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Donnerstag, 13. November 2008

"Streit über politische Fragen"

Oder: "Was ist Euphemismus?"


Wieso, weshalb und warum rechtsradikale Parteien in Landtage einziehen, wird mir immer ein Rätsel bleiben.
Natürlich verstehe ich insbesondere ihre sogenannten Inhalte nicht, die unsäglich dumm, geschichtsvergessen und menschenfeindlich sind.
Es ist allerdings nicht einmal notwendig die NDP-Positionen zu kennen, denn die Performance der Abgeordneten spricht für sich.
Keine Fraktion erlebte jemals das Ende einer Legislaturperiode, ohne sich selbst zu zerlegen und im Korruptionssumpf unter zugehen.
So albern, rhetorisch und intellektuell unterbelichtet kommen die rechten Abgeordneten daher, daß sie lediglich als Satire-Objekt taugen.

Wobei der Satiriker sich nicht einmal anstrengen muß, sondern die Halbhirne von Rechtsaußen nur im O-Ton bringen muß.
Sie sind pure Realsatire und sollten den ganzen Tag Gott danken, daß ihre eigenen Wähler zu dumm und desinteressiert sind, um die Nazi-Fraktionen in Parlamentsdebatten auf Tauglichkeit zu überprüfen.

Jeder, der das einmal gesehen hat, stimmt nie wieder für den Haufen Ewiggeistloser.

Anfang dieser Woche demonstrierten die NPD-Epigonen im sächsischen Landtag wieder einmal, welche Diskussionskultur sie pflegen.
Der NPD-Abgeordnete Jürgen Gansel und Fraktionsberater Peter Naumann gerieten in einen "Streit über politische Fragen".
Naumann, ein Intimus vom Fraktionsoberhongo Holger Apfel saß Ende der 80er Jahre wegen der Herbeiführung eines Anschlages und der Verabredung zu Sprengstoffanschlägen in Haft.
Gansel hat als Mitglied der NPD-Fraktion auch schon das übliche Dutzend von anhängigen Verfahren voll:
Dabei geht es unter anderem um Verunglimpfung des Staates, Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz sowie eine Pfefferspray-Attacke vor einer Leipziger Bar.
Vorermittlungen gibt es wegen eines Schreibens, in dem Gansel nach der US-Präsidentschaftswahl mit rassistischen Sprüchen gegen den Sieger Barack Obama Stimmung gemacht hatte, der als erster Schwarzer ins Weiße Haus einziehen wird.

Wie muß man sich also bei solchen „Diskutanten“ einen Streit über politische Fragen vorstellen?
Nun, ganz einfach:
In Ermangelung von grauen Zellen zwischen den Ohren, gaben sie sich gleich gegenseitig was auf die Glocke.
Im Flur vor dem Plenarsaal wurde Gansel schließlich durch ein schlagkräftiges Argument auf die Gummer niedergestreckt.
Ein juristisches Nachspiel gibt es nicht, denn keiner wollte Klage einreichen.
Offensichtlich ist für sie das Austragen von Meinungsverschiedenheiten mit den Fäusten so normal wie für unsereins das Zähneputzen.
Der Fall werde wie eine private Auseinandersetzung oder eine Wirtshausschlägerei behandelt, sagte Oberstaatsanwalt Christian Avenarius.
Wirtshausschlägerei.
Gansel ist sicherlich sehr froh, denn wenn er statt mit Peter Naumann mit seinem Ex-Kollegen Menzel in einen "Streit über politische Fragen" geraten wäre, würden seine Angehörigen möglicherweise jetzt einen Sarg aussuchen müssen.
Menzel, auch er selbstverständlich vielfach vorbestraft, wie alle Mitglieder des braunen Sumpfes, pflegt nämlich bewaffnet in den Landtag zu kommen.
Ein reizendes Kerlchen, das kackbraune Sumpfhirn:
Außer Strafen wegen Betrugs und uneidlicher Falschaussage, wollte er im Dez 2006 eine Pistole in den Landtag schmuggeln. Das brachte ihm nicht nur den Spotnamen „Pistolen-Menzel“ ein, sondern auch zwei Wochen Hausverbot. Im März dieses Jahres verurteilte ihn das Amtsgericht Dresden wegen unerlaubten Waffenbesitzes zu neun Monaten Gefängnis.
Den Hitler-verehrenden Pistolero störte das nicht und so rief er als nächstes öffentlich zur Gewaltanwendung gegen politische Gegner auf, indem er im Plenum darlegte "gegen Zionisten, Freimaurer, Kriegstreiber und andere Psychopathen" würden keine lange Reden, sondern "nur noch Handgranaten" helfen.
Reizend.

Aber wie es scheint, stören sich die sächsischen Wähler nicht an so einem Verhalten und würden nach Umfragen erneut eine NPD-Fraktion in den Landtag schicken.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

ups, jetzt werden schon ewiggeistlose bei youtube zensiert?

verstehwerwill

Anonym hat gesagt…

"Wieso, weshalb und warum rechtsradikale Parteien in Landtage einziehen, wird mir immer ein Rätsel bleiben."
Mir auch!

Ich habe physisch/mental die 'Schlachten' der Mitt80ger 'geniessen 'duerfen, als die Schoenhuber/Republikaner auf dem Vormarsch waren. (wunde Knoechel)
Damals fehlte mir schon jeglichstes Verstaendnis, wie so etwas ausgerechnet in Deutschland ueberhaupt moeglich sein durftekonntewar'ist.

Diesbezueglich Pisse und Scheisse ich auf Deutschland nieder.
N'Immer wieder.

PS. Aus parteirechts'demokratischer Braunsuelze ward Damals ganz Deutschland gezwungen worden, sich den WahlwerbeFilm der Schoenhuber'Nazis reinziehen zu muessen. 'Tuerkische Mutti mit Kindern vor einem in flammenaufgehenden 'NachbarschaftsHintergrund'

Braucht man Heute alles nich mehr.
Dafuer gibts den Bundestag.

Anonym hat gesagt…

Vom Home of Ducks:
"Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen: Intelligenz, Anständigkeit und Nationalsozialismus.

Man kann intelligent und Nazi sein. Dann ist man nicht anständig.

Man kann anständig und Nazi sein. Dann ist man nicht intelligent.

Und man kann anständig und intelligent sein. Dann ist man kein Nazi."


Gerhard Bronner

Tammo Oxhoft hat gesagt…

Zensiert?

Huch, was meinen Sie? Ich stehe auf dem Schlauch.

JAKE,

PS. Aus parteirechts'demokratischer Braunsuelze ward Damals ganz Deutschland gezwungen worden, sich den WahlwerbeFilm der Schoenhuber'Nazis reinziehen zu muessen. 'Tuerkische Mutti mit Kindern vor einem in flammenaufgehenden 'NachbarschaftsHintergrund'

Oh ja - an solche „reizenden“ Werbespots - untermalt mit der Melodie von „Spiel mir das Lied vom Tod“ werde ich mich bis zum Ende meiner Tage erinnern.
Gewirkt haben die Spots ja auch entsprechend, wie dann die 90 zeigten: Mölln, Rostock, Solingen, Hoyerswerda,…

Und Danke für den Gerhard Bronner…

Beste Grüße aus DEUTSCHLAND


T.