TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Freitag, 3. Dezember 2010

Der nette, kluge Obama....

Falls ich noch so lange meine Staatsbürgerschaft haben sollte, wird die nächste Wahl, zu der ich meine Stimme abgeben darf die US-Präsidentenwahl 2012 sein.
Wählen ist (im Gegensatz zum Auszählen) denkbar einfach in den USA.
Man hat nur eine Stimme und da es ein generelles Mehrheitswahlrecht gibt, existieren de facto nur zwei Parteien.
Falls ich meine Stimme nicht in den Müll schmeißen möchte, muß ich also die Demokraten wählen. Wie ich es seit 20 Jahren ununterbrochen tue.

Ich wähle nach dem Aussschlußverfahren und suche mir das kleinere Übel aus - eine extrem simple Entscheidung also, angesichts der Performance der rechten Republikaner, die nicht nur dumm und aggressiv daher kommen, sondern dazu auch noch wirklich gefährlich sind.

Gefährlich für inneramerikanische Minderheiten, aber auch gefährlich für den Weltfrieden, für die Nachbarn und für alle internationalen Angelegenheiten, wie Artenschutz, Klimapolitik und Finanzpolitik.
Die Partei, die sich G.O.P. nennt, ist dazu auch noch mustergültig schizophren, indem sie geradezu manisch den Patriotismus und „America first“ beschwört, gleichzeitig aber so hasszerfressen ist, daß sie zu keiner einzigen konstruktiven Entscheidung fähig ist.
Die GOP ist pure Destruktion, die in ihrem rassistischen und anti-demokratischen Fanatismus so versessen darauf ist Obama zu schaden, daß sie dafür den ökologischen, ökonomischen und außenpolitischen Totalabsturz der USA gerne in Kauf nimmt.

UNpatriotischer geht es nicht mehr.

Während Obama versucht mit der schwersten Schuldenkrise aller Zeiten fertig zu werden, sorgen sich die Goper nur um die Portemonnaies ihrer ultrareichen Finanziers.
Dafür lassen sie den Präsidenten augenblicklich vor sich kriechen. Sie befürchten Obama könnte die auslaufenden Bush’schen Steuersenkungen für die Reichsten im Lande nicht verlängern.

Nach geltendem Recht werden die Steuersenkungen von George Bush zum Jahresende auslaufen. Obama möchte die niedrigeren Sätze zwar für kleine und mittlere Einkommen festschreiben, für Einkommen von über 250000 Dollar jedoch zu den alten Sätzen zurückkehren. Die Republikaner wollen dagegen erreichen, dass die Steuersenkung auch für die Reichen festgeschrieben wird.
(Nikolaus Piper, 03.12.2010)

Falls Obama nicht so spurt, wie es die ultrafanatischen Republikaner gerne hätten, werden sie mit ihrer neuen Mehrheit grundsätzlich alles ablehnen und ihm das Regieren de facto unmöglich machen - scheiß auf Amerika.

