Freitag, 3. Dezember 2010
Der nette, kluge Obama....
Wählen ist (im Gegensatz zum Auszählen) denkbar einfach in den USA.
Man hat nur eine Stimme und da es ein generelles Mehrheitswahlrecht gibt, existieren de facto nur zwei Parteien.
Falls ich meine Stimme nicht in den Müll schmeißen möchte, muß ich also die Demokraten wählen. Wie ich es seit 20 Jahren ununterbrochen tue.
Ich wähle nach dem Aussschlußverfahren und suche mir das kleinere Übel aus - eine extrem simple Entscheidung also, angesichts der Performance der rechten Republikaner, die nicht nur dumm und aggressiv daher kommen, sondern dazu auch noch wirklich gefährlich sind.
Gefährlich für inneramerikanische Minderheiten, aber auch gefährlich für den Weltfrieden, für die Nachbarn und für alle internationalen Angelegenheiten, wie Artenschutz, Klimapolitik und Finanzpolitik.
Die Partei, die sich G.O.P. nennt, ist dazu auch noch mustergültig schizophren, indem sie geradezu manisch den Patriotismus und „America first“ beschwört, gleichzeitig aber so hasszerfressen ist, daß sie zu keiner einzigen konstruktiven Entscheidung fähig ist.
Die GOP ist pure Destruktion, die in ihrem rassistischen und anti-demokratischen Fanatismus so versessen darauf ist Obama zu schaden, daß sie dafür den ökologischen, ökonomischen und außenpolitischen Totalabsturz der USA gerne in Kauf nimmt.
UNpatriotischer geht es nicht mehr.
Während Obama versucht mit der schwersten Schuldenkrise aller Zeiten fertig zu werden, sorgen sich die Goper nur um die Portemonnaies ihrer ultrareichen Finanziers.
Dafür lassen sie den Präsidenten augenblicklich vor sich kriechen. Sie befürchten Obama könnte die auslaufenden Bush’schen Steuersenkungen für die Reichsten im Lande nicht verlängern.
Nach geltendem Recht werden die Steuersenkungen von George Bush zum Jahresende auslaufen. Obama möchte die niedrigeren Sätze zwar für kleine und mittlere Einkommen festschreiben, für Einkommen von über 250000 Dollar jedoch zu den alten Sätzen zurückkehren. Die Republikaner wollen dagegen erreichen, dass die Steuersenkung auch für die Reichen festgeschrieben wird.
(Nikolaus Piper, 03.12.2010)
Falls Obama nicht so spurt, wie es die ultrafanatischen Republikaner gerne hätten, werden sie mit ihrer neuen Mehrheit grundsätzlich alles ablehnen und ihm das Regieren de facto unmöglich machen - scheiß auf Amerika.
Die US-Republikaner wollen alle Gesetze im Senat blockieren, wenn Steuersenkungen rückgängig gemacht werden
Washington - Joe Barton wird bald ein wichtiger Mann sein in Washington. Der konservative Republikaner aus Texas übernimmt von Januar an den Vorsitz im mächtigen Energieausschuss des US-Repräsentantenhauses, und er gibt sich wild entschlossen, jeden Kompromiss für ein Energie- und Klimaschutzgesetz zu torpedieren. Wie entschlossen, das illustriert eine kleine Dia-Show, mit der der frühere Öl-Manager auch nach Ende des jüngsten Wahlkampfs bei potentiellen Spendern hausieren geht: Da vergleicht Barton den politischen Kampf gegen die Obama-Regierung mit dem alliierten Krieg gegen Nazi-Deutschland. John Boehner, der künftige 'Mister Speaker', ziehe als 'unser Dwight Eisenhower in die Schlacht'. Sich selbst wähnt der Abgeordnete in der Tradition des legendären Raubeins und Armeegenerals George Patton: 'Platziert irgendwas in meiner Reichweite und ich schieße es ab.'
[…] Der Steuerstreit ist es auch, der seit der Nacht zum Donnerstag das Klima in Washington erneut vergiftet. Denn da unterschrieben alle 42 republikanischen Senatoren einen Brief, in dem sie ankündigten, sie würden solange eine Total-Blockade für alle anderen Gesetze im Kongress verhängen, bis die Steuerrabatte in ihrem Sinne verlängert würden.
[…] Wütende Demokraten denunzierten ihre konservativen Kollegen prompt als 'Taugenichtse', ein republikanischer Senator erwiderte, die Linken seien 'ein Haufen Dummköpfe'.
[…] Auf der Kippe stehen zudem zwei Gesetze, die den Schwächsten in der von der Wirtschaftskrise erschütterten US-Gesellschaft helfen würden. Ohne neuen Kongressbeschluss endet im Dezember für zwei Millionen Amerikaner der Anspruch auf jegliche Arbeitslosenhilfe. Und ebenso gefährdet ist ein Gesetz zur verbesserten Schulspeisung. Und auch die Außenwelt wäre betroffen: Denn auch die Ratifikation des mit Russland ausgehandelten Start-Vertrags zur atomaren Abrüstung ist Geisel der republikanischen Blockade.
(Christian Wernicke, SZ, 03. Dezember 2010)
So einfach ist das - die Republikaner sind UNWÄHLBAR.
Verglichen mit den Führungsfiguren der durchgeknallten GOP - und ich spreche noch nicht mal von den Teebeutlern - ist der gegenwärtige Präsident eine Lichtgestalt, die natürlich 2012 meine Stimme bekommen wird.
Da jetzt aber noch nicht gewählt wird, kann ich aber auch noch mal schnell unter uns Pastorentöchtern sagen, wie mies ich Obama finde.
Den Begriff „Enttäuschung“ kann ich noch nicht mal verwenden, da ich ohnehin nie auch nur annähernd so viel von ihm erwartete, wie die meisten Europäer.
Zwei Kriege, sowie eine Finanz- und eine Wirtschaftskrise im Jahrhundertausmaß, kann auch ein US-Präsident nicht mal eben so abschalten.
Aber wieso müssen die kleinen Symbolthemen, die er groß ankündigte, auch Jahre liegen bleiben?
Guantanamo?
Don’t ask, don’t tell?
International trat Obama zunächst einmal freundlich auf und versuchte wieder in einen Dialog mit der arabischen Welt zu kommen. Das war sicher notwendig und richtig.
Aber im Nahen Osten ist Obama auch keinen Millimeter voran gekommen.
Nordkorea hat er überhaupt ignoriert.
Bei den internationalen Abkommen geben die USA weiterhin den Paria der Staatengemeinschaft. Auch unter Obama zahlt die USA nicht ihre UN-Schulden, auch unter Obama wurde der internationale Strafgerichtshof nicht anerkannt.
Obama bremste beim Klimaschutz und wollte die schwächelnde amerikanische Exportwirtschaft dadurch stabilisieren, daß er China und Deutschland VERPFLICHTEN WOLLTE ihre Exportüberschüsse zu begrenzen.
Freihandel war wohl mal. Wie konnte die US-Regierung überhaupt so dämlich sein diesem Ansinnen irgendwelche Erfolgsaussichten beizumessen?
Und nun die Abkommen zur Ächtung von Landminen und Streumunition, die fast alle Staaten unterzeichnet haben - NICHT aber Amerika.
Noch immer sterben jeden Tag irgendwo auf der Welt Menschen durch eine Mine. Im vergangenen Jahr wurden 3956 Tote und Verwundete registriert. Meist wurden sie zum Opfer längst nach Ende des kriegerischen Konflikts, in dem die Minen verlegt worden waren. Seit 20 Jahren führen Menschenrechtsorganisationen in aller Welt einen Kampf gegen Minen und ihren noch heimtückischeren Verwandten, die Streumunition.
[…] Seit 1999 gibt es die Ottawa-Konvention zum Verbot von Landminen, seit August ist eine ähnliche Konvention gegen den Einsatz sogenannter Streumunition in Kraft. Streumunition - das sind viele kleine Sprengkörper, die in einer Bombe enthalten sind und bei deren Detonation über eine große Fläche im Umkreis verstreut werden. Das besonders Teuflische daran ist, dass viele dieser Bomblets Blindgänger sind, die erst später bei einer Berührung mit einem Menschen explodieren. Weltweit gibt es nur noch 39 Staaten, in denen Produktion, Export und Einsatz von Anti-Personen-Minen erlaubt sind. Unter ihnen sind allerdings die Großen dieser Welt: die USA, China, Russland und Indien. Außer den USA haben alle anderen Nato-Staaten den Vertrag über das Verbot von Minen inzwischen unterzeichnet und, bis auf Polen, auch ratifiziert.
(Peter Blechschmidt 02. Dezember 2010)
Daß Amerika als letzter NATO-Staat auf die Idee käme die barbarische Todesstrafe abzuschaffen, ist ohnehin nicht in Sicht.
Kein Thema für Obama, obwohl erst jüngst wieder bekannt wurde, daß in den letzten Jahren auch einige Unschuldige hingerichtet wurden.
Macht ja nichts.
Wenn man mit Obama-Bewunderern diskutiert, fällt natürlich immer das Argument, daß Obama einfach zu viel zu tun habe und sich nicht um diese Dinge kümmern könnte.
Er war schließlich bisher nicht untätig.
Schön und gut.
Aber wie setzt dieser Mann Prioritäten?
Vor einem Jahr reisten Barack und Michelle Obama nach Kopenhagen, um bei dem IOC für die Vergabe der Olympischen Spiele 2016 nach Amerika zu werben!
Dabei waren die USA gerade erst zweimal dran - Atlanta 1996 und Salt Lake City 2002.
Wieso ist so ein lumpiges Sportereignis, das ohnehin nur durch Korruption entschieden wird, ein Thema für den Präsidenten?
Versagt hat er obendrein auch noch - die Spiele gingen nach Rio.
Und jetzt die Fußball-WM.
Noch so ein Witz. Korrupter als die Fifa ist vermutlich kein Gremium in der Welt. Möglicherweise kann das IOC noch mithalten.
Nun wird Katar WM-Ausrichter; eine bekannte große Fußball-Nation also, die in ihren vielen Großstädten über massenhaft Fußballstadien verfügt.
Eine Entscheidung, bei der es natürlich gar keine Rolle spielte, daß die Scheichs Geld wie Heu haben.
Und wer muß natürlich wieder seinen Senf dazu geben? Präsident Obama!
US-Präsident Barack Obama hat die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar kritisiert. Er halte dies für die "falsche Entscheidung", sagte Obama in Washington.
(DW 03.12.20)
Tage vorher hatte er sich ins Zeug gelegt.
Per Videobotschaft hat US-Präsident Barack Obama für die zweite Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft nach 1994 im «Land der unbegrenzten Möglichkeiten» geworben. «In Amerika brennt die Flamme der Leidenschaft für den Fußball mehr denn je. Wir waren immer eine Nation großer Vielfalt. Es ist egal, wo man herkommt, wie man aussieht. Wenn man hart arbeitet, kann man alles schaffen. Es wäre eine Ehre, wenn wir die WM 2022 ausrichten dürfen», übermittelte Obama bei der Präsentation der Kandidatur an die Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees. Sein Vor-Vorgänger im Amt, Bill Clinton, erklärte: «Wir können alle Stadien füllen, weil wir so viele Menschen haben.» Anschließend hob der Ex-Präsident zu einer politischen Grundsatzrede an, bei der er die vorgegebene Zeit deutlich überzog. Bewerbungschef Sunil Gulati lockte dagegen kurz und bündig mit einem prägnanten Versprechen: «Eine WM in den USA garantiert Zuschauer- und Einnahmerekorde.»
