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Mittwoch, 20. April 2011
Der Christ des Tages - Teil XLIV
Es gibt keine Christen mehr in Norddeutschland.
- Von wegen!
Das Grocery-shopping is ohnehin eine Qual, aber mir geht das im Moment besonders auf die Nerven, weil der große TOOM-Markt, in den ich leider ab und an muß, gerade ein neues Gebäude hochzieht und während der einjährigen Umbauphase so eine Art Notverkauf auf dem Parkdeck stattfindet. Das Angebot ist trotzdem ziemlich üppig; es ist nur alles enger und voller.
Daß die Fleisch- und Fischtheke pausiert, kommt mir natürlich entgegen; der verdammte Pangasius stinkt immer hundert Meter weit. Es ist mir ein Rätsel, wieso die Leute das Zeug kaufen.
Heute war es natürlich noch voller, weil sich alle für das lange Osterwochenende präparieren. Da werden Schokoladenhasen und gefärbte Eier Zentnerweise abtransportiert.
Als Lactovegetarier wühle ich natürlich besonders ausführlich an den Kühlregalen mit den Milchprodukten rum. Gerade hatte ich mich besonders lang gestreckt, um aus der hintersten Reihe einen Joghurt mit besserem MHD zu fischen, da piekst mich etwas in die Seite.
Ich befürchtete erst, daß es sich um einen Angestellten handelte, der mir erklären würde die Joghurts vorn wären auch noch gut.
(Herrgott - das ist doch das Konzept der SELBSTBEDIENUNG: Der Laden spart Personal, die Kunden machen die Arbeit selbst, aber dafür kann man sich auch aussuchen was man haben möchte)
Aber nein, es war ein blondierter Schopf einer mittelalterlichen Pyknikerin, der ich schon an der obligatorischen Petrus-Fisch-Brosche ansah, aus welcher Richtung der Wind nun wehen würde.
Was denn „heiba“ wäre.
Heiba? Wie meinen?
Die Fischgeschmückte war offensichtlich der deutschen Sprache nicht besonders mächtig. Freundlich, wie ich bin, werde ich dann ganz geduldig und setze ein Lächeln auf.
„Heiba“ oder „eiba“ stellte sich als „heilbar“ heraus und stammte natürlich von dem großen „Religion ist heilbar“-Button auf dem Revers meines Sakkos.
Wie erklärt man nun vor Heuschnupfen triefend mit einem Grieß-Jogurt in der Hand mal eben am Kühlregal einer Portugiesin, die sich hartnäckig als „gute Katholikin“ bezeichnet, daß ich mit „heiba“ nicht meine Unterstützung für’s Religiöse ausdrücken will?
Verdammt. An den anderen Sakkos habe ich meistens nur die drei Verbote-Buttons, mit dem durchgestrichenen Kreuz, dem durchgestrichenen Wort „Merkel“ und dem durchgestrichenen Wort „Papst“. Das ist irgendwie besser zu verstehen.
Scheinbar konnte ich mich aber doch verständlich machen, denn sofort rückte mir die drei Köpfe kleinere Dame mit beiden Zeigefinger Luftlöcher in meine Richtung pieksend auf den Pelz.
Das Universum sei ein „gross engine“ und das müsse ja wohl jemand mit einem Plan kreiert haben. Und im Übrigen solle ich doch endlich mal anerkennen welche Leistung Jesus, den sie sehr liebe (natürlich…) erbracht habe, indem er allen Kindern einen Vater gegeben habe.
Offensichtlich hatte ich da einige Buttons gepusht, denn nun ging die Bibelgeschichte à la Toom-Kühlregal erst richtig los.
Es sei doch in allen Religionen dasselbe - Männer kümmern sich nicht um ihre Kinder und verschwänden einfach. So sei es Maria, die sie auch ganz besonders liebe (hatte ich mir schon gedacht…), schließlich auch gewesen.
Nichtsnutz Joseph habe sich nicht richtig gekümmert und um den armen Jesus, der sich so vaterlos fühlte zu trösten, habe Maria ihm gesagt, Gott sei sein Vater.
Als Erwachsener sei Jesus dann Politiker geworden und habe das Gesetz erlassen, alle Kinder hätten einen Vater - nämlich Gott.
Das Evangelium von der nonkonformistischen Maria als alleinerziehende Mutter kenne ich leider nicht so gut, aber ich konnte es doch nicht lassen ihrem im Zweiminutentakt fallenden Satz „ich bin eine gute Katholikin“ zu widersprechen.
Höflich lächelte ich ihr zu und unterstützte sie in ihrer Interpretationsfreiheit - auch ich bin schließlich der Meinung, daß jeder das glauben kann, was er will.
Mit Joseph Ratzinger, der letztendlich bestimmt wer ein guter Katholik ist, bekäme sie allerdings Probleme.
Die Flexibilität der Religioten ist doch immer wieder beeindruckend:
Einerseits pochte die kajalumrahmte Toom-Agitatorin darauf, ich MÜSSE einsehen, es gäbe eine Gott, denn sonst gäbe s ja auch kein Universum und ich müsse anerkennen welch Großartiges Jesus und Maria geleistet hätten!
Aber andererseits kam auch ein herzliches „ist mir doch ganz egal“, als ich den Katholischen Katechismus oder Ratzinger ins Spiel brachte.
Darauf bohrte sie mir noch energischer ihre beiden Zeigefinger in die Brust - pah Ratzinger.
Sie glaube an Gott und Maria.
Soweit ich es aus meinen verbirkenpollten Augenwinkeln noch erkennen konnte, waren einige der uns umkreisenden Zuschauer ganz entzückt davon, wie es so eine kleine engagierte Christin dem großen bösen Atheisten zeigte.
Denn es ist ja Kar-Woche.
Im Unterschied zu den gläubigen Christen wissen Atheisten besser über die Jesus-Basics Bescheid. Was war am Karfreitag, was an Himmelfahrt, was zu Ostern?
If you are not sure, ask an atheist!
Verblüffend finde ich mit welcher Emsigkeit Fernsehmagazine und Lokalzeitungen zu jedem Pfingstfest und jedem Osterfest erklären, welche Christlichen Ursprünge diese Feiertage haben, obwohl sich die Erkenntnis nie verbreitet.
Was ist Pfingsten? ist die jährliche Standardfrage, die aber hartnäckig 90% der Christlichen Bevölkerung nicht beantworten können.
Irgendwie dringt die Kirche wirklich nicht mehr durch. Die immer wieder als Gastschreiber und Gastredner geladenen Kirchenvertreter, denen Zeitungen und Fernsehsender devot kostbare Sendezeit überlassen, verpuffen völlig wirkungslos.
Damit komme ich endlich zum Christen des Tages No 44. Es handelt sich um Pastor Hinrich C. Westphal, der im gestrigen Hamburger Abendblatt gleich auf Seite 2 erklären durfte, wieso sich die Menschen nach Gott sehnen.
Ebenso erfolgversprechend könnte der Pfaff erklären weswegen ich zwei Köpfe habe und der Schwerkraft trotze.
Eine ordentliche geistige Degeneration, die MSS dem Gottgläubigen attestiert, ist tatsächlich Voraussetzung, um Westphal zu folgen:
Wir verstehen die Ungerechtigkeit der Welt nicht und beklagen die Untätigkeit Gottes. Die Karwoche vor Ostern liefert jedem Antworten.
??? Dreimal nein, Herr Pfarrer.
1.) Die Ungerechtigkeit der Welt verstehe ich sehr gut. Um das zu erklären schreibe ich unter anderem diesen Blog.
2.) Auf die Idee große Schlaglöcher, Malaria oder das Aussterben der sibirischen Tiger mit der Untätigkeit Gottes zu erklären bin ich nie gekommen.
3.) Und ganz bestimmt erwarte ich keine Erkenntnisse von der Karwoche.
So einem Pfaff zahlt man als Steuerzahler die Ausbildung und mit meinem Abla-Abo zahle ich auch noch seine Werbeplattform.
DAS ist eine echte Ungerechtigkeit Gottes - wenn man an ihn glaubt.
Vor das lichthelle Auferstehungsfest hat die christliche Tradition "Karwoche" in unsere Kalender geschrieben, den Namen jener stillen Woche der Klage. Sieben Tage in Moll - muss das heute immer noch sein? Haben wir mit Unfällen und Krankheit, Fukushima und Kriegswirren nicht schon genug zu tragen? Täte uns nicht mehr Leichtigkeit gut? Seien wir realistisch: Das Leben ist kein Rosengarten und kein Streichelzoo. Es kann auch hart, schmerzhaft, bedrohlich und traurig sein. Das alles hat seine Zeit. Darum können wir nicht ganzjährig Weihnachtsbäume schmücken oder Eier bemalen, als nähmen wir die Probleme der Welt nicht zur Kenntnis. Wir können nicht pausenlos shoppen, feiern und Schweres verdrängen, das wäre kurzsichtig und ungesund. Stattdessen ist es sinnvoll und heilsam, sich einmal im Jahr der Leidensgeschichte Jesu zuzuwenden, wie sie in der Karwoche bedacht und begangen wird.
???
Es ist erstaunlich wie weit sich der Hamburger Pastor von der Lebensrealität entfernt hat.
Sieben Tage Moll? Mal abgesehen davon, daß Moll meine bevorzugte Tonart ist, sollte der Pfaff einsehen, daß sich 99 von 100 Menschen in Deutschland nicht aufgrund der Karwoche vorschreiben lassen deprimiert zu sein.
Wie sollte das auch gehen; es weiß ja kaum einer, was „Karwoche“ ist!
Dafür, daß niemand das Leben als „Streichelzoo oder Rosengarten“ missversteht, war die Kirche allerdings in den letzten 2000 Jahren sehr aktiv.
All die von Christen Massakrierten bei Kreuzzügen, Hexenverbrennungen, Missionierung, Inquisition und Judenpogromen haben ebenso wie all die von katholischen Geistlichen missbrauchten Kinder durchaus gelernt, daß das Leben kein Ponyhof ist.
Angesichts all der Todesopfer, die das Christentum verursacht hat, dahin zu plappern es sei „sinnvoll und heilsam“ sich reinzuziehen, wie der Lattenhansel abgemurxt wurde, schlägt allerdings dem Faß den Boden aus.
Offenbar ist an diesem leidenden Jesus, an den Texten und Gesängen von Liebe und Schmerz etwas dran, was viele Menschen im Innersten berührt. Offenbar fasziniert es sie, dass es hier nicht um eine Majestät geht, die in ferner Höhe über uns thront, sondern um einen Menschen, der wie wir leidet und uns zu einem glaubwürdigen Bruder in der Tiefe wird.
In welcher Welt leben Sie eigentlich Herr Pfarrer?
Ich würde Ihnen dringend vorschlagen einen Psychiater aufzusuchen. Offenbar fasziniert die Ostergeschichte eben NICHT, denn sonst würden nicht Europaweit Millionenfach die Menschen aus der Kirche austreten.
Die Christliche Grundkonzeption, daß ein allmächtiger Schöpfer die Menschen so fehlerhaft konstruierte, daß er aus Ärger über seinen eigenen Fauxpas seinen Sohn elendig krepieren ließ und wir uns zur Erinnerung an diesen Akt des Sadismus‘ für ewig den malträtierten und geschundenen Körper als so eine Art frühzeitliche Splatter-Actionfigur angucken sollen, ist doch mehr als fragwürdig.
Der Sohn scheint mir keinen allzu schlechten Deal gemacht zu haben - was macht es schon groß aus am Kreuz zu sterben, wenn man eh danach wiederaufersteht, so als ob nichts gewesen wäre?
Das ist doch ein Schnäppchenpreis für die Sünden der ganzen Welt.
Natürlich kann es sich auf Westphal, wie fast jeder Pfaff, nicht verkneifen auf Kranke und Sterbende hinzuweisen.
Die Texte und Melodien der Karwoche sind etwas, was die Angst und das Leiden vieler Menschen anspricht und auffängt, sie können an Krankenbetten und in Hospizen auch heute aktuell und tröstend sein.
Eine ausgesprochene Frechheit! Was maßt sich dieser Mensch an?
Das erinnert mich immer an die 79-Jährige Bettina Schardt aus Würzburg, die mit Hilfe Roger Kuschs Selbstmord beging und dann von Bizarra Käßmann verleumdet wurde.
Dabei hatte sie sich insbesondere bei der Vorstellung gegruselt, daß eine Person wie Bizarra Käßmann sie im Heim besuchen würde.
Sie mit Bibelversen zu zuschwafeln würde und man hätte nicht die Möglichkeit die Bischöfin „abzuschalten“.
Käßmann im Interview mit der „Neuen Presse“:
"Diese selbstherrliche Inszenierung finde ich einfach abstoßend. Er hätte der älteren Dame, die nicht krank war, sondern Angst vor dem Pflegeheim hatte, einfach sagen können, ich nehme sie bei mir auf, ich pflege und kümmere mich um sie."
Ach, wie realitätstauglich - alte Leute, die nicht mehr leben wollen, sollen alle privat in Kuschs Wohnung unterkommen. Und dann?
Was wenn jemand dennoch nicht mehr leben will (oder gerade deswegen?)
Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte, wenn ich all die selbsternannten Moralapostel über die Beweggründe eines Menschen, der den Suizid wählt, richten höre.
Die Dame hatte ja „NUR Angst vorm Pflegeheim“ und war doch noch „einigermaßen gesund“. NUR. Schande über sie! Das Weichei! Und immer feste druff!
Angst dürfte ja wohl IMMER eine zentrale Rolle spielen, wenn man sich das Leben nehmen möchte und ob die Angst in den Augen von irgendjemand anders begründet ist, oder nicht, ist irrelevant.
Ich persönlich finde den Grund „Angst vorm Pflegeheim“ übrigens extrem überzeugend - was daran liegen mag, daß ich schon sehr viele Pflegeheime von innen gesehen habe.
Ich habe sehr wohl den Urin-Geruch in der Nase, der dort üblicherweise auf den Fluren herrscht, weil die Leute eingenässt in ihren Windeln liegen gelassen werden.
Ich habe die vollkommen durchgelegen Körperteile gesehen, wo der Dekubitus nur noch rohes Fleisch hinterlässt, so daß die Menschen sich vor Schmerzen gar nicht mehr bewegen können.
Ich habe auch das Geschwafel von der Palliativmedizin gehört - als ob das ein neues Problem wäre - von dem netten schmerzfreien Tod wird schon lange viel geredet - aber Frau Käßmann, wie oft sind sie denn schon gestorben, um das beurteilen zu können?
Und wem die Karwoche allzu traurig ist, der sollte nicht vergessen: Sie ist der unerlässliche Auftakt für eine nachhaltige Osterfreude. Ostern wird alles anders und das Kreuz zum Siegeszeichen über den Tod.
Das soll Herr Westphal besser nicht den Müttern auf der Kinderkrebsstation erzählen, die über Monate und Jahre ihren Kleinen beim Sterben unter grausamen Schmerzen zusehen müssen.
Siegeszeichen über den Tod - ich glaube es hackt.
- Von wegen!
Das Grocery-shopping is ohnehin eine Qual, aber mir geht das im Moment besonders auf die Nerven, weil der große TOOM-Markt, in den ich leider ab und an muß, gerade ein neues Gebäude hochzieht und während der einjährigen Umbauphase so eine Art Notverkauf auf dem Parkdeck stattfindet. Das Angebot ist trotzdem ziemlich üppig; es ist nur alles enger und voller.
Daß die Fleisch- und Fischtheke pausiert, kommt mir natürlich entgegen; der verdammte Pangasius stinkt immer hundert Meter weit. Es ist mir ein Rätsel, wieso die Leute das Zeug kaufen.
Heute war es natürlich noch voller, weil sich alle für das lange Osterwochenende präparieren. Da werden Schokoladenhasen und gefärbte Eier Zentnerweise abtransportiert.
Als Lactovegetarier wühle ich natürlich besonders ausführlich an den Kühlregalen mit den Milchprodukten rum. Gerade hatte ich mich besonders lang gestreckt, um aus der hintersten Reihe einen Joghurt mit besserem MHD zu fischen, da piekst mich etwas in die Seite.
Ich befürchtete erst, daß es sich um einen Angestellten handelte, der mir erklären würde die Joghurts vorn wären auch noch gut.
(Herrgott - das ist doch das Konzept der SELBSTBEDIENUNG: Der Laden spart Personal, die Kunden machen die Arbeit selbst, aber dafür kann man sich auch aussuchen was man haben möchte)
Aber nein, es war ein blondierter Schopf einer mittelalterlichen Pyknikerin, der ich schon an der obligatorischen Petrus-Fisch-Brosche ansah, aus welcher Richtung der Wind nun wehen würde.
Was denn „heiba“ wäre.
Heiba? Wie meinen?
Die Fischgeschmückte war offensichtlich der deutschen Sprache nicht besonders mächtig. Freundlich, wie ich bin, werde ich dann ganz geduldig und setze ein Lächeln auf.
„Heiba“ oder „eiba“ stellte sich als „heilbar“ heraus und stammte natürlich von dem großen „Religion ist heilbar“-Button auf dem Revers meines Sakkos.
Wie erklärt man nun vor Heuschnupfen triefend mit einem Grieß-Jogurt in der Hand mal eben am Kühlregal einer Portugiesin, die sich hartnäckig als „gute Katholikin“ bezeichnet, daß ich mit „heiba“ nicht meine Unterstützung für’s Religiöse ausdrücken will?
Verdammt. An den anderen Sakkos habe ich meistens nur die drei Verbote-Buttons, mit dem durchgestrichenen Kreuz, dem durchgestrichenen Wort „Merkel“ und dem durchgestrichenen Wort „Papst“. Das ist irgendwie besser zu verstehen.
Scheinbar konnte ich mich aber doch verständlich machen, denn sofort rückte mir die drei Köpfe kleinere Dame mit beiden Zeigefinger Luftlöcher in meine Richtung pieksend auf den Pelz.
Das Universum sei ein „gross engine“ und das müsse ja wohl jemand mit einem Plan kreiert haben. Und im Übrigen solle ich doch endlich mal anerkennen welche Leistung Jesus, den sie sehr liebe (natürlich…) erbracht habe, indem er allen Kindern einen Vater gegeben habe.
Offensichtlich hatte ich da einige Buttons gepusht, denn nun ging die Bibelgeschichte à la Toom-Kühlregal erst richtig los.
Es sei doch in allen Religionen dasselbe - Männer kümmern sich nicht um ihre Kinder und verschwänden einfach. So sei es Maria, die sie auch ganz besonders liebe (hatte ich mir schon gedacht…), schließlich auch gewesen.
Nichtsnutz Joseph habe sich nicht richtig gekümmert und um den armen Jesus, der sich so vaterlos fühlte zu trösten, habe Maria ihm gesagt, Gott sei sein Vater.
Als Erwachsener sei Jesus dann Politiker geworden und habe das Gesetz erlassen, alle Kinder hätten einen Vater - nämlich Gott.
Das Evangelium von der nonkonformistischen Maria als alleinerziehende Mutter kenne ich leider nicht so gut, aber ich konnte es doch nicht lassen ihrem im Zweiminutentakt fallenden Satz „ich bin eine gute Katholikin“ zu widersprechen.
Höflich lächelte ich ihr zu und unterstützte sie in ihrer Interpretationsfreiheit - auch ich bin schließlich der Meinung, daß jeder das glauben kann, was er will.
Mit Joseph Ratzinger, der letztendlich bestimmt wer ein guter Katholik ist, bekäme sie allerdings Probleme.
Die Flexibilität der Religioten ist doch immer wieder beeindruckend:
Einerseits pochte die kajalumrahmte Toom-Agitatorin darauf, ich MÜSSE einsehen, es gäbe eine Gott, denn sonst gäbe s ja auch kein Universum und ich müsse anerkennen welch Großartiges Jesus und Maria geleistet hätten!
Aber andererseits kam auch ein herzliches „ist mir doch ganz egal“, als ich den Katholischen Katechismus oder Ratzinger ins Spiel brachte.
Darauf bohrte sie mir noch energischer ihre beiden Zeigefinger in die Brust - pah Ratzinger.
Sie glaube an Gott und Maria.
Soweit ich es aus meinen verbirkenpollten Augenwinkeln noch erkennen konnte, waren einige der uns umkreisenden Zuschauer ganz entzückt davon, wie es so eine kleine engagierte Christin dem großen bösen Atheisten zeigte.
Denn es ist ja Kar-Woche.
Im Unterschied zu den gläubigen Christen wissen Atheisten besser über die Jesus-Basics Bescheid. Was war am Karfreitag, was an Himmelfahrt, was zu Ostern?
If you are not sure, ask an atheist!
Verblüffend finde ich mit welcher Emsigkeit Fernsehmagazine und Lokalzeitungen zu jedem Pfingstfest und jedem Osterfest erklären, welche Christlichen Ursprünge diese Feiertage haben, obwohl sich die Erkenntnis nie verbreitet.
Was ist Pfingsten? ist die jährliche Standardfrage, die aber hartnäckig 90% der Christlichen Bevölkerung nicht beantworten können.
Irgendwie dringt die Kirche wirklich nicht mehr durch. Die immer wieder als Gastschreiber und Gastredner geladenen Kirchenvertreter, denen Zeitungen und Fernsehsender devot kostbare Sendezeit überlassen, verpuffen völlig wirkungslos.
Damit komme ich endlich zum Christen des Tages No 44. Es handelt sich um Pastor Hinrich C. Westphal, der im gestrigen Hamburger Abendblatt gleich auf Seite 2 erklären durfte, wieso sich die Menschen nach Gott sehnen.
Ebenso erfolgversprechend könnte der Pfaff erklären weswegen ich zwei Köpfe habe und der Schwerkraft trotze.
Eine ordentliche geistige Degeneration, die MSS dem Gottgläubigen attestiert, ist tatsächlich Voraussetzung, um Westphal zu folgen:
Wir verstehen die Ungerechtigkeit der Welt nicht und beklagen die Untätigkeit Gottes. Die Karwoche vor Ostern liefert jedem Antworten.
??? Dreimal nein, Herr Pfarrer.
1.) Die Ungerechtigkeit der Welt verstehe ich sehr gut. Um das zu erklären schreibe ich unter anderem diesen Blog.
2.) Auf die Idee große Schlaglöcher, Malaria oder das Aussterben der sibirischen Tiger mit der Untätigkeit Gottes zu erklären bin ich nie gekommen.
3.) Und ganz bestimmt erwarte ich keine Erkenntnisse von der Karwoche.
So einem Pfaff zahlt man als Steuerzahler die Ausbildung und mit meinem Abla-Abo zahle ich auch noch seine Werbeplattform.
DAS ist eine echte Ungerechtigkeit Gottes - wenn man an ihn glaubt.
Vor das lichthelle Auferstehungsfest hat die christliche Tradition "Karwoche" in unsere Kalender geschrieben, den Namen jener stillen Woche der Klage. Sieben Tage in Moll - muss das heute immer noch sein? Haben wir mit Unfällen und Krankheit, Fukushima und Kriegswirren nicht schon genug zu tragen? Täte uns nicht mehr Leichtigkeit gut? Seien wir realistisch: Das Leben ist kein Rosengarten und kein Streichelzoo. Es kann auch hart, schmerzhaft, bedrohlich und traurig sein. Das alles hat seine Zeit. Darum können wir nicht ganzjährig Weihnachtsbäume schmücken oder Eier bemalen, als nähmen wir die Probleme der Welt nicht zur Kenntnis. Wir können nicht pausenlos shoppen, feiern und Schweres verdrängen, das wäre kurzsichtig und ungesund. Stattdessen ist es sinnvoll und heilsam, sich einmal im Jahr der Leidensgeschichte Jesu zuzuwenden, wie sie in der Karwoche bedacht und begangen wird.
???
Es ist erstaunlich wie weit sich der Hamburger Pastor von der Lebensrealität entfernt hat.
Sieben Tage Moll? Mal abgesehen davon, daß Moll meine bevorzugte Tonart ist, sollte der Pfaff einsehen, daß sich 99 von 100 Menschen in Deutschland nicht aufgrund der Karwoche vorschreiben lassen deprimiert zu sein.
Wie sollte das auch gehen; es weiß ja kaum einer, was „Karwoche“ ist!
Dafür, daß niemand das Leben als „Streichelzoo oder Rosengarten“ missversteht, war die Kirche allerdings in den letzten 2000 Jahren sehr aktiv.
All die von Christen Massakrierten bei Kreuzzügen, Hexenverbrennungen, Missionierung, Inquisition und Judenpogromen haben ebenso wie all die von katholischen Geistlichen missbrauchten Kinder durchaus gelernt, daß das Leben kein Ponyhof ist.
Angesichts all der Todesopfer, die das Christentum verursacht hat, dahin zu plappern es sei „sinnvoll und heilsam“ sich reinzuziehen, wie der Lattenhansel abgemurxt wurde, schlägt allerdings dem Faß den Boden aus.
Offenbar ist an diesem leidenden Jesus, an den Texten und Gesängen von Liebe und Schmerz etwas dran, was viele Menschen im Innersten berührt. Offenbar fasziniert es sie, dass es hier nicht um eine Majestät geht, die in ferner Höhe über uns thront, sondern um einen Menschen, der wie wir leidet und uns zu einem glaubwürdigen Bruder in der Tiefe wird.
In welcher Welt leben Sie eigentlich Herr Pfarrer?