Die US-Republikaner wollen alle Gesetze im Senat blockieren, wenn Steuersenkungen rückgängig gemacht werden
Washington - Joe Barton wird bald ein wichtiger Mann sein in Washington. Der konservative Republikaner aus Texas übernimmt von Januar an den Vorsitz im mächtigen Energieausschuss des US-Repräsentantenhauses, und er gibt sich wild entschlossen, jeden Kompromiss für ein Energie- und Klimaschutzgesetz zu torpedieren. Wie entschlossen, das illustriert eine kleine Dia-Show, mit der der frühere Öl-Manager auch nach Ende des jüngsten Wahlkampfs bei potentiellen Spendern hausieren geht: Da vergleicht Barton den politischen Kampf gegen die Obama-Regierung mit dem alliierten Krieg gegen Nazi-Deutschland. John Boehner, der künftige 'Mister Speaker', ziehe als 'unser Dwight Eisenhower in die Schlacht'. Sich selbst wähnt der Abgeordnete in der Tradition des legendären Raubeins und Armeegenerals George Patton: 'Platziert irgendwas in meiner Reichweite und ich schieße es ab.'
[…] Der Steuerstreit ist es auch, der seit der Nacht zum Donnerstag das Klima in Washington erneut vergiftet. Denn da unterschrieben alle 42 republikanischen Senatoren einen Brief, in dem sie ankündigten, sie würden solange eine Total-Blockade für alle anderen Gesetze im Kongress verhängen, bis die Steuerrabatte in ihrem Sinne verlängert würden.
[…] Wütende Demokraten denunzierten ihre konservativen Kollegen prompt als 'Taugenichtse', ein republikanischer Senator erwiderte, die Linken seien 'ein Haufen Dummköpfe'.
[…] Auf der Kippe stehen zudem zwei Gesetze, die den Schwächsten in der von der Wirtschaftskrise erschütterten US-Gesellschaft helfen würden. Ohne neuen Kongressbeschluss endet im Dezember für zwei Millionen Amerikaner der Anspruch auf jegliche Arbeitslosenhilfe. Und ebenso gefährdet ist ein Gesetz zur verbesserten Schulspeisung. Und auch die Außenwelt wäre betroffen: Denn auch die Ratifikation des mit Russland ausgehandelten Start-Vertrags zur atomaren Abrüstung ist Geisel der republikanischen Blockade.
(Christian Wernicke, SZ, 03. Dezember 2010)

So einfach ist das - die Republikaner sind UNWÄHLBAR.
Verglichen mit den Führungsfiguren der durchgeknallten GOP - und ich spreche noch nicht mal von den Teebeutlern - ist der gegenwärtige Präsident eine Lichtgestalt, die natürlich 2012 meine Stimme bekommen wird.


Da jetzt aber noch nicht gewählt wird, kann ich aber auch noch mal schnell unter uns Pastorentöchtern sagen, wie mies ich Obama finde.
Den Begriff „Enttäuschung“ kann ich noch nicht mal verwenden, da ich ohnehin nie auch nur annähernd so viel von ihm erwartete, wie die meisten Europäer.
Zwei Kriege, sowie eine Finanz- und eine Wirtschaftskrise im Jahrhundertausmaß, kann auch ein US-Präsident nicht mal eben so abschalten.
Aber wieso müssen die kleinen Symbolthemen, die er groß ankündigte, auch Jahre liegen bleiben?
Guantanamo?
Don’t ask, don’t tell?

International trat Obama zunächst einmal freundlich auf und versuchte wieder in einen Dialog mit der arabischen Welt zu kommen. Das war sicher notwendig und richtig.
Aber im Nahen Osten ist Obama auch keinen Millimeter voran gekommen.
Nordkorea hat er überhaupt ignoriert.
Bei den internationalen Abkommen geben die USA weiterhin den Paria der Staatengemeinschaft. Auch unter Obama zahlt die USA nicht ihre UN-Schulden, auch unter Obama wurde der internationale Strafgerichtshof nicht anerkannt.
Obama bremste beim Klimaschutz und wollte die schwächelnde amerikanische Exportwirtschaft dadurch stabilisieren, daß er China und Deutschland VERPFLICHTEN WOLLTE ihre Exportüberschüsse zu begrenzen.
Freihandel war wohl mal. Wie konnte die US-Regierung überhaupt so dämlich sein diesem Ansinnen irgendwelche Erfolgsaussichten beizumessen?
Und nun die Abkommen zur Ächtung von Landminen und Streumunition, die fast alle Staaten unterzeichnet haben - NICHT aber Amerika.

