Das Gesetz verbietet "öffentliche Aktivitäten", die Werbung für "Unzucht, Lesbischsein, Bisexualität und Transgender-Identität" sowie für Pädophilie machen. Es war von der Putin-Partei "Einiges Russland" ins Parlament eingebracht worden. Verstöße sollen mit Geldstrafen in Höhe von bis zu 12.000 Euro geahndet werden - noch im Dezember war eine Maximalstrafe von umgerechnet 1.200 Euro geplant.
Posts mit dem Label Beck werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Beck werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Donnerstag, 9. Februar 2012
Lokalkolorit - Teil II
Einmal als Hamburg-Fan geouted, möchte ich noch anfügen, daß Hamburg Städtepartnerschaften zu sehr interessanten Metropolen unterhält:
Chicago, St. Petersburg/Leningrad, Osaka, Shanghai, Marseille, Prag, Dar Es Salaam (Tansania), Dresden (Ferner Osten), Leon (Nicaragua).
Eine ganz gute Mischung.
Chicago, Osaka und Shanghai sind prosperierende Riesenstädte.
Leon (150.000 Einwohner, Partnerstadt seit 1998) und Dresden (500.000 Einwohner, Partner seit Vorwendezeiten, 1987) sind deutlich kleiner und schwächer als Hamburg und können daher besonders von der Hilfe der größten deutschen Hafenstadt profitieren.
Auch Dar Es Salaam, welches mehr als doppelt so viele Einwohner wie Hamburg hat, profitiert sicherlich vom regen kulturellen und wirtschaftlichen Austausch.
Ebenso scheint das finanzstarke Handelszentrum Osaka (2,6 Mio Einwohner im Stadtgebiet, 17,5 Millionen im Ballungsraum) prädestiniert als Partnerstadt.
Hamburg hat eine sehr große Japanische Gemeinde, welche der Stadt eine besondere Note beschert.
Bereits seit 1968 veranstalten die in Hamburg ansässigen, japanischen Firmen über der Hamburger Alster ein Feuerwerk. Es soll die Menschen auf die Pflanzung von ca. 5.000 Kirschbäumen im Alsterpark, an der Kennedybrücke, der Alsterkrugchaussee und am Altonaer Balkon aufmerksam machen, die als Dank an den Senat und die Hamburger für ihre Gastfreundschaft von den Japanern gepflanzt wurden.
(Hamburg.de)
Da ich selbst in einer Straße mit vielen Japanischen Kirschen wohne, schwelge ich jedes Jahr einmal im rosa Blütenmeer.
Ein wirklich herausragendes Geschenk der Japaner an Hamburg, das auf mehr als 250 Jahre intensive Handelsbeziehungen mit Japan zurück blickt.
2011 fiel das traditionelle Kirschblütenfeuerwerk über der Außenalster angesichts der Erdbebenkatastrophe in Japan aus.
Stattdessen reiste Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz, der im engen Kontakt mit Osakas Stadtoberhäuptern steht, nach Japan und bot Hamburgs Hilfe beim Wiederaufbau an.
Eine Hilfe, die leider schon Tradition ist.
Im Januar 1995 verursachte das schwerste Erdbeben seit 50 Jahren in der Region Kobe/Osaka verheerende Schäden und forderte zahlreiche Opfer. Noch am Tag der Katastrophe sprach der damalige Hamburger Bürgermeister Voscherau die Anteilnahme Hamburgs in Telegrammen an die japanischen Partner aus. Gleichzeitig bot der Senat seine Hilfe und Unterstützung an. Als Ausdruck dieser Unterstützung lud der Senat im August fünf Jungen und Mädchen, die bei dem Erdbeben ihr Zuhause verloren hatten, aus Osaka nach Hamburg ein.
Einen ersten Höhenpunkt erlebte die neue Partnerschaft bereits 1989 während der im Rahmen des 800. Hafengeburtstags stattfindenden "Japan-Woche", die neben Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen auch ein hochrangig besetztes deutsch-japanisches Wirtschaftssymposium mit der Beteiligung Osakas umfasste.
(Hamburg.de)
Am erstaunlichsten sind die engen Beziehungen, die Hamburg schon im Jahr 1957 zum damaligen Leningrad einging.
Die schönste Stadt Russlands trägt wie Hamburg aufgrund der vielen Brücken, welche die Flüsse und Kanäle der Stadt umspannen, den Beinamen „Venedig des Nordens.“
(Venedig verfügt über 400 Brücken, St. Petersburg über 500 und Hamburg hat 2.500 Brücken)
St Petersburg (1914-1924: Petrograd, 1924-1991 Leningrad) erlebte im zweiten Weltkrieg eins der grausamsten Schicksale überhaupt.
Vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944, also ganze 871 Tage lang, wurde Leningrad von deutschen Truppen eingekesselt.
Hitler befahl keinen Angriff, sondern wollte die knapp vier Millionen Einwohner durch komplettes Abschneiden der Versorgung verhungern lassen.
Es sollte ein regelrechter Genozid an der Stadtbevölkerung exekutiert werden.
Die Rationen sanken im Oktober auf 400 Gramm Brot für Arbeiter, 200 Gramm für Kinder und Frauen. Am 20. November 1941 wurden sie auf 250 Gramm, respektive 125 Gramm reduziert. Zudem herrschten Temperaturen von bis zu –40 Grad Celsius in einer Stadt, in der Heizmaterial äußerst knapp war. Allein im Dezember 1941 starben rund 53.000 Menschen. Viele von ihnen fielen einfach vor Entkräftung auf der Straße um.
[…] Nach neueren Angaben des russischen Historikers Walentin Kowaltschuk starben in den drei Jahren der Belagerung etwa zwei Millionen Russen, davon mindestens 750.000 Zivilisten. Damit starben etwa 3–4 mal so viele Sowjetbürger, wie in der damals etwa 450.000 Einwohner umfassenden Wolga-Metropole Stalingrad.
(Wiki)
Wenn irgendjemand Grund gehabt hat nichts mehr mit den Deutschen zu tun zu haben, dann waren das die Bürger Leningrads.
Ich verbeuge mich vor den Russen, die schon 1957, gerade mal 12 Jahre nach Kriegssende Hamburg die Hand reichten.
Soweit ich es beurteilen kann, wird St. Petersburg allerdings auch besonders positiv konnotiert.
Hamburger lieben die russische Partnerin.
Als St. Petersburg nach den Umbrüchen in der damaligen UdSSR 1990 in arge wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet und wieder Petersburger im Winter verhungerten, installierte Hamburg die legendäre „Paketbrücke."
Ich kenne kaum einen Hamburger, der nicht 1991/1992 mindestens einmal ein Lebensmittelpaket hoch zu unser nordöstlichen Partnerstadt geschickt hätte.
In den Wintern 1990/91 und 1991/92 wurde das ganze Ausmaß der wirtschaftlichen Probleme in der Sowjetunion deutlich, von denen auch Leningrad, das seit 1991 wieder St. Petersburg heißt, nicht verschont blieb. Hamburg reagierte prompt auf die dramatische Verschlechterung der Versorgungslage in seiner Partnerstadt: Führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens riefen zu einer Spenden- und Solidaritätsaktion auf und lösten einen überwältigenden emotionalen Schub in der Bevölkerung aus. Der Senat stellte im Rahmen eines Sofortprogramms 2 Mio. DM (1990) und 2,5 Mio. DM (1991) bereit. Hamburger Institutionen, Organisationen, vor allem aber Bürgerinnen und Bürger, Schulen, Kinderheime, Firmen, Kultureinrichtungen, Kirchengemeinden u.v.m. sammelten, spendeten, übernahmen Patenschaften und Partnerschaften, gründeten eine Vielzahl von Partnerschaftsinitiativen, die zum größten Teil heute noch bestehen.
[…] Die "Briefbrücke" wurde in dieser Zeit von der Deutsch-Russischen Gesellschaft Hamburg ins Leben gerufen. Wie damals werden auch heute noch ca. einmal im Monat Briefe und Geldspenden zwischen Hamburger und Petersburger Familien hin- und hertransportiert.
Aus diesen Mensch-zu-Mensch-Aktionen haben sich Tausende von langfristigen Bürgerkontakten entwickelt. Heuten gehen wir von mehr als 30.000 Freundschaften zwischen Hamburg und St. Petersburg aus. Aus jenen Jahren stammen auch die großen Städtepartnerschaftsprojekte wie die Gründung des ECAT (Environmental Centre for Administration and Technology), das Hamburger Praktikantenprogramm für angehende Fach- und Führungskräfte und die Partnerschaft des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf mit dem Kinderkrebszentrum und Knochenmarktransplantationszentrum der Staatlichen Pawlow-Universität St. Petersburg.
(Hamburg.de)
Im Jahr 2012 geht es St Petersburg erheblich besser.
Die zweitgrößte russische Stadt hat fast fünf Millionen Einwohner und prosperiert.
Sie schafft sich dafür aber auch künstliche Probleme, die mit dem zunehmenden Einfluss der Religion zusammenhängen und erstmals scharfe kritische Töne aus Hamburg erschallen lassen.
St. Petersburg beschließt Gesetz gegen "Homo-Propaganda"
Der Stadtrat von St. Petersburg hat am Mittwoch mit 31 gegen sechs Stimmen ein Gesetz verabschiedet, das "Werbung" oder "Propaganda" für Homosexualität unter Strafe stellt.
Das Gesetz verbietet "öffentliche Aktivitäten", die Werbung für "Unzucht, Lesbischsein, Bisexualität und Transgender-Identität" sowie für Pädophilie machen. Es war von der Putin-Partei "Einiges Russland" ins Parlament eingebracht worden. Verstöße sollen mit Geldstrafen in Höhe von bis zu 12.000 Euro geahndet werden - noch im Dezember war eine Maximalstrafe von umgerechnet 1.200 Euro geplant.
Das Gesetz verbietet "öffentliche Aktivitäten", die Werbung für "Unzucht, Lesbischsein, Bisexualität und Transgender-Identität" sowie für Pädophilie machen. Es war von der Putin-Partei "Einiges Russland" ins Parlament eingebracht worden. Verstöße sollen mit Geldstrafen in Höhe von bis zu 12.000 Euro geahndet werden - noch im Dezember war eine Maximalstrafe von umgerechnet 1.200 Euro geplant.
[…] Der Abgeordnete Alexander Kobrin erklärte nach Angaben der Tageszeitung "Moi Rajon", dass dann die Werke vieler bekannter russischer Autoren - wie von Nikolai Kljujew und Michail Kusmin - wegen homosexueller Inhalte in Schulen nicht mehr behandelt werden dürften.
[…] Ein solches "Homo-Propaganda"-Gesetz führt nicht nur dazu, dass CSDs generell verboten wären, auch die Arbeit von Coming-out-Gruppen oder HIV-Prävention wäre kaum mehr möglich. Unklar ist noch, ob das Gesetz auch Auswirkungen auf schwule oder lesbische Reisende nach St. Petersburg haben wird.
In Deutschland fordern nun die Grünen Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) auf, in Russland zu protestieren: "Dieses Gesetz darf keinen Bestand haben. Das Auswärtige Amt und Außenminister Westerwelle müssen unverzüglich in Russland demarchieren, um eine Rücknahme dieses Gesetzes zu erreichen", erklärte der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck. Es bestehe die Gefahr, dass dieses Gesetz noch in weiteren Regionen Nachahmer findet.
Volker Beck ist auch lustig!
Er erwartet ausgerechnet von Westerwelle etwas zu sagen?
Guter Witz.
Westerwelle und Menschenrechte? Westerwelle und politische Aktivität? Westerwelle und Moral?
Da ist es ja wahrscheinlicher, daß Ratzinger nach St. Petersburg geht und mit der Regenbogenfahne wedelt.
Der Merkel-Regierung sind Menschenrechte herzlich egal, wie ihr Kungeln diese Woche mit Kasachstans Diktator Nasarbajew beweist.
Soeben hat sie den Präsidenten, der foltern und morden läßt, mit einer „Rohstoff-Kooperation“ aufgewertet und dabei die scharfen Proteste von Amnesty International und Human Rights Watch ignoriert.
Menschenleben sind der begeisterten Waffenhändlerin keinen einzigen Euro wert.
Anders als die blamable schwarzgelbe Regierung haben sich übrigens Englands konservativer Premier Cameron und US-Außenministerin Clinton scharf gegen das Anti-Homo-Gesetz in St Petersburg ausgesprochen.
Und eben Hamburg.
Einstimmig ächtete die Bürgerschaft ein Gesetz, das gestern in Hamburgs Partnerstadt St. Petersburg beschlossen wurde. Demnach wird die "Propaganda von männlicher und weiblicher Homosexualität" sowie Bisexualität in der russischen Metropole unter Strafe gestellt. Urheber ist die Partei Vereintes Russland von Ministerpräsident Wladimir Putin. Die Bürgerschaft drückte "ihre tiefe Besorgnis über die aktuelle Entwicklung in St. Petersburg" aus und erinnerte die Partnerstadt an das russische Bekenntnis zu den Menschenrechten. Hamburg und St. Petersburg (damals: Leningrad) gingen 1957 die erste deutsch-russische Städte-Partnerschaft ein.
Donnerstag, 15. September 2011
Gold, Gold, …Gold muß her!
Nein, ich muss es ja nicht verstehen, wieso Schwule ausgerechnet so auf Konservative katholische Liturgie abfahren.
Was wollen sie in einem Verein, der sie so klar ablehnt?
Ich verstehe zwar nach der Lektüre des David Berger Buches „Der Heilige Schein“ WAS für Schwule an der RKK so anziehend ist, aber wenn man als Schwuler unbedingt IN einer Organisation bleiben will, die einen so strikt ablehnt, halte ich das für nicht besonders intelligent.
Diese ganze HUK finde ich erbärmlich. Wieso bettelt ein Schwuler ausgerechnet bei denen um Anerkennung, die ihn nun einmal für minderwertig halten?
OK, da ist diese unglaubliche Prunkentfaltung, die schicken Gewänder, das gegenseitige Umarmen, das Streicheln der Arme, das lange Festhalten der Hände. Hand-Kuss, Pax-Kuss, Bruderkuss, Fußwaschung, die gesalbten Hände in die Hände des Weihbischofs legen.
Und all das unter striktem Verbot von MinistrantINNNEN, PatoralassistentINNEN, MessnerINNEN, KommunionausteilerINNEN und LektorINNEN. Garantiert 100% rein männlich.
Die alte lateinische Liturgie, die TRIDENTINISCHE Messe wird nicht ohne Grund von Insidern „schwule Messe“ genannt.
Aber deshalb als Schwuler die Homophoben-Organisation RKK zu unterstützen und um Anerkennung betteln?
Das ist für mich so, als ob ein Schwarzer zum KuKluxKlan geht und auf Knien bittet ihn doch auch als vollwertigen Menschen anzusehen.
Kann die Vorliebe für schräge Fummel und bunte Gewänder so ausgeprägt sein? Warum geht man nicht lieber in die nächsten Transenbar oder Travestie-Show, wenn man so sehr auf Männer in bunten Kleidern steht? Da ist doch die Atmosphäre viel lockerer.
Und außerdem ist doch Olivia Jones auch viel unterhaltender!
Ratzi begeistert sich ganz besonders auf all den Tand und hat all die schlichteren Liturgie-Gegenstände seiner unmittelbaren Vorgänger beiseite geschafft.
Mit dem einen Nazarener, der vor ca 2000 Jahren recht berühmt wurde mit seinen sinnigen Sprüchen, hat Ratzinger nun wirklich nichts mehr zu tun.
Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein
Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme.
Matthäus 19,24
Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe,
denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme.
Markus 10,25
Es ist leichter, daß ein Kamel gehe durch ein Nadelöhr,
denn daß ein Reicher in das Reich Gottes komme.
Lukas 18,25
Abgesehen davon, daß das ein Übersetzungsfehler ist* - ist es offensichtlich, daß der Chef der größten Protz- und Prunkentfaltungskirche der Geschichte der Erde mit seinen milliardenschweren Vatikanbankvermögen und Kunstschätzen, sich nicht mehr so ganz nach den Anweisungen dieser Art richtet.
Zum Besuch in der deutschen Hauptstadt wird mal wieder ordentlich BLING BLING aufgefahren.
Daß jeden Tag 30.000 Kinder auf der Welt verhungern, stört Ratzi nicht weiter.
Konkret beschreibt Roland Kirbach wie das aussehen wird:
Der Papst kann kommen!
Nonnen besticken ein Gewand mit Blattgold, Polizisten planen eine Choreografie für 60 Limousinen, im Berliner Olympiastadion steigt eine Super-Messe.
[…] Da hängt es, an der Stirnwand der Nähwerkstatt, auf einem stummen Diener aus Holz: das neue Gewand des Papstes. Es ist grün, […] Das Papstgewand ist aus Baumwolle, durchsetzt mit einer Synthetikfaser. Das Besondere sind die aufwendigen Stickereien auf der Vorderseite und dem Rücken – züngelnde Flammen in Rot und Gold. Die dazugehörige Stola ist ebenso reich verziert. Schwester Roswitha dreht den Saum um und zeigt das Stich für Stich von Hand vernähte Futter aus gelber Seide. Die goldenen Fäden bestehen aus reinem Blattgold, das kommt aus Japan, die Seide stammt aus China. Und was kostet das alles? Sie schweigt. »Für Gott ist das Beste gerade gut genug«, sagt sie dann lächelnd. Ihr weißes Gesicht errötet.
[…] Auch die vier Gewänder für die Bischöfe und Priester, die mit dem Papst die Messe feiern werden, wurden hier genäht. Sie hängen ebenfalls auf stummen Dienern, je zwei links und rechts neben dem des Papstes. Der Papst wird sein Gewand nur einmal tragen. Dann wird es in die Sakristei des Freiburger Münsters wandern. Welch ein Aufwand für eine Stunde! Allein an dem flammenden Kreuz auf der Vorderseite des Kleides haben Stickerinnen 90 Stunden gearbeitet. Damit man die Stiche nicht sieht, wurden dünne, spitze Nadeln verwendet. Die Stickerinnen mussten aufpassen, dass ihre Fingerkuppen nicht bluteten und womöglich das edle Gewand besudelten. Und was, wenn es doch passiert wäre? Dann hätten sie diese Hälfte eben neu genäht, sagt die Schwester
(ZEIT No 38/2011)
Für Ratzi kann es gar nicht teuer genug sein. Sein ganzer Kleidungsstil zeigt wie sehr er Pracht und Reichtum schätzt.
Von dem nicht weniger machtbewußten Johannes-Paul II trennen ihn Welten.
Woytila war sich über seine Wirkung nie im Unklaren, dazu bedurfte es keiner superkostbaren mit echtem Gold durchwirkten Kleidchen.
Ich kann mich übrigens auch nicht erinnern jemals ein Gerücht gehört zu haben, daß JP-II schwul gewesen sein könnte. Bei anderen Päpsten brodelt es ganz anders.
Bei Ratzinger ist die Selbstinszenierung auf die Spitze getrieben meint auch Deutschlands bedeutendster Liturgiewissenschaftler Prof. em. Klemens Richter im Interview mit Thomas Assheuer.
Richter: Die mediale Vermarktung des Papstes hat enorm zugenommen. Auch die liturgischen Zeichen sind andere. Bei Papst Benedikt reichen sie weit zurück ins 19. Jahrhundert. Denken Sie nur an die Ferula, den Papststab. Seine Vorgänger Paul VI. und Johannes Paul II. benutzten einen schlichten Stab, der oben ein Kreuz trägt. Benedikt aber benutzt die Ferula von Pius IX., der selig gesprochen wurde.
ZEIT: Pius IX. war ein rabiater Anti-Demokrat und ein harter Kritiker der modernen Gesellschaft.
Richter: Zumindest wird damit nicht zufällig auf einen Papst verwiesen, unter dem die päpstliche Unfehlbarkeit dogmatisiert wurde.