Ich würde Ihnen dringend vorschlagen einen Psychiater aufzusuchen. Offenbar fasziniert die Ostergeschichte eben NICHT, denn sonst würden nicht Europaweit Millionenfach die Menschen aus der Kirche austreten.
Die Christliche Grundkonzeption, daß ein allmächtiger Schöpfer die Menschen so fehlerhaft konstruierte, daß er aus Ärger über seinen eigenen Fauxpas seinen Sohn elendig krepieren ließ und wir uns zur Erinnerung an diesen Akt des Sadismus‘ für ewig den malträtierten und geschundenen Körper als so eine Art frühzeitliche Splatter-Actionfigur angucken sollen, ist doch mehr als fragwürdig.
Der Sohn scheint mir keinen allzu schlechten Deal gemacht zu haben - was macht es schon groß aus am Kreuz zu sterben, wenn man eh danach wiederaufersteht, so als ob nichts gewesen wäre?
Das ist doch ein Schnäppchenpreis für die Sünden der ganzen Welt.
Natürlich kann es sich auf Westphal, wie fast jeder Pfaff, nicht verkneifen auf Kranke und Sterbende hinzuweisen.
Die Texte und Melodien der Karwoche sind etwas, was die Angst und das Leiden vieler Menschen anspricht und auffängt, sie können an Krankenbetten und in Hospizen auch heute aktuell und tröstend sein.
Eine ausgesprochene Frechheit! Was maßt sich dieser Mensch an?
Das erinnert mich immer an die 79-Jährige Bettina Schardt aus Würzburg, die mit Hilfe Roger Kuschs Selbstmord beging und dann von Bizarra Käßmann verleumdet wurde.
Dabei hatte sie sich insbesondere bei der Vorstellung gegruselt, daß eine Person wie Bizarra Käßmann sie im Heim besuchen würde.
Sie mit Bibelversen zu zuschwafeln würde und man hätte nicht die Möglichkeit die Bischöfin „abzuschalten“.
Käßmann im Interview mit der „Neuen Presse“:
"Diese selbstherrliche Inszenierung finde ich einfach abstoßend. Er hätte der älteren Dame, die nicht krank war, sondern Angst vor dem Pflegeheim hatte, einfach sagen können, ich nehme sie bei mir auf, ich pflege und kümmere mich um sie."
Ach, wie realitätstauglich - alte Leute, die nicht mehr leben wollen, sollen alle privat in Kuschs Wohnung unterkommen. Und dann?
Was wenn jemand dennoch nicht mehr leben will (oder gerade deswegen?)
Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte, wenn ich all die selbsternannten Moralapostel über die Beweggründe eines Menschen, der den Suizid wählt, richten höre.
Die Dame hatte ja „NUR Angst vorm Pflegeheim“ und war doch noch „einigermaßen gesund“. NUR. Schande über sie! Das Weichei! Und immer feste druff!
Angst dürfte ja wohl IMMER eine zentrale Rolle spielen, wenn man sich das Leben nehmen möchte und ob die Angst in den Augen von irgendjemand anders begründet ist, oder nicht, ist irrelevant.
Ich persönlich finde den Grund „Angst vorm Pflegeheim“ übrigens extrem überzeugend - was daran liegen mag, daß ich schon sehr viele Pflegeheime von innen gesehen habe.
Ich habe sehr wohl den Urin-Geruch in der Nase, der dort üblicherweise auf den Fluren herrscht, weil die Leute eingenässt in ihren Windeln liegen gelassen werden.
Ich habe die vollkommen durchgelegen Körperteile gesehen, wo der Dekubitus nur noch rohes Fleisch hinterlässt, so daß die Menschen sich vor Schmerzen gar nicht mehr bewegen können.
Ich habe auch das Geschwafel von der Palliativmedizin gehört - als ob das ein neues Problem wäre - von dem netten schmerzfreien Tod wird schon lange viel geredet - aber Frau Käßmann, wie oft sind sie denn schon gestorben, um das beurteilen zu können?
Und wem die Karwoche allzu traurig ist, der sollte nicht vergessen: Sie ist der unerlässliche Auftakt für eine nachhaltige Osterfreude. Ostern wird alles anders und das Kreuz zum Siegeszeichen über den Tod.
Das soll Herr Westphal besser nicht den Müttern auf der Kinderkrebsstation erzählen, die über Monate und Jahre ihren Kleinen beim Sterben unter grausamen Schmerzen zusehen müssen.
Siegeszeichen über den Tod - ich glaube es hackt.
Mittwoch, 22. Dezember 2010
Ahlhaus go home
Heute hatte ich das große Vergnügen den ganzen Tag mit dem Auto durch die Hamburger Innenstadt zu fahren. Daß neben den Straßen Schneemassen in Höhen bis zu zwei Zentimeter liegen, bringt die meisten Autofahrer vollkommen aus dem Konzept, obwohl es inzwischen taut und auf den Hauptstraßen überhaupt nicht mehr glatt ist.
Lediglich die kleinen Straßen sind mit einer leicht rutschigen Schneematschpressschicht belegt, die dazu führt, daß kein Autofahrer mehr eine normale Geschwindigkeit einhält.
Entweder sie tuckern mit 10 km/h in der Mitte der Fahrbahn vor sich hin, oder aber sie rasen derartig drauf los, daß sie offensichtlich jemand umfahren wollen.
Weihnachten im Krankenhaus ist ja auch ganz nett, wie ich im UKE, der größten Hamburger Klinik feststellen konnte. Das Klinikgelände ist mit Myriaden von geschmückten Weihnachtsbäumen durchsetzt. Sogar in den kleinen Wartenischen vor den Sonographie-Räumen, oder im Durchgang zu den CTs und NMRs stehen zerrupfte Tannen mit ein bißchen Lamettaabfall und billigen Lichterketten.
Es würde mich nicht wundern, wenn in den Toiletten und den Umkleidekabinen auch „festlicher Christschmuck“ angebracht wäre.
Auf den Straßen gehe ich bereits meinem großen Hobby, dem Betrachten von Wahlkampfplakaten, nach. Immerhin ist hier in sieben Wochen Landtagswahl.
Wahlwerbungsmäßig gibt Hamburg derzeit ein ganz stimmiges Bild ab - es gibt bisher NUR Plakate der CDU und auch die sind alle gleich und bewerben Hamburgs korruptesten und miesesten Bürgerschaftsabgeordneten, Andreas C. Wankum; welcher erneut für den Wahlkreis 8 (Eppendorf/Winterhude) kandidiert.
Wenn man diese Plakate sieht, fragt man sich natürlich unwillkürlich, weshalb die CDU ausgerechnet Wankum als Posterboy inszeniert, statt ihn möglichst vor dem Wähler zu verstecken.
Ich kam zu dem Schluß, daß Wankum die Zeit, in der er zufällig gerade nicht mit einem Bein im Gefängnis steht, ausnutzen will.
Staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren gab es ja schließlich genug gegen ihn, sowohl wegen der Veruntreuung von CDU-Geldern, die er in seiner Zeit als CDU-Schatzmeister verschob, als auch wegen des Geschäftsgebarens seiner Privatfirma, die er letztendlich doch in den Konkurs steuerte.
Besonders bizarr seine Versuche sich die Mitgliedschaft im Zentralrat der Juden zu erschleichen, obwohl er gar kein Jude ist.
Daß gegen CDU-Größen ermittelt wird, weil sie sich scheinbar grundsätzlich nicht an das Gesetz halten, ist in Hamburg normal.
Im Oberstübchen fehlen zumindest immer ein paar Schräubchen, wenn man als Senator an Ole von Beusts Kabinettstisch saß.
Gerne auch mal werden Oles Ex-Senatoren depressiv, drogensüchtig und gründen neue Parteien - man erinnere sich an Bau- und Verkehrssenator Mario Mettbach (CDU, Schillpartei, STATT-Partei, PRO, später Suizidversuch), Justizsenator Kusch (später „Rechte Mitte Heimat Hamburg“, aktiv im Tötungsbusiness) und Innensenator Schill (auf Koks und auf Flucht vor der deutschen Justiz nach Rio de Janeiro abgesetzt).
Als Nächster reiht sich der gerade erst zurück getretene Finanzsenator Frigge ein, der demnächst für fünf Jahre im Knast brummen könnte, weil er zusammen mit CDU-Rheinland-Pfalz-Chef Böhr gute 400.000 Euro aus der CDU-Fraktionskasse in seine Privatkasse umleitete.
Die CDU-Rheinland-Pfalz ist inzwischen voll geständig und willigte ein die Strafe von 1,2 Mio Euo zu akzeptieren.
Die CDU-Hamburg kann sich getrost rühmen die schlechteste Regierung aller Zeiten zu führen. Die Affären und Skandale sind so vielfältig, daß man glatt den Überblick vergißt. Einiges geht auch komplett unter.
Scientology-Affäre: Im Wahlkampf 2008 brüstete sich die CDU mit der Forderung nach dem Verbot von Scientology. Zum Ärger der Amerikaner, die dadurch die Religionsfreiheit gefährdet sahen. Der damalige Innenstadtrat und heutige Bürgermeister Ahlhaus besuchte offensichtlich das US-Konsulat, um der Konsulin zu stecken, daß das Verbot in Wahrheit nicht kommen würde; die CDU verlange dies nur, um sich beim Wähler beliebt zu machen. Die CDU werde das Projekt nach der Wahl aber beerdigen.
So kam es dann auch, indem Bürgermeister Ahlhaus die bundesweit mit Abstand bekannteste Scientology-Bekämpferin Ursula Caberta absägte.
Seit 17 Jahren ist Ursula Caberta der Stachel im Fleisch von Scientology. Jetzt löst der Hamburger Senat ihre Sekten-Arbeitsgruppe auf. - Es liegen nur ein paar Schritte zwischen dem Büro des Hamburger Senators für Inneres und der Elb-Niederlassung von Scientology. Von daher können sich die Mitarbeiter der Innenbehörde demnächst selbst ein Bild machen, ob und wie die umstrittene Organisation auf die jüngsten Sparbeschlüsse aus ihrem Hause reagiert: Das Ressort von Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU), designierter Bürgermeister der Hansestadt, will die dort angesiedelte Arbeitsgruppe Scientology "umstrukturieren", wie die offizielle Lesart lautet. Weil dadurch 140.000 Euro jährlich eingespart werden sollen, befürchtet die Opposition, bei der Umstrukturierung handele es sich eher um die Auflösung der Einrichtung.
(Ralf Wiegart 17.08.2010)
Umwelthauptstadt Hamburg 2011-Lüge. Dieser Witz-Titel; erkämpft von einer grünen Partei, die 7000 Bäume in der Stadt abholzen ließ und die größte CO2-Dreckscheuder der Welt genehmigte, ist unter anderem aufgrund der Sponsorentätigkeit des AKW-Bauers Siemens so skandalös, daß nun der BUND unter Protest ausstieg.
Dr. No-Affäre. Der HSH-Nordbankchef, der eine Landesbank derartig in die Pleite geritten hat, daß Baffin, Hamburg und Schleswig-Holstein rund 30 Milliarden Steuer-Euros zuschießen mußten, darf eigentlich „nur“ 500.000 Euro im Jahr verdienen.
CDU-Bürgermeister und die CDU-Senatoren Peiner und Freytag schoben ihm Einstiegs- und Ausstiegs-Boni zu, so daß Nonnenmacher pro Tag 17.400 Gehalt kassierte.
Gute 2000 Euro Stundenlohn - während der Steuerzahler unter Megasparpaketen ächzt, die aufgelegt wurden, um die HSH-Nordbank-Verluste zu bezahlen.
Lustig auch die Neuenfelde-Geschichte:
Als die verlängerte Airbus-Werk-Startbahn gebaut werden sollte und dazu ein paar Naturschutzgebiete platt gemacht werden mußten, befürchtete die Stadt Einsprüche der angrenzenden Hausbesitzer und kaufte 44 Gebäude mit 77 Wohnungen einfach auf, um Airbus möglichst tief in den Hintern zu kriechen.
Während in Hamburg extreme Wohnungsnot herrscht, hat der Senat die 77 Neuenfelder Wohnungen eine Dekade verrotten lassen; 30 der 44 Gebäude stehen komplett leer.
Die CDU ist in den letzten 10 Jahren leider nicht dazu gekommen sich um die Wohnungen zu kümmern.
Nun kommt ein Behördengutachten zu dem Ergebnis, dass mehr als 30 Prozent der Häuser nicht saniert werden sollen.
"Bei mehr als 30 Prozent der Gebäude wäre die Sanierung teurer als ein Neubau", sagt Daniel Stricker, Sprecher der Finanzbehörde. "Das ist unwirtschaftlich." Die Instandsetzungskosten für alle weiteren Gebäude liege bei zwölf Millionen Euro.
Was nun in Neuenfelde passiert, ist nicht zuletzt durch den Bruch der Koalition wieder offen. Die GAL hatte im Koalitionsvertrag darauf gedrängt, dass die Gebäude in die Vermietung gehen. Die Finanzbehörde hatte sich lange dagegen gestemmt.
(MoPo 21.12.2010)
In der Disziplin sinnlos Steuergelder verplempern ist der Ahlhaus-Senat unübertroffen.
Lediglich die kleinen Straßen sind mit einer leicht rutschigen Schneematschpressschicht belegt, die dazu führt, daß kein Autofahrer mehr eine normale Geschwindigkeit einhält.
Entweder sie tuckern mit 10 km/h in der Mitte der Fahrbahn vor sich hin, oder aber sie rasen derartig drauf los, daß sie offensichtlich jemand umfahren wollen.
Weihnachten im Krankenhaus ist ja auch ganz nett, wie ich im UKE, der größten Hamburger Klinik feststellen konnte. Das Klinikgelände ist mit Myriaden von geschmückten Weihnachtsbäumen durchsetzt. Sogar in den kleinen Wartenischen vor den Sonographie-Räumen, oder im Durchgang zu den CTs und NMRs stehen zerrupfte Tannen mit ein bißchen Lamettaabfall und billigen Lichterketten.
Es würde mich nicht wundern, wenn in den Toiletten und den Umkleidekabinen auch „festlicher Christschmuck“ angebracht wäre.
Auf den Straßen gehe ich bereits meinem großen Hobby, dem Betrachten von Wahlkampfplakaten, nach. Immerhin ist hier in sieben Wochen Landtagswahl.
Wahlwerbungsmäßig gibt Hamburg derzeit ein ganz stimmiges Bild ab - es gibt bisher NUR Plakate der CDU und auch die sind alle gleich und bewerben Hamburgs korruptesten und miesesten Bürgerschaftsabgeordneten, Andreas C. Wankum; welcher erneut für den Wahlkreis 8 (Eppendorf/Winterhude) kandidiert.
Ich kam zu dem Schluß, daß Wankum die Zeit, in der er zufällig gerade nicht mit einem Bein im Gefängnis steht, ausnutzen will.
Staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren gab es ja schließlich genug gegen ihn, sowohl wegen der Veruntreuung von CDU-Geldern, die er in seiner Zeit als CDU-Schatzmeister verschob, als auch wegen des Geschäftsgebarens seiner Privatfirma, die er letztendlich doch in den Konkurs steuerte.
Besonders bizarr seine Versuche sich die Mitgliedschaft im Zentralrat der Juden zu erschleichen, obwohl er gar kein Jude ist.
Daß gegen CDU-Größen ermittelt wird, weil sie sich scheinbar grundsätzlich nicht an das Gesetz halten, ist in Hamburg normal.
Im Oberstübchen fehlen zumindest immer ein paar Schräubchen, wenn man als Senator an Ole von Beusts Kabinettstisch saß.
Gerne auch mal werden Oles Ex-Senatoren depressiv, drogensüchtig und gründen neue Parteien - man erinnere sich an Bau- und Verkehrssenator Mario Mettbach (CDU, Schillpartei, STATT-Partei, PRO, später Suizidversuch), Justizsenator Kusch (später „Rechte Mitte Heimat Hamburg“, aktiv im Tötungsbusiness) und Innensenator Schill (auf Koks und auf Flucht vor der deutschen Justiz nach Rio de Janeiro abgesetzt).
Als Nächster reiht sich der gerade erst zurück getretene Finanzsenator Frigge ein, der demnächst für fünf Jahre im Knast brummen könnte, weil er zusammen mit CDU-Rheinland-Pfalz-Chef Böhr gute 400.000 Euro aus der CDU-Fraktionskasse in seine Privatkasse umleitete.
Die CDU-Rheinland-Pfalz ist inzwischen voll geständig und willigte ein die Strafe von 1,2 Mio Euo zu akzeptieren.
Die CDU-Hamburg kann sich getrost rühmen die schlechteste Regierung aller Zeiten zu führen. Die Affären und Skandale sind so vielfältig, daß man glatt den Überblick vergißt. Einiges geht auch komplett unter.
Scientology-Affäre: Im Wahlkampf 2008 brüstete sich die CDU mit der Forderung nach dem Verbot von Scientology. Zum Ärger der Amerikaner, die dadurch die Religionsfreiheit gefährdet sahen. Der damalige Innenstadtrat und heutige Bürgermeister Ahlhaus besuchte offensichtlich das US-Konsulat, um der Konsulin zu stecken, daß das Verbot in Wahrheit nicht kommen würde; die CDU verlange dies nur, um sich beim Wähler beliebt zu machen. Die CDU werde das Projekt nach der Wahl aber beerdigen.
So kam es dann auch, indem Bürgermeister Ahlhaus die bundesweit mit Abstand bekannteste Scientology-Bekämpferin Ursula Caberta absägte.
Seit 17 Jahren ist Ursula Caberta der Stachel im Fleisch von Scientology. Jetzt löst der Hamburger Senat ihre Sekten-Arbeitsgruppe auf. - Es liegen nur ein paar Schritte zwischen dem Büro des Hamburger Senators für Inneres und der Elb-Niederlassung von Scientology. Von daher können sich die Mitarbeiter der Innenbehörde demnächst selbst ein Bild machen, ob und wie die umstrittene Organisation auf die jüngsten Sparbeschlüsse aus ihrem Hause reagiert: Das Ressort von Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU), designierter Bürgermeister der Hansestadt, will die dort angesiedelte Arbeitsgruppe Scientology "umstrukturieren", wie die offizielle Lesart lautet. Weil dadurch 140.000 Euro jährlich eingespart werden sollen, befürchtet die Opposition, bei der Umstrukturierung handele es sich eher um die Auflösung der Einrichtung.
(Ralf Wiegart 17.08.2010)
Umwelthauptstadt Hamburg 2011-Lüge. Dieser Witz-Titel; erkämpft von einer grünen Partei, die 7000 Bäume in der Stadt abholzen ließ und die größte CO2-Dreckscheuder der Welt genehmigte, ist unter anderem aufgrund der Sponsorentätigkeit des AKW-Bauers Siemens so skandalös, daß nun der BUND unter Protest ausstieg.
Dr. No-Affäre. Der HSH-Nordbankchef, der eine Landesbank derartig in die Pleite geritten hat, daß Baffin, Hamburg und Schleswig-Holstein rund 30 Milliarden Steuer-Euros zuschießen mußten, darf eigentlich „nur“ 500.000 Euro im Jahr verdienen.
CDU-Bürgermeister und die CDU-Senatoren Peiner und Freytag schoben ihm Einstiegs- und Ausstiegs-Boni zu, so daß Nonnenmacher pro Tag 17.400 Gehalt kassierte.
Gute 2000 Euro Stundenlohn - während der Steuerzahler unter Megasparpaketen ächzt, die aufgelegt wurden, um die HSH-Nordbank-Verluste zu bezahlen.
Lustig auch die Neuenfelde-Geschichte:
Als die verlängerte Airbus-Werk-Startbahn gebaut werden sollte und dazu ein paar Naturschutzgebiete platt gemacht werden mußten, befürchtete die Stadt Einsprüche der angrenzenden Hausbesitzer und kaufte 44 Gebäude mit 77 Wohnungen einfach auf, um Airbus möglichst tief in den Hintern zu kriechen.
Während in Hamburg extreme Wohnungsnot herrscht, hat der Senat die 77 Neuenfelder Wohnungen eine Dekade verrotten lassen; 30 der 44 Gebäude stehen komplett leer.
Die CDU ist in den letzten 10 Jahren leider nicht dazu gekommen sich um die Wohnungen zu kümmern.
Nun kommt ein Behördengutachten zu dem Ergebnis, dass mehr als 30 Prozent der Häuser nicht saniert werden sollen.
"Bei mehr als 30 Prozent der Gebäude wäre die Sanierung teurer als ein Neubau", sagt Daniel Stricker, Sprecher der Finanzbehörde. "Das ist unwirtschaftlich." Die Instandsetzungskosten für alle weiteren Gebäude liege bei zwölf Millionen Euro.
Was nun in Neuenfelde passiert, ist nicht zuletzt durch den Bruch der Koalition wieder offen. Die GAL hatte im Koalitionsvertrag darauf gedrängt, dass die Gebäude in die Vermietung gehen. Die Finanzbehörde hatte sich lange dagegen gestemmt.
(MoPo 21.12.2010)
In der Disziplin sinnlos Steuergelder verplempern ist der Ahlhaus-Senat unübertroffen.
Montag, 5. Juli 2010
Neues aus Hamburg
Derzeit werde ich so umfassend von der Römisch-Katholischen Kirche und der Bundesregierung entertained, daß ich fast den Blick auf meinen eigenen Hinterhof vergesse.
Das ist nicht gerechtfertigt, da sich die schwarz-grüne Hamburger Landesregierung unter dem notorisch amtsmüden Ole von Beust beim Stümpern ebenfalls alle Mühe gibt.
CDU-Regierung in Hamburg?
Für die etwas Älteren ist das immer noch ein ungewohnter Satz. Immerhin 44 Jahre am Stück hatte es SPD-Bürgermeister in der stolzen Hansestadt gegeben.
Nach diesen vier Dekaden war Hamburg zur reichsten Region ganz Europas geworden.
Zu dem Bundesland mit dem höchsten Pro Kopf-Einkommen und dem größten Pro-Kopf-Einzahler in den Länderfinanzausgleich.
Mit einer Abiturientenquote von nahezu 50% lag man weit vor dem angeblichen Musterbildungsland Bayern (35%).
Plötzlich wurde aber Ole von Beust Bürgermeister - obwohl Umfragen zeigten, daß die Wähler auf beinahe allen Politikfeldern den Sozialdemokraten eine sehr viel höhere Kompetenz zutrauten.
Wie kam das zustande?
Dazu muß man auf das Wahlergebnis vom 23.09.2001 blicken, das unmittelbar nach den WTC-Anschlägen ermittelt wurde: SPD = 36,5 % (46 Sitze), Grüne = 8,6 % (11 Sitze), CDU = 26,2 % (33 Sitze), FDP = 5,1 % (6 Sitze).
Nach einem schwarz-gelben Durchmarsch sieht das nun nicht gerade aus.
Aber es gab eben noch den quartalsirren, koksenden, korrupten, erpresserischen, rechtslastigen, xenophoben, kriminellen Ronald Schill. Den ultimativen Scharfmacher mit seinen 25 Sitzen, den Ole von Beust sich gleich als zweiten Bürgermeister ins Nest holte.
Das extremistische Enfant Terrible, das sich inzwischen auf der Flucht vor der Justiz nach Rio de Janeiro abgesetzt hat, durfte dann in Ole von Beusts Namen als Hamburger Innensenator binnen kürzester Zeit den Ruf der Stadt total ruinieren.
Schill regte Internierungslager für alle Ausländer an und wollte „von den Russen“ für die Hamburger Polizei das Gas erwerben, das am 23. Oktober 2002 im Moskauer Dubrowka-Theater für 130 Todesopfer gesorgt hatte. Der Beustsche Duz-Freund machte sich mit ausländerfeindlichen Attacken als Vertreter der Hamburger Regierung im Bundestag am 29. August 2002 zum Thema Oderflut in Ostdeutschland so lächerlich, daß ihm Präsidentin Anke Fuchs nach 15 Minütiger Überziehung seiner Redezeit schließlich das Mikrophon abstellte.
Schill hetzte gegen alles und jeden; Beust sonnte sich aber so in seinem Amt, daß er seinen Vize ungezügelt freien Lauf ließ.
Bis zu dem Zeitpunkt, als Schill sich gegen ihn selbst, gegen den gefühlten Gottkönig Hamburgs, seine Majestät Ole von Beust wandte.
Das mochte der feine Freiherr gar nicht und entließ Schill auf der Stelle.
Wieso ein offensichtlich psychiatrischer Fall wie Schill überhaupt jemals 25 Bürgerschaftssitze erringen konnte, erklärt sich schnell.
Der größenwahnsinnige Ex-Richter hatte im Schulterschluß mit der Springerpresse und dem Beust-Busenfreund Roger Kusch (dem späteren Justizsenator) eine noch nie dagewesene Jugendkriminalitätsangst-Kampagne losgetreten.
Man meinte, keinen Schritt mehr auf die Straße tun zu können, ohne sofort von Horden marodierender Ausländer überfallen, massakriert und vergewaltigt zu werden.
Beust hat keine Lust mehr und die Kriminalität in Hamburg ist kontinuierlich gestiegen - höher als sie unter der SPD je war.
