TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

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Montag, 29. Dezember 2008

Bush wünscht sich Saddam zurück.

Diese undankbaren Iraker aber auch!

Da gibt die USA Woche für Woche Milliarden Dollar aus, um den Irak völkerrechtswidrig mit Krieg und Besatzungsterror zu überziehen, verursacht die Flucht von fünf Millionen Bürgern, tötet rund eine halbe Millionen Zivilisten, demütigt eine ganze Weltreligion mit Sexfolterbildern aus Abu Ghraib, zerrockert die Infrastruktur eines Staates, holt die fleißig bombende Al Kaida ins Land, treibt Millionen in Armut und Hunger, belügt die Weltgemeinschaft und nimmt ganzen Generationen die Perspektive und dann sind die Iraker davon NICHT begeistert?

Ist ja wirklich ein Ding!

Auf dem Abschiedsbesuch des dümmsten und schlechtesten US-Präsidenten aller Zeiten, bekam Selbiger ob seiner Irak-Bilanz nicht etwa den roten Teppich ausgerollt.
Es fanden auch keine spontanen Jubelchöre statt, Irakische Jungs wurden nicht massenhaft „George W.“ getauft.
Weder stand tout Bagdad mit Blumen Spalier, noch wurden Bush-Denkmäler errichtet.

Stattdessen der mittlerweile zum weltweiten Internethit gewordene Schuhwurf von Bagdad und ein Muntasar al-Saidi als Held der Massen. Während George W. tatsächlich soviel Realitätssinn besitzt, daß er seine eigene Beliebtheit im nahen Osten zumindest erahnt und dementsprechend auf der Hut vor Wurfgeschossen war, kann sich seine Angetraute, Laura, gar nicht mehr beruhigen vor Empörung über den bösen, bösen „Angriff“ auf Ihren Herzallerliebsten.
OK, daß man nach zwei Dekaden Ehe an der Seite dieses geistigen schwarzen Loches, kaum noch alle Nadeln an der Tanne haben kann, war zu erwarten.
Aber Lauras Schuhwurfassoziationen, die sei ihrem arschkriechenden Lieblingssender Fox von sich gab, erstaunten doch.

Die irakischen Behörden müssten sich jetzt mit Muntasar al-Saidi befassen, "aber ich weiß, dass er unter Saddam Hussein nicht freigelassen worden wäre. Wahrscheinlich wäre er hingerichtet worden."

Tja, das hättest Du Deinem Alten mal etwas früher erklären sollen - heute ist es genau zwei Jahre her, daß Ṣaddām Ḥusain ʿAbd al-Maǧīd al-Tikrītī in Bagdad hingerichtet wurde.
Ich würde mal sagen: ZU SPÄT, um das jetzt zu beklagen.
Al-Saidi kommt morgen vor Gericht - ein für Irakische Verhältnisse blitzartiges Verfahren.

Dabei ist Premierminister Nuri al-Maliki nicht gerade mit den Vollmachten eines Saddams ausgestattet. Eine doppelte Zwickmühle, in die Bush auch Al-Maliki geritten hat:
Er stand selbst neben Bush während des schuhigen Attentats vom 14.Dezember und ist vor seinem Gönner GWB blamiert wegen dieser ungeheuren Sicherheitspanne, muß also dementsprechend hart und abschreckend durchgreifen.
Andererseits sind nächsten Monat Wahlen im Irak und wenn es unter Al Maliki zu einer Verurteilung zu 15 Jahren wegen Angriffs auf einen ausländischen Staatschef während eines offiziellen Besuchs käme, wäre das irakische Wahlvolk gar nicht amused.