ZEIT: Der Papst trägt Prada, titelte die SZ einmal. Jedenfalls trägt er im Winter eine Hermelinmütze.
Richter: Ja, den roten Camauro aus dem 17. Jahrhundert. Er trägt auch rote Schuhe. Und an den liturgischen Gewändern in Rom finden Sie verstärkt einen Spitzenbesatz, der zurückgeht bis ins Barockzeitalter. […] Beim Weltjugendtag in Madrid stand die Anbetung stark im Vordergrund. Der Papst macht sie wieder zum zentralen Moment der Liturgie, während das Zweite Vatikanische Konzil den Dialog zwischen Gott und Mensch betonte. Außerhalb des Gottesdienstes fällt mir auf, dass es seit 2010 ein neues Papstwappen gibt. Darin taucht die alte Papstkrone, die Tiara, wieder auf. […] Die Tiara ist aus der phrygischen Mütze der römischen Kaiser entstanden. Sie ist ein monarchisches Hoheitszeichen für die absolute Machtfülle der Kirche und die Überhöhung des Papstes. Zuletzt hat sie Paul VI. bei der Krönung verwendet, doch er legte sie während des Zweiten Vatikanischen Konzils ab – als Zeichen einer neuen Demutshaltung der Kirche. […] Benedikts Wappen enthält wieder die Tiara. Hier wird erkennbar, dass er die Machtfülle des Papstamtes neu bewertet. […] Die Tiara war immer ein Zeichen der absoluten Machtfülle des obersten Hirten-, Priester und Lehramtes. So muss man diese Neuinszenierung wohl verstehen.
(ZEIT No 38/2011)
Ratzinger, der Prächtige, wäre wohl ein gutes Agnomen.
Ferula und Camauro entzücken ganz besonders die Piusbruderschaft, die der Prächtige aus Rom in sein Herz geschlossen hat mit der Wiederzulassung der Tridentinischen Messe.
Die FSSPX ist ein El Dorado der homosexuellen Verkleidungsfetischisten.
Volker Beck findet es nicht so toll.
"Es ist ein Skandal, dass ein deutscher Papst derart geschichtsvergessen den Schulterschluss mit einer hardcore-antisemitischen und antidemokratischen Sekte sucht. Am Umgang mit der Pius-Bruderschaft muss sich der Papst messen lassen, wenn er Matthäus ernst nimmt: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen! (Matthäus 7,20).
Sollte das 2. Vatikanische Konzil für den Papst mehr als nur ein Lippenbekenntnis sein, kann die Konsequenz aus den Annäherungsversuchen mit der Pius-Bruderschaft nur die Konsequente Trennung ohne wenn und aber sein. Mit der Duldung der Pius-Brüder duldet der Papst auch eine Ideologie der Ungleichwertigkeit innerhalb der Katholischen Kirche, die Juden, Muslime, Homosexuelle und emanzipierte Frauen zu Menschen zweiter Klasse degradiert."
(V.B. 14.09.2011)
Und die Pius- und Papst-Fans von Hetznet finden Volker Beck nicht so toll:
Volker Beck hetzt und verteufelt, daß die Fetzen fliegen. Doch seine Opfer lassen sich diesen Homo-Wahnsinn nicht länger gefallen. Die extremistische deutsche Bundestagsschwuchtel, Genosse Volker Beck, muß seine jüngste „Entgleisung“ gegen die Piusbruderschaft umgehend widerrufen und sich dafür entschuldigen. Das fordert der Sprecher der Bruderschaft, Pater Andreas Steiner, in einer heutigen Pressemitteilung.
Der schwer homo-gestörte Extremist nannte die Bruderschaft gestern vor irgendwelchen Berliner Journalisten eine „hardcore-antisemitische und antidemokratische Sekte“. Der Gomorrhist beweise, daß er die Reife für eine pluralistische Gesellschaft wie Deutschland noch nicht erlangt hat.
(Kreuznet 15.09.2011)
Können sich die ganzen Schwulen nicht einfach mal vertragen?
*Als irische Mönche die Bibel abschrieben, kannten sie nicht die Seefahrerterminologie und hielten daher „KAMILOS“ (Schiffstau) für einen Schreibfehler und machten daraus „Kamelos“ (Kamel).
Von Kamelen hat also Jesus nicht gesprochen, sondern von Schiffstauen.
Aber was macht das schon aus für die Oberkleriker des Vatikans – mit ihrer Raffgier werden sie ja wohl ohnehin nie in den Himmel kommen.
Es gibt aber noch genügend andere Bibelstellen dieses Inhalts:
"Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon", sagte einst Jesus Christus laut dem Lukas-Evangelium, Kapitel 16, Vers 13 zu seinen Jüngern.
Was wollen sie in einem Verein, der sie so klar ablehnt?
Ich verstehe zwar nach der Lektüre des David Berger Buches „Der Heilige Schein“ WAS für Schwule an der RKK so anziehend ist, aber wenn man als Schwuler unbedingt IN einer Organisation bleiben will, die einen so strikt ablehnt, halte ich das für nicht besonders intelligent.
Diese ganze HUK finde ich erbärmlich. Wieso bettelt ein Schwuler ausgerechnet bei denen um Anerkennung, die ihn nun einmal für minderwertig halten?
OK, da ist diese unglaubliche Prunkentfaltung, die schicken Gewänder, das gegenseitige Umarmen, das Streicheln der Arme, das lange Festhalten der Hände. Hand-Kuss, Pax-Kuss, Bruderkuss, Fußwaschung, die gesalbten Hände in die Hände des Weihbischofs legen.
Und all das unter striktem Verbot von MinistrantINNNEN, PatoralassistentINNEN, MessnerINNEN, KommunionausteilerINNEN und LektorINNEN. Garantiert 100% rein männlich.
Die alte lateinische Liturgie, die TRIDENTINISCHE Messe wird nicht ohne Grund von Insidern „schwule Messe“ genannt.
Aber deshalb als Schwuler die Homophoben-Organisation RKK zu unterstützen und um Anerkennung betteln?
Das ist für mich so, als ob ein Schwarzer zum KuKluxKlan geht und auf Knien bittet ihn doch auch als vollwertigen Menschen anzusehen.
Kann die Vorliebe für schräge Fummel und bunte Gewänder so ausgeprägt sein? Warum geht man nicht lieber in die nächsten Transenbar oder Travestie-Show, wenn man so sehr auf Männer in bunten Kleidern steht? Da ist doch die Atmosphäre viel lockerer.
Und außerdem ist doch Olivia Jones auch viel unterhaltender!
Ratzi begeistert sich ganz besonders auf all den Tand und hat all die schlichteren Liturgie-Gegenstände seiner unmittelbaren Vorgänger beiseite geschafft.
Mit dem einen Nazarener, der vor ca 2000 Jahren recht berühmt wurde mit seinen sinnigen Sprüchen, hat Ratzinger nun wirklich nichts mehr zu tun.
Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein
Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme.
Matthäus 19,24
Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe,
denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme.
Markus 10,25
Es ist leichter, daß ein Kamel gehe durch ein Nadelöhr,
denn daß ein Reicher in das Reich Gottes komme.
Lukas 18,25
Abgesehen davon, daß das ein Übersetzungsfehler ist* - ist es offensichtlich, daß der Chef der größten Protz- und Prunkentfaltungskirche der Geschichte der Erde mit seinen milliardenschweren Vatikanbankvermögen und Kunstschätzen, sich nicht mehr so ganz nach den Anweisungen dieser Art richtet.
Zum Besuch in der deutschen Hauptstadt wird mal wieder ordentlich BLING BLING aufgefahren.
Daß jeden Tag 30.000 Kinder auf der Welt verhungern, stört Ratzi nicht weiter.
Konkret beschreibt Roland Kirbach wie das aussehen wird:
Der Papst kann kommen!
Nonnen besticken ein Gewand mit Blattgold, Polizisten planen eine Choreografie für 60 Limousinen, im Berliner Olympiastadion steigt eine Super-Messe.
[…] Da hängt es, an der Stirnwand der Nähwerkstatt, auf einem stummen Diener aus Holz: das neue Gewand des Papstes. Es ist grün, […] Das Papstgewand ist aus Baumwolle, durchsetzt mit einer Synthetikfaser. Das Besondere sind die aufwendigen Stickereien auf der Vorderseite und dem Rücken – züngelnde Flammen in Rot und Gold. Die dazugehörige Stola ist ebenso reich verziert. Schwester Roswitha dreht den Saum um und zeigt das Stich für Stich von Hand vernähte Futter aus gelber Seide. Die goldenen Fäden bestehen aus reinem Blattgold, das kommt aus Japan, die Seide stammt aus China. Und was kostet das alles? Sie schweigt. »Für Gott ist das Beste gerade gut genug«, sagt sie dann lächelnd. Ihr weißes Gesicht errötet.
[…] Auch die vier Gewänder für die Bischöfe und Priester, die mit dem Papst die Messe feiern werden, wurden hier genäht. Sie hängen ebenfalls auf stummen Dienern, je zwei links und rechts neben dem des Papstes. Der Papst wird sein Gewand nur einmal tragen. Dann wird es in die Sakristei des Freiburger Münsters wandern. Welch ein Aufwand für eine Stunde! Allein an dem flammenden Kreuz auf der Vorderseite des Kleides haben Stickerinnen 90 Stunden gearbeitet. Damit man die Stiche nicht sieht, wurden dünne, spitze Nadeln verwendet. Die Stickerinnen mussten aufpassen, dass ihre Fingerkuppen nicht bluteten und womöglich das edle Gewand besudelten. Und was, wenn es doch passiert wäre? Dann hätten sie diese Hälfte eben neu genäht, sagt die Schwester
(ZEIT No 38/2011)
Für Ratzi kann es gar nicht teuer genug sein. Sein ganzer Kleidungsstil zeigt wie sehr er Pracht und Reichtum schätzt.
Von dem nicht weniger machtbewußten Johannes-Paul II trennen ihn Welten.
Woytila war sich über seine Wirkung nie im Unklaren, dazu bedurfte es keiner superkostbaren mit echtem Gold durchwirkten Kleidchen.
Ich kann mich übrigens auch nicht erinnern jemals ein Gerücht gehört zu haben, daß JP-II schwul gewesen sein könnte. Bei anderen Päpsten brodelt es ganz anders.
Bei Ratzinger ist die Selbstinszenierung auf die Spitze getrieben meint auch Deutschlands bedeutendster Liturgiewissenschaftler Prof. em. Klemens Richter im Interview mit Thomas Assheuer.
Richter: Die mediale Vermarktung des Papstes hat enorm zugenommen. Auch die liturgischen Zeichen sind andere. Bei Papst Benedikt reichen sie weit zurück ins 19. Jahrhundert. Denken Sie nur an die Ferula, den Papststab. Seine Vorgänger Paul VI. und Johannes Paul II. benutzten einen schlichten Stab, der oben ein Kreuz trägt. Benedikt aber benutzt die Ferula von Pius IX., der selig gesprochen wurde.
ZEIT: Pius IX. war ein rabiater Anti-Demokrat und ein harter Kritiker der modernen Gesellschaft.
Richter: Zumindest wird damit nicht zufällig auf einen Papst verwiesen, unter dem die päpstliche Unfehlbarkeit dogmatisiert wurde.
ZEIT: Der Papst trägt Prada, titelte die SZ einmal. Jedenfalls trägt er im Winter eine Hermelinmütze.
Richter: Ja, den roten Camauro aus dem 17. Jahrhundert. Er trägt auch rote Schuhe. Und an den liturgischen Gewändern in Rom finden Sie verstärkt einen Spitzenbesatz, der zurückgeht bis ins Barockzeitalter. […] Beim Weltjugendtag in Madrid stand die Anbetung stark im Vordergrund. Der Papst macht sie wieder zum zentralen Moment der Liturgie, während das Zweite Vatikanische Konzil den Dialog zwischen Gott und Mensch betonte. Außerhalb des Gottesdienstes fällt mir auf, dass es seit 2010 ein neues Papstwappen gibt. Darin taucht die alte Papstkrone, die Tiara, wieder auf. […] Die Tiara ist aus der phrygischen Mütze der römischen Kaiser entstanden. Sie ist ein monarchisches Hoheitszeichen für die absolute Machtfülle der Kirche und die Überhöhung des Papstes. Zuletzt hat sie Paul VI. bei der Krönung verwendet, doch er legte sie während des Zweiten Vatikanischen Konzils ab – als Zeichen einer neuen Demutshaltung der Kirche. […] Benedikts Wappen enthält wieder die Tiara. Hier wird erkennbar, dass er die Machtfülle des Papstamtes neu bewertet. […] Die Tiara war immer ein Zeichen der absoluten Machtfülle des obersten Hirten-, Priester und Lehramtes. So muss man diese Neuinszenierung wohl verstehen.
(ZEIT No 38/2011)
Ratzinger, der Prächtige, wäre wohl ein gutes Agnomen.
Ferula und Camauro entzücken ganz besonders die Piusbruderschaft, die der Prächtige aus Rom in sein Herz geschlossen hat mit der Wiederzulassung der Tridentinischen Messe.
Die FSSPX ist ein El Dorado der homosexuellen Verkleidungsfetischisten.
Volker Beck findet es nicht so toll.
"Es ist ein Skandal, dass ein deutscher Papst derart geschichtsvergessen den Schulterschluss mit einer hardcore-antisemitischen und antidemokratischen Sekte sucht. Am Umgang mit der Pius-Bruderschaft muss sich der Papst messen lassen, wenn er Matthäus ernst nimmt: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen! (Matthäus 7,20).
Sollte das 2. Vatikanische Konzil für den Papst mehr als nur ein Lippenbekenntnis sein, kann die Konsequenz aus den Annäherungsversuchen mit der Pius-Bruderschaft nur die Konsequente Trennung ohne wenn und aber sein. Mit der Duldung der Pius-Brüder duldet der Papst auch eine Ideologie der Ungleichwertigkeit innerhalb der Katholischen Kirche, die Juden, Muslime, Homosexuelle und emanzipierte Frauen zu Menschen zweiter Klasse degradiert."
(V.B. 14.09.2011)
Und die Pius- und Papst-Fans von Hetznet finden Volker Beck nicht so toll:
Volker Beck hetzt und verteufelt, daß die Fetzen fliegen. Doch seine Opfer lassen sich diesen Homo-Wahnsinn nicht länger gefallen. Die extremistische deutsche Bundestagsschwuchtel, Genosse Volker Beck, muß seine jüngste „Entgleisung“ gegen die Piusbruderschaft umgehend widerrufen und sich dafür entschuldigen. Das fordert der Sprecher der Bruderschaft, Pater Andreas Steiner, in einer heutigen Pressemitteilung.
Der schwer homo-gestörte Extremist nannte die Bruderschaft gestern vor irgendwelchen Berliner Journalisten eine „hardcore-antisemitische und antidemokratische Sekte“. Der Gomorrhist beweise, daß er die Reife für eine pluralistische Gesellschaft wie Deutschland noch nicht erlangt hat.
(Kreuznet 15.09.2011)
Können sich die ganzen Schwulen nicht einfach mal vertragen?
*Als irische Mönche die Bibel abschrieben, kannten sie nicht die Seefahrerterminologie und hielten daher „KAMILOS“ (Schiffstau) für einen Schreibfehler und machten daraus „Kamelos“ (Kamel).
Von Kamelen hat also Jesus nicht gesprochen, sondern von Schiffstauen.
Aber was macht das schon aus für die Oberkleriker des Vatikans – mit ihrer Raffgier werden sie ja wohl ohnehin nie in den Himmel kommen.
Es gibt aber noch genügend andere Bibelstellen dieses Inhalts:
"Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon", sagte einst Jesus Christus laut dem Lukas-Evangelium, Kapitel 16, Vers 13 zu seinen Jüngern.
Donnerstag, 2. Juni 2011
Religiotie und Moderne
Sowohl in der Causa Osama bin Laden als auch in der Causa Dominik Strauss-Kahn lassen sich recht gut die unterschiedlichen Rechtsauffassungen zwischen Amerika und Europa aufzeigen.
Westlich des Atlantiks ist immer noch der altertümliche Rache- Gedanke allgegenwärtig.
Wir kennen das aus der Bibel - eine der Kernaussagen dieses Konglomerats des Schreckens, das so viel Tod und Verwüstung über den Planeten gebracht hat.
Schade um Schade, Auge um Auge, Zahn um Zahn; wie er hat einen Menschen verletzt, so soll man ihm wieder tun.
3. Mose 24.20
Dein Auge soll sie nicht schonen; Seele um Seele, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß.
5. Mose 19.21
Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß.
2. Mose 21.24
Das führt dazu, daß eine New Yorker Staatsanwaltschaft den lediglich VERDÄCHTIGEN IWF-Präsidenten, der immerhin noch als unschuldig gilt, schon mal a priori maximal demütigt, ihn in Handschellen und unrasiert der Presse zur maximalen Vorverurteilung präsentiert.
Anders als beispielsweise in Deutschland braucht sich die Staatsanwaltschaft auch nicht um entlastendes Beweismaterial zu kümmern - sie geht von der Schuld aus und versucht den Angeklagten fertig zu machen.
Ist der mutmaßliche Delinquent zufällig steinreich, kann er sich eine große Anwaltskanzlei mieten, die mit der Staatsanwaltschaft und der Polizei gleichzieht, indem sie ebenfalls eine Armee von Ermittlern, Detektiven und Anwälten losschickt, um Unschulds-Indizien zu suchen.
Im Gerichtssaal kommt es dann zu den vielfach aus amerikanischen TV-Serien bekannten Schlachten, in den gute Chancen für Freisprüche bestehen.
Blöd nur, wenn man zufällig arm ist und keine Millionen für Heere von Anwälten übrig hat - dann landet man ganz schnell als einer von 2,5 Millionen Amis im Knast oder gar in der Todeszelle.
Das führt dazu, daß Amerikaner glücksselig auf den Straßen tanzten, nachdem der US-Präsident die moralisch verquere „brought to justice“-Rede über die Ermordung Osama bin Ladens gehalten hatte.
Eigentlich geistig gesund aussehende Menschen verkündeten, daß sie das erste mal seit dem 11. September 2001 wieder glücklich wären.
So als ob auch nur ein einziger Toter der Anschläge von damals jetzt weniger tot wäre.
Dieser Rache-Wahn führt dazu, daß die USA als einziges westliches Land regelmäßig die Todesstrafe durchführt und trotz erdrückender gegenteiliger Beweise (= höchste Kriminalitätsrate) stur glaubt, die Todesstrafe schrecke vor Kriminalität ab.
Selbstverständlich ist genau das Gegenteil der Fall. Staatliche Tötungen relativieren das Mord-Tabu und stacheln zu noch mehr Brutalität auf.
Die Gehirnwäsche ist aber so weit verbreitet, daß regelmäßig Opfer von Verbrechern als Zuschauer von Exekutionen fungieren und anschließend behaupten sie könnten nun ruhiger schlafen, nachdem sie zugesehen hätten, wie jemand gekillt wurde.
Daß damit dessen vollkommen unschuldige Angehörige auf übelste Art mit bestraft werden - auch Mörder haben Kinder, Eltern und Geschwister - wird komplett ausgeblendet.
Als quasi noch am Abend des 11. Septembers 2001 Kabul bombardiert wurde, telefonierte ich mit einer Freundin in Washington, die ganz aufgelöst forderte „DER Taliban muß weg.“
(Wer oder was die Taliban waren, wußte sie gar nicht; sie hielt DEN Taliban damals für eine Person).
Meinen Einwand, daß dafür doch nun nicht unschuldige Zivilisten in Kabul getötet werden sollten, weil die schließlich nichts für die rauchenden WTC-Trümmer könnten, wurde mit einem Todschlagargument weggefegt: „Na und? Die Leute im WTC waren ja auch alle unschuldig“
Sowas nennt man „Spirale der Gewalt“.
