TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Sonntag, 15. Juni 2008

Wochenend, Sonnenschein und Verwirrung.

Die steuerpolitischen Konzepte, bzw Konzeptionslosigkeiten sind für den Nichtparteipolitiker gar nicht so leicht zu durchblicken. Die linksextremistischen Bayern kopieren Gesetzesanträge der Linken, die sie andererseits verfassungsdienstlich überwachen lassen.
Ist also die CSU auch verfassungswidrig, oder will die selbsternannte bayerische Staatspartei nur den Einzug der Linken ins bayerische Parlament verhindern, indem sie Lafontaines Jungs überflüssig macht?
Man weiß es nicht. Ein anderer linker Arbeitsführer – Jürgen Rüttgers in NRW – versucht es genauso. Er kopiert die politisch taktischen Konzepte der WASG und wirbt konkret um ehemalige SPD-Mitglieder, die vom harten Sparkurs der haushaltspolitischen Konsolidierung der Sozis enttäuscht sind.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident fordert von der Bundesregierung, dass das Schonvermögen, das Menschen für die Altersvorsorge behalten dürfen, wenn sie durch Arbeitslosigkeit auf Hartz IV angewiesen sind, deutlich angehoben wird. Nach seinen Vorstellungen soll es fast verdreifacht werden.
Das kostet zwar auch noch mal 500 Millionen Euro – aber laut Rüttgers macht das bei derzeit 1553,1 Milliarden Euro Staatsverschuldung den Kohl auch nicht mehr fett.
Was – wir sind schon pleite und die nächsten Generationen müssen es ausbaden? Scheiß drauf und immer locker aus dem Staatssäckel geschöpft.
Bizarres hört man auch aus Brandenburg – dort ist die CDU Juniorpartner in der großen Koalition und sabotiert die eigene Regierung, indem sie nun schon wiederholt mit der Linken stimmte. Die regierende SPD wurde in zwei Fachausschüssen über stimmt, weil der Koalitionspartner CDU mit der Linken votierte. In beiden Fällen ging es um bildungspolitische Themen. Platzeck sieht den Koalitionsfrieden stark gefährdet. Bahnt sich da nach Schwarz-Grün in Hamburg auch noch ein Schwarz-Dunkelrot in Brandenburg an? SPD-Fraktionschef Baaske bezeichnete das als "derben Affront". Dass die Union mit wechselnden Mehrheiten arbeite, verstoße gegen den Koalitionsvertrag. "Da stellt sich schon die Frage, ob die CDU noch ein verlässlicher Partner ist." Die Union müsse erklären, ob sie weiter in der Koalition mitarbeiten wolle oder einen "populistischen Ausstieg" suche. Die dortige CDU irrlichtert ohnehin wie kein anderer Landesverband. Brandenburgs CDU Landesvize Sven Petke, erklärte kürzlich, daß er mit der Unabhängigkeit der Richter beim Umgang mit jugendlichen Straftätern seine Probleme habe.
Um die Sache noch auf die Spitze zu treiben:
Sven Petke ist ausgerechnet Vorsitzender des Landtags-Justizausschusses. Bei der CDU gibt es also mal wieder den klassischen Fall von einem zum Gärtner gemachten Bock.
CDU-Chef Uli Junghanns war Funktionär der DDR-Bauernpartei, kämpfte für maximale Erfolge der "LPG Frohe Zukunft" und des "VEB Broilerproduktion". Er wurde Wende-Vorsitzender der einstigen Blockpartei, dann Minister im vereinten Deutschland. Nun grätschen ihm die eigenen Parteifreunde ins Rückgrat. Ein Positionspapier von Petke, dem CDU-Europaexperten Christian Ehler, dem Bundestagsmann Stübgen und einigen Landesparlamentsabgeordneten greift die Junghanns’sche Führung scharf an – sie sei nur „Erfüllungsgehilfe der SPD“ und daher empfehle sich ein Gang in die Opposition – zu den LINKEN!
Mit denen saß man ja schon zu DDR-Blockparteizeiten so gemütlich zusammen in der Volkskammer. CDU-Chef Junghanns hatte sich im Juli 1989 mit einer Lobeshymne für Walter Ulbrichts Mauerbau empfohlen: "Was die Mauer betrifft, so lassen wir uns nicht deren Schutzfunktion ausreden." Seine Parteikollegen General Schönblöd und der Verfassungswirrkopp Petke reiten bei jeder Gelegenheit genüßlich darauf rum.
Stefan Berg zitiert süffisant den Rat des Bundesgeneralsekretärs: Den Potsdamer Parteifreunden gab Pofalla einen ausgefeilten Ratschlag: Man dürfe nicht ins eigene, sondern in das Tor des Gegners schießen.

Ich schlage zur allgemeinen Vereinfachung der politischen Situation in Deutschland einige Maßnahmen vor, die für klare Verhältnisse sorgen sollten:

1.) Fusion von SPD und Grünen.

2.) Fusion vom CDU und Linken (das Wegfusionieren von DDR-Blockparteien haben sie ja schon geübt und die linken WASG-Positionen haben die West-MP’s der CDU ohnehin übernommen)

3.) Einführung von Mehrheitswahlrecht.

4.) Die FDP wird aufgelöst und ihr Personal den diversen Comedy-Sendungen des deutschen Fernsehens zugeschlagen. Guiiido könnte in seinem lustigen „Guidomobil“ mit bunt bedruckten Sohlen mal wieder für RTL-II im BigBrother Container einkehren.

5.) Köhler wird ebenfalls abgeschafft und muß zusammen mit Walter Scheel eine Sangessendung auf Bibel-TV moderieren.

6.) Ich werfe meinen Fernseher aus dem Fenster und kündige bei der GEZ.

Samstag, 14. Juni 2008

Euphemismen-2

"Komm mit", sagte der Hahn, "etwas besseres als den Tod können wir überall finden." Jacob Grimm, (1785 - 1863)

Kürzlich berichtete ich vom K3-Hühnerklein.

Dazu noch eine kleine Geschichte:
Die so zerrockerten Turbohühner sind in der Tat Hühner und nicht etwa Hähne. Offensichtlich sind die Ansichten über das Geschlecht des Fress-Federviehs ein bißchen wirr.
Der, die das Hähnchen aus dem Wienerwald, ist also tatsächlich eine Henne. Hähne gibt es nicht, da sie sich weniger zur Fleischmast eigenen.
Lieber Hahn im Korb als Hähnchen im Wienerwald, ist also wirklich ein frommer Wunsch.
Das turbogemäßtete Einheitshuhn gibt es dagegen in zwei Hochleistungslinien: Schnell Fleisch ansetzende Masthühner mit geringer Eierproduktion sowie leichte Turbohennen mit Spitzenlegeleistung. So sagt es Gerhard Seemann von Lohmann Tierzucht in Cuxhaven. Die Firma gehört zum größten Konzern der Welt, der deutschen Wesjohann-Gruppe.
Diese getunten Megahühner werden ausschließlich benutzt – auch Biobetriebe haben keine anderen Zuchtlinien berichtet die ZEIT:
Im Ökogewerbe ist die Lage nicht besser. Denn die Legebetriebe des Biolandbaus verwenden die gleichen Zuchtlinien. »Die Genetik heutiger Nutzhühner ist in den Händen weniger weltweiter Konzerne konzentriert«, erklärt Thomas Dosch, Chef des Ökoverbands Bioland. Die Ökohennen leben besser, männliche Küken werden trotzdem zuvor von den Legehennenzüchtern getötet. »Ein absoluter Missstand, der den Ökobetrieben aufgezwungen wird«, sagt die Chefin des Gallina-Hühnerhofs, Marlene Staab. »Peinlich ist das falsche Wort«, sagt Bioland-Chef Dosch. »Wie es jetzt ist, das ist nicht hinnehmbar.«
Bleibt also die Frage nach den Männern im Federkleid:
Nun – das ist sehr einfach – die männlichen Viecher werden gleich getötet – als Eintagsküken. Unfassbare 40 Millionen Hahn-Küken werden pro Jahr in Deutschland „vernichtet“ – insgesamt sind es in Europa jährlich sogar 300 Millionen.
Und weil es so häßlich klingt, haben wir dafür einen ganz besonders perfiden Euphemismus; Hähne kommen lebendig in den »Homogenisator«, einer Maschine mit rotierenden Messern, zu Brei zermatscht. Die Hahnenküken sind für die Brütereien schlicht Abfall – diejenigen, die dem „Homogenisator“ entgehen , werden mit Kohlendioxid vergast.
Der Tierschutzbund spricht von einem juristischen Eiertanz – denn das Töten eines Tieres „ohne vernünftigen Grund“ ist in Deutschland verboten.
Man denkt aber beim Thema Federvieh immer an die Damen der Schöpfung.
Diese sind Dank CDU auch schon wieder zurück in die Legekäfige verbannt – eine Regelung die Rot/Grün 2001 abgeschafft hatte. Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben am 7. April 2006 im Bundesrat das 2001 demokratisch beschlossene Verbot der Käfighaltung von Legehennen, das ab 1. Januar 2007 in Deutschland gelten sollte, aufkündigen lassen und die Fortsetzung der Käfighaltung von Legehennen beschlossen. Die neuen Käfige, die auf Wunsch der Länder in Deutschland eingeführt und beschönigend als "Kleinvolieren" bezeichnet werden, können keine tiergerechte Legehennenhaltung garantieren.
Im Tierschutzbericht 2003 des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft hieß es schon anklagend:
Durch die extreme Spezialisierung in der Hühnerzucht, auf Legelinien einerseits und Mastlinien andererseits, besteht für den ganz überwiegenden Anteil der männlichen Tiere der Legelinien in der Geflügelwirtschaft keine Verwendung; sie werden bisher aus ökonomischen Gründen trotz bestehender ethischer Bedenken als Eintagsküken getötet."
Danke lieber deutscher Wähler, Danke CDU – so ist es dann also offensichtlich hierzulande gewollt – Pech für die Hühner.
Und noch größeres Pech für die zig Millionen „homogenisierten“ Hähne – für die interessiert sich scheinbar erst recht niemand – außer Sarah Wiener. Sie spricht von 50 Millionen getöteten Junghähnen in Deutschland: Die männlichen Küken der Legehennenrassen sind Opfer dieser zu sehr auf Höchstleistung orientierten Zucht. Diese Tier zu mästen lohnt sich nicht. Es dauert sehr viel länger, bis sie Fleisch angesetzt haben, als bei den Tieren, die als „Masthähnchen“ gezüchtet wurden. Die männlichen Legehennen-Küken werden daher routinemäßig innerhalb der ersten 60 Stunden ihres Lebens getötet. Die wenigsten Verbraucher wissen das.
Bei soylent network (entstand aus der Idee, authentisches Material für interessierte Menschen einfach und unkompliziert zugänglich und vor allem frei sowie kostenlos verfügbar zu machen.)
kann man sich einen sehr plastischen Eindruck verschaffen.
Die Verbraucher wollen es eben billig und schalten gerne gewissen, Augen und Ohren ab.
Durch Rückkreuzung von Rekordmasthähnchen und Turbolegehennen könnte man das Problem elegant lösen. So fährt die Zeit fort:
Das Endergebnis wäre ein Federvieh wie einst im Hühnerstall, das Fleischansatz wie Legeleistung unter einen Hut bringt. Diese Abkehr von getrennten Hochleistungslinien, bei denen zudem viele Tiere frühzeitig an Herz-Kreislauf-Versagen verenden, ist in der Geflügelindustrie jedoch unbeliebt: Eier wie Fleisch würden sich durch geringere Legeleistung oder längere Mastzeit verteuern und hätten im Wettbewerb angeblich keine Chance.

Käfigeier, Turbomasthühner, Homogenisierte Hähne sind statt dessen die Realität.

Bon Appetit.

