TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Sonntag, 1. März 2009

Impudenz des Monats Februar.

Geht ganz schnell diesmal:

Den Titel bekommen die M-Bischöfe.
Das sind also Mixa, Müller, Marx (eingeschränkt) und Meisner, die ich alle schon in diesem Blog behandelt habe.

Dem Alphabet nach, sollte man auch Heinrich Mussinghoff (Aachen) und Manfred Melzer (Weihbischof Köln) erwähnen, aber das sind nur „Zufalls-M’s“, während Mixa, Müller und Co ideologische M’s sind, die mit ihrem kruden Konservatismus, der weit ins Antisemitische hineinreicht, auch ihre Bischofskollegen weitgehend verstören.

Den Titel „Impudenz des Monats“ erhalten Sie ob des perfekten M-Timings.

Die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz findet ab morgen vom 02. bis 05. März 2009 in Hamburg statt.
Gleichzeitig wird auch die "Woche der Brüderlichkeit" der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit begangen und so könnte man sich eigentlich kaum mehr Brisanz vorstellen, angesichts des Aufruhrs, der in der gesamten Katholischen Kirche, ob des skandalösem Kniefalls des Papstes vor den Antisemiten der Piusbruderschaft, herrscht.

Erst beugte sich Ratzinger dem Druck der irren Piusse, indem er die Tridentinische Messe wieder zuließ, dann hörte er ein weiteres mal auf die ultrarechten Einflüsterer, als er die Karfreitagsfürbitte für die Bekehrung der Juden wieder einführte und zum Schluß hob er die Exkommunizierung der Pius-Bischöfe um den Holocaustleugner Williamson auf.

Die Welt ist geschockt und in Scharen treten Österreicher und Deutsche aus der RKK aus.

Man könnte meinen, daß es viel zu besprechen gäbe bei der Bischofskonferenz im Luxushotel Elysee, wenn die Bischöfe die Rabbinerkonferenz erwarten.
Denn die causa Williamson ist keineswegs vom Tisch - der Berserker unterm Bischofshut ist weiterhin Mitglied der RKK.
"Das war keine Panne", sagt Zentralrats-Generalsekretär Kramer, "Papst Benedikt weiß, wen er da aufgewertet hat. Solange diese verfassungsfeindliche Extremistentruppe nicht wieder exkommuniziert ist, liegt ein schwerer Stein zwischen Juden und Christen."
Die Kardinäle Lehmann und Georg Sterzinsky sehen das ganz ähnlich zeigten erstaunlich öffentlich und erstaunlich deutlich ihre Solidarität mit den Juden und damit ihre Ablehnung des Papst-Kurses.

Aber wir haben ja noch die M-Bischöfe und die taten das was sie am besten können:

Noch ordentlich Öl ins Feuer gießen.

Müller besteht auf einer unterwürfigen Papst-Treueerklärung seiner Theologen und ließ auf seiner Bistumswebseite hetzerische Kath.net-Texte veröffentlichen.
Dort nimmt sich Franz Norbert Otterbeck, ein Rechtsanwalt, erst den Theologen Hünermann (Hatte dem Papst einen „Amtsfehler“ vorgeworfen) vor - und dann Lehmann, den Ex-Bischofskonferenzvorsitzenden. Der, ein "Theologe und Karnevalist" und "einstmals so leistungsstark" (Lehmann hat Herzprobleme), habe "anscheinend nicht kapiert", was das Konzil zur Autorität des Papstes gesagt habe.

Bischof Walter Mixa polterte beim politischen Aschermittwoch der CSU in Dinkelsbühl, dass es den Judenmord mit sechs Millionen Opfer natürlich gegeben habe - dass aber seit dem Ende des Nationalsozialismus in Deutschland mehr als neun Millionen Kinder abgetrieben worden seien.

Dieter Graumann gegenüber dem SPIEGEL:
"Man kann doch auch nicht Frauen und Ärzte mit Naziverbrechern gleichstellen." Wenn Bischof Mixa so etwas sage, "dokumentiert das, wie tief der Geist der Piusbrüder selbst bei manchem in der katholischen Kirche vorhanden ist", so Graumann.

Meisner fand es ganz klasse, was der Papst tat:
Aufgabe des Papstes sei es, für die Einheit der Kirche zu sorgen oder sie wieder herzustellen. "Das hat der Papst jetzt getan, nicht mehr und nicht weniger", erklärte der Kardinal nach Mitteilung vom Montag. "Der Papst wollte durch einen großen Barmherzigkeitsschritt den vier Bischöfen entgegengehen."

Prima timing für solche verbalen Klopfer - auf zur Woche der Brüderlichkeit.

Kommentare:

Po8 hat gesagt…

Tja, zeigt mal wieder sehr schön, dass der Fisch immer vom Kopf her stinkt. Das tat er unter JP2 schon, nur unter B16 wird das Ganze sehr offensichtlich - dafür muss man ihm eigentlich dankbar sein ;-)

TAMMOX hat gesagt…

Ganz meiner Meinung.

Besonders gut hat das in Österreich geklappt:
Erst verlassen die einigermaßen LIberalen in Scharen die RKK, weil sie den ewigen Sumpf ihrer extrem rechten und pädophilen-freundlichen Bischöfe à la Krenn und Groer nicht mehr ertragen.
Dann kommt eine weitere Austrittswelle wegen der Ernennung dieses Fanatikers Wagner zum Linzer Bischof und die dritte Austrittswelle erfolge durch die Ultras in den Reihen der RKK nachdem Wagner wieder zurück getreten wurde.

Perfekt.
Noch ein paar solcher durch den Heiligen Geist inspirierten päpstlichen Personalentscheidungen und die Kirchen sind ganz leer.

„Austreten“ kann man nach Angaben von Pater Gemmingen nur in Österreich und der Schweiz.
Andere Länder (ich berichtete schon über Spanien) machen das unmöglich - einmal in der RKK - immer in der RKK; keiner kann dort juristisch durchsetzen aus den Mitgliedslisten der RKK gestrichen zu werden.
Nun ja - relevant ist ohnehin eher Deutschland wegen der Kirchensteuer, die (angeblich) ein Drittel der laufenden Kosten des Vatikans trägt.


LG
T

Po8 hat gesagt…

Btw, in Österreich gibt es auch eine Quasi-Kirchensteuer, d.h. man muss dort als Mitglied freiwillig sein Einkommen melden auf dessen Basis (Prozentzatz habe ich nicht im Kopf) dann der Betrag errechnet wird.

Meldet man allerdings nichts, so wird in üblicher gut-christlicher Tradition ein so hohes Eikommen geschätzt, dass man gerne wieder "freiwillig" meldet - übrigens auch ein tolles Beispiel für den "freien Willen" ;-)

TAMMOX hat gesagt…

Tja, beim Geld hört die Nächstenliebe auf und man kann ja auch nicht so wirklich behaupten, daß der optische Eindruck des Vatikans gerade den Spruch mit den Kamelen (kamilos), dem Nadelöhr, den Reichen und dem Himmel illustriert.

Da denkt sich die Kirche eben auch:

BESCHEIDENHEIT IST EINE ZIER
- WEITER KOMMT MAN OHNE IHR



Immer wieder schön der Panoramabeitrag von 2002:
Unsinnige Steuersubventionen - Milliardensegen für die Kirchen

http://daserste.ndr.de/panorama/media/kirchen100.html


LG

Tammox