiniert und befindet sich in Aufruhr:
CSU-Chef Horst Seehofer erwartet in seiner Partei "ungeheure persönliche Spannungen" wegen der Milliardenverluste durch die Bayerische Landesbank (BayernLB). Das sei "völlig klar, wenn man Vergangenheit aufklärt, die mit anderen Personen besetzt war", sagte Seehofer in der Nacht zu Donnerstag im Fernsehsender n-tv.
Wie die CSU zur Pleite-Partei wurde.

Die FDP wiederum hat nach elf langen Jahren Opposition in nur einem guten Monat sämtliche in einer Dekade postulierten Versprechungen gebrochen:

Vorratsdatenspeicherung und SWIFT-Schnüffelei konterkarieren jeglichen „freiheitlichen“ Anspruch und in der Wirtschaftspolitik kommt selbst Promille-Minister Brüderle Leichtfuß nicht umhin zu sehen, daß man bisher stets das Gegenteil des Vernünftigen getan hat.
Das aktuelle SPIEGEL-GESPRÄCH (siehe Druckausgabe) mit dem peinlichen Provinzler steht programmatisch unter der Überschrift: "Ich schäme mich nicht"

Frech sagt er sein Sprüchlein auf:
„Mehr Eigenverantwortung, privat geht vor Staat. Für diesen neuen Kurs wurde die schwarzgelbe Bundesregierung gewählt, und dazu werden wir stehen“.

Daß das Gegenteil dessen geschieht, kann man offenbar nur übersehen, wenn man schon einige Schoppen intus hat.
FDP dringt auf neue Subventionen und verkompliziert das Steuerrecht noch mehr.
Dies ist sogar die erste große Maßnahme der Partei, die eine Dekade lang jede Stunde großspurig Steuervereinfachungen predigte.
Nun aber halber Steuersatz auf Hotelübernachtungen.
Gut für die Kunden des horizontalen Gewerbes.

Schlecht für die Hotelkonkurrenten - denn das Mehrwertsteuersystem wird unter FDP-Führung nicht nur komplizierter, sondern auch ungerechter:
Der Hotellier kann nun Leistungen für 7% MWSt anbieten, der Restaurantbesitzer nebenan ist aber weiterhin mit 19% gestraft.
Die so sehr herbeigewünschte „Eigenverantwortung“ für den „mündigen Bürger“ schränkt die FDP ebenfalls als erstes ein:
Um die ach so armen Apotheker - die treuste FDP-Klientel - zu erfreuen, vereinbarte die K.O.alition das Verbot von Medikamentenverkauf in Drogerien.
Mehr staatliche Fesseln und Regelungen zum Schaden des Wettbewerbs - so sieht also die erste Maßnahme der „Liberalen“ aus.
Der Vorsitzende der Monopolkommission spricht von "skandalöser Klientelpolitik".

Nur die, die es wirklich nötig hätten, gehen leer aus - Milliardengeschenke gibt es nur an die Reichen.

Der SPIEGEL weist den Weinbruder im Minutentakt auf den paradoxen Lügenkurs seiner Partei* hin, aber der ist eben schamfrei. Daß er keine Antworten geben kann, ficht seine Lebensfreude nicht an.

*„Die Europäische Union hat gerade entschieden, den USA tiefe Einblicke in die Geldgeschäfte ihrer Bürger zu erlauben. In der FDP war von der Beerdigung des Bankgeheimnisses die Rede, aber nun hat Deutschland doch mitgemacht.“

„Sie waren auch mal für mehr Wettbewerb im öffentlichen Verkehr und wollten das Bahn-Monopol knacken. Nun bleibt erst einmal alles beim Alten. Warum lassen Sie sich den Schneid abkaufen?“

„Im Wahlkampf hat sich die FDP gegen weitere staatliche Schulden ausgesprochen. Jetzt plant die Koalition eine Steuerentlastung, ohne zu sagen, wie das finanziert werden soll.“

Der größte Witz ist natürlich, daß unter einem Vizekanzler Westerwelle, der uns in den letzten Jahren jeden Tag ungefragt wissen ließ, daß man nicht mehr Schulden machen dürfe, da Schulden von heute die Steuererhöhungen von morgen wären, nun die Schulden auf einen nie dagewesenen Rekord hochgewuchtet werden.

100 Milliarden Neuverschuldung im ersten Haushaltsjahr Schwarz-Gelb.

Der Wähler ist ob der Stümperperformance aus Berlin inzwischen kollektiv verrückt geworden.

Anders kann man sich folgende Meldung nicht erklären:

Sie [die CDU] kletterte [bei der Sonntagsfrage] um einen Punkt und erreichte erneut ihr Jahreshoch von 37 Prozent. Bei der Frage, wen die Deutschen direkt zum Kanzler wählen würden, entschieden sich nur 18 Prozent für Gabriel, 61 Prozent würden für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) stimmen. Sie erzielt damit trotz des Fehlstarts von Schwarz-Gelb höhere Werte als vor der Bundestagswahl. Im stern-RTL-Wahltrend sackte [die SPD] im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt ab und landete damit wieder bei ihrem historischen Tief von 19 Prozent.

Um nicht zu tief in psychologische Untiefen abzugleiten, bemühe ich ausnahmsweise ganz gegen meine Gewohnheit Wikipedia und gucke nach, was da eigentlich zum Thema „Schizophrenie“ steht:

Schizophrenie ….. ist als eine Diagnose für psychische Störungen des Denkens, der Wahrnehmung und der Affektivität gekennzeichnet.

Charakteristische Positivsymptome sind formale und inhaltliche Denkstörungen, Ich-Störungen, Sinnestäuschungen und zudem motorische Unruhe.

Typisch für die inhaltlichen Denkstörungen ist Wahnbildung.

Als Negativsymptome bezeichnet man die Einschränkungen des normalen Erlebens.

Zu [den Negativsymptomen] gehören

1) „dynamische Entleerung“ (Dies kann einen Mangel an Motivation zu Aktivitäten mit resultierender Antriebsarmut, defizitäre Zukunftsplanung, bis hin zu weitgehender Perspektivlosigkeit umfassen. Im weiteren Sinne könnten auch depressive Symptome hier zugeordnet werden.)

2) „kognitive Defizite“ (kognitiv: Auffassung und das komplexe Denken betreffend. Das Denken wird kurzschrittig; mehrschichtige Zusammenhänge werden in ihrer Komplexität nicht mehr begriffen.)

3) sowie „motorische Defizite“, also etwa eine Reduzierung von Mimik und Gestik. Die Mimik, aber auch das Bewegungsspiel für Gestik, ist reduziert. Motorische Einengung kann auch Spracharmut (Alogie) umfassen.


Ganz offensichtlich können auch ganze Bevölkerungen epidemisch von Schizophrenie betroffen sein.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Arbeitsniederlegungen.

Es gibt Wehrdienst und als Alternative den Kriegsersatzdienst.
Lieber sagt man „Zivildienst“, weil das Wort „Krieg“ in Deutschland ganz fürchterlich unbeliebt ist.
Der zuständige Minister heißt deswegen auch immer „Verteidigungsminister“ und nicht etwa „Kriegsminister“, auch wenn er den ein oder anderen Krieg, oder gar Angriffskrieg führt.

Jedenfalls erinnere ich mich nicht an etwaige Kriegserklärungen Serbiens oder Afghanistans an Deutschland, gegen die wir uns zu verteidigen gehabt hätten.
Ich meine, ich bekomme auch nicht alles mit - sind irgendwann Taliban in Deutschland eingefallen?
Und wenn ja, wo?
Kamen die über die Alpen wie einst Hannibal?
Oder auf dem Seeweg?

Bis zum November 2009 gab es in Afghanistan allerdings auch noch keinen Krieg, sondern nur „Stabilisierungseinsätze in einem nicht-internationalen bewaffneten Konflikt“.

Nach dem Amtsantritt von Karl-Theodor Baron zu Münchhausen sind diese „Stabilisierungseinsätze in einem nicht-internationalen bewaffneten Konflikt“ allerdings „kriegsähnlich“.

Das ist allerdings immer noch kein Krieg, denn im Krieg ginge der Oberbefehl an die Bundeskanzlerin über - GG Art. 115b - und die weiß bisher offenbar noch gar nicht, daß überhaupt Deutsche in Afghanistan sind.

Da Guttenberg noch am Drücker ist und die Befehlsgewalt ausübt - GG Artikel 65a - , ist also auch noch kein Krieg.
Soweit, so schlecht.

Die Uno befand am 12. September 2001 in der Sicherheitsrats-Resolution 1368, daß die USA angegriffen wurden und sich nun weltweit verteidigen könnten.
Seither werden unter der Überschrift „Operation Enduring Freedom“ (OEF) weltweit Militäreinsätze unter der Führung des US-Centcom geführt werden.

