TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Ärgerlich

Noch so etwas, das mich an „der Blogosphäre“ nervt, ist das andauernde verächtliche Benutzen des Begriffs „Mainstreampresse“.
Wieder so ein Kollektivsingular, der besagen soll, daß alle Printmedien schlecht und korrupt seien, während wir Blogger alle ganz edel wären.
Dabei berauschen sich linke Blogger gerne an ihrer eigenen Bedeutung und werten die gegenteiligen Darstellungen der „Mainstreampresse“ geradezu als Beweis dafür im Recht zu sein.
Ein abstruser Fall war der 2007er Hype um den GOP-Waffenfanatiker Ron Paul, den reihenweise Politblogger schon als nächsten US-Präsidenten sahen.
Die „Ron-Paul-Revolution“ sei im Gange, nur er habe „das Internet“ hinter sich.
Die böse Mainstreampresse hatte aber im Gegensatz zu den teilzeitaktiven Möchtegern-Journalisten, die in Castrop-Rauxel und Buxtehude beim Googeln ihre Erkenntnisse gewannen, Reporter vor Ort, die als professionelle Korrespondenten durch die USA reisten.

Die Ron-Paul-Revolution erwies sich schließlich als genau das Strohfeuer einiger Politphantasten, als das es von der Mainstreampresse immer dargestellt worden war.


Konsequent ist meine Anti-Blogosphäre-Tirade natürlich nicht.

Mir rutscht gelegentlich auch ein abfälliges „Mainstreampresse“ heraus.
Wenig aufregen kann mich dabei die Un-Seriosität von BILD und Co, da ich nie etwas anderes erwarte.

Weitaus übler stößt es mir auf, wenn einst vorbildliche Presseerzeugnisse wie DER SPIEGEL ungenau, tendentiös oder schlicht extrem langsam sind.

Ich konnte hier mehrere solche Beispiele zeigen.

Ein anderes regelmäßig auftauchendes Ärgernis ist die Homogenität der neoliberalen Wirtschaftspresse, die die immer gleichen durchweg konservativen „Wirtschaftsweisen“ als Orakel verehren und geradezu pawlowsch aggressiv auf jede Idee reagieren, die sich mit der Nachfrageseite beschäftigt.

Vollends lächerlich macht sich „die Mainstreampresse“ mit der hartnäckigen Gleichsetzung von FDP und Wirtschaftskompetenz.
(Ja, da gibt es rühmliche Ausnahmen! An erster Stelle nenne ich diesbezüglich die Süddeutsche Zeitung)
Wie kommt es eigentlich dazu? An den „Leistungen“ der Kohlschen Wirtschaftsminister Lambsdorff, Bangemann, Möllemann, Hausmann und Rexrodt (alle FDP) kann es jedenfalls nicht gelegen haben.
Unter ihrer Ägide entstanden der größte Teil des deutschen Subventionsdschungels, die höchsten Steuersätze aller Zeiten und dazu auch noch die weltweit einmalig wirtschaftsfeindlichen Lohnnebenkosten.

Kaum ist Westerwelle wieder am Ruder, wird so verfahren wie in den 90er Jahren:
Steuergeschenke auf Pump, die in gigantischen Schattenhaushalten versteckt werden.

Das Lustige ist aber nun, daß heute „die Mainstreampresse“ von der sagenhaften Stümperei der Westerwelle-Epigonen vollkommen überrascht zu sein scheint.

60 Milliarden Euro scheint schwarz-gelb am Grundgesetz vorbei (Stichwort „Schuldenbremse“) in Nebenetats bunkern zu wollen.

Nun schießen sie sich plötzlich alle auf ihn ein und machen Westerwelle auf seine Wortbrüche aufmerksam.
In der Tat - VOR der Wahl hatte er stets das Gegenteil von dem behauptet, was er jetzt tut. Genüsslich picken Zeitungen und TV-Sender den Vorwahl-Westerwelle heraus und vergleichen seine schrillen Sprüche mit der a posteriori-Version:

