TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Samstag, 16. August 2008

ZWÄNGE

Ein Bekannter von mir kennt jemanden, der jemanden kennt, …, der mit Mitte 70 seine kärgliche Rente etwas aufbessern muß, indem er weiterhin freiberuflich Aufträge in seinem alten Beruf als Graphiker und Illustrator annimmt.
Diese Jobs kommen sehr sporadisch und bleiben mehr und mehr ganz aus.
In der Branche gerät man in Vergessenheit.
Aber eine Organisation, gegründet am 7. Januar 1885 als Berufsgenossenschaft der Buchdrucker, vergißt nie.
Durch allerlei Fusionen und Umbenennungen ist die rechtliche Nachfolgerin heute die Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung (BDGP) in Wiesbaden. Hauptgeschäftsführer Michael Boettcher hat ein paar Hundert Bürokratifixe um sich geschart, die jeden noch so armen freiberuflichen Rentner ausfindig machen:
Von den etwa 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind allein 80 im Technischen Aufsichtsdienst beschäftigt. Die Zuständigkeiten hat man in den in letzten 123 Jahren auch ganz hübsch aufgeblasen:
Die Unternehmenszweige Grafik, Grafikdesign, Druckvorstufe, Fotografie, Fotodesign, Druck (einschließlich Digitaldruck), Buchbindereien, Wellpappenherstellung, Herstellung von Artikeln aus Papier und Pappe, z. B. Tapeten, Kartonagen, Toilettenpapier sind von der BGDP-Krake ergriffen worden.
Im Falle meines Graphiker-Rentners schreibt Hauptgeschäftsführer Michael Boettcher:
„Zum versicherten Personenkreis zählen alle aufgrund eines Arbeits-, Dienst- oder Lehrverhältnis Beschäftigten ( § 2 Abs. 1 Ziff.1 SGB VII). Für Unternehmer und ihre im Unternehmen mitarbeitenden Ehegatten besteht Pflichtversicherung (§ 3 Abs. 1 Ziff. 1 SGB VII)…. Mit Beginn der Zuständigkeit sind Sie beitragspflichtig (§§ 150 SGB VII, 25 Abs. 1 SGB IV).
Rund 75 Euro verlangt die BGDP - ob man nun will oder nicht - es besteht MitgliedsZWANG.
Willkommen in der realexistierenden deutschen Kammerwelt.
Da hat also jemand schön brav sein Arbeitsleben lang Zwangsbeiträge an die Rentenversicherung bezahlt, ohne sich „was nebenbei“ unter den Nagel zu reißen und bekommt dann von der BfA nachher zu wenig, um davon leben zu können.
Es bleibt also nur der Ausweg weiter zu arbeiten und es als Mitte 70-Jähriger als Selbstständiger zu versuchen. Aber bevor auch nur ein Cent eingenommen wird, schlägt schon die BGDP zu und verlangt als erstes mal Zwangsabgaben.
Der Ehrliche ist wirklich der Dumme.