Das ISAF-Mandat (International Security Assistance Force) erlaubt, daß deutsche Soldaten der - ähemm - „legitimen“ Regierung Afghanistans gegen Aufständische helfen - und zwar „friedenserzwingend“.
ZWANG zum Frieden gibt es also schon seit 2001.

Die Verhaltensregeln gibt ISAF-Chef Stanley A. McChrystal vor.
Speziell für deutsche Soldaten in Afghanistan gibt es noch die von der Bundesregierung erstellten Einsatzregeln, die sogenannte „Taschenkarte“, die offenbar Waffengewalt nicht nur bei „Gefahr im Verzug“ oder „unmittelbaren Bedrohungen“ zulassen.

Franz Josef Jung hatte die Taschenkarte im Juli 2009 überarbeiten lassen.

Was genau die „Bürger in Uniform“, vulgo Bundeswehrsoldaten, am Hindukusch nun genau tun und lassen dürfen, wüßte ich auch gerne.

Merkel, Jung und nun auch Guttenberg und Westerwelle halten die „Taschenkarte“ allerdings geheim.
Sie wurde bisher nicht veröffentlicht, weil Schwarz-Gelb, mindestens ebenso wie vorher schwarz-rot, befürchtet, daß die Deutsche Öffentlichkeit bemerken könnte, daß die deutschen Jungs in Uniform nicht bloß Blumenpflanzen, Brunnengraben und Mädchenschulen errichten.

Die Kanzlerin Merkel war schon als Oppositionsführerin so kriegsfreundlich, daß sie ob des Schröder-Fischerischen „Nein“s zum Irakkrieg eigens schleimspurziehend auf Knien nach Washington rutschte, um George W. Bush zu versichern, daß Deutschland unter ihrer Führung an der Seite Amerikas in den Irak einmarschiert wäre.

Völkerrecht, Grundgesetz, die Wahrheit und andere Petitessen übersah die CDU-Göttin dabei - nebbich.

Wenn es ums Große geht, ist die Uckermarker Wuchtbrumme auch entsprechend großzügig - Fakten, oder gar Logik können da nur verwirren.

So ist auch die Merkel’sche Regierungserklärung am 8. September zu den Kunduz-Bombardierungen zu verstehen.

Sie war zu dem Auftritt gezwungen, weil ihr hoffnungslos debakuliernder Verteidigungsminister Jung sich um Kopf und Kragen stammelte.
Sie sagte was ein Regierungschef sagen muß in der Situation:
Unschuldige Opfer dürfe es nicht geben und im Übrigen garantiere sie, daß jetzt alle Details an Licht kämen; die genauen Umstände würden genauestens aufgeklärt.

Das klang noch nicht mal so schlecht.
Nur hat Merkel natürlich nie etwas davon in die Tat umgesetzt.

Sie kümmerte sich stattdessen überhaupt nicht mehr um das Thema.
Statt Aufklärung gab es professionelle Vernebelung und was in der aktuellen Taschenkarte steht, wird bis heute als Staatsgeheimnis betrachtet.
Drei Monate später hat sich Merkels nächster Verteidigungsminister in Widersprüche und hanebüchene Managementfehler verstrickt.
Die Informationen, die Merkel am 8. September vor dem Hohen Hause präsentierte, haben sich als falsch erwiesen.

Es hat also nicht, wie damals Jung und Merkel suggerierten, ein deutscher Oberst außer Rand und Band in Furcht um seine Jungs zwei Tanklaster gesprengt und dabei unabsichtlich den ein oder anderen Zivilisten kollateralisiert.

In Wahrheit hat Oberst Klein gegen die ISAF-Einsatzregeln verstoßen - was auch zu den harschen Verurteilungen aus Frankreich, England und vor allem von General Stanley A. McChrystal führte.
Klein tat das aber nicht, weil er auf Droge war, oder unter Hirnerweichung litt, sondern weil er offenbar gezielt Menschen töten wollte - gestützt auf die vom Bundeskanzleramt und Verteidigungsminister im Sommer 2009 neu formulierten Einsatzregeln.

Im Falle von Kriegseinsätzen geht nichts ohne das Bundeskanzleramt und daher ist Merkel in einer No-Win-Situation:
Hat sie die Taschenkarte abgesegnet, oder gar selbst formuliert, dann hat sie vor dem Bundestag gelogen.
Hat sie das nicht getan, dann hat sie ihr Amt nicht im Griff und läßt das brisanteste und wichtigste außenpolitische Thema links liegen.

Hat Merkel etwa tatsächlich alles laufen lassen, ohne sich die entsprechenden Abteilungsleiter kommen zu lassen? Fragen über Fragen.
Hatte sie kein Interesse an der „Chefsache Afghanistan und Tanklasteraufklärung“?
Daß ISAF-Chef McCrystal, Frankreichs Außenminister Bernard Koucher und Englands Außenminister David Milliband schon Anfang September 2009 der deutschen Darstellung über die Kunduz-Luftschläge heftig widersprachen, hat Merkel also NICHT dazu veranlasst sich mal General Schneiderhan oder Staatssekretär Wichert einzubestellen und zu fragen „Was war denn da nun wirklich los“?
Immerhin lagen die entsprechenden Einsatzberichte teilweise schon Stunden nach dem Vorfall vor - nur Merkel will bis heute nichts mitbekommen haben?
Die Chefin der Chefsache?

Die Forderungen nach einer Regierungserklärung lehnte die Bundesregierung schlicht und ergreifend ab.
Merkel sagt nichts, geht auf Tauchstation und tut mal wieder so, als ob sie gar nicht dazu gehört, wenn es kritisch wird.

Wer den „Dienst an der Waffe“ verweigert, MUSS übrigens den „Wehrersatzdienst“ ableisten. Sonst heißt es Knast.

Glücklicherweise gelten diese Regelungen nicht für Bundesregierungen.
Deren Mitglieder können sich einfach totstellen und weder das eine noch das andere tun.

Statt Knast gibt es dafür hohe Zustimmungsraten (70% finden Merkels Amtsführung prima)

Diese Merkelsche „Geht mich doch nichts an“-Haltung macht inzwischen schon Schule.

So empörte sich Sabine Leutheusser-Schnarrenberger über das SWIFT-Abkommen und ignorierte dabei, daß ihre eigene Regierung es erst möglich gemacht hat (durch die Enthaltung des Innenministers).

Noch cooler die gestrige Performance in Karlsruhe zur Vorratsdatenspeicherung.

Die Bundesregierung sah sich einer Massenklage gegenüber. 34.000 Menschen hatten Verfassungsbeschwerde eingelegt.
Die Verfassungsrichter hörten sich die Argumente an. Großer Medienauflauf. Der Stuhl der Verteidigung des Gesetzes blieb leer.
Die Justizministerin erschien einfach nicht - was die Richter doch außerordentlich verwunderte.

In der Sache will ich der Bundesministerin gar keinen Vorwurf machen - schließlich ist sie als Privatperson selbst eine der 34.000 Klägerinnen: Sie hält das Gesetz für genau schlecht wie die Videoüberwachung, das Swift-Abkommen oder den Großen Lauschangriff.

Bevor sie sich das Rückgrat operativ entfernen ließ, trat sie auch schon mal zurück, wenn sie als Ministerin einen Kurs partout nicht tragen konnte.

Heute ist es ihr Wurscht - sie macht es wie Merkel und geht einfach nicht hin, wenn es heikel wird.

Glatte Arbeitsverweigerung.
Eigentlich ist es ihre Pflicht als Justizministerin, das beschlossene Gesetz mit Zähnen und Krallen zu verteidigen - immerhin hat sie einen Eid darauf geschworen.
(ZDF)

Aber so wird man beliebt.

Guttenberg hat als Wirtschaftsminister auch keine einzige Regelung angestoßen, kein Gesetz initiiert und sich fein aristokratisch überall rausgehalten.
Schavan guckt entspannt und tatenlos zu, wie das deutsche Bildungssystem immer mehr verkommt.

Ich kann mich an überhaupt keinen CDU-Minister aus der letzten Legislatur erinnern.
Haben die irgendetwas gemacht?

OK, da war Schäuble, der als Verfassungsminister tagtäglich damit beschäftigt war selbiges auszuhöhlen und da war Ankündigungsministerin von der Leyen, die von steigenden Geburtenraten und Stopp-Schildern fabulierte, aber ersteres war eine glatte Lüge und letzteres ist längst wieder im Orkus verschwunden.

Tatsächlich etwas getan haben nur die SPD-Minister und gedankt wurde es ihnen bekanntlich nicht.

Dienstag, 15. Dezember 2009

Ratzi lo vult.