Freitag, 13. Juni 2008

Die Amöbe.

Bush ist auf Abschiedstour durch Europa und gibt Bahnbrechendes von sich:
"Ich bereue ihn überhaupt nicht", antwortet er auf eine Frage nach dem Irakkrieg. "Saddam Hussein ist nicht mehr an der Macht, die Welt ist sicherer."
Der polnische Satiriker Stanislaw Jerzy Lec würde jetzt sagen:
„Sein Gewissen ist rein – er hat es noch nie benutzt!“
Undiplomatisch scharf äußerten sich Vertreter aller Parteien in Deutschland.
Die Worte der Grünen-Vorsitzenden Claudia Roth, daß es sich um „sieben verlorene Jahre“ handele, sind noch erstaunlich mild – so einig ist man sich hierzulande über das desaströse Wirken des Politcowboys von Washington, der sich so gar nicht um Fakten und Wahrheiten kümmerte, dafür hundertfach nach Herzenslust log, Kriege anzettelte und den Ruf der USA so nachhaltig ruinierte, wie es noch nie vorher denkbar war.
Wieder einmal demonstriert der irrlichternde Okkupant des Oval Office, daß er der Realität weit entrückt ist und trägt seine Beschränktheit wie eine Monstranz vor sich her: Die Schäden für das Image seines Landes will Bush nicht wahrnehmen.
"Ich glaube diese Theorie nicht", sagte er. "Amerika ist eine Macht des Guten. Amerika ist eine Macht der Freiheit. Amerika ist eine Macht, die Krankheiten bekämpft."
Erstaunlicherweise gab es dennoch zwei CDU-Hansel – Pofalla und Klaeden, die (auch) Positives über Bush zu sagen wußten.
Aber naja – CDU-Außenpolitiker eben – da wundert einen schon lange nichts mehr, wenn man sich an Merkels ehemaligen Chefaußenpolitiker Friedberg Pflüger erinnert, der heute in peinlichster Weise in Berlin umherdebakuliert. Als Friedbert Pflüger noch außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion war, wusste er mehr als andere:
"Ich weiß, dass die Bundesregierung weiß, dass es im Irak Massenvernichtungswaffen gibt", erklärte er im Februar 2003. Die Waffen seien nur "gut versteckt".
Tja, lieber Friedberg – nun war doch Bush gerade in Deutschland – wieso hast Du ihm nicht gesteckt, wo die verborgenen Chemie- und Atomwaffen sind?
Der arme Mann sucht ja immer noch!
Oppositionspolitiker sind erfrischend deutlich – so sagt Deutschlands längster Außenminister Genscher: "Bush ist für einen weltweiten Einfluss- und Ansehensverlust verantwortlich. Bush hat alles getan, um den Abstand zwischen den USA und Europa zu verbreitern“ und das SPD-Superhirn Egon Bahr hält konsterniert fest:
„Ich kenne überhaupt keinen Präsidenten der amerikanischen Geschichte, der seinem Land mehr geschadet hat“
Eckard Pflüfalla ist allerdings eine krasse Minderheit – da es auch in der Union Menschen mit einem IQ über Zimmertemperatur gibt, kann niemand im Ernst Bush loben.
Polenz: „Es gibt keinen Grund ihm eine Träne nachzuweinen“, "Wir freuen uns alle auf einen neuen US-Präsidenten“ seufzt auch CSU-Kollege Karl-Theodor Freiherr von Guttenberg ganz und gar Diplomatie-frei.
In der ganzen Union?
Nein – eine Person leistet unbekümmert Widerstand gegen das Meinungsmainstreaming – eine Person, die sich zwar grundsätzlich nicht in Politik einmischt, aber doch als Kanzlerin und CDU-Vorsitzende gezwungenermaßen ab und an politische Themen streifen muß.
Merkel, die das Präsidentenpaar in Begleitung von Ehemann Joachim Sauer in Meseberg empfing, zeigte sich voller Vorfreude. "Ich bin erst mal voller Erwartung auf das Treffen".
Auf seine "Ändschela" kann er sich aber verlassen. "Die Zusammenarbeit macht Spaß", sagt die Kanzlerin. Die Beziehung sei freundschaftlich und direkt. Ihr gefalle, dass sie mit Bush nicht um den heißen Brei herumreden müsse.
Bush ist dementsprechend entzückt von seiner devoten Gastgeberin. Ganz im Grünen, weit weg vom Protestiererhort Berlin grillte er gemütlich mit Angie: Er lobt das Gästehaus als "bescheidene kleine Hütte am See", eine leicht abgewandelte Wiederholung seiner Bemerkung vom vergangenen Jahr in Heiligendamm.
Merkel und Bush sind gute Bekannte, sie haben sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren bereits insgesamt elf Mal getroffen. Der Mecklenburger Hosenanzug war sechs Mal in den USA. Nach mehreren Besuchen in Washington und New York war sie im vergangenen November auch auf der Ranch der Bushs im texanischen Crawford zu Gast. Man kennt sich, schätzt sich, mag sich und tut einander nicht weh.
Da lässt sich die neuerliche Klatsche des obersten US-Gerichtshofes über Guantanamo schon besser verkraften. Der Richterspruch ist vor allem ein Schlag gegen den "Military Commissions Act", den die Bush-Regierung 2006 erlassen hatte - und so US-Gerichten die Kompetenz absprach, über einzelne Klagen von Guantanamo-Insassen zu entscheiden. Das Weiße Haus hatte argumentiert, deren Rechte seien in den Militärtribunalen ausreichend gewahrt.
Ohrfeige für US-Regierung schallt es aus den Presseorganen - nur Merkel sagt NICHTS zu Guantanamo! Menschenrechte scheinen ihr völlig egal zu sein.
Selbst in den USA also nur noch Gegenwund für den texanischen Rambo mit Erbsenhirn.
Da ist es kein Zufall, dass Bush auf seiner Abschiedstour durch Europa Halt bei Merkel macht. Seit ihren Tagen als Oppositionsführerin zählte sie zu seinen Fürsprechern auf dem Kontinent. Nach der Eiszeit, die Gerhard Schröder mit dem Nein zum Irak-Krieg begonnen hatte, hatte sich unter Merkel das transatlantische Verhältnis wieder normalisiert. (SPON)
Im Konflikt mit Teheran kann Bush sich auch durchaus weitere monströse Kriege vorstellen."Alle Optionen liegen auf dem Tisch", antwortet Bush auf die Frage, ob in den letzten Monaten seiner Amtszeit ein Krieg gegen Iran ausgeschlossen sei.

Merkel, die meinungslose Politmurmel widerspricht NICHT.

Was ist los mit Bush?
Verstehen kann man ihn natürlich nicht – aber muß man das? Erwiesenermaßen ist er nur ein bösartiger alter Lügner mit sehr beschränkten geistigen und emotionalen Fertigkeiten. Spiegel-Korrespondent Gregor Peter Schmitz vermutet, daß Bush ohnehin nur noch an sein Bild in den Geschichtsbüchern denkt und sich daher nicht von Kritik beeindrucken lässt. Mit krude-abstrusen Vergleichen wähnt er sich scheinbar schon im Olymp der ganz großen Staatsmänner, in den er dereinst einziehen wird.
Bush hingegen wirkt laut Aussagen von Personen, die mit ihm zu tun haben, trotz aller Kritik an seiner Amtsführung nach wie vor mit sich selbst im Reinen. Viele Beobachter nehmen an, dass er sich bereits auf den Ruhestand freut.

Was ist los mit Merkel?
Das ist schon leichter zu erklären. Sie ist eine durch und durch egomanische Person ohne die geringsten Rudimente irgendeines Rückgrats, die beliebt sein und ihren Job behalten will.
Der Fortgang der internationalen Politik oder gar das Wohlergehen Deutschlands sind ihr dabei herzlich egal.
Beispiel Klimaschutz – es ist populär sich bei internationalen Konferenzen gegen die vermeidlich Klima-sündenden Industrienationen als Klimaqueen aufzublasen. Das tat Merkel in Heiligendamm und Bali!
Sie erntete das Lob und setzte von all den großkopferten Ankündigungen …NICHTS um.
Pustekuchen; ein Jahr später ist von den Klimaschutzmaßnahmen nur noch ein peinlicher Kniefall vor der KFZ-Lobby geblieben.

»Bei Bundeskanzlerin Merkel hört der Klimaschutz da auf,
wo die Interessen der Autoindustrie anfangen.«
Volker Ratzmann, Kandidat für den Parteivorsitz der Grünen, über Träume von einer schwarz-grünen Koalition auf Bundesebene

Glücklicherweise – für sie – sind die Deutschen aber zu tumb, um weiter als bis zur ihrer Nasenspitze zu denken und interessieren sich nicht für Konsequenzen.
Nette Jubelbilder reichen!
Deutschlands unstrittige Megaprobleme wie der absurde politlähmende Föderalismus werden einfach ignoriert.
Kein Merkel nirgends.
Fritz Kuhn ist es noch aufgefallen: „Merkel interessiert sich nicht für die Föderalismusreform. Da gibt es keinen roten Teppich, auf dem sie „Bella figura“ machen kann“.
Aber wen interessiert das auch - es ist ja auch Fußballmeisterschaft - sich mit so einem chinesischen Plastikfähnchen am Auto zu schmücken, ist allemal wichtiger.
Im Politbarometer von heute hat sie es mit einem Wert von +1,8 wieder auf den ersten Platz gebracht und auch international sieht sie das Pew Global Attitudes Project als Außenpolitikerin ganz vorn:
In Deutschland erklärten 76 Prozent der Befragten, dass sie den außenpolitischen Entscheidungen der Bundeskanzlerin vertrauen. Noch mehr waren es in Frankreich, wo 84 Prozent ein positives Bild von Merkel haben. In Großbritannien trifft die ostdeutsche Politikerin mit ihrer Arbeit bei 53 Prozent der Befragten auf Zustimmung, in Spanien sind es 51 Prozent. Allein in Polen und in der Türkei sind weniger als die Hälfte der Befragten von Merkel überzeugt - über 40 Prozent der Polen haben sogar einen schlechten Eindruck von ihr. Am wenigsten anerkannt wird die deutsche Bundeskanzlerin in der Türkei - hier äußerten 68 Prozent der Umfrageteilnehmer ihre Zweifel. Und nur sechs Prozent der Türken befürworten ihre Politik.
Polen und Türken haben recht!
Die Deutschen, die immerhin 16 lange Jahre den korrupten Lügner und Schwarze Kassen -Wart wiederwählten, taumeln geistig offenbar mal wieder.

Nicht so Gunter Hofman, der in seinem lesenswerten Artikel von gestern doch ein bißchen genervt davon ist, daß Merkel EINFACH NICHTS TUT, sich außenpolitisch rein gar nichts traut.
Sie habe sich zu Schulden gemacht, „dass man über die Bilanz hinweglächelte“.
Sie nutze ihren unbezweifelbar vorhandenen Einfluss auf Washington überhaupt nichts, werbe nicht für Europa und gebe Obama und McCain keinerlei Orientierung.
Der Spiegel schreibt in seiner jüngsten Ausgabe schon schaudernd von einem aufkeimenden Kagan’schen Weltbild, das in Washington in der verzweifelten Suche nach neuen Feinden um sich greife. In seinem neuen Werk ("Die Demokratie und ihre Feinde") fabuliert Robert Kagan verschwörerisch vom „Sino-russischem Club der Autokraten“ gegen den die „Achse der Demokratie unter Amerikas Führung“ (natürlich!) vorgehen müsse!
Prima – noch mehr Antagonismus und Aggressivität.
Der Neocon-Nonsens hat bisher schon so toll funktioniert.
Anke Plättner PHOENIX Runde mit Anke Plättner zum Thema Good bye Bush - Weltmacht auf neuen Wegen? sah sich Hans-Ulrich Klose genötigt darauf hinzuweisen, daß die von den USA immer wieder geschmähte „Konsenspolitik“ - embrace their old foes- in Europa seit Jahrzehnten EXTREM erfolgreich ist, während das kriegerische Haudrauf der US-Außenpolitik stets gescheitert ist. (Das Video der Diskussion kann man im Internet ansehen)
Lieder ist die öffentliche Wahrnehmung in den USA eine diametral entgegen gesetzte.