(dpa 01.12.10)
Das sind genau die Themen, von denen ich mir wünschte, daß Obama sie irgendwelchen anderen Leuten in seiner Administration überließe
Es gibt wichtigeres zu tun!!!
Mittwoch, 6. Oktober 2010
Grüne Windfähnchen.
Die Kehrseite sind die demoskopischen Werte für die Grünen.
Forsa sieht die Grünen heute erstmals auch bundesweit vor der SPD (24:23%).
Auch wenn andere Institute die SPD noch deutlich vor den Grünen sehen, ist doch klar, daß die einstigen Öko-Schmuddelkinder so stark wie noch nie sind.
Insbesondere in Baden-Württemberg. Im Ländle haben sie allerdings auch extrem günstige Bedingungen. Die Linke fällt aus, FDP und CDU sind Stuttgart-21-Hardliner und die führungslose SPD hat alle Entwicklungen verpennt, so daß sie nun zwischen allen Stühlen sitzt und nur ihre eigene Unglaubwürdigkeit kultiviert.
Die Grünen werden regelrecht von der „Oben-bleiben“-Welle gedopt.
Höchste Zeit also, daß sich andere Grüne Landesverbände dreist an den Stuttgarter Energie-Tropf anhängen wollen.
Am dringendsten nötig hat es der peinlichste und schwächste Grünen-Trupp der Hansestadt Hamburg.
Durch ihre unverantwortliche Arschkriecherei bei der Hamburger CDU und das devote Abnicken der miesesten Senatsmannschaft aller Zeiten, hat sie sich in ihrer einstigen Hochburg auf die Hälfte der Werte im Bund reduziert.
Die moralisch vollkommen korrumpierten Erfüllungsgehilfen von asozialer, antiökologischer und stramm konservativer Politik versuchen immer noch den Wähler nach Strich und Faden zu veräppeln.
Auf ihrer chronisch vernachlässigten Website steht heute immer noch der Demonstrationsaufruf von vor fünf Tagen.
Die GAL ruft für heute Abend um 18:30 Uhr zu einer Mahnwache auf. Hintergrund ist der gestrige brutale Polizeieinsatz in Stuttgart. Bei der Räumung des Schlossgartens ging die Polizei mit Wasserwerfern, Reizgas und Knüppeln gegen Stuttgart 21-Gegner vor und verletzte Hunderte Menschen. Die GAL protestiert mit einer Mahnwache vor dem Hauptbahnhof (Ausgang Spitalerstraße) gegen diese Polizeigewalt. Mit dabei ist unter anderem die Landesvorsitzende Katharina Fegebank.
Viel genützt hat das Anbiedern allerdings nicht.
Im Jolly Roger, DER Fankneipe des FC St. Pauli gegenüber des Millerntors, machte die Grünen-Oberbossin letzte Woche eine Erfahrung der unangenehmeren Art.
Der Kiez-Club ist - singulär in der Bundesliga - bekannt für die multikulturellen und alternativen Einstellungen. Der von Spielern, Trainern, Fans und Presse hochverehrte Vereinspräsident war lange Zeit St. Paulis Schwulen-Ikone und Grünen-Vorkämpfer Corny Littmann. In den meisten BuLi-Clubs ist das nach wie vor undenkbar.
St. Pauli-Fans kultivieren im Gegensatz zu den meisten anderen BuLi-Begeisterten kein gewalttätiges und skinheadiges Verhalten.
Es sind wohl die einzigen Hardcore-Anhänger eines Vereins der ersten Bundesliga, vor denen sich kein Schwarzer, Schwuler oder sonstiger Angehöriger einer Minderheit fürchtet.
Die Einzigen, die St.Paulianer nicht so gerne mögen, sind Rechte.
Rechte wie zum Beispiel den Hamburger Ex-Innensenator Christoph Ahlhaus, der sich stets als Law-and-Order-Mann verstand.
Im Juli 2009 ließ Ahlhaus den Jolly Roger stürmen. Zuerst schossen martialisch vermummte Polizisten Reizgaspatronen in die Kneipe und rangen dann alle anwesenden Gäste nieder.
Für die Frau, die Ahlhaus inzwischen zum Bürgermeister krönte, ist das - wenig überraschend - kein gutes Pflaster mehr.
Fußball-Fan Katharina Fegebank geht mit Freunden in die Fan-Kneipe Jolly Roger. Der Laden ist voll, sie bestellt an der Bar Getränke, zahlt -und wird von einer Angestellten gefragt, ob sie die Grünen-Vorsitzende ist. Fegebank bejaht.
Was dann passiert, ist seit Tagen Thema Nummer eins im Umfeld des Fanprojekts: Denn Fegebank wird von der Bar-Frau und Gästen erst wüst beschimpft und bepöbelt: Die GAL habe Ahlhaus zum Bürgermeister gemacht, sie solle sich hier nicht mehr blicken lassen! Dann wird sie des Hauses verwiesen. Ein Rauswurf aus politischen Gründen -und das auf St. Pauli!
Fegebank (33) selber bestätigte der MOPO die Darstellung: "Das war keine schöne Erfahrung. Ich möchte mich aber nicht weiter äußern, weil es hierzu Gespräche mit dem Jolly Roger gibt."
(HH MoPo 05.10.10)
Die Vereinsbosse sind offiziell entsetzt über den Vorfall.
Grüne Gäste raus zu werfen widerspricht so ziemlich jedem Toleranzgedanken.
Ich schließe mich dem an - das geht nicht.
Aber der Mescalero klopft auch in meiner Brust!
Klammheimlich freue ich mich doch darüber, daß Fegebank, die immerhin die Hauptverantwortliche für die absolut desaströse Politik in Hamburg ist, einmal spürt, was man in ihrem ureigenen Millieu von ihr denkt.
Grüne, die brutale Abschiebungen akzeptieren, schwerste CO2-Sünden abnicken (Kohlekraftwerk Moorburg), extrem asoziale Abzockerpolitik betreiben und eine Mannschaft aus Lügnern, Unfähigen und Halbkriminellen in die Senatsposten hieven, können nicht erwarten, daß man sie in St. Pauli bejubelt.
Während die Grünen ein nie dagewesenes Sparpaket durchpaukten, in dem beispielsweise einige Zehntausend Euro „erwirtschaftet“ werden, indem die letzten Hamburger Wildparks abgeschafft werden, plant die Baumkiller-Senatorin Hajduk immer noch die Anschaffung einer Straßenbahn, die nur kein Mensch möchte.
Pro Streckenkilometer sind knapp 20 Millionen Euro eingeplant. Insgesamt veranschlagt die Grüne Stadtentwicklungssenatorin Kosten von 338 Millionen Euro!
Kennt man die Hamburger Kostenplanungen, ist es wohl realistisch von einer Milliarde zu sprechen.
Die Elbphilaharmonie sollte einst nur 70 - 90 Millionen kosten. Inzwischen wurde bekannt, daß Schwarz-Grün in Hamburg schon allein 58 Millionen Euro nur an Honorar für die beiden Architekten zahlt!
Es will einfach kein Ende nehmen. Ständige Verzögerungen, mehr als 4400 (!) Baumängel, schon 323 Millionen Euro Gesamtkosten – das Theater um die Elbphilharmonie wird immer abstruser. Nur wenige profitieren von dem Schlamassel: die Architekten. Wie der Senat jetzt zugeben muss, wurde deren Honorar noch einmal fast verdoppelt – auf satte 58 Millionen Euro!
(MoPo 30.09.10)
Das Projekt Stadtbahn ist höchst unbeliebt - jahrelang wird es Baustellen geben, die Straßen werden enger, es gehen Parkplätze verloren, etc.
Es wird Proteste hageln, Volksentscheide um dieses Irrsinnsprojekt der Grünen zu stoppen sollen durchgeführt werden.
Man darf gespannt sein, wie sich die Hamburger Grünen, die sich jetzt so vehement auf die Seite der Bauprojektgegner in Stuttgart werfen, verhalten wenn in Hamburg gegen IHR Megabauprojekt demonstriert wird.
Ich werde garantiert dagegen protestieren - mal sehen, ob es dann die Grünen Fegebank und Hajduk sind, die Wasserwerfer und Tränengas einsetzen.
Samstag, 3. Juli 2010
Der Depp des Tages.
Unglücklicherweise gibt es eine fatale Neigung sich auf die Pseudokampfarenen zu kaprizieren.
Seit Wochen sind die Zeitungen - und zwar alle - mit ausführlichen Reportagen, Kolumnen und Analysen über Gauck und die Fußball-WM vollgestopft.
Angelegenheiten, die für die Zukunft Deutschlands herzlich irrelevant sind.
Außerordentlich relevant sind hingegen die Weichenstellungen im Gesundheitssystem, in der Steuerpolitik, bei der Umwelt- und Energiepolitik - um nur ein paar zu nennen.
Unglücklicherweise haben wir aber derzeit eine Regierung, die auf allen diesen Gebieten komplett versagt.
Wer wüßte das besser als Angela Merkel, die jeden Morgen bei der Presseschau auf’s Neue erfährt, wie das Zutrauen in ihre Regierung in den Keller gesunken ist.
Das muß doch frustrieren.
Nach dem Wulff-Wahldebakel sagte Merkel daher erst mal gar nichts mehr und versuchte sich in der Produktion besserer Bilder, indem sie sich in den nagelneuen Regierungs-Airbus „Theodor Heuss“ setzte und nach Südafrika flog - ein 30-Stunden-Trip mit fast 20 000 Flugkilometern auf Staatskosten.
Im Lager des DFB ist man erfreut, dass zum Spiel gegen Argentinien Bundeskanzlerin Angela Merkel als „Glücksbringerin“ anreist.
(Handelsblatt)
Selbst wenn man an Fußball so herzlich desinteressiert ist wie ich, würde man es vorziehen zur WM nach Kapstadt zu jetten, anstatt einen Tag in der Haut der Regierungschefin im Kanzleramt zu stecken.
Fußball ist für CDU-Regierungschefs ohnehin eine feine Sache - die meisten der Millionen-schweren Profis sind stramme CDU-Anhänger.
Sie wissen eben welche Partei sich für Personen welcher Gehaltsklasse einsetzt.
Für Trainer und Funktionäre ist eine felsenfeste CDU-Gesinnung ohnehin Voraussetzung. So wie sich Helmut Kohl einst auf die bedingungslose Gefolgschaft Berti Vogts verlassen konnte, hat Angela Merkel heute in Jogi Löw einen begeisterten Kanzlerinnen-Fan.
„Vielleicht kommt sie vor dem Spiel in die Kabine und hat einen lockeren Spruch drauf, das gäbe noch mal einen Schub“, hofft Schweinsteiger. „Mit ihrer charmanten Art kann sie bei den Spielern unglaubliche Sympathien sammeln“, ist Löw überzeugt.
(PNP)
Wer wollte die tumben Kicker dafür verurteilen; schließlich gehört Intelligenz zu den letzten Dingen, die ein guter Fußballer benötigt.
Dipl.-Volkswirt Dr. Karl Heinz Däke, der heimliche FDP-Generalsekretär und nebenberufliche Bund-der-Steuerzahler-Chef fängt nun aber das Meckern an.
Nicht nur, daß die „Theodor Heuss“ fast leer sei, weil kaum einer mitfliegen wolle, nein es sei überhaupt zu teuer.