Die Römisch-katholische Kirche hat ein Imageproblem.
Nahezu im Stundetakt kommen aus aller Welt die Meldungen über ephebo- und pädophile Zölibatler, die sich an kleinen Jungs (und sehr viel seltener auch an Mädchen) vergreifen.

Es wundert mich, daß man hier von einem PR-Desaster spricht.
Meiner Ansicht nach ist das ein prinzipielles und grundlegendes Desaster, das eigentlich desaströs genug sein müßte, um die RKK zum Einstürzen zu bringen.

Die 1.200 Millionen katholischen Schäfchen sind allerdings gegenüber Kindsmissbrauch außerordentlich tolerant und bekennen sich brav weiter zu der amoralischen Institution.

Es gibt nicht die geringstes Zeichen für ein Abebben der Skandalmeldung zu den myriadenfachen Sexübergriffen der HOCHwürden, Exzellenzen, Monsignores und Eminenzen auf Kinder.

Zur Illustration ein paar zufällige Meldungen aus dem ABUSETRACKER der letzten Tage:

Kanada, Dienstag, 15.12.09, Diözese von Alexandria-Cornwall:
Commissioner Normand Glaude beklagt die mangelnde Zusammenarbeit mit der Erzdiözese bei der Aufklärung von sexuellen Übergriffen auf kleine Jungs durch Priester.
Die Kirche verschleiere und verzögere die Aufklärung; Berichte wären seit Monaten überfällig, die Kirche sei "less concerned about victims than about public embarrassment."


Kanada, Dienstag, 15.12.09, Diözese von Alexandria-Cornwall:
Bischof Paul André Durocher entschuldigt sich für den fortgesetzten und systematischen Kindesmissbrauch durch Priester und Ordensleute seit den 1950er Jahren:
Speaking in French, Durocher apologized to all of the victims of sexual abuse committed by priests. He said he would offer counselling to the victims to help them heal and rebuild their lives.

USA, 14.12.09, Diözese von Milwaukee:
Ex-Erzbischof Rembert Weakland: "I apologize to the faithful of the Archdiocese, which I love so much" Allein die Erzdiözese Milwaukee listet auf ihrer Webseite 42 Priester auf, die sich an Kinder heran gemacht haben und nie wieder mit Kindern allein gelassen werden dürfen.

USA, 15.12.09; Erzdiözese Chicago:
Priester Chester Przybylo, 59, steht vor Gericht, weil er einen 13-Jährigen Jungen sexuell missbraucht hatte. Obwohl die Diözese bereits letztes Jahr 1,4 Mio Dollar an das Opfer zahlte und somit die Schuld zugab, darf Vater Przybylo weiterhin die Messe lesen.

Australien 16.12.09, NSW-district:
Priester John Sidney Denham, der schuldig gesprochen wurde mindestens 39 Jungs im Alter zwischen 7 und 16 Jahren sexuell missbraucht zu haben und nun im Knast sitzt, muß sich um seine Resozialisierung keine Sorgen machen. Er wird nach seiner Entlassung weich in den Schoß der Kirche fallen:
His former colleague, Catholic Father Martin Wilson, yesterday told the NSW District Court Denham was a "pleasant and knowledgeable person". He said it would "be the right thing" for the Chevalier Resource Centre in the eastern Sydney suburb of Kensington to re-employ Denham after his release. "We don't have many children around . . . it doesn't have a kiddie section or anything like that," Father Wilson said.

Irland, 14.12.09, Murphy-Report.
(Nach dem von der Richterin Yvonne Murphy verfassten Bericht soll das Erzbistum Dublin 30 Jahre lang - insbesondere zwischen 1975 und 2004 - Fälle von sexuellem Missbrauch durch Geistliche systematisch vertuscht haben.) Obwohl nachweislich an die 30.000 Kinder in Irland unter Aufsicht der Kirche gequält und durch Priester missbraucht wurden, müssen sich die Täter keine allzu großen Sorgen um ihr Renommee machen - denn anders als beispielsweise bei Nazi-Sympathisanten nach dem WK-II, die geächtet wurden, haben Pädophile in der Kirchen große Sympathien. Dies beschreibt ein Mitarbeiter des Rape Crisis Centre so:
Abusive clergy had the additional advantage of the backing of the Catholic Church, a church which demonstrated time and time again a willingness, indeed an eagerness, to cover up the most savage crimes. After World War Two, people who harboured Nazis were hounded and vilified as Nazi sympathisers, and now the Murphy report has exposed another type of sympathiser: the paedophile sympathiser. Paedophile sympathisers are dressed up as men of God. Men who put Holy Communion into our children’s’ mouths while all the time plotting, fantasising and covering up their abuse.

Diese Liste könnte man unendlich weiterführen - aber ein Blick in die letzten 48 Stunden dürfte reichen.

Bemerkenswert ist die Reaktion des Papstes, der insbesondere ob der Schockberichte aus „dem katholischen Bollwerk“ Irland leicht genervt wirkt:
Papst Benedikt XVI. hat nach den Missbrauchsskandalen in der irischen Kirche Konsequenzen angekündigt. Er werde die Aufklärung persönlich verfolgen und für eine geeignete Prävention Sorge tragen, heißt es in einer Erklärung des Vatikans.

Eine Reaktion, die zwar das ZDF knackig findet, die aber selbst RADIO VATIKAN etwas lau vorkommt:

Die Opfer von sexuellem Missbrauch durch Priester in Irland äußerten sich unterdessen enttäuscht über die Reaktion des Papstes auf den Murphy-Report. Das von Benedikt XVI. ausgedrückte „Bedauern“ sei ohne personelle Konsequenzen „bedeutungslos“ und „bestenfalls unaufrichtig“, zitiert die Zeitung „Irish Examiner“ die Vorsitzende der Opfergruppe „One in Four“ (Einer von Vieren), Maeve Lewis. Der heutige Papst, der bis 2005 Präfekt der Römischen Glaubenskongregation war, müsse seit langer Zeit vom „Ausmaß des Problems“ gewusst haben, so Lewis. Informationen über die Täter seien über die Jahre hinweg „routinemäßig“ an den Vatikan gesandt worden. Benedikt XVI. müsse die Verantwortung der Kirche insgesamt anerkennen, statt einzelnen Priestern die Schuld zu geben. Nach Erkenntnissen der von der irischen Regierung eingesetzten so genannten Murphy-Kommission wurden im Erzbistum Dublin über Jahrzehnte hinweg sexuelle Missbrauchsfälle durch Geistliche systematisch vertuscht.

Aber, man soll ja nicht so überkritisch sein. Also: Wie nett - nach Jahren und Jahrzehnten will auf einmal der Vatikan „Konsequenzen“ ziehen?
Ich bin verblüfft.

Das Irische Episkopat beschäftigte sich letzte Woche gar drei Tage mit dem Thema „Warum unsere Priester ununterbrochen Kinder poppen wollen".

Da lohnt es sich genauer nachzulesen, was der Papst zu tun gedenkt.

Könnte man meinen.

Aber dazu braucht man nicht viel zu lesen, denn die Hauptursachen für die Konzentration von sexuell Verwirrten unter der Priesterschaft gedenkt Ratzinger NICHT abzuschaffen.
Zölibat und das Verbot von Frauenordinierung bleiben bestehen.

Der Pontifex Schleimicus nimmt lieber in Kauf, daß weiterhin Zehntausende Kinder molestiert werden, als daß er seine antiquierte Einstellung aufgibt.

Dieser Zölibat hat nun - wenig überraschend - die Konsequenz, daß der Priesterberuf gerade auf die Menschen besonders anziehend wirkt, die aus unterschiedlichen Gründen einer Mainstream-Sexualität nichts abgewinnen können und sich außerdem von Frauen fernhalten wollen.

Da ist ein Priesterseminar genau das richtige Sammelbecken. Nun ja, sooo antiquiert nun auch wieder nicht.

Es ist eher modern Priester dazu zu zwingen unverheiratet zu sein.

Ganz früher mal war das anders - so vor 2000 schrieb ein gewisser Paulus in einem offensichtlich nicht sonderlich relevanten Buch, namens Bibel, etwas ganz anderes:

Es heißt im neutestamentarischen Text 1, Timotheus 3, daß Bischöfe (Priester) Kinder haben und verheiratet sein sollten.

Der Obertheologe und Stellvertreter Gottes auf Erden interpretiert anders. Ratzinger folgert aus:
2 Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau,……. 4 einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat in aller Ehrbarkeit. 5 Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen?

daß Bischöfe und Priester im Zölibat leben müssen; ehe- und kinderlos.

Die Bibel scheint für den Papst irrelevant zu sein.

Ratzinger wird also nichts gegen den Kindesmissbrauch durch seine Priester tun und weiterhin die Bedingungen so gestalten, daß Pädo- und Ephebophile regelrecht durch seine Organisation heran gezüchtet werden.

