TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Dienstag, 31. März 2009

Gummirücken von Wattebäuschen attackiert.

Es ist Wahljahr, bekanntlich. Drei Jahre hat Merkel nicht regiert, sondern laviert, um jetzt zu argumentieren, daß sie derzeit nicht regieren kann, weil ab Herbst 2009 „durchregiert“ würde.

Die Strategie ist ebenso hanebüchen, wie verfangend:
Merkel schaffte es beim Politbarometer vom 27. März damit wieder auf Platz 1 der Politiker-Hitliste - niemand ist beliebter als sie; ihr Wert auf der Skala von -5 bis +5, liegt bei beachtlichen +1,9.
Bei der Frage, wen man denn direkt als Kanzler wählen würde, legte die phlegmatische Amtsinhaberin deutlich gegenüber dem agilen Herausforderer zu:
Merkel: 57% (+2), Steinmeier: 26 % (-4)
Und der größte Joke aller Zeiten:
Die Arbeit Merkels finden 79% „eher gut“ und nur 16% „eher schlecht“.
Da kann man sich wohl zukünftig alle Pisa-Befragungen sparen - das ist der endgültige Beweis: Vier von Fünf Deutschen sind komplett verblöded!

Obwohl es derzeit größere Probleme gibt - allein an der norddeutschen Schiffsbranche stehen 100.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel - handelt Die Bundesangela stets strikt wider die Vernunft, indem sie im Zeitalter der Gigaverschuldung großzügig Wahlgeschenke verteilt (Rentenerhöhung, Abwrackprämie), die Jobcenterreform kollabieren läßt und heute in PR macht, indem sie bei Opel die Kümmerin gibt.
Zu sagen hatte sie offenbar nichts.
Es blieb bei wolkig-vage wabernden Allgemeinplätzchen, die von den Medien transportiert werden, als ob Merkel soeben den heiligen Gral entdeckt hätte:
Es müsse alles daran gesetzt werden, einen Investor zu finden, "der mit staatlicher Unterstützung - und das sage ich ausdrücklich zu, wir haben die Instrumente", eine langfristige Lösung schaffe, sagte Merkel in Rüsselsheim. Die Zusage betrifft Bürgschaften, eine direkte Staatsbeteiligung lehnte Merkel erneut ab. "Den Grundstein müssen wir jetzt legen, und zwar schnell, um ein Opel Europa zu kreieren, das für die Zukunft gerüstet ist", sagte die Kanzlerin.
Ach was?
Einen INVESTOR also?
Donnerlitchen!
Jemand, der zufällig ein paar Milliarden Euro übrig hat und diese altruistisch und sozial in die marode Firma pumpt?
Guter Plan. Sicher ist bei Opel bisher noch niemand auf die Idee gekommen.
Zugegeben, noch cooler wäre es gewesen, wenn Merkel auch noch gesagt hätte WER denn dieser Investor sein soll, aber was soll’s - kein Plan ist perfekt.
Bahnbrechend auch die Vision Merkels, daß eine eigenständige europäische Firma Opel so kreiert werden sollte, daß es „für die Zukunft gerüstet ist“.
Hut ab!
Welch Idee!
Und ich dachte bisher immer, daß es bei Opel darum ginge sich auf vergangenen Lorbeeren à la „Manta, Manta“ auszuruhen, dafür zu sorgen, daß der Oberchef Wagoner seine Abfindung von 20 Millionen Dollar bekommt und auf morgen zu scheißen!
20 Millionen Dollar für Rick Wagoner als Abschiedsgeschenk - das muß schon drin sein, angesichts seiner beindruckenden Bilanz: Der Konzern fuhr unter seiner Führung in den vergangenen vier Jahren Rekordverluste ein - insgesamt über 80 Milliarden Dollar.