"Diese Reise ist ein Unding", betonte Däke, der auf die Probleme der Bundesregierung verwies und an das geplante Sparpaket erinnerte. Eine Flugstunde mit einer Regierungsmaschine koste deutlich mehr als 10.000 Euro. "Es kann nicht sein, dass man für den Besuch eines Viertelfinales so mit Steuergeldern umgeht", sagte er. Eine solche Reise sei nur bei einem Endspiel gerechtfertigt, so Däke: "Frau Merkel verspielt sich jetzt noch die letzten Sympathien".
(SZ)
Man könnte den Trip grundsätzlich kritisieren - aber willkürlich den Besuch eines Finales als gerechtfertigt und den eines Halbfinales als nicht gerechtfertigt zu definieren, ist lächerlich.
Wenn Angie dreimal hin und her fliegt, kostet das den Steuerzahler also ein paar Hunderttausend Euro. Das ist bedauerlich, aber absolut irrelevant im Vergleich zu dem Milliardenschaden, den die Kanzlerin gewöhnlich anrichtet.
Natürlich will die Kanzlerin ablenken, aber das machen Kanzler bei schlechter Presse immer so.
Eine andere Form der Ablenkung sind die sogenannten Wahlgeschenke. Die kosten Milliarden. Milliarden für Hoteliers und reiche Erben gab es gleich zu Anfang dieser Legislatur im Wachstumsbeschleunigungsgesetz - das war ein „Unding“!
Herr Däke ist keinen Deut besser als die Kanzlerin.
Sie lenkt ab mit dem Jubeltrip ans Kap und er lenkt davon ab, daß er über Jahre gebetsmühlenhaft Westerwelle nachplapperte „Mehr netto vom brutto!“.
Nun haben wir seine heißersehnte schwarzgelbe Koalition und gestern beschlossen die Stümper in der Gesundheitspolitik ein fettes „Weniger netto vom brutto!“.
Nach acht Monaten Dauerdebakel („Gurkentruppe“, „Wildsäue“) hat der Gesundheitsminister endgültig kapituliert - vor der Pharmalobby, vor den Ärzten, vor der CSU, vor allen Beharrungskräften.
Es wird nichts gesundheitsreformiert, sondern einfach mehr Geld ins System gepumpt, das man sich von den Beitragszahlern ergaunert - während die Großen und die Reichen (Apotheker, Fachärzte, Pharmaindustrie) weitgehend ungeschoren bleiben.
Die Kleinen haben zu blechen.
Philipp Rösler hat nach den Worten Guido Bohsems nun „die Torte im Gesicht“:
Statt 14,9 Prozent des Bruttolohns sollen mit Beginn des kommenden Jahres 15,5 Prozent fällig werden. Stimmen die ersten Aussagen, können die Kassen künftig zudem bis zu zwölf Euro im Monat an Zusatzbeiträgen verlangen - ohne Rücksicht darauf, ob das Mitglied nun Rentner, Putzfrau, Friseurin, Ingenieur oder Facharbeiter ist. Das sind Zumutungen, die das Ansehen der schwarz-gelben Koalition nicht gerade verbessern werden. Vor allem für die FDP dürfte der Beschluss zu einem Problem werden. Schließlich waren die Liberalen mit dem Werbeslogan "Mehr Netto vom Brutto" angetreten.
Nun ist die versprochene Steuersenkung verschoben, und die Beitragssteigerungen führen zu weniger Netto auf dem Konto. Fast noch schlimmer für die Liberalen ist, dass auch die Arbeitgeber belastet werden, denen man im Koalitionsvertrag eigentlich finanzielle Schonung zugesichert hatte. Unverständlich ist auch, warum die Koalition nicht konsequenter nach Einsparmöglichkeiten im System gesucht hat.
Die angepeilten vier Milliarden sind keine Kleinigkeit, doch ließe sich noch mehr tun.
Von allen Beteiligten ist der größte Verlierer sicherlich Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP). Er hat, um es mit Ulla Schmidt zu sagen, die Torte im Gesicht.
Aber auch die andere Seite des Spektrums ist angefressen.
"Steigende Lohnzusatzkosten wären das Gegenteil einer tragfähigen Reform", heißt es dazu beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Deren Präsident, Hans Heinrich Driftmann, warnte die schwarz-gelbe Koalition vor dem Bruch eigener Versprechen.
[…] Auch der Arbeitgeberverband BDA forderte, es dürfe keine neuen Belastungen für Wirtschaft und Arbeit geben. "Wer jetzt höhere Beiträge plant, gefährdet die wirtschaftliche Erholung", zitiert der "Tagesspiegel" den Verband. Statt die Lohnzusatzkosten durch Beitragserhöhungen steigen zu lassen, müsse "endlich der Einstieg in die Entkopplung der Gesundheitskosten vom Arbeitsverhältnis gelingen".
(TS)
Damit darf nun das letzte offene Projekt der schwarz-gelben Chaos-Gang offiziell als völlig gescheitert angesehen werden.
Es ist zum Weglaufen; nicht nur für Frau Merkel.
Daß aber FDP-Däke ausgerechnet in den Flugkosten des Regierungsjets das große Problem sieht, macht ihn noch lächerlicher als die von ihm Gescholtene.
Freitag, 18. Juni 2010
„Wir können ja nicht die Schrotflinte nehmen.“
Es war mir ebenfalls „ein innerer Reichsparteitag“, daß ich heute vom millionenfachem Gegröle, Hupkonzerten und Vuvuzu-Dingsda-Trommelfell-Attacken verschont wurde.
Fußball ist im Gegensatz zu Diskussionen um das Pro und Contra von Bürgerversicherung und Kopfpauschalen-Modell deshalb bei der breiten Bevölkerungsmasse so beliebt, weil es keinen IQ über Zimmertemperatur erfordert da mitzureden.
Diskussionen über das Gesundheitssystem sind da doch etwas komplizierter.
Für viele so kompliziert, daß sie sich gar nicht erst auf das No-Win-Thema einlassen.
Das trifft zum Beispiel auf die Fachpolitiker von Schwarz/Gelb zu.
Schon klar, eigentlich gibt es nichts Wichtigeres für die im Stimmungsuntergeschoss gefangene K.O.alition.
Im heutigen ZDF-Politbarometer (welches nicht in Verdacht steht SPD-nah zu sein) rutschte die CDU in der politischen Stimmung mit 32% erstmals hinter die SPD (34%) zurück.
Die FDP sackte auf sagenhafte 3 % weg.
Merkel und Co konferieren (mal wieder) auf Schloß Meseberg. Thema: Die Zukunft Deutschlands. Wenn’s weiter nichts ist.
Ein guter Zeitpunkt also für die bisher schwer debakulierenden „bürgerlichen“ Gesundheitspolitiker mal mit ihrer Arbeit anzufangen.
Oder doch nicht?
Es geht um elf Milliarden Euro, und die Frage, wie viel man den gesetzlich Versicherten noch zumuten kann. Es geht um die Zukunft des Gesundheitssystems, das politische Schicksal von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP), womöglich gar um den Fortbestand der schwarz-gelben Koalition. Riesenerwartungen lasten auf den Fraktionsexperten, deren Limousinen am Freitag um 13 Uhr vor der der nordrhein-westfälischen Landesvertretung anrollen. Und was tun die Verantwortlichen als Erstes bei ihrer zweitägigen Krisenklausur? Sie gucken Fußball. Der Nationalmannschaft zuzujubeln sei doch „nationale Pflicht“, sagt Johannes Singhammer. Er vertritt die Partei, mit der gesundheitspolitisch zurzeit gar nichts mehr geht in der Regierung. Von der sie längst auch in der CDU sagen, dass sie sich bloß noch aufs „Nein-Sagen“ beschränkt.
(Der Tagesspiegel)
Und was ist nun bei der über alle Maßen wichtigen Klausur herausgekommen?
Na, wer will mal raten?
Richtig!
Gar nichts.
Rösler und Co sind ratlos.
“ Von der Bundeskanzlerin sei auch keine Hilfe zu erwarten. „Ihre Richtlinienkompetenz erstreckt sich nur auf Kabinettsmitglieder.“ Angela Merkel unterstütze zwar Rösler, habe aber „faktisch kein Mittel in der Hand, um Seehofer zu disziplinieren“. So macht sich bittere Ratlosigkeit breit. „Was sollen wir denn machen?“, fragt ein Koalitionär. „Wir können ja nicht die Schrotflinte nehmen.“
(Der Tagesspiegel)
Das ist aber nicht die einzige Schilda-artige Meldung zur Pleitepolitik „der da oben“.
Wie man hört, hat jetzt die Null-Themen Partei FDP eine tolle neue Strategie für die künftige Landespolitik in NRW ausgetüftelt: Den Superlativ von "Ausschließeritis":
Fundamentalopposition.
Mövenpickpartei-Frationschef Gerhard Papke macht seinem Ruf als Betonkopf alle Ehre.
Passend zur Drei-Prozent-Zustimmung zur FDP gab er auch die Politstrategie eines Dreijährigen aus: „Wir sind muksch und spielen nicht mehr mit.“
Scheiß auf den Wählerauftrag, scheiß auf das Land, scheiß auf die Realität.
„Wollt ihr die totale Opposition? Opposition noch viel totaler, als ihr sie euch überhaupt vorstellen könnt?“ stimmte Papke die übrigen Pappkameraden seiner Fraktion ein:
“Eines ist klar: Wir werden nicht als liberales Feigenblatt für eine von kommunistischen Verfassungsgegnern unterstützte Linksregierung zur Verfügung stehen”. Die FDP werde einen “glasklaren Oppositionskurs zu einer in Wahrheit rot-rot-grünen Landesregierung fahren.” Die Gefahr, dass einzelne FDP-Landtagsabgeordnete doch in Einzelfällen mit SPD und Grünen stimmen werden, sieht er nicht. “Die FDP war geschlossen und wird geschlossen sein. SPD und Grüne können nicht im Ansatz mit der Unterstützung der FDP rechnen, wenn sie mit der Linkspartei paktieren”, sagte Papke.
(TS)
Unterdessen zittern die Großkopferten im Kanzleramt tatsächlich um die Wahl des blassen Wulffs ins höchste Staatsamt.
Die Zusammensetzung der 14. Bundesversammlung steht mittlerweile fest.
FDP und CDU verfügen zusammen über 644 Mandate, Grüne und SPD haben zusammen gerade mal 462 Stimmen.
Das sind sage und schreibe 182 Stimmen weniger.
(Die Linke, 124 Stimmen, hat Stein und Bein geschworen nicht für Gauck zu stimmen)
Trotz dieser überwältigenden „bürgerlichen“ Mehrheit (Danke lieber Wähler!), sind Westerwelle und Merkel so in Panik versetzt, daß sie diesmal kaum Prominente als Wahlmänner losschicken.
Sie fürchten die 182-fache Gloria von Thurn und Taxis.
Selbst professionelle CDU-Politiker werden inzwischen von der Liste gestrichen, wenn sie als ideologisch nicht 1000% zuverlässig gelten.
Es traf zum Beispiel die ehemalige CDU-Ministerin, spätere CDU-Landtagspräsidentin von Thüringen und heutige CDU-Vorstandsfrau Dagmar Schipanski.
Obwohl sogar ihr Sohn Tankred Schipanski für die CDU im Bundestag sitzt, vertraut man ihr nicht - sie hatte immerhin durchblicken lassen „dem Gewissen verpflichtet“ zu sein!
Das darf natürlich nicht sein und so kegelte sie die CDU aus der Bundesversammlung.
Schipanski: Für mich ist die Wahl eine Gewissensentscheidung, die ich nicht vorher öffentlich mache. Gerade nach 40 Jahren DDR-Erfahrung ist jede freie und geheime Wahl der Vorzug der Demokratie.
sueddeutsche.de: Für manche in der CDU scheint die freie Gewissenentscheidung derzeit ein Frevel zu sein. Wie haben Ihre Parteifreunde reagiert?