Vor einem Jahr postete ich:
"Absoluter Notstand" an Hamburgs Polizeiwachen In den vergangenen drei Jahren wurden 226 Stellen abgebaut. Die Gewerkschaft der Polizei sieht die innere Sicherheit in Gefahr. Schon jetzt fehlten nahezu in allen Revieren Beamte. Die dort Dienst tuenden Polizisten hetzten "von Einsatz zu Einsatz, ohne die Chance zu haben, die Schreibarbeit zu erledigen". Im Vergleich zum Jahr 2006 verrichten heute insgesamt 226 Polizisten weniger ihren Dienst in den Kommissariaten.
(Jan-Eric Lindner, 4. November 2009)
Die Folgen sind wenig überraschend, so haben wir derzeit beispielsweise eine Rekordzahl an Wohnungseinbrüchen.
Im Juli 2009 hießt es in Springers Abendblatt, daß sich die Zahl der Einbrüche gegenüber dem Vorjahr verdoppelt habe:
Und der Trend scheint sich fortzusetzen, sagt Kriminaloberkommissar Heinz-Walter Johanßon, Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Harburg mit Blick auf die Kriminalstatistik. Anfang 2009 wurde eine deutliche Häufung von Einbrüchen festgestellt.
Nichts, das nicht noch zu übertreffen wäre.
Eine Meldung vom 24. Oktober lautet:
Trauriger Rekord: 182 Einbrüche in einer Woche!
182 Haus- und Wohnungseinbrüche verzeichnete die Polizei in der Woche vom 12. bis 18. Oktober - so viel wie in keiner Woche des bisherigen Jahres. Die neuerliche Steigerung der Fallzahlen - ein Vorbote der dunklen Jahreszeit? Die Ermittler der Soko "Haus- und Wohnungseinbruch" (HWE) registriert seit einigen Tagen einmal mehr eine hohe Zahl von Taten, die von jungen Mädchen begangen werden - Kindern von reisenden Familien, die sich stets nur für wenige Wochen in Hamburg aufhalten und ihren Lebensunterhalt aus Einbrüchen bestreiten.
1.) Inzwischen konzentriert sich die Hamburger Polizei nur noch auf die jede Nacht abgefackelten Autos, da es sich bei den Geschädigten vorzugsweise um gut Betuchte handelt.
Wenn man wie ich in der Innenstadt lebt, hat man seit einem Vierteljahr jede Nacht ein Apocalpyse-Now-Gefühl, weil permanent Polizeihubschrauber über der Stadt kreisen.
Der Effekt ist natürlich NULL.
Intern spricht die Polizei daher schon von der „Soko Sinnlos“!
200 Beamte jagen Nacht für Nacht die Autozündler in Hamburg. Ohne Erfolg: Wieder brannten Autos, wieder entkamen die Täter. Jetzt packt ein Beamter aus: „Diese Taktik bringt gar nichts!“
Seit zwei Monaten sind sie auf der Jagd. Jede Nacht. 200 Polizisten der Soko „Florian“, die Autobrandstifter fangen soll. Bisher ohne Erfolg. Polizeiintern wurde die Truppe schon umgetauft in „Soko Sinnlos“.
Am Dienstag brannten wieder neun Autos – diesmal in Hohenfelde. Jetzt packt in der MOPO ein Beamter aus, fordert den Stopp des Mega-Einsatzes, weil er zu einer extremen Überlastung der Polizei führt und nichts bringt. Im Gegenteil: Wer 110 wählt, muss bei Routineeinsätzen eventuell mehrere Stunden warten, bis ein Streifenwagen kommt.
(MoPo vor einem Monat)
2.) Vor drei Jahren meinte der schwarze CDU-Innensenator das Patentrezept gegen die exponentiell ansteigende Gewalt auf dem Kiez (also den paar Straßen rund um die weltberühmte Reeperbahn) gefunden zu haben.
Frei nach Stoiber hieß es „wir brauchen, wer, wie, was, wann, wo, warum, weshalb, wie, viiii, VIDEOüberwachung!“
Wären die betrunkenen Horden erst einmal unter Beobachtung, würden die Straftaten schon nachlassen - so die Logik des Hamburger Senats.
Für den Spotpreis von nur 700.000 Euro wurden 12 Kameras auf der Reeperbahn installiert. (offensichtlich Kameras aus purem Gold)
Heute legt die Innenbehörde eine „Wirksamkeitsanalyse“ dazu vor.
"Das Fallaufkommen in den ausgewählten Deliktsbereichen im videoüberwachten Bereich der Reeperbahn stieg im dritten Jahr der Videoüberwachung gegenüber dem Jahr vor Inbetriebnahme der Videoüberwachung um 32 Prozent." Besonders auffällig: Die Zahl der Körperverletzungen stieg von 2006 bis 2009 gar um 75 Prozent - innerhalb des eigentlich zur Abschreckung vor Straftaten eingerichteten Überwachungsbereichs. In der Umgebung dieses Bereichs stieg die Zahl um 46 Prozent.
[…] Im Überwachungsbereich zählten die Beamten im Jahr vor Errichtung des Kontrollbereichs 182 gefährliche und 369 einfache Körperverletzungen. Drei Jahre später waren es schon 239, bzw. 646 Fälle.
[…] Klar ist den Fahndern, dass Prügeleien unter jungen, alkoholisierten Kiezbesuchern nicht durch Kameras zu unterbinden sind. Auf Seite 21 der Wirksamkeitsanalyse heißt es: "Für den Bereich der Körperverletzungsdelikte ist ein Abschreckungseffekt in der Regel eher unwahrscheinlich."
(HH Abla)
Ein toller Erfolg also.
3.) Der Fall „Berhan I.“ Im Juni 2009 prügeln Berhan I.(17) und Onur K.(16) aus Hamburg-Wilhelmsburg einen 44-Jährigen Mann zu Tode, weil dieser sich weigert ihnen 20 Cent zu geben.
Gefasst werden die Täter schnell, aber leider ist die Stadt Hamburg nicht in der Lage zu einem juristischen Ergebnis zu kommen.
Im März dieses Jahres beginnt vor dem Landgericht der Prozess wegen Körperverletzung mit Todesfolge und versuchten Totschlags. Mitte April platzt der Prozess: Richtern Bianca N. sitzt wegen der Aschewolke in Spanien fest, schafft es nicht, auf anderem Wege nach Hamburg zu kommen. Ihre Kollegin Barbara M. will nicht auf eine lang geplante Reise verzichten – noch eine Richterin weniger. Fristen verstreichen, die Tatverdächtigen müssen aus der Haft entlassen werden. Die Familie des Opfers, Polizei und Politik reagieren mit Entsetzen. Der Prozess muss neu aufgerollt werden.
(Mopo)
Berhan I., ein offensichtlich nicht wirklich sympathisches Kerlchen, ist nun also wieder auf freiem Fuß und rockert weiter rum.
Letzte Woche hat er es fast geschafft seine „Freundin“ totzuprügeln.
Gemeinsam mit einem Kumpel lauert Berhan I. der jungen Frau auf dem Gelände der Berufsschule W8 an der Burgstraße (Borgfelde) auf. Das anfängliche Gespräch zwischen Berhan I. und Jenifer O. entwickelt sich schnell zu einem Streit. Plötzlich beginnt der 17-Jährige auf seine Freundin einzuprügeln, droht ihr, sie auf den Strich zu schicken. Er schlägt sie, reißt sie zu Boden, tritt ihr gegen den Kopf. Dann schleift er sie in Richtung Straße. Dort würgt Berhan die 18-Jährige. Polizeisprecher Andreas Schöpflin: „Erst als mehrere Lehrer der jungen Frau zu Hilfe eilten, ließ der 17-Jährige von seinem Opfer ab und flüchtete.“
Jenifer O. wird mit einem Wadenbeinbruch und Prellungen an Kopf und Oberkörper ins Krankenhaus gebracht und dort notoperiert.
(MoPo)
4.) Fall Elias A. (16) liegt ganz ähnlich. Der 16-Jährige hat eine Strafakte, die jeden Schwerverbrecher wie einen Engel dastehen läßt: Körperverletzung, schwerer Diebstahl, Hausfriedensbruch, mehrere Schulwechsel -seit seinem zehnten Lebensjahr ist Elias auffällig, wird als Intensivtäter eingestuft.
Insgesamt 20-mal ist schon gegen den Jugendlichen ermittelt worden, meist wegen Körperverletzungen.
Seit dem 11. August 2009 behandelte die Polizei Elias A., Schulschwänzer, Schläger und Mitglied der Gang "Neustädter Jungs", als Sonderfall - als einen Jugendlichen nämlich, für den es Gewohnheit geworden ist, Straftaten zu begehen.
[…] Die Staatsanwaltschaft nimmt Elias A. im Januar 2010 in das "Protäkt"-Programm für schwer kriminelle und gefährliche Jungen auf.
(Abla)
Im Mai tötet Elias A. den arglos vorbei gehenden Passanten Mel D - unter den Augen der Überwachungskameras im U-Bahnhof Jungfernstieg.
5., 6., etc)
Februar 2010: Zwei 20 Jahre alte Schläger treten einen 19-Jährigen in einem Linienbus in Bahrenfeld fast zu Tode, weil der sich über ihre laute Musik beschwert hat.
Januar 2010: Am U-Bahnhof Hagendeel in Lokstedt wird ein 18-Jähriger von einem 16-Jährigen in die Lunge gestochen.
Januar 2010: Vor Neugraben greift ein 14-Jähriger einen Rentner in einer S-Bahn an, verletzt ihn schwer.
Oktober 2009: Am Bahnhof Hammerbrook schlagen vier Jugendliche einen Mann bewusstlos und rauben ihn aus.
Juli 2009: Am S-Bahnhof Barmbek wird ein 15-Jähriger niedergestochen. Er überlebt die Tat nur knapp.
(Abla)
Das klappt wirklich toll mit der Eindämmung der Jugendkriminalität unter der CDU.
Nicht auszudenken, wie die Springerpresse getobt hätte, wenn auch nur die Hälfte der Fälle unter einem SPD-Senat passiert wäre.
Das ist nicht gerechtfertigt, da sich die schwarz-grüne Hamburger Landesregierung unter dem notorisch amtsmüden Ole von Beust beim Stümpern ebenfalls alle Mühe gibt.
CDU-Regierung in Hamburg?
Für die etwas Älteren ist das immer noch ein ungewohnter Satz. Immerhin 44 Jahre am Stück hatte es SPD-Bürgermeister in der stolzen Hansestadt gegeben.
Nach diesen vier Dekaden war Hamburg zur reichsten Region ganz Europas geworden.
Zu dem Bundesland mit dem höchsten Pro Kopf-Einkommen und dem größten Pro-Kopf-Einzahler in den Länderfinanzausgleich.
Mit einer Abiturientenquote von nahezu 50% lag man weit vor dem angeblichen Musterbildungsland Bayern (35%).
Plötzlich wurde aber Ole von Beust Bürgermeister - obwohl Umfragen zeigten, daß die Wähler auf beinahe allen Politikfeldern den Sozialdemokraten eine sehr viel höhere Kompetenz zutrauten.
Wie kam das zustande?
Dazu muß man auf das Wahlergebnis vom 23.09.2001 blicken, das unmittelbar nach den WTC-Anschlägen ermittelt wurde: SPD = 36,5 % (46 Sitze), Grüne = 8,6 % (11 Sitze), CDU = 26,2 % (33 Sitze), FDP = 5,1 % (6 Sitze).
Nach einem schwarz-gelben Durchmarsch sieht das nun nicht gerade aus.
Aber es gab eben noch den quartalsirren, koksenden, korrupten, erpresserischen, rechtslastigen, xenophoben, kriminellen Ronald Schill. Den ultimativen Scharfmacher mit seinen 25 Sitzen, den Ole von Beust sich gleich als zweiten Bürgermeister ins Nest holte.
Das extremistische Enfant Terrible, das sich inzwischen auf der Flucht vor der Justiz nach Rio de Janeiro abgesetzt hat, durfte dann in Ole von Beusts Namen als Hamburger Innensenator binnen kürzester Zeit den Ruf der Stadt total ruinieren.
Schill regte Internierungslager für alle Ausländer an und wollte „von den Russen“ für die Hamburger Polizei das Gas erwerben, das am 23. Oktober 2002 im Moskauer Dubrowka-Theater für 130 Todesopfer gesorgt hatte. Der Beustsche Duz-Freund machte sich mit ausländerfeindlichen Attacken als Vertreter der Hamburger Regierung im Bundestag am 29. August 2002 zum Thema Oderflut in Ostdeutschland so lächerlich, daß ihm Präsidentin Anke Fuchs nach 15 Minütiger Überziehung seiner Redezeit schließlich das Mikrophon abstellte.
Schill hetzte gegen alles und jeden; Beust sonnte sich aber so in seinem Amt, daß er seinen Vize ungezügelt freien Lauf ließ.
Bis zu dem Zeitpunkt, als Schill sich gegen ihn selbst, gegen den gefühlten Gottkönig Hamburgs, seine Majestät Ole von Beust wandte.
Das mochte der feine Freiherr gar nicht und entließ Schill auf der Stelle.
Wieso ein offensichtlich psychiatrischer Fall wie Schill überhaupt jemals 25 Bürgerschaftssitze erringen konnte, erklärt sich schnell.
Der größenwahnsinnige Ex-Richter hatte im Schulterschluß mit der Springerpresse und dem Beust-Busenfreund Roger Kusch (dem späteren Justizsenator) eine noch nie dagewesene Jugendkriminalitätsangst-Kampagne losgetreten.
Man meinte, keinen Schritt mehr auf die Straße tun zu können, ohne sofort von Horden marodierender Ausländer überfallen, massakriert und vergewaltigt zu werden.
Schnitt, neun Jahre später.
Beust hat keine Lust mehr und die Kriminalität in Hamburg ist kontinuierlich gestiegen - höher als sie unter der SPD je war.
Vor einem Jahr postete ich:
"Absoluter Notstand" an Hamburgs Polizeiwachen In den vergangenen drei Jahren wurden 226 Stellen abgebaut. Die Gewerkschaft der Polizei sieht die innere Sicherheit in Gefahr. Schon jetzt fehlten nahezu in allen Revieren Beamte. Die dort Dienst tuenden Polizisten hetzten "von Einsatz zu Einsatz, ohne die Chance zu haben, die Schreibarbeit zu erledigen". Im Vergleich zum Jahr 2006 verrichten heute insgesamt 226 Polizisten weniger ihren Dienst in den Kommissariaten.
(Jan-Eric Lindner, 4. November 2009)
Die Folgen sind wenig überraschend, so haben wir derzeit beispielsweise eine Rekordzahl an Wohnungseinbrüchen.
Im Juli 2009 hießt es in Springers Abendblatt, daß sich die Zahl der Einbrüche gegenüber dem Vorjahr verdoppelt habe:
Und der Trend scheint sich fortzusetzen, sagt Kriminaloberkommissar Heinz-Walter Johanßon, Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Harburg mit Blick auf die Kriminalstatistik. Anfang 2009 wurde eine deutliche Häufung von Einbrüchen festgestellt.
Nichts, das nicht noch zu übertreffen wäre.
Eine Meldung vom 24. Oktober lautet:
Trauriger Rekord: 182 Einbrüche in einer Woche!
182 Haus- und Wohnungseinbrüche verzeichnete die Polizei in der Woche vom 12. bis 18. Oktober - so viel wie in keiner Woche des bisherigen Jahres. Die neuerliche Steigerung der Fallzahlen - ein Vorbote der dunklen Jahreszeit? Die Ermittler der Soko "Haus- und Wohnungseinbruch" (HWE) registriert seit einigen Tagen einmal mehr eine hohe Zahl von Taten, die von jungen Mädchen begangen werden - Kindern von reisenden Familien, die sich stets nur für wenige Wochen in Hamburg aufhalten und ihren Lebensunterhalt aus Einbrüchen bestreiten.
Heute muß ich aktualisieren:
1.) Inzwischen konzentriert sich die Hamburger Polizei nur noch auf die jede Nacht abgefackelten Autos, da es sich bei den Geschädigten vorzugsweise um gut Betuchte handelt.
Wenn man wie ich in der Innenstadt lebt, hat man seit einem Vierteljahr jede Nacht ein Apocalpyse-Now-Gefühl, weil permanent Polizeihubschrauber über der Stadt kreisen.
Der Effekt ist natürlich NULL.
Intern spricht die Polizei daher schon von der „Soko Sinnlos“!
200 Beamte jagen Nacht für Nacht die Autozündler in Hamburg. Ohne Erfolg: Wieder brannten Autos, wieder entkamen die Täter. Jetzt packt ein Beamter aus: „Diese Taktik bringt gar nichts!“
Seit zwei Monaten sind sie auf der Jagd. Jede Nacht. 200 Polizisten der Soko „Florian“, die Autobrandstifter fangen soll. Bisher ohne Erfolg. Polizeiintern wurde die Truppe schon umgetauft in „Soko Sinnlos“.
Am Dienstag brannten wieder neun Autos – diesmal in Hohenfelde. Jetzt packt in der MOPO ein Beamter aus, fordert den Stopp des Mega-Einsatzes, weil er zu einer extremen Überlastung der Polizei führt und nichts bringt. Im Gegenteil: Wer 110 wählt, muss bei Routineeinsätzen eventuell mehrere Stunden warten, bis ein Streifenwagen kommt.
(MoPo vor einem Monat)
2.) Vor drei Jahren meinte der schwarze CDU-Innensenator das Patentrezept gegen die exponentiell ansteigende Gewalt auf dem Kiez (also den paar Straßen rund um die weltberühmte Reeperbahn) gefunden zu haben.
Frei nach Stoiber hieß es „wir brauchen, wer, wie, was, wann, wo, warum, weshalb, wie, viiii, VIDEOüberwachung!“
Wären die betrunkenen Horden erst einmal unter Beobachtung, würden die Straftaten schon nachlassen - so die Logik des Hamburger Senats.
Für den Spotpreis von nur 700.000 Euro wurden 12 Kameras auf der Reeperbahn installiert. (offensichtlich Kameras aus purem Gold)
Heute legt die Innenbehörde eine „Wirksamkeitsanalyse“ dazu vor.
"Das Fallaufkommen in den ausgewählten Deliktsbereichen im videoüberwachten Bereich der Reeperbahn stieg im dritten Jahr der Videoüberwachung gegenüber dem Jahr vor Inbetriebnahme der Videoüberwachung um 32 Prozent." Besonders auffällig: Die Zahl der Körperverletzungen stieg von 2006 bis 2009 gar um 75 Prozent - innerhalb des eigentlich zur Abschreckung vor Straftaten eingerichteten Überwachungsbereichs. In der Umgebung dieses Bereichs stieg die Zahl um 46 Prozent.
[…] Im Überwachungsbereich zählten die Beamten im Jahr vor Errichtung des Kontrollbereichs 182 gefährliche und 369 einfache Körperverletzungen. Drei Jahre später waren es schon 239, bzw. 646 Fälle.
[…] Klar ist den Fahndern, dass Prügeleien unter jungen, alkoholisierten Kiezbesuchern nicht durch Kameras zu unterbinden sind. Auf Seite 21 der Wirksamkeitsanalyse heißt es: "Für den Bereich der Körperverletzungsdelikte ist ein Abschreckungseffekt in der Regel eher unwahrscheinlich."
(HH Abla)
Ein toller Erfolg also.
3.) Der Fall „Berhan I.“ Im Juni 2009 prügeln Berhan I.(17) und Onur K.(16) aus Hamburg-Wilhelmsburg einen 44-Jährigen Mann zu Tode, weil dieser sich weigert ihnen 20 Cent zu geben.
Gefasst werden die Täter schnell, aber leider ist die Stadt Hamburg nicht in der Lage zu einem juristischen Ergebnis zu kommen.
Im März dieses Jahres beginnt vor dem Landgericht der Prozess wegen Körperverletzung mit Todesfolge und versuchten Totschlags. Mitte April platzt der Prozess: Richtern Bianca N. sitzt wegen der Aschewolke in Spanien fest, schafft es nicht, auf anderem Wege nach Hamburg zu kommen. Ihre Kollegin Barbara M. will nicht auf eine lang geplante Reise verzichten – noch eine Richterin weniger. Fristen verstreichen, die Tatverdächtigen müssen aus der Haft entlassen werden. Die Familie des Opfers, Polizei und Politik reagieren mit Entsetzen. Der Prozess muss neu aufgerollt werden.
(Mopo)
Berhan I., ein offensichtlich nicht wirklich sympathisches Kerlchen, ist nun also wieder auf freiem Fuß und rockert weiter rum.
Letzte Woche hat er es fast geschafft seine „Freundin“ totzuprügeln.
Gemeinsam mit einem Kumpel lauert Berhan I. der jungen Frau auf dem Gelände der Berufsschule W8 an der Burgstraße (Borgfelde) auf. Das anfängliche Gespräch zwischen Berhan I. und Jenifer O. entwickelt sich schnell zu einem Streit. Plötzlich beginnt der 17-Jährige auf seine Freundin einzuprügeln, droht ihr, sie auf den Strich zu schicken. Er schlägt sie, reißt sie zu Boden, tritt ihr gegen den Kopf. Dann schleift er sie in Richtung Straße. Dort würgt Berhan die 18-Jährige. Polizeisprecher Andreas Schöpflin: „Erst als mehrere Lehrer der jungen Frau zu Hilfe eilten, ließ der 17-Jährige von seinem Opfer ab und flüchtete.“
Jenifer O. wird mit einem Wadenbeinbruch und Prellungen an Kopf und Oberkörper ins Krankenhaus gebracht und dort notoperiert.
(MoPo)
4.) Fall Elias A. (16) liegt ganz ähnlich. Der 16-Jährige hat eine Strafakte, die jeden Schwerverbrecher wie einen Engel dastehen läßt: Körperverletzung, schwerer Diebstahl, Hausfriedensbruch, mehrere Schulwechsel -seit seinem zehnten Lebensjahr ist Elias auffällig, wird als Intensivtäter eingestuft.
Insgesamt 20-mal ist schon gegen den Jugendlichen ermittelt worden, meist wegen Körperverletzungen.
Seit dem 11. August 2009 behandelte die Polizei Elias A., Schulschwänzer, Schläger und Mitglied der Gang "Neustädter Jungs", als Sonderfall - als einen Jugendlichen nämlich, für den es Gewohnheit geworden ist, Straftaten zu begehen.
[…] Die Staatsanwaltschaft nimmt Elias A. im Januar 2010 in das "Protäkt"-Programm für schwer kriminelle und gefährliche Jungen auf.
(Abla)
Im Mai tötet Elias A. den arglos vorbei gehenden Passanten Mel D - unter den Augen der Überwachungskameras im U-Bahnhof Jungfernstieg.
5., 6., etc)
Februar 2010: Zwei 20 Jahre alte Schläger treten einen 19-Jährigen in einem Linienbus in Bahrenfeld fast zu Tode, weil der sich über ihre laute Musik beschwert hat.
Januar 2010: Am U-Bahnhof Hagendeel in Lokstedt wird ein 18-Jähriger von einem 16-Jährigen in die Lunge gestochen.
Januar 2010: Vor Neugraben greift ein 14-Jähriger einen Rentner in einer S-Bahn an, verletzt ihn schwer.
Oktober 2009: Am Bahnhof Hammerbrook schlagen vier Jugendliche einen Mann bewusstlos und rauben ihn aus.
Juli 2009: Am S-Bahnhof Barmbek wird ein 15-Jähriger niedergestochen. Er überlebt die Tat nur knapp.
(Abla)
Das klappt wirklich toll mit der Eindämmung der Jugendkriminalität unter der CDU.
Nicht auszudenken, wie die Springerpresse getobt hätte, wenn auch nur die Hälfte der Fälle unter einem SPD-Senat passiert wäre.
Donnerstag, 29. April 2010
Auch der hellste Politstern sinkt.
Di,Mi,Do-Bürgermeister von Beust hatte sich gedacht der Job als Hamburger Stadtvater würde ihm ein paar nette Jahre bescheren.
Lange Wochenenden auf Sylt, keine Einmischung in die Tagespolitik und zu den Glamour-Gelegenheiten als Repräsentationsonkel erscheinen.
So hatte sich das der feine hanseatische Freiherr gedacht.
Die Arbeitseinstellung erinnert an Guido Westerwelles Auffassung vom Außenministerjob. Auch er kam fachfremd und desinteressiert in das Edelministerium und faselte voin „ein paar schönen Jahre im Außenministerium."
Westerwelles Performance implodierte erheblich schneller als Beusts, da er völlig unflexibel ist. Der Rheinländer kann nur oppositionistisch rumzetern und beleidigt in seiner rechten Ecke hocken.
Der Hanseat ist wesentlich geschmeidiger und passt sich jeder politischen Verschiebung an, die ihn im Amt hält.
Ole „Ich kann eigentlich mit jedem“ von Beust regierte den 9 Jahren seiner Amtszeit schon mit der rechtsradikalen Schillpartei, der opportunistischen FDP, mit einer absoluten CDU-Mehrheit und nun mit den Rückgrat-entkernten Grünen.
Das Koalitions-Chamäleon schwebte stets so weit über den Dingen, daß er von den Hamburgern kaum für die Eseleien des Senats verantwortlich gemacht wurde - und wenn noch so viele Steuermilliarden von CDU-Finanzsenatoren bei windeigen Landesbanken versenkt wurde.
Doch auch die schönsten Zeiten gehen mal zu Ende.
Im neunten Regierungsjahr der Sphinx auf dem Bürgermeistersessel hat sich dann doch zu viel angestaut, um weiterhin als blondes Stadtfaktotum in demoskopischen Höhen der Wählerschwerkraft zu trotzen.