Er zeigt den Opfern also den Stinkefinger - dies aber natürlich in besonders einfühlsamen Worten, wie man auch im christlichen ZDF zu würdigen weiß:

Mit auffallend emotionalen Worten verurteilt das im Anschluss an das Treffen veröffentlichte Kommunique des vatikanisch-irischen Kirchengipfels das skandalöse Fehlverhalten von Priestern. Der Papst sei erschüttert, er teile die Empörung, das Gefühl des Verrats und die Scham der irischen Öffentlichkeit. Die Täter hätten ihr Versprechen gegenüber Gott gebrochen und Verrat an den ihnen anvertrauten Gemeinden begangen. Zugleich kündigt der Papst eine entschiedene Aufklärung und Maßnahmen an, die eine Wiederholung verhindern sollen.

Montag, 14. Dezember 2009

Macht Euch die Erde Untertan

Im Deutschen Bundeskabinett sitzen 100% Christen.
Philipp Rösler und Anette Schavan sitzen sogar im Zentralkomitee der deutschen Katholiken; Innenminister de Maizière gehört dem Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags an.

Die Damen und Herren kennen also vermutlich die Bibel, in der es gleich zu Anfang (1, Moses - Genesis) heißt:
28 Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen.

Gleich der erste Punkt ist das Todesurteil für Flora und Fauna unseres Planeten - niemand kann heute mehr ernsthaft bestreiten, daß die Überbevölkerung das mit Abstand schlimmste Problem der Erde ist - aus dieser Überdosis Mensch resultieren nämlich alle anderen Megaprobleme, wie Krieg, Hunger, Kampf um Ressourcen, Not, Elend, Klimakatastrophe, Umweltverschmutzung und Ausrottung unserer tierischen und pflanzlichen Mitgeschöpfe.

Gott ist also schon so früh ein echter Kardinalfehler unterlaufen.
Hätten er seine Schöpfung langfristiger geplant, müßte es heißen:
„Seid unfruchtbar und dezimiert Eure Zahl“.
Daß ausgerechnet seine sogenannte „Krone der Schöpfung“ so fürchterlich missriet, merkte Gott später dann auch daran, daß er seinen eigenen Sohn kreuzigen lassen mußte, um deren Macken zu kompensieren.
Die feine englische Art ist das natürlich auch nicht, sich selbst einen schlanken Fuß zu machen und Untergebene die Suppe auslöffeln zu lassen, die man selbst versalzen hat.

Unangenehmerweise hat sich diese Methode der Verantwortungsabwälzung bis heute erhalten - so ließ zuletzt zu Guttenberg Schneiderhan und Wichert kreuzigen, um selbst aus der Schusslinie zu kommen.
Nein, das ist nicht nett.
Aber was will man anderes erwarten von einem C-Partei-Mitglied?

Gott scheint mir jedenfalls ziemlich autoaggressiv zu sein; womöglich sogar eine Borderliner-Persönlichkeit.
Die Stimmungsschwankungen, hohe emotionale Instabilität (Rachsucht, Eifersucht, Geltungsdrang), Impulsivität (plötzliches Blitzeschleudern und Städte vernichten) und das selbstverletzende Verhalten (SVV, vulgo „ritzen“ = Geschöpfte zu Millionen wieder ausradieren) scheinen mir deutliche Hinweise zu sein.
Dächte ich daran auch mal eine Welt erschaffen zu lassen, würde ich jedenfalls nicht wieder diesen Herrn Gott als Architekten engagieren.

So eine Re-Schöpfung könnte bald nötig werden, da die derzeitigen Schöpfungskronen dabei sind die Reste der Jetzigen platt zu trampeln.

Die Wiege des Christentums, die alte Welt Europa, gibt dabei ein besonders destruktives Bild ab.

In Kopenhagen zeigen die Christin Merkel und ihre Regierungschef-Kollegen, was ihnen die Bewahrung der Schöpfung wert ist - nämlich so gut wie nichts.

(Konfessionslose, die inzwischen die Mehrheit in Deutschland stellen, sind ÜBERHAUPT NICHT in der Bundesregierung vertreten.)

In der Klimaschutzliste von Germanwatch rutschte Deutschland von 2009 auf 2010 um zwei Plätze ab.
Die Klimaschutzbemühungen verändern sich deutlich: Die großen Schwellenländer tun enorm viel, Europa und insbesondere Deutschland werden zu schweren Klimasündern.

Dieses Ergebnis überrascht wenig, wenn man sich daran erinnert, daß wir bis 2005 rot-grün regiert haben und nun die Industrie-hörigen Betonköpfe von Schwarz-Gelb am Ruder sind.
Deutschland steht damit international auf der Bremse.

Große Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien haben sich inzwischen freiwillig dem Klimaschutz verpflichtet. Schwellenländer holen auf "Die EU hat die Vorreiterrolle, die sie jahrelang innehatte, verloren", sagt Christopher Bals, politischer Geschäftsführer von Germanwatch, im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. "Die großen Schwellenländer fangen an, eine ernsthafte Klimaschutzpolitik zu betreiben." Neben China, Indien und Brasilien zählten vor allem Mexiko, Südkorea, Indonesien und Südafrika zum Kreis jener Länder.

Merkel, die Christin und Macht-euch-die-Erde-Untertan-Anhängerin macht tabula rasa:

"Die Experten bewerten die deutsche Blockierung strikterer EU-CO2-Richtwerte für Autos sowie die fehlende Umsetzung der Energieeffizienzrichtlinie negativ", so Bals.

Merkel betreibt mal wieder ihre altbekannte Irreführungspolitik.
Ganz wie bei „ihrem Gipfel“ in Heiligendamm bemüht sie sich um wolkige Absichtserklärungen, statt konkreter vertraglicher Verpflichtungen.

Die Bilder sind dann immer schön, die internationale Presse jubiliert, Demonstranten werden ohnehin ausgesperrt und umgesetzt werden muß und wird GAR NICHTS.

In Kopenhagen wird es nicht anders laufen.

"Das ist mit mir nicht zu machen" kündigte Deutschlands beliebteste Politikerin in ungewohnter Klarheit an.

"Wir werden nicht zulassen, dass Deutschland und die anderen europäischen Industriestaaten weit voran gehen beim Klimaschutz, andere nichts tun und dann Arbeitsplätze bei uns abwerben mit dem Argument, weniger Kosten für den Klimaschutz", sagte die Regierungschefin der Bild am Sonntag.

Die SZ berichtet:
Die Kanzlerin stellt Arbeitsplätze über Umweltschutz - und lehnt weitere Vorleistungen für ein Klimaschutzabkommen ab. …. Unterdessen hat der Chef von Greenpeace International, Kumi Naidoo, deutliche Kritik an der Klimapolitik der Bundeskanzlerin geäußert. "Ihr Verhalten in der aktuellen Debatte ist mehr als enttäuschend“, sagte Naidoo der Berliner Zeitung. ….Bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel stellten die europäischen Staats- und Regierungschef 7,2 Milliarden Euro für die kommenden drei Jahre für die Entwicklungsländer in Aussicht; Deutschland will 1,26 Milliarden Euro beisteuern.

Maximal 1,26 Milliarden Euro für die Rettung der Welt - IN DREI JAHREN.

Das sind 420 Millionen pro Jahr.

420 Millionen - mehr hat Frau Merkel nicht für das Klima übrig.

Aber eine gute Milliarde für das Stunden-Hotelgewerbe ist kein Problem.


Die zehnfache Summe hat allein ein Bundesland - Bayern - soeben bei einem kleinen Österreichischem Abenteuer verdaddelt.

Abenteuer HGAA kostet Milliarden Das Abenteuer HGAA hat Bayern damit in nur zweieinhalb Jahren insgesamt 3,75 Milliarden Euro gekostet. Die Dreingabe von 825 Millionen Euro muss die Landesbank ebenso abschreiben wie den ursprünglichen Kaufpreis von 1,7 Milliarden Euro sowie zwischenzeitliche Kapitalerhöhungen beim Tochterinstitut. Weitere 3,9 Milliarden Euro an Landesbank-Krediten stehen der HGAA auch weiterhin bis 2015 zur Verfügung.

Aber wir wissen ja, daß Geld keine Rolle spielt, wenn es um Bankenrettungen geht.

Da war in Null Komma nichts ein 500-Milliarden-Hilfspaket für „notleidende Banker“ geschnürt.

Allein die a m 5. Oktober 2009 verstaatlichte Hypo Real Estate war Deutschland über 100 Milliarden wert; also rund 250 mal so viel wie Frau Merkel insgesamt zur Rettung des Klimas auszugeben bereit ist.

Welche Prioritäten das christliche Kabinett des drittgrößten Waffenexporteurs der Welt (Deutschland) setzt, dürfte bewiesen sein.

Sonntag, 13. Dezember 2009

Worum ging es eigentlich noch mal?