Noch immer sterben jeden Tag irgendwo auf der Welt Menschen durch eine Mine. Im vergangenen Jahr wurden 3956 Tote und Verwundete registriert. Meist wurden sie zum Opfer längst nach Ende des kriegerischen Konflikts, in dem die Minen verlegt worden waren. Seit 20 Jahren führen Menschenrechtsorganisationen in aller Welt einen Kampf gegen Minen und ihren noch heimtückischeren Verwandten, die Streumunition.
[…] Seit 1999 gibt es die Ottawa-Konvention zum Verbot von Landminen, seit August ist eine ähnliche Konvention gegen den Einsatz sogenannter Streumunition in Kraft. Streumunition - das sind viele kleine Sprengkörper, die in einer Bombe enthalten sind und bei deren Detonation über eine große Fläche im Umkreis verstreut werden. Das besonders Teuflische daran ist, dass viele dieser Bomblets Blindgänger sind, die erst später bei einer Berührung mit einem Menschen explodieren. Weltweit gibt es nur noch 39 Staaten, in denen Produktion, Export und Einsatz von Anti-Personen-Minen erlaubt sind. Unter ihnen sind allerdings die Großen dieser Welt: die USA, China, Russland und Indien. Außer den USA haben alle anderen Nato-Staaten den Vertrag über das Verbot von Minen inzwischen unterzeichnet und, bis auf Polen, auch ratifiziert.
(Peter Blechschmidt 02. Dezember 2010)

Daß Amerika als letzter NATO-Staat auf die Idee käme die barbarische Todesstrafe abzuschaffen, ist ohnehin nicht in Sicht.
Kein Thema für Obama, obwohl erst jüngst wieder bekannt wurde, daß in den letzten Jahren auch einige Unschuldige hingerichtet wurden.
Macht ja nichts.

Wenn man mit Obama-Bewunderern diskutiert, fällt natürlich immer das Argument, daß Obama einfach zu viel zu tun habe und sich nicht um diese Dinge kümmern könnte.
Er war schließlich bisher nicht untätig.
Schön und gut.

Aber wie setzt dieser Mann Prioritäten?

Vor einem Jahr reisten Barack und Michelle Obama nach Kopenhagen, um bei dem IOC für die Vergabe der Olympischen Spiele 2016 nach Amerika zu werben!
Dabei waren die USA gerade erst zweimal dran - Atlanta 1996 und Salt Lake City 2002.
Wieso ist so ein lumpiges Sportereignis, das ohnehin nur durch Korruption entschieden wird, ein Thema für den Präsidenten?
Versagt hat er obendrein auch noch - die Spiele gingen nach Rio.

Und jetzt die Fußball-WM.
Noch so ein Witz. Korrupter als die Fifa ist vermutlich kein Gremium in der Welt. Möglicherweise kann das IOC noch mithalten.
Nun wird Katar WM-Ausrichter; eine bekannte große Fußball-Nation also, die in ihren vielen Großstädten über massenhaft Fußballstadien verfügt.
Eine Entscheidung, bei der es natürlich gar keine Rolle spielte, daß die Scheichs Geld wie Heu haben.
Und wer muß natürlich wieder seinen Senf dazu geben? Präsident Obama!

US-Präsident Barack Obama hat die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar kritisiert. Er halte dies für die "falsche Entscheidung", sagte Obama in Washington.
(DW 03.12.20)

Tage vorher hatte er sich ins Zeug gelegt.

Per Videobotschaft hat US-Präsident Barack Obama für die zweite Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft nach 1994 im «Land der unbegrenzten Möglichkeiten» geworben. «In Amerika brennt die Flamme der Leidenschaft für den Fußball mehr denn je. Wir waren immer eine Nation großer Vielfalt. Es ist egal, wo man herkommt, wie man aussieht. Wenn man hart arbeitet, kann man alles schaffen. Es wäre eine Ehre, wenn wir die WM 2022 ausrichten dürfen», übermittelte Obama bei der Präsentation der Kandidatur an die Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees. Sein Vor-Vorgänger im Amt, Bill Clinton, erklärte: «Wir können alle Stadien füllen, weil wir so viele Menschen haben.» Anschließend hob der Ex-Präsident zu einer politischen Grundsatzrede an, bei der er die vorgegebene Zeit deutlich überzog. Bewerbungschef Sunil Gulati lockte dagegen kurz und bündig mit einem prägnanten Versprechen: «Eine WM in den USA garantiert Zuschauer- und Einnahmerekorde.»
(dpa 01.12.10)

Das sind genau die Themen, von denen ich mir wünschte, daß Obama sie irgendwelchen anderen Leuten in seiner Administration überließe
Es gibt wichtigeres zu tun!!!