Es ist mal wieder an der Zeit Politiker ZU LOBEN - und zwar nenne ich meinen Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs, der schon lange intensiv dafür kämpft das Zwangskammerwesen abzuschaffen.
("Abschaffung des Kammerzwangs")
Inzwischen hat der Abgeordnete Kahrs 25.000 Zuschriften zu dem Thema bekommen, von denen sich gerade mal 2 ( < style="font-weight: bold; color: rgb(255, 0, 0);" href="http://www.kahrs.de/relaunch02/stimmen_gutachten.html">Gutachten zu dem Thema veröffentlicht. Lustiger sind allerdings die Kommentare, wie zum Beispiel der von Carsten Schmitt, (Redaktionsleiter markt intern, 19.03.2003)
"Die Industrie- und Handelskammern sind überflüssig, weil es in der Bundesrepublik 1631 beim Bundestag registrierte Interessenverbände gibt, die die Interessen ihrer Mitglieder fachspezifisch wahrnehmen und die auf freiwilliger Basis organisiert sind."
Das meine ich doch wohl auch und bin froh, daß die SPD klar gegen dieses spinnenbewebte Zwangssystem eintritt.
So viel ich auch darüber nachdenke - ich finde einfach kein vernünftiges Argument wieso die deutsche Wirtschaft diese parasitären Lebensformen weiter durchschleppen muß.
Es ist ähnlich wie bei den KVen - sie gehören ersatzlos gestrichen und damit BASTA.
Wobei ich den KVen, den IHKs, BGDPs und wie sie alle heißen in Wirklichkeit lieber nur die Abschaffung der Zwangsmitgliedschaften an den Hals wünsche - denn mit dem dann umgehend einsetzenden Austritts-Tsunamis würden sie noch schöner ihre eigene Sinnlosigkeit illustriert bekommen, als wenn man sie einfach gesetzlich abschafft.
Nur leider ist in Deutschland der mündige Bürger, der selbst über diese Art Mitgliedschaften entscheidet weder von CDU noch von FDP erwünscht.
Union und Liberale bekämpften seinerzeit auch verbissen die partielle Abschaffung des Meisterzwanges, die Rot/Grün durchsetzen wollte.

Schon lustig, wie hartnäckig sich ausgerechnet die „Markt“-schreienden Liberalen an Überregulierung und Planwirtschaft klammern.

Kommentare:

Po8 hat gesagt…

Tja, was sich seit dem Mittelalter als Gelddruckmaschine bewährt hat, das kann man doch nicht einfach so mirnichts-dirnichts abschaffen... wo kämen wir denn da hin?

Btw, wo kämen wir denn da hin, wenn immer nur alle fragten wohin wir kämen und keiner ginge um zu sehen wohin wir denn kämen, wenn wir gingen? ;-)

Tammo Oxhoft hat gesagt…

Jaja, da gibt es eine Menge Menge Menge Menge Menge lukrativer Pöstchen, die auf dem Spiel stünden, wenn Kahrs sich durchsetzen würde.
Trotzdem ist es ein netter Wunschgedanke mal ein umfassendes Meinungsbild zu erstellen - wenn also so etwas wie „Abgeordnetenwatch“ oder so mal explizit jedes Bundestagsmitglied befragen würde, wieso es sich nicht SOFORT Kahrs anschließt.
Vom Bürokratieabbau REDEN tun ja immerhin alle, nur gibt es niemals Butter bei die Fische - wie man in Hamburch sacht.

Po8 hat gesagt…

Btw, Hamburch... interesse am Stammtisch der fröhlichen Gottlosen teilzunehmen?

Tammo Oxhoft hat gesagt…

Ach? Auch Hamburger?
Hier muß ja wohl ein irgendwo ein paganes Nest sein.......

Wir kommen noch alle In die Hölle - wenn ich bedenke, daß auch noch ein SCHWULER Bürgermeister mit den Gottlosen Grünen zusammen regiert.....

Po8 hat gesagt…

Naja.. eher ein "Zuagroaster"...

Btw, die Hölle ist ein hanebüchenes Konzept ;-)

Über die Regierung will ich mich nicht auslassen. Ich denke nur es wurde mal Zeit, dass die Roten abgelöst wurden um mal den Filz etwas auszumisten, der sich immer dann ansammelt, wenn irgendeine Partei länger als zwei Legislaturperioden an der Macht ist.

Tammo Oxhoft hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Tammo Oxhoft hat gesagt…

Na - DA haben wir wenigstens mal einen grundsätzlichen Dissens.
Wurde ja auch schon langweilig.

Ich denke jedenfalls, daß die SPD in 44 Jahren nicht die Hälfte des Filzes entwickelt hat, den Ole von Beust schon in der ersten Legislatur aufgehäuft hat.
Ich habe gerade nachgesehen - mittlerweile sind es 43 Blog-Posts, die ich über Ole von Beust geschrieben habe. Lob ist nicht dabei. Den Typ finde ich richtig schlimm.
BSP:

http://tammox.blogspot.com/2008/06/ganz-besonders-fiese-fette-ungeniebare.html

http://tammox.blogspot.com/2008/05/grn-schwarz-in-hh-und-erste-ergebnisse.html

http://tammox.blogspot.com/2008/03/hamburger-jungs-2-teil.html

Nene, ich leide immer noch körperlich darunter, daß der Typ uns Schill beschert hat, der Hamburg nachhaltig blamiert und korrumpiert hat.