Schipanski: Nach Veröffentlichung des Interviews in der Thüringer Allgemeinen wurde in der darauffolgenden Fraktionssitzung mein Name mit dem eines sehr ehrenwerten Landrates aus Südthüringen ausgetauscht. Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Erfurt, Mike Mohring, sagte in einer nichtöffentlichen Sitzung, man könne aus den Interviews nicht ablesen, für wen ich mich entscheide. Er habe zwei Wochen versucht, mich zu erreichen, was ihm nicht gelungen sei, und deshalb erscheine ich nicht auf der Liste.
sueddeutsche.de: Und?
Schipanski: Das stimmt nicht, denn ich war wegen eines schweren Krankheitsfalls und nun Trauerfalls in meiner Familie die ganze Zeit zu Hause. 24 Stunden. Wir waren immer erreichbar.
sueddeutsche.de: Wie ist denn normalerweise das Verfahren zur Nominierung?
Schipanski: Es gibt eine Vorschlagsliste der Partei für die Bundesversammlung, auf der ich gestanden habe, wie man auch der Presse entnehmen konnte. Dann wurde ich einfach gestrichen, und erfahre aus den Medien meine Nichtnominierung.
Glücklicherweise gibt es einige Menschen in Deutschland, die zuverlässiger als die eigenen CDU-Vorstände sind und dementsprechend von den „bürgerlichen Parteien“ für die Bundesversammlung nominiert wurden.
Die Großverleger Friede Springer und Hubert Burda sind Mitglieder der Bundesversammlung - an deren felsenfester CDU-Treue dürfte auch wirklich nicht der geringste Zweifel bestehen.
Montag, 16. November 2009
Idioten
Bundestagsdebatten über die Gesundheitsreform sind keine Straßenfeger.
Auf den Schulhöfen werden nicht die Vor- und Nachteile von Kopfpauschale und Bürgerversicherung diskutiert.
10 Millionen Deutsche verschlingen jeden Tag die BILD-Zeitung - dabei könnten sie genauso gut zu SZ, FR und co greifen und hätten damit die unendlich viel bessere Zeitung in der Hand.
Der Grund für dieses scheinbar paradoxe Verhalten ist die allgemeine totale Verdummung.
Ob dafür angeborene Hirnschrumpfung, chronische Unterforderung oder tiefsitzende Denkfaulheit ursächlich sind, kann ich nicht beantworten.
Im Endeffekt erklärt es aber die täglich millionenfach stattfindenden Fußballgespräche und die nicht stattfindende Auseinandersetzung mit zum Beispiel Parteiprogrammen.
Fußball ist hinreichend primitiv, daß sich JEDER darüber unterhalten kann.
An dem altbackenen Spruch von den 80 Millionen Bundestrainern ist etwas dran.
Hier hält sich jeder für kompetent, die Regeln sind simpel und das Vermögen bis drei zählen zu können reicht meistens aus.
Tennis beispielsweise erfordert schon ganz andere mathematische Grundkenntnisse - da hagelt es nur so Punkte, dauernd ist von „15“, „30“, oder gar „40“ die Rede.
Man muß sich auch keine komplizierten Namen merken - alle, die zu einer Mannschaft gehören sind üblicherweise farblich einheitlich gekennzeichnet.
Individualität ist irrelevant.
Besonders angenehm ist das deutliche Punkte-Erzielen; was ein „Tor“ ist, begreift schon ein Zweijähriger. Wie ich immer bei WM’s feststelle, kann man dem Spielstand auch problemlos folgen, ohne das Spiel zu sehen - die Gröl-Kulisse in der Nachbarschaft ist ausreichend.
Sollten einmal besonders viele Tore fallen (>3) und dadurch das Mitzählen schwerfallen, kann man anhand des anschließenden Autocorsos feststellen, ob Deutschland gewonnen hat.
Es erscheint mir folgerichtig, daß ein solcher Sport auch entsprechend schrumpfgehirnige Spieler anlockt, die dann mit Weisheiten à la Lothar Matthäus auffallen.
Sich ewig einen schweren Ball auf die Birne zu kloppen, ist nicht Intelligenz-fördernd.
Ach ja - den Vatikan wird es betrüben:
Die Hoden schrumpfen auch noch, wie der SPIEGEL schon 1998 berichtete:
Wissenschaftler haben herausgefunden:
Zuviel Arbeit mit dem Ball kann zu Störungen in Hirn und Hoden führen.
Wissenschaftler fanden heraus, daß Kicken Vergeßlichkeit heraufbeschwört. Schlimmer gar: Sie mindert auch die männliche Potenz. Es betrifft nicht allein Alt-Herren-Kicker, denen diese Phänome im Herbst des Lebens ohnehin geläufig sind. Selbst jugendlichen Körpern setzt der Kampf ums Leder zu - an Kopf und Hoden.
Völlig irreführend, so dräut es nun, ist das Bild des zeugungsfreudigen Musterprofis, der stets einer vielköpfigen Familie vorzustehen scheint. Ausgerechnet aus Italien, dem Land der Machos und der hemmungslosen Leidenschaft, kommt die böse Kunde: Forscher der Universität zu Pavia haben die Geschlechtsorgane von 198 Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren eingehend begutachtet.
Ein Drittel der Kinder, die wöchentlich zehn Stunden und mehr kickten, hatte Krampfadern und Krampfaderbrüche in den Blutgefäßen der Testikel. In einer Vergleichsgruppe von unsportlichen Knaben trat indes kein einziger dieser Krankheitsfälle auf; auch waren die Nachwuchsathleten im Gegensatz zu den Sportmuffeln nur mit mäßiger Hodengröße bestückt.
Wenn Fußballer sich verbal verbreiten, wird mitunter überdeutlich, daß sie ein paar Schläge zu viel auf den Hinterkopf hatten.
„Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien“ (Andy Möller)
„Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert“ (Olaf Thon)
„Ich fliege in den Süden – vielleicht nach Kanada“ (Mehmet Scholl)
„Ich bin körperlich und physisch topfit“ (Thomas Häßler)
“Keiner liebt mich – da können sie meine Frau fragen!“ (Hans Meyer)
Fußball ist also das El Dorado für Proleten und Hooligans.
Feingeister sind hier völlig fehl am Platze.
Sensibilität ist in der Kickerwelt das ultimative Manko.
Die völlige geistige Umnachtung der Fußballerwelt zeigte die gestrige Enke-Trauerfeier.
Wie könnte noch mehr Heuchelei möglich sein?
„Die“ Fans und „die“ Aktiven und „die“ Funktionäre sind es schließlich, die die Welt des Fußballs prägen; ein Umfeld, das Robert Enke in den Tod treiben mußte.
Er hatte keine Chance bei dem elenden Fußballer-Pack auf Mitleid und Verständnis zu hoffen.
Dies erklärt auch in bemerkenswerter Offenheit der Hannoveraner Sportsoziologe Gunter Pilz im Deutschlandradio; die „Beißhemmung“ gegenüber Schwächeren sei im Fußball nicht vorhanden.
Wenn ich mir vorstelle, ein Enke hätte sich geoutet, dass er solche Probleme hat, dann wäre das vielleicht nicht nur von seinen Gegnern gnadenlos ausgenutzt worden, sondern noch viel brutaler und gnadenloser von den Fans, die jetzt weinend durch die Straßen ziehen.
Über Krankheit und Schwäche offen zu reden, sei im Leistungssport ebenso undenkbar wie sich als Homosexueller zu bekennen. Die Fans hätten auf Schwächebekenntnis von Enke brutal und gnadenlos reagiert.
Das ist ein Problem unserer heutigen Gesellschaft: Dass wir nicht nur diese Beißmentalität haben und auf Schwächen rumtrampeln, sondern, wenn dann jemand betroffen ist und wirklich darunter leidet, wir uns nicht mehr ein Stück der Sensibilität bewahrt haben, das wahr zu nehmen und dann vielleicht noch zu korrigieren."
Enke ist keinesfalls der erste Fußballer, der von dieser Primitivität und Brutalität der Anhänger in den Suizid getrieben wurde:
Adam Ledwon (Juni 2008): Bayer Leverkusens früherer Mittelfeldspieler (34) begeht während der Fußball-EM 2008 Selbstmord.
Edgar Geenen (Sep. 2007): Der frühere 1860-Manager (53) erhängt sich in seiner Wohnung.
Sergi Lopez (November 2006): Der ehemalige Fußball-Star (39) des FC Barcelona wirft sich vor einen Zug.
Guido Erhard (Februar 2002): Der frühere Bundesliga-Profi (32, 1860 München) wirft sich in Offenbach vor einen ICE.
Justin Fashanu (Mai 1998): In einer Garage erhängt sich der englische Fußballer (37), der sich 1990 als erster Profi als homosexuell outete.
Ramiro Castillo (Okt. 1997): Boliviens Fußballstar erhängt sich in seiner Wohnung. Nach dem Tod seines neunjährigen Sohnes litt er unter Depressionen.
Hubert Schöll (November 1992): Der frühere HSV-Profi (46) erschießt sich auf einem Kinderspielplatz in Fürth.
Daß sich nach diesem xten Fußballerselbstmord Myriaden von Fans weinend zur Trauerfeier zusammenrotten, ist an Verlogenheit und Peinlichkeit nicht zu überbieten.
Freitag, 9. Oktober 2009
Achtung schwule Füße!
Die Geschichte ist schnell erzählt.
Die überwiegend muslimischen Jungs von Créteil Bébel sollten in einem Freundschaftsspiel gegen das ausdrücklich schwulentolerante Team „Paris Foot Gay“, kurz PFG, antreten.
PFG, gegründet erst 2003, setzt sich explizit für Toleranz ein und so befinden sich unter ihren Spielen Schwarze und Weiße, Moslems und Christen, Schwule und Heteros.
Das ist eine feine Sache, insbesondere für die heroenhaften Mannen von Créteil Bébel, da Moslems prinzipiell auch niemals schwul sind.
Beweisen läßt sich diese Tatsache durch den bekannten Ehrenmann Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad, der die verblüffte deutsche Öffentlichkeit auch von der Nichtexistenz des Holokausts unterrichtete.
Der Oberiraner und Bischof Williamson - die wissen Bescheid.
A propos Williamson - bei den Piusbrüdern gibt es natürlich auch keine Schwulen - so wie im 70-Millionen Volk des Iran:
«Wir haben im Iran keine Homosexuellen wie ihr in eurem Land.» Nachdem einige im Publikum lachten, fügte er hinzu. «Wir haben im Iran nicht dieses Phänomen. Ich weiß nicht, wer Ihnen gesagt hat, wir hätten es.»
(Achmadinedschad 2007 in New York)
(Wieso man regelmäßig Schwule aufhängt, die er gar nicht gibt, erscheint mir nicht vollkommen logisch - aber als Atheist bin ich eben Glaubensdingen nicht voll zugänglich)
Es kann nicht sein, was nicht sein darf, sagte sich Créteil Bébel-Trainer Zair Bel Er, als das vorgesehene Spiel gegen die PFD absagte:
"Bitte entschuldigt, aber wegen eures Team-Namens können wir aufgrund der Prinzipien unserer Mannschaft, die aus gläubigen Muslimen besteht, nicht gegen euch spielen. Unsere Überzeugungen sind uns wichtiger als ein simples Fußballspiel. Tut mir Leid, dass wir euch so spät darüber informiert haben. Als Muslim habe ich das Recht, nicht gegen Homosexuelle zu spielen, denn ich teile nicht die Ideen dieser Leute", sagte Zair Bel Er entschuldigte sich gleichzeitig dafür, "falls diese Entscheidung jemanden verletzt hat".
