Knapp 3000 Menschen starben, ein Milliarden-Sachschaden entstand und insbesondere brannten sich Bilder noch die dagewesen Spektakularität in planetare Gedächtnis ein.
Bin Laden konnte sein „Glück“ gar nicht fassen, dankte dem lieben Gott überschwänglich und gab in einem Video zu, daß er damit gerechnet hatte, daß „im besten Fall“ einer der Türme zusammen brechen könnte.
Glaubt man den westlichen Regierungen, haben sich seit dem Terroristen weltweit den Kopf zerbrochen, wie man so einen Coup wiederholen, oder gar übertreffen könnte.
Die Terrorgefahr ist allgegenwärtig und beeinflusst unser politisches Bewußtsein.
Hemmungen fielen, Bürgerrechte galten als verzichtbar und auch die Option prophylaktisch den ein oder anderen Krieg zu führen und vollkommen unschuldige Zivilisten zu bombardieren, war auf einmal denk- und durchführbar.
Terroranschläge gab es seit 9/11 immer wieder, aber immerhin nicht in der WTC-Größenordnung.
Vielleicht haben die Terroristen einfach erkannt, daß sie sich keine Mühe mehr machen müssen.
Es ist doch so einfach zigtausende Amerikaner gewaltsam umzubringen und ein Vielfaches der 9/11-Opferzahlen zu erreichen.
Ganz ohne Aufwand und ohne 19 Saudi-Araber zu den 70 Jungfrauen zu schicken.
Nun, dazu legt man seine Hände in den Schoß und wartet einfach ab.
Darauf weist der New York Times-Kolumnist Bob Herbert, 64, hin; in den letzten sieben Jahren sind weit über 100.000 Amerikaner von Amerikanern erschossen worden.
Seit Ende 2001 haben die Amerikaner also Morde in der Größenordnung der Einwohnerzahl einer Stadt wie Göttingen, Ulm, Heilbronn, Recklinghausen oder Ingolstadt verübt.
Der frühere NBC-Reporter hält einmal mehr seiner waffenfanatischen Nation den Spiegel vor.
So sei es eben in Amerika - Morde und Schusswaffengebrauch gehörten zum Alltag wie das Wechseln des Wetters.
Beispielsweise erschoss Richard Poplawski am 4. April 2009 in Pittsburgh drei Polizisten: Stephen Mayhle, 29; Paul Sciullo II, 37 und Eric Kelly, 41.
Am gleichen Tag erschoss James Harrison, 34 in Graham, Washington, erst eine fünf Kinder, Maxine, 16, Samantha, 14, Jamie, 11, Heather, 8, sowie James, 7 und schließlich sich selbst.
Am 3. April schoss ein Mann in Binghamton, N.Y. auf 17 Menschen in einer Sozialstation, (13 starben, bevor er sich selbst erledigte)
7. April: Ein Mann in Priceville, Alabama, erschießt seine Frau, die 16-Jährige Tochter, seine Schwester, seinen 11-Jährigen Sohn und sich selbst.
Gleichzeitig ermordete ein frühzeitig entlassener 27-Jähriger in Oakland, Calif. vier Polizisten — Dan Sakai, 35, Mark Dunakin, 40, John Hege, 41, und Ervin Romans, 43, bevor er selbst niedergestreckt wurde.
Etc, etc, etc.
Hinterher wird dann immer sehr viel gebetet und geweint.
Aber wehe, wenn ein Politiker auch nur daran denkt die Schusswaffenverfügbarkeit einzuschränken - da verstehen Christen keinen Spaß und so knickte auch Obama bereits vor der Waffenlobby ein.
Der April 2009 ist dabei ein neuer Mordrekord der USA - die desolate Wirtschaftslage bereitet den Boden dafür, wie der SPIEGEL düster unkt:
Der mehrfach preisgekrönte Bob Herbert legt die Finger dennoch gnadenlos in die Wunde mit seinen Kolumnen, wie zum Beispiel in A Culture Soaked In Blood.
Die Verfügbarkeit von annähernd 300 Millionen Waffen in den USA macht das gegenseitige Morden leicht:
When John Muhammad and his teenage accomplice, Lee Malvo, went on a killing spree that took 10 lives in the Washington area, the absolute least of their worries was how to get a semiautomatic rifle that fit their deadly mission.
We’re confiscating shampoo from carry-on luggage at airports while at the same time handing out high-powered weaponry to criminals and psychotics at gun shows.
Gods Own Country interessiert sich aber nicht die Bohne dafür, daß jeden Tag in den USA acht Kinder erschossen werden und alle 17 Minuten ein Mensch durch Waffengewalt ermordet wird.
So what?
Herbert berichtet, daß in Amerika jährlich rund 17.000 Menschen ermordet werden, davon mindestens 12.000 durch Schusswaffen.
Spricht man über den Pistolenwahn der Amerikaner sind Morde aber nur ein Teil der Konsequenz; die Brady Campaign to Prevent Gun Violence analysiert, daß sogar 30.000 Tote Amerikaner jedes Jahr auf Schusswaffen zurück zu führen sind.
Zu den 12.000 vorsätzlich Ermordeten kommen noch einmal 17.000 Suizide, gut 800 “aus Versehen” Erschossene und schließlich über 300 Menschen, die von Polizisten erschossen wurden.
Nicht vergessen sollte man auch die 70.000 Menschen, die es überlebten beschossen zu werden - davon allein 48.000 während krimineller Überfälle.
“Beeindruckend” auch die Kinderstatistik: 3000 amerikanische Kinder werden jedes Jahr erschossen (1.900 Morde, 800 Suizide, 170 Unfälle, 20 werden von der Polizei gekillt) und weitere 17.000 überleben es angeschossen zu werden.
Ach ja, da schon menschliches Leben offensichtlich in der Christlichsten Nation der Welt nichts wert ist:
Die Behandlung von Schussverletzungen kostet über zwei Milliarden Dollar im Jahr.
Na, da kann sich bin Laden doch locker zurück lehnen und relaxen - die Amis erledigen sich schon selbst und zwar willentlich.
Auf ihr verfassungsmäßiges Recht Waffen zu tragen lassen sie nichts kommen und wenn ein Politiker auch nur darüber nachdenkt die geringsten Einschränkungen bei der Waffenverfügbarkeit vorzunehmen, ist er politisch TOT.
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