TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Montag, 8. September 2008

Pupsende Kühe.

Es kursieren jede Menge bizarre Vergleiche darüber wie viel Methan Australiens und Neuseelands Schafe ausfurzen.
Da unten kann man nämlich lange lange Schäfchenzählen:
100 Mio Tiere in Australien und 39 Millionen in Neuseeland.
Über drei MILLIONEN TONNEN Methan jährlich entlassen Australiens Viehherden anal in die Luft. Ich würde in Sydney also besser kein Streichholz entzünden - es könnte gewaltig knallen; ganz ohne nukleare Sprengköpfe.
Die Forscher von der Commonwealth Scientific Industrial Research Organisation (CSIRO) berichteten sogar, sie hätten einen Impfstoff entwickelt, um die notorisch rülpsenden und unter Flatulenz leidenden Schafe down under zu davon abzuhalten den Planten mit Treibhausgasen zuzupupen.
Immerhin 20 % des irdischen Treibhauseffektes ist auf den einfachsten Kohlenwasserstoff Methan, CH-4 zurück zu führen. Bei Schafen wird das während der Verdauung entstehende Methan zu 80 Prozent von Mikroben verursacht. Das Gas kommt zwar nur in geringem Maße in der Atmosphäre vor, trägt aber 23 Mal stärker als Kohlendioxid zum Treibhauseffekt bei.
So ein Schaf bläht ganze 25 Liter Methan pro Tag aus - und das ist noch bescheiden gegen gewaltige 280 Liter Methan, die einer Kuh in 24 Stunden aus dem Hintern kriechen.
Rinder gibt es auf der anderen Seite der Welt nämlich auch jede Menge: Etwa 25 Millionen in Australien und noch einmal 5 Millionen in Neuseeland.
Kängurus furzen übrigens kein Methan aus; sie verdauen das Gras auf andere Weise, insofern wäre es sinnig in Australien von Rinder- und Schafzucht auf die landestypischen Beuteltiere umzusatteln.

Da die Bundesregierung noch nie so recht auf die Idee gekommen ist mal auszurechnen, wie es mit der Flatulenz der deutschen Viehherden aussieht, hat foodwatch das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) beauftragt.
Die Wissenschaftler haben untersucht, wie die herkömmliche und die ökologische Landwirtschaft zum Treibhauseffekt beitragen.
Deutschland kann zwar bei Kühen („nur“ 15 Millionen) und Schafen (3 Mio) nicht so recht mithalten, aber dafür wimmelt es hier mit den Superpupsern von der Borstenviehfraktion (28 Millionen Schweine, die pro Stück und pro Tag gut und gern 180 Liter Methan ausfurzen).
Im Jauche und Gülle produzieren ist Deutschland also Spitze.
Die wichtigsten Jauchegase sind Schwefelwasserstoff (H2S), Ammoniak (NH3), Methan (CH4) und Kohlendioxid (CO2). Lecker.
Ergebnis der Studie, die foodwatch am 25. August 2008 in Berlin präsentiert hat:
Die Landwirtschaft in Deutschland verursacht annähernd soviel klimaschädliche Gase wie der Straßenverkehr, nämlich 13 Prozent der Treibhausgase insgesamt. Sowohl konventionelle als auch ökologische Landwirtschaft tragen dabei erheblich zum Treibhauseffekt bei.
Das sind allerdings Ergebnisse, die prinzipiell nicht neu sind.
Der Leiter des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie, Ernst U. v. Weizsäcker, stellte fest:
Die Beiträge der Rinderhaltung zum Treibhauseffekt sind ähnlich groß wie die des gesamten Autoverkehrs, wenn wir die Waldrodung für Rinder und für Futtermittel einbeziehen...
Global blähen Milliarden Rinder ununterbrochen den Planeten zu - kein Wunder, daß die Erde heiß wird.
Das ZDF berichtet:
Es gibt derzeit weltweit etwa 1,33 Milliarden Rinder, die täglich 300 Liter Methan verursachen können, was fast 400 Millionen Tonnen pro Tag und 146 Milliarden Tonnen pro Jahr entspricht. Die gesamte Viehhaltung (plus Schweine, Schafe) produziert wahrscheinlich 280 Milliarden Tonnen Methan pro Jahr.
Puh! Das stellte auch die Enquete-Kommission, eine Untersuchungs-Kommission des Deutschen Bundestages zum Schutz der Erdatmosphäre, fest:
Durch die Senkung des Fleischkonsums auf ein auch der Gesundheit förderliches Maß könnten ein Viertel oder mehr der klimarelevanten Emissionen vermieden werden. Der Übergang zu einer stärker pflanzlich orientierten Ernährung eröffnet somit das mit Abstand größte Einsparpotential (bis zu 100 Mio. t CO2-Äquivalente) im Ernährungssystem. Darüber hinaus würden die volkswirtschaftlichen Folgekosten der ernährungsbedingten Krankheiten (25 Mrd. EUR/Jahr) erheblich reduziert.
In dieses Horn tutet daher auch der Vorsitzende des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC), Rajendra Kumar Pachauri und fordert dazu auf weniger Fleisch zu essen.
Die Argumente
„den Tieren zu Liebe“ oder
„der Gesundheit zu Liebe“ haben bisher offenbar noch nichts genützt, um die Massen zu Vegetariern zu machen.