Der Team-Name also.
Wenn irgendwo schon „gay“ drauf steht, darf man seine Jungs natürlich keinesfalls mit denen in Kontakt kommen lassen.
Schön auch das hysterische „denn ich teile nicht die Ideen dieser Leute“.
Da hat aber jemand richtig Angst und ist sich seiner eigenen Sexualität offenbar extrem unsicher.
Befürchtet er, daß diese „Ideen“ abfärbten, wenn man 90 Minuten mit denen auf einem Platz umher rast?
Fußball also sexuelle Orientierungsinfektion.
Da frage ich mich natürlich, ob bei PFG überhaupt noch Homos übrig sein können - so oft, wie die gegen Heteros spielen, müßten die doch ihrerseits alle heteroisiert sein!
Créteil Bébel hat es nun geschafft als Negativbeispiel weltweit bekannt zu werden.
Zair Bel Er hat dem Islam insgesamt im Alleingang mal wieder das Image des Inhumanen und Intoleranten verpasst.
Sein Selbstverständnis ist nicht nur rückwärtsgewand, sondern wie ich feststellen möchte, auch extrem zimperliesig. Wovor fürchten die sich eigentlich?
Was soll schon passieren während 90 Minuten Primitivsport?
Rudelbumsen gleich nach dem AnSTOSS?
Gangbang im Strafraum?
Ferner hat die Aktion des Vereins Créteil Bébel jede Menge Vorurteile gegen Einwanderer reaktiviert, bzw bestätigt.
Da liegt dann doch die Frage nahe - was wollen Hardcore-Muslims eigentlich in Frankreich?
Einem Land, das einen schwulen Kultusminister hat, der sogar einen semiautobiographischen Roman - «La mauvaise vie» (Das schlechte Leben) - über seine eigene Knabenliebe verfasst hat?
Mitterrand beschreibt in seinem Buch nicht nur, wie er seine homosexuellen Neigungen entdeckt hat, sondern auch die entsprechenden Erlebnisse mit jungen Knaben in Bordellen in Thailand: «All diese Rituale des Marktes für schöne Jünglinge, des Sklavenmarktes, erregen mich gewaltig. Die verschwenderische Fülle sofort verfügbarer Jungen versetzt mich in einen Zustand der Begierde, den ich nicht mehr bremsen oder verbergen muss.»
Da ich annehme, daß Zair Bel Er diese Ideen auch nicht teilt und er nur mit seinesgleichen spielen will, sollte er vielleicht schleunigst auswandern.
Mittwoch, 19. August 2009
Wie der Herr so das Gescherr.
Diese Methode kann zur Familientradition werden - so wurde ein Alexander Mronz nicht etwa durch seine Tennisspielkünste bekannt, sondern weil er Steffi Grafs Betthäschen war.
Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Michael Mronz brachte es auf dieselbe Weise zur Yellowpress-Tauglichkeit - er ist das Betthäschen von Guido Westerwelle.
Nun, warum auch nicht - dies ist kein moralisierender Blog.
Ich stelle nur fest, daß es bei den parasitären Promis oft nicht gut läuft, wenn sie gewöhnt an das Rampenlicht versuchen auch abseits des Originalpromis aus eigener Kraft „bedeutend“ zu sein.
Sie verkommen entweder zu Lachnummern (Kevin Federline, Kader Loth, Tatjana Gsell,..) oder werden vergessen (A. Mronz).
Beim M.-Mronz scheint zudem das Gebaren seines Ehemannes auf ihn abzufärben.
Als Marketingchef der derzeitigen Leichtathletik-WM - vulgo „Pharma-Leistungsschau“ - drangsalierte er die Pressevertreter so dermaßen, daß zum Beispiel die „taz“ ob der Illiberalität empört ihre Akkreditierung zurück gab und nun gar nicht über das Berliner Event berichtet.
WM-Boykott! Die Auflagen, denen JournalistInnen zustimmen müssen, um eine Akkreditierung für Großveranstaltungen zu bekommen, werden immer absurder. Die taz hat die Leichtathletik WM zum Anlass genommen, um darauf deutlich hinzuweisen und boykottiert die gesamte Berichterstattung.
(Wie hat der Mann eigentlich den Job bekommen? Wollte sich da jemand schon mal a priori beim mutmaßlichen zukünftigen Vizekanzler beliebt machen?)
Auch im Umgang mit der Wahrheit verhält sich Mronz genau wie sein Partner - nämlich höchst kreativ.
Was der TV-Zuschauer tagtäglich als gähnende Leere auf den Rängen des von Hitler gebauten Olympiastadiums vorgeführt bekommt, beschreibt Mronz etwas anders:
Der Ticketverkauf sei „ein Selbstläufer".
Das ist doch mal eine interessante Jobbeschreibung für einen MARKETINGCHEF - er tut also GAR NICHTS.
Mögen da die Sportler noch so nörgeln.
Speer-Schleuder Steffi Nerius beklagte, daß es keinerlei Werbung für die WM gäbe.
Diskus-Dreherin Franka Dietzsch: "Es gibt überhaupt noch kein WM-Feeling in der Stadt. Bei einer Schiffstour am Dienstag habe ich nur ein einziges Plakat gesehen. Ist denen das Geld ausgegangen?"
Nichts los in Berlin? Mronz begeistert.
Das lässt sich so von den Zuschauern im Olympiastadion noch nicht sagen. Bierzeltstimmung wie in Stuttgart 1993 oder in München bei der EM 2002 wollte sich im grauen Rund selten einstellen. Dass die Hauptstadt ein "nicht gerade leidenschaftliches Leichtathletik-Publikum" habe, merkte vor Jahren schon Ex-Weltverbandsvizepräsident Helmut Digel an. (HH Abla)
Vielleicht hat sich Herr Mronz auch zu sehr daran gehalten, daß sein Guido nur für die Besserverdienen da ist und wollte besonders BESSER verdienen - Tagestickets kosten bis zu 153 Euro!
Für die fast EIN VIERTEL Berliner, die Hartz IV beziehen, welches die FDP um 30 % kürzen will, scheinen 153 Euro pro Nase für einen Familienausflug womöglich doch ein bißchen viel zu sein und so fordern fast alle Parteien Preissenkungen.
Bis auf EINE - welche wohl?
Das sei ein angemessenes Mittel, um das Stadion voll zu bekommen, findet der Sportausschussvorsitzende des Bundestags, Peter Danckert (SPD). Eine große Koalition Berliner Landespolitiker aus SPD, CDU und Linker pflichtete eilends bei, einzig die FDP kanzelte den Vorschlag als "durchweg populistisch" ab. Das Preisgefüge sei gut gestaltet, kontert WM-Vermarkter Michael Mronz die Kritik.
Honi soit qui mal y pense.
Da half auch nicht, dass die Organisatoren dreist die Besucherzahlen manipulierten.
So kommt es in der Münchhausenwelt des Michael M. dann schon mal zu besonderen Stilblüten - etwa der Pressemeldung "74.413 Besucher am Sonntag im Olympiastadion Berlin".
74.413 Besucher in einem Stadion, das maximal 72.000 Zuschauer fasst und in dem die Ränge leer sind.
Die Dreistigkeit der Lügen aus dem Hause Mronz/Westerwelle ist schon bemerkenswert - obwohl es nur Tageskarten gibt, addierte man einfach die Zuschauer, die morgens im Stadion waren zu denen, die am Nachmittag immer noch da waren:
Vor diesem Hintergrund grenzt eine Zahl von über 74.000 "Besuchern" schon an ein Vertuschungsmanöver: In Wahrheit waren von den gezählten 51.113 Zuschauern am Sonntag schlicht 23300 auch morgens schon da - und wurden zum Dank gleich mal doppelt gezählt.
Wir werden wohl nicht erfahren wie sich das WM-Engagement pekuniär in der Haushaltskasse des Chefs der Partei der Besserverdienenden auswirken wird.
Samstag, 21. März 2009
Sport und Nebenwirkungen
Um den rasenden Menschen wie Althaus ein Refugium zu bieten, werden großflächig immer mehr Bäume abgehackt.
Der alpine Sport ist eine echte ökologische Pest.
Allein in den Alpen rasten pro Jahr an die 30 Millionen auf Brettern umher, die sich mit rund 12.000 Liften zu den 18.000 Skipisten bewegen.
(Zahlen der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA)
Der Planierungswahn rottet im großen Maßstab Flora und Fauna aus - denn der gemeine Wintersportler möchte breite und ebene Pisten, die von störenden Bäumen und umher laufenden Tieren befreit sind.
Die im Sommer angelegten Pisten werden so verdichtet, daß die Humusschicht verloren geht und das Wasserspeicherungsvermögen der Böden drastisch reduziert wird. Erosionen und Erdrutsche sind da nur die logische Folge.
Das Verschwinden seltener und hochspezialisierter Tierarten ist weit fortgeschritten und auf der Flora-Seite sieht es genauso aus:
Übrig bleiben anspruchlose Allerweltsarten. Mit dem Florenverlust einher geht der Rückgang von pflanzenfressenden Insekten wie Schmetterlingen oder Blattkäfern. Auch Vögel wie der Bergpieper oder die Alpenbraunelle, die auf spezielle Biotope wie Quellfluren und feuchte Senken angewiesen sind, wird man in der Nähe alpiner Skigebiete vergeblich suchen. Und während eine vollständige Renaturierung ehemaliger Pistenflächen unterhalb der Waldgrenze - in den deutschen Alpen bei 1400 Höhenmetern - bis zu zwanzig Jahre dauern kann, aber immerhin möglich ist, gibt es oberhalb der Waldgrenze kaum Hoffnung für eine standortgerechte Wiederbegrünung.
„Problematisch“ ist noch eine euphemistische Formulierung für den massenhaften Einsatz von Kunstschnee, der ob der Klimaerwärmung für die Touristen obligatorisch geworden ist.
Die ökologischen Auswirkungen der künstlichen Beschneiung sind vielfältig. Neben dem Energieverbrauch von etwa 13.000 Kilowattstunden pro Jahr und Hektar Beschneiungsfläche, dem Wasserverbrauch - bis zu 2.000 Kubikmetern pro Hektar - und der Lärmbelastung, die selbst bei leiseren Niederdruckkanonen dem Geräuschpegel an stark befahrenen Straßen nahe kommt, ist in erster Linie die Bodenverdichtung in Folge der Präparierung durch schwere Pistengeräte zu nennen. Darüber hinaus ist Kunstschnee sehr viel dichter als natürlicher Schnee, durch den geringeren Anteil an Luftporen werden sowohl die isolierende Wirkung der Schneedecke als auch die Sauerstoffzufuhr für darunter liegende Pflanzen stark reduziert. Vegetationsschäden sind die Folge.
Ski-Sport hat aber auch eindeutig positive Seiten.
So halten die rasenden Weißwürste eine ganze Orthopädisch/unfallchirurgische Industrie am Leben.
Allein in Österreichischen Krankenhäusern werden pro Jahr rund 65.000 bei Skiunfällen Verletzte behandelt.
Für die Verletzten mag so ein Unfall durchaus auch positive Seiten haben - so kann sich der Thüringische Ministerpräsident, der die letzten vier Jahre durch eine besonders konsquente Umsetzung seines Regierungsmottos „Pleiten, Pech und Pannen“ auffiel nun wieder Hoffnungen auf eine Wiederwahl machen.