Zu viel unpopulärer Irrsinn braut sich inzwischen unter der Herrschaft Ole I. zusammen.
Die Schulreform hat keine Mehrheit, die Kosten von rund 400 Millionen Euro für die Elbphilharmonie (Versprochen waren einst unter 100 Millionen als Obergrenze für den Anteil der Stadt) nerven, wenn gleichzeitig „ aus Geldmangel“ die Kitapreise ordentlich raufgesetzt werden.
Auch das grüne Prestigeprojekt Straßenbahn, lockt die Hamburger nicht.
Nach einer Psephos-Umfrage für das Abendblatt lehnen 51 Prozent der Bürger den Bau ab, 41 Prozent votieren dafür. Besonders groß ist die Abneigung bei CDU-Wählern, die zu 62 Prozent Nein sagen.
Wer sich daran erinnert, weswegen Beust einst gewählt wurde, muß angesichts neuer Kriminalitätsstatistiken mit den Ohren schlackern.
Was hatten Rüpel Schill und CDU-Scheriff Roger Kusch Kriminalität dramatisiert!
Angeblich konnte keine Rentnerin länger als zwei Minuten auf der Straße sein, ohne ausgeraubt zu werden.
Kusch, der auch privat in Beusts Wohnung lebte, verkörperte den ganz harten Hund Oles.
Was ist geblieben von den Ankündigungen, daß die CDU aufräumen werde?
Ex-Innensenator Schill befindet sich auch der Flucht vor der Polizei im Koks-Sumpf von Rio, Ex-Justizsenator Kusch hat ebenfalls Ärger mit der Staatsanwaltschaft und ist nicht mehr CDU-Mitglied.
Aus dem Trio Infernale ist nur noch Beust übrig.
Guckt man 2010 auf die Kriminalitätsraten, erscheinen die 2001er Verhältnisse unter SPD-Innensenatoren geradezu paradiesisch.
41 Prozent mehr Fälle als im Vorjahr. Die Aufklärungsrate sinkt weiter. SPD: "Ein erschreckender Trend." Hamburg verkommt zum Einbrecher-Paradies! Seit Jahren steigen die Fallzahlen - doch in diesem Winter waren besonders viele Kriminelle unterwegs. Die Polizei hat für das erste Quartal (Januar-März) 41,3 Prozent mehr Einbrüche registriert als für den gleichen Vorjahreszeitraum. Parallel halbierte sich die Aufklärungsquote!
2499 Einbrüche und Einbruchsversuche gab es im ersten Quartal. Das sind 731 mehr als im Vorjahr. Doch aufgeklärt wurden sogar weniger als 2009. Nur in 111 Fällen konnten die Täter ermittelt werden. Damit sank die Aufklärungsquote von 9,0 auf 4,4 Prozent.
(MoPo)
Das Springersche Abendblatt, das immer als Beust-Werbeplattform agierte, teilt darüber hinaus mit, daß der am meisten betroffene Stadtteil natürlich der ist, in dem ich wohne.
Dort „ist es besonders dramatisch“. Um 160 % stiegen dort die Fallzahlen seit 2009 - das entspricht 39 Einbrüchen in meinem Stadtteil innerhalb von nur drei Monaten.
Der Trend steigt steil an. 2008 wies die Statistik 6811 Einbrüche aus. Das waren gut 19 Prozent mehr als im Vorjahr. 2009 stieg die Zahl auf 7006 (plus 2,9 Prozent).
Die SPD gibt zu bedenken, daß diese Entwicklung den Bürgern Angst mache.
Die CDU; die im Wahlkampf 2001 gar nicht laut genug kreischen konnte, wiegelt jetzt ab:
"Die Einbruchszahlen des ersten Quartals sind zwar hoch, jedoch nicht dafür geeignet, den Menschen Angst zu machen", sagt Innenbehördensprecher Ralf Kunz. "Seriöserweise gibt die Polizei bei Einbrüchen keine Quartalszahlen heraus, da diese immer Schwankungen unterliegen. Ein Gesamtjahresüberblick ist aussagekräftiger."
Der Lichtblick ist allerdings, daß die Hamburger Wähler mit nur einer geringen Zeitverzögerung von fast einer Dekade auch bemerken, daß Ole alles liegen läßt, sich faul aus allem raushält, während es mit der Stadt bergab geht.
Seine demoskopische Mehrheit ist futsch und selbst bei den persönlichen Werten liegt Sprödix Scholz von der SPD vor Ole.
Nach einer neuen Abendblatt-Umfrage hat die SPD erstmals seit 2002 die CDU überholt. 41 Prozent sind für von Beust, 44 Prozent für Scholz. […] Wenn am Sonntag Bürgerschaftswahl wäre, würden 34 Prozent für die CDU, aber 37 Prozent für die SPD votieren. Auf die GAL entfielen zehn Prozent, die Linke und die FDP kämen jeweils auf acht Prozent. Schwarz-Grün hätte keine Mehrheit mehr.
Mal sehen, ob sich der Trend bis zur Hamburg-Wahl Ende 2012 hält.
Lange Wochenenden auf Sylt, keine Einmischung in die Tagespolitik und zu den Glamour-Gelegenheiten als Repräsentationsonkel erscheinen.
So hatte sich das der feine hanseatische Freiherr gedacht.
Die Arbeitseinstellung erinnert an Guido Westerwelles Auffassung vom Außenministerjob. Auch er kam fachfremd und desinteressiert in das Edelministerium und faselte voin „ein paar schönen Jahre im Außenministerium."
Westerwelles Performance implodierte erheblich schneller als Beusts, da er völlig unflexibel ist. Der Rheinländer kann nur oppositionistisch rumzetern und beleidigt in seiner rechten Ecke hocken.
Der Hanseat ist wesentlich geschmeidiger und passt sich jeder politischen Verschiebung an, die ihn im Amt hält.
Ole „Ich kann eigentlich mit jedem“ von Beust regierte den 9 Jahren seiner Amtszeit schon mit der rechtsradikalen Schillpartei, der opportunistischen FDP, mit einer absoluten CDU-Mehrheit und nun mit den Rückgrat-entkernten Grünen.
Das Koalitions-Chamäleon schwebte stets so weit über den Dingen, daß er von den Hamburgern kaum für die Eseleien des Senats verantwortlich gemacht wurde - und wenn noch so viele Steuermilliarden von CDU-Finanzsenatoren bei windeigen Landesbanken versenkt wurde.
Doch auch die schönsten Zeiten gehen mal zu Ende.
Im neunten Regierungsjahr der Sphinx auf dem Bürgermeistersessel hat sich dann doch zu viel angestaut, um weiterhin als blondes Stadtfaktotum in demoskopischen Höhen der Wählerschwerkraft zu trotzen.
Zu viel unpopulärer Irrsinn braut sich inzwischen unter der Herrschaft Ole I. zusammen.
Die Schulreform hat keine Mehrheit, die Kosten von rund 400 Millionen Euro für die Elbphilharmonie (Versprochen waren einst unter 100 Millionen als Obergrenze für den Anteil der Stadt) nerven, wenn gleichzeitig „ aus Geldmangel“ die Kitapreise ordentlich raufgesetzt werden.
Auch das grüne Prestigeprojekt Straßenbahn, lockt die Hamburger nicht.
Nach einer Psephos-Umfrage für das Abendblatt lehnen 51 Prozent der Bürger den Bau ab, 41 Prozent votieren dafür. Besonders groß ist die Abneigung bei CDU-Wählern, die zu 62 Prozent Nein sagen.
Wer sich daran erinnert, weswegen Beust einst gewählt wurde, muß angesichts neuer Kriminalitätsstatistiken mit den Ohren schlackern.
Was hatten Rüpel Schill und CDU-Scheriff Roger Kusch Kriminalität dramatisiert!
Angeblich konnte keine Rentnerin länger als zwei Minuten auf der Straße sein, ohne ausgeraubt zu werden.
Kusch, der auch privat in Beusts Wohnung lebte, verkörperte den ganz harten Hund Oles.
Was ist geblieben von den Ankündigungen, daß die CDU aufräumen werde?
Ex-Innensenator Schill befindet sich auch der Flucht vor der Polizei im Koks-Sumpf von Rio, Ex-Justizsenator Kusch hat ebenfalls Ärger mit der Staatsanwaltschaft und ist nicht mehr CDU-Mitglied.
Aus dem Trio Infernale ist nur noch Beust übrig.
Guckt man 2010 auf die Kriminalitätsraten, erscheinen die 2001er Verhältnisse unter SPD-Innensenatoren geradezu paradiesisch.
41 Prozent mehr Fälle als im Vorjahr. Die Aufklärungsrate sinkt weiter. SPD: "Ein erschreckender Trend." Hamburg verkommt zum Einbrecher-Paradies! Seit Jahren steigen die Fallzahlen - doch in diesem Winter waren besonders viele Kriminelle unterwegs. Die Polizei hat für das erste Quartal (Januar-März) 41,3 Prozent mehr Einbrüche registriert als für den gleichen Vorjahreszeitraum. Parallel halbierte sich die Aufklärungsquote!
2499 Einbrüche und Einbruchsversuche gab es im ersten Quartal. Das sind 731 mehr als im Vorjahr. Doch aufgeklärt wurden sogar weniger als 2009. Nur in 111 Fällen konnten die Täter ermittelt werden. Damit sank die Aufklärungsquote von 9,0 auf 4,4 Prozent.
(MoPo)
Das Springersche Abendblatt, das immer als Beust-Werbeplattform agierte, teilt darüber hinaus mit, daß der am meisten betroffene Stadtteil natürlich der ist, in dem ich wohne.
Dort „ist es besonders dramatisch“. Um 160 % stiegen dort die Fallzahlen seit 2009 - das entspricht 39 Einbrüchen in meinem Stadtteil innerhalb von nur drei Monaten.
Der Trend steigt steil an. 2008 wies die Statistik 6811 Einbrüche aus. Das waren gut 19 Prozent mehr als im Vorjahr. 2009 stieg die Zahl auf 7006 (plus 2,9 Prozent).
Die SPD gibt zu bedenken, daß diese Entwicklung den Bürgern Angst mache.
Die CDU; die im Wahlkampf 2001 gar nicht laut genug kreischen konnte, wiegelt jetzt ab:
"Die Einbruchszahlen des ersten Quartals sind zwar hoch, jedoch nicht dafür geeignet, den Menschen Angst zu machen", sagt Innenbehördensprecher Ralf Kunz. "Seriöserweise gibt die Polizei bei Einbrüchen keine Quartalszahlen heraus, da diese immer Schwankungen unterliegen. Ein Gesamtjahresüberblick ist aussagekräftiger."
Der Lichtblick ist allerdings, daß die Hamburger Wähler mit nur einer geringen Zeitverzögerung von fast einer Dekade auch bemerken, daß Ole alles liegen läßt, sich faul aus allem raushält, während es mit der Stadt bergab geht.
Seine demoskopische Mehrheit ist futsch und selbst bei den persönlichen Werten liegt Sprödix Scholz von der SPD vor Ole.
Nach einer neuen Abendblatt-Umfrage hat die SPD erstmals seit 2002 die CDU überholt. 41 Prozent sind für von Beust, 44 Prozent für Scholz. […] Wenn am Sonntag Bürgerschaftswahl wäre, würden 34 Prozent für die CDU, aber 37 Prozent für die SPD votieren. Auf die GAL entfielen zehn Prozent, die Linke und die FDP kämen jeweils auf acht Prozent. Schwarz-Grün hätte keine Mehrheit mehr.
Mal sehen, ob sich der Trend bis zur Hamburg-Wahl Ende 2012 hält.
Freitag, 6. November 2009
Alles eine Frage der Betrachtung
Man sollte wirklich auch mal würdigen, wie sehr ich mich zusammenreißen kann!
Obwohl ich Hamburger bin, Lokalpatriotischer noch dazu, ertrage sich seit 2001 Deutschlands faulsten Regierungschef als Bürgermeister, ohne deshalb JEDEN Tag in diesem Blog laut aufzuschreien.
Es ist auch ruhig geworden um den Meister der Stümperhaftigkeit im Bürgermeisterbüro.
Jetzt ist es aber mal wieder so weit.
Was hatten Springersche Medien der Hansestadt noch vor der Bundestagswahl geunkt, daß Ole von Beust in die nächste Bundesregierung eintreten werde - als engster Vertrauter und Freund Angela Merkels, könne sie ja gewissermaßen gar nicht ohne ihn auskommen.
Was daraus geworden ist, wissen wir jetzt.
Obwohl Merkels Fachkompetenzansprüche offensichtlich irgendwo auf dem Niveau Teppichkante liegen, verzichtete sie dann doch lieber auf den Sylter Bürgermeister von Beust.
Und wie sieht es eigentlich an der Heimatfront aus für den Regierungschef, der den größtmöglichen Wählerbetrug auf Landesebene gleich zweimal durchführte, indem er sich um eindeutige Volksentscheide (Verkauf der landeseigenen Krankenhäuser, Wahlrechtsreform) hinwegsetzte - zum Schaden Hamburgs und zum Nutzen der CDU?
Immer noch ist der Erste Bürgermeister der größten Hansestadt Deutschlands damit beschäftigt die mühsam aufgebaute Spitzenstellung in ganz Europa, die Hamburg unter 44 Jahren SPD-Herrschaft gewonnen hatte, abzutragen.
Wir werden mittelmäßiger und mittelmäßiger.
Große Firmen und Verlassen reihenweise die Stadt, weil es keine kompetente Wirtschaftsförderung mehr gibt, die soziale Spaltung ist größer als in jedem anderen Bundesland, das Stadtbild wird verschandelt durch den schwarz-grünen Baumfällerwahn und durch Oles Prestige-Geprotze, wie zum Beispiel die grauenvoll misslungene Europapassage, für die Beusts Epigone Hadi Teherani 11 der schönsten alten Kontorhäuser an der Binnenalster wegrockern durfte.
Auch weiterhin werden die Milliarden für Oles Prunksucht rausgehauen - Elbphilharmonie, Hafencity-U-Bahn, Straßenbahn - Geld spielt keine Rolle, wenn es darum geht sich selbst Denkmäler zu setzen.
Die Milliarden werden nur so aus dem Fenster geworfen, seitdem die fachfremden CDU-Senatoren Peiner und Freytag im Aufsichtsrat der HSH-Nordbank so sehr debakulierten, daß die Stadt Hamburg eine Finanzspritze von drei Milliarden Euro plus einer Bürgschaft von zehn Milliarden locker machen mußte.
Milliarden werden gehandhabt wie Spielgeld.
Nur bei den Millionen wird genauer hingesehen - jedenfalls wenn es darum geht CDU-Spezies wie HSH-Chef Nonnenmacher mit ein paar Bonus-Millönchen zu versehen.
Daß Banken, die nur Dank staatlicher Transfers existieren können, ihren Managern nicht mehr als 500.000 Euro Gehalt zahlen dürfen, ficht einen Ole von Beust nicht an.
Der Teflon-Mann kann es sich leisten.
Hamburgs Wähler assoziieren ihn ohnehin nicht mit der Regierung und wählen ihn tumb immer wieder.
Schwarz-Grün hat Hamburg in eine nie dagewesene Verschuldung getrieben:
Ticktack. Die Schuldenuhr tickt unerbittlicher denn je. Um 335 Euro pro Sekunde! Täglich wächst der Schuldenberg um 29 Millionen Euro. Allein die Zinszahlungen drohen die nächsten Generationen zu erdrücken. Schon jetzt gibt die Stadt jeden zehnten Euro für Zinsen aus. Eine Milliarde pro Jahr! Mittelfristig wird diese Summe noch mal um 250 Millionen Euro steigen - dank des neuen 5,2 Milliarden-Euro-Kreditpakets von CDU und GAL.
(MoPo)
Einem kann nur schwindelig werden von dem Finanzdesaster, das die Schwarzen in Hamburg angerichtet haben:
SPD-Finanzexperte Peter Tschentscher hält eine Rückzahlung zwar für "völlig unrealistisch", doch selbst wenn es so käme, würden Hamburgs Bürger bis 2067 diesen Kredit abzahlen. Und allein für Zinsen 7,85 Milliarden Euro löhnen, also weit mehr als für den Kredit…….. Noch absurder wird der Zins-Wahnsinn bei einem Blick auf Hamburgs ganzen Schuldenberg, der demnächst auf 27 Milliarden anwächst (und das ohne Schattenhaushalte, die HSH-Nordbank etc.). "Geht man von 100 Millionen Euro Tilgung pro Jahr aus, dann zahlen wir im Jahr 2285 die letzte Rate", sagt Marcel Schweitzer vom Steuerzahlerbund. "Für die 27 Milliarden Euro Kredite sind bis dahin 183 Milliarden Euro an Zinsen fällig."
Wohin das Geld verschwindet wissen wir - es geht drauf für sagenhafte Bank-Fehlentscheidungen der Finanzsenatoren und private Baudenkmäler für den Bürgermeister, wie die Elbphilharmonie.
Woher das Geld genommen wird (außer durch neue Verschuldung) ist ebenso wenig geheimnisvoll.
Es trifft zum Beispiel die Schulen.
Wir haben zwar schon das schlechteste und ineffizienteste Bildungssystem ganz Europas und einen eklatanten Lehrermangel, aber die grüne Schulsenatorin legt bei der Verdummung der nächsten Generation noch eine Schippe drauf:
In der Vergangenheit hatte Bürgermeister Ole von Beust (CDU) die Schulen immer wieder zum Prioritätsbereich erklärt. Doch nach WELT-Informationen soll nun auch die Schulbehörde ihren Sparbeitrag leisten - durch Personalabbau. "Dort wird richtig gespart", so ein Politiker, "auch wenn es zunächst immer hieß, dieser Bereich werde ausgenommen." Fest steht, dass man sich einen Sparbeitrag aus dem gekündigten Gastschulabkommen mit Schleswig-Holstein erhofft, das mit verbesserten Konditionen neu verhandelt werden und bis zu 20 Millionen Euro bringen soll. ……Es dürfte sich um 250 bis 300 Lehrer handeln. Über den Daumen gepeilt werde es an den Gymnasien nach Einschätzung aus Koalitionskreisen Überkapazitäten in Höhe von zwei bis drei Lehrern pro Schule geben - bei insgesamt 69 Gymnasien in der Hansestadt.
(Welt)
Wir kennen das ja - nachdem die CDU im Wahlkampf 2001 versprach 1000 neue Lehrer einzustellen, hatte sie nach gewonnener Wahl stattdessen 800 Lehrer entlassen.
Wie konnte eigentlich so ein unfähiger Aufschneider wie Ole von Beust jemals Bürgermeister werden, fragt man sich.
Das ist leicht zu beantworten - mithilfe seiner privaten PR-Agentur (BILD, Welt, Hamburger Abendblatt) entfesselte Beust damals eine beispiellose Angstkampagne.
Es gab nur noch ein alles dominierendes Thema: Kriminalität.
Den Wähler wurde erfolgreich suggeriert, daß Hamburg die unsicherste Stadt Deutschlands sei, daß die arme Rentnerin kaum noch Chancen hätte ihre Einkäufe zu erledigen, ohne von einer marodierenden Bande ausgeraubt zu werden.
Die Ultrahardliner Kusch (CDU - ab 2001 Justizsenator und Beusts „Mieter“) und Schill (Schill-Partei - ab 2001 Innensenator) übertrafen sich gegenseitig mit Radikalideen:
Internierungslager für Ausländer, Russisches Giftgas gegen Demonstranten, Brechmitteleinsatz, Anschaffung neuer Polizeiautos (Mercedes statt Opel!), Abmontierung von Spritzenautomaten, um die Drogensüchtigen auch ganz sicher mit HIV zu infizieren, etc pp.
Kriminalität, Kriminalität, Kriminalität.
Die größte Wunderwaffe sollten aber mehr Polizisten sein.
Viel mehr.
Viel präsenter und vor allem auch viel präsentabler!
Statt der alten Kleidung in beige und grün, bekamen sie alle neue Uniformen.
Nun gibt es sie in schwarz/dunkelblau und sehr viel martialischer.
Robocop - und zwar auf Figur geschnitten. Alle Polizeifahrzeuge wurden von grün auf blau umgespritzt.
Man weiß ja, daß der gemeine Kriminelle erheblich einfänglicher ist, wenn man ihm in einem blauen Wagen verfolgt.
Mit den Polizeistellen verfuhr man wie mit den Lehrerstellen - statt der versprochenen MEHR POLIZISTEN, sparte die law-and-order-CDU lieber Stellen ein.
Sogar Oles Hausblatt machte jüngst mit alarmistischen Meldungen auf:
"Absoluter Notstand" an Hamburgs Polizeiwachen In den vergangenen drei Jahren wurden 226 Stellen abgebaut. Die Gewerkschaft der Polizei sieht die innere Sicherheit in Gefahr. Schon jetzt fehlten nahezu in allen Revieren Beamte. Die dort Dienst tuenden Polizisten hetzten "von Einsatz zu Einsatz, ohne die Chance zu haben, die Schreibarbeit zu erledigen". Im Vergleich zum Jahr 2006 verrichten heute insgesamt 226 Polizisten weniger ihren Dienst in den Kommissariaten.
(Jan-Eric Lindner, 4. November 2009)
Die Folgen sind wenig überraschend, so haben wir derzeit beispielsweise eine Rekordzahl an Wohnungseinbrüchen.
Im Juli 2009 hießt es in Springers Abendblatt, daß sich die Zahl der Einbrüche gegenüber dem Vorjahr verdoppelt habe:
Und der Trend scheint sich fortzusetzen, sagt Kriminaloberkommissar Heinz-Walter Johanßon, Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Harburg mit Blick auf die Kriminalstatistik. Anfang 2009 wurde eine deutliche Häufung von Einbrüchen festgestellt.
Nichts, das nicht noch zu übertreffen wäre.
Eine Meldung vom 24. Oktober lautet:
Trauriger Rekord: 182 Einbrüche in einer Woche!
182 Haus- und Wohnungseinbrüche verzeichnete die Polizei in der Woche vom 12. bis 18. Oktober - so viel wie in keiner Woche des bisherigen Jahres. Die neuerliche Steigerung der Fallzahlen - ein Vorbote der dunklen Jahreszeit? Die Ermittler der Soko "Haus- und Wohnungseinbruch" (HWE) registriert seit einigen Tagen einmal mehr eine hohe Zahl von Taten, die von jungen Mädchen begangen werden - Kindern von reisenden Familien, die sich stets nur für wenige Wochen in Hamburg aufhalten und ihren Lebensunterhalt aus Einbrüchen bestreiten.
Daß in Hamburg mitunter mehr als ein Dutzend Autos pro Nacht abgefackelt werden, sei nur am Rande erwähnt:
So schlimm war's noch nie! Es ist die größte Anschlagsserie auf Autos in der Geschichte Hamburgs: Unbekannte haben in der Nacht zu gestern in der Hansestadt und in Norderstedt Autos angezündet. 16 (!) Fahrzeuge gingen in Flammen auf.
MALTE STEINHOFF am 29.10.
Wenn es auch nur ein Viertel dieser Zahlen unter einem SPD-Senat gäbe, würden BILD und ihre Springerschen Schwesterblätter Amok laufen.
Das haben wir erlebt. Der Springersche 90%-Marktanteil bei den Hamburger Tageszeitungen war stark genug, um im Alleingang die CDU an die Macht zu bringen.
Jetzt, im November 2009, ist die BILD hingegen ganz still.
Rekordkriminalität und Polizistenmangel sind kein Thema.
Das hat einen Grund: Die CDU regiert ja schon und solange die an der Macht sind, kann passieren, was will.
Obwohl ich Hamburger bin, Lokalpatriotischer noch dazu, ertrage sich seit 2001 Deutschlands faulsten Regierungschef als Bürgermeister, ohne deshalb JEDEN Tag in diesem Blog laut aufzuschreien.
Es ist auch ruhig geworden um den Meister der Stümperhaftigkeit im Bürgermeisterbüro.
Jetzt ist es aber mal wieder so weit.
Was hatten Springersche Medien der Hansestadt noch vor der Bundestagswahl geunkt, daß Ole von Beust in die nächste Bundesregierung eintreten werde - als engster Vertrauter und Freund Angela Merkels, könne sie ja gewissermaßen gar nicht ohne ihn auskommen.
Was daraus geworden ist, wissen wir jetzt.
Obwohl Merkels Fachkompetenzansprüche offensichtlich irgendwo auf dem Niveau Teppichkante liegen, verzichtete sie dann doch lieber auf den Sylter Bürgermeister von Beust.
Und wie sieht es eigentlich an der Heimatfront aus für den Regierungschef, der den größtmöglichen Wählerbetrug auf Landesebene gleich zweimal durchführte, indem er sich um eindeutige Volksentscheide (Verkauf der landeseigenen Krankenhäuser, Wahlrechtsreform) hinwegsetzte - zum Schaden Hamburgs und zum Nutzen der CDU?
Immer noch ist der Erste Bürgermeister der größten Hansestadt Deutschlands damit beschäftigt die mühsam aufgebaute Spitzenstellung in ganz Europa, die Hamburg unter 44 Jahren SPD-Herrschaft gewonnen hatte, abzutragen.
Wir werden mittelmäßiger und mittelmäßiger.