Und Merkel?
Hat sie dazu irgendeine Idee? Lieder nein. Auch Hofman stößt das auf: Welchen Platz, welches Selbstverständnis aber sollte man der deutschen Politik wünschen zwischen diesen klassischen »Polen«, zwischen Washington sowie Moskau oder auch Peking? Allenfalls erahnen kann man den Kurs ….Seltsam gleichwohl, dass sich dieser Wandel in Berlin nicht widerspiegelt in neuem Selbstvertrauen. Ein merkwürdiger Defensivgeist wird offenbar.
Merkel, die doch eigentlich die Richtlinien der Politik vorgeben sollte ist ein einziger Totalausfall. Oder wie es in der ZEIT euphemistisch heißt: „Verzagtheit und Leisetreterei“
Aber es macht beliebt – von Merkel erwartet man NICHTS und sie liefert:
Tut also nichts.
Der Lohn: Beliebteste Politikerin in Deutschland und international als Außenpolitikerin in den höchsten Tönen gelobt.


NACHTRAG:

Wie Merkel perfekt auf den schönen Schein achtet, beschreibt Christoph Schwennicke in dem Artikel

"Det is keen Bild hier!"

sehr ansachaulich.


Donnerstag, 12. Juni 2008

Katholen im Sexwahn.

Sie sind schon bizarr, die frommen, zölibatären, keuschen, jungfräulichen, unerfahrenen Kirchenmänner.
Die einzigen, die nun wirklich gar nichts von Sexualität, Liebe und Intimität verstehen, blasen sich aber umso mehr auf anderen vorzuschreiben, wie sie es im Bett handhaben sollen. Lustfeindlich geben sich die Bischöfe – umhüllt von bunten und weiblichen Kleidern, weisen sie alle Männlichkeit und damit Geschlechtlichkeit schon äußerlich von sich. Es ist ihnen ein Gräuel.
Sexualität soll zensiert, versteckt und verdammt werden.
Wenn überhaupt Geschlechtsverkehr, so hat dieser aber dennoch nach den Regeln derjenigen stattzufinden, die eben nicht wissen wovon sie sprechen.

Zwei Dinge sind dabei besonders merkwürdig – zum einen, daß sich rund eine Milliarde Menschen diesem Diktat aus vorsintflutlichen Zeiten unterwerfen – obwohl längst klar ist, daß sich diese Regeln menschenfeindlich und diskriminierend auswirken.
Zum anderen ist es außerordentlich morbide, daß die römisch—katholische Lehre für nichts anderes so sehr bekannt ist, wie für Sexualmoral.
Die Moraltheologie leidet an einer Fixierung auf das Sechste Gebot. Moral erscheint als Sexualmoral, Sexualmoral als Fülle von Verboten: Kein Sex vor der Ehe; Sex in der Ehe nur ohne künstliche Verhütung und nur in Gedanken an kommenden Kindersegen. Mag die offizielle Lehre auch differenzierter sein – in den Köpfen und Herzen vieler erscheint die traditionelle katholische Sexualmoral nicht als Hilfe zum erfüllten Leben aus der Freude des Glaubens, sondern als vorsintflutliches Regelwerk, das sich zölibatäre Priester ausgedacht haben, um anderen den Spaß zu verderben.
Es ist DAS Lieblingsthema aller katholischen Würdenträger überhaupt – darüber philosophieren sie nach Herzenslust und einige, die besonders up to date sein wollen, wie der frühere Regens Ulrich Küchl des Priesterseminars von St. Pölten hortete gleich 40.000 pornographische Bilder auf den Computern der katholischen Priesternachwuchsschmiede.
Ja, doch in Punkto Hard-core-Homosex wußte der gute Mann Bescheid.
Andere – wie zum Beispiel die Kirchenseite des Bistums Münster sehen es da lockerer:
Die Männlichkeit und Fraulichkeit zu leben, auch sexuell, ist schöpfungsgemäß. Die Bibel hat für den "Geschlechtsverkehr" (wie es hässlich im Deutschen heißt) den schönen Euphemismus "erkennen". Wenn Mann und Frau einander "erkennen", sind sie sich nicht nur körperlich, sondern auch seelisch nahe; sie erleben, für einander bestimmt zu sein; sie verschmelzen zu einer Einheit; sie werden, so Gott will, fruchtbar.
So so, dann ist Selbsterkenntnis nach katholischer Definition offenbar Masturbation?

Ob nun euphemistisch wie in Münster oder drastisch wie in St. Pölten – eins können sich die geifernden Kirchenoberen vor lauter Fixierung auf sexuelle Handlungen offenbar nicht vorstellen; nämlich, daß man Liebe auch unabhängig von Sex empfinden kann.
Partner – eheliche, uneheliche, hetero, bi- und homosexuelle Paare, denken nach römisch-katholischer Vorstellung ununterbrochen nur an das Eine.
Ich nenne das einen klaren Fall von Projektion.
Niemand hat tatsächlich so schmutzige Gedanken, wie sich das die Priester gerne vorstellen.
Vollends umgehauen hat es den Bischof Lorenzo Chiarinelli in Viterbo:
Ein Paar wünschte sich kirchlich trauen zu lassen. Mann und Frau, die sich von ganzen Herzen lieben.
Bischof Lorenzo Chiarinelli verweigerte die Hochzeit aber; denn er war empört.

Was war los?

Der zukünftige Ehemann, 26 Jahre, hatte einen Autounfall erlitten und sitzt nun querschnittsgelähmt im Rollstuhl. Seine Frau – standesamtlich Angetraute – liebt ihn dennoch.
Warum auch nicht? Soll man nach römisch-katholischer Ansicht einen Menschen mit einem schweren Schicksal, mit einer Verletzung oder einer Behinderung verstoßen und auf die Straße schubsen?
So sieht es der Bischof offenbar – denn die Ehe mit einem nicht sexuell Aktiven kann und will er nicht erlauben.
"Kein Bischof, kein Priester kann eine Hochzeit zelebrieren, wenn er weiß, dass eine Impotenz vorliegt", sagte Salvatore de Ciuco, der Sprecher des Bischofs.

Wer heute immer noch Mitglied in dem Verein ist und damit finanziell solche moralisch bankrotten Widerlinge finanziell unterstützt, sollte erst lachen und spätestens JETZT dringend austreten!

Mittwoch, 11. Juni 2008

Give the kid the pick of pips, give him all your stripes and ribbons. He might as well have buttons and bows.

Yahya Abdul-Aziz Jemus Junkung Jammeh, früher Yahya Alphonse Jemus Jebulai Jammeh ist jüngster Staatschef aller Zeiten und in der Türkei und den USA (1993-1994 Military Police Officers Basic Course (MPOBC) in Port McClellan, Alabama) ausgebildeter Militär, der inzwischen Gambia regiert.
Das flächenmäßig kleinste Land Afrikas (etwa halb so groß wie Hessen), hat 1,5 Millionen Einwohner. Dennoch ist es extrem multiethnisch – über 20 Sprachen werden gesprochen – und bireligiös (90 % Muslime, 10 % Christen).
In diesem Pulverfass schwang sich Jammeh zum Oberbefehlshaber der Armee, Präsidenten und Regierungschef in einer Person auf.
Die Macht übernahm er schon als 29-Jähriger durch einen Putsch. Er führte mal ganz schnell die Scharia und Todesstrafe wieder ein und machte durch bewundernswerte Talente von sich reden:
AIDS und Asthma kann Jammeh durch Handauflegen heilen. Er bot den ca. 20.000 HIV-positiven Gambiern an, sie kostenlos zu behandeln, Voraussetzung einer solchen „Therapie“ sei jedoch, erst einmal alle AIDS-Medikamente abzusetzen.
Kritikern, die den Staatschef daraufhin für leicht gaga hielten, erklärte Jammeh, er könne nur durch einen Blick in die Augen einer Person deren genauen Todeszeitpunkt vorhersagen.
Die Bundeszentrale für politische Bildung weist daraufhin, daß willkürliche Verhaftungen von Oppositionellen an der Tagesordnung wären, einen Aufruhr unter Studenten, die der Regierung Folter eines Kommilitonen vorwarfen, ließ der Präsident blutig niederschlagen; die Beschneidung der Pressefreiheit nahm in der Ära Jammeh kontinuierlich zu.
Die HRW berichtet nun über die Ausfälle Jammehs gegen Homosexuelle:
Jammeh hatte im Mai während einer öffentlichen Veranstaltung alle Schwulen und Lesben aufgefordert, das westafrikanische Land innerhalb von 24 Stunden zu verlassen. Er soll außerdem gedroht haben, Homosexuelle persönlich köpfen zu wollen.

Nun ist das für die Ohren von uns westlichen Oberdemokraten nicht gerade die feine englische Art und man fragt sich wie UN, EU etc wohl mit einem Land umgehen, das gegen Menschenrechte verstößt, aber anders als China und die USA wirtschaftlich für uns quasi unbedeutend ist, so daß Sanktionen und ähnliches immerhin möglich wären, ohne daß sich die europäische Ökonomie deswegen graue Haare wachsen lassen müßte.
Aber in diesem Fall hält sich die selbsternannte Obermenschenrechtlerin Merkel vornehm zurück und stattdessen verteilt die westliche Welt, Ehrungen, Orden und Doktorwürden – immer an Präsident Jammeh persönlich:

1993 Ernennung zum Honorary Citizen des Staates Georgia, USA

1996 gab es den höchsten chinesischen Orden: The Order of Brilliant Jade with Grand CORDON der Republik China

1997 Nominierung zum: Man of The Year vom American Biographical Institute in Raleigh,North Carolina, USA

1998 Honorary Admiral, Alabama State Navy by the Governor of The State of Alabama

Im Jahre 1999 verlieh ihm die kanadische Universität Saint Mary's in Halifax den Ehrendoktor in Zivilrecht für seine Verdienste um Wohlstand, Frieden und Harmonie. (Awarded the Doctor of Civil Laws Degree)

Ebenfalls 1999:
- Verleihung der “2000 Millennium Medal of Honour” des American Biographical Institute of the United States of America

-Nominierung als “Outstanding People of The 20th Century” vom International Biographical Institute, Cambridge, England

-Auszeichnung mit dem World Lifetime Achievement Award des American Biographcal Institute, Raleigh, North Carolina, USA

Dienstag, 10. Juni 2008

Benzin ist zu teuer oder das Leiden in der Diaspora.