Tagesschau.de gräbt aus, daß sich die FDP bisher „"Vehement" gegen Auslagerung ausgesprochen“ habe:
So forderte die FDP-Bundestagsfraktion noch im Januar 2009 in einem Antrag, die Bundesregierung solle auf den geplanten "Investitions- und Tilgungsfonds" verzichten. Dieser sei "bedenklich, weil es sich um einen Schattenhaushalt handelt". Das, so die FDP-Fraktion weiter, verstoße gegen die Regeln der ordnungsgemäßen Haushaltsführung.
Zudem kritisierte die FDP in dem Antrag, der von Guido Westerwelle sowie der Fraktion unterzeichnet wurde, ein Überblick über die öffentlichen Finanzen werde durch den Fonds "auf jeden Fall schwieriger". Angesichts der ständig steigenden Staatsverschuldung müsse die Nettokreditaufnahme der öffentlichen Hand unter Berücksichtigung aller Nebenhaushalte in den Etats vollständig abgewickelt werden, mahnten die Liberalen. Außerdem solle auf die "Errichtung weiterer Sondervermögen verzichtet werden". Zudem sprach sich die FDP-Politikerin Marina Schuster im Februar 2009 auf "abgeordnetenwatch" im Namen der FDP-Fraktion "vehement" gegen die Auslagerung in ein Sondervermögen "Investitions- und Tilgungsfonds" aus, da dieser Schritt "das hohe Ausmaß der Neuverschuldung verschleiert, das die kommenden Generationen belasten wird".

Andere kursierende Guido-Zitate:

Alles, was man verteilt, muß man erst erwirtschaften
(W. am 06.09.09 in Rendsburg)

In den vergangenen elf Jahren haben Steuererhöhungen nicht zu einem Abbau der Staatsverschuldung, sondern zu einem Rekorddefizit geführt. Jetzt ist die Zeit es mal andersrum zu machen
(W. am 19.05.09 in Lübeck)

Steuergerechtigkeit schafft gesunde Staatsfinanzen und ruiniert sie nicht, und dementsprechend ist die Idee mehr Schulden zu machen falsch
(W. am 17.08.09 im Focus)

Westerwelle im Januar zum Konjunkturpaket:
“Es wird nichts bringen, außer dass wir am Schluss auf höheren Schulden sitzen bleiben. Die Konjunktur wird damit nicht wieder gesund”, kritisiert Westerwelle. Denn pro Bürger gebe es bloß eine Entlastung von etwa 3,10 Euro im Monat. “Es ist albern zu glauben, mit so banalen Beträgen die Konjunktur stabilisieren zu können“, so Westerwelle. Das Maßnahmepaket der Regierung sei “ein Wettbewerb der Hilflosigkeit” und diene nur dem Koalitionsfrieden, so Westerwelle. FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sieht in dem Paket “einen Angriff auf zukünftige Generationen, weil es sie übermäßig belastet.


Auf Westerwelles eigener Homepage findet sich heute noch ein RP-Interview aus dem Juni 09:

Frage: Keine zusätzlichen Schulden?
WESTERWELLE: Ein faires Steuersystem ist gut gegen Schulden.

Das Hamburger Abendblatt über einen Westerwelle-Auftritt vor der JU am 25.04.09 :
"Schulden sind unfair, Haushaltsdisziplin ist fair", gab der Vorsitzende der Liberalen den Jungunionisten mit auf den Weg. Die Delegierten bejubelten Westerwelle bei seinem Auftritt und bedachten ihn mit anhaltendem Applaus.

FDP-Mitglied und Westerwelle-Zäpfchen Däke, im Nebenjob Präsident des Bundes der Steuerzahler, entdeckt PLÖTZLICH sein Rückgrat und sagte im Sender MDR Info, es dürfe nicht sein, dass Steuersenkungen mit neuen Schulden finanziert werden. "Das ist eine unseriöse Finanzpolitik." Schattenhaushalte seien der falsche Weg, weil damit nur die Schulden erhöht werden würden. "Statt solcher Tricks sollten Union und FDP jetzt eine ehrliche Steuerpolitik machen", sagte Däke.

Der schwarz-gelbe Schattenhaushalt wird immer größer staunt die FTD.

Ihr Mainstreampressler habt sie doch nicht alle!

Was seid Ihr denn jetzt überrascht?

Westerwelle ist ein gewohnheitsmäßiger Lügner.


Er hat immer so agiert, daß er zumindest die Wahrheit über das erträgliche Maß hinaus dehnt.

Jeder Mensch mit mehr als zwei Gehirnzellen konnte voraussehen, daß man mitten in der Megawirtschaftskrise nicht gleichzeitig Steuern senken und Schulden abbauen kann.


Westerwelle belog seine leichtgläubigen Anhänger systematisch und vorsätzlich.
Jetzt bekommen wir für die FDP-Wähler die Rechnung präsentiert.