Große Firmen und Verlassen reihenweise die Stadt, weil es keine kompetente Wirtschaftsförderung mehr gibt, die soziale Spaltung ist größer als in jedem anderen Bundesland, das Stadtbild wird verschandelt durch den schwarz-grünen Baumfällerwahn und durch Oles Prestige-Geprotze, wie zum Beispiel die grauenvoll misslungene Europapassage, für die Beusts Epigone Hadi Teherani 11 der schönsten alten Kontorhäuser an der Binnenalster wegrockern durfte.
Auch weiterhin werden die Milliarden für Oles Prunksucht rausgehauen - Elbphilharmonie, Hafencity-U-Bahn, Straßenbahn - Geld spielt keine Rolle, wenn es darum geht sich selbst Denkmäler zu setzen.
Die Milliarden werden nur so aus dem Fenster geworfen, seitdem die fachfremden CDU-Senatoren Peiner und Freytag im Aufsichtsrat der HSH-Nordbank so sehr debakulierten, daß die Stadt Hamburg eine Finanzspritze von drei Milliarden Euro plus einer Bürgschaft von zehn Milliarden locker machen mußte.
Milliarden werden gehandhabt wie Spielgeld.
Nur bei den Millionen wird genauer hingesehen - jedenfalls wenn es darum geht CDU-Spezies wie HSH-Chef Nonnenmacher mit ein paar Bonus-Millönchen zu versehen.
Daß Banken, die nur Dank staatlicher Transfers existieren können, ihren Managern nicht mehr als 500.000 Euro Gehalt zahlen dürfen, ficht einen Ole von Beust nicht an.
Der Teflon-Mann kann es sich leisten.
Hamburgs Wähler assoziieren ihn ohnehin nicht mit der Regierung und wählen ihn tumb immer wieder.
Schwarz-Grün hat Hamburg in eine nie dagewesene Verschuldung getrieben:
Ticktack. Die Schuldenuhr tickt unerbittlicher denn je. Um 335 Euro pro Sekunde! Täglich wächst der Schuldenberg um 29 Millionen Euro. Allein die Zinszahlungen drohen die nächsten Generationen zu erdrücken. Schon jetzt gibt die Stadt jeden zehnten Euro für Zinsen aus. Eine Milliarde pro Jahr! Mittelfristig wird diese Summe noch mal um 250 Millionen Euro steigen - dank des neuen 5,2 Milliarden-Euro-Kreditpakets von CDU und GAL.
(MoPo)
Einem kann nur schwindelig werden von dem Finanzdesaster, das die Schwarzen in Hamburg angerichtet haben:
SPD-Finanzexperte Peter Tschentscher hält eine Rückzahlung zwar für "völlig unrealistisch", doch selbst wenn es so käme, würden Hamburgs Bürger bis 2067 diesen Kredit abzahlen. Und allein für Zinsen 7,85 Milliarden Euro löhnen, also weit mehr als für den Kredit…….. Noch absurder wird der Zins-Wahnsinn bei einem Blick auf Hamburgs ganzen Schuldenberg, der demnächst auf 27 Milliarden anwächst (und das ohne Schattenhaushalte, die HSH-Nordbank etc.). "Geht man von 100 Millionen Euro Tilgung pro Jahr aus, dann zahlen wir im Jahr 2285 die letzte Rate", sagt Marcel Schweitzer vom Steuerzahlerbund. "Für die 27 Milliarden Euro Kredite sind bis dahin 183 Milliarden Euro an Zinsen fällig."
Wohin das Geld verschwindet wissen wir - es geht drauf für sagenhafte Bank-Fehlentscheidungen der Finanzsenatoren und private Baudenkmäler für den Bürgermeister, wie die Elbphilharmonie.
Woher das Geld genommen wird (außer durch neue Verschuldung) ist ebenso wenig geheimnisvoll.
Es trifft zum Beispiel die Schulen.
Wir haben zwar schon das schlechteste und ineffizienteste Bildungssystem ganz Europas und einen eklatanten Lehrermangel, aber die grüne Schulsenatorin legt bei der Verdummung der nächsten Generation noch eine Schippe drauf:
In der Vergangenheit hatte Bürgermeister Ole von Beust (CDU) die Schulen immer wieder zum Prioritätsbereich erklärt. Doch nach WELT-Informationen soll nun auch die Schulbehörde ihren Sparbeitrag leisten - durch Personalabbau. "Dort wird richtig gespart", so ein Politiker, "auch wenn es zunächst immer hieß, dieser Bereich werde ausgenommen." Fest steht, dass man sich einen Sparbeitrag aus dem gekündigten Gastschulabkommen mit Schleswig-Holstein erhofft, das mit verbesserten Konditionen neu verhandelt werden und bis zu 20 Millionen Euro bringen soll. ……Es dürfte sich um 250 bis 300 Lehrer handeln. Über den Daumen gepeilt werde es an den Gymnasien nach Einschätzung aus Koalitionskreisen Überkapazitäten in Höhe von zwei bis drei Lehrern pro Schule geben - bei insgesamt 69 Gymnasien in der Hansestadt.
(Welt)
Wir kennen das ja - nachdem die CDU im Wahlkampf 2001 versprach 1000 neue Lehrer einzustellen, hatte sie nach gewonnener Wahl stattdessen 800 Lehrer entlassen.
Wie konnte eigentlich so ein unfähiger Aufschneider wie Ole von Beust jemals Bürgermeister werden, fragt man sich.
Das ist leicht zu beantworten - mithilfe seiner privaten PR-Agentur (BILD, Welt, Hamburger Abendblatt) entfesselte Beust damals eine beispiellose Angstkampagne.
Es gab nur noch ein alles dominierendes Thema: Kriminalität.
Den Wähler wurde erfolgreich suggeriert, daß Hamburg die unsicherste Stadt Deutschlands sei, daß die arme Rentnerin kaum noch Chancen hätte ihre Einkäufe zu erledigen, ohne von einer marodierenden Bande ausgeraubt zu werden.
Die Ultrahardliner Kusch (CDU - ab 2001 Justizsenator und Beusts „Mieter“) und Schill (Schill-Partei - ab 2001 Innensenator) übertrafen sich gegenseitig mit Radikalideen:
Internierungslager für Ausländer, Russisches Giftgas gegen Demonstranten, Brechmitteleinsatz, Anschaffung neuer Polizeiautos (Mercedes statt Opel!), Abmontierung von Spritzenautomaten, um die Drogensüchtigen auch ganz sicher mit HIV zu infizieren, etc pp.
Kriminalität, Kriminalität, Kriminalität.
Die größte Wunderwaffe sollten aber mehr Polizisten sein.
Viel mehr.
Viel präsenter und vor allem auch viel präsentabler!
Statt der alten Kleidung in beige und grün, bekamen sie alle neue Uniformen.
Nun gibt es sie in schwarz/dunkelblau und sehr viel martialischer.
Robocop - und zwar auf Figur geschnitten. Alle Polizeifahrzeuge wurden von grün auf blau umgespritzt.
Man weiß ja, daß der gemeine Kriminelle erheblich einfänglicher ist, wenn man ihm in einem blauen Wagen verfolgt.
Mit den Polizeistellen verfuhr man wie mit den Lehrerstellen - statt der versprochenen MEHR POLIZISTEN, sparte die law-and-order-CDU lieber Stellen ein.
Sogar Oles Hausblatt machte jüngst mit alarmistischen Meldungen auf:
"Absoluter Notstand" an Hamburgs Polizeiwachen In den vergangenen drei Jahren wurden 226 Stellen abgebaut. Die Gewerkschaft der Polizei sieht die innere Sicherheit in Gefahr. Schon jetzt fehlten nahezu in allen Revieren Beamte. Die dort Dienst tuenden Polizisten hetzten "von Einsatz zu Einsatz, ohne die Chance zu haben, die Schreibarbeit zu erledigen". Im Vergleich zum Jahr 2006 verrichten heute insgesamt 226 Polizisten weniger ihren Dienst in den Kommissariaten.
(Jan-Eric Lindner, 4. November 2009)
Die Folgen sind wenig überraschend, so haben wir derzeit beispielsweise eine Rekordzahl an Wohnungseinbrüchen.
Im Juli 2009 hießt es in Springers Abendblatt, daß sich die Zahl der Einbrüche gegenüber dem Vorjahr verdoppelt habe:
Und der Trend scheint sich fortzusetzen, sagt Kriminaloberkommissar Heinz-Walter Johanßon, Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Harburg mit Blick auf die Kriminalstatistik. Anfang 2009 wurde eine deutliche Häufung von Einbrüchen festgestellt.
Nichts, das nicht noch zu übertreffen wäre.
Eine Meldung vom 24. Oktober lautet:
Trauriger Rekord: 182 Einbrüche in einer Woche!
182 Haus- und Wohnungseinbrüche verzeichnete die Polizei in der Woche vom 12. bis 18. Oktober - so viel wie in keiner Woche des bisherigen Jahres. Die neuerliche Steigerung der Fallzahlen - ein Vorbote der dunklen Jahreszeit? Die Ermittler der Soko "Haus- und Wohnungseinbruch" (HWE) registriert seit einigen Tagen einmal mehr eine hohe Zahl von Taten, die von jungen Mädchen begangen werden - Kindern von reisenden Familien, die sich stets nur für wenige Wochen in Hamburg aufhalten und ihren Lebensunterhalt aus Einbrüchen bestreiten.
Daß in Hamburg mitunter mehr als ein Dutzend Autos pro Nacht abgefackelt werden, sei nur am Rande erwähnt:
So schlimm war's noch nie! Es ist die größte Anschlagsserie auf Autos in der Geschichte Hamburgs: Unbekannte haben in der Nacht zu gestern in der Hansestadt und in Norderstedt Autos angezündet. 16 (!) Fahrzeuge gingen in Flammen auf.
MALTE STEINHOFF am 29.10.
Wenn es auch nur ein Viertel dieser Zahlen unter einem SPD-Senat gäbe, würden BILD und ihre Springerschen Schwesterblätter Amok laufen.
Das haben wir erlebt. Der Springersche 90%-Marktanteil bei den Hamburger Tageszeitungen war stark genug, um im Alleingang die CDU an die Macht zu bringen.
Jetzt, im November 2009, ist die BILD hingegen ganz still.
Rekordkriminalität und Polizistenmangel sind kein Thema.
Das hat einen Grund: Die CDU regiert ja schon und solange die an der Macht sind, kann passieren, was will.
Montag, 3. August 2009
WAHLEMPFEHLUNG
Gestern bekam ich von olyly die Frage:
Aber sag doch bitteschön, Tammox, was soll man im Herbst wählen? Es ist doch nur die Frage: "Welchen Scheißhaufen wähle ich denn"?
Das wollte ich gerne in einem Extra-Blogposting beantworten.
Allerdings ist mir nun in der Nacht OBERCLOWN in einem Kommentar dazu zuvor gekommen ;)
Vielen Dank dafür.
Oberclowns Darstellung voraussetzend möchte ich aber dennoch einmal persönlich aufschreiben, was ich zur Wahl empfehle.
Ein Vorbemerkung noch:
Für mich ist es immer besonders bitter zu hören, daß jemand gar nicht wählt, weil es für mich so ein starkes Bedürfnis an den Bundestagswahlen teilzunehmen.
Wegen des Deutschen Ius Sanguinis, das die Staatsbürgerschaft nur aufgrund des VÄTERLICHEN Blutes gewährt (vor 1974 Geborene) bin ich aber nicht wahlberechtigt, obwohl meine Mutter Deutsche ist, meine Familie schon seit dem 15. Jahrhundert nachweislich im norddeutschen Raum lebt und ich in Hamburg geboren wurde.
Wie ich schon einmal ausführte, bin ich dennoch Ausländer - ein hochabsurder Zustand, den Rot/Grün schon 1998 beheben und an internationale Gepflogenheiten anpassen wollte.
Dann kamen allerdings Angela Merkel und Roland Koch mit ihrem 1999er „Wo kann man hier gegen Ausländer unterschreiben?“-Wahlkampf dazwischen und setzten sich damit durch.
Hätte Merkel damals diese Kampagne nicht abgesegnet und durchgeführt, wäre ich schon seit zehn Jahren Deutscher.
Ich fühle mich also persönlich von ihr und den CDU-Konsorten abgelehnt und um meine Rechte betrogen - dabei lebe ich schon deutlich länger in dieser Demokratie als die Kanzlerin!
„Ausländern“ wie mir wollte man aber auch mehrheitlich nicht die Doppelstaatsbürgerschaft zugestehen.
Koch gewann schließlich in Hessen.
Meine genaue Bezeichnung ist übrigens „Bildungsinländer“ wie ich erfuhr als ich anfing zu studieren und zunächst einmal keinen Studienplatz bekommen sollte.
Mir wurde der normale Zugang zur Hochschule verwehrt; es gab nur die Möglichkeit sich über das „akademische Auslandsamt“ zu bewerben, das für mein Fach genau EINEN Studienplatz zur Verfügung stellte.
Glücklicherweise war mein NC gut genug - ich mußte aber dennoch zum Deutschtest antreten.
Ob das wirklich notwendig sei, fragte ich - immerhin sei Deutsch meine Muttersprache, ich sei in Hamburg geboren, hätte in Deutschland Abitur gemacht und dabei übrigens den "Leistungskurs Deutsch" belegt.
Man ließ sich aber nicht erweichen und bedeutete mir in Sätzen ohne Adjektive und im Infinitiv (das Ganze in doppelter Phonstärke), daß keine Ausnahmen gemacht würden.
Kurz danach (beinahe 20 Jahre her) trat ich in die SPD ein.
Ich war (und bin) der Meinung, daß man sich politisch engagieren muß, um diese kafkaesken post-nazimäßigen Zustände zu beheben.
Wahlentscheidung 2009:
Bedauerlicherweise gibt es auch meiner Ansicht nach derzeit keine Politfiguren à la Willy Brandt oder Helmut Schmidt oder Egon Bahr für die man sich begeistern kann und dementsprechend wählt.
(Bei den bundespolitisch noch aktiven Großpromis mag ich noch am ehesten Trittin, Wiefelspütz, Zypries, Künast, Höhn, Gabriel, Lauterbach,..)
Also bleibt nur die Suche nach dem kleinsten Übel; das ist die lästige Pflicht, die Wahlberechtigte derzeit haben.
Ich prophezeie schon einmal, daß bei einer genaueren Betrachtung keine Partei da sein wird, die man mit Enthusiasmus ankreuzt.
Ich möchte, um zu einem Ergebnis zu kommen, ein Ausschlußverfahren durchführen:
- Kleine Parteien, die unter die 5%-Hürde zu fallen drohen, kommen nicht in Frage, da man damit seine Stimme nicht nur verschenkt, sondern mutmaßlich schwarz/gelb hilft.
Sogar auf zweierlei Weise; zum einen reicht bei mehr Parteien unter der 5%-Hürde eine dementsprechend kleinere Anzahl an Stimmen für die Mehrheit der Mandate und zum anderen profitiert die Union als mutmaßlich stärkste Partei sogar überproportional durch die (inzwischen verfassungswidrigen, aber doch noch mal akzeptierten…) Überhangmandate.
- Es bleiben als „wählbar“ übrig: Linke, Grüne, SPD, FDP, CDU/CSU.
Die Linke fällt aufgrund der taktischen Gegebenheiten auch weg, da ihre Stimmen nur Merkel helfen.
Wie das auch schon 2005 der Fall war - nur die Stimmen für die LINKE haben Merkel in den Kanzlersattel geholfen! Ich führte das bereits genauer aus.
Zur Erinnerung: Derzeit hat die CDU/CSU-Fraktion 222 Sitze und die SPD-Fraktion 221 Sitze!
Die LINKE hat weitere 53 Abgeordnete. Da die stärkste Koalitionsfraktion den Kanzler stellt, wäre also Merkel UM EIN HAAR nicht Kanzlerin geworden und würde nun nicht mit diesem Jubelamtsbonus antreten.
Gerade mal zwei Abgeordnete weniger von der Linken und mehr für die SPD hätten die Verhältnisse komplett auf den Kopf gestellt.
Vielleicht wäre Merkel sowieso inzwischen von ihrer eigenen Partei weggemobbt worden ohne die Kanzlerautorität.
Ulrich Maurer, Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion DIE LINKE und SPD-Abtrünniger, schrieb zwar gerade “Nur eine starke LINKE kann Schwarz-Gelb verhindern“ - aber das ist nun mal echter Schwachsinn.
- Bleiben also als theoretisch „wählbar“:
Grüne, SPD, FDP und CDU/CSU.
Analog zu Oberclown kann man ebenfalls FDP und CDU/CSU ausschließend.
Zusätzlich zu seinen Argumenten (Atomfrage, Bildungspolitik, Steuern, Ehrlichkeit,..) möchte ich noch ein paar weitere fundamentale Unterschiede zwischen den sogenannten bürgerlichen Parteien (als ob SPD und Grünen-Wähler keine Bürger wären!) und Rot/Grün erwähnen:
- Die Bürgerlichen haben immer wieder Berührungen mit ganz BRAUNEN Angelegenheiten. Antisemitische Vergleiche kommen Koch oder Oettinger immer wieder über die Lippen. Stoiber warnte vor der "durchrassten Gesellschaft" und von Hubert Hüppe oder Martin Homann will ich erst gar nicht anfangen.
- Die Bürgerlichen betreiben eine konzernhörige absurde Gesundheitspolitik.
- Die Bürgerlichen kriminalisieren Schwerstkranke; nämlich Drogensüchtige; statt ihnen die Beschaffungskriminalität und Infektionen durch Abgabe von reinem Heroin zu ersparen.
Der Gipfel war diesbezüglich Justizsenator Roger Kusch, der 2001 in den Hamburger Gefängnissen die Spritzentauschautomaten abmontieren ließ.
Das war faktisch TOTSCHLAG, weil er damit Schwersüchtige zu HIV verurteilte.
- Die Bürgerlichen haben eine hysterische Angst davor Cannabis zu entkriminalisieren.
- Gesetzlicher Mindestlohn! Würde die eklatante Import-Schwäche und darbende Binnennachfrage ankurbeln. Gibt es in 22 EU-Ländern auch. Bekanntlich ist in GB und USA auch noch nicht der Sozialismus ausgebrochen, obwohl es da Mindestlohn zum Wohle der Binnennachfrage gibt. In Deutschland wollen SPD, LINKE und GRÜNE ebenfalls Mindestlohn. Nur CDU und FDP nicht und ausgerechnet DIE BEIDEN werden aber offenbar vom Wähler derzeit extrem favorisiert.
- Die Bürgerlichen stehen noch mehr auf Überwachung, Online-Trojaner, Internetsperren, Videoüberwachung und Lauschangriff.
- Thema "selbstbestimmtes Sterben". Die CDU/CSU will den Bürgern den freien Willen entziehen und stimmte am 18.06.2009 mit 209 von 210 (!) Stimmen gegen den Stünker-Entwurf. CDU’ler wollen einem also nicht zugestehen auch nur ein bißchen SELBST über den eigenen Tod zu bestimmen.
- Ich nannte schon die CDU-Position beim Staatsbürgerschaftsrecht. Ähnlich übel waren die CDU-Positionen bei der Zwangsarbeiterentschädigung, der Rehabilitierung von Wehrmachtsdeserteuren oder der Anerkennung von Prostituierten, die sich Dank Schröder/Fischer nun endlich krankenversichern können.
- Die CDU vertritt traditionell revisionistische Bestrebungen gegenüber den östlichen Nachbarn. Die von Willy Brandt initiierten Friedensverträge wurden ebenso wie seine ganze Ost-Politik, für die er mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde, massiv und demagogisch von der CDU bekämpft. Noch 1990 sträubte sich Kohl bis zuletzt die Resultate des deutschen Überfalls auf Polen, der ab 1939 EIN FÜNFTEL der polnischen Bevölkerung das Leben kostete, zur Kenntnis zu nehmen und sträubte sich die Oder-Neiße-Grenze anzuerkennen. In der CDU von heute unterstützt Merkel die extrem rechtslastige, Polenhasserin Erika Steinbach. Auf keiner noch so schrillen Vertriebenenversammlung der Ewiggestrigen fehlt es an Unions-Größen, die vor der bizarren Trachtentruppe die Ergebnisse von 1945 umdichten wollen.
- Die CDU rannte unter Frau Merkel zum Bundesverfassungsgericht, um gegen die „Homo-Ehe“ zu klagen. Jetzt sieht es beim Thema „Adoptionen“ wieder genauso ewiggestrig aus.
- CDU und FDP sind hochverlogen bezüglich der Steuern! Sie sind die Steuererhöhungsparteien. Bis sie endlich 1998 abgewählt wurden stiegen nicht nur die Steuersätze, sondern vor allem die Lohnnebenkosten exorbitant. Dabei verfügten CDU und FDP über dicke Mehrheiten in Bundestag und Bundesrat - wieso wurden denn 1982 - 1998 unter erheblich günstigereren Bedingungen nie die Steuern gesenkt?
Zur Erinnerung: Unter Kohl lag der Eingangssteuersatz bei 26% und der Spitzensteuersatz bei 56%. Nun sind wir bei 15 % und 45 % und das bei höheren Freibeträgen!
Das haben Rot/Grün durchgeprügelt und zwar gegen eine Merkel, die im Bundesrat hockte und allen ihren Schäfchen immer nur ein „Njet“ einprügelte.
Das ist nach wie vor die massivste Steuerentlastung für die Arbeitseinkommen, die es je gab und das hat die CDU eben NICHT hinbekommen, sondern stattdessen stets nur die Steuern erhöht.
- Außenpolitisch setzte Merkel auf Bush und den Irakkrieg - UNVERZEIHLICH!
- CDU-Familienpolitik stammt aus der Mottenkiste: Sie setzen auf Herdprämie und verschleppen die KITA-Platzversorgung.
- CDU und FDP unterstützten massiv die Lügenkampagne der Kirchen beim Berliner Pro-Reli-Volksentscheid. Merkel streitet für den Gottesbezug in der EU-Verfassung.
(An dieser Stelle werde ich sicherlich noch weitere Punkte einfügen)
Unterm Strich:
Union und FDP geben es den Reichen zu Lasten von Umwelt und dem untersten Einkommensdrittel.
Dabei ist die FDP noch wesentlich schamloser (Hartz IV um 30 % kürzen) und bei ihren Steuersenkungsversprechungen verlogener als die CDU.
Andererseits ist die CDU bei den gesellschaftspolitischen Themen noch gestriger als die FDP, die hier einige Einsichten weiter ist und neuerdings (vernünftigerweise) die Wehrpflicht abschaffen will.
- Bleiben also als „wählbar“ Grüne und SPD.
Ökologisch, gesellschaftspolitisch und energiepolitisch bin ich ganz auf Grünen-Linie; allerdings hat sich die SPD in jüngster Zeit dort fast ganz angepasst.
Dafür gefällt mir an der SPD besser, daß sie noch unideologischer als die Grünen ist.
Bei den Grünen gibt es doch etliche christlich Bewegte (Andrea Fischer, Katrin Göring-Eckhardt, ..), die heftig gegen Stammzellenforschung und Patientenverfügung sind.
Ideologischer Ballast, der meiner Ansicht nach nichts in der Politik zu suchen hat - hier ist wieder die SPD mehr auf meiner Linie.
Ich kann mit Stimmen für Rot oder Grün leben.
Im Moment würde ich aber eher SPD wählen, weil sie es einfach „nötiger“ haben.
Zum einen, weil sie ungerecht schlecht dastehen im Moment.
Sie dazu den Leitartikel „Gerechtigkeit für die SPD!“ von Matthias Geis (DIE ZEIT, 09.07.2009 Nr. 29)
Zum anderen kann man eine Wiederauflage der großen K.O.alition nicht ausschließen und dann sind Grüne irrelevant.
In dem Fall wäre es wichtiger, daß die SPD möglichst stark ist.
Der Hamburger Politologe Patrick Horst schrieb kürzlich „Stoppt Westerwelle!“
Das sei ein Thema, das das linke Lager einigen könne - ähnlich wie damals „Stoppt Strauß“ (1980).
Dem möchte ich mich anschließen - wenn WENIGSTENS dieser extrem verlogene Gaga-Guido nicht in der nächsten Regierung wäre, könnte ich schon mal „ein Glas Sekt aufmachen“ ….
Aber sag doch bitteschön, Tammox, was soll man im Herbst wählen? Es ist doch nur die Frage: "Welchen Scheißhaufen wähle ich denn"?
Das wollte ich gerne in einem Extra-Blogposting beantworten.
Allerdings ist mir nun in der Nacht OBERCLOWN in einem Kommentar dazu zuvor gekommen ;)
Vielen Dank dafür.
Oberclowns Darstellung voraussetzend möchte ich aber dennoch einmal persönlich aufschreiben, was ich zur Wahl empfehle.
Ein Vorbemerkung noch:
Für mich ist es immer besonders bitter zu hören, daß jemand gar nicht wählt, weil es für mich so ein starkes Bedürfnis an den Bundestagswahlen teilzunehmen.
Wegen des Deutschen Ius Sanguinis, das die Staatsbürgerschaft nur aufgrund des VÄTERLICHEN Blutes gewährt (vor 1974 Geborene) bin ich aber nicht wahlberechtigt, obwohl meine Mutter Deutsche ist, meine Familie schon seit dem 15. Jahrhundert nachweislich im norddeutschen Raum lebt und ich in Hamburg geboren wurde.
