TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!
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Samstag, 25. Juni 2011

Willkommener Redner - Teil VII

Ende September 2011 wird der Kondomifex Maximus für ein paar Tage in Deutschland weilen.
Das gefällt nicht jedem und ich gehöre zu den Gegnern einer Papstrede vorm Bundestag.
In loser Folge möchte ich bis September, neben den schon Genannten, weitere Argumente folgen lassen.

Bestimmt kennen die meisten schon das Bündnis „Der Papst kommt!“ aus Dutzenden verschiedenen Organisationen, welches sich aufgrund Ratzis menschenfeindlicher Positionen gegen eine Bundestags-Rede des Holocaustleugner-tolerierenden und Pädophilie-vertuschenden Pontifex wendet.

Sie haben sich auf eine gemeinsame (eher lasche) Resolution geeinigt, die kurz zusammengefasst ausdrücken soll, worum es (unter anderem) geht.

Besuch von Papst Benedikt XVI.
in Deutschland Breites Bündnis protestiert gegen die menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik des Papstes.
Im September 2011 besucht Papst Benedikt XVI. Deutschland. Dabei spricht er auch vor dem Deutschen Bundestag in Berlin. Dagegen protestieren wir. Der Papst steht für eine menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik. Sie grenzt Menschen aus und diskriminiert. Wir wenden uns gegen den Papst als einen der Hauptverantwortlichen für die Unterdrückung von Lesben, Schwulen und Transgender auf der Welt. Auf internationaler Ebene kämpft der Vatikanstaat Seite an Seite selbst mit brutalen Diktaturen gegen die Menschenrechte von Lesben, Schwulen und Transgender. Die Entscheidungen demokratisch gewählter Parlamente zur rechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare schmäht Joseph Ratzinger als „Legalisierung des Bösen” und ruft Katholiken zum Widerstand auf.
Wir kritisieren die Missachtung der Rechte von Frauen, die der Vatikan in seinem Kampf gegen Gleichberechtigung und Selbstbestimmung an den Tag legt. Gerade die sexuellen und reproduktiven Rechte von Frauen werden, z.B. durch das Verbot von Schwangerschaftsverhütung und -abbruch, deutlich negiert.
Wir verurteilen die Sexual- und Kondom-Politik des Papstes. Sie behindert in vielen Ländern massiv wirksame HIV-Prävention, stürzt Menschen in schwere Gewissenskonflikte, verdammt sie zu Krankheit und nimmt ihren Tod damit billigend in Kauf.
Wir protestieren gegen die demokratiefeindliche Politik von Papst Benedikt XVI., der die freiheitliche Gesellschaft eine „Diktatur des Relativismus” nennt. So hat er z.B. die Pius-Brüder wieder in die Kirche aufgenommen, obwohl sich in deren Reihen Holocaust-Leugner finden, sie die freiheitliche Demokratie ablehnen und die Strafbarkeit gleichgeschlechtlicher Beziehungen fordern.
Diese Kritik wird von vielen gläubigen Katholikinnen und Katholiken geteilt, die wir einladen, unseren Protest zu unterstützen. Den Bestrebungen des Papstes, die eigenen Dogmen zur staatlichen Norm anderer Länder zu erheben, setzen wir unseren Widerstand entgegen. Die menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik von Papst Benedikt XVI. darf nicht unwidersprochen bleiben.
Wir rufen alle Menschen zum friedlichen Protest in Berlin auf.

Resolution unterschreiben hier

Es ist immer noch schwer zu verstehen, daß eine Figur, die an der Spitze der weltumspannenden kriminellen Vereinigung RKK steht und zentrale Bestandteile der Menschenrechte und der Deutschen Verfassung ablehnt, von so gut wie allen Parlamentariern geehrt werden soll.

Jede sogenannte „religiöse Vereinigung“, die in der Vergangenheit zu derartig vielen Kriegen und Genoziden aufgerufen hätte und kontinuierlich durch sexuellen Kindesmissbrauch (begangen von ihren Priestern) auffiele, wäre inzwischen verboten.
Ihr Chef säße vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag.

Weil der Vatikan aber der Vatikan ist und über 1,2 Milliarden Mitglieder gebietet, kuschen alle Staatschefs und Richter vor ihm.
Ungeniert fordern die antidemokratischen Kirchenfürsten schon mal Respekt für Ratzinger ein.