Vor dem Unfall waren sich Politanalysten und Wahlforscher einig, daß Thüringen von allen Wahlen im Superwahljahr 2009 am sichersten vorher zu sagen ist - ein Regierungswechsel galt als ausgemacht.
Die Mitleidsmasche scheint zu ziehen; deswegen „regiert“ Althaus nur noch via BILD-Exklusiv-Interview.
Dieter Althaus: Fragwürdige Inszenierung einer Rückkehr
Den Springerschen Claqueuren steht er für Stundenlange Spaziergänge und Interviews zur Verfügung, während er gleichzeitig beteuert noch zu schwach zu sein, um selbst seinen eigenen Parteifreunden eine Videobotschaft aufzunehmen.
Für die CDU ist das eine außerordentlich billige Form der Wahlwerbung - BILD buckelt frei Haus mit tränenrühriger Hofberichterstattung.
Die Kosten der ärztlichen Behandlungen, Rehabilitation und alle Kranktransporte trägt die Krankenversicherung von Dieter Althaus. Die Kosten, die bei der Geschädigten entstanden sind, trägt der Schadensverursacher, das heißt in diesem Fall die Haftpflichtversicherung von Dieter Althaus. Die Gerichtskosten sind Sache der Rechtsschutzversicherung, Schmerzensgeld und Schadenersatz die der Haftpflicht. Die Geldstrafe muss Dieter Althaus persönlich tragen.
(MDR)
Nun gut, für die vom Thüringischen Ministerpräsidenten fahrlässig getötete Beata C hatte der Tag bekanntlich nicht so ein schönes Ende.
Dafür wird aber der Ehemann der vom rasenden Dieter gekillten 41-jährigen Frau ein riesenhaftes Schmerzensgeld von 5.000 Euro zugesprochen!
Na, dafür gibt man doch gerne mal sein Eheweib hin!
Für die Thüringer CDU ist die Ski-Werbung selbst inklusive der Geldstrafe von 33.000 Euro (180 Tagessätzen) ein echtes Schnäppchen.
Begeistert von einem Skiunfall ist auch die Westboro Baptist Church (WBC), die die ebenfalls just beim Skifahren tödlich verunglückte Tochter von Vanessa Redgrave, Natascha Richardson, propagandistisch auf ihrer Website ausschlachten kann.
Immerhin war Richardson geschieden und in zweiter Ehe mit Liam Neeson verheiratet!
Was Gott von Scheidungen hält, ist ja wohl klar und deswegen freut sich die WBC auch so sehr, daß Natascha Richardson jetzt in der Hölle schmort.
Die lieben liebenden Christen formulieren ihre Auslegung der Nächstenliebe so:
"WBC TO PICKET THE FUNERAL OF
NATASHA RICHARDSON
God Appointed the Bunny Slope to
Ensnare the Simple Sluts ofDoomed America!
Thank God for the Bunny Slope of Cursed Quebec, Canada!
She lived in adultery with RobertFox (he had a living wife).
She raised her sons in the catholic pedophile whorehouse.
She enabledfeces-eating fag beasts by supporting "AIDS
research." God killed her "bisexual" father with AIDS; she had
a duty to thank Godfor his righteousjudgments, not enablefag filth.
She had a megaphone; she should have done her duty, to love
her neighbor; but she hated her neighbor so shefailed to warn them not to be proud sinners.
This will be an educational religious picket, with a message for the living; to wit:
God hates divorce and remarriage! Mark 10:11.
God hates fags and fag enablers! Romans 1:19-32.
Fear God; give him the glory; come out from among the doomed-american
filthy manner of life; be not a partaker of their sins! 1 Timothy 5:22.
Natasha Richardson is in Hell!
Montag, 16. Februar 2009
Gummirücken des Tages.
Ein Sponsorenvertrag kann gerne mal dreistellige Millionen Dollarbeträge erreichen.
Es ist immer noch der traditionelle „weiße Sport“ der Reichen und Schönen.
Farbige Spieler, wie zum Beispiel die Williams-Schwestern sind eine Seltenheit.
Wenn man nicht selbst spielt, läßt sich immer noch prima im Umfeld eines Spielers Geld verdienen und wenn man dazu auch nicht taugt, bleibt noch die Laufbahn als Funktionär.
Larry Scott, 43, Präsident der Women´s Tennis Association (WTA) bis 2012 ist so ein Mann.
Der Amerikaner weiß wo es lang geht, wenn es gilt sich die Taschen zu füllen.
Seit gestern spielt man in Dubai.
Ein Turnierort mit zwei Besonderheiten.
Es ist ein muslimisches Land, das willkürlich Dinge tun kann, die anderswo nicht möglich werden. So verweigerten die Behörden in Dubai einer der Favoritinnen, der Israelin Shahar Peer die Einreise. Der Israelische Pass ist Grund genug, um sie mit Sippenhaft zu belegen und an der Teilnahme am Turnier zu hindern.
Eine Ungeheuerlichkeit für den Ausrichter eines Turniers!
Zwar kann jeder Staat seine Einreisepolitik betreiben wie er will, aber man muß sich nicht so einen Gastgeber als Austragungsort für internationale Sportereignisse aussuchen.
So jammerte auch WTA-Chef Scott krokodilstränig:
Wir sind tief enttäuscht, dass Shahar Peer kein Visum erhalten hat und deshalb nicht bei den Dubai Open starten kann. Sie hatte das Recht, dort zu spielen.
Die Dubai Open haben aber noch eine Besonderheit:
Die Ausrichter sind extrem reich und so soll das mit zwei Millionen Dollar äußerst lukrativ dotierte Turnier, das am 15. Februar begann, soll nach einem Beschluss der WTA wie geplant über die Bühne gehen.
So wichtig sind Menschenrechte und Sportlichkeit dem WTA-Boss nun auch wieder nicht, daß man aus Solidarität mit einer seiner Spielerinnen auf den Reibach verzichten würde und dementsprechend das ganze Turnier in Dubai absagt.
Gut für den US-Amerikaner Scott, schlecht für Shahar Peer.
Und die Machthaber in Dubai haben im Umgang mit westlichen Funktionären gelernt, daß ihre Prinzipien sehr dehnbar sind - wenn man mit genug Dollars winkt.
Sonntag, 10. August 2008
Wichtiges und Unwichtiges
Er soll nun auf die 200m-Bruststrecke gehen.
Findet er.
14 Jahre hätte er sich auf Olympia vorbereitet.
Eine Medaille bedeutet ihm alles.
Jedenfalls mehr als seine Gesundheit.
Gut, das ist wohl bei vielen Sportlern so, die sich mit allerlei Chemiekeulen aufblasen, bis sie aussehen, als ob man das Michelinmännchen unter Anabolika gesetzt hätte.
Es ist ja schon bizarr was die richtige Mischung von chemischen Stärkungsmitteln so für Metamorphosen auslösen kann. Man denke an einst zierlicher Schwimmerinnen, die auf einmal mit Vollbart und Schwarzeneggerschem Kreuz durch das Becken pflügen - man denke aber auch an Frauen, die eigenartigerweise immer schöner wurden.
So war Florence Griffith-Joyner („Flo-Jo“) bei der Olympiade 1984 in L.A. eine normale unscheinbare Frau.
Aber 1988 in Seoul - Abracadabra - neben 50 kg Muskeln mehr, war ihr Antlitz absolut Model-tauglich.
Ich würde sagen, eine Mischung aus Iman und Nofretete, die in eine Makeup-Fabrik gefallen sind.
Sehr cool - einige Goldene gewann sie übrigens und ihre Weltrekorde gelten nun nach 20 Jahren immer noch.
Gut, sie hatte nicht gerade sehr lange was davon, weil der Anabolikakörper dann in den 90ern irgendwann zusammenbrach und zur Zeit tot ist - aber sie war sicher eine schöne Leiche.
So ein Ende bleibt Herrn Shanteau möglicherweise erspart, weil er bis dahin schon an Krebs gestorben sein könnte.
Die Diagnose bekam er im Juni - verbunden mit dem dringenden ärztlichen Rat sich auf der Stelle operieren zu lassen.
Aber für den 24-Jährigen aus Georgia gibt es offensichtlich auch wichtigeres als die eigene Gesundheit und das eigene Leben - nämlich in Peking ein paar Sekunden durch ein Wasserbecken zu schwimmen.
Da gab es doch spektakuläre Fälle, bei denen Eltern die Kinder weggenommen wurden, wenn sie nicht gegen Krebs behandelt wurden.
Aber diesen Schwimmerling feiern sie nun in der Presse dafür, daß er sich keiner Krebstherapie unterzieht und stattdessen in Peking startet.
Na denn.
Ob es am Fan Nummer 1 liegt, der jubelnd und mit der Fahne schwenkend im Publikum sitzt?
Jeder setzt seine eigenen Prioritäten und wenn man Sportler ist, bleibt wohl auch nicht mehr so viel Platz für Hirnzellen vor lauter Muskeln.
NACHTRAG:
Wie war es denn nun mit der 200-m-Bruststrecke in Peking?
Die Vorläufe waren am 12. August 08:
Shanteau lag im sechsten Vorlauf mit der Zeit von 2:10.29 genau 45 hinter dem Kanadier Mike Brown.
Er schaffte es somit gerade noch ins Semifinale am nächsten Tag.
Am 13.08. belegte er im Semifinallauf 2 allerdings nur Platz 6 (von 8) mit einer Zeit von 2:10.10. und erreichte noch nicht einmal das Finale, welches der Japaner Kitajima heute mit 2:07.64 gewann.
Schon im vorherigen Lauf hatte Kitajima eine 2:08.61 geschwommen und lag ziemlich weit vom amerikanischen Hodenkrebsler entfernt.
Also so wirklich sinnig war der Plan wohl nicht sich statt zu einer Krebsbehandlung nach Peking zu begeben.
Freitag, 8. August 2008
Knick in der Linse
Los geht’s mit der Propagandashow, dem Reibachmachen der Funktionäre und der Leistungsschau der pharmazeutischen Industrie.
Ärgerlich ist die ungeheuerliche Naivität mit der Presse und Publikum den Inkarnationen der Korruption vom IOC vertrauen und den schönen guten ehrlichen Leibesübungen-Wettkampf erwarten, der gleich noch nebenbei China in eine Musterdemokratie verwandelt.
Schön ist allerdings, daß man heute eine der seltenen Gelegenheiten hat mit Henryk M. Broder einer Meinung zu sein, wenn er seine ätzenden Erkenntnisse in dem Artikel „Olympia der Heuchler“ ausgießt.
Grandios, dem ist nichts hinzuzufügen.
Eigentlich.
Uneigentlich mache ich mich bei der Gelegenheit gleich doppelt unbeliebt:
Sportmuffel ist ja schon schlimm, aber jetzt haue ich gleich noch mal dem Dalai Lama eins auf die Glocke.
Deutschlands beliebtesten Gott will ich persönlich ja gar nichts unterstellen, aber daß die Herrschaft der Mönche vor der Flucht des Dalai Lama für die Tibeter so ein Zuckerschlecken war, kann man auch nicht gerade behaupten.
Die Bauern waren Leibeigene, es wurde feudal-monarchistisch regiert und wer nicht ordentlich an den Dalai glaubte, bekam es mit der Mönchspolizei und drakonischen Strafen zu tun:
Wenn ein Bauer nicht das tat, was die Klöster ihm vorschrieben, wurden ihm zum Beispiel einfach die Augen ausgestochen oder Ohren und Nasen abgeschnitten.