Heute gab es auch einen der seltenen Einblicke hinter die Kulissen der Machtpartei.
Theoretisch müßten doch auch in der CDU Menschen vorhanden sein, die über mehr als drei Hirnzellen verfügen und wissen, daß die Kanzlerdarstellerin sich an Deutschlands Zukunft versündigt.
Vielleicht gibt es solche Männer, aber offensichtlich haben die alle kleinere Eier als jene, die mein Kanarienvogel „Karl-Heinz“ im Moment legt.
Heute Morgen in der CDU-Präsidiumssitzung fing der rasende Roland offenbar an ein wenig auszutilten und pupte Norbert Röttgen an, weil die Bundestagsfraktion die Jobcentersache in den Orcus fallen ließ.
Wulf, Rüttgers und sogar Müller pupten ebenfalls lautstark rum, wie übereinstimmend eine ganze Reiche Zeitungen berichten. Sollte sich da sowas wie Rückgrat entwickelt haben?
Aber soweit kann man nicht gehen - Rolands Rüpel wagten überhaupt nur den Zwergenaufstand, weil der eigentliche Adressat ihrer Kritik - Fraktionschef Kauder - nicht anwesend war.
Die Partei- und Regierungschefin war zwar auch anwesend, aber dafür reichte selbst Kochs Mut nicht, als daß er ihr direkt widersprochen hätte.
Außerdem beeindruckte die MeckPommerin wieder einmal mit einer wagemutig konkreten Aussage zur Jobcenterreformpleite, die die CDU angerichtet hat:
"Zukünftig müssen wir verhindern,
dass zwei Züge aufeinander zu rasen."


Ommmmmmmmm!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Du glaubst noch an Umfragen?

Also laut Allensbach hiesse unser derzeitiger Bundeskanzler immer noch Helmut Kohl (der ist 1998 nämlich gar nicht abgewählt worden). ;)

Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast!

Mein Gefühl ist eher, dass man die Bevölkerung mit diesen Zahlendrehereien manipuliert (und in Deinem Fall frustriert).

Vergiss bloss eines nie: die Medien, die über diese Umfragen berichten, sind mehrheitlich genausowenig vertrauenswürdig!

Zum Thema Merkel fällt mir nur eines ein: ohne die Wiedervereinigung wäre die Frau Professorin noch immer glücklich auf ihrem Lehrstuhl für Physik und würde bei Festtagsreden verkünden, wie schön es sich doch im Sozialismus lehren und leben lässt.

Der Nordstern.

warlord'snightmare hat gesagt…

Hallo,

das mit der Abwrackprämie ist doch wirklich äußerst fragwürdig. Es ist wohl wesentlich besser, wenn die Leute auf die Autos aufpassen und lange damit fahren. Es denkt keiner daran, wieviel Energie (CO2-Ausstoss) es braucht, so ein Auto zu erzeugen.
Unsere österreichischen "demokratischen" Führer haben sich das natürlich sofort abgeschaut (selber etwas Vernünftigeres auszuklügeln wäre ja "schwierig").

Aber vielleicht wollen sie den Teufel mit dem Pelzebub austreiben, indem sie zwar sagen, dass die Einmischung des Staates und der Protektionismus falsch und überhaupt die Privatisierung (bzw. der Diebstahl am ehemaligen Staatseigentum) gut ist und auf der anderen Seite genau gegenteilig agieren.

Also ich für meinen Teil mache nun mal die Feststellung, dass bei den Politikern alles gut ist, was ihre und die Taschen ihrer Freunde füllt.

Die "Geringen" sind zum Ausnützen da bzw. sollen sich damit abfinden in eine niedere Kaste geboren worden zu sein.

PS: Warum rüsten sie nicht auf, wäre das nicht super für die Rüstungswirtschaft, das Finanzsystem und die korrupten Politiker, und könnte man damit nicht die arbeitende Bevölkerung noch weiter in den Dreck stoßen?

Tammo Oxhoft hat gesagt…

Nordstern,

Huuuu, und laut SPIEGEL-Umfrage ist Kohl auch der TOLLSTE Deutsche überhaupt:

Altkanzler Helmut Kohl (CDU) ist einer Umfrage zufolge der bedeutendste Deutsche seit 1949. Den früheren Regierungschef setzten 40,6 Prozent von 2000 befragten Bürgern auf Platz eins, wie die Erhebung des Instituts TNS Forschung im Auftrag des Magazins "Spiegel Geschichte" ergab.
http://de.news.yahoo.com/2/20090331/tde-helmut-kohl-laut-umfrage-bedeutendst-a4484c6.html?printer=1