Einer tut etwas Unrechtes, woraufhin sich der andere berechtigt fühlt ebenfalls etwas Unrechtes zu tun - Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Dabei lehnt Jesus genau diese Logik strikt ab.
38 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn.
39 Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.
43 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.
44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen,
(Matthäus 5)
Aber das ist ja das Schöne an der Bibel - man kann das Gegenteil der Lehren „der Herrn“ tun und sich dennoch auf Gottes Wort berufen.
Die Spirale der Gewalt treibt seltsame Blüten.
Die Ideologie der Bewaffnung, Gegengewalt, Abschreckung und der Präventionsschläge führt auch zu den berühmten Politallianzen nach dem Motto „der Feind meines Feindes ist mein Freund.“
So stand die amerikanische Politik immer wieder auf der Seite von grausamsten Diktatoren und Unterdrückern.
Es waren die USA höchstselbst, die Osama bin Laden aufrüsteten, weil er ihnen als Werkzeug gegen die damals als noch böser angesehenen Russen diente.
Ronald Reagan verbündete sich mit Saddam Hussein gegen Ayatollah Khomeini.
Das Erstaunliche an der zutiefst inhumanen Rache-Ideologie ist die Hartnäckigkeit, mit der nach wie vor an sie geglaubt wird.
Dabei sprechen die Desaster in Korea, Vietnam, Afghanistan und im Irak eine eindeutige Sprache.
Längst sind in George W. Bushs Rachefeldzügen viel mehr Amerikaner ums Leben gekommen, als beim Anschlag vom 11.09.2001.
Mit dem neuen US-Präsidenten Obama ist der Wehretat sogar noch weiter angestiegen.
Man hat nicht den Eindruck, daß mit Teheran an einer friedlichen Lösung gearbeitet wird und Amerikas engster Freund, Israel, setzt unverdrossen auf brutale Härte, die erst in die jetzige Situation geführt hat.
Auch nur leiseste Zweifel an der Jerusalemer Haltung aus dem Oval Office führen sofort dazu, daß sämtliche Teebeutler, Republikaner und Evangelikale in Amerika über ihren eigenen Präsidenten herfallen.
Schon nichtkriegerische Vokabular („Diplomatie, Anerkennung der Hamas, Zweistaatenlösung,..) bringt sie zur Weißglut und läßt den Bellizismus neu entflammen.
Wozu Kriegseinsätze führen können, erleben Angela Merkel und Guido Westerwelle derzeit in Afghanistan.
Immer öfter kommen Särge vom Hindukusch zurück, die dann die abstoßenden Betroffenheitsrituale in Gang setzen.
Minister mit zerknitterten Mienen auf Kirchenbänken bei Soldatenbeerdigungen, das Verurteilen der Anschläge als „feige“ (was könnte eigentlich weniger feige als ein Selbstmordanschlag sein?) und das Versprechen man stünde 100%ig zur Truppe.
Mir fällt dann immer der berühmte „Soldatenkönig“ ein; der Hohenzollern-Herrscher Friedrich Wilhelm I., König in Preußen und Markgraf von Brandenburg, Erzkämmerer und Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches (1688-1740).
Jener legendär-brutale Vater Friedrich des Großen, der Preußen sagenhaft aufrüstete.
Weniger bekannt ist die Tatsache, daß er so sehr von seinen hübsch uniformierten Soldaten begeistert war, daß er nie einen Krieg führte - er hatte schlicht Angst davor, daß seine dekorativen Militärs demoliert würden.
Nachfolger Friedrich II, der noch legendärere schwule Schöngeist, Komponist, Flötist und Philosoph war das diametrale Gegenteil - er benutzte Hunderttausende Preußen als Kanonenfutter und zettelte einen brutalen Krieg nach dem nächsten an.
Gegen Soldatenfreunde wie Friedrich Wilhelm I. habe ich nichts einzuwenden - sollen sich doch Merkel, Guttenberg oder de Maizière mit poppigsten Armeen in den buntesten Uniformen amüsieren.
Solange sie nicht in Kriege geschickt werden, ist das halb so wild.
Ich habe gelegentlich schon zugestanden, daß bei Entscheidungen für Kriegseinsätze - Jugoslawien, Libyen z.B. - durchaus ehrenwerte Motive eine Rolle gespielt haben.
Und bevor jemand darauf hinweist:
Ja natürlich müssen die Deutschen der Roten Armee und anderen dankbar sein, daß sie militärisch gestoppt wurden. Sehr schlau angestellt haben sie sich allerdings nicht - immerhin ließen sie bis 1945 nicht von ihrem Treiben ab und ergaben sich erst, als Deutschland wirklich in Schutt und Asche lag.
Nicht daß das ein angemessener Vergleich wäre, aber in Afghanistan kämpft die Bundeswehr schon vier Jahre länger als der gesamte Zweite Weltkrieg dauerte und in einem sind sich alle Militärs einig: Die Lage ist kontinuierlich immer schlimmer geworden.
Regelmäßig werden Zivilisten bei NATO-Bombardements getötet.
Allein rund 140 beim berühmten Kundus-Tanklaster-Einsatz, der Minister Jung das Amt kostete.
Der letzte Kinder-Killereinsatz ist er vier Tage her.
Die NATO übernimmt die Verantwortung für einen Luftangriff, bei dem im Süden Afghanistans auch viele Kinder getötet worden waren. Afghanistans Präsident Karsai hatte den Tod der Zivilisten äußerst scharf verurteilt.
Er entschuldige sich "von ganzem Herzen bei den Familien und Freunden der Getöteten", sagte der Kommandeur der Internationalen Schutztruppe ISAF, US-Generalmajor John Toolan am Montag (30.05.2011). Er bat die Afghanen um Vertrauen und forderte sie auf, die eigenen Sicherheitskräfte weiter zu unterstützen. Toolan zufolge wurden bei dem Angriff in der Provinz Helmand insgesamt neun Zivilisten getötet. Die afghanischen Behörden sprechen dagegen von 14 Toten, darunter zehn Kinder und zwei Frauen.
(Deutsche Welle 30.05.11)
Innerhalb einer Woche gab es zwei Anschläge mit deutschen Todesopfern und was sagt unser Verteidigungsminister dazu?
De Mazière hält an Afghanistan-Strategie fest.
Deutsche Soldaten sind mehr denn je dem Terror ausgesetzt. Gefahr droht zunehmend durch vermeintlich Verbündete. Doch während die Taliban ihre Strategie verändert haben, hält der deutsche Verteidigungsminister an seiner fest.
[…] Umgekehrt steigern die Anschläge aus den eigenen Reihen das Misstrauen zwischen Isaf und afghanischer Armee. Das Vertrauen in die Waffenbrüder war schon vorher begrenzt. Zu oft liefen gemeinsam geplante Operationen ins Leere, weil die Taliban gewarnt worden waren. Die deutsche Führung ging dazu über, afghanische Kommandeure und Einheiten erst im letzten Moment einzuweihen. Dennoch scheiterte manche Operation an der mangelnden Disziplin der Afghanen und ihrer ungenügenden Ausbildung. Die schlechte Bezahlung in der Armee trägt das Ihre dazu bei, dass die aus Drogengeldern üppig finanzierten Taliban und lokale Warlords sich Informationen oder gleich den ganzen Mann kaufen können.
„Von uns wendet denen keiner seinen Rücken zu“, sagen viele deutsche Soldaten über ihre afghanischen Partner. Steigt das Misstrauen weiter, gerät die Taktik des „Partnering“ in Gefahr. Dass Isaf- Truppen und Afghanen gemeinsam kämpfen, ist aber eine tragende Säule im Gesamtkonzept, weil bis auf Weiteres keiner von beiden imstande ist, Gebiete zu erobern und zu halten. De Maizière lehnt denn auch eine Abkehr von diesem Vorgehen ab.
(Tagesspiegel 02.06.11)
Die Gewaltspirale wird weiter eskalieren.
Statt endlich zu erkennen, daß einer damit anfangen muß nicht auf Gegenschläge und Rache zu setzen, rücken erste CDU-Politiker nun geistig an die Seite der amerikanischen Philosophie der „massive response“ - als ob nicht gerade die militärische Übertreibung zu dem jetzt herrschenden Desaster geführt hätte.
CDU-Experte Ernst-Reinhard Beck fordert nun allen Ernstes VERGELTUNG.
In Berlin wurden Rufe nach einer Gegenoffensive laut. "Der Anschlag kann nicht ohne Folgen bleiben", sagte Unions-Verteidigungsexperte Ernst-Reinhard Beck (CDU). Es müsse "ein entsprechender Gegenschlag" erfolgen.
(Abla 30. Mai 2011)
Aus dem Bundestag kamen allerdings Forderungen nach Reaktionen auf die Attacke der Taliban. «Der Anschlag kann nicht ohne Folgen bleiben», sagte Unions-Verteidigungsexperte Ernst-Reinhard Beck (CDU) der Nachrichtenagentur dpa. Nach einer solchen Attacke müsse «ein entsprechender Gegenschlag gegen die Taliban-Organisation in dieser Provinz» erfolgen. «Das wird nicht von heute auf morgen gehen, aber ich denke, dass wir verstärkt offensiv gegen die oppositionellen Kräfte vorgehen müssen.»
Beck sprach von einer «Eskalation der Ereignisse im Regionalkommando Nord». Ähnlich äußerte sich die FDP-Expertin Elke Hoff. «Die Brutalität wird in den nächsten Monaten noch zunehmen», prognostizierte sie. «Die Moral der Soldaten ist noch sehr hoch.
(Greenpeace Magazin 30. Mai 2011)
Der 65-Jährige Oberst der Reserve Beck aus Sigmaringen ist ein echter Haudrauf und liebt das Militärische.
Eine Debatte um die Rechtsverfassung der Welt, um Moral und christliche Werte hat begonnen. Und was hat das mit Reutlingen zu tun? Ganz einfach: Neben der unglücklichen Äußerung ihrer Kanzlerin Angela Merkel („Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten.“) hat die CDU die Kommentierung der Kommandoaktion der US-Armee ihrem Spezialisten Ernst-Reinhard Beck überlassen. Und das, obwohl der Reutlinger Wahlkreisabgeordnete und verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion auch nicht gerade für mäßigende Worte bekannt ist, wenn es um sein Leib-und-Magen-Thema Militär geht.
Zuletzt hatte er sich bei einer Fraktionssitzung zum Leben auf dem Bundeswehr-Ausbildungsschiff „Gorch Fock“ in die Nesseln gesetzt. „Ein Kriegsschiff ist kein Mädchenpensionat“, sagte er und sorgte damit für kräftiges Rauschen im Blätterwald.
(tagblatt.de 7.05.2011)
Wenn sich diese Fraktion in der Afghanistanpolitik durchsetzt, haben wir das Schlimmste am Hindukusch noch vor uns.
Westlich des Atlantiks ist immer noch der altertümliche Rache- Gedanke allgegenwärtig.
Wir kennen das aus der Bibel - eine der Kernaussagen dieses Konglomerats des Schreckens, das so viel Tod und Verwüstung über den Planeten gebracht hat.
Schade um Schade, Auge um Auge, Zahn um Zahn; wie er hat einen Menschen verletzt, so soll man ihm wieder tun.
3. Mose 24.20
Dein Auge soll sie nicht schonen; Seele um Seele, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß.
5. Mose 19.21
Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß.
2. Mose 21.24
Das führt dazu, daß eine New Yorker Staatsanwaltschaft den lediglich VERDÄCHTIGEN IWF-Präsidenten, der immerhin noch als unschuldig gilt, schon mal a priori maximal demütigt, ihn in Handschellen und unrasiert der Presse zur maximalen Vorverurteilung präsentiert.
Anders als beispielsweise in Deutschland braucht sich die Staatsanwaltschaft auch nicht um entlastendes Beweismaterial zu kümmern - sie geht von der Schuld aus und versucht den Angeklagten fertig zu machen.
Ist der mutmaßliche Delinquent zufällig steinreich, kann er sich eine große Anwaltskanzlei mieten, die mit der Staatsanwaltschaft und der Polizei gleichzieht, indem sie ebenfalls eine Armee von Ermittlern, Detektiven und Anwälten losschickt, um Unschulds-Indizien zu suchen.
Im Gerichtssaal kommt es dann zu den vielfach aus amerikanischen TV-Serien bekannten Schlachten, in den gute Chancen für Freisprüche bestehen.
Blöd nur, wenn man zufällig arm ist und keine Millionen für Heere von Anwälten übrig hat - dann landet man ganz schnell als einer von 2,5 Millionen Amis im Knast oder gar in der Todeszelle.
Das führt dazu, daß Amerikaner glücksselig auf den Straßen tanzten, nachdem der US-Präsident die moralisch verquere „brought to justice“-Rede über die Ermordung Osama bin Ladens gehalten hatte.
Eigentlich geistig gesund aussehende Menschen verkündeten, daß sie das erste mal seit dem 11. September 2001 wieder glücklich wären.
So als ob auch nur ein einziger Toter der Anschläge von damals jetzt weniger tot wäre.
Dieser Rache-Wahn führt dazu, daß die USA als einziges westliches Land regelmäßig die Todesstrafe durchführt und trotz erdrückender gegenteiliger Beweise (= höchste Kriminalitätsrate) stur glaubt, die Todesstrafe schrecke vor Kriminalität ab.
Selbstverständlich ist genau das Gegenteil der Fall. Staatliche Tötungen relativieren das Mord-Tabu und stacheln zu noch mehr Brutalität auf.
Die Gehirnwäsche ist aber so weit verbreitet, daß regelmäßig Opfer von Verbrechern als Zuschauer von Exekutionen fungieren und anschließend behaupten sie könnten nun ruhiger schlafen, nachdem sie zugesehen hätten, wie jemand gekillt wurde.
Daß damit dessen vollkommen unschuldige Angehörige auf übelste Art mit bestraft werden - auch Mörder haben Kinder, Eltern und Geschwister - wird komplett ausgeblendet.
Als quasi noch am Abend des 11. Septembers 2001 Kabul bombardiert wurde, telefonierte ich mit einer Freundin in Washington, die ganz aufgelöst forderte „DER Taliban muß weg.“
(Wer oder was die Taliban waren, wußte sie gar nicht; sie hielt DEN Taliban damals für eine Person).
Meinen Einwand, daß dafür doch nun nicht unschuldige Zivilisten in Kabul getötet werden sollten, weil die schließlich nichts für die rauchenden WTC-Trümmer könnten, wurde mit einem Todschlagargument weggefegt: „Na und? Die Leute im WTC waren ja auch alle unschuldig“
Sowas nennt man „Spirale der Gewalt“.
Einer tut etwas Unrechtes, woraufhin sich der andere berechtigt fühlt ebenfalls etwas Unrechtes zu tun - Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Dabei lehnt Jesus genau diese Logik strikt ab.
38 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn.
39 Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.
43 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.
44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen,
(Matthäus 5)
Aber das ist ja das Schöne an der Bibel - man kann das Gegenteil der Lehren „der Herrn“ tun und sich dennoch auf Gottes Wort berufen.
Die Spirale der Gewalt treibt seltsame Blüten.
Die Ideologie der Bewaffnung, Gegengewalt, Abschreckung und der Präventionsschläge führt auch zu den berühmten Politallianzen nach dem Motto „der Feind meines Feindes ist mein Freund.“
So stand die amerikanische Politik immer wieder auf der Seite von grausamsten Diktatoren und Unterdrückern.
Es waren die USA höchstselbst, die Osama bin Laden aufrüsteten, weil er ihnen als Werkzeug gegen die damals als noch böser angesehenen Russen diente.
Ronald Reagan verbündete sich mit Saddam Hussein gegen Ayatollah Khomeini.
Das Erstaunliche an der zutiefst inhumanen Rache-Ideologie ist die Hartnäckigkeit, mit der nach wie vor an sie geglaubt wird.
Dabei sprechen die Desaster in Korea, Vietnam, Afghanistan und im Irak eine eindeutige Sprache.
Längst sind in George W. Bushs Rachefeldzügen viel mehr Amerikaner ums Leben gekommen, als beim Anschlag vom 11.09.2001.
Mit dem neuen US-Präsidenten Obama ist der Wehretat sogar noch weiter angestiegen.
Man hat nicht den Eindruck, daß mit Teheran an einer friedlichen Lösung gearbeitet wird und Amerikas engster Freund, Israel, setzt unverdrossen auf brutale Härte, die erst in die jetzige Situation geführt hat.
Auch nur leiseste Zweifel an der Jerusalemer Haltung aus dem Oval Office führen sofort dazu, daß sämtliche Teebeutler, Republikaner und Evangelikale in Amerika über ihren eigenen Präsidenten herfallen.
Schon nichtkriegerische Vokabular („Diplomatie, Anerkennung der Hamas, Zweistaatenlösung,..) bringt sie zur Weißglut und läßt den Bellizismus neu entflammen.
Wozu Kriegseinsätze führen können, erleben Angela Merkel und Guido Westerwelle derzeit in Afghanistan.
Immer öfter kommen Särge vom Hindukusch zurück, die dann die abstoßenden Betroffenheitsrituale in Gang setzen.
Minister mit zerknitterten Mienen auf Kirchenbänken bei Soldatenbeerdigungen, das Verurteilen der Anschläge als „feige“ (was könnte eigentlich weniger feige als ein Selbstmordanschlag sein?) und das Versprechen man stünde 100%ig zur Truppe.
Mir fällt dann immer der berühmte „Soldatenkönig“ ein; der Hohenzollern-Herrscher Friedrich Wilhelm I., König in Preußen und Markgraf von Brandenburg, Erzkämmerer und Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches (1688-1740).
Jener legendär-brutale Vater Friedrich des Großen, der Preußen sagenhaft aufrüstete.
Weniger bekannt ist die Tatsache, daß er so sehr von seinen hübsch uniformierten Soldaten begeistert war, daß er nie einen Krieg führte - er hatte schlicht Angst davor, daß seine dekorativen Militärs demoliert würden.
Nachfolger Friedrich II, der noch legendärere schwule Schöngeist, Komponist, Flötist und Philosoph war das diametrale Gegenteil - er benutzte Hunderttausende Preußen als Kanonenfutter und zettelte einen brutalen Krieg nach dem nächsten an.
Gegen Soldatenfreunde wie Friedrich Wilhelm I. habe ich nichts einzuwenden - sollen sich doch Merkel, Guttenberg oder de Maizière mit poppigsten Armeen in den buntesten Uniformen amüsieren.
Solange sie nicht in Kriege geschickt werden, ist das halb so wild.
Ich habe gelegentlich schon zugestanden, daß bei Entscheidungen für Kriegseinsätze - Jugoslawien, Libyen z.B. - durchaus ehrenwerte Motive eine Rolle gespielt haben.
Und bevor jemand darauf hinweist:
Ja natürlich müssen die Deutschen der Roten Armee und anderen dankbar sein, daß sie militärisch gestoppt wurden. Sehr schlau angestellt haben sie sich allerdings nicht - immerhin ließen sie bis 1945 nicht von ihrem Treiben ab und ergaben sich erst, als Deutschland wirklich in Schutt und Asche lag.
Nicht daß das ein angemessener Vergleich wäre, aber in Afghanistan kämpft die Bundeswehr schon vier Jahre länger als der gesamte Zweite Weltkrieg dauerte und in einem sind sich alle Militärs einig: Die Lage ist kontinuierlich immer schlimmer geworden.
Regelmäßig werden Zivilisten bei NATO-Bombardements getötet.
Allein rund 140 beim berühmten Kundus-Tanklaster-Einsatz, der Minister Jung das Amt kostete.
Der letzte Kinder-Killereinsatz ist er vier Tage her.
Die NATO übernimmt die Verantwortung für einen Luftangriff, bei dem im Süden Afghanistans auch viele Kinder getötet worden waren. Afghanistans Präsident Karsai hatte den Tod der Zivilisten äußerst scharf verurteilt.