Nachdem schon in den letzten Jahren zwei der drei christlichen Buchhandlungen in Hamburg schlossen, war das „Paulusbuch“ am katholischen Mariendom im Hamburger Schwulenstadtteil St. Georg die letzte Anlaufstelle.
Ludger Bitter, der das Geschäft von seinen Eltern übernahm, nannte es gern eine "geistliche Tankstelle". Hier "zapfen" auch Menschen, die sich von der Kirche abgewandt hätten - entsprechend breit war sein Angebot. Ikonen, Kreuze und sonstigen Religionskitsch bot der gute Mann feil. Aber nun wird es bitter für Bitter:
Der Laden ist pleite und das war es dann auch mit Katholenbuchtum in Hamburg.
Der Inhaber beklagt sich im Abendblatt über seinen Oberhirten:
Eine Mitschuld an der jetzigen Situation trägt für Ludger Bitter das Erzbistum Hamburg: "Es wurde uns vonseiten des Erzbistums immer wieder Unterstützung zugesagt. Doch es ist nie etwas passiert. In den vergangenen Jahren sind die Aufträge des Erzbistums sogar zurückgegangen." Dabei müsse das Erzbistum doch Interesse daran haben, dass es eine Anlaufstelle für katholische Fachliteratur in Hamburg gibt.
Hat es aber offenbar nicht.
Erst im Jahre 1995 wurde die Kirche 1893 erbaute Kirche St. Marien im Stadtteil St. Georg, nach Wiedererrichtung des Erzbistums Hamburg, wurde zur Domkirche.
Schon im Jahr 12 ihres Bestehens geht nun die geistige Nahrung aus.
Obwohl das Archidioecesis Hamburgensis flächenmäßig das größte Bistum Deutschlands ist – Diözesanbischof Werner Thissen ist der Boss eines riesigen Gebietes – zu seinem Sprengel gehören die Bundesländer Hamburg, ganz Schleswig Holstein und auch noch halb MeckPomm – nämlich Mecklenburg. 32.654 km²!!!
Das sind bei 5,9 Millionen Einwohnern immerhin noch 396.000 Katholiken in 17 Dekanaten.
Offenbar nicht genug Kunden für einen katholischen Buchladen.
Auch der Inhaber selbst scheint sich mit den Zeichen der Zeit nicht recht angefreundet zu haben – so liest man auf der Internetseite als letzten Eintrag unter „Neues“:

Neue Homepage (19.10.2007)
Früher als geplannt steht nun Ihnen nun schon ein großer
Teil unserer neuen Homepage zur Verfügung.

In den nächster Zeit kommen noch weitere Themenbereich dazu.
Gerne freuen wir uns auf Ihre Rekationen.
Ihr Paulusbuch Kunst – TEAM

Was auch immer noch „geplannt“ gewesen sein mag – in den folgenden acht Monaten kam der gute Mann offenbar nicht dazu und daher gibt es als öffentliche „Rekation“ nun nur noch den totalen Ausverkauf bis Ende der Woche:
Welcher Katholik also noch schnell ein paar Schnäppchen erhaschen will und sich nicht vor den vielen Regenbogenfahnen und Moslems fürchtet, möge sich schnell auf den Weg machen in die Danziger Straße 36 D-20099 Hamburg.

Montag, 9. Juni 2008

Tourist-Informationen.

Die Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna wirbt für sich selbst mit dem Slogan Das Urlaubsparadies in der Sächsischen Schweiz! Wir begrüßen Sie in unserer wunderschönen, linkselbisch gelegenen Gemeinde.
In Schöna gibt es gar ein Schwimmbad aus der 30er Jahren. Das Bad hat einiges zu bieten. 1m-Sprungbrett, Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich, Kinder-Plantschbecken, Spielplatz, große Liegewiese, Volleyball- und Federballfeld, Tischtennis und Ausleihemöglichkeiten von Spiel- und Sportgeräten laden an Sommertagen ein. Donnerlittchen.
Zudem gibt es diverse Steinklumpen in der Umgebung, die man besteigen kann bevor man in das grandiose Heimatmuseum kommt:
Das Umgebindehaus in Schöna beherbergt die Heimatstube des Ortes. Besucher können lebendige Heimatgeschichte des vergangenen Jahrhunderts kennen lernen, die Wohnverhältnisse einer Sandsteinbrecherfamilie.
Soviel bahnbrechendes Programm!
Da ist die Auszeichnung "Staatlich anerkannter Erholungsort" nicht weiter verwunderlich. Dennoch fristete Reinhardtsdorf-Schöna bisher ein Schattendasein und versuchte aus der Not eine Tugend zu machen, indem es mit der Abgelegenheit warb:
Hier finden Sie erholsame Ruhe und wohltuende Entspannung jenseits des Massentourismus. Da haben sich die Herren der Gemeindeverwaltung
Reinhardtsdorf-Schöna ( Waldbadstraße 52 d/e, 01814 Reinhardtsdorf, Tel.: 035028 / 80433, Fax: 035028 / 80434) einiges ausgedacht.
Einen Rekord haben diese Sachsen allerdings nicht auf ihrer Webseite aufgelistet – sie waren bisher schon NPD-Hochburg und haben auch gestern bei der sächsischen Kommunalwahl einen Nazi-Rekord aufgestellt:
Von den 1370 Wahlberechtigten in Reinhardtsdorf-Schöna nahmen 749 an der Wahl teil, 728 davon gaben den Angaben zufolge gültige Stimmen ab. Die NPD kam auf 535 Fürstimmen.
Das sind 25,2 % - also jeder VIERTE wählte die Neonazis.
Der Ort Reinhardtsdorf-Schöna ist seit 2004 für überdurchschnittliche NPD-Wahlergebnisse bekannt. Bei der Bundestagswahl 2005 hatte die NPD in der Gemeinde mehr als 14 Prozent bekommen, bei der Europawahl ein Jahr zuvor waren es 17,8 Prozent der Wählerstimmen. Schlechter weg kam beider gestrigen Wahl alle etablierten Parteien; die CDU (21,7 Prozent), die Linke (15,6 Prozent), FDP (4,2 Prozent), SPD (3,7 Prozent) und Grüne (2,8 Prozent). Rot-Rot-Grün zusamemn sind sogar noch schwächer als die NPD.
Die Gemeinde des Bürgermeisters Herrn Ehrlich ist damit zwar die Braunste, aber auch landesweit kann man sich nur mitschämen, wenn man die Ergebnisse betrachtet:
Bei der Wahl vom 13. Juni 2004 hatte die NPD landesweit etwa 41.000 Stimmen erreicht. Diesmal waren es rund 160.000 Stimmen.
Die NPD hat ihr Ergebnis von vor vier Jahren, als sie 1,3 Prozent der Stimmen erhielt, etwa vervierfacht. Nach Angaben aus den Kreisen werden die Rechtsextremen in den zehn neuen Kreisparlamenten insgesamt mehr als 40 Sitze haben. Bislang verfügt die Partei über insgesamt 18 Sitze. Im Kreis Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge liegt die NPD nun gar vor der SPD, die sich in Sachsen bereits auf die Fünfprozenthürde hinzu bewegt.
Da noch nicht komplett ausgezählt ist, wissen wir die Wahlbeteiligung noch nicht – aber sie dürfte klar unter 50 % liegen – schon bei der letzten Kommunalwahl gingen gerade mal 46% der wahlberechtigten Sachsen zu den Urnen.
Ich weiß, Ossi-Bashing ist weder politisch korrekt noch fair, weil man damit ja alles über einen Kamm schert. Dennoch muß man sich nicht wundern, wenn ein kräftiges „IHR SCHEIß ZONIS“ ertönt!
Da stimmt wirklich etwas ganz grundlegend nicht mit der Demokratie!
Von 1933 bis 1990 gab es dort keine wirklich freien Wahlen und nun, nachdem es ist die Zukunft der eigenen Region mitzubestimmen, indem man frisch und frei nach Laune Parlamentarier bestimmen kann, stellt sich raus, daß über die Hälfte der sächsischen Ost’ler gar keine Lust dazu haben.
Da hatte sich wohl wirklich eine breite Masse gemütlich in der Diktatur eingerichtet und fand offenbar Gefallen daran sich fremdbestimmen zu lassen. Nach beinahe 20 Jahren ist es nicht nur nicht besser geworden, sondern angesichts der NPD-Ergebnisse kann man nur von einem kompletten politischen und moralischen und kulturellen Versagen der Demokratie in Sachsen sprechen.
Um noch einmal auf den Bürgermeister von Reinhardtsdorf-Schöna zurück zu kommen; es fällt schon auf, daß er resigniert ist. Die etablierten Parteien kümmern sich ohnehin nicht um die braune Provinz und auch vor Ort zeigt außer den Nazis kaum einer Interesse an Politik.
Die NPD habe zielgerichtet die "Steilvorlagen" aus Berlin und Dresden ausgenutzt. Gegen solche Schwerpunkte hätten es die etablierten, kommunalpolitisch ausgerichteten Parteien im Ort schwer, die sich zudem in der Region im Wahlkampf weit zurückgezogen hätten. "

Gute Nacht Deutschland.


NACHTRAG:

Am 17. Juni schreibt das Hamburger Abendblatt dazu:

Die Hochburg der braunen Biedermänner

Sonntag, 8. Juni 2008

Spielereien

Es gibt geisteskranke Irre, die sind dermaßen geisteskrank und irre, daß man nicht einmal mehr Mitleid empfinden kann.
Dazu gehört der leider komplett umnachtete Wirrkopp Herr Lingen, der sich aber stoisch Pater Rolf Hermann Lingen nennt. Ordiniert ist er natürlich nicht, da er als Sedivakantist den gegenwärtigen Papst als viel zu lasch und linksliberal ansieht und sich daher nur selbst zum Priester weihen konnte.
Es wird mir auf ewig ein Rätsel sein, wieso ein vollkommen enthirnter bösartiger und gemeingefährlicher Wahnsinniger wie er nicht geknebelt und gefesselt sicher in einer Gummizelle sitzt – wo er hingehört.
Links auf die Sedivakatistenseiten möchte ich hier nicht weiter verbreiten. Das möge jeder selber googlen, falls jemand ein Brechmittel braucht.
Schlimmer ist, daß die berüchtigte rechtsradikale und homphobe Hass-Propagandaseite Kotznet dieser Ausgeburt der Widerlichkeit immer mal wieder eine Plattform bietet, um seine geistige Gülle ins www zu schleudern.
Über die Einweihung des Denkmals zur Erinnerung an schwule Opfer des Holocaust verbreitet er unter dem Titel „Ein Denkmal für Straftäter“, krude und morbide Sätze wie:

- Homosexuelles Verlangen ist zwar eine schlimme Geisteskrankheit, aber erfahrungsgemäß immer vollständig heilbar.
-Die Bestrafung der widernatürlichen Unzucht gehört zu den regulären Aufgaben des Staates, daher sei es „angesichts der historischen Fakten ist es also völlig absurd, so nachdrücklich von einer „Verfolgung der Homosexuellen in der NS-Zeit“ zu sprechen.
-Wer möchte, daß Straftäter und Geisteskranke sich hemmungslos austoben, wer will, daß Rechtschaffene bestraft und geistig Gesunde psychiatrisiert werden, der wird mit dem Zustand der Bundesrepublik hochzufrieden sein.

Die weitgehend bereits einschlägig vorbestraften fanatischen selbsternannten Priester dieses Schlages, kann man aber auch immer wieder auf dieser abartigen Hetzseite finden.
Leider kann man argumentativ gegen diese hanebüchenen Abstrusitäten nicht vorgehen, weil das voraussetzen würde, daß die rechtsradikalen Apologeten des Hasses über normalen verstand verfügen würden, der kausale Gedankengänge zuließe.
Dies ist aber nicht so.
Also bleibt einem nur übrig sich nicht aufzuregen und Kacknet zu ignorieren, oder aber man reagiert sich ein bißchen ab indem man bei Netdisaster spielen geht:

Dann kann man den Text:

BOMBARDIEREN


VOLLKOTZEN

langsam VERSCHIMMELN lassen

MIT DER KETTENSÄGE TRAKTIEREN

VERKOKELN

ZUSCHEISSEN

von METEOREN zerstören lassen

mit TOMATEN bewerfen


u.v.a.