Natürlich werden jetzt alle Wahlversprechen gebrochen, logischerweise wird nur das FDP-Klientel bedient und selbstverständlich geschieht das alles auf Pump zu Lasten unserer Kinder - Kinder, die weder Merkel noch Westerwelle haben.

Nun tut mal nicht so überrascht!

Westerwelle tut genau das, was ich erwartet hatte:
Er handelt hochgradig unseriös und straft alle seine vorherigen Aussagen Lügen.

Westerwelle eben.

So hat er es immer gemacht.


Jetzt ist das Kritisieren auf einmal in Mode.

"Das ist der größte haushaltspolitische Betrug in der deutschen Geschichte", sagte der Alexander Bonde. "Union und FDP umgehen die Schuldenbremse mit äußerst schmutzigen Tricks."

Alexander Bonde, von den Grünen, die im Saarland aber dringend mit der FDP koalieren wollen und damit den Atomkraft-Parteien die Regierung retten.

Zur Ehrenrettung hier noch mal ein paar Stimmen der Großpresse, die nicht überrascht sind, weil sie schon vorher Westerwelle nicht auf den Leim gingen:

Tricksen, täuschen, verschleiern überschreibt Claus Hulverscheidt seinen Kommentar über den Schwarz-Gelben Schattenhaushalt und stellt fest:
FDP und Union auf dem Gipfel der Heuchelei: Sie „desavouieren die neue Schuldenbremse damit, noch bevor sie überhaupt das erste Mal greifen kann. Fataler könnte das Signal an künftige Regierungen nicht sein. Den Gipfel der Heuchelei erklimmt dabei die FDP. Sie hatte die Grundgesetzänderung als zu lasch kritisiert und ein generelles Neuverschuldungsverbot in der Verfassung verlangt. Daran können sich die Liberalen jetzt, da sie Steuersenkungen zum alles bestimmenden Dogma erhoben haben, plötzlich nicht mehr erinnern. Ähnliches gilt für die CSU, die zu einer Partei der Beliebigkeit verkommen ist.“

Heribert Prantl meint in seinem Kommentar: „Das Narrenschiff, Anlegestelle Berlin"
Auslagerung von Risiken, Schattenbilanzen, Off-Shore-Geschäfte: Union und FDP wollen die Folgen der Bankenkrise just mit dem Trick bewältigen, der die Banken in die Krise geführt hat - alles für ihre versprochenen Steuersenkungen. Das ist Betrug. Die Schuldenbremse, soeben im Grundgesetz installiert, wird einfach umgangen. Ihre Installation war auf eine berechtigte Forderung der FDP zurückgegangen. Nun ist die Bremse da, kommt aber auf Betreiben eben dieser FDP nicht zum Zuge. Ist das Betrug? Natürlich ist das Betrug, aber kein strafbarer, schon deswegen nicht, weil die Wähler ja in diesen Betrug eingewilligt haben. Jeder hat gewusst, dass sich das Land Steuersenkungen nicht leisten kann. Aber die verlockenden Versprechungen zumal der FDP hat man trotzdem gern gehört. Wer die Wahl hat zwischen einem Großsprecher, der viel verspricht, und einem Großsprecher, der wenig verspricht, der wählt halt den, der viel verspricht.

Der Urnenpöbel eben - zu dumm zum Wählen. Merkel und Westerwelle richten nun an, was sich die Hirnlosen bestellt haben.

Kommentare:

Oberclown hat gesagt…

Nachdem selbst ich das Phänomen des Schattenhaushalts in meinem Blog durchgearbeitet habe bin ich jetzt auch Mainstream?

Und ich finde am bedenklichsten daran nicht, dass Westerwelle Unfug versprochen hat. Auch nicht, dass durch die Umgehungstaktik die Schulden teurer werden, als wenn man sie zeitnah aufgenommen hätte. Am bedenklichsten finde ich, dass die selbsternannten Budgetretter und Haushaltssanierer nicht den Mut haben zu zu geben, dass prozyklische Haushaltspolitik Kacke ist und sie mit der Schuldenbremse deshalb einen Fehler gemacht haben, nei sie zeigen ganz öffentlich, dass sie auf ihre Gesetze scheißen und dass soetwas wie das Grundgesetz nur fürs gemeine Volk gilt, dann ist das extrem bedenklich.


Und auch wenn ich nicht das Volk bin steigt in mir der Drang gemein zu werden.

Tammo Oxhoft hat gesagt…

Nein, Du kannst qua definitio kein Mainstreamer sein, da Du weder reich, noch berühmt, noch von der FDP gekauft bist (hoffe ich jedenfalls).