Er entschuldige sich "von ganzem Herzen bei den Familien und Freunden der Getöteten", sagte der Kommandeur der Internationalen Schutztruppe ISAF, US-Generalmajor John Toolan am Montag (30.05.2011). Er bat die Afghanen um Vertrauen und forderte sie auf, die eigenen Sicherheitskräfte weiter zu unterstützen. Toolan zufolge wurden bei dem Angriff in der Provinz Helmand insgesamt neun Zivilisten getötet. Die afghanischen Behörden sprechen dagegen von 14 Toten, darunter zehn Kinder und zwei Frauen.
(Deutsche Welle 30.05.11)
Innerhalb einer Woche gab es zwei Anschläge mit deutschen Todesopfern und was sagt unser Verteidigungsminister dazu?
De Mazière hält an Afghanistan-Strategie fest.
Deutsche Soldaten sind mehr denn je dem Terror ausgesetzt. Gefahr droht zunehmend durch vermeintlich Verbündete. Doch während die Taliban ihre Strategie verändert haben, hält der deutsche Verteidigungsminister an seiner fest.
[…] Umgekehrt steigern die Anschläge aus den eigenen Reihen das Misstrauen zwischen Isaf und afghanischer Armee. Das Vertrauen in die Waffenbrüder war schon vorher begrenzt. Zu oft liefen gemeinsam geplante Operationen ins Leere, weil die Taliban gewarnt worden waren. Die deutsche Führung ging dazu über, afghanische Kommandeure und Einheiten erst im letzten Moment einzuweihen. Dennoch scheiterte manche Operation an der mangelnden Disziplin der Afghanen und ihrer ungenügenden Ausbildung. Die schlechte Bezahlung in der Armee trägt das Ihre dazu bei, dass die aus Drogengeldern üppig finanzierten Taliban und lokale Warlords sich Informationen oder gleich den ganzen Mann kaufen können.
„Von uns wendet denen keiner seinen Rücken zu“, sagen viele deutsche Soldaten über ihre afghanischen Partner. Steigt das Misstrauen weiter, gerät die Taktik des „Partnering“ in Gefahr. Dass Isaf- Truppen und Afghanen gemeinsam kämpfen, ist aber eine tragende Säule im Gesamtkonzept, weil bis auf Weiteres keiner von beiden imstande ist, Gebiete zu erobern und zu halten. De Maizière lehnt denn auch eine Abkehr von diesem Vorgehen ab.
(Tagesspiegel 02.06.11)
Die Gewaltspirale wird weiter eskalieren.
Statt endlich zu erkennen, daß einer damit anfangen muß nicht auf Gegenschläge und Rache zu setzen, rücken erste CDU-Politiker nun geistig an die Seite der amerikanischen Philosophie der „massive response“ - als ob nicht gerade die militärische Übertreibung zu dem jetzt herrschenden Desaster geführt hätte.
CDU-Experte Ernst-Reinhard Beck fordert nun allen Ernstes VERGELTUNG.
In Berlin wurden Rufe nach einer Gegenoffensive laut. "Der Anschlag kann nicht ohne Folgen bleiben", sagte Unions-Verteidigungsexperte Ernst-Reinhard Beck (CDU). Es müsse "ein entsprechender Gegenschlag" erfolgen.
(Abla 30. Mai 2011)
Aus dem Bundestag kamen allerdings Forderungen nach Reaktionen auf die Attacke der Taliban. «Der Anschlag kann nicht ohne Folgen bleiben», sagte Unions-Verteidigungsexperte Ernst-Reinhard Beck (CDU) der Nachrichtenagentur dpa. Nach einer solchen Attacke müsse «ein entsprechender Gegenschlag gegen die Taliban-Organisation in dieser Provinz» erfolgen. «Das wird nicht von heute auf morgen gehen, aber ich denke, dass wir verstärkt offensiv gegen die oppositionellen Kräfte vorgehen müssen.»
Beck sprach von einer «Eskalation der Ereignisse im Regionalkommando Nord». Ähnlich äußerte sich die FDP-Expertin Elke Hoff. «Die Brutalität wird in den nächsten Monaten noch zunehmen», prognostizierte sie. «Die Moral der Soldaten ist noch sehr hoch.
(Greenpeace Magazin 30. Mai 2011)
Der 65-Jährige Oberst der Reserve Beck aus Sigmaringen ist ein echter Haudrauf und liebt das Militärische.
Eine Debatte um die Rechtsverfassung der Welt, um Moral und christliche Werte hat begonnen. Und was hat das mit Reutlingen zu tun? Ganz einfach: Neben der unglücklichen Äußerung ihrer Kanzlerin Angela Merkel („Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten.“) hat die CDU die Kommentierung der Kommandoaktion der US-Armee ihrem Spezialisten Ernst-Reinhard Beck überlassen. Und das, obwohl der Reutlinger Wahlkreisabgeordnete und verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion auch nicht gerade für mäßigende Worte bekannt ist, wenn es um sein Leib-und-Magen-Thema Militär geht.
Zuletzt hatte er sich bei einer Fraktionssitzung zum Leben auf dem Bundeswehr-Ausbildungsschiff „Gorch Fock“ in die Nesseln gesetzt. „Ein Kriegsschiff ist kein Mädchenpensionat“, sagte er und sorgte damit für kräftiges Rauschen im Blätterwald.
(tagblatt.de 7.05.2011)
Wenn sich diese Fraktion in der Afghanistanpolitik durchsetzt, haben wir das Schlimmste am Hindukusch noch vor uns.
Donnerstag, 5. Mai 2011
Das Grab schaufeln
Kreuznet, 5. Mai 2011, 13:36 Dr. Guillotin:
Nun muß er noch kastriert werden und die Welt ist in Ordnung.
Nun muß er noch kastriert werden und die Welt ist in Ordnung.
Der Jesuiten-Zögling und überzeugte Katholik Heiner Geißler möchte, daß es seiner Kirche gut geht und sprach am 03.03.2005 einen entsprechenden Wunsch aus.
“Wenn ich Papst wäre, würde ich Kardinal Ratzinger und Kardinal Meisner zu Dorfpfarrern machen“
Tja, das wäre eine angemessene Strafe für diese Hetzer – aber womit hätte ein ganzes Dorf das verdient? Und welches Dorf?? Vielleicht Midland, TX....
Egal – bekanntlich kam es ja am 19.4.2005 anders – zwar musste Ratzinger tatsächlich sein purpurnes Röckchen abgeben, aber statt schwarz kam dann weiß.
Auch der Rechtsaußen der deutschen Bischöfe, der ungeliebte Kölner Hardcore-Kardinal Meisner ist bis heute, 77-Jährig, im Amt.
Der Chef der reichsten Diözese Europas hat nicht nur wie viele seiner Kollegen perfide Holocaust- und Nazivergleiche drauf; nein, er kann es sogar noch gemeiner und macht Auschwitz-Witze!
In einem Referat von 2003 warf er Drogensüchtige, Terroristen, Wissenschaftsgläubige und Homosexualität in einen Topf. Das alles wären „Todeskeime“, die „ausgeschwitzt“ werden müssten.
Nach Angaben des Erzbistums hatte Meisner in seinem Referat indirekt auch die Homosexualität verurteilt, die der Schöpfungsordnung widerspreche. Der Mensch solle nicht "aus Zweckmäßigkeitsberechnungen Moral erfinden". In Meisners Referat, das er in Budapest vor Katholiken gehalten hatte, hieß es weiter: "Unsere europäische Gegenwart trägt darum auf vielfältige Weise solche Todeskeime in sich, die den gesunden Organismus vergiften, ja zum Kollabieren kommen lassen." Die Frage laute, so der Kardinal: "Kann der europäische Mensch aus eigener Kraft all diese Gifte ausschwitzen oder überwinden."
(Spon 29.10.2003)
Wer wie Meisner formuliert, verspielt das moralische Ansehen der Kirche. Die Verteidigung des Erzbistum Köln für Meisners Entgleisung macht es eigentlich
nur noch schlimmer. Meisner hat nicht nur die Verbrechen Hitlers in einem Atemzug mit dem Holocaust genannt. Im Redetext seiner Silvesterpredigt auf der Homepage des Erzbistums heißt es sogar wörtlich: Abtreibung sei ein "Tatbestand", "der wohl alle bisherigen Verbrechen der Menschheit in den Schatten stellt". Damit hat er gesagt, dass die Abtreibungen in Deutschland schlimmer seien als Hitlers geplanter Massenmord an den Juden, den Sinti und Roma und vielen anderen Menschen.
(MdB Volker Beck, 08.01.2005)
Dieser Meisner ist keineswegs eine reine Angelegenheit der Kirche.
Nein, er wird vom Staat finanziert und mit Privilegien überhäuft.
Das geht damit los, daß wir Steuerzahler ihm sein 12.500-Euro-Monatsgehalt zahlen. Er allein vergibt auch in seinem gigantischen Bistum die „Missio canonica“, die kirchliche Lehrerlaubnis, die ein staatlicher Theologe an staatlichen Schulen braucht, um Religionsunterricht abzuhalten. Das Lehrergehalt und die Theologie-Ausbildung zahlt übrigens sowieso der Staat - aus „Kirchensteuergeldern“ kommt kein einziger Cent dazu!
„Gemäß dem Beschluss der Synode der deutschen Bistümer von 1974 gilt für die Religionslehrkraft, dass sie „in der persönlichen Lebensführung die Grundsätze der Lehre der katholischen Kirche“ beachtet. Erwartet wird die auf Taufe und Firmung gründende Bereitschaft, den schulischen Dienst in christlicher Verantwortung zu übernehmen. Bei Verheirateten wird die kirchliche Eheschließung und die katholische Taufe der Kinder vorausgesetzt. Während des Vorbereitungsdienstes (Referendariat) wird auf Antrag eine vorläufige Unterrichtserlaubnis erteilt. Bei Kirchenaustritt wird die missio canonica entzogen. Fällt der Inhaber der Missio canonica vom Glauben ab und verbreitet entgegen seinem Versprechen eine Lehre, die nicht mit der der römisch-katholischen Kirche übereinstimmt (Häresie), so wird ihm vom zuständigen Bischof die Missio canonica entzogen.“
(Wiki)
Wem das nicht passt; wer möchte, daß der Staat entscheidet, wer Religionsunterricht geben darf, dem sei empfohlen aus der RKK auszutreten und sich bei seinem Bundestagsabgeordneten dafür einzusetzen, dass die in der Weimarer Reichsverfassung von 1919 geforderte Trennung von Kirche und Staat ENDLICH umgesetzt wird.
Daß also ein nicht demokratisch legitimierter Bischof nicht mehr die Lehrerlaubnis erteilen und entziehen kann.
Einen Häretiker mehr in NRW hat der Kardinal entdeckt und entzog auf massiven Druck der katholischen Fundis um Hakenkreuznet und kath.net David Berger die Lehrerlaubnis.
Berger sagte der Nachrichtenagentur DPA, seine Abberufung gehe auf den Druck extrem konservativer Kräfte zurück, die Unterschriftenaktionen veranstaltet hätten und sogar die Todesstrafe für Homosexuelle forderten. Er nannte unter anderem die Internetseiten kreuz.net und kath.net. Kreuz.net kommentierte den Entzug der Lehrerlaubnis mit dem Satz: "Jetzt hat der Homo, was er wollte." Berger bestritt, dass er die katholische Kirche als solche angegriffen habe. Vielmehr habe er sein Buch "aus Liebe zur Kirche" geschrieben. Er kritisiere nur ganz bestimmte Missstände innerhalb der Kirche, und dies sei die Aufgabe jedes katholischen Laien.
(Tagesschau.de 05.05.11)
Ausnahmsweise kann ich Kreuz.net nicht vollkommen widersprechen.
Natürlich ist die hetzerische Diktion abartig, aber die Fundis haben schon Recht damit, daß Dr. Dr. Berger massiv in die Öffentlichkeit geht.
Berger ballert gerade seine FB-Seite mit sämtlichen Artikeln über ihn zu, alle seine Fans bedauern ihn nun und schimpfen auf Meisner, der das absolut Naheliegende tat.
Kardinal Meisner sah sich zu diesem Schritt gezwungen, weil Dr. Berger durch seine Veröffentlichungen und Äußerungen in den Medien selbst den unwidersprochenen Anschein gesetzt hat, in Lehre und Lebensführung mit den moralischen und gesetzlichen Normen der Kirche nicht übereinzustimmen. Damit hat er das für den Verkündigungsauftrag unverzichtbare Vertrauen des Bischofs zerstört und kann nicht mehr glaubwürdig im Auftrag der Kirche katholischen Religionsunterricht erteilen.
(Domradio 05.05.11)
Aber was konnte man denn bitteschön vom Katholo-Kalifen von Köln anderes erwarten???
Berger hat es doch drauf angelegt, indem er in Talkshows geht und in Zeitungsinterviews immer wieder andeutet, Ratzi sei auch schwul und überhaupt wimmele es in der RKK von Homos.
Da braucht sich auch Volker Beck nicht zu echauffieren.
Meisner gibt sich mal wieder als Prediger der Intoleranz.
Die Begründungen von Meisners Sprecher für den Entzug der Lehrerlaubnis Bergers sind hanebüchen und diskriminieren alle Lesben und Schwulen.
Meisner spricht einem profilierten Theologen die Kompetenz ab, weil er nicht asexuell lebt. Wäre die katholische Kirche nur bei Fällen sexuellen Missbrauchs halb so konsequent gewesen.
Antisemitismus, Homosexuellenfeindlichkeit und antidemokratische Tendenzen machen dem Kardinal wohl weniger Sorgen, als ein Mensch der offen zu seinem Leben steht. Berger schildert in seinem Buch die antidemokratischen Tendenzen in rechtskatholischen päpstlichen Werken wie dem Engelswerk, der Legion Christi und den Piusbrüdern. Diese lässt der Kardinal aber auch in seiner Diözese weiter gewähren.
(volkerbeck.de)
Beck ist Bundestagsabgeordneter und sollte sich lieber massiv dafür einsetzen, daß Kirche und Staat entflechtet werden.
So lange aber erzreaktionäre Nazi-Vergleichler wie Meisner die letzte Entscheidung darüber haben, wer Religionsunterricht erteilen darf, muß sich Herr Beck nicht wundern, wenn solche Entscheidungen wie heute gefällt werden.
Es handelt sich hier in Wahrheit nicht um eine causa Berger, sondern um eine Systemfrage.
Wie lange läßt sich der Staat noch als unmündiger Zahlmeister für eine antimoderne, undemokratische und misogyne Organisation wie die RKK mißbrauchen?
Der Verfassungsauftrag dieses unseligen Zustands zu beenden besteht seit 92 Jahren.
Die Grünen mit Christlichen Fundamentalisten in ihren Reihen - Göring-Eckart, Kretschmann und Nickels zum Beispiel - zementieren das System Meisner.
Und auch Volker Beck betonte gerade erst wieder im STERN er sei religiös:
Ein zentraler Text für mich ist der Schöpfungsbericht. Nicht nur, weil die Bewahrung der Schöpfung, also die Umweltpolitik, ein Kernanliegen der Grünen ist. Sondern, weil da alles drinsteht, worum es im gesellschaftlichen Miteinander geht. Dass Gott den Menschen zu seinem Bild und Gleichnis geschaffen hat, und dass diese Gottesebenbildlichkeit dazu zwingt, die Würde jedes Einzelnen zu respektieren, ob man ihn mag oder nicht.
(Stern 19. April 2011)
Enttäuscht über den Kardinal sind nicht nur Beck, viele Schüler des städtischen Ville-Gymnasium in Erftstadt (Rhein-Erft-Kreis) und Facebook-Freunde, nein auch Berger ist verbittert:
Berger selbst zeigte sich auf Anfrage enttäuscht und erschüttert. Der Entzug der Missio sei „ein schwerer Schlag gegen den Frieden innerhalb des Erzbistums sowie überhaupt der Seelsorge im Erzbistum“. Er kenne gerade auch aus der Erzdiözese Köln eine Vielzahl von homosexuell veranlagten Priestern, Priesteramtsanwärtern, Ordensleuten, Religionslehrern und anderen im kirchlichen Dienst Stehenden, „die mir ihre tiefe Dankbarkeit zum Ausdruck gebracht haben, dass ich ihnen Stimme verliehen habe.“ Berger zeigte sich zudem verärgert, dass Meisner ihm keine Gelegenheit gegeben habe, zu den gegen ihn gerichteten „pauschalen Vorwürfen“ persönlich Stellung zu nehmen.
(Joachim Frank FR 05.05.11)
Erstaunliche Sätze für einen intelligenten Mann.
Berger wußte doch, daß der Homo-hassende Meisner das letzte Wort hat.
Indem er als zahlendes Mitglied der RKK öffentlich verkündet, er liebe die Kirche, setzt er sich automatisch der Willkür des Hetzkardinals aus.
Da hilft nur eins: Austreten und am besten Atheist werden.
Je mehr sympathische Menschen von der katholischen Kirchenführung vertrieben wird, umso besser.
Die alten konservativen Frauenhasser und Pädophilie-Vertuscher, sägen damit den Ast ab auf dem sie sitzen.
Sie haben es nur noch nicht bemerkt.
Sonntag, 27. März 2011
Puuuhhhh, das war knapp.
Zwei Wahlen in südlichen westdeutschen Flächenländern und zweimal eine Rot/Grüne Regierung.
Das ist schön.
Auf Nimmer Wiedersehen EnBW-Knecht Mappus. Frau Gönner ins Abklingbecken und Herr Goll sollte sich samt seines Ferraris in die Ecke stellen und schämen. Der Schwiegersohn von Herrn Schäuble, CDU-General Strobl ist ebenso auf Polit-Diät gesetzt wie Angis kleine Petze Schavan.
Gut. Gut.
Weitere sechs schwarz-gelbe Bundesrat-Stimmen drehen auf Grün/Rot; genau wie die vier SPD-Stimmen aus Rheinland-Pfalz. Schwarz/Gelb hat jetzt nur noch 25 von 69 Stimmen; ist also weit von einer Mehrheit entfernt. Rot/Grün hat 30 Stimmen; 14 Stimmen sind neutralisiert.
Auch erfreulich.
Die 78% der von Infratest Dimap befragten Bundesbürger, welche die Atompolitik der Bundesregierung als reines Wahlkampfmanöver ansehen, sind kein reines demoskopisches Hirngespinst, sondern nun inkarniert im Atomland BW.
Die EnBW, einer der vier Nuklear-Oligopolisten wird nun mehrheitlich von Grünen und Roten kontrolliert - dank CDU-Mappus. Welch Ironie der Geschichte!
Schon lustig.
Soweit kann ich mich also zufrieden zurück lehnen und mich darüber freuen, wie Guido und Angie jetzt strampeln müssen, um ihre eigene Partei im Zaum zu halten.
Aber wenn ich auf die nackten Zahlen blicke, fällt mir natürlich auf, daß die SPD ein Desaster erlebt hat!
Einmal das schlechteste Wahlergebnis aller Zeiten und einmal das Zweitschlechteste.
Und das in einem politischen Umfeld, das die Wahlen für die Berliner Oppositionsparteien fast unverlierbar gemacht hat.
Wann hat denn eine Bundesregierung schon jemals derart gestümpert und gelogen?
Wann hat die SPD jemals eine Vorlage nach der nächsten geschenkt bekommen?
Wie kann es denn angehen, daß in einem derart kriminellen, hochkorrupten und zerstrittenen Landesverband wie der CDU-Rheinland-Pfalz die Spitzenfrau Klöckner sogar noch zulegt??
Haben die Wähler allesamt zu lange in Grauburgunder und Schwarzriesling gebadet?
Muß denn nach 17 Jahren Amtszeit ausgerechnet der vollbärtige Provinz-Pykniker Beck weiter im MP-Sattel sitzen, obwohl der bundespolitisch erwiesenermaßen ein Klotz am Bein ist?
Fiel den Baden-Württembergern nach all den Megaskandalen ums Kinderficken und Holocaustleugnen nichts Bessres ein, als ausgerechnet den Hardcore-Katholiken Kretschmann zum Ministerpräsidenten zu machen?