Samstag, 7. Juni 2008

K3

Zum Fleische drängt, am Fleische hängt doch alles.
Menschen fressen am liebsten Fleisch – möglichst viel und möglichst billig.
Besonders billig kann man Hühnerfleisch produzieren – dazu verschicken zwei gigantische globale Zuchtfirmen des Agrobusiness unendliche Mengen von Küken an die großen Hühnerfleischproduktionsgulags. Diese beiden Mega-Huhnfabriken decken weltweit an die 90 % des „Kükenbedarfs“!
Das ist auf der einen Seite die amerikanische Firma CobbVantress und auf der anderen Seite auch eine amerikanische Firma, aber mit einer deutschen Hauptbeteiligung, Aviagen. Diese beiden Firmen produzieren so genannte Hybridhühner. Sie besitzen das geistige Eigentum an diesen Zuchtlinien und da es sich um Hyrbidhühner handelt, kann keiner diese Hühner selbst weitervermehren und so ist man immer wieder darauf angewiesen, die Küken aus den USA zu beziehen.
Das normale freilaufende Huhn rentiert sich nämlich nicht – die Kunden mögen es billig allemal lieber als „gut“. Die Weltmeister bei der Produktion von Hähnchen- und Hühnerfleisch sind die USA mit jährlich 16,3 MILLIONEN TONNEN , gefolgt von China (10,6), Brasilien und der EU.
Marion von Haaren berichtete letzten Sonntag im Weltspiegel von den globalen Auswirkungen des Themas und filmte eine Hühnerfleischverwertungsfabrik.
90 Meter misst diese Masthalle nahe der holländischen Stadt Tilburg. 60.000 Küken kommen im Alter von einem halben Tag hier an, sieben Wochen mästen Maschinen sie bis sie das gewünschte Handelsgewicht erreicht haben, dann folgt der Schlachthof. Tageslicht werden sie nie sehen.
Zartbesaiteten Zuschauern sind die Bilder nicht zu empfehlen - die von McDonald`s erfundenen Chicken Mc Nuggets, Finger Food und Chicken Pops sehen irgendwie appetitlicher aus. Glücklicherweise bin ich schon seit 20 Jahren Vegetarier – sonst müßte ich schleunigst damit anfangen.
Wer es aber RICHTIG ekelig braucht, dem empfehle ich ein Buch:
Francisco Marì, Rudolf Buntzel: Das globale Huhn. Hühnerbrust und chicken wings - wer isst den Rest?. Brandes und Apsel (Frankfurt) 2007. 280 Seiten. ISBN 978-3-86099-852-6. 19,90 EUR.

Im Interview mit Inforadio rbb erfährt man von dem Autor Rudolf Buntzel, wie katastrophal sich das europäische Verbraucherverhalten weltweit auswirkt.
Hierzulande mag man nämlich nur das GUTE Huhn - also Brust und Schenkel. Diese sollen bitte sehr auch noch schön neutral verpackt und pfannenfertig gewaschen im Kühlregal liegen, damit man bloß nicht an das „Leben“ des Tieres erinnert wird. Nur noch knapp 20 % des Hühnerfleisches werden in Europa als ganzes Huhn verkauft.
Obwohl weltweit das turbomäßig getunte Hybridhuhn gezüchtet wird, haben sie ihre Nachteile - dummerweise bilden diese Kreaturen, die wir zum Fressen gern haben in den paar Wochen ihrer kläglichen lichtlosen Existenz neben der Brust noch andere Körperteile aus.
K3 heißen diese Teile, sie sind sozusagen der Kollateralschaden der Fressgier der Reichen:
Restfleisch-Kategorien; K3-Produkte sind Hühnerköpfe und -beine, Flügel und Innereien. Oder wie es in einem anderen Bizarren Wort heißt: Hühnerklein. Als Hühnerklein bezeichnet man die Innereien (Leber, Magen, Herz) sowie die Kleinteile wie Flügel, Rücken, Schenkelteile und Hals eines Huhns die bei den meisten üblichen Gerichten keine Verwendung finden.
Obwohl es eigenständige Rezepte mit Hühnerklein gibt, dürfte die häufigste Anwendung jedoch die Herstellung eines Fonds oder einer Brühe sein. R. Buntzel:
In China werden Hühnerfüße und Hühnerkopf bevorzugt, den wir wegschmeißen, er ist für uns ekelhaft. In Teilen von Afrika ist der Hühnermagen das wertvollste, auch den vermarkten wir ja kaum. So ergibt sich durch diese globale Vermarktung und Zerstückelung des Huhns eine Vermehrung des Gewinns durch die Konzerne.
Problematisch ist natürlich, daß geschredderte Hühner tiefgekühlt verschickt werden müssen – aber die Einhaltung der Kühlkette beispielsweise in Afrika nicht gegeben ist – Willkommen Salmonelle!
Zudem ist das globale Einheitshuhn genetisch extrem homogen – wenn sich erst mal ein Virus einschleicht – haben es bald alle.
Möglicherweise noch viel gravierender sind die Auswirkung auf die afrikanische Kleinstwirtschaft: In Afrika sind zum Teil 60 bis 80 Prozent der Bevölkerung Bauern, 80 bis 95 Prozent dieser Bauern produzieren Hühner für ihren Eigenbedarf, aber auch für die Vermarktung, und diese Produktion der Hühner, die ja ganz, ganz wichtig ist, vor allem für die Armutsökonomie, die wird durch diesen internationalen Handel unterbunden. Länder wie zum Beispiel Ghana hatte bis vor kurzem Selbstversorgung im Bezug auf Hühnerfleisch und innerhalb weniger Jahre ist der einheimischen Hühnerwirtschaft so stark Konkurrenz gemacht worden, dass jetzt nur noch fünf Prozent des Hühnerfleisches selbst produziert wird. Der Rest wird eingeführt. Und das ist ja kein fairer Handel. Die Hühnerteile werden dort verkauft, zu Preisen, die so konkurrenzlos billig sind, weil diese Teile bei uns im Grunde überschüssige Ware sind, die nirgendwo absetzbar ist, die zum Teil sogar kurz vor dem Verfallsdatum steht.
In dem bereits angesprochenen Weltspiegelbericht erzählt von Haaren aus Ghana, wo bereits 90 % aller Hühnerzüchter pleite sind –allein das die kleinen Niederlande liefern jährlich 40.000 Tonnen K3-Huhnabfall nach Afrika. Zum Schleuderpreis wird es auf die Reise geschickt und taucht 12.000 Kilometer weiter südlich wieder auf: in Ghanas Hauptstadt Accra. In diesen Kühlkästen werden sie bei 35 Grad und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit frisch gehalten. Zu Dumpingpreisen von weniger als 40 Cent das Kilo kaufen es die Händler hier ein.
Da kann einer der letzten Geflügelbauern am Ort, Geflügelbauer Kofi Yabioa, nicht mithalten:
"Meine Tiere werden gerade immer dicker und dicker. Jetzt essen wir sie schon selber. Ich habe unsere Verwandten angerufen und unsere Freunde, damit wir noch ein paar mehr verzehren können". Kofi hat prächtige Hühner. Sein Stall ist kleiner als europäische Mastbetriebe. Und hier leben die Hühner noch mit Tageslicht. Ihr Mastgewicht haben sie schon erreicht, aber das Hähnchengeschäft läuft schlecht in Ghana, erzählt er: "Was soll ich machen? Vierhundert waren es zuletzt, das ist der Rest, ich bekomme sie einfach nicht verkauft."
Übrigens hat die EU die Hühnerfleischexportsubventionen nach Afrika schon geraume Zeit abgeschafft – immerhin ruinieren wir die Afrikanische Wirtschaft auch ganz allein durch unsere Geiz-ist-geil-Essgewohnheiten – auch ohne EU-Hilfe.

Was tun?
Buntzel träumt vom Übergang auf das LOKALE HUHN:

Es ist in der Regel ein Huhn, das sehr viel länger gemästet worden ist, das vielleicht mit anderen Futtermitteln gemästet wurde, vielleicht Gentechnik freies Futter, vielleicht auch ohne Hormone, aber das entscheidende Kriterium ist, dass es nicht ganz, ganz schnell wie das industrialisierte Huhn hochgepäppelt worden ist, auf ein Gewicht von anderthalb Kilo, dass es dann vermarktet werden kann. Während das industrielle Huhn in der Regel 30 bis 25 Tage gemästet wird, werden diese alternativen Hühner mindestens 70 bis 90 Tage gemästet, das Fleisch wächst also sehr viel langsamer, aber es ist sehr viel ausgereifter, hat damit einen besseren Geschmack und das merkt man natürlich, wenn man richtig gut kochen will.

Tja, aber dummerweise sind wir Deutschen nun mal Billigheimer und geben prozentual europaweit am wenigsten Geld aus für Lebensmittel.

Qualität ist dem tumben Teutonen alle mal egal, wenn er stattdessen einen Cent sparen kann. Buntzel drückt es etwas freundlicher aus als ich:
„Wir Deutschen sind da noch sehr unbewusst, erst zwei Prozent unseres Hühnerfleischverbrauchs kommt aus einem solchen alternativ vermarkteten Huhn, aber in Frankreich, wo man es noch versteht zu essen, da sind es immerhin 38 Prozent. Es ist hier keine Nostalgie, sondern es ist eine Verschleppung unserer Esskultur, die sich Frankreich so noch nicht geleistet hat, obwohl von diesem alternativen Huhn auch in Frankreich das Kilo sechs Euro kostet, während dieses industrialisierte Huhn 1,50 Euro das Kilo kostet.“
Aus Esskultur und Einsicht zu setzen, erscheint mir allerdings illusorisch – nachdem halb Deutschland schon Kopf stand, nachdem die billige Billigmilch drohte so teuer wie Wasser zu werden – als beinahe schon die Hälfte von Benzin – hilft nur noch der grobe Klotz:
Entweder Frau Merkel macht ein Gesetz, nachdem man zumindest GANZE Hühner kaufen sollte, wenn schon die gesunden LOKALEN Hühner „VIEL ZU TEUER“ erscheinen – oder aber man sollte wie bei der Warnaufschrift auf Zigarettenpackungen die Huhnteilekonsumenten, also die Nicht-K3’ler dazu zwingen sich ein Videofilmchen aus einem Hühnerschlachthof und einer Aufzuchtfarm anzusehen.
Auf jede Pappschachtel McDoof-Mc-Nuggets könnte man eine nette Bilderserie von Fließbändern industriell geschlachteter Hybridhühner drucken.
Ob das einen Kunden abhält?
Und böte McDoof auch Bio-Hühner-Mc-Nuggets zum fünffachen Preis an – wie viel würde davon verkauft werden?

Freitag, 6. Juni 2008

...aber was für eine Wahl......

Bescheidenheit ist eine Zier –
Aber weiter kommt man ohne ihr.