Außerdem sind alle Blogger NICHT Mainstream - auch wenn sie pure neoliberale Propaganda verbreiten.

Die Schuldenbremse im Gesetz - naja; das war eben eine Wahlkampfaktion.

Das war nur eben ein bißchen unvollständig formuliert - man hätte noch einen Absatz anfügen müssen:

„Gilt nur für die unverantwortlichen Sozis, Linken und Grünen. Wenn die Bürgerlichen Schulden machen, geht das in Ordnung, weil die ja prinzipiell so wirtschaftsfreundlich sind.“

Hätte Köhler, der ja schon zu Schröders Amtszeiten jubilierte, daß „hoffentlich bald Angela Merkel Kanzlerin ist!“ sicherlich sofort unterschreiben und keinerlei Verfassungsbedenken angemeldet.

LGT

Oberclown hat gesagt…

Gut dass ich nicht Mainstream bin. Den Gedanken hätte ich nur schwer mit dem Wahlergebnis in einklang bringen können.
Die FDP hat mich bisher nicht gekauft. An dieser Stelle etwas Werbung: liebe FDP falls sie mich kaufen wollen ich bin für Geldspenden jederzeit offen auch wenn sie sich an den Gedanken gewöhnen müssten, dass ich gerne Steuern zahle. Werbung Ende.

Ich persönlich bin ja der Meinung, dass viele Blogger vor allem Clowns sind, aber es nicht wissen.


Die Schuldenbremse im Gesetz ist meiner meinung nach die dämlichste Wahlkampfaktion seit Jahrzehnten, weil man damit die Gesellschaft nachhaltig ruinieren kann.

Tammo Oxhoft hat gesagt…

Das stimmt - Blogger sind auch Clowns. Immer öfter jedenfalls. Wie echte Clowns, sehen sie es selbst nicht ein - was aber der Beweis für das wahrhaft Clowneske ist.


Die Idee sich von einer Partei kaufen zu lassen, ist ausbaufähig.

Vielleicht mache ich das sowieso alels falsch - ich ZAHLE ja sogar, um Mitglied zu sein! Statt daß die MICH bezahlen!

Da stimmt doch was nicht.

Vermutlich bin ich allerdings nicht viel wert - so ganz ohne deutsche Staatsbürgersdchaft und ohne Wahlrecht....

Wenn Du ein gutes Angebot von der FDP bekommst, dsann teile mir das doch mal heimlich mit - ab einer fünfstelligen Summe überlege ich mir ernsthaft mich einbürgern zu lassen!
LGT

Jakester hat gesagt…

Nach Jahrzehntelangen Erfahrungen mit Lug&Trug ist es ehh schon stumpfsinnig'idiotisch, immer noch etwas als Betrug/Luege zu bezeichnen, welche man schon immer aufdeckt/entlarvt, bevor sie ueberhaupt ausgesprochen werden.

Durch alle Wahlkaempfe spricht man vollautomatisiert von den unhaltbaren Wahlversprechen, und genauso selbstverstaendlich den zwangslauefig daraus resultierenden Wahlbetrugsluegen.

Mein Nachbar hat mich zum wiederholten Male gefragt, warum ich meine Banane nicht schaele bevor ich sie esse. .... 'Wofuer, ich weis doch was drin ist!

Gruss
Jake

Tammo Oxhoft hat gesagt…

Hi Jake - man muß aber zugeben, daß die „Wahlversprechen“ mehr oder weniger konkret ausfallen.
Eigenartigerweise, denn Umfragen zeigen ja auch, daß denen ohnehin nicht geglaubt wird und sich Wähler auch keineswegs davon stören lassen, wenn sie nach Strich und Faden verarscht werden.

Im Gegensatz zu Merkel, die ja bekanntlich nie irgendwas konkretes gesagt hat - sie fand ja irgendwie alles immer ganz gut - hat sich doch Gaga-Guido erstaunlich festgelegt auf dieses Steuern senken PLUS Schulden abbauen.
Das war zwar ähnlich überzeugend wie „fasten und zunehmen“ oder „Schwerkraft abschaffen“, aber dennoch hat er es ja immer und immer wieder betont.