Zu Regierungszeiten des Dalai Lama war es üblich, daß als Strafen Verstümmelungen, (Arme abhacken beispielsweise) vollzogen wurden – extreme Prügel sowieso.
Keine Religionsfreiheit nirgends, unter Herrn Lama.
Es ist schon sehr ärgerlich, wie unkritisch und monothematisch über die Causa Menschenrechte in China berichtet wird. Auf die klassischen Medien kann man dabei nicht zählen und daher empfehle ich eine relativ neue Webseite - Gottkönig.
Hier sind keine Eiferer am Werk, sondern es werden einfach Informationen gesammelt, die andere Medien in ihrer Dalai-Verehrung schlicht ignorieren.
Donnerstag, 17. Juli 2008
Volksverdummung
nur eine Zahnpasta, die so ähnlich heißt“
(Rudi Assauer)
die einfach nicht der Wahrheit entsprechen“
(Olaf Thon)
A posteriori der EM sind die verstandesfreien Balltreter leider immer noch nicht aus der allgemeinen Berichterstattung verschwunden - jeder private Pups wird einmal quer durch die Gazetten gewälzt.
aber im Allgemeinen mag ich Geflügel“
(Thorsten Legat nach seinem Wechsel zum VfB Stuttgart)
Die Tour de Trance hatte ich leider auch vergessen. Gab es da nicht schon letztes Jahr Versprechen der öffentlich rechtlichen Sendeanstalten, daß man nicht mehr übertragen werde?
Leider sind wir keinen Millimeter im Erkenntnisprozeß weiter gekommen und ich könnte schlicht mein Posting von vor genau einem Jahr wiederholen:
Wenn irgendwas so richtig nervt in diesem Sommer, so sind das diese spiddelärmigen, krummrückigen Epo- und Testosteron-Fresser, die zur Zeit in ihren albernen knallengen SM-Höschen durch Frankreich rasen.
Nur muß man als GEZ-Zahler den Mist erstens finanzieren und zweitens auch noch ertragen, daß jede Zeitungs-Titelseite und jede Nachrichtensendung mit einem maximal geheuchelten „Oh Schock schwere Not – nun hat auch noch Stinkewitz gedopt“ beginnt.
Aber schlimmer geht immer: Gerade die Nachrichtenflaggschiffe Spiegel und Tagesthemen sind sich selbst nicht zu peinlich, um mit überraschten und empörten Doping-Enthüllungen zu titeln.
Es erinnert mich verdammt an die Kohl’schen Neujahrsansprachen, die so seicht, sinnfrei und saudumm daher kamen, daß die Fernsehnation auch nicht bemerkte, als die ARD Sylvester 1986 einfach die alte Ansprache vom Jahr davor wiederholte.
Nicht daß es weiter interessant wäre - nur der Vollständigkeit halber:
Der diesjährige prominente Fall heißt Riccardo Riccò, der die beiden Bergetappen in diesem Jahr in beeindruckender Manier gewann.
Und nun - ÜBERRASCHUNG ÜBERRASCHUNG - stellt sich heraus, daß die Muskelbombe mit Atomantrieb nicht nur mit Müsli und Training so schnell wurde.
Zur Klarstellung: Mich interessiert weder Radfahren, noch habe ich irgendwelche moralischen Einwände gegen Doping. Ich bin ausdrücklich dafür das zu erlauben.
Nett wäre es, wenn man auch erfahren würde, welche Coctails sich die rasenden Eierpresser eingepfiffen haben, so daß man weiß welches Präparat auch wirklich wirkt.
Als Sponsoren sollten dann am besten auch gleich die Pharmakonzerne direkt in Erscheinung treten. Wo ist das Problem??
Wodurch sich aber wirklich meine Fußnägel hochbiegen, ist die Leserverdummung, die die Nachrichtenportale ihren Lesern antun.
Dafür zahle ich also GEZ und Spiegel-Digital-Abo, um dann in abendfüllenden Großaufmachern zu erfahren, was ungefähr so überraschend ist wie das Amen in der Kirche.
Beim Radrundfahren dopt jemand?? Unglaublich!
Welche sagenhaften Erfüllungen werden wohl noch auf die Leser losgelassen?
Daß Papst Benedikt XVI ein Katholik ist?
Daß Helmut Kohl Übergewicht hat?
Daß George W. Bush nicht immer ganz erfolgreich war mit seiner Außenpolitik?
Daß das Öl knapp wird?
Daß Kader Loth doof ist?
Daß Fastfood ungesünder als Obst ist?
Daß nicht jeder der Lotto spielt auch Millionär wird?
Sonntag, 2. September 2007
THE WORST - Part 3
Da sich das deutsche Fernsehen endgültig von der Seriosität verabschiedet hat und uns rund um die Uhr mit Sport berieselt, stelle ich mir manchmal die Frage:
Was ist der abartigste Sport der Welt?
Zunächst müsste man da sicherlich Auswüchse benennen, die schlicht und ergreifend sehr gefährlich sind – Motorradfahren, Boxen oder Formel 1. Aber immerhin gibt es in diesen Fällen eine Erklärung, weswegen sich Menschen so was angucken:
Damit kann gleichzeitig auch Sensationslust und Sadismus befriedigt werden. Dies gilt im besonderen, wenn das auch noch mit Tierquälerei (Military, Hundekämpfe) oder Umweltzerstörung (Speedboat, Skifahren) kombiniert ist.
Ich bin fest davon überzeugt, daß sich niemand über Stunden und Stunden ansehen wollte, wie gleichaussehende Radfahrer in mit Werbung bedruckten Ganzkörperkondomen im Kreis fahren würden, wenn man nicht ab und an ein paar schwere Stürze mit Todesfolge geboten bekäme. Ist ja schon im alten Rom so gewesen – mit Pferdwagen tumb im Oval rasen reicht nicht, um den Durchschnittsmenschen zu begeistern – ein paar Tote müssen es schon sein.
Extrem langweilig sind natürlich auch Mannschaftsportarten, wie Fußball:
22 O-beinige und geistig Minderbemittelte, die auf dem TV-Schirm wie Amöben im Magnetfeld mal nach links und mal nach rechts streben. Hier wird wohl der tiefere Sinn sein, daß es keinen Sinn gibt – das Individuum ist irrelevant, Intelligenz und Taktik braucht man nicht, kann dafür aber konzentriert seinem Nationalismus frönen, indem man sich für eine Farbe entscheidet, die 11 unterschiedlichen Charaktere nivelliert und genauso pauschal die 11 anderen Amöben hasst. Falls man persönlich ins Station geht, kann man dieses Schwarz-weiß-sehen noch bis in die tumbesten Untiefen der Seele extrapolieren, indem man anschließend sein Testosteron bei Prügeleien mit sogenannten „Fans“ abbaut. Oder zumindest ein bisschen randaliert und die Innenstadt verwüstet.
Hier handelt es sich also um erklärliche – wenn auch sehr unsympathische - Phänomene; aber wer ist schon heutzutage noch Philanthrop? Was ist aber mit den Sportarten, die niemanden weh tun, die keinerlei Spannung, Intelligenz oder gar Ästhetik beinhalten und zudem auch noch vollkommen konstruiert wirken? Sagen wir mal Curling, Dreisprung oder Synchronschwimmen?
Vermutlich liegt das daran, daß sich ein gewisser Prozentsatz der Menschen an Bizarrem erfreut. Hauptsache schräg und sinnlos.
Kommen wir nun zu meiner „Favoritensportart“:
Gehen!
LOL! Kann man sich irgendetwas Schwachsinnigeres vorstellen, als diese hüftkranken Hunger-Gestalten?
Die wirken auf mich wie abgemagerte Tunten in der Wüste, die mit rektal eingeführten Staffelstab zum nächsten ABBA-Vorverkauf eilen.
Offensichtlich gesponsert, von den Orthopädien der Uni-Klinken, die für ihre Studenten Patienten mit verschlissenen Hüften suchen. Sehr viel höhere IQ’s als Zimmertemperatur haben diese Gematerten offensichtlich nicht – gerade las ich die Überschrift:
Drama um Geher André Höhne!
Bei der WM in Osaka ist er kurz vor dem Ziel einen 100 m-Umweg gegangen, erlitt dann ob seiner eigenen Doofheit einen psychischen Schock und brach bewusstlos auf der Zielgeraden zusammen!
Die ARD berichtet wie folgt:
„Der während seines Irrlaufs von anderen überholte Berliner hatte sich plötzlich nach links zur Seite gedreht und war auf den Rasen des Stadions gestürzt. Dabei stoppte er noch wie bei Zielankünften üblich seine Uhr. Wie sich später herausstellte, glaubte er bereits die gesamte Distanz absolviert zu haben. "Die seelischen Schmerzen sind viel schlimmer als die körperlichen. Ich bin überzeugt, eine Medaille wäre möglich gewesen", meinte der tieftraurige Olympia-Achte, nachdem er wieder ansprechbar war“
Naja – hier gilt: „Dabei sein ist alles“ in einem speziellen Sinne:
Kaum ein Drittel kommen bei diesen 20 km – oder gar 50 km-Gängen an. Die Hälfte bricht schon vor dem Ziel bewusstlos zusammen, einige verlieren ihren Vibrator im Hintern und fangen an zu laufen – weswegen sie disqualifiziert werden und wieder andere verirren sich auch noch auf der Tartan-Bahn.
Tja – Geher sind offenbar die zweitblödesten Menschen der Welt – hinter den Gomulken, die sich das im TV ansehen!
Samstag, 25. August 2007
Michael Vick ist abartig.
Der Herr Vick ist einer der größten US-Sportstars – allerdings wird er demnächst vermutlich weniger in den Footballstadien, denn in Knast rumsporten.
Da könnte man meinen, daß ein NFL-Player mit einem Vertrag über 130 Mio Dollar und zusätzlich noch mal 44 Mio aus Werbeeinnahmen, finanziell einigermaßen auskommen sollte. Als gehätschelter Star, der sogar vom seinem Verein zwei (!) persönliche Anziehhelfer gestellt bekam, so daß er in der Umkleide nicht selbst dazu genötigt wurde sich die Socken aus dem Schrank zu nehmen, hätte er doch einigermaßen zufrieden sein können, oder nicht?
Statt dessen hat die Mistsau Hundekämpfe veranstaltet.
Die Szene in den USA boomt wie verrückt – überall treffen sich widerliche Perverslinge und wetten bis zu 500.000 Dollar auf einen Kampf. Dabei sehen sie dann geifernd zu, wie sich zwei Pitbulls gegenseitig zerfleischen bis einer tot ist. Sollte der Unterlegene nicht an den grauenvollen Bissen verbluten, wird er statt dessen erschossen. Aber auch die „Sieger“ sind meist so bestialisch verletzt, daß sie erschossen werden.
Auch das ein „Spaß“, den sich das johlende Publikum gerne ansieht. Je blutrünstiger, desto besser. Mehrere Tausende Pittbulls werden auf diese Weise jährlich zu Tode gefoltert – nicht eingerechnet die ganzen Welpen und nicht genügend aggressiven Exemplare, die die Züchter a priori lieber selbst erschießen, weil sie leider einen zu friedlichen Charakter haben.
Dieses Phänomen gibt es aber keineswegs nur so ausgeprägt in „Gods own country“, sondern erfreut sich auch in Deutschland großer Beliebtheit.