Dieses nur bei Männern Erfolg versprechende Motto hat sich Barack O. ganz besonders zu Herzen genommen.
Ich spreche, wie gesagt, über den Mann, den ich wählen werde – Demokratie ist bekanntlich kein Wunschkonzert und ganz besonders in Amerika nicht.
Ein Wahlkampf, der rund eine Milliarde Dollar pro Person kosten dürfte, ist nun mal nichts für Habenichtse oder Querköpfe, die sich erdreisten eigene Meinungen zu vertreten.
Entweder man ist zufällig selbst reich wie Warren Buffet, oder aber man verhält sich geschmeidig und sagt den wichtigen Sponsoren was sie hören möchten.
Beispielsweise geht es über meine Vorstellungskraft, daß eine intelligente Person, wie Hillary Clinton tatsächlich den abstrusen Waffenwahn ihrer Landsleute unterstützt.
Aber es ist nun mal Wahlkampf und so flötete sie eben auch mal, daß sie einst eine Taube geschossen habe.
Obama ist da allerdings noch meisterhafter – ohne je einen Senatsausschuss geleitet zu haben (die schärfste Waffe des Senats – da profiliert man sich), ohne je eine offizielle Auslandsreise unternommen zu haben, ohne jemals mit irgendeiner politischen Idee im Senat von Illinois aufgefallen zu sein, stellt er sich vor das Volk und predigt sie mit seinem beschwörenden „Yes we can“ nieder. Ich kann noch nicht mal sagen, ob er wirklich so ein Ideenvakuum zwischen den Ohren hat, daß er einfach nichts Konkretes sagen konnte, oder ob er womöglich doch den ein oder anderen brillanten Plan hat, diesen aber verheimlicht, da das bei Wahlkämpfen doch nur hinderlich ist.
Man erinnere sich an die letzten US-Präsidentschaftswahlen: Es gab die drei berühmten Rededuelle Bush-Kerry. Wie ohnehin von jedem erwartet, „gewann“ Kerry nach allen Umfragen jedes dieser Duelle. Er ist nun mal gebildeter, intelligenter und der sehr viel bessere Redner – wer wäre das auch nicht, wenn der Gegner ein Schimpanse ist, der kaum einen englischen Satz fehlerfrei rausbringt. Über die praktische Politik Bushs konnte man sich auch ein Bild machen – immerhin war er damals ja schon vier Jahre sehr erfolgreich dabei das Land zu ruinieren, die Welt gegen Amerika aufzuhetzen und Terror und Umweltzerstörung auf dem Planeten zu verbreiten.
ABER Kerry hatte eine noch gravierenderen Fehler als die Desasterbilanz des Amtsinhabers: Es hieß, daß er ein Intellektueller sei! Möglicherweise ein Ostküstenintellektueller gar, der zudem auch noch verdächtigt wurde Bücher zu lesen!
Wenn das nicht unamerikanische Umtriebe waren!
Da wählte man doch lieber Bush noch mal – einen vom Volke!
(Ironischerweise war es in Wirklichkeit genau umgekehrt: Tatsächlich stammt ja BUSH aus der Ostküstenmillionärsfamilie, hatte alle seine „Erfolge“ nur Papas Protektion zu verdanken - so konnte er sich auch um den Vietnameinsatz drücken. Kerry hingegen mußte arbeiten, um sein Studium zu finanzieren, war Soldat in Vietnam, etc)
Obama hat das gelernt – Schein ist immer noch mehr als Sein.
Neben den erfundenen und abgewandelten Stories, die er gerne erzählt und die ich gestern schon postete, beklagte er die "10.000 Toten" nach einem Tornado in Kansas, bei dem zwölf Menschen starben.
Und er verfranste sich oft, wenn er keinen Teleprompter zur Verfügung hatte, bei Reden. Manchmal "klaute" er ganze Sätze bei seinem Freund Deval Patrick, dem Gouverneur von Massachusetts. Das hat er offenbar mit einem anderen extrem beliebten Präsidenten gemein: Der Köhler Horst kämpft ja auch fast immer mit den unvermeidlichen Telepromptern – sowie seinem Redetalent, das knapp unterhalb der fast eingegangenen Yucca-Palme meiner Nachbarin liegt.
Hauptsache Eindruck schinden.
Und das geht am bersten, wenn man sich gar kräftig selber lobt:
"Mich zu kennen heißt mich zu lieben" tönte Medienliebling Barack Obama oder "Jeder Ort ist Barack-Obama-Land, sobald Barack Obama dagewesen ist."
Die passende Ehefrau hat er auch: Michelle half nach Kräften, ihn als Besserwisser darzustellen: "Barack ist einer der klügsten Menschen, den wir in unserem Leben sehen werden."
Na denn.

Donnerstag, 5. Juni 2008

Wenn man schon die Wahl hat

Nun ist es ja wohl wirklich soweit, daß ich mich mal ernsthaft mit dem Wahlgeschehen in den USA beschäftigen muß. Am 4.11. ist schon die Wahl und wie man immer wieder merkt: Die Zeit RAST!
Natürlich gehöre ich auch zu der Kategorie amerikanischer Wähler, die mit keinem der bisher drei Kandidaten glücklich sind. Mir war noch Frau Clinton am liebsten, weil ich mir sicher bin, daß sie die Intelligenteste der zur Verfügung stehenden ist.
Aber wie schon diverse Studien zeigten: Geschlechter-Stereotypen sitzen noch wesentlich fester als rassistische Stereotypen.
Geht es um ein derart wichtiges Amt wie die US-Präsidentschaft ist der fehlende Penis eben ein weitaus größeres Wahl-Handicap, als ein etwas zu dunkler Teint.
Gerne wurde ihr mal hämisch zugerufen „bügel‘ mein Hemd“ und der rechts-konservative Robert Emmett Tyrrell, Jr. (Tyrrell is the founder, publisher and editor-in-chief of The American Spectator) warnte in seinem Blatt davor, daß Hillary so sehr das Patriarchat hasse, daß sie eine rein weibliche Regierung aufstellen würde – Gott bewahre!
GWB und Dick Cheney sind doch auch die lebendigen Beweise dafür, daß Männer per se phantastische Regierungen bilden.
Schnell sind bei einer KandidatIN die Schlagworte „verbissen“, „berechnend“, „aggressiv“, „machtbesessen“ bei der Hand. Eigenschaften, die wohl zur Grundvoraussetzung gehören dürften, wenn man den Marathon zur Kandidatur beginnt.
Aber bei Obama wurden dann doch etwas positivere Begriffe für die Beschreibung der gleichen Eigenschaften benutzt: „tüchtig“, „zielstrebig“, „fleißig“ u.ä.
Da es selbstverständlich selbstverständlich ist, daß ich selbstverständlich keinen GOP wähle – schon gar keinen, der von „wir bleiben noch 100 Jahre im Irak“ faselt – und Hillary out of race ist, werde ich also Obama ankreuzen.

Und was ist das für ein Typ?
Mal gucken.
Konkrete Aussagen?
Zero.
Rezepte auch nicht.
Wie eigentlich bei allen amerikanischen Politikern üblich nimmt es der Gute auch mit der Wahrheit nicht gerade peinlich genau – so sagte er mit seiner bedeutend klingenden Pathos-Stimme noch vor gut einer Woche in N.Y.:
Ich hatte einen Onkel, der einer derjenigen (…) unter den ersten amerikanischen Truppen war, die in Auschwitz eindrangen und die Konzentrationslager befreit haben, und die Geschichte in unserer Familie geht, dass er, als er heimkehrte, einfach nur auf den Speicher ging und das Haus für sechs Monate nicht verließ.
Die Story stieß niemanden auf – Amerika eben. Anderswo hätte man vielleicht gewußt, daß natürlich die ROTE ARMEE Auschwitz befreite – da waren überhaupt keine Amerikaner zugegen.
(Daß es sich zudem um keinen Onkel, sondern einen entfernteren Großonkel handelte – geschenkt.)
Mit tränenrührigen Familiengeschichten punktet Obama ganz gerne – so berichtete er voller Herzblut und Verve davon, wie sich seine Eltern beim Bürgerrechtsmarsch von Selma 1965 kennengelernt hätten – vereint im politischen Kampf für die Rechte von Schwarzen.
Dumm nur, daß Obama da schon vier Jahre alt war.
Ich will ihm daraus keinen Strick drehen – auch die anderen Kandidaten haben eine Menge Unsinn geredet – da macht Obama natürlich keine Ausnahme.
Man empörte sich zwar - Kandidat ist er doch geworden. So hat Obama behauptet, dass er 57 US-Bundesstaaten bereist habe (es gibt 50) und dass er als Kind fließend Indonesisch gesprochen habe (was eine seiner Lehrerinnen bestritten hat).

Kommen wir aber mal zu den Mega-Problemen, zu denen nun einmal für jeden Präsidenten die Außenpolitik und insbesondere der Nahe Osten gehören.
„Yes we can“ schallt es vielstimmig von den Obama-Claqueuren, wenn er vor den frenetischen Massen auftritt – aber WAS kann er/könne sie?
In jeder Rede, die ich von ihm gehört habe, erklärte er zum Thema Irak, was Bush 2003 falsch gemacht hat.
Aber wer wollte das denn bestreiten?
Da gibt es inzwischen höchstens noch eine Handvoll Hardcore-Neocons, die noch nicht eingesehen haben, daß der Irak-Krieg total mißraten ist.
Aber ich frage mich, ob der Senator aus Illinois eigentlich realisiert hat, daß es das Jahr 2009 sein wird, wenn er das Amt antreten könnte – NICHT etwa 2002 oder 2003.
Will er etwa Osama eine Video-Botschaft via Al Djassira schicken und ihm sagen „Ey Alter – ICH war ja eh dagegen, lass mal aufhören mit dem Scheiß!“?
Ob dann auch die Angehörigen der rund eine Million Toten auf beiden Seiten dann schulterzuckend in den „Friede-Freude-Eierkuchen“-Modus gehen?

Mir scheint doch eher etwas an der Theorie dran zu sein, daß mal dringend in der Isreal-Palästina-Megaverschwurbelung etwas geschehen muß.
George W. hatte das Thema ja einfach sieben Jahre ignoriert – Kompliziertheiten liegen ihm ja gar nicht und so begab er sich lieber zu ausgedehnten Urlauben auf seine Ranch.
Erst neuerdings – als er schon wirklich von jedem als Loser-Lameduck abgeschrieben war, begab er sich mal nach Israel.
Natürlich ohne irgendwelche Erfolge – aber dafür mit umso heißeren Liebesschwüren an den Kollegen Olmert, der sich zwar verständlicherweise an die USA presst, aber auch nicht gerade besonders laut „Hierher!“ schrie, als das Hirn verteilt wurde.
Bei einer Ansprache vor der pro-israelischen Lobby-Organisation AIPAC in Washington verlange Olmert den sofortigen Stopp des Iranischen Atomprogramms:
«Die iranische Bedrohung muss mit allen Mitteln gestoppt werden». Nach Informationen der israelischen Zeitung «Jediot Achronot» (Mittwoch) wollte er US-Präsident George W. Bush bei einem Treffen am Abend drängen, noch vor Ende seiner Amtszeit militärisch gegen den Iran vorzugehen. Olmert glaube, dass das «Fenster der Gelegenheit» vor einer möglichen Aufrüstung des Irans mit Atomwaffen nur noch sehr klein sei.
Dies ist natürlich ein heikles Thema – wer könnte nicht verstehen, daß das kleine Israel Angst vor einem nuklear gerüsteten Iran hat.
Aber – so leid es mir tut:
Wer könnte nicht verstehen, daß der Iran – als Mitglied von Bush’s sogenannter „Achse des Bösen“ gerne Atomwaffen hätte?
Zur Erinnerung – es gab mal DREI Länder, die Bush als „böse“ einstufte, weil sie Massenvernichtungswaffen hätten: Iran, Irak, Nordkorea.
Nordkorea hat wohl wirklich eine derartige Bombe und wurde NICHT von den USA angegriffen.
Der Irak hatte überhaupt keine Massenvernichtungswaffen und wurde bekanntlich sehr wohl platt gemacht.
Daß ein Präsident des Irans – wie wirr er in westlichen Augen auch reden mag – in Atombomben den einzigen Schutz sieht, daß sein Land nicht von den USA angegriffen wird, ist wohl nicht so abwegig.
Und dass die USA andere Länder angreifen – auch wenn die Gründe komplett gelogen sind – ist nun mehrfach erwiesen worden.
Nach den tollen Erfolgen der US-amerikanischen Angriffspolitik auf Afghanistan und den Irak, muß ich wohl nicht anfangen auszumalen, wie supersicher und friedlich die Welt erst wird, wenn Amerika den ungleich größeren und besser gerüsteten Iran angreift.