Nun haben wir nach Anette Schavan schon wieder einen BW-Religioten in einem Spitzenamt, der Mitglied des Zentralkomitees der Katholiken und des Diözesanrats ist.
Daß nun noch ein ZK der Katholiban-Mitglied ein Regierungsamt bekommt, ist genau das Gegenteil der von mir angestrebten Entflechtung von Staat und Kirche.
Ministerpräsident Kretschmann hockt im ZKdK zusammen mit Rechten wie dem Prälaten Dr. Karl Jüsten, CDU-Landesministerin Monika Stolz, Ex-CDU-Landesminister Minister Armin Laschet, Brigadegeneral Josef Blotz, dem CSU-Mann Alois Glück, dem CDU-Ex-MP von Thüringen Althaus, Minister Philipp Rösler, CDU-Rechtsaußen-Frau Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer MdB, CSU-Landtags-Präsidentin Barbara Stamm, dem CDU-Mann Markus Grübel MdB, CDU-Landesminister Bernd Busemann, Stabsfeldwebel Ralf Eisenhardt, dem Deutsche Bank-Zampano Prof. Dr. Norbert Walter, CSU-Staatsminister Georg Fahrenschon, CDU Frau Ingrid Fischbach MdB, dem CDU-Europaabgeordneten Hans-Peter Liese, ZDF-Chefchrist Dr. Peter Frey, Oberst Karl-Jürgen Klein, CDU-Staatsekretärin Julia Klöckner MdB, ZDF-Mann Klaus Prömpers, CDU-Mann Peter Weiß MdB und CDU-Mann Dr. Hermann Kues MdB.
Die Extrem-Katholikin Andrea Nahles hat heute eine schwere Grippe; insofern will ich der SPD-Religiotin* auf dem Generalsekretärin-Posten zugestehen, daß sie mental augenblicklich noch unterentwickelter als ohnehin ist.
Nur so läßt sich erklären, daß sie angesichts zweier historisch schlechter SPD-Ergebnisse gar nicht mehr aufhören konnte zu grinsen und das Ende von Schwarz-Gelb zu bejubeln.
Und wie kann es angehen, daß ausgerechnet eine der übelsten Lügnerinnen der Bundespolitik, die selbst in der eigenen Partei über die Beliebtheit von Fußpilz verfügt, sich breit lächelnd durch den SWR-Abend freut, weil sie als BW-Landes- und Bundestagsfraktions-Vorsitzende der FDP ihren Kopf aus der Schlinge gezogen hat?
5,3% gelten als ihr Erfolg; ihr Job scheint erst einmal sicher zu sein.
Man versteht den Urnenpöbel nicht.
Wenn schon „Komma drei“ wären doch wohl 0,3% als Gesamtergebnis für die FDP angebracht gewesen.
Und Mappus, der Mega-Lügner, der die Stuttgart-21-Protestierer zusammenprügeln ließ, der am Parlament vorbei einen sechs-Milliardenkredit auf Landeskosten aufnahm, um sich bei EnBW einzukaufen und damit das Land für lange Zeit finanziell ruiniert haben dürfte, bekommt mit 39% ein Ergebnis, das weit besser als der Bundeswert der CDU ist?
Nein, man versteht es nicht.
*(Religiotie definiert nach MSS: Darunter verstehe ich eine selten diagnostizierte (wenn auch häufig auftretende) Form der geistigen Behinderung, die durch intensive Glaubensindoktrination vornehmlich im Kindesalter ausgelöst wird. Religiotie führt zu deutlich unterdurchschnittlichen kognitiven Leistungen sowie zu unangemessenen emotionalen Reaktionen, sobald es um glaubensrelevante Sachverhalte geht – etwa um das Anerkennen der empirischen Belege der Evolutionsbiologie. Religiotie ist sicherlich die am leichtesten zu erkennende Form einer weltanschaulich bedingten, partiellen Denkschwäche.)
Das ist schön.
Auf Nimmer Wiedersehen EnBW-Knecht Mappus. Frau Gönner ins Abklingbecken und Herr Goll sollte sich samt seines Ferraris in die Ecke stellen und schämen. Der Schwiegersohn von Herrn Schäuble, CDU-General Strobl ist ebenso auf Polit-Diät gesetzt wie Angis kleine Petze Schavan.
Gut. Gut.
Weitere sechs schwarz-gelbe Bundesrat-Stimmen drehen auf Grün/Rot; genau wie die vier SPD-Stimmen aus Rheinland-Pfalz. Schwarz/Gelb hat jetzt nur noch 25 von 69 Stimmen; ist also weit von einer Mehrheit entfernt. Rot/Grün hat 30 Stimmen; 14 Stimmen sind neutralisiert.
Auch erfreulich.
Die 78% der von Infratest Dimap befragten Bundesbürger, welche die Atompolitik der Bundesregierung als reines Wahlkampfmanöver ansehen, sind kein reines demoskopisches Hirngespinst, sondern nun inkarniert im Atomland BW.
Die EnBW, einer der vier Nuklear-Oligopolisten wird nun mehrheitlich von Grünen und Roten kontrolliert - dank CDU-Mappus. Welch Ironie der Geschichte!
Schon lustig.
Soweit kann ich mich also zufrieden zurück lehnen und mich darüber freuen, wie Guido und Angie jetzt strampeln müssen, um ihre eigene Partei im Zaum zu halten.
Aber wenn ich auf die nackten Zahlen blicke, fällt mir natürlich auf, daß die SPD ein Desaster erlebt hat!
Einmal das schlechteste Wahlergebnis aller Zeiten und einmal das Zweitschlechteste.
Und das in einem politischen Umfeld, das die Wahlen für die Berliner Oppositionsparteien fast unverlierbar gemacht hat.
Wann hat denn eine Bundesregierung schon jemals derart gestümpert und gelogen?
Wann hat die SPD jemals eine Vorlage nach der nächsten geschenkt bekommen?
Wie kann es denn angehen, daß in einem derart kriminellen, hochkorrupten und zerstrittenen Landesverband wie der CDU-Rheinland-Pfalz die Spitzenfrau Klöckner sogar noch zulegt??
Haben die Wähler allesamt zu lange in Grauburgunder und Schwarzriesling gebadet?
Muß denn nach 17 Jahren Amtszeit ausgerechnet der vollbärtige Provinz-Pykniker Beck weiter im MP-Sattel sitzen, obwohl der bundespolitisch erwiesenermaßen ein Klotz am Bein ist?
Fiel den Baden-Württembergern nach all den Megaskandalen ums Kinderficken und Holocaustleugnen nichts Bessres ein, als ausgerechnet den Hardcore-Katholiken Kretschmann zum Ministerpräsidenten zu machen?
Nun haben wir nach Anette Schavan schon wieder einen BW-Religioten in einem Spitzenamt, der Mitglied des Zentralkomitees der Katholiken und des Diözesanrats ist.
Daß nun noch ein ZK der Katholiban-Mitglied ein Regierungsamt bekommt, ist genau das Gegenteil der von mir angestrebten Entflechtung von Staat und Kirche.
Ministerpräsident Kretschmann hockt im ZKdK zusammen mit Rechten wie dem Prälaten Dr. Karl Jüsten, CDU-Landesministerin Monika Stolz, Ex-CDU-Landesminister Minister Armin Laschet, Brigadegeneral Josef Blotz, dem CSU-Mann Alois Glück, dem CDU-Ex-MP von Thüringen Althaus, Minister Philipp Rösler, CDU-Rechtsaußen-Frau Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer MdB, CSU-Landtags-Präsidentin Barbara Stamm, dem CDU-Mann Markus Grübel MdB, CDU-Landesminister Bernd Busemann, Stabsfeldwebel Ralf Eisenhardt, dem Deutsche Bank-Zampano Prof. Dr. Norbert Walter, CSU-Staatsminister Georg Fahrenschon, CDU Frau Ingrid Fischbach MdB, dem CDU-Europaabgeordneten Hans-Peter Liese, ZDF-Chefchrist Dr. Peter Frey, Oberst Karl-Jürgen Klein, CDU-Staatsekretärin Julia Klöckner MdB, ZDF-Mann Klaus Prömpers, CDU-Mann Peter Weiß MdB und CDU-Mann Dr. Hermann Kues MdB.
Die Extrem-Katholikin Andrea Nahles hat heute eine schwere Grippe; insofern will ich der SPD-Religiotin* auf dem Generalsekretärin-Posten zugestehen, daß sie mental augenblicklich noch unterentwickelter als ohnehin ist.
Nur so läßt sich erklären, daß sie angesichts zweier historisch schlechter SPD-Ergebnisse gar nicht mehr aufhören konnte zu grinsen und das Ende von Schwarz-Gelb zu bejubeln.
Und wie kann es angehen, daß ausgerechnet eine der übelsten Lügnerinnen der Bundespolitik, die selbst in der eigenen Partei über die Beliebtheit von Fußpilz verfügt, sich breit lächelnd durch den SWR-Abend freut, weil sie als BW-Landes- und Bundestagsfraktions-Vorsitzende der FDP ihren Kopf aus der Schlinge gezogen hat?
5,3% gelten als ihr Erfolg; ihr Job scheint erst einmal sicher zu sein.
Man versteht den Urnenpöbel nicht.
Wenn schon „Komma drei“ wären doch wohl 0,3% als Gesamtergebnis für die FDP angebracht gewesen.
Und Mappus, der Mega-Lügner, der die Stuttgart-21-Protestierer zusammenprügeln ließ, der am Parlament vorbei einen sechs-Milliardenkredit auf Landeskosten aufnahm, um sich bei EnBW einzukaufen und damit das Land für lange Zeit finanziell ruiniert haben dürfte, bekommt mit 39% ein Ergebnis, das weit besser als der Bundeswert der CDU ist?
Nein, man versteht es nicht.
*(Religiotie definiert nach MSS: Darunter verstehe ich eine selten diagnostizierte (wenn auch häufig auftretende) Form der geistigen Behinderung, die durch intensive Glaubensindoktrination vornehmlich im Kindesalter ausgelöst wird. Religiotie führt zu deutlich unterdurchschnittlichen kognitiven Leistungen sowie zu unangemessenen emotionalen Reaktionen, sobald es um glaubensrelevante Sachverhalte geht – etwa um das Anerkennen der empirischen Belege der Evolutionsbiologie. Religiotie ist sicherlich die am leichtesten zu erkennende Form einer weltanschaulich bedingten, partiellen Denkschwäche.)
Dienstag, 30. November 2010
Gute alte Zeiten
Seit Dekaden erodiert die kirchliche Macht in Europa.
Das dritte Jahrtausend hat zusätzlich eine moralische Erosion mit sich gebracht.
Mehr und mehr wird den Europäischen Christen bewußt, wie sehr ihre Christlichen Kirchen faschistische Verbrechen gedeckt und befürwortet haben, wie Ordensleute aller Konfessionen Millionen Kinder verprügelt, gedemütigt und versklavt haben, wie katholische Priester und Mönche sich an kleinen Jungs vergangen haben.
Insbesondere seit Joseph Ratzinger den Thron in Rom bestieg, werden politische Positionierungen der widerlichen Art mit mehr Aufmerksamkeit bedacht.
Unglücklicherweise löst sich die RKK aber nicht so schnell in Nichts auf, wie es die Democrazia Cristiana (DC) in Italien Mitte der 1990er vormachte.
Die katholische Kirche ist durchaus noch mächtig und läßt ihre Sprachrohe aufmarschieren.
Von Ultrarechts (Kreuznet, FSSPX, Marienkinder) über stramm konservativ (Mixa, Müller, Meisner, Rheinischer Merkur, Matussek, Badde, Rutz) über „bürgerlich“ (Seehofer, Wulff, Schavan, Rösler) bis links (Thierse, Nahles, Beck, Steinmeier) ziehen die langen Papstarme in den Kampf um die öffentliche Meinung.
Ihnen allen ist etwas gemeinsam - die Larmoyanz!
Es wird gejammert, beklagt, gewarnt, schwarzgemalt, beweint und dramatisiert.
Dieses ewige öffentliche Gejammere muß man gründlich satt haben - andererseits zeigt es aber auch, wie schwach der Glaube ist und für wie unattraktiv die Katholoprotagonisten ihre Heilslehre halten.
Offensichtlich sind sie sich selbst im Klaren darüber, daß man mit den altbackenen und menschenrechtswidrigen Lehren des KKK (Katechismus der Katholischen Kirche) niemanden mehr hinterm Ofen hervorlocken kann.
Die hochaggressive Art, in der sich die Pro-Reli-Demagogen in Berlin und die SPD-Katholiken gegen eine Arbeitsgruppe der „Laizisten in der SPD“ wehren, zeigt ihre Hasenfüßigkeit.
Offenbar meinen die Katholiken nur mit Zwangskatholisierung, indoktrinierendem Religionsunterricht und frühprägenden Maßnahmen gegen wehrlose Kinder die Kirche vor einem noch schnelleren Exodus bewahren zu können.
Recht haben sie - denn was sagen die Zahlen anderes aus?
Über neun Prozent der europäischen Katholiken haben 2009 ihre Kirche verlassen, während der Islam Zuwächse verbucht.
Was sagt das aus über die Attraktivität der Ratzinger-Kirche?
Die deutschen Berufs- und Berufungskatholiken agieren so wenig souverän, daß aus ihnen nur noch eine tiefe Sehnsucht nach FRÜHER spricht - sie würden sich gerne zurück ins Mittelalter beamen, in dem die böse atheistische Zukunft noch fern war.
Am besten soweit zurück, daß auch noch kein aufmüpfiger Luther die Bühne betreten hatte, der den Menschen die Bibel zugänglich machte und sie von der Hauptgeldquelle der Katholischen Kirche - dem Ablasshandel - löste.
Betrachten wir dazu beispielsweise das 14. Jahrhundert in Deutschland.
Das war unter katholischem Aspekt ideal - man war allein seligmachend.
Ohne die Bischöfe von Mainz, Trier und Köln konnte kaum ein König oder Kaiser gewählt werden, der Papst hatte reale Macht und Armeen.
Bischöfe wurden steinreich, weil sie des Menschen des Mittelalters so viel Angst vor der Hölle eingeredet hatten, daß sie bereitwillig für Ablass und Reliquien ihr letztes Hemd gaben.
Das 14. Jahrhundert eignete sich besonders gut zum Schüren von Höllenängsten. Es gab die sogenannte Mini-Eiszeit mit vollständig verregneten kalten Sommern, gigantischen Überschwemmungen, Heuschreckenplagen und als Krönung die Pest.
Für die allwissende Heilige römische Kirche war natürlich klar, daß der jüngste Tag bevor stand.
Hätte die Kirche in den vorangegangenen Jahrhunderten weniger Einfluß gehabt und nicht die Wissenschaft brutal unterdrückt, wäre die Verbreitungsweise der Pest (Bakterium übertragen durch Ratten und Flöhe) längst entdeckt worden und man hätte sich durch Hygienemaßnahmen vor der Seuche, die ein Drittel der Deutschen Bevölkerung ausrottete, schützen können.
Hygiene war aber auch aus Sicht der unfehlbaren Heiligen Katholischen Kirche eine Sünde.
Die Badehäuser, Hamams, Banjas des Ostens und des Orients galten als sittenwidrig.
Ein Christ sollte nicht baden. Die Kirche hatte erfolgreich die Wissenschaft unterdrückt.
Wer das arabische Dezimalsystem benutze, konnte auf dem Scheiterhaufen landen; schließlich war die Null eindeutig die Zahl des Teufels. Wir wissen wie es später Galileo erging.
Und die Pest?
Nun dafür brauchte man schon gar keine teuflische Wissenschaft.
Die frommen Priester wußten schließlich ganz genau, wie und vor allem WER die Pest ausgelöst hatte - DIE JUDEN.
Das waren schließlich die Gottesmörder.
In der Bibel und zwar im NEUEN Testament, steht ja auch eindeutig, was Jesus von ihnen hält - er hasst sie - „wie die Pest“.
14 Denn, Brüder, ihr seid den Gemeinden Gottes in Judäa gleich geworden, die sich zu Christus Jesus bekennen. Ihr habt von euren Mitbürgern das Gleiche erlitten wie jene von den Juden. 15 Diese haben sogar Jesus, den Herrn, und die Propheten getötet; auch uns haben sie verfolgt. Sie missfallen Gott und sind Feinde aller Menschen; 16 sie hindern uns daran, den Heiden das Evangelium zu verkünden und ihnen so das Heil zu bringen. Dadurch machen sie unablässig das Maß ihrer Sünden voll. Aber der ganze Zorn ist schon über sie gekommen.
(Der erste Brief an die Thessalonicher, Kapitel 2)
Juden brachten also die Pest über die Menschen, indem sie die Brunnen vergifteten.
Das war unstrittig, denn die Kirche war unfehlbar und die Menschen waren damals noch folgsam und glaubten den Paffen und Bischöfen.
Wie ihre Christlichen Nachfahren im 20. Jahrhundert griffen auch die Christen 600 Jahre früher durch.
In Pogromen in ganz Mitteleuropa wurden fast alle Juden ausgerottet, verbrannt, hingemetzelt.
Im Januar 1349 verbrannten die Juden in Basel und Freiburg, am Valentinstag 1349 wurde die gesamte jüdische Gemeinde in Straßburg - über 2000 Männer, Frauen und Kinder - ermordet.
Unter der Führung des Straßburger Bischofs wurde die totale Eliminierung aller Juden der drei Städte durchgeführt.
„An dem fritage ving man die Juden, an dem samestage brante man die Juden, der worent wol uffe zwei tusend alse man ahtete.“
(Zeitgenössischer Bericht zitiert nach Wiki)
Besonders eifrig metzelten die Rheinländer die Juden nieder.
Allein im Frühjahr 1349 wurden die kompletten jüdischen Gemeinden in Speyer, Worms, Mainz, Koblenz, Köln und Trier ausgerottet.
So war das in den guten alten Zeiten, als die Katholische Kirche noch allmächtig war und ihnen noch nicht die elenden Atheisten mit ihren vermaledeiten „Menschrechten“ dazwischen funkten.
Das dritte Jahrtausend hat zusätzlich eine moralische Erosion mit sich gebracht.
Mehr und mehr wird den Europäischen Christen bewußt, wie sehr ihre Christlichen Kirchen faschistische Verbrechen gedeckt und befürwortet haben, wie Ordensleute aller Konfessionen Millionen Kinder verprügelt, gedemütigt und versklavt haben, wie katholische Priester und Mönche sich an kleinen Jungs vergangen haben.
Insbesondere seit Joseph Ratzinger den Thron in Rom bestieg, werden politische Positionierungen der widerlichen Art mit mehr Aufmerksamkeit bedacht.
Unglücklicherweise löst sich die RKK aber nicht so schnell in Nichts auf, wie es die Democrazia Cristiana (DC) in Italien Mitte der 1990er vormachte.
Die katholische Kirche ist durchaus noch mächtig und läßt ihre Sprachrohe aufmarschieren.
Von Ultrarechts (Kreuznet, FSSPX, Marienkinder) über stramm konservativ (Mixa, Müller, Meisner, Rheinischer Merkur, Matussek, Badde, Rutz) über „bürgerlich“ (Seehofer, Wulff, Schavan, Rösler) bis links (Thierse, Nahles, Beck, Steinmeier) ziehen die langen Papstarme in den Kampf um die öffentliche Meinung.
Ihnen allen ist etwas gemeinsam - die Larmoyanz!
Es wird gejammert, beklagt, gewarnt, schwarzgemalt, beweint und dramatisiert.
Dieses ewige öffentliche Gejammere muß man gründlich satt haben - andererseits zeigt es aber auch, wie schwach der Glaube ist und für wie unattraktiv die Katholoprotagonisten ihre Heilslehre halten.