Die Alternative laut SZ:
Ergeht das Urteil wegen eines versuchten Angriffs oder tätiger Beleidigung, könnte al-Saidi mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Seine Anwälte empfehlen ihm, vor Gericht zu sagen, er habe im Affekt gehandelt. Aus der Tatsache, dass er in Schuhen zur Pressekonferenz ging, dürfte sich kein Vorsatz ableiten lassen. Al-Saidis Chefverteidiger Diaa al-Saadi, Vorsitzender der irakischen Anwalts-Vereinigung, behauptet, sein Mandant sei nach seiner Verhaftung misshandelt worden. Er habe einen Zahn verloren, sein linkes Auge sei blutunterlaufen, und sein Körper weise sichtbare Schrammen auf. Muntassers Bruder Dergham al-Saidi spricht dagegen von einer gebrochenen Hand und mehreren Rippenbrüchen. Auch der Anwalt Chalil al-Dulaimi, der den hingerichteten Diktator Saddam Hussein vertreten hatte, erklärte sich spontan zum Verteidiger al-Saidis. Er will argumentieren, dass die USA den Irak widerrechtlich besetzt hielten und jede Form des Widerstands gerechtfertigt sei, "auch mit Schuhen". Der Name Muntasser bedeutet "der Sieger". Das entspricht auch der Volksmeinung in der islamischen Welt, weit über die arabischen Länder hinaus. Nach dem Empfinden der meisten hat al-Saidi genau das getan, wovon nicht wenige arabische Staatschefs träumen.

Nur die Bush, Laura-Variante „Kopf ab“ steht leider nicht mehr zur Verfügung.

Laura, Laura, sei mal lieber froh, daß Dein Alter nicht aus Versehen Holland besetzt hat - immerhin hatte die Niederländer genauso viel mit 9/11 zu tun und genau so viele Massenvernichtungswaffen wie der Irak.

Aber eben anderes Schuhwerk.

Kommentare:

warlord'snightmare hat gesagt…

Hi Tammox,

habe ich mir doch gedacht, dass dieser journalistische Freiheitskämpfer nicht ganz ungeschoren davonkommt. Wenn er eh bereits bei der Verhaftung misshandelt wurde, dann denke ich, ist das Strafe genug.
Wenn ich mal das Gesetz "Auge um Auge und Zahn um Zahn" hier anwenden würde, dann sollte auf die selbe Entfernung der "Scharfrichter" seine Schuhe auf den Schuldigen abfeuern und dabei Rufen "die USA hat Euch befreit und Euch Frieden und Demokratie gebracht und das ist für Dich Du undankbarer Hund" (oder einen gleichwertigen Spruch). Wobei der Verurteilte nicht von den Schuhe getroffen werden sollte, das wurde Bush nämlich auch nicht. Also ein zweiter Scharfrichter sollte dafür sorgen, dass der Delinquent rechtzeitig seine Position ändert...

Das Lächerliche an der Sache ist, dass jetzt plötzlich wieder das oder irgendein "Recht" angewendet wird. Wo doch seit dem "Befreiungsschlag" durch die USA "Rechtsfreiheit" im Irak (und auch in der USA) besteht.

Die vielen Trauungen, welche gewaltsam durch die US-Soldaten im Irak durch Tödung (Mord) beendet wurden, haben bestimmt keine "richtige" Gerichtsverhandlung ausgelöst.

Darüber zu schreiben scheint sinnlos, aber trotzdem ist es gut, dass es Leute gibt, die sich die Mühe machen. Wenn jeder nur einen dazubringt, dass er sein Denken umstellt und dieser gleichfalls wieder einen weiteren zum Umdenken veranlasst, sollte sich logischerweise irgendwann etwas in der Politik ändern.

Es sollte als internationales Menschenrecht festgeschrieben werden, dass man den Politikern straffrei deutliche Verachtung entgegenbringen kann, wenn sie verachtungswürdig handeln.

Dieses Recht könnte man aus gegebenen Anlass festschreiben.
Dadurch könnte die Richterschaft, die Schuld die an ihrem Berufsstand seit z. B. den Nazischauprozessen oder den Hexenprozessen usw. haftet wieder etwas abbüßen.

TAMMOX hat gesagt…

Wobei es ziemlich USA-freundlich ist den alten Spruch aus der Bibel "Auge um Auge und Zahn um Zahn" auf den Schuhwerfer anzuwenden.
Würde man das Prinzip geltend machen für all das was George W. Bush im Irak angerichtet hat und dementsprechend Zerstörungen in Amerika anrichten würde, hätte Bush sicher nicht mehr so viel Faszination für die Bibel.

Aber so ist es nun einmal - die USA sind zu mächtig, als daß man ihnen mit Völkerrecht kommen könnte.

Verstoß gegen UN-Resolutionen, Folter, Todesstrafe und dazu noch besitz; Herstellung, Proliferation UND Anwendung von Massenvernichtungswaffen - das würde einem weniger mächtigen Land nicht gut bekommen - aber die USA dürfen das.

LG
T