Tja, irgendwas stimmt da nicht. Entweder die Umfragen sind manipuliert; oder aber - auch das ist nicht unwahrscheinlich - die allgemeine Gehirnerweichung ist weit fortgeschritten.
Und SPRINGER vergibt schon wieder Preise an den dicken Gesetzeslosen:

Helmut Kohl, Michail Gorbatschow und George Bush senior ausgezeichnet
"Bild"-Osgar ehrt Staatsmänner

Bundeskanzler a. D. Helmut Kohl (l.) sowie der ehemalige sowjetische Präsidenten Michail Gorbatschow. Zusammen mit dem ehemaligen US-Präsidenten George Bush senior erhielten die Staatsmänner den "Bild"-Medienpreis Osgar, der rund 20 Jahre nach dem Fall der Mauer die Wegbereiter der deutschen Wiedervereinigung ehrt.
20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer ehrt die "Bild"-Zeitung mit dem Medienpreis Osgar die drei Staatsmänner, die mit ihrem Handeln das Ende des Kalten Krieges und die Wiedervereinigung Deutschlands ermöglicht haben: Helmut Kohl (78), Michail Gorbatschow (78) und George Bush senior (84).
Kohl habe als deutscher Kanzler einen beherzten Einheitskurs gesteuert. Der frühere US-Präsident Bush habe ihn dabei unterstützt.
Die Auszeichnung der drei ehemaligen Politiker erfolgte jeweils in deren Heimat - ein Novum in der 15-jährigen Geschichte des Osgar. Kohl empfing die Delegation um "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann in seinem Privathaus in Ludwigshafen.

http://www.abendblatt.de/daten/2009/04/01/1107143.html


Das war dann wohl der kurze Dienstweg - Kai Diekmann war schließlich auch Kohls Trauzeuge.

Willkommen in der Gruselrepublik Deutschland.

LG
T

Tammo Oxhoft hat gesagt…

Hi WLN,

Obwohl in Deutschland ja die Abwrackprämie nicht als typisch protektionistisch gelten kann, wie die zusätzlichen Verkaufszahlen zeigen:
Die dicken deutschen Konzerne BMW und Daimler profitieren kaum davon, da erstens die ganz teuren Limousinen kaum jemals so wertlos sind, daß man sie verschrottet und zweitens sind bei einem Anschaffungspreis von 100.00 Euro und mehr die 2.500 Prämie auch eher zu vernachlässigen.
Das lohnt sich natürlich für die Bürger am meisten je billiger die Karre ist. Und bei den ganz kleinen PKWs hat Deutschland ja nichts zu bieten - hier werden ja eher die Panzer mit maximalen Benzinverbrauch und Co2-Ausstoß gebaut.
Also profitieren hauptsächlich ausländische Hersteller von der Prämie, Kia, Suzuki, Fiat und so was.
Da macht die Bundesregierung also was ÖKONOMISCH und ÖKOLOGISCH falsch und dies landet dann auch noch in den falschen Taschen.
Dumm, dümmer, Bundesregierung.
Und in Österreich gibt es auch eine Abwrackprämie?
Wie viel zahlt denn Faymann? Immerhin seid Ihr doch pro Kopf viel reicher als wir und habt nicht solche Schulden!
Fragt sich nur welcher österreichischen Automobilindustrie das helfen soll….
Hab’ ich da was verpasst??

Übrigens wollte ICH mir im Januar auch ein neues Auto kaufen. Ich dachte, daß es mal ganz schlau wäre, das zu tun BEVOR mein derzeitiges Auto gar nichts mehr wert ist (wie bisher immer).
Die Händler waren ja auch SEHR verhandlungsbereit, guter Zeitpunkt also.
Aber mein Auto ist noch nicht 9 und nun kann ich den Plan natürlich knicken, weil die Autohändler jetzt so gestopft sind, daß die es überhaupt nicht nötig haben auf mich einzugehen, wenn ich einen Wagen in Zahlung geben will.

Na gut, dann fahre ich eben bis mein Baby auseinander fällt - ich trenne mich eh so ungern von Autos. Die Freude über ein Neues ist da auch immer sehr getrübt.


LG

T