Offensichtlich sind sie sich selbst im Klaren darüber, daß man mit den altbackenen und menschenrechtswidrigen Lehren des KKK (Katechismus der Katholischen Kirche) niemanden mehr hinterm Ofen hervorlocken kann.
Die hochaggressive Art, in der sich die Pro-Reli-Demagogen in Berlin und die SPD-Katholiken gegen eine Arbeitsgruppe der „Laizisten in der SPD“ wehren, zeigt ihre Hasenfüßigkeit.
Offenbar meinen die Katholiken nur mit Zwangskatholisierung, indoktrinierendem Religionsunterricht und frühprägenden Maßnahmen gegen wehrlose Kinder die Kirche vor einem noch schnelleren Exodus bewahren zu können.
Recht haben sie - denn was sagen die Zahlen anderes aus?
Über neun Prozent der europäischen Katholiken haben 2009 ihre Kirche verlassen, während der Islam Zuwächse verbucht.
Was sagt das aus über die Attraktivität der Ratzinger-Kirche?
Die deutschen Berufs- und Berufungskatholiken agieren so wenig souverän, daß aus ihnen nur noch eine tiefe Sehnsucht nach FRÜHER spricht - sie würden sich gerne zurück ins Mittelalter beamen, in dem die böse atheistische Zukunft noch fern war.
Am besten soweit zurück, daß auch noch kein aufmüpfiger Luther die Bühne betreten hatte, der den Menschen die Bibel zugänglich machte und sie von der Hauptgeldquelle der Katholischen Kirche - dem Ablasshandel - löste.
Betrachten wir dazu beispielsweise das 14. Jahrhundert in Deutschland.
Das war unter katholischem Aspekt ideal - man war allein seligmachend.
Ohne die Bischöfe von Mainz, Trier und Köln konnte kaum ein König oder Kaiser gewählt werden, der Papst hatte reale Macht und Armeen.
Bischöfe wurden steinreich, weil sie des Menschen des Mittelalters so viel Angst vor der Hölle eingeredet hatten, daß sie bereitwillig für Ablass und Reliquien ihr letztes Hemd gaben.
Das 14. Jahrhundert eignete sich besonders gut zum Schüren von Höllenängsten. Es gab die sogenannte Mini-Eiszeit mit vollständig verregneten kalten Sommern, gigantischen Überschwemmungen, Heuschreckenplagen und als Krönung die Pest.
Für die allwissende Heilige römische Kirche war natürlich klar, daß der jüngste Tag bevor stand.
Hätte die Kirche in den vorangegangenen Jahrhunderten weniger Einfluß gehabt und nicht die Wissenschaft brutal unterdrückt, wäre die Verbreitungsweise der Pest (Bakterium übertragen durch Ratten und Flöhe) längst entdeckt worden und man hätte sich durch Hygienemaßnahmen vor der Seuche, die ein Drittel der Deutschen Bevölkerung ausrottete, schützen können.
Hygiene war aber auch aus Sicht der unfehlbaren Heiligen Katholischen Kirche eine Sünde.
Die Badehäuser, Hamams, Banjas des Ostens und des Orients galten als sittenwidrig.
Ein Christ sollte nicht baden. Die Kirche hatte erfolgreich die Wissenschaft unterdrückt.
Wer das arabische Dezimalsystem benutze, konnte auf dem Scheiterhaufen landen; schließlich war die Null eindeutig die Zahl des Teufels. Wir wissen wie es später Galileo erging.
Und die Pest?
Nun dafür brauchte man schon gar keine teuflische Wissenschaft.
Die frommen Priester wußten schließlich ganz genau, wie und vor allem WER die Pest ausgelöst hatte - DIE JUDEN.
Das waren schließlich die Gottesmörder.
In der Bibel und zwar im NEUEN Testament, steht ja auch eindeutig, was Jesus von ihnen hält - er hasst sie - „wie die Pest“.
14 Denn, Brüder, ihr seid den Gemeinden Gottes in Judäa gleich geworden, die sich zu Christus Jesus bekennen. Ihr habt von euren Mitbürgern das Gleiche erlitten wie jene von den Juden. 15 Diese haben sogar Jesus, den Herrn, und die Propheten getötet; auch uns haben sie verfolgt. Sie missfallen Gott und sind Feinde aller Menschen; 16 sie hindern uns daran, den Heiden das Evangelium zu verkünden und ihnen so das Heil zu bringen. Dadurch machen sie unablässig das Maß ihrer Sünden voll. Aber der ganze Zorn ist schon über sie gekommen.
(Der erste Brief an die Thessalonicher, Kapitel 2)
Juden brachten also die Pest über die Menschen, indem sie die Brunnen vergifteten.
Das war unstrittig, denn die Kirche war unfehlbar und die Menschen waren damals noch folgsam und glaubten den Paffen und Bischöfen.
Wie ihre Christlichen Nachfahren im 20. Jahrhundert griffen auch die Christen 600 Jahre früher durch.
In Pogromen in ganz Mitteleuropa wurden fast alle Juden ausgerottet, verbrannt, hingemetzelt.
Im Januar 1349 verbrannten die Juden in Basel und Freiburg, am Valentinstag 1349 wurde die gesamte jüdische Gemeinde in Straßburg - über 2000 Männer, Frauen und Kinder - ermordet.
Unter der Führung des Straßburger Bischofs wurde die totale Eliminierung aller Juden der drei Städte durchgeführt.
„An dem fritage ving man die Juden, an dem samestage brante man die Juden, der worent wol uffe zwei tusend alse man ahtete.“
(Zeitgenössischer Bericht zitiert nach Wiki)
Besonders eifrig metzelten die Rheinländer die Juden nieder.
Allein im Frühjahr 1349 wurden die kompletten jüdischen Gemeinden in Speyer, Worms, Mainz, Koblenz, Köln und Trier ausgerottet.
So war das in den guten alten Zeiten, als die Katholische Kirche noch allmächtig war und ihnen noch nicht die elenden Atheisten mit ihren vermaledeiten „Menschrechten“ dazwischen funkten.
Mittwoch, 24. November 2010
Vorurteile.
Der große Sir Peter Ustinov gründete vor rund sieben Jahren das SIR PETER USTINOV INSTITUT ZUR ERFORSCHUNG UND BEKÄMPFUNG VON VORURTEILEN in Wien.
Das polyglotte Multitalent, das sich selbst aufgrund der Vorfahren aus aller Herren Länder gerne als „ethnisch sehr schmutzig“charakterisierte, hielt Vorurteile für außerordentlich gefährlich.
"Der Künstler erzählt von seinen ersten Schultagen in einer englischen Schule, in der den Sechsjährigen die Vorurteile, die ihr Leben als Erwachsene eng und stumpf machen, eingebläut wurden. Noch schlimmer sei es dann im Militär gewesen. Schule, Kirche und Familie sind für Ustinov Hochburgen des Vorurteils, in denen überlieferte Meinungen und Traditionen weitergegeben werden, ohne sie auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und immer wieder zu hinterfragen."
(FAZ 10.11.01)
Wie Recht der Oscar-Preisträger hat, erfahren wir jeden Tag.
Dazu muß man nur die heutige Generalaussprache im Bundestag gehört haben.
Die Chefin höchstpersönlich zeigte wie es geht. Daß sie öffentlich lügen kann, wie keine zweite, wissen wir schon länger.
Aber inzwischen verlegt sie sich mehr und mehr auf Demagogie und schürt systematisch anti-islamische und anti-Grüne Vorurteile.
Diese Multiphasen-Hetzkampagne der Kanzlerin zeigt zweierlei.
Einerseits wird belegt, daß diese Frau keinen Funken Anstand hat und moralisch irgendwo zwischen Fußpilz und Bandwurm angesiedelt ist.
Zweitens offenbart die neue Merkelsche Miesmacherstrategie, wie unser Volk tickt:
Erstmals nach anderthalb Jahren ziehen die CDU-Umfragewerte wieder kräftig an.
Heute misst FORSA ein Jahreshoch für die Union: 34% - inzwischen sagenhafte 12 Prozentpunkte vor der SPD.
Die stinkende Saat der Parteivorsitzenden trifft immer noch in einen fruchtbaren Schoß.
Vorurteile los zu werden ist doppelt schwierig, weil man erst mal erkennen muß, überhaupt Vorurteile zu haben.
Ein Vorurteil wird nämlich in der Regel für ein verifiziertes Urteil gehalten und weswegen sollte man Fakten revidieren?
Da verschwimmen Tirade, Übertreibung und Ratio.
„Frauen könne nicht einparken“ hat jeder schon mal gesagt - mehr oder weniger im ernst. Und oft genug gefolgt vom „ja, ist doch wahr!“-Suffix.
Hat man ein Vorurteil als Solches erkannt, bedeutet das keineswegs es aufzugeben.
Das ist das zweite Problem - man kann Vorurteile liebgewinnen, da sie Orientierung bieten und das Leben in einer komplexen und vielschichtigen Umwelt erleichtern.
Der moderne Homo sapiens ist ständig von einer ihn vollkommen überfordernden Auswahlfülle umgeben.
Wie soll man da objektiv richtig entscheiden, welches PKW-Modell das Passendste ist?
Wie soll man ein neues Buch kaufen, wenn jedes Jahr eine Million neu erscheinen?
Wie soll man im Supermarkt unter 40.000 Angeboten ein Abendessen finden?
Eine Handvoll Vorurteile ermöglicht einem eine rasche Eingrenzung.
Das ist besonders wertvoll, wenn es sich um große Summen handelt - also zum Beispiel beim Autokauf. Kein italienisches Auto, keinen Ami oder keinen Japaner sind allgemein akzeptierte Kriterien.
Ich habe noch nie ein deutsches Auto besessen und will mir auch nie eins anschaffen. (Natürlich auch keinen Ami).
Wenn ich mich auf die nationale Ebene beame, habe ich auch gleich wieder ein Vorurteil; ich mag Rheinland-Pfalz nicht.
Das ist für mich eindeutig das unangenehmste Bundesland - wobei ich Bayern ausklammern muß. Landschaftlich ist Bayern natürlich grandios. Aber dieser CSU-Wahn ist ja unerträglich. Strauß, Streibl, Stoiber - solche Typen gehören doch in die Gummizelle und nicht in die Staatskanzlei.
Rheinland-Pfalz wurde mir durch eine Person vermiest - Helmut Kohl. Tumb, träge, korrupt - so stellte man sich als Kind der 80er „den Pfälzer“ vor.
Der Pfälzer Sumpf der Landes-CDU, die zwischen Intrige und Spendenaffäre mäandert, ist zum Davonlaufen.
Die Pfälzer CDU ist so schlimm, daß dieses eher wenig industrialisierte Flächenland, das lange Zeit als CDU-Hochburg galt, nun in die zweite Dekade SPD-Herrschaft geht.
Aber WAS sind das für SPD’ler? Rudolf bin Baden-Scharping, Andrea-ich-bin-so-gläubig Nahles und schließlich der bundespolitisch schwer überforderte Kurt Beck, der sich zunächst einmal mit der Inkarnation des Weinbaus, Rainer Brüderle Leichtfuß ins Koalitionsbettchen begab.
Als MP Beck den SPD-Bundesvorsitz hinwarf und sich künftig auf sein Bundesland konzentrieren wollte, fand ich das eine prima Lösung.
Den Pfälzern gefällt das Modell grobschlächtiger Provinzler offenbar sehr gut und im Bund würde Beck nicht weiter die Wähler verschrecken.
Unglücklicherweise mischt sich der Mainzer MP immer noch in die Bundespolitik ein und dann wird es gerne ganz peinlich.
Da ist für mich als zahlendes SPD-Mitglied erst mal eine Runde Mitschämen“ notwendig.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hat sich gegen eine stärkere Trennung von Staat und Kirche ausgesprochen. Beck warf in diesem Kontext FDP-Generalsekretär Christian Lindner "schnöselhafte Dummheit" vor. "Herr Lindner stellt die Rolle der Kirchen in diesem Land massiv infrage, aber aus der Union kommt nichts dazu", sagte Beck der "Welt am Sonntag". Er frage sich, "wieso all diejenigen, die stets das christliche Abendland verteidigen, hierzu schweigen". Die schwarz-gelbe Koalition scheue "die Diskussion über grundlegende Fragen, sie streitet allein darum, wer welche Klientel bedienen darf". Lindner hatte kürzlich eine stärkere religiöse Neutralität des Staates angemahnt. "Wenn sie morgen die Kirchensteuer abschaffen, brechen übermorgen große Teile unseres sozialen Sektors zusammen", so Beck. "Herr Lindner soll das mal all den hilfe- und pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen erklären, die auf kirchliche Sozialeinrichtungen angewiesen sind."
(Welt 24.11.10)
Mein Gott Beck!
Mal abgesehen davon, daß die Kirche ihre „Kirchensteuer“ weitgehend für Personalkosten und Selbstverwaltung verbrät und die kirchlichen Sozialleistungen ohnehin vom Staat bezahlt werde, ist aber auch sonst absolut alles falsch an Becks Parforceritt gegen den FDP-General.
Sechs, setzen!
Das polyglotte Multitalent, das sich selbst aufgrund der Vorfahren aus aller Herren Länder gerne als „ethnisch sehr schmutzig“charakterisierte, hielt Vorurteile für außerordentlich gefährlich.
"Der Künstler erzählt von seinen ersten Schultagen in einer englischen Schule, in der den Sechsjährigen die Vorurteile, die ihr Leben als Erwachsene eng und stumpf machen, eingebläut wurden. Noch schlimmer sei es dann im Militär gewesen. Schule, Kirche und Familie sind für Ustinov Hochburgen des Vorurteils, in denen überlieferte Meinungen und Traditionen weitergegeben werden, ohne sie auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und immer wieder zu hinterfragen."
(FAZ 10.11.01)
Wie Recht der Oscar-Preisträger hat, erfahren wir jeden Tag.
Dazu muß man nur die heutige Generalaussprache im Bundestag gehört haben.
Die Chefin höchstpersönlich zeigte wie es geht. Daß sie öffentlich lügen kann, wie keine zweite, wissen wir schon länger.
Aber inzwischen verlegt sie sich mehr und mehr auf Demagogie und schürt systematisch anti-islamische und anti-Grüne Vorurteile.
Diese Multiphasen-Hetzkampagne der Kanzlerin zeigt zweierlei.
Einerseits wird belegt, daß diese Frau keinen Funken Anstand hat und moralisch irgendwo zwischen Fußpilz und Bandwurm angesiedelt ist.
Zweitens offenbart die neue Merkelsche Miesmacherstrategie, wie unser Volk tickt:
Erstmals nach anderthalb Jahren ziehen die CDU-Umfragewerte wieder kräftig an.
Heute misst FORSA ein Jahreshoch für die Union: 34% - inzwischen sagenhafte 12 Prozentpunkte vor der SPD.
Die stinkende Saat der Parteivorsitzenden trifft immer noch in einen fruchtbaren Schoß.
Vorurteile los zu werden ist doppelt schwierig, weil man erst mal erkennen muß, überhaupt Vorurteile zu haben.
Ein Vorurteil wird nämlich in der Regel für ein verifiziertes Urteil gehalten und weswegen sollte man Fakten revidieren?
Da verschwimmen Tirade, Übertreibung und Ratio.
„Frauen könne nicht einparken“ hat jeder schon mal gesagt - mehr oder weniger im ernst. Und oft genug gefolgt vom „ja, ist doch wahr!“-Suffix.
Hat man ein Vorurteil als Solches erkannt, bedeutet das keineswegs es aufzugeben.
Das ist das zweite Problem - man kann Vorurteile liebgewinnen, da sie Orientierung bieten und das Leben in einer komplexen und vielschichtigen Umwelt erleichtern.
Der moderne Homo sapiens ist ständig von einer ihn vollkommen überfordernden Auswahlfülle umgeben.
Wie soll man da objektiv richtig entscheiden, welches PKW-Modell das Passendste ist?
Wie soll man ein neues Buch kaufen, wenn jedes Jahr eine Million neu erscheinen?
Wie soll man im Supermarkt unter 40.000 Angeboten ein Abendessen finden?
Eine Handvoll Vorurteile ermöglicht einem eine rasche Eingrenzung.
Das ist besonders wertvoll, wenn es sich um große Summen handelt - also zum Beispiel beim Autokauf. Kein italienisches Auto, keinen Ami oder keinen Japaner sind allgemein akzeptierte Kriterien.
Ich habe noch nie ein deutsches Auto besessen und will mir auch nie eins anschaffen. (Natürlich auch keinen Ami).
Wenn ich mich auf die nationale Ebene beame, habe ich auch gleich wieder ein Vorurteil; ich mag Rheinland-Pfalz nicht.
Das ist für mich eindeutig das unangenehmste Bundesland - wobei ich Bayern ausklammern muß. Landschaftlich ist Bayern natürlich grandios. Aber dieser CSU-Wahn ist ja unerträglich. Strauß, Streibl, Stoiber - solche Typen gehören doch in die Gummizelle und nicht in die Staatskanzlei.
Rheinland-Pfalz wurde mir durch eine Person vermiest - Helmut Kohl. Tumb, träge, korrupt - so stellte man sich als Kind der 80er „den Pfälzer“ vor.
Der Pfälzer Sumpf der Landes-CDU, die zwischen Intrige und Spendenaffäre mäandert, ist zum Davonlaufen.
Die Pfälzer CDU ist so schlimm, daß dieses eher wenig industrialisierte Flächenland, das lange Zeit als CDU-Hochburg galt, nun in die zweite Dekade SPD-Herrschaft geht.
Aber WAS sind das für SPD’ler? Rudolf bin Baden-Scharping, Andrea-ich-bin-so-gläubig Nahles und schließlich der bundespolitisch schwer überforderte Kurt Beck, der sich zunächst einmal mit der Inkarnation des Weinbaus, Rainer Brüderle Leichtfuß ins Koalitionsbettchen begab.
Als MP Beck den SPD-Bundesvorsitz hinwarf und sich künftig auf sein Bundesland konzentrieren wollte, fand ich das eine prima Lösung.
Den Pfälzern gefällt das Modell grobschlächtiger Provinzler offenbar sehr gut und im Bund würde Beck nicht weiter die Wähler verschrecken.
Unglücklicherweise mischt sich der Mainzer MP immer noch in die Bundespolitik ein und dann wird es gerne ganz peinlich.
Da ist für mich als zahlendes SPD-Mitglied erst mal eine Runde Mitschämen“ notwendig.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hat sich gegen eine stärkere Trennung von Staat und Kirche ausgesprochen. Beck warf in diesem Kontext FDP-Generalsekretär Christian Lindner "schnöselhafte Dummheit" vor. "Herr Lindner stellt die Rolle der Kirchen in diesem Land massiv infrage, aber aus der Union kommt nichts dazu", sagte Beck der "Welt am Sonntag". Er frage sich, "wieso all diejenigen, die stets das christliche Abendland verteidigen, hierzu schweigen". Die schwarz-gelbe Koalition scheue "die Diskussion über grundlegende Fragen, sie streitet allein darum, wer welche Klientel bedienen darf". Lindner hatte kürzlich eine stärkere religiöse Neutralität des Staates angemahnt. "Wenn sie morgen die Kirchensteuer abschaffen, brechen übermorgen große Teile unseres sozialen Sektors zusammen", so Beck. "Herr Lindner soll das mal all den hilfe- und pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen erklären, die auf kirchliche Sozialeinrichtungen angewiesen sind."
(Welt 24.11.10)
Mein Gott Beck!
Mal abgesehen davon, daß die Kirche ihre „Kirchensteuer“ weitgehend für Personalkosten und Selbstverwaltung verbrät und die kirchlichen Sozialleistungen ohnehin vom Staat bezahlt werde, ist aber auch sonst absolut alles falsch an Becks Parforceritt gegen den FDP-General.
Sechs, setzen!
Donnerstag, 8. April 2010
Bankrott
Genauer gesagt:
Politischer, moralischer, inhaltlicher und finanzieller Bankrott.