Aber ich komme mal zurück auf Obama – der gute Mann hat nämlich auch bei der berüchtigten Israellobby AIPAC gesprochen.
Wieder geschenkt – ob man es begrüßt, oder nicht – die Lobbyorganisation ist dermaßen mächtig, daß sich kein Präsidentschaftskandidat in einem recht offenen Rennen erlauben könnte dort nicht aufzutreten.
Und wat het hey secht?
"Die Gefahr aus Iran ist ernst, sie ist realistisch, und mein Ziel wird es sein, diese Gefahr zu eliminieren. Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um nukleare Waffen im Iran zu verhindern - alles!", sagte Obama. Israels Sicherheit in der Region sei das oberste Ziel, versicherte Obama. Unter Standing Ovations aus dem Publikum fuhr er fort: "Die Bande zwischen Israel und den Vereinigten Staaten sind unzertrennlich - heute, morgen und für immer."
Gruseligerweise ungefähr das, was Bush auch immer sagt – so kommentiert Gerhard Spoerl:
Das ist ein bemerkenswert undifferenzierter Satz, aus dem sich lässig Polemik saugen lässt: Barack Bush oder George W. Obama, denn ähnliche Einlassungen kennt man vom Präsidenten, den Obama beerben will. Der amtierende amerikanische Präsident hat sich bisher ungefähr so verhalten wie der Kandidat Obama: Er hat so geredet, als gingen ihn diese vielfach verwickelten Konflikte wenig an oder als ließen sie sich aus einer Ursache – Saddam – erklären und lösen und ansonsten hat er Israel bei seinem Tun unterstützt und über Iran als Inbegriff des Bösen geredet. Wäre schön, wenn es damit allmählich vorbei wäre. Wäre schön, wenn die Weltmacht Amerika einen Präsidenten bekäme, der sich der Weltprobleme so annimmt, wie es den Problemen und der Weltmacht angemessen ist. Wäre schön, wenn der Kandidat Obama anfinge, wie der Präsident zu denken, der er werden will.

Oha – und den MUSS ich dennoch wählen – man glaubt es kaum, aber so einer ist noch das deutlich kleinere Übel.
Im Duell Kriegsheld gegen Ex-Sozialarbeiter, der niemals in der Armee war, schwarz ist und überhaupt so unerfahren ist, steht es nämlich Spitz auf Knopf.
Dem Durchschnitt mehrerer Erhebungen zufolge liegt McCain landesweit nur hauchdünne eineinhalb Prozentpunkte hinter Obama. Clinton kann einen leicht größeren Vorsprung vorweisen, errechnete die Polit-Webseite realclearpolitics.com. Wahlstrategen sagen einen erbitterten Kampf um die weiße Arbeiterschaft, die Zukurzgekommenen voraus, die den schlanken Harvard-Juristen mit gehöriger Skepsis sehen. Auch parteiunabhängige Wähler, die in dem jungen Senator zu sehr den Wackelkandidaten sehen, könnten McCain zugetan sein. Und da sind noch die höchst wichtigen Latinos, für die der Republikaner wegen seiner verhältnismäßig liberalen Haltung zum heißen Eisen Einwanderung als attraktive Wahl erscheinen könnte.

Mittwoch, 4. Juni 2008

Verantwortung

Andere Länder, andere Sitten denkst sich wohl der ein oder andere Offizielle gerne und drückt sämtliche Augen zu.
So sorgte just eine Ehe, die vom Tribunal de Grande Instance in Lille annulliert worden ist für Schlagzeilen – Grund war daß die muslimische Braut keine Jungfrau mehr war.
Die Begründung erforderte einige Dialektik – so wurde die Annullierung nicht damit begründet, daß die Braut schon vor der Ehe geschlechtlich verkehrt hatte – das wäre auch kaum gegangen, weil damit Frauen eklatant gegenüber Männern benachteiligt würden, denn bei ihnen kann man bekanntlich den Verlust der Jungfräulichkeit schlecht nachweisen.
Vielmehr ging es hier darum, daß die Jungfräulichkeit für den Ehemann „eine essentielle Voraussetzung“ gewesen sei und er darüber von seiner Braut belogen wäre.

Diese Art bizarren Islamverständnisses hören wir auch aus anderen europäischen Ländern. Der Erzbischof von Canterbury regte erst kürzlich an, Teile der muslimischen Scharia in die allgemeine Gesetzgebung zu übernehmen.

Heiß diskutiert wurde auch ein deutscher Fall aus dem März 2007:
Eine Frankfurter Richterin hat unter Verweis auf den Koran einer Frau marokkanischer Herkunft eine schnelle Scheidung verweigert. Sie verwies dabei ausdrücklich auf ein „Züchtigungsrecht“ des Mannes, mit dem die Frau bei der Heirat habe rechnen müssen.
Offenbar geisterte eine Koransure durch das möglicherweise vorhandene Gehirn der Richterin: Sure 4, Vers 34: „Meidet sie im Ehebett und schlagt sie!“
Luise Becker vom Zentrum für Islamische Frauenforschung in Köln hält diese Stelle aber für fehlinterpretiert und weist auf verschiedene Bedeutungen des arabischen Wortes „schlagen“ hin.
(Ich bin dazu überfragt und will nur darauf hinweisen, daß die Bedeutung der Sure offenbar umstritten ist)
Für Frankfurt ist es in jedem Fell irrelevant – üblicherweise sollten hier doch die deutschen Gesetze gelten.

Wie Menschen, die hier oder anderswo leben ihre eigene Religion verstehen und ob sie mehr oder weniger oder gar nicht danach ihren Alltag ausrichten, habe ich nicht zu bewerten. Staat und Religion sollten eigentlich getrennt sein, auch wenn das Christentum traditionell mit Privilegien überhäuft ist und in gesetzwidriger Weise vom Staat protegiert wird.

Unverständlich bleibt aber wieso offizielle Amtspersonen – Vertreter des säkularen Staates Deutschlands sich immer wieder aus ihrer Verantwortung stehlen – insbesondere wenn man bedenkt, daß man sonst bei Bürgerrechten wenig zimperlich ist und beim Lauschangriff, Email-Trojanern und Videoüberwachung immer weiter geht – auch weiter als es das Verfassungsgericht erlaubt.
Ab und an wird hierzulande mal ein Kind auf unübliche Weise „entsorgt“ – immer größerer Beliebtheit erfreut sich dabei offenbar die Methode Tiefkühltruhe, aber auch wahlweise Hungertod und Ermordung durch angeblich in ihrer bewiesenermaßen nicht vorhandenen „Ehre“ verletzten Brüder kommt immer wieder vor.

Die Öffentlichkeit schätzt das allerdings gar nicht und wünscht sich in diesem Fall, daß „der Staat“ früher eingreifen möge (sonst soll er sich ja immer zurückhalten und schon gar nicht soll er irgendwelche Abgaben und Steuern einnehmen, die er für dieses „Eingreifen“ aber braucht)
Hier passt einiges nicht zusammen – denn bei immer mehr verlotternden Prekariatsfamilien müssten immer mehr Sozialarbeiter und Jugendämter tätig werden – diese Stellen werden aber insbesondere von CDU-Regierungen lieber gestrichen – auch wenn das Gegenteil angekündigt wird.
So zitiert Sascha Balasko vom Springerschen Abendblatt genüsslich die Hamburger CDU Sozialsenatorin Birgit Schnieber-Jastram aus dem Jahr 2006:
„Es wurden - zusätzlich zum bestehenden Netz aus Beratungs- und Unterstützungsstellen - etwa die Kommunikationswege zwischen Behörden und anderen staatlichen sowie nicht staatlichen Einrichtungen so verbessert, dass keine Informationen über gefährdete Kinder verloren gehen."
Damals gab es gerade einen „dieser Fälle“ – Jessica.
Umgesetzt wurden diese Ankündigungen freilich nie – aber das kennen wir ja von dem Beust’schen Senat – Untätigkeit auch ganzer Linie.
Nun gibt es wieder so einen „Fall“:
Morsal, eine 16-Jährige Deutsche, die von ihrem Bruder Ahmat auf offener Straße hingemetzelt wurde, da sie angeblich nicht seinen Moralvorstellungen entsprach.
Die Jugendämter hätten gewarnt sein können.
Wie grausig das Mädchen schon vorher zu leiden haten, wissen wir Dank der GAL, die das Mauern und Verschleiern der CDU-geführten Ministerien für Inneres und Soziales aufdeckten: Nur so wurde bekannt, wie oft das Mädchen von Vater und Bruder mit Fäusten und Tritten und von der Mutter mit einem Kabel gezüchtigt wurde, dass ihr die Verwandten einen Zahn ausschlugen und dass ihre Schwester ihr das Gesicht zerkratzte. Auch die Liste der Gewalttaten, die man ihrem Bruder Ahmad zur Last legt, wurde nur so bekannt. Wäre es nach den CDU-Senatoren gegangen, hätten die Hamburger all dies nie erfahren.
Hamburger Zeitungen empörten sich darüber, daß die Senatsanfragen der SPD nur ungenügend beantwortet wurden – so schreibt die Mopo über den Senatsbericht zu dem Thema, daß die behörden die Gewalttaten verschleierten:
„In der endgültigen Fassung wurde die Darstellung der familiären Gewalt teilweise stark entschärft. Weil die Öffentlichkeit sonst allzu krass das Versagen der Behörden vor Augen hätte? Dass laut Polizei-Informationen das minderjährige Mädchen in Afghanistan zwangsverheiraten werden sollte, will die Senatskanzlei nicht in der offiziellen Antwort schreiben. Auch dass Morsal sich kurz vor ihrem Tod aus ihrem Zimmer abseilte, nachdem ihr Vater ihr sein Knie in den Bauch gerammt hatte, steht nicht mehr drin.“
Ich wundere mich allerdings in diesem Fall über das Hamburger Abendblatt, das sonst wirklich alles dafür tut Ole von Beust hochzuschreiben und einseitig CDU-freundliche Berichte lanciert. Gestern listeten Sascha Balasko, Peter Ulrich Meyer und Matthias Schmoock vom Springer-Blatt eine ganze Reihe Behördenfehler auf und schon letzte Woche erfuhr man vom löblichen Jens Meyer-Wellmann in der Rubrik „Diese Woche im Rathaus“ Interessantes über den Grün-schwarzen Alltag:
Es scheint fast so, als wären hier zwei politische Kulturen aufeinandergetroffen: Die Grünen gingen offener und selbstkritischer mit der Krise um, die CDU-Vertreter mauerten und beschönigten. Dieses Prinzip setzte sich auch in der Bürgerschaft fort. Nicht etwa CDU-Sozialsenator Wersich, aus dessen Jugendnotdienst Morsal quasi in die Arme ihres Mörders entlassen wurde, stellte sich dem Parlament. Er zog es vor, am Tag der Debatte an einer Ministerkonferenz in Berlin teilzunehmen, anstatt einen Vertreter zu entsenden. Auch Innensenator Ahlhaus schwieg. Auch bei anderen sieht die Welt plötzlich ganz anders aus, kaum haben sie auf der Senatsbank Platz genommen. Ein im Jahre 2001 noch aufstrebender junger CDU-Abgeordneter namens Wersich etwa bezeichnete die SPD-Sozialsenatorin Karin Roth damals als "Sicherheitsrisiko" für die Stadt. Roth hatte sich geweigert, die Namen von mit britischem Fleisch belieferten Betrieben zu nennen - mit Verweis auf Datenschutz und auf rechtliche Probleme. Zudem warf er Roth immer wieder vor, sie ducke sich weg - etwa im Falle einer Vergewaltigung durch einen Freigänger des Maßregelvollzugs. Heute ist der aufstrebende Abgeordnete von einst selbst Sozialsenator. Und nun ist er es, der sich wegduckt, der bei der Morsal-Debatte in der Bürgerschaft fehlt und der die Fakten des Falls nicht offenlegen will mit Verweis auf Datenschutz und rechtliche Probleme.

Hört, hört – so sehe ich das auch! Daß ich mal mit dem Hamburger Abendblatt übereinstimme….

NACHTRAG:


Bitte guckt Euch noch den Panorama-Beitrag an, der zwei Tage nach meinem Post erschien:

PIA WOLTERS ist ja SAGENHAFT!!!!!!!!!!!