Hundekämpfe gehören zu den geheimsten Veranstaltungen der Republik. Fast jedes Wochenende trifft sich die Szene, oft in Mecklenburg-Vorpommern, aber auch im Ausland, vor allem in den Niederlanden. Ein bis zwei Dutzend Männer versammeln sich dann um die vier mal vier Meter große umzäunte Kampffläche und verwetten kleine Vermögen. An einem Abend werden zuweilen sechsstellige Beträge gesetzt, wenn sich Immobilienmakler, Autohausbesitzer, aber auch Beamte und Kiezgrößen zusammenfinden.
Ein „Hundetrainer“ berichtet anonym:
„Acht Wochen vor jedem Kampf beginnt diese Trainingsphase, am Tag vor dem Kampf darf der Hund dann meist noch ein halbes Kilogramm über dem vereinbarten Höchstgewicht liegen. 200 Gramm Körperflüssigkeit verliert das Tier auf der Reise, zudem noch Kot, und schon ist das Maximalgewicht erreicht. Der Todesbiss steht nicht auf dem Trainingsplan - ein Pitbull beherrscht ihn entweder von Geburt an, oder das Tier wird "weggemacht", wie Sean M. das nennt. Verkeilen sich die Hunde beim Kampf, trennt sie der Schiedsrichter, wie beim Boxen. Der Unparteiische hebelt den Tieren dafür mit einem "Breaking Stick" aus Hartholz oder Kunststoff den Kiefer auf. Der Betreuer kann seinen Hund dann mit einem Schwamm kurz frisch machen, bis das Kommando des Schiedsrichters die Gegner wieder aufeinander hetzt. Viele Dutzend Mal geht das so, bis einer der beiden Hunde nicht mehr laufen kann und dem anderen der tödliche Biss gelingt. Manche Tiere verausgaben sich in ihrem Blutrausch dermaßen, dass sie vor Erschöpfung sterben. So erging es Sean M.s Hündin "Cream", die kurz vor einem Sieg einfach tot umfiel. Sein Verlust an diesem Abend: 15 000 Dollar.“
Mehr kann ich dazu nicht schreiben, weil ich jetzt kotzen gehen muß.
Die menschliche Rasse ist eine einzige widerliche Pest, die möglichst schnell vom Planeten verschwinden sollte!
Samstag, 21. Juli 2007
Oh Schreck!!! 1+1 = 2!!!!
Wenn irgendwas so richtig nervt in diesem Sommer, so sind das diese spiddelärmigen, krummrückigen Epo- und Testosteron-Fresser, die zur Zeit in ihren albernen knallengen SM-Höschen durch Frankreich rasen.
Frei nach St. Florian würde ich sagen, daß die gerne so lange hechelnd durch südliche Sonnenländer sausen können, wie sie wollen – solange es nicht bei mir vor der Tür ist!
Nur muß man als GEZ-Zahler den Mist erstens finanzieren und zweitens auch noch ertragen, daß jede Zeitungs-Titelseite und jede Nachrichtensendung mit einem maximal geheuchelten „Oh Schock schwere Not – nun hat auch noch Stinkewitz gedopt“ beginnt.
Dadurch fühle ich mich belästigt!
Sport ist eh schon so doof, aber noch doofer ist Radfahren und am allerdoofsten ist das empörte Gesülze von Radfunktionären à la Scharping.
Soso, die zweirädrigen Mikrohirne pumpen sich also allerlei Drogen rein, nur weil sie mal eben quer durch Europa rasen! Ach was?Frankreich ist vielleicht nicht die Welt, aber doch durchaus groß genug, um die Umrundung per Pedalkraft ein bisschen in Anstrengungen ausarten zu lassen – zumal permanent geiferige Zuschauer dabei hocken und einen angrölen. Bisschen anstrengender als mal eben zum nächsten Supermarkt ist das schon – und selbst das macht doch unsereins eigentlich mit dem AUTO! Aber auf so einem unbequemen Rennrad, das einen dabei auch noch zwangseunuchisiert, mutiert das doch zu einem sehr suboptimalen Vergnügen! Da kann man ja nicht mal in Ruhe zwischendurch Picknick machen oder mal einen Nachmittag auf einem LKW mitfahren!
Ich verweise auf einen netten Artikel aus der SZ vom letzten WE:
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/629/123456/
„Medikamente für die Leistungsgesellschaft - Jeder wie er's braucht“
Untertitel: „Pillen, Blocker, Kokain: Eine ganze Gesellschaft ist auf Drogen - und erregt sich über gedopte Sportler. Das ist Heuchelei.“
Ballern wir uns nicht alle irgendwie zu? Frei nach dem Motto „Realität ist nur was für Leute, die nicht mit Drogen um gehen können“
Ein paar Schlagworte aus dem Artikel:
"Jeden Tag eine ASS 100! Das mache ich, seit ich 40 bin." Stress, Druck, Überlastung. So klagen die Stützen der Leistungsgesellschaft, wenn sie sich privat geben. Und nicht nur die. Angestellte, Arbeiter, Arbeitslose - alle fühlen sich permanent überlastet und überfordert. Eine Gesellschaft am Rande, immer kurz vor dem Burnout. Die Statistiken über Fehltage belegen das: Während die meisten Krankheiten, die zu Arbeitsausfällen führen, seltener werden, nehmen die psychischen Diagnosen zu.......Besonders beliebt ist pharmakologische Aufbauhilfe, dämpfen oder stimulieren - .........Unterstützung, Verhaltenstherapie oder Coaching bis hin zu Kursen, in denen die Selbstenthusiasmierung so lange eingeübt wird, bis es nicht mehr wehtut........Hausfrauen nehmen "Mother's little helper", alternde Männer Testosteron, Schüler Ritalin. Jeder wie er's braucht: aufputschen, runterkommen, wachbleiben, einschlafen. .....Kaum ein Konzernchef, Leitender Angestellter, Manager, Politiker -, der nicht mit Betablockern, Kalzium-Antagonisten, ACE-Hemmern oder Cholesterin-Senkern unterwegs ist. ..........Unser Land ist in den Händen von Leuten, die blockiert, gehemmt oder auf andere Weise runterreguliert sind und in ihrer Freizeit dann Stimulanzien brauchen oder über glühende Kohlen laufen....... Orchestermusiker schlucken vor Konzerten Tranquilizer.------- Wer eine neue Stelle will, stellt sich für das Bewerbungsgespräch ruhig. ......Redner besänftigen sich mit Hilfe ihres Arztes oder Apothekers vor Vorträgen, Redegäste vor Talkshows, Moderatoren stimulieren sich mit Alkohol. Popsänger nehmen Muntermacher und einen Haufen legaler wie illegaler Drogen vor Auftritten und machen keinen Hehl daraus. Kampfjet-Piloten schlucken Modafinil, um die Müdigkeit zu überwinden und mehr als 24 Stunden im Cockpit bleiben zu können........Gilt ein Orgasmus weniger, wenn die Erektion mit Viagra verlängert worden ist? Ist ein Geschäftsabschluss nicht bindend, wenn einer der Vertragspartner vorher Amphetamine genommen hat? Muss sich eine Frau betrogen fühlen, wenn der Mann eine Anti-Aging-Kur macht? Ist er hinters Licht geführt worden, wenn sich ihre Stirn plötzlich botoxglatt anfühlt? ....Keine Berufsgruppe außer der der Journalisten und Gastwirte ist stärker legalen und illegalen Drogen wie Alkohol, Nikotin, Kokain und Tabletten verfallen, vom in deutschen Büros in Bruttoregistertonnen genossenen Koffein zu schweigen. ......Aus medizinischer Sicht ist es grober Unfug, in drei Wochen mit dem Fahrrad dreieinhalbtausend Kilometer durch Frankreich zu fahren. ......Gesundheit und Spitzensport aber haben seit jeher so viel miteinander zu tun wie Kreativität mit einem Spitzenjob im höheren Management. Die Frage ist nur: Wieso maßt sich eine Gesellschaft, die mehr oder weniger komplett gedopt ist, an, ausgerechnet den Sportlern ihre Drogen und Aufputschmittel zu verbieten?
Wen wundert es eigentlich, daß Stinkerflitz & Co keine Einsteine sind? Unter der prallen Sonne umherrasen und ab und an auf den Kopp fallen ist sicher nicht IQ-fördernd. Daher kommen dann eben so Sprüche, wie in Seoul 1988 von Ben Johnson, der innerhalb von ein paar Monaten von Normalmaß auf 300 kg Muskelmasse und 100 km/h kam, dazu aber erklärte, das käme einzig von den „Vitamin-pills“!
Es gibt eben Sportler und es gibt intelligente Menschen – und zwar fast ohne Überschneidungen.
Zum Abschluß noch drei Weisheiten der Protagonisten des deutschen Lieblinssportes:
„Spätzle habe ich zwar noch nicht gegessen, aber im Allgemeinen mag ich Geflügel“ (Thorsten Legat nach seinem Wechsel zum VfB Stuttgart)
„Man hetzt die Leute auf mit Tatsachen, die einfach nicht der Wahrheit entsprechen“ (Olaf Thon)
„Das Wort „mental“ kenne ich gar nicht – nur eine Zahnpasta, die so ähnlich heißt“ (Rudi Assauer)Sonntag, 8. Juli 2007
Wie kommt’s?
Nach einem wenig erbaulichen Blick durch die Wochenendzeitungen, der mich mit schrecklichen Mutanten wie Roland Koch und seiner creationistischen Vize-Volksverblöderin konfrontierte, überlege ich was wohl die Ursache für das fortschreitende Abgleiten der Deutschen in morialogische Sphären sein könnte.
Möglicherweise ist der Volkssport Nummer 1 Schuld!
Inzwischen ist es nämlich erwiesen, daß Fußballer weiche Birnen und kümmerliche Testikel haben. Jaja, is’ so!
Kann man zusammenfassend nachlesen im Spiegel-Archiv (mal wieder), Heft 10/1998 unter dem Titel:
Mäßig bestückt
Wissenschaftler haben herausgefunden: Zuviel Arbeit mit dem Ball kann zu Störungen in Hirn und Hoden führen.
Darin heißt es unter anderem:
Forscher der italienischen Universität zu Pavia haben die Geschlechtsorgane von 198 Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren eingehend begutachtet. Ein Drittel der Kinder, die wöchentlich zehn Stunden und mehr kickten, hatte Krampfadern und Krampfaderbrüche in den Blutgefäßen der Testikel. In einer Vergleichsgruppe von unsportlichen
Diese Befunde wurden anschließend von vielen anderen Universitäten geprüft – mit ebenfalls bemerkenswerten Ergebnissen; ich zitiere weiter:
Wissenschaftler der Universität Helsinki tasteten sich mittels eines
Daß Kicken nicht die Intelligenz befördert, stand ja irgendwie schon immer im Raume - spätestens seit der Münchner Profi Lothar Matthäus seine Erkenntnisse über deutsche Fernsehmikrofone verbreitete: „Wir dürfen den Sand nicht in den Kopf stecken.“
Fast alle untersuchten Spieler, so das Resümee, hätten Verletzungen im Kopfinneren - unbemerkte, winzige Traumen, wie sie bislang nur vom Boxsport bekannt.
Wenn Fußballer sich verbal verbreiten, wird dann auch überdeutlich, daß die eindeutig ein paar Schläge zuviel auf den Hinterkopf hatten.
Als Beispiele nur
„Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien“ (Andy Möller)
„Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert“ (Olaf Thon)
„Ich fliege in den Süden – vielleicht nach Kanada“ (Mehmet Scholl)
„Ich bin körperlich und physisch topfit“ (Thomas Häßler)
“Keiner liebt mich – da können sie meine Frau fragen!“ (Hans Meyer)
Mehr demnächst.....