Nach wie vor kann ich mich nur darüber wundern, wie lange Bundesselbstverteidigungsminister Guttenberg mit seiner inhaltsleeren Inszenierung auf die geballte Bewunderung der Presse traf.
Sein Mantra-artig vorgetragenes „ich lasse mir die eigene Meinung nicht verbieten“, das noch jedes Bierzelt zu orgiastischen Jubelstürmen hinriß, ist genauso sinnlos, wie das mit ähnlicher Emphase vorgetragene „Ich werde mich nicht dafür schämen eine heterosexuelle Ehe zu führen“ des Wowereit-Herausforderers Frank Steffel.
Beide Sätze sind komplette Wählerverarschung.
Niemand hatte einem der beiden Bavaria-affinen Unionisten jemals etwas verbieten wollen.
Während aber Steffel als unseriöser Unglückling in die Geschichte einging und mit einem Wahlergebnis irgendwo bei 20% zurecht abgestraft wurde, bejubelte man Guttenberg dermaßen, daß er sich nun Erststimmenkönig nennen darf - fast 70% holte er in seinem Wahlkreis bei der Bundestagswahl.
Nein, die Welt ist eben nicht gerecht.

Die Guttenberg-Lügen
sind inzwischen dann doch noch zu einer Polit-Affäre nach erschreckend banalem Muster geworden:
Da wollte jemand ein aufkochendes Skandälchen vertuschen, gab immer nur das zu, was ohnehin bekannt geworden war, oder bekannt zu werden drohte und schob die Schuld anderen zu.
Es läuft auf das alte Ministerdilemma raus - wie immer wenn etwas gründlich schiefgelaufen ist. Eine No-Win-Situation; entweder man hat von nichts gewußt und damit bewiesen, daß man dem Amt nicht gewachsen ist, oder man hat es doch gewußt und gelogen.

Diese Situation führen gerne mal zum Rücktritt - allerdings nicht beim Erststimmenkönig, denn der wird nicht nach politischen Maßstäben gemessen, sondern nach den Kriterien von Bruce, Dieter Bohlen und Sylvie van der Vaart: Performance, Optik und Ausstrahlung.

So tauchen denn auch (endlich) im SPIEGEL süffisante Bemerkungen über den „Mr German Minister“ auf - andere Periodika hatten sich schon länger an der Guttenberg-Show gestoßen.

Am nächsten Tag, am Freitag, war der Verteidigungsminister für drei Stunden bei den Soldaten in Kunduz. Diesmal trug er einen lässigen Rollkragenpullover und Khaki-Hosen, darüber einen fliesgefütterten schwarzen Blouson. Die Kleidung ist immer wichtig bei Guttenberg.
…..
Guttenberg wurde vom Menschen zum Phänomen. Doch nun läuft die Entzauberung des Zauberers.
……
Ein Spitzenvertreter der CSU sagte kürzlich im kleinen Kreis, er fühle sich an das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern erinnert. Der hochgelobte Guttenberg stehe bei Lichte betrachtet ziemlich nackt da.
….
Guttenberg fing an, seine Freude an seiner Beliebtheit zu zeigen. Er ließ sich in Starpose auf dem Times Square in New York fotografieren, er ließ sich in einem Berliner Park auf einem Dinosauriermodell ablichten. Er stand da wie der siegreiche Siegfried, seine Frau hockte zu seinen Füßen und himmelte ihn an.

„Nichts“ sage Guttenberg, befand auch Stefan Kuzmany in einer Fernsehkritik zu seinem Auftritt am 10.12. bei Maybrit Illner:

Karl-Theodor zu Guttenberg hat mit ernster Stimme und für seine Verhältnisse nur ganz wenig grimassierend erläutert, dass er alles richtig gemacht hat und auch in Zukunft gedenke, alles richtig zu machen, wozu auch ein geregelter Abzugsplan aus Afghanistan gehört - aber erst, wenn der Taliban nicht mehr die Mädchenschule anzünden kann, weil die afghanische Polizei ihn daran hindert.
Wobei man ja schon sagen muss, dass es eine Hundsgemeinheit ist, dass dieser Obama den Nobelpreis bekommt und nicht Guttenberg, er hätte in Oslo mindestens genauso schön gesprochen - und überhaupt: ein t weniger und er hätte den Buchdruck erfunden. Das soll ihm erstmal jemand nachmachen.

Die gute Nachricht ist also, daß so langsam mal die Beißhemmungen gegenüber dem fränkischen Modepüppchen fallen.

Interessanter ist natürlich die ganz nebenbei bekannt gewordene Tatsache, daß die ach so zahnlosen Kuschel-Bundeswehrsoldaten zusammen mit der KSK offenbar inzwischen zur Strategie der gezielten Tötungen übergangen sind.
Nichts mehr mit „nur schießen, wenn man bedroht wird“.

Wenig erstaunlich, daß sowohl Hardthöhe als auch Kanzleramt zu diesem grundlegenden Strategiewechsel „die Unwahrheit sagen“.

Eine Kanzlerin, die sich im fünften Jahre ihrer Amtszeit immer noch davor wegduckt dem Volk mal zu erklären was das überhaupt soll da am Hindukusch, ist als Führungsfigur untauglich - und genau daher als Führungsfigur gewollt.
Deutsche Wähler wollen nach dem Schröder-Schock nämlich fürs Erste nichts mehr mit konkreten Problemen zu tun haben.
Das wolkige „es wird schon nicht so schlimm werden“ ist ihnen allemal lieber als das schmerzhafte Finger in die Wunde legen.

Schöner ist es allemal sich vorzustellen, daß die Deutschen in Afghanistan zur Freude der Zivilbevölkerung Brunnen bohren, medizinische Hilfe leisten und pitoreske Landschulen für wissbegierige ihren Burkas entstiegene kleine Mädchen aufstellen.
Die verarmten Bauern lassen alle das blöde Opium sausen und bauen stattdessen erfolgreich Kohlrabi und Blumenkohl an.
Nach dieser Theorie lösen sich die Taliban auf wundersame Weise in Luft auf, die korrupten Warlords werfen ihre Waffen weg und werden Muster-Parlamentarier, die sich gerne auch von den gutausgebildeten und emanzipierten Frauen Ratschläge geben lassen.
Deutschland engagiert sich für den zivilen Aufbau.
Damit das alles auch so schön klappt, werden in Null Komma nix mal eben 160.000 Afghanen zu demokratischen Muster-Polizisten ausgebildet.

Ich mach mir die Welt, widiwidiwitt, wie sie mir gefällt.

Wenn nur nicht diese vermaledeite Realität immer dazwischen käme.

Nach neun Jahren Nation-building in Afghanistan sind wir leider irgendwie noch nicht dazu gekommen das mit den Polizisten hinzubekommen.

Der Sonderbeauftragte für Afghanistan, Richard Holbrooke, spricht etwas aus, das zwar jeder weiß, das Merkel aber nie über die Lippen käme:

Sie können keinen Polizisten gebrauchen, der nicht einmal einen Ausweis lesen kann. Aber offenbar war unsere Ausbildung unzureichend. Ich habe als erstes verlangt, dass Lesen und Schreiben in das Ausbildungsprogramm aufgenommen werden. Andere Probleme sind ebenfalls enorm: die Fluktuation, der Mangel an Nachwuchs, die Korruption, die Drogenabhängigkeit. ….Ich höre immer die Zahl 160.000 Mann in drei bis vier Jahren. Es wäre schön, wenn das klappt. Ich habe genug von Programmen, in denen eine Planungsgruppe willkürlich Zahlen nennt, die keinen Bezug zur Realität haben.

Vorangekommen sind wir bisher leider gar nicht:

Die Briten sollten sich um die Drogen kümmern, die Deutschen um Ausbildung, die Italiener um das Rechtssystem. Das Ganze war unkoordiniert und hat uns nicht sonderlich weit gebracht. Im Ergebnis fangen wir im neunten Jahr des Krieges wieder von vorne an.

Unser grandioser Vizekanzler kann das alles gar nicht verstehen und plappert faktenfrei vor sich hin:
"Deutschland ist bereit, mehr für die Ausbildung der Polizei zu tun", sagte Westerwelle kürzlich, schließlich sei entscheidend, dass die Afghanen langfristig ihre Sicherheit selbst gewährleisten können.

Die Deutschen haben auf ganzer Linie versagt - zwar befinden sich tausende Uniformierte in der Region Kundus, doch das sind fast alles Soldaten, die in ihren Camps eingegraben sind.
Über die Hälfte davon verläßt diese Camps niemals.
Um die Kleinigkeit von 160.000 Polizisten auszubilden, hat Deutschland bisher ganze 47 Polizeiausbilder vor Ort.
Das Heimatbundesland von Super-Guttenberg schickte vor zwei Wochen auch Personal: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hatte 15 Mann einer Schnellausbildung unterziehen lassen. Nach drei Jahren die ersten Bayern, die sich beteiligen.