NACHTRAG 2:



Im "Hamburger Kurs" Juli/August 08 findet sich noch ein interessanter Artikel zum Thema.

Liest man die Aussagen der Hamburger regierungsvertreter, dreht sich einem der Magen um:

Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) in der
Landespressekonferenz am 27. Mai 2008:
"Wir haben nach dem Fall Jessica eine hohe
Sensibilität bei Schulabsentismus erreicht.Die Papierlage
ist sehr gut."

Der Vertreter der Schulbehörde am 10. Juni 2008
im Familien-, Kinder- und Jugendausschuss:
"Die Führung der Schülerakte entspricht wie bei
vielen Schulen in Hamburg nicht den Ansprüchen
der Behörde."
"Insofern ist auch die hier vorliegende Schülerakte
eine,die alle Zeugnisse enthält,alle Wege sauber
enthält,alle Fehlzeiten,aber keinen Aufschluss gibt
über Beratungsgespräche und Ähnliches."

Viviane Spethmann, stellvertretende CDUFraktionsvorsitzende
in der Hamburgischen
Bürgerschaft in der Debatte am 29. Mai 2008:
Sie könne feststellen,"dass in außergewöhnlicher
Weise Schule,Polizei,Jugendhilfe,Justiz zusammengewirkt
haben."

GAL-Fraktionschef Jens Kerstan im Interview mit
der BILD-Zeitung am 7. Juni 2008:
"Die erste Bewährungsprobe,den tragischen Mord
an Morsal,haben wir bestanden.Da haben wir
schnell Konsequenzen gezogen."

Der Vertreter der Sozialbehörde am 10. Juni 2008
- also Tage nach dem BILD-Interview:
"(..) wir haben inzwischen die Akte und sind noch
dabei, sie auszuwerten (..)."

Dienstag, 3. Juni 2008

Zeichen und Wunder.

Also gut, ich habe zwischenzeitlich ja auch schon hier und da geschrieben, daß ich Anne Will für nicht so besonders geeignet als Moderatorin halte und plädiere ebenfalls dafür sich ihre Sendung nicht anzusehen.
Ich wüßte auch gar nicht wieso das relevant sein sollte, da die Redaktion wie schon die Vorgänger-Truppe um Sabine Christiansen ohnehin immer nur die gleichen Sprechautomaten einlädt, deren Aussagen ähnlich überraschend sind, wie die Tatsache, daß man morgen die Sonne aufgeht. Ein gebildeter Mensch, der womöglich auch noch eine seriöse überregionale Zeitung liest, kann jedenfalls aus der lahmen Plattitüdenbude keinen Erkenntnisgewinn ziehen. Warum auch? Die Sendung war und ist doch schon immer konzipiert für die ermatteten deutschen
Plattbirnen, die nach dem Tatort zu träge sind den Aus-Knopf zu finden.
Schon den Sonntagskrimi hatten sie nur geguckt, weil sie leider zu hohlhirnig sind, um sich mit richtigen Dingen zu beschäftigen.
In den 90 Minuten könnte man Beispielsweise wunderbar den Politikteil der ZEIT lesen und vermutlich wären die Deutschen dann ein erheblich gebildeteres Volk. Ich mag nur wenige Dinge wirklich im TV – obwohl ich es sehr mit dem Reich-Ranicki-Ausspruch halte „Fernsehen macht Kluge klüger und Dumme dümmer“.
Zu den Personen, die ich wirklich adoriere gehört Frau Knobel-Ulrich, weswegen ich auch inzwischen zweimal zu dem Thema Postings schrieb und auch in anderen Blogs kommentierte, deren Gerichterstattungstendenz ich für hochgradig unfair hielt.
Genau deswegen hatte ich ja Frau Will so kritisiert, weil sie Ihre Gästin Frau Knobel-Ulrich wissentlich in einem falschen rechten Licht erschienen ließ.
Mein Vorwurf war also eine einseitig rechte Sichtweise der Sendungsmacherin, die bekanntlich auch dazu führte, daß sich eine Menge berufsaufgeregter linker Gruppen empörten, als hätte man ihnen gerade den Lutscher gestohlen. Ich ärgere mich immer noch darüber – hatte aber für mich die Konsequenz gezogen aus Protest die Sendung nie mehr anzuschalten; so auch nicht die Ausgabe der Woche danach – also vom 1.Juni 08.
Lustig und launig ist es jedoch immer die hämischen und gehässigen Kommentare am nächsten Tag zu lesen – das ist ganz ähnlich wie beim Grand Prix: Man weiß vorher was kommt:
Eine Ansammlung von geisteskranken Kreisch-Bomben, die aussehen als ob über ihnen ein Christbaum explodiert sei und dazu arhythmisch rumzappeln. Dazu gibt es dann unerträglich banale und volksverdummende Kommentare von Peter Urban und zum Schluß die Erkenntnis, daß von allen diesen unmusikalischen Mutanten die Deutschen mal wieder am allerschlechtesten waren. Das Übliche eben beim Eurovision song contest – ich habe schon mindestens zehn Jahre in keine dieser Sendungen mehr hineingezappt. Aber die Kommentare zu den unterirdisch debaklulierenden deutschen Sangesattrappen waren auch diesmal wieder soll.
Ganz ähnlich mein Amusement über Anne Will von vorgestern – schreibt doch der Spiegel-Nörgler Mohr:
Schon an diesem Punkt dürften viele Zuschauer erste Vorbereitungen fürs Zubettgehen getroffen haben, denn wieder einmal zeigte sich, wie schwach und konfus, wie plan- und ziellos Anne Wills sonntägliche Gesprächsrunden inzwischen über die vermeintlich schicke Showbühne gehen.
Q.e.e.
Als Gäste waren geladen zum einen Lafontaine, der schon gefühlte 7000 mal in der Sendung auftrat (zur letzten Sendung wurde noch wüst bemäkelt, daß kein Linker dabei war) und dazu der Bayern-Beckstein, der zwar nie etwas sinnvolles zu einer Gesprächsrunde beitragen kann und auch weit weniger amüsant ist als sein stammelnder Vorgänger, der an selber Stelle schon seine berüchtigsten Stottereien abgelassen hatte, aber dennoch eingeladen werden muß, weil in Bayern nun mal bald Wahlen sind, Bayern grundsätzlich überrepräsentiert wird und Huber allmählich mit seinem Geschwätz für Ohrenbluten sorgt.
Alle anderen Gäste habe ich sofort wieder vergessen und hätte auch überhaupt die ganze Sendung vergessen, wenn nicht plötzlich die BILD auf Anti-Will-Kurs gehen würde.
Wie bizarr!
Sie kommen nun also von rechts und lassen den tatterigen Onkel Beckstein, der offenbar in der 60-minütigen Sendung selbst rhetorisch nicht in der Lage war sich verständlich auszudrücken a posteriori noch mal über Lafontaine jammern.
Günter Beckstein zu BILD: „Es war schon beklemmend, wie der Chefdemagoge Lafontaine da aufgetreten ist. Dieser Mann, der mit den alten SED-Kadern in der Partei der Linken gemeinsame Sache macht, hat aus den Stasiverbrechen nichts, aber auch gar nichts gelernt. Eine Verharmlosung der Linken, die unsere Gesellschaftsordnung umstürzen wollen, vor Millionen- Publikum darf man ihm nicht durchgehen lassen.“
JU, immer feste druff – wo kämen wir dahin, wenn jetzt in unserer Demokratie jeder das sagen könnte was er will – ganz ohne die CSU vorher zu fragen?
Chefschmierer FJ Wagner faselt unterdessen über göttliche und teuflische Anteile seines früheren BILD-Kollegen:
Es ist die größte Anmaßung, die sich ein Mensch erlauben kann. Sie, Lafontaine, sind so teuflisch.
Aaach so – ob die BILD Lafontaine wohl deswegen so lange als Kolumnist beschäftigt hat?
Aber das Beste kommt zum Schluß – die größte politische Peinlichkeit der Bundesrepublik – der Kriegstreiber und Bush-Lober, der seine Frau auspressende, der in Berlin stümpernde und der homophobe Ex-Staatsekretär Friedberg Pflüger fordert nun die Absetzung der Sendung –er wirft der Redaktion vor, das journalistische Handwerk nicht zu beherrschen und mit Fakten fahrlässig umzugehen.
Haha! Das ist doch wirklich der Brüllwitz des Tages!
Faktenkenner Pflüger, der offenbar noch heute glashausig davon überzeugt ist, daß im Irak Massenvernichtungswaffen lagern, wirft mit Steinen. Der freche Friedberg, der zusammen mit seiner Chefin Merkel ultimativ von Schröder verlangte, war das Bush’sche Ultimatum gegen Saddam zu unterstützen. Dies lautete:
ENTWEDER die Massenvernichtungswaffen rausrücken, ODER es gibt Krieg.
Eine No-Win Situation; der Mann hat schlicht und ergreifend die Wahrheit gesagt, als er sagte, daß der Irak keine Massenvernichtungswaffen habe.
Gut, das kann sich ein Mann wie Pflüger nicht vorstellen, daß mal ein Politiker nicht lügt, aber nach fünf Jahren Irak-Desaster wäre es doch mal ganz schön ein „Ich habe mich VÖLLIG GEIRRT“ von Pflüger zu vernehmen.
Im Januar 2003 war es dasselbe außenpolitisch irrlichternde Polit-Duo, das bei der Münchner Wehrkundetagung mit Tränen in den Augen Rumsfeld mit den Worten umschmeichelten, daß im Falle eines CDU-Wahlsieges natürlich Deutschland an der Seite Amerikas gen Irak stünde.
Und was beklagt er jetzt? „Die Sendung ‚Anne Will‘ zeichnet sich immer mehr durch Un- und Halbwahrheiten und bewusste Verzerrung von Sachverhalten aus. Die Talkshow sollte durch Frank Plasbergs ‚Hart aber fair‘ ersetzt werden. Anne Will hat nicht gehalten, was sich viele – auch ich – von ihr versprochen haben.
Sehr überzeugend auch das Medium, in dem Pflüger seinen Wahrheitswahn auslebte – die BILD – bekanntlich das Blatt, das schon immer für Seriosität und die reine Wahrheit stand!
Da hat sich ja wirklich ein Duo Infernal gefunden.
Wie gesagt – ich bin wirklich alles andere als ein Will-fan, aber so eine Truppe aus rechten Losern habe ich ihr nun auch wieder nicht an den Hals gewünscht.
Aber vielleicht macht das ihren Job auch nur sicherer – wenn sich einer wie Pflüger aufregt, ist das ja geradezu der Beweis dafür, daß man doch was richtig gemacht hat.


NACHTRAG:


Dank der Springer-Kampagne hat sich der Wahrheitsfanatiker Pflüger durchgesetzt und Anne Will zu einer Klarstellung gezwungen.
Wahrheit verlangt er dabei immer nur von den anderen - für ihn selbst gilt das nicht, wie Hans Leyendecker z.B. heute noch einmal in Erinnerung ruft:

Als Friedbert Pflüger noch außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion war, wusste er mehr als andere: "Ich weiß, dass die Bundesregierung weiß, dass es im Irak Massenvernichtungswaffen gibt", erklärte er im Februar 2003. Die Waffen seien nur "gut versteckt".Manchmal nimmt der 53 Jahre alte Politiker auch eine andere Wirklichkeit als seine Umgebung wahr. Nachdem Pflüger, mittlerweile CDU-Fraktionschef im Preußischen Landtag zu Berlin, öffentlich gemacht hatte, er habe bei einer Fraktionsklausur viel Rückenwind erhalten, rechnete ihm eine Zeitung vor, zwölf von fünfzehn Rednern hätten ihn kritisiert. "Pflüger muss wohl auf einer anderen Veranstaltung gewesen sein" zitierte das Blatt anonym ein Fraktionsmitglied.