Wie ich schon einmal ausführte, bin ich dennoch Ausländer - ein hochabsurder Zustand, den Rot/Grün schon 1998 beheben und an internationale Gepflogenheiten anpassen wollte.
Dann kamen allerdings Angela Merkel und Roland Koch mit ihrem 1999er „Wo kann man hier gegen Ausländer unterschreiben?“-Wahlkampf dazwischen und setzten sich damit durch.
Hätte Merkel damals diese Kampagne nicht abgesegnet und durchgeführt, wäre ich schon seit zehn Jahren Deutscher.
Ich fühle mich also persönlich von ihr und den CDU-Konsorten abgelehnt und um meine Rechte betrogen - dabei lebe ich schon deutlich länger in dieser Demokratie als die Kanzlerin!
„Ausländern“ wie mir wollte man aber auch mehrheitlich nicht die Doppelstaatsbürgerschaft zugestehen.
Koch gewann schließlich in Hessen.
Meine genaue Bezeichnung ist übrigens „Bildungsinländer“ wie ich erfuhr als ich anfing zu studieren und zunächst einmal keinen Studienplatz bekommen sollte.
Mir wurde der normale Zugang zur Hochschule verwehrt; es gab nur die Möglichkeit sich über das „akademische Auslandsamt“ zu bewerben, das für mein Fach genau EINEN Studienplatz zur Verfügung stellte.
Glücklicherweise war mein NC gut genug - ich mußte aber dennoch zum Deutschtest antreten.
Ob das wirklich notwendig sei, fragte ich - immerhin sei Deutsch meine Muttersprache, ich sei in Hamburg geboren, hätte in Deutschland Abitur gemacht und dabei übrigens den "Leistungskurs Deutsch" belegt.
Man ließ sich aber nicht erweichen und bedeutete mir in Sätzen ohne Adjektive und im Infinitiv (das Ganze in doppelter Phonstärke), daß keine Ausnahmen gemacht würden.
Kurz danach (beinahe 20 Jahre her) trat ich in die SPD ein.
Ich war (und bin) der Meinung, daß man sich politisch engagieren muß, um diese kafkaesken post-nazimäßigen Zustände zu beheben.
Wahlentscheidung 2009:
Bedauerlicherweise gibt es auch meiner Ansicht nach derzeit keine Politfiguren à la Willy Brandt oder Helmut Schmidt oder Egon Bahr für die man sich begeistern kann und dementsprechend wählt.
(Bei den bundespolitisch noch aktiven Großpromis mag ich noch am ehesten Trittin, Wiefelspütz, Zypries, Künast, Höhn, Gabriel, Lauterbach,..)
Also bleibt nur die Suche nach dem kleinsten Übel; das ist die lästige Pflicht, die Wahlberechtigte derzeit haben.
Ich prophezeie schon einmal, daß bei einer genaueren Betrachtung keine Partei da sein wird, die man mit Enthusiasmus ankreuzt.
Ich möchte, um zu einem Ergebnis zu kommen, ein Ausschlußverfahren durchführen:
- Kleine Parteien, die unter die 5%-Hürde zu fallen drohen, kommen nicht in Frage, da man damit seine Stimme nicht nur verschenkt, sondern mutmaßlich schwarz/gelb hilft.
Sogar auf zweierlei Weise; zum einen reicht bei mehr Parteien unter der 5%-Hürde eine dementsprechend kleinere Anzahl an Stimmen für die Mehrheit der Mandate und zum anderen profitiert die Union als mutmaßlich stärkste Partei sogar überproportional durch die (inzwischen verfassungswidrigen, aber doch noch mal akzeptierten…) Überhangmandate.
- Es bleiben als „wählbar“ übrig: Linke, Grüne, SPD, FDP, CDU/CSU.
Die Linke fällt aufgrund der taktischen Gegebenheiten auch weg, da ihre Stimmen nur Merkel helfen.
Wie das auch schon 2005 der Fall war - nur die Stimmen für die LINKE haben Merkel in den Kanzlersattel geholfen! Ich führte das bereits genauer aus.
Zur Erinnerung: Derzeit hat die CDU/CSU-Fraktion 222 Sitze und die SPD-Fraktion 221 Sitze!
Die LINKE hat weitere 53 Abgeordnete. Da die stärkste Koalitionsfraktion den Kanzler stellt, wäre also Merkel UM EIN HAAR nicht Kanzlerin geworden und würde nun nicht mit diesem Jubelamtsbonus antreten.
Gerade mal zwei Abgeordnete weniger von der Linken und mehr für die SPD hätten die Verhältnisse komplett auf den Kopf gestellt.
Vielleicht wäre Merkel sowieso inzwischen von ihrer eigenen Partei weggemobbt worden ohne die Kanzlerautorität.
Ulrich Maurer, Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion DIE LINKE und SPD-Abtrünniger, schrieb zwar gerade “Nur eine starke LINKE kann Schwarz-Gelb verhindern“ - aber das ist nun mal echter Schwachsinn.
- Bleiben also als theoretisch „wählbar“:
Grüne, SPD, FDP und CDU/CSU.
Analog zu Oberclown kann man ebenfalls FDP und CDU/CSU ausschließend.
Zusätzlich zu seinen Argumenten (Atomfrage, Bildungspolitik, Steuern, Ehrlichkeit,..) möchte ich noch ein paar weitere fundamentale Unterschiede zwischen den sogenannten bürgerlichen Parteien (als ob SPD und Grünen-Wähler keine Bürger wären!) und Rot/Grün erwähnen:
- Die Bürgerlichen haben immer wieder Berührungen mit ganz BRAUNEN Angelegenheiten. Antisemitische Vergleiche kommen Koch oder Oettinger immer wieder über die Lippen. Stoiber warnte vor der "durchrassten Gesellschaft" und von Hubert Hüppe oder Martin Homann will ich erst gar nicht anfangen.
- Die Bürgerlichen betreiben eine konzernhörige absurde Gesundheitspolitik.
- Die Bürgerlichen kriminalisieren Schwerstkranke; nämlich Drogensüchtige; statt ihnen die Beschaffungskriminalität und Infektionen durch Abgabe von reinem Heroin zu ersparen.
Der Gipfel war diesbezüglich Justizsenator Roger Kusch, der 2001 in den Hamburger Gefängnissen die Spritzentauschautomaten abmontieren ließ.
Das war faktisch TOTSCHLAG, weil er damit Schwersüchtige zu HIV verurteilte.
- Die Bürgerlichen haben eine hysterische Angst davor Cannabis zu entkriminalisieren.
- Gesetzlicher Mindestlohn! Würde die eklatante Import-Schwäche und darbende Binnennachfrage ankurbeln. Gibt es in 22 EU-Ländern auch. Bekanntlich ist in GB und USA auch noch nicht der Sozialismus ausgebrochen, obwohl es da Mindestlohn zum Wohle der Binnennachfrage gibt. In Deutschland wollen SPD, LINKE und GRÜNE ebenfalls Mindestlohn. Nur CDU und FDP nicht und ausgerechnet DIE BEIDEN werden aber offenbar vom Wähler derzeit extrem favorisiert.
- Die Bürgerlichen stehen noch mehr auf Überwachung, Online-Trojaner, Internetsperren, Videoüberwachung und Lauschangriff.
- Thema "selbstbestimmtes Sterben". Die CDU/CSU will den Bürgern den freien Willen entziehen und stimmte am 18.06.2009 mit 209 von 210 (!) Stimmen gegen den Stünker-Entwurf. CDU’ler wollen einem also nicht zugestehen auch nur ein bißchen SELBST über den eigenen Tod zu bestimmen.
- Ich nannte schon die CDU-Position beim Staatsbürgerschaftsrecht. Ähnlich übel waren die CDU-Positionen bei der Zwangsarbeiterentschädigung, der Rehabilitierung von Wehrmachtsdeserteuren oder der Anerkennung von Prostituierten, die sich Dank Schröder/Fischer nun endlich krankenversichern können.
- Die CDU vertritt traditionell revisionistische Bestrebungen gegenüber den östlichen Nachbarn. Die von Willy Brandt initiierten Friedensverträge wurden ebenso wie seine ganze Ost-Politik, für die er mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde, massiv und demagogisch von der CDU bekämpft. Noch 1990 sträubte sich Kohl bis zuletzt die Resultate des deutschen Überfalls auf Polen, der ab 1939 EIN FÜNFTEL der polnischen Bevölkerung das Leben kostete, zur Kenntnis zu nehmen und sträubte sich die Oder-Neiße-Grenze anzuerkennen. In der CDU von heute unterstützt Merkel die extrem rechtslastige, Polenhasserin Erika Steinbach. Auf keiner noch so schrillen Vertriebenenversammlung der Ewiggestrigen fehlt es an Unions-Größen, die vor der bizarren Trachtentruppe die Ergebnisse von 1945 umdichten wollen.
- Die CDU rannte unter Frau Merkel zum Bundesverfassungsgericht, um gegen die „Homo-Ehe“ zu klagen. Jetzt sieht es beim Thema „Adoptionen“ wieder genauso ewiggestrig aus.
- CDU und FDP sind hochverlogen bezüglich der Steuern! Sie sind die Steuererhöhungsparteien. Bis sie endlich 1998 abgewählt wurden stiegen nicht nur die Steuersätze, sondern vor allem die Lohnnebenkosten exorbitant. Dabei verfügten CDU und FDP über dicke Mehrheiten in Bundestag und Bundesrat - wieso wurden denn 1982 - 1998 unter erheblich günstigereren Bedingungen nie die Steuern gesenkt?
Zur Erinnerung: Unter Kohl lag der Eingangssteuersatz bei 26% und der Spitzensteuersatz bei 56%. Nun sind wir bei 15 % und 45 % und das bei höheren Freibeträgen!
Das haben Rot/Grün durchgeprügelt und zwar gegen eine Merkel, die im Bundesrat hockte und allen ihren Schäfchen immer nur ein „Njet“ einprügelte.
Das ist nach wie vor die massivste Steuerentlastung für die Arbeitseinkommen, die es je gab und das hat die CDU eben NICHT hinbekommen, sondern stattdessen stets nur die Steuern erhöht.
- Außenpolitisch setzte Merkel auf Bush und den Irakkrieg - UNVERZEIHLICH!
- CDU-Familienpolitik stammt aus der Mottenkiste: Sie setzen auf Herdprämie und verschleppen die KITA-Platzversorgung.
- CDU und FDP unterstützten massiv die Lügenkampagne der Kirchen beim Berliner Pro-Reli-Volksentscheid. Merkel streitet für den Gottesbezug in der EU-Verfassung.
(An dieser Stelle werde ich sicherlich noch weitere Punkte einfügen)
Unterm Strich:
Union und FDP geben es den Reichen zu Lasten von Umwelt und dem untersten Einkommensdrittel.
Dabei ist die FDP noch wesentlich schamloser (Hartz IV um 30 % kürzen) und bei ihren Steuersenkungsversprechungen verlogener als die CDU.
Andererseits ist die CDU bei den gesellschaftspolitischen Themen noch gestriger als die FDP, die hier einige Einsichten weiter ist und neuerdings (vernünftigerweise) die Wehrpflicht abschaffen will.
- Bleiben also als „wählbar“ Grüne und SPD.
Ökologisch, gesellschaftspolitisch und energiepolitisch bin ich ganz auf Grünen-Linie; allerdings hat sich die SPD in jüngster Zeit dort fast ganz angepasst.
Dafür gefällt mir an der SPD besser, daß sie noch unideologischer als die Grünen ist.
Bei den Grünen gibt es doch etliche christlich Bewegte (Andrea Fischer, Katrin Göring-Eckhardt, ..), die heftig gegen Stammzellenforschung und Patientenverfügung sind.
Ideologischer Ballast, der meiner Ansicht nach nichts in der Politik zu suchen hat - hier ist wieder die SPD mehr auf meiner Linie.
Ich kann mit Stimmen für Rot oder Grün leben.
Im Moment würde ich aber eher SPD wählen, weil sie es einfach „nötiger“ haben.
Zum einen, weil sie ungerecht schlecht dastehen im Moment.
Sie dazu den Leitartikel „Gerechtigkeit für die SPD!“ von Matthias Geis (DIE ZEIT, 09.07.2009 Nr. 29)
Zum anderen kann man eine Wiederauflage der großen K.O.alition nicht ausschließen und dann sind Grüne irrelevant.
In dem Fall wäre es wichtiger, daß die SPD möglichst stark ist.
Der Hamburger Politologe Patrick Horst schrieb kürzlich „Stoppt Westerwelle!“
Das sei ein Thema, das das linke Lager einigen könne - ähnlich wie damals „Stoppt Strauß“ (1980).
Dem möchte ich mich anschließen - wenn WENIGSTENS dieser extrem verlogene Gaga-Guido nicht in der nächsten Regierung wäre, könnte ich schon mal „ein Glas Sekt aufmachen“ ….
Freitag, 24. Juli 2009
Unverhofft kommt oft.
Schlag auf Schlag geht das immer in den letzten Monaten und Wochen vor einer Bundestagswahl:
Umfrageinstitute befragen so ziemlich alles und jeden, der nicht bei drei auf dem Baum ist und sogenannte Politikwissenschaftler erklären auf Basis dieser „Fakten“ was und wie „der Deutsche“ denkt und was er wählen wird.
Ich erinnere mich noch genau an eine Presseclubsendung aus dem Spätsommer 2002, als STERN-Obermufti Hans-Ulrich Jörges sehr ungehalten auf die Bitte eine Prognose abzugeben reagierte.
Der Frager mache sich lächerlich, es sei absolut sicher, daß der nächste Bundeskanzler Edmund Stoiber heißen werde.
Man war sich sogar so sicher, daß Zeitungen mit der Tradition brachen wenigstens zu behaupten neutral zu sein.
So sicher war man sich, daß Rot/Grün abgewählt werden würde, daß die Financial Times Deutschland beispielsweise eine ausdrückliche Wahlempfehlung für Stoiber abgab.
Die Redaktion war so sicher auf der breiten Mainstreamseite zu stehen, daß sie die paar marginalen SPD- und Grünen-Wähler gar nicht mehr ernst nahmen.
2009 steht die VERöffentlichte Meinung wieder wie ein monolithischer schwarz/gelber Claqueur-Block da.
Bis auf gelegentliche neutrale Kommentare in FR, SZ und ZEIT sind alle großen Verlage stramm auf Merkel/Westerwelle-Seite und hacken routiniert auf der SPD rum.
Je näher der Wahlabend rückt, desto fester schließen sich die Reihen.
Man kann das sehr schön in dem (leider einzigen - außer den Boulevardesken) Hamburger Regionalblatt „Abendblatt“ sehen.
Der Hamburger Marktführer ist für Springerverhältnisse gelegentlich geradezu liberal.
Es kommt schon vor, daß auch mal ein CDU-Politiker kritisiert wird.
Aber eben nur, wenn keine Wahlen bevorstehen.
Im Spätsommer 2009 sind die antisozialdemokratischen Beißreflexe wieder auf 150% hochgefahren; man huldigt den Ikonen Guttenberg, Köhler, Merkel und Westerwelle.
SPD’ler werden entweder gar nicht erst beachtet oder ruppig angerempelt.
Heute ist auch wieder so ein typischer Vorwahltag.
Das Politbarometer hat schon wieder einen Prozentpunkt Verlust für die SPD gemessen und SPON vermeldet das natürlich sofort genießerisch:
Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist derzeit der beliebteste Spitzenpolitiker in Deutschland - und hat damit Bundeskanzlerin Angela Merkel überholt. Eine Bundestagswahl am nächsten Sonntag würde Schwarz-Gelb gewinnen.
Gegen Steinmeier, Müntefering und Co scheint sich alles verschworen zu haben.
Die PR-Strategen, Meinungsmacher und insbesondere die ausnahmslos dem gescheiterten Steinzeit-Neoliberalismus der 1980er Jahre anhängenden Wirtschaftsjournalisten bejubeln Gaga-Guido und Phlegma-Angie.
Da ich ebenfalls wie ein Junkie die VERöffentlichte Meinung verfolge, bin ich inzwischen angesteckt und nehme auch an, daß im Herbst CDU und FDP breit grinsend ihren Koalitionsvertrag unterschreiben.
Da bin ich ganz Pessimist und werde mir schon einmal Spucktüten bereit legen, respektive Auswanderung ins Auge fassen.
Sehr SCHADE das alles.
KÄME es im Wahlkampf auch auf Sachpolitik an, stünden die bürgerlichen Parteien jetzt wesentlich schlechter da.
Denn objektiv betrachtet, geht so ziemlich alles schief, was Union und FDP so anbieten.
- Kein Wirtschaft stürzt so ab wie die Deutsche.
- Die CDU-Freunde in den Chefetagen der DAX-Konzernen präsentieren sich als unfähige, unehrliche Superraffkes.
- In Schleswig-Holstein offenbart sich der CDU-MP als widerlich taktierender Lügenbold.
- Das FDP-Steuerkonzept ist unseriöser als „sie-haben-gewonnen“-0900-Messages auf dem AB.
(Die CDU verzichtet ganz auf Konzeptionen)
- In Afghanistan sind Deutsche Soldaten mittlerweile in einen extrem unpopulären Krieg gerutscht, den aber Merkel und Jung einfach totschweigen und so tun, als ginge sie das nichts an (Tja - SO wird man beliebt! Oder hat irgendjemand schon mal Merkel erklären gehört, wieso sie eigentlich in Afghanistan Truppen aufstockt?)
- Die Realität von Vattenfall und Co demaskiert die Energiekonzepte von FDP und Union als industriehöriges unverantwortliches Hallodri-tum. (Dazu morgen mehr).
Heute ist übrigens auch mal ein RWE-Atomkraftwerk zerrockert: Schnellabschaltung des Atomkraftwerkes Emsland im niedersächsischen Lingen.
- Gesellschaftspolitisch manövriert sich die Union gerade mit ihrer Homophobie ins Abseits.
Unions-Fraktionschef Kauder wirft der Justizministerin vor, es gehe ihr allein um die Selbstverwirklichung von Lesben und Schwulen - und nicht um das Wohl der Kinder. "Es gibt auch andere wissenschaftliche Erkenntnisse. Volles Adoptionsrecht für Schwule und Lesben widerspricht den Interessen von Kindern", sagte Kauder der Süddeutschen Zeitung.
Der Generalsekretär der CSU, Alexander Dobrindt, warf Zypries vor, das Thema zu instrumentalisieren. Es mache stutzig, dass sie die Studie jetzt aus dem Hut zaubere; die Adoption sei ein "zu sensibles Thema, um damit Wahlkampf zu machen".
Bayerns CSU-Fraktionschef Georg Schmid sagte, für die Entwicklung der Kinder sei es das Beste, wenn sie mit Vater und Mutter aufwüchsen. Sein baden-württembergischer Kollege Stefan Mappus (CDU) betonte, Kinder seien "ungeeignet für Experimente".
(SZ)
Die ganze Verkommenheit der CDU zeigt sich darin, daß sie Schwule in ihren Reihen gerne tolerieren, wenn diese im Großstadtmilieu Stimmen bringen.
Beispiel Ole von Beust in Hamburg und Peter Kurth in Köln, die angeblich beide in der Gunst der Kanzlerin stehen.
ABER diese CDU-Schwulen haben privat Eunuchen zu sein.
Anders als Sozi Wowereit, dessen Ehemann ganz und gar unaufgeregt ebenfalls öffentlich auftritt, ist die Homo-Variante des Unions-Politiker selbstverständlich geschlechtslos.
Von Beust, Kurth, Roger Kusch, Wissmann sind allesamt Singles!
Na klar!
Daß so einer Sex haben könnte und womöglich in einer Partnerschaft lebt, geht dann doch erheblich über die Toleranz einer Angela Merkel hinaus.
Die CDU toleriert also Schwule bis zu einer gewissen Grenze.
So möchten sie zum Beispiel ganz gerne den derzeit heterosexuellen Vizekanzler (Steinmeiner) gegen einen Homosexuellen (Westerwelle) austauchen.
Aber die Homosexuellen in der eigenen Partei haben sich still und devot zu verhalten.
Sie haben keinen Sex und keine Familien und keine Kinder.
Natürlich nicht, denn das wäre ja tatsächliche Akzeptanz.
Man sieht das sehr schön an der mal wieder hysterischen Reaktion von Unionspolitikern auf die ÜBERFÄLLIGE Zypries-Initiative „gleichgeschlechtlichen Partnerschaften“ Adoptionen zu ermöglichen.
Wider besseres Wissen beharren CDU und CSU auf der Zweitklassigkeit solcher Menschen.
Das CDU-Wahlkampfblatt „die Welt“ ereifert sich schon mal in Kreuznet-Manier:
Homo-Paar kann Mutter und Vater nicht ersetzen.
Und führt in verächtlichem Ton inhaltsleer aus:
Die Erfahrung aus Alltag und Geschichte zeigt allerdings, dass die klassische Familie eine ganz besondere Verantwortungsgemeinschaft ist. Zypries verlangt, diese Erfahrung auszuschlagen zu Gunsten einer schönen, neuen Familienwelt.
Unionspolitiker beeilen sich klarzustellen, daß Schwule „bähbäh“ sind und offenbaren dabei gleich noch mal, daß sie Homosexualität immer noch für Pädophilie halten.
KINDER darf man „denen“ nicht geben:
Ziel von Adoptionen sei es, für Kinder eine optimale Familie zu finden und nicht umgekehrt, sagte Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU). Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) hat die Forderung von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD), Homosexuellen mehr Adoptionsrechte einzuräumen, scharf kritisert. „Wir sind nach wie vor der festen Überzeugung, dass Kinder am besten in einer Beziehung von Mann und Frau aufwachsen“, sagte Bosbach den „Ruhr Nachrichten". „Es gibt für uns keinen Grund, die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft der traditionellen Ehe gleichzusetzen. Auch nicht beim Adoptionsrecht.“
"An der Lebenswirklichkeit vorbei" - nennt Peter Fahrenholz die Unionsposition höflich euphemistisch.
Kurth, Beust und Co schweigen natürlich demütig.
SACHLICH gibt es also jede Menge Gründe NICHT die bürgerlichen Parteien zu wählen - aber welcher Wähler denkt schon nach?
Das kann man sich doch viel besser ersparen und tumb den Vorgaben von BILD und Co folgen.
Zum Glück für Merkel und Westerwelle.
Umfrageinstitute befragen so ziemlich alles und jeden, der nicht bei drei auf dem Baum ist und sogenannte Politikwissenschaftler erklären auf Basis dieser „Fakten“ was und wie „der Deutsche“ denkt und was er wählen wird.
Ich erinnere mich noch genau an eine Presseclubsendung aus dem Spätsommer 2002, als STERN-Obermufti Hans-Ulrich Jörges sehr ungehalten auf die Bitte eine Prognose abzugeben reagierte.
Der Frager mache sich lächerlich, es sei absolut sicher, daß der nächste Bundeskanzler Edmund Stoiber heißen werde.
Man war sich sogar so sicher, daß Zeitungen mit der Tradition brachen wenigstens zu behaupten neutral zu sein.
So sicher war man sich, daß Rot/Grün abgewählt werden würde, daß die Financial Times Deutschland beispielsweise eine ausdrückliche Wahlempfehlung für Stoiber abgab.
Die Redaktion war so sicher auf der breiten Mainstreamseite zu stehen, daß sie die paar marginalen SPD- und Grünen-Wähler gar nicht mehr ernst nahmen.
2009 steht die VERöffentlichte Meinung wieder wie ein monolithischer schwarz/gelber Claqueur-Block da.
Bis auf gelegentliche neutrale Kommentare in FR, SZ und ZEIT sind alle großen Verlage stramm auf Merkel/Westerwelle-Seite und hacken routiniert auf der SPD rum.
Je näher der Wahlabend rückt, desto fester schließen sich die Reihen.
Man kann das sehr schön in dem (leider einzigen - außer den Boulevardesken) Hamburger Regionalblatt „Abendblatt“ sehen.
Der Hamburger Marktführer ist für Springerverhältnisse gelegentlich geradezu liberal.
Es kommt schon vor, daß auch mal ein CDU-Politiker kritisiert wird.
Aber eben nur, wenn keine Wahlen bevorstehen.
Im Spätsommer 2009 sind die antisozialdemokratischen Beißreflexe wieder auf 150% hochgefahren; man huldigt den Ikonen Guttenberg, Köhler, Merkel und Westerwelle.
SPD’ler werden entweder gar nicht erst beachtet oder ruppig angerempelt.
Heute ist auch wieder so ein typischer Vorwahltag.
Das Politbarometer hat schon wieder einen Prozentpunkt Verlust für die SPD gemessen und SPON vermeldet das natürlich sofort genießerisch:
Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist derzeit der beliebteste Spitzenpolitiker in Deutschland - und hat damit Bundeskanzlerin Angela Merkel überholt. Eine Bundestagswahl am nächsten Sonntag würde Schwarz-Gelb gewinnen.
Gegen Steinmeier, Müntefering und Co scheint sich alles verschworen zu haben.
Die PR-Strategen, Meinungsmacher und insbesondere die ausnahmslos dem gescheiterten Steinzeit-Neoliberalismus der 1980er Jahre anhängenden Wirtschaftsjournalisten bejubeln Gaga-Guido und Phlegma-Angie.
Da ich ebenfalls wie ein Junkie die VERöffentlichte Meinung verfolge, bin ich inzwischen angesteckt und nehme auch an, daß im Herbst CDU und FDP breit grinsend ihren Koalitionsvertrag unterschreiben.