Tammo Oxhoft hat gesagt…

ZUR HÖÖLE:

Zufällig die letzte Show von JÜRGEN BECKER gesehen?
DER DRITTE BILDUNGSWEG.

Da wurde auch sehr hübsch erklärt, wie es zum vollkomen falschen Bild "der Hölle" kam.
Finde aber leider kein Skript oder Video.

Falls dazu zufällig jemand einen Link weiß, wäre ich dankbar.

Po8 hat gesagt…

Ich denke auch bei Beust sind wir nicht so weit auseinander. Ich halte nur jegliche Machtstruktur für prinzipiell korrupt und insofern ist ein Wechsel hie und da prinzipiell zu begrüßen. Ob das ein Wechsel zu v.Beust auch ist, lasse ich mal dahingestellt ;-)

Tammo Oxhoft hat gesagt…

Natürlich sollte man grundsätzlich mal wechseln.
#Allerdings gab es in HH ja verschiedenste Regierugnen:
SPD allein
SPD/FDP
SPD mit STATT-Partei
und
SPD/GAL.
Da haben sich die Parteien auf der Regierungsbank ja ohnehin schon die Klinke in die Hand gegeben.


SEHR VIEL dringlicher erscheint mir da ein Wechsel in BAYERN - das wäre doch mal was.

Mit der Hamburger CDU bin ich etwas vorbelastet - da ich in der Oberstufe Schüler von HARTMUT ENGELS war, der schon damals für die CDU in der Bürgerschaft saß - ununterbrochen bis heute seit 1974.
Meiner Ansicht nach, ist der Mann ein echtes Charakterschwein.
Er hat uns gerne Aufgaben gestellt, in denen er uns berechnen ließ, wie weit eine 70 kg-„Rentnerin“ zurück fliegt, wenn man ihr mit einer 200 km/h-Gewehrkugel in den Kopf schießt.
Ich flog raus, als ich mich weigerte das zu berechnen. Um sich weiteren Ärger mit aufmüpfigen Schülern wie mir zu ersparen, bot er mir an mir in Physik „6 Punkte“ zu geben, wenn ich bis Ende des Schuljahres nicht mehr in seinen Unterricht käme.
Schön war auch die Geschichte von einer gemeinsamen Projektreise nach Berlin, als er sich volllaufen ließ, dann nicht mehr zurück in die Pension fand, unseren schlüssel konfiszierte, diesen ebenfalls verlor und anschließend die Schüler beschuldigte den Schlüssel weggeworfen zu haben.
Von dem Alki gibt es massenhaft dieser Stories - besonders komisch fand ich es als ich ihn einige Jahre später bei einer Wahlkampfveranstaltung der CDU „keine Macht den Drogen“-Faltblätter verteilen sah. LOL.
Ausgerechnet der Qualmkopf, den man schon 50 m entfernt an seiner Fahne erkennen konnte.

Po8 hat gesagt…

"SEHR VIEL dringlicher erscheint mir da ein Wechsel in BAYERN - das wäre doch mal was."

Uiuiui... das wäre dann aber der Supergau. Da wird dann womöglich noch der Münchner Flughafen umbenannt, wenn dann rauskäme was FJS alles so ver- und gezockt hat...

Tammo Oxhoft hat gesagt…

DAS glaube ich nun nicht.
Dass Strauß „a Sau“ war, weiß doch jeder in Bayern und darauf ist man doch stolz.

Wenn heraus käme, daß Strauß noch irgendwo ein paar Extramillionen Schwarzgeld gebunkert, von denen man bisher noch nichts wußte, würde man ihm in München noch ein Ehren-Amigo-Denkmal errichten.