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Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Montag, 31. Oktober 2011

USA, Eckdaten....

Amerika steckt in ernsthaften Problemen.
Die Wirtschaft kommt nicht in Schwung, 50 Millionen Amerikaner haben keine Krankenversicherung, 22% der Kinder gelten als arm, 13 Millionen Amerikanern haben sogar im vergangenen Jahr zumindest zeitweilig gehungert.
Insgesamt gilt jeder sechste Amerikaner als „arm“.

Dort leben so viele Menschen in Armut wie seit Anfang der 90er-Jahre nicht mehr. Im vergangenen Jahr galten 15,1 Prozent der US-Bevölkerung als arm, wie das Zensusbüro in Washington mitteilte. Das sei der höchste Stand seit 1993. Demnach lebten 2010 46,2 Millionen Menschen unterhalb der Armutsgrenze, die Zahl stieg damit das vierte Jahr in Folge an. 2009 hatte die Armutsrate bei 14,3 Prozent gelegen. Die Kinderarmut stieg von 20,7 auf 22 Prozent. Als arm gilt in den USA offiziell eine vierköpfige Familie, die weniger als 22.314 Dollar (rund 16.300 Euro) jährlich zur Verfügung hat. Die Grenze für Einpersonenhaushalte liegt bei 11.139 Dollar. Besonders hoch war die Armutsrate den Angaben zufolge unter afroamerikanischen US-Bürgern (27,4 Prozent) und in der hispanischstämmigen Bevölkerung (26,6 Prozent).
(TS 13.09.2011)

Aber Amerika ist auch das reichste Land der Erde.

Mit gerade mal vier Prozent der Weltbevölkerung stellen sie immer noch die stärkste Wirtschaftsmacht der Welt.
Amerikaner verbrauchen täglich pro Kopf 300 Liter Trinkwasser.
Mit 21 Millionen Barrel Öl verschwendet die USA jeden Tag 24,1% des weltweiten Ölverbrauchs.
Wobei in 24 Stunden so viel Erdöl verbraucht wird, wie sich innerhalb von 1000 Jahren auf natürliche Weise gebildet hat.

Allein der Militärhaushalt ist derart aufgebläht, daß die Amerikaner mehr für Rüstung ausgeben als alle anderen Länder der Erde zusammen.

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI gab am Dienstag bekannt, dass die weltweiten Militärausgaben bei 1,6 Billionen US-Dollar liegen.
Das ist ein Anstieg gegenüber 2009 um 1,3 %. Wer hätte daran gezweifelt daß die USA mit ihren Militärausgaben einsam an der Spitze liegen? Mit offizell angegebenen 698 Mrd. US-Dollar machen die USA 43 % der weltweiten Militärausgaben aus. Viele militärische Ausgaben sind jedoch in anderen Haushalten versteckt, so z.B. die Nuklearwaffenforschung und -produktion im Energieministerium. Auch bei den Zuwachsraten, die vor allem dem von Präsident Bush ausgerufenen „Krieg gegen den Terror" geschuldet sind, liegen die USA vorne weg. Um 81 % stieg der Pentagon-Etat im Vergleich zu 2001.

(Roger Baettig | June 8, 2011)

Obwohl Obama beim Militär nicht kürzte, wollen die Staatsverkleinerer und Steuerhasser von der GOP zukünftig noch mehr Geld für Kriegsspielzeug ausgeben.

Mitt Romney, vermeintlich besonnener Spitzenreiter in den meisten Republikaner-Umfragen, verspricht, Amerikas Verteidigungsbudget weiter aufzublähen. Obwohl die tief verschuldeten USA fast so viel für Rüstung ausgeben wie der Rest der Welt zusammen - und dabei Milliarden Dollar verschwenden, wie Experten ausgerechnet haben. Unter einem Präsidenten Romney soll der Pentagon-Haushalt dennoch munter weiter wachsen, allein in den ersten vier Monaten seiner Amtszeit will er sechs neue riesige Kriegsschiffe bauen lassen. Woher das Geld dafür kommen soll? Nicht so wichtig.
(Spon 30.10.2011)

Von den weltweit gut 900 Dollar-Milliardären sind allein 412 Amerikaner. (Forbes-Liste 2011)
Die Superreichen sind dank der niedrigsten Steuern aller Zeiten vom Rest der Bevölkerung komplett entkoppelt und werden rapide immer reicher.
Während aus Steuermitteln bailouts finanziert werden, schütten die „geretteten“ Banken weiterhin zig Milliarden Dollar als Boni aus.

Die amerikanische Geldelite ist schon in der Vergangenheit massiv reicher geworden.

Dramatisches Wohlstandsgefälle in den USA:
In den vergangenen drei Jahrzehnten ist das Einkommen des reichsten Prozents der Amerikaner nach einer Studie um satte 275 Prozent in die Höhe geschossen. Das der 60 Prozent in der Mitte der Einkommensverteilung kletterte hingegen im Schnitt um knapp 40 Prozent, wie eine Studie des überparteilichen Etat-Büros des Kongresses (CBO) zeigt. Das ärmste Fünftel der Bevölkerung musste sich über all die Jahre gerade einmal mit einem Zuwachs von 18 Prozent zufriedengeben.
[…] Der Studie zufolge entfallen mittlerweile 17 Prozent des gesamten versteuerten Einkommens der USA inflationsbereinigt auf das reichste eine Prozent der Bevölkerung; 1979 waren es noch acht Prozent. Das wohlhabendste Fünftel der Amerikaner bekommt inzwischen mehr als die Hälfte des gesamten Einkommens überwiesen, vor rund 30 Jahren waren es noch 43 Prozent. Abwärts ging es derweil für die sozial Schwachen: Entfielen 1979 auf die ärmsten 20 Prozent noch sieben Prozent des Einkommens des Landes, sind es inzwischen nur noch fünf Prozent.
(N24, 26.10.2011)

Barack Obama, der heute unbeliebter als George W. Bush ist, holte sich mit dem Versuch wenigstens ein bißchen gegenzusteuern, eine blutige Nase.