Da bin ich ganz Pessimist und werde mir schon einmal Spucktüten bereit legen, respektive Auswanderung ins Auge fassen.
Sehr SCHADE das alles.
KÄME es im Wahlkampf auch auf Sachpolitik an, stünden die bürgerlichen Parteien jetzt wesentlich schlechter da.
Denn objektiv betrachtet, geht so ziemlich alles schief, was Union und FDP so anbieten.
- Kein Wirtschaft stürzt so ab wie die Deutsche.
- Die CDU-Freunde in den Chefetagen der DAX-Konzernen präsentieren sich als unfähige, unehrliche Superraffkes.
- In Schleswig-Holstein offenbart sich der CDU-MP als widerlich taktierender Lügenbold.
- Das FDP-Steuerkonzept ist unseriöser als „sie-haben-gewonnen“-0900-Messages auf dem AB.
(Die CDU verzichtet ganz auf Konzeptionen)
- In Afghanistan sind Deutsche Soldaten mittlerweile in einen extrem unpopulären Krieg gerutscht, den aber Merkel und Jung einfach totschweigen und so tun, als ginge sie das nichts an (Tja - SO wird man beliebt! Oder hat irgendjemand schon mal Merkel erklären gehört, wieso sie eigentlich in Afghanistan Truppen aufstockt?)
- Die Realität von Vattenfall und Co demaskiert die Energiekonzepte von FDP und Union als industriehöriges unverantwortliches Hallodri-tum. (Dazu morgen mehr).
Heute ist übrigens auch mal ein RWE-Atomkraftwerk zerrockert: Schnellabschaltung des Atomkraftwerkes Emsland im niedersächsischen Lingen.
- Gesellschaftspolitisch manövriert sich die Union gerade mit ihrer Homophobie ins Abseits.
Unions-Fraktionschef Kauder wirft der Justizministerin vor, es gehe ihr allein um die Selbstverwirklichung von Lesben und Schwulen - und nicht um das Wohl der Kinder. "Es gibt auch andere wissenschaftliche Erkenntnisse. Volles Adoptionsrecht für Schwule und Lesben widerspricht den Interessen von Kindern", sagte Kauder der Süddeutschen Zeitung.
Der Generalsekretär der CSU, Alexander Dobrindt, warf Zypries vor, das Thema zu instrumentalisieren. Es mache stutzig, dass sie die Studie jetzt aus dem Hut zaubere; die Adoption sei ein "zu sensibles Thema, um damit Wahlkampf zu machen".
Bayerns CSU-Fraktionschef Georg Schmid sagte, für die Entwicklung der Kinder sei es das Beste, wenn sie mit Vater und Mutter aufwüchsen. Sein baden-württembergischer Kollege Stefan Mappus (CDU) betonte, Kinder seien "ungeeignet für Experimente".
(SZ)
Die ganze Verkommenheit der CDU zeigt sich darin, daß sie Schwule in ihren Reihen gerne tolerieren, wenn diese im Großstadtmilieu Stimmen bringen.
Beispiel Ole von Beust in Hamburg und Peter Kurth in Köln, die angeblich beide in der Gunst der Kanzlerin stehen.
ABER diese CDU-Schwulen haben privat Eunuchen zu sein.
Anders als Sozi Wowereit, dessen Ehemann ganz und gar unaufgeregt ebenfalls öffentlich auftritt, ist die Homo-Variante des Unions-Politiker selbstverständlich geschlechtslos.
Von Beust, Kurth, Roger Kusch, Wissmann sind allesamt Singles!
Na klar!
Daß so einer Sex haben könnte und womöglich in einer Partnerschaft lebt, geht dann doch erheblich über die Toleranz einer Angela Merkel hinaus.
Die CDU toleriert also Schwule bis zu einer gewissen Grenze.
So möchten sie zum Beispiel ganz gerne den derzeit heterosexuellen Vizekanzler (Steinmeiner) gegen einen Homosexuellen (Westerwelle) austauchen.
Aber die Homosexuellen in der eigenen Partei haben sich still und devot zu verhalten.
Sie haben keinen Sex und keine Familien und keine Kinder.
Natürlich nicht, denn das wäre ja tatsächliche Akzeptanz.
Man sieht das sehr schön an der mal wieder hysterischen Reaktion von Unionspolitikern auf die ÜBERFÄLLIGE Zypries-Initiative „gleichgeschlechtlichen Partnerschaften“ Adoptionen zu ermöglichen.
Wider besseres Wissen beharren CDU und CSU auf der Zweitklassigkeit solcher Menschen.
Das CDU-Wahlkampfblatt „die Welt“ ereifert sich schon mal in Kreuznet-Manier:
Homo-Paar kann Mutter und Vater nicht ersetzen.
Und führt in verächtlichem Ton inhaltsleer aus:
Die Erfahrung aus Alltag und Geschichte zeigt allerdings, dass die klassische Familie eine ganz besondere Verantwortungsgemeinschaft ist. Zypries verlangt, diese Erfahrung auszuschlagen zu Gunsten einer schönen, neuen Familienwelt.
Unionspolitiker beeilen sich klarzustellen, daß Schwule „bähbäh“ sind und offenbaren dabei gleich noch mal, daß sie Homosexualität immer noch für Pädophilie halten.
KINDER darf man „denen“ nicht geben:
Ziel von Adoptionen sei es, für Kinder eine optimale Familie zu finden und nicht umgekehrt, sagte Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU). Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) hat die Forderung von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD), Homosexuellen mehr Adoptionsrechte einzuräumen, scharf kritisert. „Wir sind nach wie vor der festen Überzeugung, dass Kinder am besten in einer Beziehung von Mann und Frau aufwachsen“, sagte Bosbach den „Ruhr Nachrichten". „Es gibt für uns keinen Grund, die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft der traditionellen Ehe gleichzusetzen. Auch nicht beim Adoptionsrecht.“
"An der Lebenswirklichkeit vorbei" - nennt Peter Fahrenholz die Unionsposition höflich euphemistisch.
Kurth, Beust und Co schweigen natürlich demütig.
SACHLICH gibt es also jede Menge Gründe NICHT die bürgerlichen Parteien zu wählen - aber welcher Wähler denkt schon nach?
Das kann man sich doch viel besser ersparen und tumb den Vorgaben von BILD und Co folgen.
Zum Glück für Merkel und Westerwelle.
Sonntag, 26. April 2009
Ende
Nach christlicher Auffassung ist das Leben ein Geschenk Gottes.
Eigentlich eine schicke Sache - denn was sollte man schon ohne dieses Geschenk anfangen?
Es ist gewissermaßen das ultimative Geschenk - dermaßen fundamental, daß schon mal a priori in der Schuld Gottes steht.
Es ist nämlich vor allem ein imperatives Geschenk, das man zu hüten hat.
So in etwa wie den überdimensionierten Wandteller mit dem Kitschmotiv, den man vom Erbonkel bekommen hat und immer aus der Schublade kramt, wenn der Onkel an der Tür klingelt.
So ein Leben bekommt man von Gott - ob man will oder nicht; man wird nicht gefragt.
Man muß es behalten - auch wenn es einem weniger gefällt, als der häßlichste Staubfänger.
Umtausch ausgeschlossen.
Gott ist da leicht ein bißchen kleinlich und schnell eingeschnappt, wenn man einen anderen Geschmack hat.
Zumindest sieht es sein Bodenpersonal so und läuft sofort grün vor Empörung an, wenn jemand bei Kusch anruft oder Mitglied bei der DGHS ist - so wie ich!
Selbstmördern wurde über Jahrhunderte ein christliches Begräbnis verweigert.
Das tolle Gottesgeschenk muß man bis zum bitteren Ende behalten und wenn es noch so schäbig und abgewetzt ist.
Man sollte nicht öffentlich darüber spekulieren sein Leben zurück geben zu wollen, denn auch wenn das Leben einem offensichtlich schon vorher nicht mehr gefiel, so kann es noch viel schlimmer werden - ich erinnere mich an die a posteriori-Androhung von Bizarra Käßmann, als sich mit Kuschs Hilfe im letzten Sommer Bettina Schardt, 79, zum Suizid entschloss.
Die Hannoversche Bischöfin spie Feuer und Schwefel vor Empörung über Kusch und verlangte, daß er doch Frau Schardt lieber bei sich zu Hause hätte aufnehmen sollen.
Sie, die Bischöfin wäre in dem Fall zu der 79-Jährigen gegangen, um ihr aus der Bibel vorzulesen. Da hat die alte Dame dann noch schneller zu den Pillen gegriffen - die Vorstellung, daß sie dereinst im Pflegeheim läge und von predigenden Pfaffen im Zimmer heimgesucht würde - unfähig sich gegen diese Zwangsbebetung zu wehren - war der letzte Sargnagel.
Was ist das bloß mit diesem christlichen Lebenswahn?
Krieg stört sie nicht so sehr - im Gegenteil, je christlicher der Anführer, desto begeisterter geht das Töten los - siehe Bush, siehe Blair.
Das junge und mittelalte Leben ist den Christen offensichtlich herzlich egal.
Sie kaprizieren sich auf das vorgeburtliche Leben und polemisieren gegen Verhütung und Schwangerschaftsunterbrechungen.
Andererseits blasen sie sich am Lebensende wieder auf - in dem Bemühen Leid und Elend möglichst zu verlängern.
Dabei sind sich alle Experten einig, daß die Bevölkerungsexplosion das größte und schwerwiegendste Problem dieses Planeten ist!
Wir brauchen weniger Menschen und nicht mehr.
Deswegen hat der liebe Gott auch Krebs, Aids, koronare Herzerkrankungen, Mukoviszidose, Pneumonien, Lungenemphyseme, Flugzeugabstürze und Amyotrophe Lateralsklerose erfunden!
Es reicht nur nicht aus.
Aber auch ohne diese Sterbebeschleuniger der perfiden Art, wie sie nur ein perverser Schöpfer ersinnen kann, werden die Menschen immer mehr.
Eine Million Menschen pro Jahr erkennen das und geben ihr Gottesgeschenk freiwillig zurück - das ist ein Suizid in Deutschland alle 45 Minuten und weltweit ein Toter alle 30 Sekunden.
Das geht buchstäblich schneller als Haarewaschen.
Nach Angaben von Experten der Universitäten Oxford und Gent in der Zeitschrift «Lancet» ist Suizid mittlerweile die zehnthäufigste Todesursache der Welt. Hinzu kommen etwa 20 Millionen Selbstmordversuche.
Ca ¾ der Suizidalen sind Männer und zwar eher Ältere - aber die Jugend holt auf:
In den USA hat sich die Selbstmordquote bei Jugendlichen seit 1950 vervierfacht, wie die Organisation Centers for Disease Control meldet.
Auch jüngere Menschen sind also zunehmend unglücklich mit ihrem Leben in der Welt des 21. Jahrhunderts.
Dies berichtet auch die WHO: In jüngster Zeit habe suizidales Verhalten unter jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren alarmierend zugenommen.
Depressionen sind zur neuen Megaseuche geworden und fordern mehr Todesopfer als Krieg und Terror zusammen.
Das ist keine Einbildung, sondern eine chemische Tatsache:
Laut J. John Mann, Professor für Psychiatrie an der Columbia University (New York) und Leiter der Abteilung Neurowissenschaft am New York State Psychiatric Institute, weisen 95 % der Selbstmörder einen Serotoninmangel auf.
Vielleicht hat Gott da was mit seiner Schöpfung doch nicht so ganz perfekt hinbekommen, wenn ihm im Sekundentakt seine Geschöpfe ihr „Geschenk“ zurück geben möchten.
Eigentlich eine schicke Sache - denn was sollte man schon ohne dieses Geschenk anfangen?
Es ist gewissermaßen das ultimative Geschenk - dermaßen fundamental, daß schon mal a priori in der Schuld Gottes steht.
Es ist nämlich vor allem ein imperatives Geschenk, das man zu hüten hat.
So in etwa wie den überdimensionierten Wandteller mit dem Kitschmotiv, den man vom Erbonkel bekommen hat und immer aus der Schublade kramt, wenn der Onkel an der Tür klingelt.
So ein Leben bekommt man von Gott - ob man will oder nicht; man wird nicht gefragt.
Man muß es behalten - auch wenn es einem weniger gefällt, als der häßlichste Staubfänger.
Umtausch ausgeschlossen.
Gott ist da leicht ein bißchen kleinlich und schnell eingeschnappt, wenn man einen anderen Geschmack hat.
Zumindest sieht es sein Bodenpersonal so und läuft sofort grün vor Empörung an, wenn jemand bei Kusch anruft oder Mitglied bei der DGHS ist - so wie ich!
Selbstmördern wurde über Jahrhunderte ein christliches Begräbnis verweigert.
Das tolle Gottesgeschenk muß man bis zum bitteren Ende behalten und wenn es noch so schäbig und abgewetzt ist.
Man sollte nicht öffentlich darüber spekulieren sein Leben zurück geben zu wollen, denn auch wenn das Leben einem offensichtlich schon vorher nicht mehr gefiel, so kann es noch viel schlimmer werden - ich erinnere mich an die a posteriori-Androhung von Bizarra Käßmann, als sich mit Kuschs Hilfe im letzten Sommer Bettina Schardt, 79, zum Suizid entschloss.
Die Hannoversche Bischöfin spie Feuer und Schwefel vor Empörung über Kusch und verlangte, daß er doch Frau Schardt lieber bei sich zu Hause hätte aufnehmen sollen.
Sie, die Bischöfin wäre in dem Fall zu der 79-Jährigen gegangen, um ihr aus der Bibel vorzulesen. Da hat die alte Dame dann noch schneller zu den Pillen gegriffen - die Vorstellung, daß sie dereinst im Pflegeheim läge und von predigenden Pfaffen im Zimmer heimgesucht würde - unfähig sich gegen diese Zwangsbebetung zu wehren - war der letzte Sargnagel.
Was ist das bloß mit diesem christlichen Lebenswahn?
Krieg stört sie nicht so sehr - im Gegenteil, je christlicher der Anführer, desto begeisterter geht das Töten los - siehe Bush, siehe Blair.
Das junge und mittelalte Leben ist den Christen offensichtlich herzlich egal.
Sie kaprizieren sich auf das vorgeburtliche Leben und polemisieren gegen Verhütung und Schwangerschaftsunterbrechungen.
Andererseits blasen sie sich am Lebensende wieder auf - in dem Bemühen Leid und Elend möglichst zu verlängern.
Dabei sind sich alle Experten einig, daß die Bevölkerungsexplosion das größte und schwerwiegendste Problem dieses Planeten ist!
Wir brauchen weniger Menschen und nicht mehr.
Deswegen hat der liebe Gott auch Krebs, Aids, koronare Herzerkrankungen, Mukoviszidose, Pneumonien, Lungenemphyseme, Flugzeugabstürze und Amyotrophe Lateralsklerose erfunden!
Es reicht nur nicht aus.
Aber auch ohne diese Sterbebeschleuniger der perfiden Art, wie sie nur ein perverser Schöpfer ersinnen kann, werden die Menschen immer mehr.
Eine Million Menschen pro Jahr erkennen das und geben ihr Gottesgeschenk freiwillig zurück - das ist ein Suizid in Deutschland alle 45 Minuten und weltweit ein Toter alle 30 Sekunden.
Das geht buchstäblich schneller als Haarewaschen.
Nach Angaben von Experten der Universitäten Oxford und Gent in der Zeitschrift «Lancet» ist Suizid mittlerweile die zehnthäufigste Todesursache der Welt. Hinzu kommen etwa 20 Millionen Selbstmordversuche.
Ca ¾ der Suizidalen sind Männer und zwar eher Ältere - aber die Jugend holt auf:
In den USA hat sich die Selbstmordquote bei Jugendlichen seit 1950 vervierfacht, wie die Organisation Centers for Disease Control meldet.
Auch jüngere Menschen sind also zunehmend unglücklich mit ihrem Leben in der Welt des 21. Jahrhunderts.
Dies berichtet auch die WHO: In jüngster Zeit habe suizidales Verhalten unter jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren alarmierend zugenommen.
Depressionen sind zur neuen Megaseuche geworden und fordern mehr Todesopfer als Krieg und Terror zusammen.
Das ist keine Einbildung, sondern eine chemische Tatsache:
Laut J. John Mann, Professor für Psychiatrie an der Columbia University (New York) und Leiter der Abteilung Neurowissenschaft am New York State Psychiatric Institute, weisen 95 % der Selbstmörder einen Serotoninmangel auf.
Vielleicht hat Gott da was mit seiner Schöpfung doch nicht so ganz perfekt hinbekommen, wenn ihm im Sekundentakt seine Geschöpfe ihr „Geschenk“ zurück geben möchten.
Sonntag, 5. April 2009
Wie sich die Zeiten ändern -Teil 2.
Oder wie doch alles beim Alten bleibt.
Das Antonym zu einem vorbildlichen Regierungschef sitzt bedauerlicherweise ausgerechnet in meiner Heimatstadt, Hamburg, auf dem Chefsessel.
Ole von Beusts schädliche Wirkung für Hamburg, sein mieser Charakter und sein de facto NICHT-Regieren wurde dementsprechend oft hier behandelt.
Das jüngste Beispiel ist das größte Finanzdesaster aller Zeiten, in das uns Hamburger die CDU-Senatoren ritten.
Unfassbare 13 Milliarden Euro wird es (mindestens) kosten die von den CDU-Senatoren Freytag und Peiner angerichtete Giga-GAK der HSH-Nordbank für’s erste zu bereinigen.
Die Hamburger (und Schleswig Holsteinische) Regierung stümperte dabei dermaßen und stapfte so tumb sehenden Auges in die Katastrophe, daß der CDU-Wirtschaftsminister Marnette fassungslos seinen Posten hinwarf.
In seiner Erklärung poltert er von "schlechtem und unprofessionellem Krisenmanagement" bei der HSH Nordbank, „Vernachlässigung der Kontroll- und Sorgfaltspflicht“; sein „Vertrauen in die Landesregierung“ sei „in den vergangenen Monaten zunehmend erschüttert worden“
13 Milliarden Euro - Diese Belastungen treffen eine Stadt, deren Jahresetat rund zehn Milliarden Euro umfasst und die in den vergangenen Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebte. So liegen Hamburgs Schulden bei weit über 25 Milliarden Euro. Als Folge muss die Stadt derzeit rund zehn Prozent des ihr jährlich zur Verfügung stehenden Geldes für Zinsen abgeben.
Der Bürgermeister ging den Weg, den er immer geht, wenn es schwierig wird: Er tauchte ab, schwieg und tat so als ob er nicht dazu gehörte.
Er grinste sich durch lockere PR-Termine bei einer Bäckerei in Marmsdorf, plauderte über Gebäck, während die weitreichendste finanzpolitische Entscheidung der Hansestadt gefällt wurde.
Die Mopo berichtet:
Es war eine Redeschlacht mit staatstragenden Zwischentönen: Mehr als drei Stunden und ein Dutzend Wortbeiträge waren am Mittwochabend in der Bürgerschaft nötig, um das größte Rettungspaket in Hamburgs Geschichte zu verabschieden. Lediglich ein wichtiger Akteur beobachtete das Treiben um das 13-Milliarden-Geschenk für die marode HSH-Nordbank seelenruhig: Bürgermeister Ole von Beust (CDU).
…. Für den Hamburger Politikwissenschaftler Friedbert Rüb ist dieses Argument nur vorgeschoben: "Das Schweigen gehört ganz klar zur Strategie des Bürgermeisters. Herr von Beust hält sich heraus und achtet darauf, dass nur sein Finanzsenator mit der tickenden Zeitbombe HSH-Nordbank in Verbindung gebracht wird. Das gibt ihm den nötigen Spielraum, um den Senator in einer besonders kritischen Situation zu entlassen und selbst unbeschadet aus der Sache zu kommen. Nach diesem Prinzip ist er auch früher schon verfahren."
Wie konnte es nur passieren, daß so ein substanzloser Blender und Faulpelz wie Beust nicht nur überhaupt Bürgermeister wurde, sondern auch noch pausenlos wiedergewählt wird?
Dazu führte ich vor vier Monaten aus:
Die Medien, zu fast 90 % zum Springer-Konzern gehörend; bliesen Hamburg zur Hauptstadt der Kriminalität auf: Nur Richter Gnadenlos, Ronald Schill, könne nun noch helfen.
Um neben dem harten Hund nicht total zu verblassen, holte sich Ole von Beust seinen Freund „die lächelnde Guillotine“ Roger Kusch als extrascharfen Sicherheitsberater ins Boot.
Es reichte für Ole - mit 26,2 % für die CDU mogelte er sich mit Hilfe von Schill, Kusch und der nach rechtsaußen gerutschten FDP an die Macht, obwohl die SPD gute zehn Prozent mehr Stimmen hatte (36,5 %).
So war das damals - das Thema Kriminalität überstrahlte alles, von BILD und Co eingeschüchtert, glaubten die Hamburger in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr sicher zu sein.
Da störte es nicht von koksenden rechtsradikalen Hetzern und sonstigem Kroppzeug regiert zu werden.
Wie sich die Zeiten ändern
Schill und Kusch sind glücklicherweise inzwischen gegangen worden; aber zum Schaden der Hansestadt regiert der Beust-Ole immer noch.
An seine beiden Exe möchte er nicht mehr erinnert werden und den Wunsch erfüllen ihm die devoten Journalisten auch nur zu gern.
Mit der Kriminalität ging es inzwischen kräftig bergauf, wie sowohl Mopo, als auch zähneknirschend die Hamburger Springerblätter zugeben müssen.
Aus aktuellem Anlass möchte ich noch einmal an das Ole’sche Kernwahlversprechen von einst erinnern: 1000 Polizisten sollten zusätzlich eingestellt werden.
Schill rückte schnell von diesen Versprechen ab. Im Koksnebel konnte er sich vielleicht auch nicht mehr so genau daran erinnern, was er so alles gesagt hatte. Aber auch ohne Schill, strich die CDU munter weiter bei der Polizei.
Anfang 2006 wurde dies zum Wahlkampfthema, das auch das Hamburger Abendblatt beschäftigte:
Die Opposition hat Bürgermeister Ole von Beust (CDU) und Innensenator Udo Nagel (parteilos) "Volksverdummung" und "Wahlbetrug in Reinkultur" vorgeworfen. Hintergrund ist die Ankündigung, 151 Stellen bei der Polizei zu streichen. "Was ist aus der selbsternannten Sicherheitspartei CDU geworden?" fragte SPD-Innenpolitiker Andreas Dressel gestern in der aktuellen Stunde der Bürgerschaft.
Die Hamburger Wähler störte es scheinbar nicht, daß sie wieder und wieder und wieder massiv von Ole von Beust belogen wurden.
Sie sind offensichtlich daran gewöhnt. Schließlich wollte Beust 2001 auch vor allem mehr Lehrer einstellen, um dann im ersten Jahr nach seinem Regierungsantritt 800 Lehrer zu entlassen, so daß Hamburg auf der Pisa-Leiter kontinuierlich weiter abrutscht.
Beust-Politik, eben.
Am Donnerstag, den 2. April 09 feierte sich die Hamburger Regierung nun die Einweihung einer neuen Polizeiwache; dem Polizeikommissariat 31 an der Oberaltenallee.
Man könnte das zunächst einmal als legitimen Partyanlass für eine Stadtregierung ansehen, die einst mit Sicherheitsversprechen und einem Anti-Kriminalitätswahlkampf auf ihre Pöstchen gerutscht war.
Allein, die Betonung ist falsch.
Man feierte die Einweihung EINER neuen Wache - vorher waren es nämlich zwei Wachen, das Kommissariat 32 ist weg.
Auch hier kürzt die CDU-Regierung kräftig:
Die Zusammenlegung der Kommissariate 31 und 32 ist die nunmehr vierte in den vergangenen zweieinhalb Jahren. Zuvor hatten die Wachen in Eimsbüttel (PK 22 und 23), in der Innenstadt (12 und 14) und in Harburg (45 und 46) zwangsfusioniert. Laut Gewerkschaft wurden so insgesamt mindestens 100 Stellen bei der Polizei gestrichen. Der Kontakt zwischen Bürgern und Polizei sei nun spürbar eingeschränkt.
Das Antonym zu einem vorbildlichen Regierungschef sitzt bedauerlicherweise ausgerechnet in meiner Heimatstadt, Hamburg, auf dem Chefsessel.
Ole von Beusts schädliche Wirkung für Hamburg, sein mieser Charakter und sein de facto NICHT-Regieren wurde dementsprechend oft hier behandelt.
Das jüngste Beispiel ist das größte Finanzdesaster aller Zeiten, in das uns Hamburger die CDU-Senatoren ritten.
Unfassbare 13 Milliarden Euro wird es (mindestens) kosten die von den CDU-Senatoren Freytag und Peiner angerichtete Giga-GAK der HSH-Nordbank für’s erste zu bereinigen.
Die Hamburger (und Schleswig Holsteinische) Regierung stümperte dabei dermaßen und stapfte so tumb sehenden Auges in die Katastrophe, daß der CDU-Wirtschaftsminister Marnette fassungslos seinen Posten hinwarf.