Na dann ist Afghanistan ja quasi gerettet.

Eine Konzeption konnte in den letzten Jahren leider noch nicht erarbeitet werden, schließlich war der Stuhl des Verteidigungsministers von 2005 - 2009 faktisch vakant.

Reinhard Erös, den ich bereits würdigte
, bildet deutsche Polizeiausbilder aus.
Sein Fazit:
"Deutschland hat kläglich versagt", beim Aufbau einer afghanischen Polizei. Eines der größten Probleme ist seiner Beschreibung zufolge, dass viel zu wenige Beamte im Einsatz sind. "Wenn 1500 Ausbilder gebraucht und 30 geschickt werden, ist es kein Wunder, dass das nichts wird", sagt der Afghanistan-Experte.

Gabriel legt heute seinem Ex-Kabinettskollegen Guttenberg nahe zurück zu treten.

Der Rücktritt wäre natürlich tatsächlich fällig; er wird nur nicht erfolgen, da der beliebte Baron anders als sein seniler und bar jeder Ausstrahlung agierende Vorgänger in der grauen Union noch gebraucht wird.

Schäuble sollte auch mal zurücktreten, denn in seine Verantwortung als Bundesinnenminister von 2005 bis 2009 fällt es, daß Deutschland bei der Polizeiausbildung komplett blamiert dasteht.

Weil er seine Hausaufgaben nie machte und vier Jahre sinnlos verstrichen, ohne dass Afghanistan durch einheimische Polizisten sicherer wurde, müssen jetzt wieder Soldaten ran.

Soldaten, die töten werden und selbst getötet werden.
So sagte es der Friedensnobelpreisträger Obama.
Seine Rede war in der Tat gar nicht schlecht und für einen amerikanischen Präsidenten relativ wenig arrogant.
Ich sehe seine Afghanistan-Pakistan-Politik EXTREM kritisch - aber eins muß ich ihm lassen:
Er beschäftigt sich immerhin überhaupt damit und schafft es sich vor die Öffentlichkeit zu stellen und dabei auch noch einige kluge Dinge zu sagen.

Das ist SEHR VIEL MEHR als man von Guttenberg, Westerwelle oder gar Merkel sagen kann.
Dafür erreichten aber die Waffenexporte der Bundesrepublik Deutschland unter der Kanzlerschaft Merkels noch nie dagewesene Umfänge.

Samstag, 12. Dezember 2009

Noch mehr Irre

Einer meiner absoluten Blog-Lieblinge ist und bleibt Roland Koch.
Mittlerweile taucht er als Gegenstand in 56 meiner Postings auf.

Ein Spitzenwert, den „Hessen-Hitler“ sich über Jahre mühsam erarbeitet hat.

Die Klaviatur des rechten, antisemitischen und xenophobischen Sumpfes beherrscht der Erfinder der „jüdischen Vermächtnisse“ wie kein Zweiter.
Nazi-Vergleiche, Mauscheleien abseits der Legalität und Lügen bis sich die Balken biegen, sind das tägliche Brot des häßlichsten Ministerpräsidenten in der Geschichte Deutschlands.

„Wo kann man hier gegen Ausländer unterschreiben“?“, Kermani-Affäre, Brender-Attacke und Jugendkriminalitätslüge sind nur ein paar der Skandale, die Koch laufend produziert.

Nun blühen solche Stinkwurze nicht singulär - so eine Pflanze bringt nur ein richtig miefiger brauner Sumpf hervor, wie es die Hessen-CDU nun einmal ist.

Kanther, Dregger, Martin Hohmann, Sayn-Wittgenstein - das war einmal die urltrarechte Ausprägung der westdeutschen CDU-Provinz.
Die Gegenwart ist keinen Deut besser - Roland, der Schreckliche rekrutierte die gesamte aktuelle Hessen-CDU-Spitze aus einem braunen Sumpf.
Stichwort Tankstellenconnection -lauter rückgratlose Lügner, die bedingungslos ihrem Chef ergeben sind:
Innenminister Bouffier, der die hessische Polizei als CDU-PR-Agentur benutzt, Ex-Stellvertreterin Karin Wolff, die den Kreationismus an die Schulen bringen wollte, Franz-Josef Jung, der Afghanistan-Debakulierer, Europaminister Volker Hoff, der sein Ministerium als „Knoten des CDU-Netzwerks“ dubioser CDU-Scheinfirmen betrachtet, Finanzminister Karlheinz Weimar, der seine Steuerfahnder dazu anhielt bloß nicht nach Steuersündern zu fahnden und neuerdings auch noch die auf dem rechten Auge blinde Kristina Köhler, die stolz sagt Roland Koch sei ihr Idol und Vorbild.

Schon lange frage ich mich, wie es angehen kann, daß reale Menschen dieses Leben im schlüpfrigen kackbraunen Mastdarm Roland Kochs überleben, ohne dem Wahnsinn anheim zu fallen.
Diese sauerstofffreie und realitätsnegierende Mief-Atmosphäre muß doch bei einem durchschnittlichen Homo Sapiens zur augenblicklichen Hirn-Degeneration führen.

Müßten nicht in der hessischen Staatskanzlei permanent die Männer im weißen Kittel gerufen werden?

Bisher erklärte ich mir dieses Rätsel mit der Theorie, daß Jung, Bouffier, Köhler und Co gar keine Menschen aus Fleisch und Blut wären, sondern daß es sich dabei um in Kochs Privatkeller hergestellte Androiden handelt.

Heute muß ich aber feststellen, daß nicht die Androidentheorie stimmt, sondern daß tatsächlich meine erste Annahme richtig war.
Man sollte eben immer seinem Instinkt vertrauen.

Wie die FR heute berichtet, sind in der Tat reihenweise Mitarbeiter der Koch-Regierung dem Wahnsinn anheimgefallen.
Unter Ägide des Finanzministers und besonders engen Koch-Intimus‘ Weimar, wurde jeder, der irgendwie aufmuckte zu einem korrupten Psychiater geschickt, der dann auf Wunsch der CDU-Führung die Finanzbeamten für gaga erklärte.
Mindestens 22 Mitarbeiter schickte der Minister zum Irrenarzt.
Weimars Finanzministerium sprach mit dem von einem Berufsgericht verurteilten Psychiater auch schon mal direkt die Diagnosen ab.

Der Frankfurter Rundschau liegt eine Liste des Hessischen Finanzministeriums vor, wonach vom 17. Oktober 2005 bis zum 2. Juni 2009 immer wieder Beamte zu dem Psychiater geschickt wurden. Die Liste enthält auch die "Auftraggeber" (Oberfinanzdirektion und verschiedene Finanzämter) sowie die Aktenzeichen der Fälle und das "Ergebnis" der Untersuchung.
In 15 Fällen stellte der mittlerweile verurteilte Psychiater eine "Dienstunfähigkeit" der Beamten fest. Bei nur drei Beamten hält der Psychiater eine "Nachuntersuchung in 2 Jahren" für erforderlich. Bei fünf Beamten legt er laut der Liste des Ministeriums gleich fest, dass "keine Nachuntersuchung" stattfinden soll - bis auf einen sind es exakt die Fälle der vier Steuerfahnder, über die Psychiater Thomas H. laut Gericht vorsätzlich falsche Gutachten angefertigt hat.

Die Frage, ob die zu Unrecht für irre erklärten Finanzfachleute nun hoffen könnten von Weimar rehabilitiert zu werden, ist nicht recht zu klären, weil das Finanzministerium nun plötzlich behauptet das sei Sache des Gesundheitsministeriums.
Dieses schiebt den Schwarzen Peter aber weiter zu Innenminister Bouffier.

Wie im Sumpfreich des Roland Koch Affären brutalstmöglich aufgeklärt werden, wissen wir ja - es wird sicherlich niemals Licht ins Dunkel geraten.
Vielleicht versucht Koch bereits ein paar Redakteure der FR zu feuern.

Bleibt also die Frage offen, woher die hessische Landesregierung all die Gefälligkeitspsychiater holen will, um all die hessischen Wähler behandeln zu lassen, die manisch immer wieder bei der „CDU“ den Wahlzettel ankreuzen und Koch stets wieder als Regierungschef wählen.

Freitag, 11. Dezember 2009

Rückschläge

Als SPD’ler sollte ich eigentlich froh sein.
Vom Ergebnis des 27. Septembers 2009 ausgehend, hätte eine sinnige Bundesregierung die Sozis endgültig erledigen können.
Die Voraussetzungen waren gut: Breite Mehrheit für Schwarz-Gelb in beiden Kammern, eine ultrabeliebte Regierungschefin mit vier Jahren Erfahrung und dazu noch eine zu 80% unkritische Presse, die bereitwillig Lobhudeleien über CDU, CSU und FDP absondert.