Die republikanischen Abgeordneten haben gegen die Einführung einer Millionärssteuer zur Finanzierung von Stellen im öffentlichen Dienst votiert. Bei der Abstimmung am Donnerstagabend in Washington lehnten alle 47 Republikaner, zwei Demokraten und ein unabhängiger Abgeordneter das Vorzeigeprojekte aus Obamas 447 Milliarden Dollar umfassenden Konjunkturpaket ab. Für eine Verabschiedung wären 60 der 100 Stimmen notwendig gewesen. Mit den 35 Milliarden Dollar Einnahmen aus der Reichensteuer sollten 400.000 Stellen für Lehrer, Feuerwehrleute, Polizisten und Sanitäter geschaffen werden.
(ZEIT online.de 21.10.2011)

Die GOPer, die mit ihrer außenpolitischen Ignoranz geradezu prahlen, ("Die Republikaner haben jede Hoffnung zunichte gemacht, dass man ihnen die nationale Sicherheit des Landes anvertrauen kann", schreibt die "New York Times"), agieren auch finanzpoltisch gaga.

Mit Ausnahme des Favoriten Mitt Romney kündigen sämtliche Herausforderer von US-Präsident Barack Obama zudem an, sie würden die progressive Einkommenssteuer durch eine 'Flat Tax' ersetzen, die Geringverdiener wie Millionäre mit einem einheitlichen Prozentsatz belasten würde. Unabhängige Analysen ergeben, dass die republikanischen Modelle durchweg die reichsten Amerikaner entlasten würden.
Als vorerst letzter Kandidat legte jetzt Rick Perry, der Gouverneur von Texas, seinen Steuerplan vor. Der Liebling des rechten Parteiflügels verspricht, unter seiner Präsidentschaft würden alle Amerikaner einheitlich 20 Prozent Einkommenssteuer zahlen. Außerdem will Perry die Unternehmenssteuer von derzeit 35 auf 20 Prozent senken und die meisten Steuerrabatte abschaffen. […] Erste Modellrechnungen zeigen jedoch, dass sein Plan die Steuerlast besserverdienender Familien halbieren würde, während die unterste Einkommensgruppe sogar mehr Abgaben zahlen müsste. […] Cains Popularität gründet in seinem '9-9-9-Plan', der eine radikale Vereinfachung aller Steuergesetze verheißt: Washington solle nur noch jeweils neun Prozent Einkommens- und Unternehmenssteuer erheben sowie eine ebenfalls neunprozentige Mehrwertsteuer einführen. Experten rechneten vor, dass Cains Programm sozial Schwache massiv benachteiligen würde.
(SZ 27. Oktober 2011)

Die gesamte ökonomische Programmatik der GOP ist nichts anderes als ein feuchter Traum Guido Westerwelles.
Nur daß sie nicht wie die FDP nur ganz knapp über der Nachweisgrenze liegen, sondern beste Chancen haben die nächste Regierung zu stellen.

Dann werden die Milliardäre und Multimillionäre noch mehr profitieren und noch schneller auf Kosten der „normalen Amerikaner“ ihre Portemonnaies anschwellen lassen.

Dabei sind die öffentlichen Kassen in den USA bereits jetzt so leer, daß Schulen ganze Schultage aus Geldmangel streichen müssen.

In den USA wird immer mehr Unterrichtszeit gestrichen. Der Grund liegt im US-Schuldenberg - viele Lehrkräfte können nicht mehr bezahlt werden. Immer mehr amerikanischen Schulen fehlt laut einem Zeitungsbericht das Geld für fünf Tage Unterricht pro Woche. Es gebe mittlerweile fast 300 Schulbezirke in den USA, die wegen knapper öffentlicher Kassen einen Schultag streichen mussten, berichtete die "Washington Post". Das seien doppelt so viele wie vor zwei Jahren.
(N24 29.10.2011)

Das reichste Land der Erde kann sich den Betrieb der Schulen nicht mehr leisten und diejenigen, die versprechen es noch schlimmer zu machen, indem die öffentlichen Kassen noch mehr von den Superreichen geplündert werden, stehen in den Umfragen bestens da.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schon mitbekommen?

http://taz.de/Urteil-eines-Landessozialgerichts/!80958/

Nicht berühmt, Stuttgart. :(

Der Nordstern.

TAMMOX hat gesagt…

Danke Nordstern.

Hatte ich bis dahin noch nicht gelesen.

Die taz hat das ja bemerkenswert kompliziert ausgedrückt.
Muß irgendein Journalisten-Azubi gewesen sein.

Im Tagesspiegel gelang das besser:

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/papst-witze-koennen-kuendigungsgrund-sein/5782600.html


LGT