In seiner Erklärung poltert er von "schlechtem und unprofessionellem Krisenmanagement" bei der HSH Nordbank, „Vernachlässigung der Kontroll- und Sorgfaltspflicht“; sein „Vertrauen in die Landesregierung“ sei „in den vergangenen Monaten zunehmend erschüttert worden“
13 Milliarden Euro - Diese Belastungen treffen eine Stadt, deren Jahresetat rund zehn Milliarden Euro umfasst und die in den vergangenen Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebte. So liegen Hamburgs Schulden bei weit über 25 Milliarden Euro. Als Folge muss die Stadt derzeit rund zehn Prozent des ihr jährlich zur Verfügung stehenden Geldes für Zinsen abgeben.
Der Bürgermeister ging den Weg, den er immer geht, wenn es schwierig wird: Er tauchte ab, schwieg und tat so als ob er nicht dazu gehörte.
Er grinste sich durch lockere PR-Termine bei einer Bäckerei in Marmsdorf, plauderte über Gebäck, während die weitreichendste finanzpolitische Entscheidung der Hansestadt gefällt wurde.
Die Mopo berichtet:
Es war eine Redeschlacht mit staatstragenden Zwischentönen: Mehr als drei Stunden und ein Dutzend Wortbeiträge waren am Mittwochabend in der Bürgerschaft nötig, um das größte Rettungspaket in Hamburgs Geschichte zu verabschieden. Lediglich ein wichtiger Akteur beobachtete das Treiben um das 13-Milliarden-Geschenk für die marode HSH-Nordbank seelenruhig: Bürgermeister Ole von Beust (CDU).
…. Für den Hamburger Politikwissenschaftler Friedbert Rüb ist dieses Argument nur vorgeschoben: "Das Schweigen gehört ganz klar zur Strategie des Bürgermeisters. Herr von Beust hält sich heraus und achtet darauf, dass nur sein Finanzsenator mit der tickenden Zeitbombe HSH-Nordbank in Verbindung gebracht wird. Das gibt ihm den nötigen Spielraum, um den Senator in einer besonders kritischen Situation zu entlassen und selbst unbeschadet aus der Sache zu kommen. Nach diesem Prinzip ist er auch früher schon verfahren."
Wie konnte es nur passieren, daß so ein substanzloser Blender und Faulpelz wie Beust nicht nur überhaupt Bürgermeister wurde, sondern auch noch pausenlos wiedergewählt wird?
Dazu führte ich vor vier Monaten aus:
Die Medien, zu fast 90 % zum Springer-Konzern gehörend; bliesen Hamburg zur Hauptstadt der Kriminalität auf: Nur Richter Gnadenlos, Ronald Schill, könne nun noch helfen.
Um neben dem harten Hund nicht total zu verblassen, holte sich Ole von Beust seinen Freund „die lächelnde Guillotine“ Roger Kusch als extrascharfen Sicherheitsberater ins Boot.
Es reichte für Ole - mit 26,2 % für die CDU mogelte er sich mit Hilfe von Schill, Kusch und der nach rechtsaußen gerutschten FDP an die Macht, obwohl die SPD gute zehn Prozent mehr Stimmen hatte (36,5 %).
So war das damals - das Thema Kriminalität überstrahlte alles, von BILD und Co eingeschüchtert, glaubten die Hamburger in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr sicher zu sein.
Da störte es nicht von koksenden rechtsradikalen Hetzern und sonstigem Kroppzeug regiert zu werden.
Wie sich die Zeiten ändern
Schill und Kusch sind glücklicherweise inzwischen gegangen worden; aber zum Schaden der Hansestadt regiert der Beust-Ole immer noch.
An seine beiden Exe möchte er nicht mehr erinnert werden und den Wunsch erfüllen ihm die devoten Journalisten auch nur zu gern.
Mit der Kriminalität ging es inzwischen kräftig bergauf, wie sowohl Mopo, als auch zähneknirschend die Hamburger Springerblätter zugeben müssen.
Aus aktuellem Anlass möchte ich noch einmal an das Ole’sche Kernwahlversprechen von einst erinnern: 1000 Polizisten sollten zusätzlich eingestellt werden.
Schill rückte schnell von diesen Versprechen ab. Im Koksnebel konnte er sich vielleicht auch nicht mehr so genau daran erinnern, was er so alles gesagt hatte. Aber auch ohne Schill, strich die CDU munter weiter bei der Polizei.
Anfang 2006 wurde dies zum Wahlkampfthema, das auch das Hamburger Abendblatt beschäftigte:
Die Opposition hat Bürgermeister Ole von Beust (CDU) und Innensenator Udo Nagel (parteilos) "Volksverdummung" und "Wahlbetrug in Reinkultur" vorgeworfen. Hintergrund ist die Ankündigung, 151 Stellen bei der Polizei zu streichen. "Was ist aus der selbsternannten Sicherheitspartei CDU geworden?" fragte SPD-Innenpolitiker Andreas Dressel gestern in der aktuellen Stunde der Bürgerschaft.
Die Hamburger Wähler störte es scheinbar nicht, daß sie wieder und wieder und wieder massiv von Ole von Beust belogen wurden.
Sie sind offensichtlich daran gewöhnt. Schließlich wollte Beust 2001 auch vor allem mehr Lehrer einstellen, um dann im ersten Jahr nach seinem Regierungsantritt 800 Lehrer zu entlassen, so daß Hamburg auf der Pisa-Leiter kontinuierlich weiter abrutscht.
Beust-Politik, eben.
Am Donnerstag, den 2. April 09 feierte sich die Hamburger Regierung nun die Einweihung einer neuen Polizeiwache; dem Polizeikommissariat 31 an der Oberaltenallee.
Man könnte das zunächst einmal als legitimen Partyanlass für eine Stadtregierung ansehen, die einst mit Sicherheitsversprechen und einem Anti-Kriminalitätswahlkampf auf ihre Pöstchen gerutscht war.
Allein, die Betonung ist falsch.
Man feierte die Einweihung EINER neuen Wache - vorher waren es nämlich zwei Wachen, das Kommissariat 32 ist weg.
Auch hier kürzt die CDU-Regierung kräftig:
Die Zusammenlegung der Kommissariate 31 und 32 ist die nunmehr vierte in den vergangenen zweieinhalb Jahren. Zuvor hatten die Wachen in Eimsbüttel (PK 22 und 23), in der Innenstadt (12 und 14) und in Harburg (45 und 46) zwangsfusioniert. Laut Gewerkschaft wurden so insgesamt mindestens 100 Stellen bei der Polizei gestrichen. Der Kontakt zwischen Bürgern und Polizei sei nun spürbar eingeschränkt.
Sonntag, 15. Februar 2009
Übung in Toleranz.
Die Abrahamitisachen Religionen sind auch heute noch ein geeignetes Anschauungsbeispiel dafür in welch archaische Finsternis es führt, wenn man sich der eigenen Intoleranz hingibt.
Da kämpft zum Beispiel der Vatikan Arm in Arm mit islamischen Fundi-Staaten und afrikanischen Despoten in der UN gegen Menschenrechtskonventionen, die endlich die Diskriminierung Homosexueller verurteilen wollen.
Ratzinger und die seinen sind als mindestens ein Jahrhundert hinter dem allgemeinen Erkenntnisstand hinterher.
Dabei müßten sie nur mal in einen Brockhaus sehen; der nicht gerade als Organ der unseriösen sozialistischen Umtriebe bekannt ist.
Im „Brockhaus Psychologie“ (Ausgabe 2001) heißt es dazu auf Seite 247f:
„In der Sexualforschung geht man heute davon aus, dass die homosexuelle Orientierung ebenso wie die heterosexuelle tief und unabänderlich (Hören Sie Bischof Wagner? „unabänderlich“) mit der Persönlichkeit verknüpft ist. ..Die Homosexualität wird inzwischen von allen mit ihr befassten Disziplinen als ein häufig vorkommendes sexuelles Normalphänomen angesehen.“
Nun ist der Vatikan bekanntlich generell mit Fakten und Erkenntnissen auf Kriegsfuß, bekämpfte bis in das 19. Jahrhundert das heliozentrische System und so warten Galileo Galilei und Giordano Bruno noch Jahrhunderte nach ihrem Tod auf ein „mea culpa“ aus dem Vatikan.
Ein besonders tolldreistes Beispiel der päpstlichen Unmoral lieferte 2008 Erzbischof Gianfranco Ravasi, der just mit den Prozessakten Galileis beschäftigt ist.
Der Vatikan habe gar nichts zurück zu nehmen, da Papst Urban VIII das Urteil gegen Galilei nicht unterzeichnet hätte, befand der Mann im roten Kleid.
Daß dieses Urteil auch nicht notwendig war, da der Gescholtene vor Angst schlotternd widerrief, nachdem man ihn in die Folterkammer führte, steht auf einem anderen Blatt.
Heute können wir glücklicherweise über den Papst lachen und müssen seine abstrusen Ansichten zur Homosexualität nicht mehr ernst nehmen, da der frühere Chef der Inquisitionsbehörde auch als Stellvertreter Gottes auf Erden zu seinem großen Bedauern die von seiner Lehre abweichenden Personen nicht mehr in die vatikanischen Folterkammern stecken kann, bis die gewünschte Gefügigkeit erreicht ist.
Dieser Emanzipierungsprozess von der einst allmächtigen kirchlichen Autorität sollte uns dazu befähigt haben unsere Toleranz weiter zu entwickeln.
Im Westeuropa des Jahres 2009 ist es relativ leicht sich mit Schwulen zu arrangieren. Sie sind eben ein „häufig vorkommendes sexuelles Normalphänomen“ und auch wenn man noch so heterosexuell ist, wird man sich dieser Tatsache nicht mehr ernsthaft verschließen können.
Ich plädiere aber dafür den Toleranzbegriff wirklich auf alle Spielarten des menschlichen Daseins auszuweiten - wenn zwei Bedingungen erfüllt sind:
Wir sprechen 1.) nur über Erwachsene und diese sollen 2.) niemand anderem schaden oder Zwang ausüben.
Ob man ein Verhalten persönlich „versteht“, darf allerdings keine Rolle spielen.
Ich kann beispielsweise überhaupt und gar nicht verstehen, wie man als Mann auf die Idee verfallen kann Angela Merkel heiraten zu wollen und mit ihr dann womöglich auch noch intim sein zu wollen. I gitt. Dennoch sollte Kanzlergatte Joachim Sauer unbedingt straffrei bleiben.
Was kommt aber als Nächstes?
In diesem Blog wurden schon Sterbehilfe und Inzest angesprochen, daher nur ganz kurz zusammen gefasst:
Ja, wer unbedingt sterben möchte, sollte das dürfen und können - unabhängig davon, ob irgendeine christliche Lebensschützerin à la Bizarra Käßmann die Gründe dafür akzeptiert oder nicht.
Ja, (erwachsene) Geschwister dürfen Sex haben. Allerdings mit der Einschränkung, daß sie sich möglichst nicht fortpflanzen; denn dadurch würde eventuelle ein Dritter - nämlich das Kind - (genetisch) geschädigt werden.
Ebenso bejahe ich grundsätzlich das Recht eines jeden Menschen sein Geschlecht zu wechseln.
Es sollte aber dementsprechend verboten werden Säuglinge, die mit männlichen und weiblichen Genitalien geboren werden, geschlechtsbestimmend zu operieren, so wie es heute noch fast immer gemacht wird. So eine Entscheidung - ob man als Mann, als Frau, oder als Hermaphrodit leben möchte, steht nur dem Betroffenen selbst - als Erwachsenem - zu.
Inakzeptabel ist es Säuglinge zu taufen und damit zwangsweise zu Mitgliedern von Religionsgemeinschaften zu machen. Es steht ihnen frei sich jeder erdenklichen Religion zuzuwenden, wenn sie erwachsen sind.
Ganz entsprechend lehne ich grundsätzlich die Beschneidung von Jungs - und erst recht Mädchen - ab. Wer lieber beschnitten sein will, kann das recht unproblematisch mit 18 durchführen lassen - aber den umgekehrten Weg gibt es nun einmal nicht.
Im Zusammenhang mit dem in Frankreich für gleichgeschlechtliche Partner eingeführten PACS (Pact civile de solidarité); eine Co-Form der Ehe, wurden die üblichen Stimmen laut, daß damit Tür und Tor geöffnet würden. Dann könnten womöglich bald auch drei Leute oder Geschwister heiraten.
Dazu sage ich: Und warum nicht?
Der Pacs beinhaltet Rechte und Pflichten - wieso sollte so ein Bündnis nicht allen denkbaren Konstellationen offen stehen?
Meinetwegen kann jemand auch eine Liebesbeziehung mit seinem Toaster führen.
Letztes Beispiel für heute:
Unter dem Begriff „Apotemnophilie“ machte spätestens die berühmte BBC-Doku von 2000 dieses Leiden bekannt.
Zwei Fälle in Schottland haben eine Diskussion darüber ausgelöst, wie weit Selbstbestimmung gehen darf. Der Arzt Robert Smith aus Filkirk hatte 1997 und 1999 zwei Männern ihre gesunden Beine amputiert, einer der beiden war Deutscher.
Inzwischen wird statt des Begriffs „Apotemnophilie“, Body Integrity Identity Disorder, Kurzform BIID gesagt.
Menschen mit BIID haben den überwältigenden Wunsch sich Gliedmaßen zu amputieren, oder einen der Sinne, bzw die Beweglichkeit (Durchtrennung der Rückgrats) zu verlieren.
Offensichtlich empfinden sie sich selbst als so deutlich erblindet, querschnittsgelähmt, oder einbeinig, daß sie den tatsächlichen (vollständigen) Körper nicht ertragen können.
Die Störung hat bislang keinen Einzug in das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders gefunden; dies soll aber 2013 geschehen.
Viele Forscher beschäftigen sich inzwischen mit dem überaus seltenen Phänomen.
So untersuchte 2004 der New Yorker Arzt und Psychiater Michael First 52 Personen mit BIID und kam zu folgendem Schluß:
Results. Seventeen per cent (n=9) had an arm or leg amputated with two-thirds using methods that put the subject at risk of death and one-third enlisting a surgeon to amputate their healthy limb. The most common reported reason for wanting an amputation was the subject’s feeling that it would correct a mismatch between the person’s anatomy and sense of his or her ‘true ’ self (identity). None were delusional. For all but one subject age at onset was during childhood or early adolescence. For those who had psychotherapy or medication there was no change in the intensity of the desire for amputation. The six subjects who had an amputation at their desired site reported that following the amputation they felt better than they ever had and no longer had a desire for an amputation.
Auch Aglaja Stirn, Leiterin der Psychosomatik an der Uniklinik Frankfurt, erforscht BIID. Darüber berichtete letzten Monat die SZ unter der Überschrift Sehnsucht nach dem idealen Schnitt.
Soweit bisher bekannt ist, gibt es analog zur Transsexualität keine Therapiemöglichkeit außer einer angelichenden Operation.
Tatsächlich empfinden sich die BIID’ler nach der gewünschten Verstümmelung als „geheilt“ und glücklicher.
Es gibt also noch keinen Aufschluß über die Ursachen, aber immerhin eine „Heilung“.
Peter Brugger, Leiter der Neuropsychologie an der Uniklinik Zürich, glaubt nicht, dass BIID eine psychologische Ursache hat. Der Neurobiologe vermutet eine Fehlfunktion im Gehirn. Der Körper werde im Gehirn eines BIID-Betroffenen falsch repräsentiert. Brugger hat zu Phantomschmerzen geforscht. BIID könnte das Spiegelbild sein: "Beim Phantomschmerz ist kein Fleisch da, aber die Glieder sind im Gehirn präsent." Bei BIID ist es andersherum. "Es ist Fleisch vorhanden, aber es ist nicht beseelt", sagt der Neurobiologe.
Menschen mit Amputationswünschen sind aber von der Medizin de facto allein gelassen - außer dem erwähnten schottischem Arzt ist kein Mediziner bekannt, der gesunde Gliedmaßen amputiert oder auf Wunsch Querschnittslähmungen herbei führt.
Das ist schlecht.
BIID-Betroffenen muß geholfen werden und ihr Zustand muß akzeptiert werden - und wenn wir es auch noch so schwer nachvollziehen können.
Auch da ist Toleranz gefordert.
Da kämpft zum Beispiel der Vatikan Arm in Arm mit islamischen Fundi-Staaten und afrikanischen Despoten in der UN gegen Menschenrechtskonventionen, die endlich die Diskriminierung Homosexueller verurteilen wollen.
Ratzinger und die seinen sind als mindestens ein Jahrhundert hinter dem allgemeinen Erkenntnisstand hinterher.
Dabei müßten sie nur mal in einen Brockhaus sehen; der nicht gerade als Organ der unseriösen sozialistischen Umtriebe bekannt ist.
Im „Brockhaus Psychologie“ (Ausgabe 2001) heißt es dazu auf Seite 247f:
„In der Sexualforschung geht man heute davon aus, dass die homosexuelle Orientierung ebenso wie die heterosexuelle tief und unabänderlich (Hören Sie Bischof Wagner? „unabänderlich“) mit der Persönlichkeit verknüpft ist. ..Die Homosexualität wird inzwischen von allen mit ihr befassten Disziplinen als ein häufig vorkommendes sexuelles Normalphänomen angesehen.“
Nun ist der Vatikan bekanntlich generell mit Fakten und Erkenntnissen auf Kriegsfuß, bekämpfte bis in das 19. Jahrhundert das heliozentrische System und so warten Galileo Galilei und Giordano Bruno noch Jahrhunderte nach ihrem Tod auf ein „mea culpa“ aus dem Vatikan.
Ein besonders tolldreistes Beispiel der päpstlichen Unmoral lieferte 2008 Erzbischof Gianfranco Ravasi, der just mit den Prozessakten Galileis beschäftigt ist.
Der Vatikan habe gar nichts zurück zu nehmen, da Papst Urban VIII das Urteil gegen Galilei nicht unterzeichnet hätte, befand der Mann im roten Kleid.
Daß dieses Urteil auch nicht notwendig war, da der Gescholtene vor Angst schlotternd widerrief, nachdem man ihn in die Folterkammer führte, steht auf einem anderen Blatt.
Heute können wir glücklicherweise über den Papst lachen und müssen seine abstrusen Ansichten zur Homosexualität nicht mehr ernst nehmen, da der frühere Chef der Inquisitionsbehörde auch als Stellvertreter Gottes auf Erden zu seinem großen Bedauern die von seiner Lehre abweichenden Personen nicht mehr in die vatikanischen Folterkammern stecken kann, bis die gewünschte Gefügigkeit erreicht ist.
Dieser Emanzipierungsprozess von der einst allmächtigen kirchlichen Autorität sollte uns dazu befähigt haben unsere Toleranz weiter zu entwickeln.
Im Westeuropa des Jahres 2009 ist es relativ leicht sich mit Schwulen zu arrangieren. Sie sind eben ein „häufig vorkommendes sexuelles Normalphänomen“ und auch wenn man noch so heterosexuell ist, wird man sich dieser Tatsache nicht mehr ernsthaft verschließen können.
Ich plädiere aber dafür den Toleranzbegriff wirklich auf alle Spielarten des menschlichen Daseins auszuweiten - wenn zwei Bedingungen erfüllt sind:
Wir sprechen 1.) nur über Erwachsene und diese sollen 2.) niemand anderem schaden oder Zwang ausüben.
Ob man ein Verhalten persönlich „versteht“, darf allerdings keine Rolle spielen.
Ich kann beispielsweise überhaupt und gar nicht verstehen, wie man als Mann auf die Idee verfallen kann Angela Merkel heiraten zu wollen und mit ihr dann womöglich auch noch intim sein zu wollen. I gitt. Dennoch sollte Kanzlergatte Joachim Sauer unbedingt straffrei bleiben.
Was kommt aber als Nächstes?
In diesem Blog wurden schon Sterbehilfe und Inzest angesprochen, daher nur ganz kurz zusammen gefasst:
Ja, wer unbedingt sterben möchte, sollte das dürfen und können - unabhängig davon, ob irgendeine christliche Lebensschützerin à la Bizarra Käßmann die Gründe dafür akzeptiert oder nicht.
Ja, (erwachsene) Geschwister dürfen Sex haben. Allerdings mit der Einschränkung, daß sie sich möglichst nicht fortpflanzen; denn dadurch würde eventuelle ein Dritter - nämlich das Kind - (genetisch) geschädigt werden.
Ebenso bejahe ich grundsätzlich das Recht eines jeden Menschen sein Geschlecht zu wechseln.
Es sollte aber dementsprechend verboten werden Säuglinge, die mit männlichen und weiblichen Genitalien geboren werden, geschlechtsbestimmend zu operieren, so wie es heute noch fast immer gemacht wird. So eine Entscheidung - ob man als Mann, als Frau, oder als Hermaphrodit leben möchte, steht nur dem Betroffenen selbst - als Erwachsenem - zu.
Inakzeptabel ist es Säuglinge zu taufen und damit zwangsweise zu Mitgliedern von Religionsgemeinschaften zu machen. Es steht ihnen frei sich jeder erdenklichen Religion zuzuwenden, wenn sie erwachsen sind.
Ganz entsprechend lehne ich grundsätzlich die Beschneidung von Jungs - und erst recht Mädchen - ab. Wer lieber beschnitten sein will, kann das recht unproblematisch mit 18 durchführen lassen - aber den umgekehrten Weg gibt es nun einmal nicht.
Im Zusammenhang mit dem in Frankreich für gleichgeschlechtliche Partner eingeführten PACS (Pact civile de solidarité); eine Co-Form der Ehe, wurden die üblichen Stimmen laut, daß damit Tür und Tor geöffnet würden. Dann könnten womöglich bald auch drei Leute oder Geschwister heiraten.
Dazu sage ich: Und warum nicht?
Der Pacs beinhaltet Rechte und Pflichten - wieso sollte so ein Bündnis nicht allen denkbaren Konstellationen offen stehen?
Meinetwegen kann jemand auch eine Liebesbeziehung mit seinem Toaster führen.
Letztes Beispiel für heute:
Unter dem Begriff „Apotemnophilie“ machte spätestens die berühmte BBC-Doku von 2000 dieses Leiden bekannt.
Zwei Fälle in Schottland haben eine Diskussion darüber ausgelöst, wie weit Selbstbestimmung gehen darf. Der Arzt Robert Smith aus Filkirk hatte 1997 und 1999 zwei Männern ihre gesunden Beine amputiert, einer der beiden war Deutscher.
Inzwischen wird statt des Begriffs „Apotemnophilie“, Body Integrity Identity Disorder, Kurzform BIID gesagt.
Menschen mit BIID haben den überwältigenden Wunsch sich Gliedmaßen zu amputieren, oder einen der Sinne, bzw die Beweglichkeit (Durchtrennung der Rückgrats) zu verlieren.
Offensichtlich empfinden sie sich selbst als so deutlich erblindet, querschnittsgelähmt, oder einbeinig, daß sie den tatsächlichen (vollständigen) Körper nicht ertragen können.
Die Störung hat bislang keinen Einzug in das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders gefunden; dies soll aber 2013 geschehen.
Viele Forscher beschäftigen sich inzwischen mit dem überaus seltenen Phänomen.
So untersuchte 2004 der New Yorker Arzt und Psychiater Michael First 52 Personen mit BIID und kam zu folgendem Schluß:
Results. Seventeen per cent (n=9) had an arm or leg amputated with two-thirds using methods that put the subject at risk of death and one-third enlisting a surgeon to amputate their healthy limb. The most common reported reason for wanting an amputation was the subject’s feeling that it would correct a mismatch between the person’s anatomy and sense of his or her ‘true ’ self (identity). None were delusional. For all but one subject age at onset was during childhood or early adolescence. For those who had psychotherapy or medication there was no change in the intensity of the desire for amputation. The six subjects who had an amputation at their desired site reported that following the amputation they felt better than they ever had and no longer had a desire for an amputation.
Auch Aglaja Stirn, Leiterin der Psychosomatik an der Uniklinik Frankfurt, erforscht BIID. Darüber berichtete letzten Monat die SZ unter der Überschrift Sehnsucht nach dem idealen Schnitt.
Soweit bisher bekannt ist, gibt es analog zur Transsexualität keine Therapiemöglichkeit außer einer angelichenden Operation.
Tatsächlich empfinden sich die BIID’ler nach der gewünschten Verstümmelung als „geheilt“ und glücklicher.
Es gibt also noch keinen Aufschluß über die Ursachen, aber immerhin eine „Heilung“.
Peter Brugger, Leiter der Neuropsychologie an der Uniklinik Zürich, glaubt nicht, dass BIID eine psychologische Ursache hat. Der Neurobiologe vermutet eine Fehlfunktion im Gehirn. Der Körper werde im Gehirn eines BIID-Betroffenen falsch repräsentiert. Brugger hat zu Phantomschmerzen geforscht. BIID könnte das Spiegelbild sein: "Beim Phantomschmerz ist kein Fleisch da, aber die Glieder sind im Gehirn präsent." Bei BIID ist es andersherum. "Es ist Fleisch vorhanden, aber es ist nicht beseelt", sagt der Neurobiologe.
Menschen mit Amputationswünschen sind aber von der Medizin de facto allein gelassen - außer dem erwähnten schottischem Arzt ist kein Mediziner bekannt, der gesunde Gliedmaßen amputiert oder auf Wunsch Querschnittslähmungen herbei führt.
Das ist schlecht.
BIID-Betroffenen muß geholfen werden und ihr Zustand muß akzeptiert werden - und wenn wir es auch noch so schwer nachvollziehen können.
Auch da ist Toleranz gefordert.
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