Glücklicherweise kam es aber nicht so, da es den drei Regierungsparteien so ziemlich an allem mangelt: Fähigkeit, Kompetenz, Realitätsbewußtsein, Intelligenz, Anständigkeit, Ehrlichkeit, Fleiß, Geduld und Solidarität.

Merkel und Co versuchten erst gar nicht Konzeptionen zu erdenken, sondern debakulierten sinnentleert wie Nacktmulle auf Eis vor sich hin.

Da die drei Parteien noch nicht einmal so tun, als ob sie irgendein Interesse am Wohl aller Deutschen hätten, sondern auf Kosten der Ärmsten einfach ihre Klientel und Spender beglücken, reiben sich schon die neoliberalsten Claqueure verwirrt die Augen.

Die selbsterklärten „Wunschpartner“ zeigen auf beeindruckende Weise, was sie unter „Liebesheirat“ verstehen: Sich gegenseitig piesacken.

Besonders die Westerwelle-Epigonen sind ganz groß in dieser Disziplin.
Offenbar sehen sie im CDU-Anpinkeln die einzige Möglichkeit von ihrer eigenen Planlosigkeit und Inkompetenz abzulenken.
Erst zickt Westerwave an Merkels Freundin Erika Steinbach rum, dann will er noch ihren Vertrauten Günter Nooke, den Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, abschießen, um einen FDP’ler auf den gut dotierten Posten zu hieven.
Kaum hat Merkel wohlwollend über einer Banker-Boni-Steuer geäußert - "eine sehr charmante Idee" - grätscht ihr das kleine Westerwelle-Zäpfchen Niebel dazwischen, der tolldreist seiner Chefin erklärt, das komme nicht in Frage.

Der oberste Deutsche Dressman und Tom-Cruise-Imitator Guttenberg zerlegt sich inzwischen selbst. Nachdem er sich erst in Lügen verstrickte, offenbart er nun auch noch seine ganze Arroganz, indem er die Kritik an den Vorfällen in Kundus und insbesondere am Management der Affäre als „hysterisch“ bezeichnet.
Der Baron hält sich offenbar für sakrosankt, nur weil 150 - 200 Zivilisten von der Bundeswehr getötet wurden, ist es noch lange nicht erlaubt ihm, den beliebtesten Minister der Welt, kritische Fragen zu stellen.
Nico Fried sieht sich veranlasst unter der Überschrift „Ein Lob der Hysterie“ klarzustellen, daß der CSU-Ken offenbar komplett abgehoben ist:

Karl-Theodor zu Guttenberg hat in der Debatte um den Bombenangriff vom 4. September vor Hysterie gewarnt. Das ist eine bemerkenswert abgebrühte Aussage, wenn es um eine Aktion geht, bei der Dutzende Menschen ums Leben kamen.
Was Guttenberg als Hysterie abtut, ist die Resonanz einer Öffentlichkeit, die den Krieg in Afghanistan mehrheitlich ablehnt…… Was Guttenberg als Hysterie abtut, sind die drängenden Fragen, zu deren Beantwortung er nichts beiträgt.

Ginge es nach Guttenberg, müßte ganz Deutschland schon vor ihm auf den Knien rutschen, weil er sich dazu herabließ zuzugeben, daß seine öffentliche Erklärung der Angriff ginge in Ordnung, bullshit war.


Auf der anderen Seite des Parteienspektrums gibt es einzelne Hinweise, daß sich die Opposition aufrappelt.

Die derzeit kleinste Bundestagspartei, die Grünen, sind laut Infratest-dimap von heute inzwischen mit 14% an FDP (12%) und Linke (11%) vorbei gezogen.

Und meine SPD?

Mit Gabriel bin ich erstaunlicherweise recht zufrieden.
Aus der infrage kommenden Generation ist er sicher das unkonventionellste Hirn und der beste Redner.
Es fiel mir schon zu seinen Zeiten als MP von Hannover auf, daß er in Talkshows erstaunlich wenig wolkiges Blabla von sich gibt und durchaus interessante Sätze formulieren kann.

Aber die SPD wäre nicht die SPD, wenn sie sich nicht selbst ein paar Beine stellte.

Irgendwie muß man ja verhindern ernstgenommen zu werden.

Dafür hat sie sich die nörgelnde Apparatschikowa Nahles als Generalsekretärin geholt.
OK, auch innerhalb der SPD dämmert wohl, daß die Boss-Anpisserin, die grundsätzlich nur die Schuld bei anderen sieht und noch nie selbst ein Regierungsamt hatte, geschweige denn mal eine Wahl gewonnen hätte, eine Peinlichkeit ist.

Zu recht erhielt sie auf dem ach so erfolgreichen Dresdner Parteitag das schlechteste Ergebnis aller Figuren der Parteispitze.
Ginge es nach mir, wäre sie statt Generalsekretärin stellvertretende Vorsitzende eines kleineren Ortsvereins in Buxtehude geworden - aber auf mich hört ja keiner.

Ihr Engagement für die Lügenkampagne der Kirchen in Berlin (Pro-Reli) war der letzte Sargnagel in meinem Sympathiebrett.

Jedoch; nach dem Motto „Schlimmer geht immer“ präsentierte die Pfälzerin nun ihr neues Buch: Frau, gläubig, links.
Was mir wichtig ist.
"Ich mache es wie Jesus"
Das fehlte gerade noch - zu Zeiten eines Ratzingers, der erklärt, dass Kondome AIDS verschlimmern, daß man antisemitische Hetzer, Homophobe und Holocaustleugner in die Kirche aufnehmen soll, stellt sich Nahles als Katholikin dar.
Ihr katholischer Glaube gäbe ihr Kraft und ihr Handeln richte sie nach Jesus aus.
Der Lattenhansel also bringt es für sie. Die Lehre, die für zigtausende Kriege und Abermillionen Tote verantwortlich ist.

"Mach es wie Jesus, werde Mensch" nimmt sie als Leitmotiv und entdeckt, dank ihres Glaubens, das göttliche Prinzip im Alltag. Überhaupt der Glaube: die Quelle Nahlescher Kraft und auch ihres politischen Engagements. Gemeine innerparteiliche Grabenkämpfe hin oder her, als überzeugte Katholikin werde man "nicht so schnell müde".
(Julia Amalia Heyer)

Hör‘ mal Genossin Nahles - wenn du wirklich so katholisch bist, dann nimm dir ein Beispiel an der RKK und halt‘ die Klappe.

In der katholischen Kirche haben Frauen nämlich grundsätzlich gar nichts zu melden und sollen überhaupt in der Gemeinde schweigen.

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Kleingeld

- STOP - Heute keine Zeit zum bloggen - STOP - Nur Noteintrag - STOP - Neue Kategorie - STOP - Heimliche Zitatzwillinge - STOP -

1.) Bürgerschaft Hamburg, Regierungsfraktionen von CDU und GAL verabschieden geschlossen ein neues Vergütungsmodell für die Pleite-Banker von der Milliardenverschleuderungsbank HSH, mit dem die Vorstände bis zu 1,35 Millionen Euro im Jahr, statt der lumpigen an der Armutsgrenze liegenden bisherigen € 500.000, verdienen sollen. Dazu Finanzsenator Michael Freytag (CDU): Der Senat sei gezwungen, diesen Bonizahlungen zuzustimmen, um geeignete Banker zu bekommen. "Wir brauchen die besten Köpfe, die am Markt gewonnen werden können. Dieser Erkenntnis können wir uns nicht verschließen"

2.) Staatsanwaltschaft München. Ex-BayernLB-Chef Werner Schmidt (2001 bis 2008) soll für die Hypo Alpe Adria 400 Millionen Euro zu viel gezahlt haben.
Macht ja nichts - der Steuerzahler kommt für das Milliardengrab auf. Wieso aber haut ein Top-Banker mal eben 400 Mio Euro zuviel raus?
Böse Zungen behaupten, es könne damit zusammenhängen, daß Schmidt nebenbei heimlich noch einen Beratervertrag mit der Hypo Alpe Adria hatte - jener Pleitebank, die er als BayernLB-Boss kaufte. Hypo Alpe Adria-Chef Tilo Berlin, der Schmidt den € 50.000 pro Jahr für lau-Vertrag verschaffte, war zuvor übrigens Banker bei der inzwischen auch Milliardenverluste-produzierenden Landesbank Baden-Württemberg.
Sein Vorstandskollege war damals Werner Schmidt - so ein Zufall aber auch.
Grüne, Linke und SPD nehmen schon das böse Wort „Wirtschaftskriminalität“ in den Mund, weil der dubiose Kauf der österreichischen Finanz-Grottenolme den Freistaat bereits mehrere Milliarden Euro gekostet hat.
Böse Opposition! Die haben natürlich unrecht, weil die heimlich Schmidt zugeschobenen € 50.000 „dafür viel zu lächerlich sind" (Originalzitat Schmidt: Der Vertrag könne „nicht zwielichtig sein, weil die Beträge dafür viel zu lächerlich sind).