Es war klar, daß ihm das noch auf die Füße fallen muß und es fällt ihm jetzt auf die Füße.
Es verblüfft mich auch nicht, daß die Wähler davon ganz unberührt sind und Guido trotzdem lieb haben.
Mich wundert nur, daß die „Wirtschaftsexperten“ und „Wirtschaftsjournalisten“ jetzt so nörgelig sind.
Was haben die denn gedacht, wie das sonst gehen soll, außer durch Lügen und versprechen brechen?
Sollte Guido einen auf David Copperfield machen, seinen Zauberstab rausholen und dann die Schulden weghexen?
Also die Amipresse war ja nun 2001/2002/2003 wirklich ganz ganz mies, aber Springer und Co können in der Liga durchaus mitspielen!

Gute Nacht…

T

jakebaby hat gesagt…

"«Hohle Worte und indiskretes Gezerre«"

"Mit Schattenhaushalten gegen die Krise"

"Wulff bekommt Zuspruch - sogar aus der FDP"

"Union will Arbeitnehmer bei Pflege belasten"

"«Trickserei … Bilanzfälschung … Betrug»"

"«Abschied von der Solidarität»"
.......

Soweit die heutigen Schlagzeilen der NZ.
Das wird dann wie immer totschwaetzend so weitergehen, bis gar keiner mehr weiss um was es denn eigentlich ginggeht.
Und die sogenannten „Wirtschaftsexperten“ und „Wirtschaftsjournalisten“ kommen ja gar nicht drumrum sich die Hoden mal auf Erbsengroesse aufpumpen zu duerfen.

Der Guido weiss auch, dass ihm das nichts tut und haette er Unrecht, waere er ja schon lange nicht mehr hier.
Immerhin hat vor knapp 20 Jahren die CDU.. die Wahl damit gewonnen, indem sie als Konter auf Oskars Steuerpacket keinerlei Steuererhoehungen fuer die naechsten 4 Jahre versprach, was dann 5' Wochen hielt woraufhin dann Kohl mit gesenkter Birne(damit man das daemliche Grinsen nicht sieht) sagte: 'Ma hawwae uns geirrt' und Ernie Waigel mit, 'Ja was wollt ihr den, Uns gehts doch allen gut', das Thema abschloss.

Wie du schon anhand von Umfragen erwaehntest, ist es egal ob die Waehler glauben oder gar wissen verarscht zu werden. Macht keinen Unterschied zu wenn sie gar nix wuessten.

In ein paar Wochen werden die Koalitionspartner anfangen sich mehr und inniger anzulaecheln.
Nach 'guten und fairen Gespraechen in angenehmer Atmosphaere', werden sie den Deutschen Haendchenhaltend und nichtssagend erzaehlen, dass sie ganz dolle fuer uns geschuftet haben und Alles, vor allem fuer Kinder, Arbeiter, Alte und ueberhaupt, bis spaetestens 2000&irgendwann gut wird.

Keinerlei klare Festlegungen und dadurch ein weiterhin willkuerliches, undefiniertes Larifari fuer ein schlechteres Morgen.
Alleine die momentanen Auesserungen der zukuenftigen Koalition sind schon uebel genug und juengste 'Altlasten einhergehend mit der Krise werden weiterhin fuer beliebt notwendige Ausreden zur vortschreitenden Verarmung Deutschlands herhalten.

Nix zu Machen.

Gruss
Jake

Tammo Oxhoft hat gesagt…

Das Traurige an der Sache ist nur, daß Du recht hast.
Die Wähler stört es gar nicht nach Strich und Faden verarscht zu werden.
Sie haben ja auch schon vorher nichts von dem geglaubt, was GagaGuido so erzählt hat.
Im Gegensatz zu den Ex-SPD-Wählern, die sich aber sofort empört abwenden, wenn sie meinen, daß da irgendwas nicht absolut korrekt zugeht, haben die Schwarzen und Gelben dieses Problem nicht. Wenn sie von ihren gewählten Vertretern verarscht werden, denken sie nur „Öh? Bömmelömmelömm“ und wählen dennoch weiter „bürgerlich“.
Begünstigt durch die Tatsache, daß auf der linken Seite immer mehr gar nicht wählen, reichen dementsprechend auch immer weniger bürgerliche Wähler für stabile absolute Mehrheiten von schwarz-gelb.

Demokratie ist eigentlich eine feine Sache - nur haben wir hier leider kein passendes Volk dazu.
Ein passendes Volk ist nämlich nur so eins, das mit einem Mindestmaß von Aufmerksamkeit und Interesse dem folgt, was da aus der Regierung auf sie zukommt. Idealerweise unterstützt von einer unabhängigen aufklärenden Presse, die den Informationsfluss vereinfacht.

Solche Zustände gibt es aber in Deutschland nicht. In Amerika aber auch nicht.

LG
T