TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Dienstag, 23. Dezember 2008

Benni schlägt wieder zu.

Zu Weihnachten bin ich ach so christlich gestimmt, daß ich schon wieder was über meine Lieblingsreligion schreiben muß.
Vorgestern erklärte ich, daß der gemeine Kathole beim Abendmahl tatsächlich den Leib von Jesus IßT. Das funktioniert nämlich durch eine spezielle Wandlung, die der geweihte Priester an der Oblate vornimmt: Er sagt die Worte Hoc est enim corpus meum (deutsch: „Dies ist nämlich mein Leib.“) und Ta-dah! Die Oblate verwandelt sich in Jesus‘ Fleisch.

Das Wort “Oblate” hatte ich allerdings viel zu ketzerisch benutzt - hier handelt es sich in Wahrheit natürlich um HOSTIEN, die im prä-Jesus-Fleisch-Stadium schon so wertvoll sind, daß sie in kostbaren Tabernakeln aufbewahrt werden. Nicht, daß jemand die Dinger stiehlt und sich ganz allein mit einem Hokus-Pukus-Spruch kleine Jesus-Steak-Medaillons herstellt.
Das sind potente Plättchen, so eine Art adulte Stammzelle der Eucharistie.
Und das Ganze nur aus Mehl und Wasser - ein Wunder!
Weißbrot mutiert zum Vegetarier-Alptraum. Hier wird der Laib zum Leib Christi und was könnte bei Katholen größere Adorierungs-Exzesse auslösen, als der Körper Jesu?

Tabernakel sind also sowohl schicke kleine Anbetungstruhen, die man Mekka-mäßig schon mal vorab umkreisen und bebeten kann, als auch schlicht und ergreifend Tresore für die bereits konsekrierten (geweihten) Hostien.
Unkonsekrierte Hostien (auch ein schöner Begriff für Hippopotomonsterosesquipedalisten) werden üblicherweise von Nonnen gebacken.
Auch eine Nonne muß schließlich von irgendwas leben und die Kirche ist in den letzten 1000 Jahren ein regelmäßiger Abnehmer gewesen. Eigenartigerweise gibt es aber im päpstlichen Katechismus keine dogmatischen Regelungen wer, wie und wann die Oblaten herzustellen hat.
So trug es sich zu, daß auch einige Nichtnonnen anfingen Hostien zu backen.
Rein weltliche Bäcker! Das Drama der Dresdner Diakonissen! Buken sie vor zwei Dekaden noch 1,6 Mio Hostien im Jahr, stanzen sie heute kaum noch eine Millionen Leiber Christi aus den Backblechen.
Finanziell betrachtet ist es natürlich auch ein Alptraum, daß Papa Ratzi alles unternimmt, um mehr und mehr Gläubige aus den Gottesdiensten zu treiben und sie von der Eucharistiefeier fern zu halten.
Gestern zum Beispiel rastete Ratzi radikal aus und feuerte mehrere Breitseiten gegen seine Mitmenschen ab - Transsexuelle und Homosexuelle „zerstörten die Menschheit“:
Nur allzu oft verstecke sich hinter der sogenannten Geschlechterdiskussion lediglich die Emanzipation des Menschen von Gottes Schöpfung. "Aber auf diese Weise lebt er gegen die Wahrheit und den Geist des Herrn", so der Papst. "Nicht der Mensch entscheidet, nur Gott entscheidet, wer Mann und wer Frau ist." Die Menschheit solle auf "die Stimme der Schöpfung" hören, um die vorgegebenen Rollen von Mann und Frau zu verstehen. Alles andere käme "einer Selbstzerstörung des Menschen und der Zerstörung von Gottes Werk selbst" gleich.
Warum auch subtil, wenn man zum Fest der Liebe auch das ganz große Kaliber nehmen kann, dachte sich da wohl der Chef der in Frauenkleidern herumlaufenden Männer, die so gerne unter sich bleiben.
Dumm gucken dürften nun mal wieder Bennis backende Benediktinerinnen:
Mit dem Ausbleiben der Gottesdienstbesucher, bricht auch der Hostienmarkt weg, wie Lehmann-Brothers.
Schon drängeln die säkularen Konkurrenten mit Hostieninnovationen auf den Markt.
Die Firma Hoch bietet beispielsweise FUN-Oblaten, wie essbares Ostergrass.
Weitere Highlights:
Back-Oblaten, Vollkorn-Oblaten, Bio-Oblaten, Obstkuchen-Oblaten, Stärke-Oblaten, glutenfreie Oblaten, bedruckte Oblaten, Ess-Papier und spezielle Quellmehle und -stärken.
Unsere Produkte finden vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der Nahrungsmittelindustrie, dem Bäckerei- und Konditoreigewerbe und beim Endverbraucher. Natürlich Back-Oblaten, Vollkorn-Oblaten oder Bio-Oblaten als Basis für Lebkuchen, Riegel und Makronen.
Aber auch Obstkuchen-Oblaten, die das Durchweichen von Obst verhindern und bedruckte Oblaten, die als Kuchendekor oder als essbare Etiketten dienen, erfreuen sich steigender Beliebtheit. Selbstverständlich kommt auch Ess-Papier in verschiedenen Farb- und Geschmacksrichtungen, auf Wunsch auch bedruckt, aus unserem Hause.

Ich fürchte, daß die Nonnen bald noch älter aussehen.
Aus Österreich werden bereits Kapitulationen gemeldet:

Am gestrigen Dienstag wurden im Kloster von Wernberg/ Vernberk zum letzten Mal Hostien gebacken. Bis zu 12.000 Stück erzeugten drei Schwestern pro Tag, doch die Aufträge gingen langsam aber stetig zurück Nicht zuletzt weil die alten Geräte nicht mit den modernen Backmaschinen mithalten können. Diese produzieren in derselben Zeit beinahe 200.000 Hostien.

Gibt es für Nonnen eigentlich auch Hartz IV, oder wie regelt der Vatikan das?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Oh bitte! Aus Kärnten! Aus Kärnten, dies ist zwar ein Teil Österreichs, aber dennoch: Diesen kleinen Hinweis, der hätte so manches Schrecken gemildert.

belef

TAMMOX hat gesagt…

Sorry - aber international gesehen, ist Kärnten durch die abrupt endende Phaeton-Fahrt eines bekannten Kärtneres geradezu zum Synonym Österreichs geworden.

Woran andere Österreicher, die sich allzu freundlich über DIESEN Kärtener äußerten nicht unschuldig sind.


http://tammox.blogspot.com/2008/11/mut-vs-anbiederung.html

http://tammox.blogspot.com/2008/10/sterreich-um-mitschmen.html


;)

LG

Tammox