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Alle irre.

Klar verfallen die Lemminge der westlichen Welt derzeit in ihren Weihnachtsgagaismus.
Wie besessen rasen sie prassend durch die Einkaufszentren, während sie lauthals beklagen noch nicht alle Geschenke zu haben.
Weihnachten kommt nämlich immer völlig überraschend.
Offenbar kann niemand vorher wissen, wann das ist und gerät ob des überfallartig anrückenden Termins in höchste Zeitnot.

Überhaupt ist das „Christfest“ die Inkarnation der Paradoxie.
Christen reklamieren es als „ihr Fest“ - den höchsten Feiertag, an dem sogar Nichtchristen in die Messen und Metten wanken.
Nichtchristen demonstrieren ihre verzweifelte Inkonsequenz und wagen es nicht sich dem Wahn zu entziehen, während die Kirchenmitglieder offenbar grundlegende Gewissheiten ihrer eigenen Lehre nicht kennen.
Natürlich ist Weihnachten keineswegs der höchste christliche Feiertag, sondern Ostern.
Lustig auch die „Christbäume“, die zu zig Millionen in den Zeiten von Klimawandel abgehackt und gekillt werden.
Einen brennenden Baum anzubeten, bzw diesen hereinzuholen und mit Schmuck als Götze aufzustellen, ist in Wahrheit der Inbegriff des Heidentums.
Rudimente aus vorchristlichen Zeiten, derer sich das organisierte Christentum bedient.

Müßig die schizophrenen Verhaltensweisen der Cristmas-smart-shopper zu beschrieben, die immer hektischer und hysterischer werden, je mehr sie von „Friede und Besinnlichkeit“ faseln.
Ein alter Hut, daß es zum Fest der Liebe die meisten Tätlichkeiten im Familienkreis gibt.
An keinem Tag des Jahres ist die Selbstmordrate so hoch wie während des Festes der Liebe.

Nun hätte die Welt derzeit auch andere Themen, die es sich zu durchdenken lohnte.

Merkel debakuliert die deutsche Wirtschaft gegen die Wand während auch der CDU-freundlichste „Wirtschaftsweise“ ob des Dilettantismus‘ der Schwarz-Gelben mit den Ohren schlackernd um Hilfe schreit.
Deutschlands beliebtester Minister verstrickt sich in einem Meer aus Lügen, während anderenorts deutsche Pastoren ihre Kinderpornolager auffüllen.

International dasselbe Bild des fortgeschrittenen Wahnsinns:
Der Friedensnobelpreisträger 2009, der das Landminen-Herstellen nicht zu unterlassen gedenkt, schickt noch mal Myriaden US-Soldaten in einen bereits verlorenen Krieg.
Ein Krieg, der mit teuren Waffen und sehr billigen Menschenleben geführt wird.
(Drei Millionen Euro sollen die Kundus-Opfer der deutschen Hybris am Hindukusch nun bekommen: Dies sind 16.850 Euro für jedes der 178 zivilen Opfer, der Gegenwert eines VW-Golfs – Peanuts für das Verteidigungsministerium, das im letzten Jahr 360.000 Euro ausgegeben hat, um das Camp in Kundus von mongolischen Rennmäusen zu befreien. Die Flurschäden, die deutsche Panzer früher Jahr für Jahr bei Manövern in der Lüneburger Heide angerichtet haben, waren um einiges höher. Aber in Deutschland gibt es schließlich für jeden Sachschaden einen entsprechenden Katalog, und so kommt es, dass ein toter Afghane die Bundeswehr so teuer zu stehen kommt wie eine längere Buchsbaumhecke, die von einem unachtsamen Panzerfahrer überrollt wurde.)

In Kopenhagen wird unterdessen der Untergang der Erde, wie wir sie jetzt kennen, besiegelt.
Die ausschließlich am Mammon interessierten Plattköppe der großen Nationen, geben wieder einmal ihr „nach mir die Sintflut“-Schauspiel.
Diesmal ist es wörtlich zu nehmen.

Das Highlight des Tages-Wahnsinns ist für mich allerdings der Blick in die Hamburger Zeitungen gewesen:
Es gab nur ein Thema, überall dieselben Bilder und voneinander abkopierte reißerische Sprache.
Gegenstand war allerdings nicht eins der von mir genannten WICHTIGEN Themen, sondern der Tigerbiss in Hagenbeck.

Jedes Blatt möchte das Dramatischste sein.

Mopo (mit Video!):
Dramatische Szenen bei Hagenbeck: Während einer Raubkatzen-Vorführung haben drei Tiger den Dompteur Christian Walliser angegriffen. Der 28-Jährige wurde lebensgefährlich verletzt.

Abendblatt:
Zirkusunfall Hamburg Dompteur nach Tiger-Attacke im Koma - linke Hand amputiert. Der Tigerangriff auf Dompteur Christian Walliser bei einer Dinner-Party in Hamburg hat Entsetzen und Erschütterung ausgelöst.

BLÖD:
So brutal greifen Tiger an.

WELT:
Dompteur fast zerfleischt!
Blutiges Ende eines Luxus-Dinners mit Zirkus-Nummer: Drei Tiger haben im Hamburger Tierpark Hagenbeck vor rund 200 Zuschauern ihren Dompteur fast zerfleischt.


Öh? Wat loas?

Für die Ortsfremden sei erklärt:“Hagenbeck“ ist der Hamburger Zoo.
Zwischen dem 19. November und Silvester wird dort der sogenannte "Dinner Zirkus" abgehalten.
Die Gäste zahlen ein geringes Eintrittsgeld (Tickets zwischen 79 und 210 Euro) und fressen dann beispielsweise "Boeuf à la Mode auf Rotweinzwiebeln" und "Cremesuppe von Zuckerschoten mit Kresse und Champignons", während sie sich des Anblicks von eingekerkerten gequälten Tieren erfreuen.
„Dompteur“ Walliser strauchelte aber und wurde daraufhin angegriffen und schwer verletzt.
Das Entsetzen ist nun groß. Mehrere der anwesenden Möchtegern-V.I.P.s mit den großen Brieftaschen erlitten Schocks, womöglich wurde sogar das ein oder andere "Filet vom Zander auf Ratatouille" nicht aufgegessen.
"Dinner-Zirkus" macht schon mal auf tierfreundlich und versichert, daß sie den Tigern nicht grollen:
Die Tiere sind getränkt, die Gehege gereinigt, frische Einstreu ist eingebracht, die Fütterung vorbereitet. Die Tiere sind wohlauf.
Großartig! Sie haben den Tigern Wasser gegeben - was für feine Menschen!

Tout Hamburg rollte heute flüsternd die Augen - „ist das nicht schrecklich?“ hörte ich heute alle drei Minuten.
Gemeint waren nicht etwa die 25.000 Kinder, die jeden Tag auf der Welt verhungern, oder das Zerstören des Weltklimas oder das Massakrieren von Irakischen und Afghanischen Zivilisten.

Nein, man fühlte mit den Tigerglotzern, denen auf ihrem 210-Euro-Ticket der Zander nicht mundete.

Bin ich der einzige, der das PERVERS findet?
Es gibt fast keine Tiger mehr - einige Unterarten haben wir Homo Sapiens durch Jagd, Zerstörung der Lebensräume und durch den Glauben, daß Tigerpenisse die Potenz förderten schon ausgerottet.
Bali-Tiger (Panthera tigris balica), Java-Tiger (Panthera tigris sondaica) und Kaspische Tiger (Panthera tigris virgata) sind für immer vom Planeten vertrieben.
Die letzten paar hundert Tiger leben ins Zoos und Zirkussen, wo sie zur Belustigung der Gaffer zusammengepfercht und dressiert werden.

Der Dompteur, der jetzt im Koma liegt, tut mir nicht leid.
Sein Schicksal finde ich nicht schrecklich.
Das ist ein klassischer Fall von „selbst schuld“.
Ähnlich wie diese geisteskranken Bergsteiger und Gletscherspaltenkriecher, die stümperig straucheln und dann unter Millionenteuren Suchaufwand geborgen werden müssen.
Der Fall „Raubtierdompteur" ist nur noch perverser, weil der Leidtragende kein Berg, sondern ein Tier ist.

Was mir leid tut, ist nur eins:
Daß die vier Tiger nicht aus dem Käfig sprangen und ein paar von den sie konzentrisch umfressenden Edel-Dinierenden erledigten.

Das wäre nur ausgleichende Gerechtigkeit.