Aber vielleicht „dem Klima zu Liebe“?


Anhang; Zitate:

Ein Kilo Fleisch - schädlich wie 250 km Autofahrt: Wussten Sie, dass Steakliebhaber ähnlich große Klimasünder sind wie Autofahrer? Forscher haben ausgerechnet, dass der Klimaschaden von nur einem Kilo Fleisch rund 36 Kilogramm Kohlendioxid entspricht - wobei noch nicht einmal Energieverbrauch der Rinderfarm und Transport berücksichtigt sind.
(WELT online, 18.7.2007)

Kampf den Rülpsern: Ein Zürcher Forscher will Rindern und Schafen die Blähungen abgewöhnen, denn die Wiederkäuer tragen zur Erderwärmung bei.
300 bis 500 Liter Methangas stößt die Kuh jeden Tag aus. Und auch das ist vor allem eines: schlecht fürs Klima.
Weil die Menschen überall auf der Welt mehr und mehr Fleisch essen wollen, ist die Methankonzentration in der Atmosphäre seit 1900 um rund hundert Prozent gestiegen.
(Spiegel Online, 29.06.2007)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

"Jederman weiss, das Huelsenfruechte in Mengen genommen nicht gut bekommen. Das macht ja nichts, ich finde das fein, ich wollt schon immer ein Blaehboy sein."

Aggressiver Werbespot:
'Erase the Cows and eat Shit.. People.
Bazillions of Fly's and your Leaders can't be wrong.'

Sachen gibts?!

warlord'snightmare hat gesagt…

Da läßt sich mit Scheisse Geld machen. Einfach die Kacke in einen Silo, nochmals gut vergären, Methan rein in einen Gasmotor. Strom und Wärme erzeugen. Rest raus auf das Feld.
Kühe hat es früher auch schon gegeben, das waren die "Auerochsen" und die "Bisons". Die werden doch nicht spezielle Methan-Gas-Kühe gezüchtet haben, oder?

Tammo Oxhoft hat gesagt…

Hi,

Ich gebe zu, ich weiß nicht genau wie viel Methan so ein Auerochse ausgepupst hat.
Das Problem ist aber sicherlich DIE MASSE.
Die Menschen sind eben alles Fleischfresser und vermehren sich wie die Fliegen - daher auch die Massentierzucht.
So viele Auerochsen und Bisons wie es heute Schweine und Rinder weltweit gibt, dürften nie rumgelaufen sein.


Mit Biogasanlagen wird technisch ja schon viel gemacht - hat aber offenbar auch diverse Nachteile; ich weiß, daß die Grünen davon nicht so begeistert sind.
Habe selbst noch nicht genau recherchiert.

http://de.wikipedia.org/wiki/Biogasanlage

und Jake:

Erbsen, Bohnen, Linsen
bringen den A.... zum Grinsen.

Tammo Oxhoft hat gesagt…

NACHTRAG:

Info von PETA DEUTSCHLAND E. V.:
(Spiegel Nr 37/2008)


Mit dieser Studie belegt Foodwatch das, was wir schon lange fordern. Eine Fleischsteuer wäre nicht nur unter dem Aspekt des CO2-Ausstoßes die einzige Lösung, um den steigenden Fleischkonsum einzudämmen. Denn eine fleisch- und milchhaltige Ernährung verursacht nicht nur zwischen 7- und 15mal mehr CO2, sie verbraucht auch doppelt so viel Wasser. Ein Fleischesser ist für 1,5 Tonnen mehr CO2 jährlich verantwortlich als ein Vegetarier, und er verschwendet gute 2500 Liter täglich mehr an Wasser.