TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

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Samstag, 5. April 2008

Unverständlich.

Angie Merkel ist ihrer außenpolitischen Linie treu geblieben und hat sich beim NATO-Gipfel als treue Stütze George W. Bushs erwiesen, obwohl dieser dermaßen sinnfrei und bizarr argumentierte, daß selbst in seiner Heimat 81 % der Amerikaner der US-Regierung attestieren auf dem ganz falschen Weg zu sein.
Aber um ihrem Stammplatz im Bush-Anus zu behalten unterstützte die deutsche Kanzlerin ausdrücklich den Kompromissvorschlag, mit dem George Bushs Ehre gerettet werden sollte - nun gibt es also doch eine Kanzler-prämierte Zusage für den NATO-Beitritt der Ex-Sowjetrepubliken Ukraine und Georgien – obwohl die sonst niemand in der NATO haben will und der immer wichtiger werdende Global Player Russland maximal vergräzt wurde.
Das ist gelungen – Putin ritt bereits scharfe verbale Angriffe gegen die NATO.
Ansonsten ist das seriöse Presseecho verheerend, der Gipfel sei ein FIASKO (der Spiegel) und zeichne sich durch „frostige Stimmung zum Abschluss“ (Deutsche Welle) aus.
Außer der Brüskierung Russlands und der Image-Pflege für Amerika gab es überhaupt keine Ergebnisse. Ganz nach Merkels Methode wurde alles vertagt und noch nicht einmal nur benannt geschweige denn schon diskutiert. Das Wort „Ergebnis“ kann man beim besten Willen nicht in diesem Zusammenhang unterbringen.
Nüchtern schreibt der Merkel-freundliche Spiegel:
Gipfel gescheitert - Nato in der Sinnkrise. Alle wesentlichen Entscheidungen wurden vertagt – wieder einmal. Drängende Diskussionen über Strategien und Konzepte wagten die Alliierten nicht einmal zu beginnen. Aus Angst, es ließe sich dann der tiefe Riss nicht länger kaschieren, der quer durch die Verteidigungsgemeinschaft geht. "Der Kalte Krieg ist vorbei", rief US-Präsident Bush seinem russischen Kollegen Wladimir am Freitag zu. Doch was auf die bipolare Konfrontation folgen soll, wurde wieder einmal nicht diskutiert.

Konzeptionen, Strategien?
Komplette Fehlanzeige.
Wozu gibt es die NATO eigentlich noch?
Was sollen ihre Aufgaben sein?
Wer entscheidet wann was?
Wie funktioniert auch nur theoretisch der Meinungsbildungsprozess?

Damit die Unterschiede nicht allzu sichtbar werden, verschob man auch in Bukarest alle wichtigen Fragen lieber auf den nächsten Gipfel.
Ihr Haussender MDR applaudierte auch sogleich:
Merkel ist es offenbar gelungen, die Streitigkeiten weitgehend aus dem Weg zu räumen, die es gegeben hat - vor allem auch mit den Amerikanern. Alles sei in Ordnung, hatte Merkel bereits am Donnerstag gesagt.
Heute sah man sie sehr lange mit US-Präsident George W. Bush und dessen Außenministerin Condoleezza Rice sprechen, dabei wurde viel gelacht, man verstand sich ganz offensichtlich gut. Die Kanzlerin machte Bush Zugeständnisse - und kam den Amerikanern in einem Punkt entgegen - bei den US-Plänen für einen Raketenschutzschild in Europa. Damit wollen die Amerikaner Langstreckenraketen aus sogenannten Schurkenstaaten wie etwa Iran abwehren. Die Russen verstehen das System aber als Bedrohung - und deshalb hatte Deutschland die US-Pläne lange Zeit nicht unterstützt. Bis jetzt. In Bukarest gab es keine Einwände von deutscher Seite mehr gegen die amerikanischen Raketenpläne - das ist ohne Zweifel ein Zugeständnis an Bush.
Dieser Raketenschirm ist zwar zweckfrei und absurd, aber er ist ein deutlicher Affront gegen Putin und dem springt Angie bekanntlich immer gerne mit dem nackten Arsch ins Gesicht.
Summa summarum:
Friede, Freude, Eierkuchen – nettes Geplauder und NULL Inhalte.
Bush und Merkel ist schon mal gar nichts eingefallen. Wobei ich Bush entschuldige in diesem Fall, da er mangels Gehirn gar nicht konzeptionsentwicklungsfähig ist.
Aber auch Merkel schwieg eisern zu allen Sachfragen – wie immer.

Stattdessen blubberte sie fröhlich der Realität entweichend davon, daß sie „sehr zufrieden nach Hause fahre“.
Der war nicht schlecht – das ist ungefähr so, als ob Erwin Huber behauptete er sei ein guter Aufsichtsratsvorsitzender für die Bayerische Landesbank, oder als ob Helmut Kohl erklärte er habe enorme Erfolge beim Abspecken erzielt, oder als ob Bush resümiere, daß der Irak-Feldzug ein voller Erfolg sei, oder als ob man Schäuble zum Datenschützer ernennen würde.
Das war aber noch nicht der Schlußgag dieses Postings.
Da habe ich noch etwas richtig richtig Absurdes auf Lager.
Der letzte ARD-Deutschlandtrend vermeldet:
Große Zustimmung für Merkels Auftritte im Ausland
Angela Merkel ereilen diese Zahlen nicht in den Niederungen des politischen Berlin, sondern im Rampenlicht des Nato-Gipfels in Bukarest – auf einer Bühne also, auf der sie nach Ansicht der großen Mehrheit die deutschen Interessen gut vertritt. Ihr ausdauernder Widerstand gegen ein Beitrittsangebot an die Ukraine und an Georgien war in Bukarest gleichermaßen politisch wie demoskopisch erfolgreich. 72 Prozent der Deutschen unterstützen sie in ihrer Position.

1 Kommentar:

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