Früher war es im Südwesten irgendwie schöner für die CDU - von 1947 bis 1991 regierten ununterbrochen Unions-MPs; Altmeier (22 Jahre), Kohl (7 Jahre) und Vogel (12 Jahre) waren klassische Landesväter, die nicht abgewählt wurden.
Aber vor ca 20 Jahren begann alles ganz schrecklich schief zu gehen und inzwischen regiert der Sozi Kurt Beck schon unfassbare 16 Jahre das einstige CDU-Kernland.
Vermutlich kämen noch nicht mal die heißesten SPD-Verehrer auf die Idee zu behaupten, daß Herr Beck der Popstar unter den Politikern ist.
Wohlwollende sagen gerne, daß Becks bundespolitisches Intermezzo schief gehen mußte; das war eine Nummer zu groß für ihn.
In sein Heimatbundesland passe er dagegen perfekt.
Wen dieser Satz am meisten beleidigt, sei mal dahin gestellt - vielleicht ist es auch nur ein Zufall, daß die bundesweit bekannten Pfälzer Politiker alle dem Phänotyp Brüderle, Kohl, Beck, Johannes Gerster, Scharping angehören.
Es ist eben ein ländliches Land da unten - mit dem 190.000-Einwohner zählenden Mainz als größter Stadt.
(Zum Vergleich: Allein der Hauptstadtbezirk Neukölln hat schon 330.000 Einwohner)
Während die Rheinland-Pfälzische Provinzialität eines Helmut Kohls sich als äußerst erfolgreiche Politstrategie erwies, schaffen es seine Nachfolger sich durch Provinzialität zum Narren zu machen.
Jahraus, jahrein demonstrieren sie ihre Dummerhaftigkeit und Dummdreistheit.
Insbesondere Helmut Kohls Protegé Christoph Böhr, „der Philosoph“, ruinierte die Partei.
Er tat es seinem Idol in dessen Kerndisziplin nach und verschob nach Herzenslust illegal Fraktionsgelder in dubiose Kanäle.
Er war dabei noch nicht einmal clever genug, um sich eine Ausrede - „Jüdische Vermächtnisse“ beispielsweise - einfallen zu lassen, sondern ließ die aus Steuermittel stammenden Geldern einfach im Chaos untergehen.
Einnahmen und Ausgaben verwechselt titelt dazu die SZ.
Der Landesrechnungshof stellte dazu jüngst fest:
"Es kam im gesamten Prüfungszeitraum vielfach zu Falschbuchungen." Bei der Bar-Kasse zum Beispiel "wurden elementarste Anforderungen an eine ordnungsgemäße Kassen- und Belegführung nicht erfüllt". Einnahmen und Ausgaben seien verwechselt, Beträge doppelt ausgezahlt worden. Kassenprüfungen habe es offenbar keine gegeben.
Die CDU-Oberen bedienten sich willkürlich aus der Fraktionskasse, schoben Hundertausende Euro äußerst windigen Beratungsfirmen zu, ohne daß jemals korrekte Verträge oder Rechnungen aufgetaucht wären.
Am tollsten trieb es Markus Hebgen, der bis 2006 Fraktionsgeschäftsführer der Christdemokraten im Landtag war und später als und Geschäftsführer zur Stiftung Kloster Eberbach im Rheingau wechselte.
Als Intimus des CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Christoph Böhr nutzte er seine CDU-Kreditkarte, um sich ganz besonders der christlichen Nächstenliebe zu widmen.
Das Geld der Steuerzahler verprasste er im Puff!
Eine Sexnacht im Berliner Bordell „Villa Rascona“ ließ er sich fast 3000 Euro kosten.
Immerhin handelte es sich hier auch um ein Hauptstadtbordell, das mit blumigen Worten seine Exklusivität beschreibt:
Die herrliche Villa im Herzen Berlins, liegt nur eine Minute vom Kurfürstendamm entfernt, in der Münsterschen Str. 11. Obwohl so dicht am Zentrum liegt sie diskret und versteckt. Die exklusive ausgestatteten Räume verleiten zum Träumen. Im unseren Whirlpools sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. An unseren zwei Bars können sie sich bei Champagner und sinnlicher Musik von bezaubernden jungen und exotischen Schönheiten verwöhnen lassen. Absolute Diskretion und gepflegte Umgangsformen stehen bei uns an erster Stelle. Die Damen bieten zudem einen hervorragenden Escortservice und einen außergewöhlichen Partyservice.
Zuhause in der Rheinland-Pfälzischen Provinz wurden die Manneskräfte des CDU-Spitzenfunktionärs sogar noch beachtlicher; so ließ er wiederrum mit Fraktionskreditkarte den Steuerzahler für feuchtfröhliches Poppen nach Christdemokratischer Art im Mainzer Bordell "Bar zu Hölle" sogar 3700 Euro berappen.
Nach der letzten Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, war die CDU so demoralisiert, daß der puff-affine Markus nicht mehr zu halten war:
Hebgen wechselte auf Vermittlung seiner Parteifreunde als Geschäftsführer zur Stiftung Kloster Eberbach ins hessische Eltville.
Nun wurde es also noch eine Stufe christlicher.
Vermutlich hatte er dort aber keine vom Steuerzahler finanzierte Kreditkarte, die man im Puff akzeptiert hätte - also griff Hebken dort direkt in die Kasse und entwendete 31.000 Euro - zehn weitere Hauptstadtbordell-Abende wären damit finanzierbar.
Der Wahlspruch der Mönche, "Die Tür steht offen, mehr noch das Herz", klang aber großzügiger als zunächst erwartet, so wurde Hebgen schließlich zur Selbstanzeige gedrängt und ist deswegen zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.
Nach Hebgens und Böhrs Abgang wurde 2006 Christian Baldauf der neue starke Mann der Mainzer CDU.
Baldauf machte sich sofort ans Strippenziehen und Mauscheln - so organisierte er von der Landtagsfraktion aus die Installierung des Kommunalpolitikers Kai Schürholt als Bürgermeisterkandidaten von Landau.
Ein schöner Erfolg:
Schürholt fiel erst damit auf, daß er einen gefälschten Dr-Titel führte, dann verschwieg er seine Ehefrau und als sein Lügengebäude aufflog, zog er sich mit er ebenfalls unwahren Behauptung er leide an einem Gehirntumor aus der Affäre.
Die CDU Landau kam dann 2007 aber ob der vor den Skandalen schon abgeschickten Briefwahlstimmen immerhin noch über die 5,00 Prozenthürde - 5,7 % der abgegebenen Stimmen. (Ende Juni 2008 wurde Schürholt dann wegen Titelmißbrauch zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 50 Euro verurteilt.)
Baldauf war aber kaum zu stoppen - er richtete sofort weiteres Chaos mit Fraktionsgeldern an. Das führte dazu, daß die ohnehin schon schwer verschuldete Pfälzer CDU nun 478 000 Euro an den Landtag zurückzahlte, die sie 2003 - 2006 verdaddelt hatten.
Darunter 78.000 Euro, die Baldaufs Intimus Hebgen in verschiedenen Bordellen durchgebracht hatte. Hebken ist auch in dieser causa (wegen Betrug und Untreue) verurteilt.
Den größeren Teil der beanstandeten Summe, rund 400 000 Euro, hat die Fraktion für Beratungsleistungen ausgegeben. Wer beraten wurde und zu welchem Zweck, ist dabei unklar. Allein 386 000 Euro gingen an die Düsseldorfer C4 Consulting. [Von der Firma wird noch die Rede sein] Es besteht der Verdacht der illegalen Parteienfinanzierung. Die Mittel sollen nicht für die Fraktion, sondern für den Landtagswahlkampf ausgegeben worden sein. (Tagesspiegel)
Die CDU-Bodentruppen aus Helmut Kohls Bundesland sind als Fans des Dicken allerdings so gut wie schmerzfrei:
Mit einer überwältigenden Mehrheit von 98,3 Prozent wurde Baldauf von den Delegierten des Landesparteitages im September 2008 im Amt als Landesvorsitzender der CDU Rheinland-Pfalz bestätigt.
Man kann nicht verstehen, wie Personen, die sich so verhalten weiter in ihren Ämtern bleiben und dazu auch noch mit DDR-Wahlergebnisses wiedergewählt werden.
„ Das muß schon ein besonderer Sumpf da unten sein.“
Dazu muß ich als Hamburger, also „feiner Hanseat“ nur drei Kilometer weiter in unser Rathaus gucken.
Bürgermeister von Beust ist in letzter Zeit bekanntlich einiger Politiker verlustig geworden - Bürgerschaftspräsident Röder und Finanzsenator Freytag logen und stümperten so ungeniert, daß sie nicht mehr zu halten waren.
Neuer Hamburger CDU-Finanzsenator ist seit dem 1. April 2010 (passendes Datum!) ein gewisser Carsten Frigge, dem es gleich eisig entgegen weht. Der Bund der Steuerzahler verlangt von ihm ultimativ die "wahren Schulden Hamburgs" offenzulegen.
Frigge hat vorher als Wirtschafts-Staatsrat gedient und war somit eifrig dabei die ausgelagerten Haushaltsschummeleien zu installieren.
Außer den aufgelaufenen Schulden von 25 Mrd. Euro hat der Senat diverse »Schattenhaushalte« gebildet. Bereits Ende 2007 hatten die Sondervermögen und Ausgliederungen (Sondervermögen Hafen und Stadt etc.) aus dem Haushalt ein Volumen von 2,1 Mrd. Euro. Hinzu kommen jetzt die Sondervermögen Konjunkturstabilisierungsfonds (5,7 Mrd. Euro) und Schulbau (4 Mrd. Euro). Ein weiteres Sondervermögen ist für den Universitätsbereich in Planung (ca. 2 Mrd. Euro). In der Summe sind damit 13,8 Mrd. Euro an Schulden in Schattenhaushalten versteckt. Für diese Explosion der öffentlichen Schulden trägt der Finanzsenator die politische Verantwortung.
(Die Linke)
Frigge weiß wie man mit Geld umgeht - so lobt Springers WELT:
Die meiste Zeit, rund zehn Jahre, war er geschäftsführender Gesellschafter einer selbst gegründeten Unternehmensberatung, der C4 Consulting Gesellschaft.
Richtig gehört:
C4! - Frigge war derjenige, der die 400.000 Euro illegal aus den Rheinland-Pfälzischen CDU-Fraktionskassen erhielt.
Offenbar sind die Leute, an die man selbst in der Mainzer CDU nicht mehr gern erinnert werden will für die CDU-Hamburg noch ministrable Menschen.
Politischer, moralischer, inhaltlicher und finanzieller Bankrott.
Früher war es im Südwesten irgendwie schöner für die CDU - von 1947 bis 1991 regierten ununterbrochen Unions-MPs; Altmeier (22 Jahre), Kohl (7 Jahre) und Vogel (12 Jahre) waren klassische Landesväter, die nicht abgewählt wurden.
Aber vor ca 20 Jahren begann alles ganz schrecklich schief zu gehen und inzwischen regiert der Sozi Kurt Beck schon unfassbare 16 Jahre das einstige CDU-Kernland.
Vermutlich kämen noch nicht mal die heißesten SPD-Verehrer auf die Idee zu behaupten, daß Herr Beck der Popstar unter den Politikern ist.
Wohlwollende sagen gerne, daß Becks bundespolitisches Intermezzo schief gehen mußte; das war eine Nummer zu groß für ihn.
In sein Heimatbundesland passe er dagegen perfekt.
Wen dieser Satz am meisten beleidigt, sei mal dahin gestellt - vielleicht ist es auch nur ein Zufall, daß die bundesweit bekannten Pfälzer Politiker alle dem Phänotyp Brüderle, Kohl, Beck, Johannes Gerster, Scharping angehören.
Es ist eben ein ländliches Land da unten - mit dem 190.000-Einwohner zählenden Mainz als größter Stadt.
(Zum Vergleich: Allein der Hauptstadtbezirk Neukölln hat schon 330.000 Einwohner)
Während die Rheinland-Pfälzische Provinzialität eines Helmut Kohls sich als äußerst erfolgreiche Politstrategie erwies, schaffen es seine Nachfolger sich durch Provinzialität zum Narren zu machen.
Jahraus, jahrein demonstrieren sie ihre Dummerhaftigkeit und Dummdreistheit.
Insbesondere Helmut Kohls Protegé Christoph Böhr, „der Philosoph“, ruinierte die Partei.
Er tat es seinem Idol in dessen Kerndisziplin nach und verschob nach Herzenslust illegal Fraktionsgelder in dubiose Kanäle.
Er war dabei noch nicht einmal clever genug, um sich eine Ausrede - „Jüdische Vermächtnisse“ beispielsweise - einfallen zu lassen, sondern ließ die aus Steuermittel stammenden Geldern einfach im Chaos untergehen.
Einnahmen und Ausgaben verwechselt titelt dazu die SZ.
Der Landesrechnungshof stellte dazu jüngst fest:
"Es kam im gesamten Prüfungszeitraum vielfach zu Falschbuchungen." Bei der Bar-Kasse zum Beispiel "wurden elementarste Anforderungen an eine ordnungsgemäße Kassen- und Belegführung nicht erfüllt". Einnahmen und Ausgaben seien verwechselt, Beträge doppelt ausgezahlt worden. Kassenprüfungen habe es offenbar keine gegeben.
Die CDU-Oberen bedienten sich willkürlich aus der Fraktionskasse, schoben Hundertausende Euro äußerst windigen Beratungsfirmen zu, ohne daß jemals korrekte Verträge oder Rechnungen aufgetaucht wären.
Am tollsten trieb es Markus Hebgen, der bis 2006 Fraktionsgeschäftsführer der Christdemokraten im Landtag war und später als und Geschäftsführer zur Stiftung Kloster Eberbach im Rheingau wechselte.
Als Intimus des CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Christoph Böhr nutzte er seine CDU-Kreditkarte, um sich ganz besonders der christlichen Nächstenliebe zu widmen.
Das Geld der Steuerzahler verprasste er im Puff!
Eine Sexnacht im Berliner Bordell „Villa Rascona“ ließ er sich fast 3000 Euro kosten.
Immerhin handelte es sich hier auch um ein Hauptstadtbordell, das mit blumigen Worten seine Exklusivität beschreibt:
Die herrliche Villa im Herzen Berlins, liegt nur eine Minute vom Kurfürstendamm entfernt, in der Münsterschen Str. 11. Obwohl so dicht am Zentrum liegt sie diskret und versteckt. Die exklusive ausgestatteten Räume verleiten zum Träumen. Im unseren Whirlpools sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. An unseren zwei Bars können sie sich bei Champagner und sinnlicher Musik von bezaubernden jungen und exotischen Schönheiten verwöhnen lassen. Absolute Diskretion und gepflegte Umgangsformen stehen bei uns an erster Stelle. Die Damen bieten zudem einen hervorragenden Escortservice und einen außergewöhlichen Partyservice.
Zuhause in der Rheinland-Pfälzischen Provinz wurden die Manneskräfte des CDU-Spitzenfunktionärs sogar noch beachtlicher; so ließ er wiederrum mit Fraktionskreditkarte den Steuerzahler für feuchtfröhliches Poppen nach Christdemokratischer Art im Mainzer Bordell "Bar zu Hölle" sogar 3700 Euro berappen.
Nach der letzten Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, war die CDU so demoralisiert, daß der puff-affine Markus nicht mehr zu halten war:
Hebgen wechselte auf Vermittlung seiner Parteifreunde als Geschäftsführer zur Stiftung Kloster Eberbach ins hessische Eltville.
Nun wurde es also noch eine Stufe christlicher.
Vermutlich hatte er dort aber keine vom Steuerzahler finanzierte Kreditkarte, die man im Puff akzeptiert hätte - also griff Hebken dort direkt in die Kasse und entwendete 31.000 Euro - zehn weitere Hauptstadtbordell-Abende wären damit finanzierbar.
Der Wahlspruch der Mönche, "Die Tür steht offen, mehr noch das Herz", klang aber großzügiger als zunächst erwartet, so wurde Hebgen schließlich zur Selbstanzeige gedrängt und ist deswegen zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.
Nach Hebgens und Böhrs Abgang wurde 2006 Christian Baldauf der neue starke Mann der Mainzer CDU.
Baldauf machte sich sofort ans Strippenziehen und Mauscheln - so organisierte er von der Landtagsfraktion aus die Installierung des Kommunalpolitikers Kai Schürholt als Bürgermeisterkandidaten von Landau.
Ein schöner Erfolg:
Schürholt fiel erst damit auf, daß er einen gefälschten Dr-Titel führte, dann verschwieg er seine Ehefrau und als sein Lügengebäude aufflog, zog er sich mit er ebenfalls unwahren Behauptung er leide an einem Gehirntumor aus der Affäre.
Die CDU Landau kam dann 2007 aber ob der vor den Skandalen schon abgeschickten Briefwahlstimmen immerhin noch über die 5,00 Prozenthürde - 5,7 % der abgegebenen Stimmen. (Ende Juni 2008 wurde Schürholt dann wegen Titelmißbrauch zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 50 Euro verurteilt.)
Baldauf war aber kaum zu stoppen - er richtete sofort weiteres Chaos mit Fraktionsgeldern an. Das führte dazu, daß die ohnehin schon schwer verschuldete Pfälzer CDU nun 478 000 Euro an den Landtag zurückzahlte, die sie 2003 - 2006 verdaddelt hatten.
Darunter 78.000 Euro, die Baldaufs Intimus Hebgen in verschiedenen Bordellen durchgebracht hatte. Hebken ist auch in dieser causa (wegen Betrug und Untreue) verurteilt.
Den größeren Teil der beanstandeten Summe, rund 400 000 Euro, hat die Fraktion für Beratungsleistungen ausgegeben. Wer beraten wurde und zu welchem Zweck, ist dabei unklar. Allein 386 000 Euro gingen an die Düsseldorfer C4 Consulting. [Von der Firma wird noch die Rede sein] Es besteht der Verdacht der illegalen Parteienfinanzierung. Die Mittel sollen nicht für die Fraktion, sondern für den Landtagswahlkampf ausgegeben worden sein. (Tagesspiegel)
Die CDU-Bodentruppen aus Helmut Kohls Bundesland sind als Fans des Dicken allerdings so gut wie schmerzfrei:
Mit einer überwältigenden Mehrheit von 98,3 Prozent wurde Baldauf von den Delegierten des Landesparteitages im September 2008 im Amt als Landesvorsitzender der CDU Rheinland-Pfalz bestätigt.
Man kann nicht verstehen, wie Personen, die sich so verhalten weiter in ihren Ämtern bleiben und dazu auch noch mit DDR-Wahlergebnisses wiedergewählt werden.
„ Das muß schon ein besonderer Sumpf da unten sein.“
- Könnte man zumindest meinen.
Es ist aber nicht so, daß das nicht noch zu toppen wäre.Dazu muß ich als Hamburger, also „feiner Hanseat“ nur drei Kilometer weiter in unser Rathaus gucken.
Bürgermeister von Beust ist in letzter Zeit bekanntlich einiger Politiker verlustig geworden - Bürgerschaftspräsident Röder und Finanzsenator Freytag logen und stümperten so ungeniert, daß sie nicht mehr zu halten waren.
Neuer Hamburger CDU-Finanzsenator ist seit dem 1. April 2010 (passendes Datum!) ein gewisser Carsten Frigge, dem es gleich eisig entgegen weht. Der Bund der Steuerzahler verlangt von ihm ultimativ die "wahren Schulden Hamburgs" offenzulegen.
Frigge hat vorher als Wirtschafts-Staatsrat gedient und war somit eifrig dabei die ausgelagerten Haushaltsschummeleien zu installieren.