Kommentare:

jakebaby hat gesagt…

Obama machts da auch zuhendst wie das Merkel. Bloss raus!
Heute Abend isser mal kurz fuer ein paar Stunden nach Afghanistan geflogen um sich von irgendwas ein Bild zu machen .. Polaroid?

Er muss aber auch alles selber machen. Wie sein Vize aussieht oder heist weis schon kein Mensch mehr und Hillary ist zumeist in der Besenkammer angekettet, da sie schon anfaengt Scheisse zu labern wenn man nur den Schluessel anfasst. ... Gates? .... etc.

Was mich unter vielem Anderen an Obama stoert, ist seine schaebige Aussenpolitik. Gerade dass war ja eines seiner Change-Steckenpferde, die er ununterbrochen campaignte. Auf Augenhoehe/no Preconditions .. bla .. mit den 'Problemfaellen wie zB. Cuba, Venezuela, Iran, .... und da laueft weniger denn Nichts, eher schlimmer denn zuvor. http://jakester-express.blogspot.com/2010/06/afraid-to-negotiate-with-iran.html

Wer diesen staendig wiederholten Schwachsinn zuvor noch glaubte, wurde spaetestens 5 Minuten nach seiner Nominierung eines schlechteren belehrt, da er unverzueglich, zusammen mit Hillary und MCCain bei der AIPAC vortanzen musste. Und da hat sich dann schon alles ganz ganz anders angehoert. Und seither bitchslapped und raucht ihn Israel nach belieben in der Pfeife.
Nur ein Fall in dem er schon preconditioned die Eier abgab, bevor ihm ueberhaupt jemand nahelegte Praesident zu werden.

Ob er aussen/innepolitisch die naechsten 2 Jahre noch irgendwas auf die Rolle kriegt bezweifle ich. Wenn ihn zuvor schon seine republikanischen Demokraten abgeschossen haben, wird es jetzt zuzueglich der TeaReps nicht besser. Ausserdem wird er sich zu sehr vom gerade beginnenden Wahlkampf vereinnehmen lassen. Campaignen tut er ehh gerne, nur frag ich mich was er diesmal erzaehlen will.
America ist for craps und es existiert gerade ueberhaupt niemand, der auch nur halbwegs faehig waere irgendetwas positives zu bewirken.
Obama kann und darf nicht, wobei ich ihn fuer intelligent genug halte sich dessen zuvor bewusst gewesen zu sein was dann widerum die gewohnte Mischung aus Intention/Dummheit entbloesst.

Was die TeaReps angeht werd ich dann irgendwo nach politischem Asyl anfragen. Selbst meine typisch American Woman will zB. unter einer Palin hier nicht mehr leben. ..... Quo Vadis??

Gruss
Jake

TAMMOX hat gesagt…

Hi Jake - das ist ja immer das, was man beim Ami-Bashing dazu sagen muß - es gibt immerhin auch eine Menge Leute, die schwer leiden an ihrem Land.
Den Spruch „wenn Palin 2012…, wandere ich aus..“ habe ich schon oft gehört und ich weiß von mindestens zwei Freunden von mir, die das todernst meinen. Einer wird nach Kanada gehen und eine Tante von mir kommt nach Europa.
Und hier in Deutschland das umgekehrte Bild: Die Amis setzen sich hier fest und wollen nicht zurück gehen.

Wenn einem schon ein Westerwelle-regiertes Sarrazinistan so attraktiv vorkommt, sagt das ja wohl einiges aus über die USA.

LGT

jakester hat gesagt…

Wenn du jetzt unter der Bandbreite der Leidenden vom Penner zum Fluechtling ueber eine Menge Teebeutel stolperst wird dieses Problem noch wesentlich unloesbarer.
No Win ....

Gruss
Jake

TAMMOX hat gesagt…

Yes, we are fucked!


L
G
T