Außer den aufgelaufenen Schulden von 25 Mrd. Euro hat der Senat diverse »Schattenhaushalte« gebildet. Bereits Ende 2007 hatten die Sondervermögen und Ausgliederungen (Sondervermögen Hafen und Stadt etc.) aus dem Haushalt ein Volumen von 2,1 Mrd. Euro. Hinzu kommen jetzt die Sondervermögen Konjunkturstabilisierungsfonds (5,7 Mrd. Euro) und Schulbau (4 Mrd. Euro). Ein weiteres Sondervermögen ist für den Universitätsbereich in Planung (ca. 2 Mrd. Euro). In der Summe sind damit 13,8 Mrd. Euro an Schulden in Schattenhaushalten versteckt. Für diese Explosion der öffentlichen Schulden trägt der Finanzsenator die politische Verantwortung.
(Die Linke)
Frigge weiß wie man mit Geld umgeht - so lobt Springers WELT:
Die meiste Zeit, rund zehn Jahre, war er geschäftsführender Gesellschafter einer selbst gegründeten Unternehmensberatung, der C4 Consulting Gesellschaft.
Richtig gehört:
C4! - Frigge war derjenige, der die 400.000 Euro illegal aus den Rheinland-Pfälzischen CDU-Fraktionskassen erhielt.
Offenbar sind die Leute, an die man selbst in der Mainzer CDU nicht mehr gern erinnert werden will für die CDU-Hamburg noch ministrable Menschen.
Donnerstag, 26. November 2009
Wohlfeil
Morgen um 14.00 Uhr sitzen 14 Politiker im Lindenflügel des Zollernhofs in Berlin zusammen, die den ZDF-Verwaltungsrat bilden:
Kurt Beck, Roland Koch, Peter Müller, Matthias Platzeck, Dr. Edmund Stoiber, Bernd Neumann, MdB, Staatsminister für Kultur und Medien, Dr. Hans-Henning Becker-Birck, Landrat a. D., Dieter Beuermann, Ilse Brusis, Staatsministerin a. D., Dr. Willi Hausmann, Staatssekretär a. D., Rechtsanwalt, Hildegund Holzheid, Präsidentin a. D. des bayerischen Verfassungsgerichtshofs, Roland Issen , Reinhard Scheibe, Staatssekretär a. D., Prof. Dr. Gerd Zimmermann, Rektor der Bauhaus-Universität Weimar.
Da der Rundfunkrat laut Verfassung „staatsfern“ zu sein hat, ist die Zusammensetzung natürlich verfassungswidrig.
Aber wen kümmert es?
ZDF-Intendant Schächter, auch von der CDU-Mehrheit bestimmt, kroch schon a priori in den Kanzlerinnen-Hintern und erklärte er werden nicht gegen eine Anti-Brender-Entscheidung klagen.
Gegen den ausdrücklichen Willen Brenders setzte Schächter eben noch die CDU-Frau Michaela Kolster als Bürochefin des ZDF-NRW durch.
Im Mai 2010 sind dort Wahlen und auch ein Ministerpräsident Rüttgers möchte keine allzu kritischen Fragen hören.
So werden im öffentlich-rechtlichen Fernsehen Strippen gezogen - streng nach CDU-Parteilinie.
Da die CDU-Seite mit neun Platzhaltern klar die absolute Mehrheit hat, gehen die Auguren alle davon aus, daß Nikolaus Brenders Kopf wohl rollen wird.
Die Konservativen im ZDF-Verwaltungsrat werden Chefredakteur Nikolaus Brender stürzen - weil sie ihn nicht kontrollieren können - so Hans Leyendecker heute in der SZ.
Die Hintergründe sind lang und breit beschrieben worden, gestern beispielsweise vom Spiegelfechter; ich berichtete in diesem Blog das erste mal von der Roland Koch’schen Attacke auf die Unabhängigkeit des ZDF am 07. März 2009.
Ziemlich klar ist woher der Wind weht; es ist offensichtlich Angela Merkel selbst, die Brender loswerden will.
Brender, obwohl einst in der JU, ist nämlich schwer kontrollierbar und kuscht nicht, sobald sich das Kanzleramt meldet.
Im jüngsten Wahlkampf ärgerte sich die Bundeskanzlerin besonders über den unabhängigen Kopf des Chefredakteurs, der sich anmaßte öffentlich zu erklären, er wünsche sich eine inhaltliche Debatte im Wahlkampf:
Merkel verweigert Debatte
"Wir versuchen mit Händen und Füßen, scharfem Timbre in der Stimme und auch gutem Zureden, alle Spitzenkandidaten in eine Sendung zu bekommen." Doch die Kanzlerin verweigere sich. "Dabei will der Zuschauer doch wissen, unter welchen Bedingungen zum Beispiel die FDP in eine Koalition mit der Union geht und ob das für Angela Merkel tragbar ist." Aber immer habe es Wichtigeres im Terminkalender der Kanzlerin gegeben.
Nun rächt sich die Kanzlerin und fordert Brenders Kopf.
Der Widerstand gegen diese demokratiewidrige Krankenhaftigkeit der CDU-Größen bäumt sich jetzt, eine Minute vor Zwölf, noch einmal auf.
Der aktuelle SPIEGEL fordert ultimativ „Raus da!“ (Heft 48/2009, s.168 ff), alle Parteienvertreter hätten aus den Rundfunkräten zu verschwinden.
35 Staatsrechtler fordern in einem offenen Brief (Veröffentlicht am 22.11.2009 in der FAS) von den Parteienvertretern die Einhaltung der Rundfunkfreiheit (Art. 5, Abs.1 Satz 2 GG).
Die verantwortlichen Redakteure des ZDF stellten sich im Februar 2009 hinter ihren Chef - fast einstimmig - nur der CDU-affine Prediger Peter Hahne, der sich Hoffnungen auf den Job Brenders macht, verweigerte seine Solidarität.
Chefredakteure warnen mit Verweis auf die Charta "Unabhängiger Journalismus" die CDU:
Thomas Osterkorn, Andreas Petzold, Hans-Ulrich Jörges und Hans-Martin Tillack (Stern), Mathias Müller von Blumencron und Hans-Ulrich Stoldt (SPIEGEL), Christoph Keese (Axel Springer AG), Thilo von Trott (Gruner+Jahr), Matthias Naß (Die Zeit), Hendrik Ankenbrand (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Clemens Wergin (Die Welt), Harry Nutt (Frankfurter Rundschau), Steffen Klusmann (Financial Times Deutschland), Peter-Mathias Gaede (Geo), Bascha Mika (Publizistin, früher taz), Michael Rediske (Reporter ohne Grenzen), Hendrik Zörner (Deutscher Journalisten-Verband).
Nun ist die Empörung also groß; „diese Politiker!“ - was maßen die sich an?
Brender darf noch nicht mal Stellung nehmen - ihm wurde der Zugang zu den Verwaltungsratssitzungen stets verweigert.
Der Mann, über dessen Kopf die CDU‘ler nun verhandeln, wird noch nicht einmal gehört.
Dazu noch einmal Leyendecker:
Vergeblich hatte er [Brender] vor Monaten auf der 13. Sitzung des Verwaltungsrats um das Wort gebeten. Er wollte eine Erklärung abgeben. Abgeschmettert. 8:6. Wortführer waren der saarländische Ministerpräsident Peter Müller und Edmund Stoiber, der frühere bayerische Ministerpräsident. Stoiber? Vor fünf Jahren, als Brenders Vertragsverlängerung schon einmal anstand, so erklärte der CSU-Politiker in der Sitzung, habe er seine "Bedenken" gegen Brender "zum Ausdruck gebracht". Er habe dann "jedoch zugestimmt, weil . . ." Stoiber soll dann über das, was normal ist oder nicht und über seine enttäuschten Erwartungen gesprochen haben. Keiner aus der Runde kann den Monolog einigermaßen verlässlich wiedergeben. Aber alle wissen: Die Stoiber-Leute haben mit Brender noch eine Rechnung offen, weil das ZDF im Bundestagswahlkampf 2002 angeblich zu häufig Gerhard Schröder und zu wenig Edmund Stoiber im Bild hatte. Schröder trotzte damals dem Hochwasser an der Elbe wie ein Deichgraf, Stoiber war irgendwo im Kinderplanschbecken. So banal funktioniert Macht im Fernsehen.
Die CDU-Ministerpräsidenten und sonstigen Abgesandten verlangen devote Fernsehintendanten, die kuschen - Meinungsfreiheit unerwünscht.
Ich begrüße natürlich das breite Pro-Brender-Engagement.
Es ist tatsächlich eine ausgemachte Sauerei, was Frau Merkel hier anstellt und von ihren Handlangern erledigen läßt.
Es gibt aber tatsächlich auch Politiker, die das anders sehen und anders handhaben.
Als im Jahr 2002 um Schächter geschachtert wurde, wollten die damaligen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein, Wolfgang Clement und Heide Simonis (beide SPD), Parteien- und Regierungsvertreter aus den Aufsichtsgremien des ZDF verbannen.
Clement sagte dem "Handelsblatt", das Hauptproblem sei eine Parteipolitisierung, die es in keinem anderen deutschen Unternehmen gebe. "Damit muss Schluss sein. Das hält kein Unternehmen aus."
Um nicht in den Verdacht zu geraten immer nur von anderen zu fordern, was sie selbst nicht einhielten, zogen sich Simonis und Clement freiwillig aus dem ZDF-Fernsehrat zurück.
Sie wollten ein Zeichen setzen und mutig voran gehen: Zwei Parteipolitiker, die auf Macht verzichten zugunsten einer größeren Unabhängigkeit der Sender von den Staatskanzleien.
Wie die Geschichte ausging, wissen wir:
Im Jahr 2009 ist kein Politiker dem Beispiel gefolgt und der CDU-Überschuss hat sich manifestiert.
Koch ist immer noch im Amt, Simonis und Clement sind abgewählt.
Der Wähler ist mal wieder die Ursache des Übels.
Das Ärgernis der verfassungswidrigen parteipolitischen Einflussnahme auf das Fernsehen ist altbekannt.
SPD-Leute gingen mit gutem Beispiel voran und verzichteten auf ihren Einfluss, CDU’ler klammerten an ihren Privilegien und sichern sich umso mehr Hofberichterstattung.
Der Wähler nickt brav ab und hievt genau diese Typen immer wieder ins Amt!
Das Gejammere um Kochs und Merkels antidemokratisches Verhalten ist wohlfeil!
Das wußte man alles vorher - die Causa Brender schwelt seit Oktober 2008.
Die Wähler haben Koch und Merkel reinstalliert und sollte jetzt nicht so überrascht tun, wenn sie die Medizin bekommen, die sie sich ausgesucht haben!!!!
Nachtrag am 27.11.09:
Es kam tatsächlich so, wie es kommen mußte. Koch sägte Brender ab - willkommen in der Bananenrepublik!
Die Presse ist durchweg empört.
Koch ist es scheißegal.
Deutschland ist jetzt Berlusconi-Land.
NACHTRAG 2:
Kurt Beck, Roland Koch, Peter Müller, Matthias Platzeck, Dr. Edmund Stoiber, Bernd Neumann, MdB, Staatsminister für Kultur und Medien, Dr. Hans-Henning Becker-Birck, Landrat a. D., Dieter Beuermann, Ilse Brusis, Staatsministerin a. D., Dr. Willi Hausmann, Staatssekretär a. D., Rechtsanwalt, Hildegund Holzheid, Präsidentin a. D. des bayerischen Verfassungsgerichtshofs, Roland Issen , Reinhard Scheibe, Staatssekretär a. D., Prof. Dr. Gerd Zimmermann, Rektor der Bauhaus-Universität Weimar.
Da der Rundfunkrat laut Verfassung „staatsfern“ zu sein hat, ist die Zusammensetzung natürlich verfassungswidrig.
Aber wen kümmert es?
ZDF-Intendant Schächter, auch von der CDU-Mehrheit bestimmt, kroch schon a priori in den Kanzlerinnen-Hintern und erklärte er werden nicht gegen eine Anti-Brender-Entscheidung klagen.
Gegen den ausdrücklichen Willen Brenders setzte Schächter eben noch die CDU-Frau Michaela Kolster als Bürochefin des ZDF-NRW durch.
Im Mai 2010 sind dort Wahlen und auch ein Ministerpräsident Rüttgers möchte keine allzu kritischen Fragen hören.
So werden im öffentlich-rechtlichen Fernsehen Strippen gezogen - streng nach CDU-Parteilinie.
Da die CDU-Seite mit neun Platzhaltern klar die absolute Mehrheit hat, gehen die Auguren alle davon aus, daß Nikolaus Brenders Kopf wohl rollen wird.
Die Konservativen im ZDF-Verwaltungsrat werden Chefredakteur Nikolaus Brender stürzen - weil sie ihn nicht kontrollieren können - so Hans Leyendecker heute in der SZ.
Die Hintergründe sind lang und breit beschrieben worden, gestern beispielsweise vom Spiegelfechter; ich berichtete in diesem Blog das erste mal von der Roland Koch’schen Attacke auf die Unabhängigkeit des ZDF am 07. März 2009.
Ziemlich klar ist woher der Wind weht; es ist offensichtlich Angela Merkel selbst, die Brender loswerden will.
Brender, obwohl einst in der JU, ist nämlich schwer kontrollierbar und kuscht nicht, sobald sich das Kanzleramt meldet.
Im jüngsten Wahlkampf ärgerte sich die Bundeskanzlerin besonders über den unabhängigen Kopf des Chefredakteurs, der sich anmaßte öffentlich zu erklären, er wünsche sich eine inhaltliche Debatte im Wahlkampf:
Merkel verweigert Debatte
"Wir versuchen mit Händen und Füßen, scharfem Timbre in der Stimme und auch gutem Zureden, alle Spitzenkandidaten in eine Sendung zu bekommen." Doch die Kanzlerin verweigere sich. "Dabei will der Zuschauer doch wissen, unter welchen Bedingungen zum Beispiel die FDP in eine Koalition mit der Union geht und ob das für Angela Merkel tragbar ist." Aber immer habe es Wichtigeres im Terminkalender der Kanzlerin gegeben.
Nun rächt sich die Kanzlerin und fordert Brenders Kopf.
Der Widerstand gegen diese demokratiewidrige Krankenhaftigkeit der CDU-Größen bäumt sich jetzt, eine Minute vor Zwölf, noch einmal auf.
Der aktuelle SPIEGEL fordert ultimativ „Raus da!“ (Heft 48/2009, s.168 ff), alle Parteienvertreter hätten aus den Rundfunkräten zu verschwinden.
35 Staatsrechtler fordern in einem offenen Brief (Veröffentlicht am 22.11.2009 in der FAS) von den Parteienvertretern die Einhaltung der Rundfunkfreiheit (Art. 5, Abs.1 Satz 2 GG).
Die verantwortlichen Redakteure des ZDF stellten sich im Februar 2009 hinter ihren Chef - fast einstimmig - nur der CDU-affine Prediger Peter Hahne, der sich Hoffnungen auf den Job Brenders macht, verweigerte seine Solidarität.
Chefredakteure warnen mit Verweis auf die Charta "Unabhängiger Journalismus" die CDU:
Thomas Osterkorn, Andreas Petzold, Hans-Ulrich Jörges und Hans-Martin Tillack (Stern), Mathias Müller von Blumencron und Hans-Ulrich Stoldt (SPIEGEL), Christoph Keese (Axel Springer AG), Thilo von Trott (Gruner+Jahr), Matthias Naß (Die Zeit), Hendrik Ankenbrand (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Clemens Wergin (Die Welt), Harry Nutt (Frankfurter Rundschau), Steffen Klusmann (Financial Times Deutschland), Peter-Mathias Gaede (Geo), Bascha Mika (Publizistin, früher taz), Michael Rediske (Reporter ohne Grenzen), Hendrik Zörner (Deutscher Journalisten-Verband).
Nun ist die Empörung also groß; „diese Politiker!“ - was maßen die sich an?
Brender darf noch nicht mal Stellung nehmen - ihm wurde der Zugang zu den Verwaltungsratssitzungen stets verweigert.
Der Mann, über dessen Kopf die CDU‘ler nun verhandeln, wird noch nicht einmal gehört.
Dazu noch einmal Leyendecker:
Vergeblich hatte er [Brender] vor Monaten auf der 13. Sitzung des Verwaltungsrats um das Wort gebeten. Er wollte eine Erklärung abgeben. Abgeschmettert. 8:6. Wortführer waren der saarländische Ministerpräsident Peter Müller und Edmund Stoiber, der frühere bayerische Ministerpräsident. Stoiber? Vor fünf Jahren, als Brenders Vertragsverlängerung schon einmal anstand, so erklärte der CSU-Politiker in der Sitzung, habe er seine "Bedenken" gegen Brender "zum Ausdruck gebracht". Er habe dann "jedoch zugestimmt, weil . . ." Stoiber soll dann über das, was normal ist oder nicht und über seine enttäuschten Erwartungen gesprochen haben. Keiner aus der Runde kann den Monolog einigermaßen verlässlich wiedergeben. Aber alle wissen: Die Stoiber-Leute haben mit Brender noch eine Rechnung offen, weil das ZDF im Bundestagswahlkampf 2002 angeblich zu häufig Gerhard Schröder und zu wenig Edmund Stoiber im Bild hatte. Schröder trotzte damals dem Hochwasser an der Elbe wie ein Deichgraf, Stoiber war irgendwo im Kinderplanschbecken. So banal funktioniert Macht im Fernsehen.
Die CDU-Ministerpräsidenten und sonstigen Abgesandten verlangen devote Fernsehintendanten, die kuschen - Meinungsfreiheit unerwünscht.
Ich begrüße natürlich das breite Pro-Brender-Engagement.
Es ist tatsächlich eine ausgemachte Sauerei, was Frau Merkel hier anstellt und von ihren Handlangern erledigen läßt.
Es gibt aber tatsächlich auch Politiker, die das anders sehen und anders handhaben.
Als im Jahr 2002 um Schächter geschachtert wurde, wollten die damaligen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein, Wolfgang Clement und Heide Simonis (beide SPD), Parteien- und Regierungsvertreter aus den Aufsichtsgremien des ZDF verbannen.
Clement sagte dem "Handelsblatt", das Hauptproblem sei eine Parteipolitisierung, die es in keinem anderen deutschen Unternehmen gebe. "Damit muss Schluss sein. Das hält kein Unternehmen aus."
Um nicht in den Verdacht zu geraten immer nur von anderen zu fordern, was sie selbst nicht einhielten, zogen sich Simonis und Clement freiwillig aus dem ZDF-Fernsehrat zurück.
Sie wollten ein Zeichen setzen und mutig voran gehen: Zwei Parteipolitiker, die auf Macht verzichten zugunsten einer größeren Unabhängigkeit der Sender von den Staatskanzleien.
Wie die Geschichte ausging, wissen wir:
Im Jahr 2009 ist kein Politiker dem Beispiel gefolgt und der CDU-Überschuss hat sich manifestiert.
Koch ist immer noch im Amt, Simonis und Clement sind abgewählt.
Der Wähler ist mal wieder die Ursache des Übels.
Das Ärgernis der verfassungswidrigen parteipolitischen Einflussnahme auf das Fernsehen ist altbekannt.
SPD-Leute gingen mit gutem Beispiel voran und verzichteten auf ihren Einfluss, CDU’ler klammerten an ihren Privilegien und sichern sich umso mehr Hofberichterstattung.
Der Wähler nickt brav ab und hievt genau diese Typen immer wieder ins Amt!
Das Gejammere um Kochs und Merkels antidemokratisches Verhalten ist wohlfeil!
Das wußte man alles vorher - die Causa Brender schwelt seit Oktober 2008.
Die Wähler haben Koch und Merkel reinstalliert und sollte jetzt nicht so überrascht tun, wenn sie die Medizin bekommen, die sie sich ausgesucht haben!!!!
Nachtrag am 27.11.09:
Es kam tatsächlich so, wie es kommen mußte. Koch sägte Brender ab - willkommen in der Bananenrepublik!
Die Presse ist durchweg empört.
Koch ist es scheißegal.
Deutschland ist jetzt Berlusconi-Land.
NACHTRAG 2:
Abonnieren
Posts (Atom)