DBK-Chef Robert Zollitsch warnte jedenfalls schon mal in guter kirchlicher Manier die Parlamentarier davor, bei Ratzingers Rede im Bundestag aus Protest oder Desinteresse nicht anwesend zu sein. In jedem Fall gelang es der Kirche im Vorfeld des Besuchs in Deutschland, die regelmäßigen Entgleisungen in Ratzingers Reden zu reduzieren – denn als das katholische Kirchenoberhaupt im September letzten Jahres in Großbritannien eintraf, verwendete Ratzinger für die übliche Angstmache vor der Säkularisierung einen der beliebten Verweise auf die Nazi-Zeit. In der Botschaft zum Weltjugendtag 2011 in Madrid erklärte er den Tausenden Gläubigen, nichtreligiöse Gesellschaften würden in eine Welt aus Egoismus und Hass münden. In Großbritannien jedenfalls, wo die Gläubigen ganz mehrheitlich der anglikanischen Kirche – aus den absurdesten Gründen übrigens ähnlich zerstritten wie die EKD – angehören und der Katholizismus nur ein Randphänomen ist, fand Richard Dawkins die Gelegenheit zu offeneren Stellungnahmen und fasste im zweiten Teil seiner Rede auch solche Kritik am Kirchenführer zusammen, die nicht auf Fragen des Umgangs mit sexuellen Identitäten beschränkt ist.
(Jana Trommler, hpd.de 17 Jun 2011)



Es erstaunte mich geradezu heute von den Absichten einiger Abgeordneter meiner Partei zu lesen.

Existiert doch noch Vernunft?

Und das auch noch in der SPD?

Rolf Schwanitz, der Sprecher der „Laizisten in der SPD“ hat ein bisher nicht veröffentlichtes Papier an alle 146 Bundestagsabgeordneten verfasst, in welchem er um einen Boykott der Ratzinger-Rede vor dem Hohen Hause bittet.

„Wir lehnen die dem Papst eröffnete Möglichkeit einer Rede vor dem Bundestag ab und werden uns an diesem Ereignis nicht beteiligen“, heißt es darin. Die Rede sei mit dem „Grundsatz der religiösen Neutralität des Staates unvereinbar“. Der Bundestag werde als „schmückendes Beiwerk missbraucht“, das Parlament sei aber kein Ort der „religiösen Missionierung“. Mit dem Papst trete zum ersten Mal ein Gast an das Rednerpult, der die „Mehrheit der Deutschen für verdammungswürdig hält“, schreibt Schwanitz, der auch Sprecher der Arbeitsgruppe „Laizisten in der SPD“ ist. [Eine AG ist das aber eben NICHT. Das haben die Hardcore-Katholiklen Nahles, Thierse und Co in der SPD verboten! - Tammox] Mehr als zwei Drittel der Deutschen, die sich gegen den katholischen Glauben entschieden hätten, würden „stigmatisiert“. Der Papst sei der „letzte absolute Monarch“ in Europa und trage mit seinen Auffassungen, etwa zu Frauenrechten und Empfängnisverhütung, die Mitschuld „an der bisher global nicht gestoppten Aids-Epidemie sowie an der Unterdrückung, Ausbeutung und Stigmatisierung von Millionen Menschen“.
(rp-online.de, 25.06.2011)

Wie es bei den anderen Parlamentariern ankommt, wenn man sich nicht vor einem absolutistischen Monarchen, der gegen die Menschenrechte kämpft beugen will, schob die „Rheinische Post“ gleich noch hinterher.

CDU-Abgeordnete zeigten sich empört über den Vorstoß. „Ich bin schockiert über so viel Ignoranz und Verblendung“, sagte Hermann Kues, CDU-Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des Kardinal-Höffner-Kreises, eines Zusammenschlusses christlicher Politiker. „Unser Staat ist ohne Christentum gar nicht vorstellbar.“ Das Gemeinwesen basiere auf der christlichen Kultur, so Kues. Aus FDP, Grüne und Linkspartei sind bisher ebenfalls keine Boykottpläne für die Rede des Papstes bekannt.
(rp-online.de, 25.06.2011)

Ich kann nur hoffen, daß sich möglichst viele SPD-Abgeordnete dem bisher kleinen Schwanitz-Grüppchen anschließen.

Das wäre ENBDLICH mal wieder ein Grund stolz auf die Partei zu sein.

Sonntag, 8. März 2009

Amerika ist doch noch anders.

Die Amerikaner lieben jetzt ihren Präsidenten.
Wer wollte ihnen das verdenken, nachdem sie es allzu lange gewohnt waren sich für No 43 zu schämen, möchte man natürlich auch mal positiv denken und so sind Obamas Ratings bei guten zwei Dritteln Zustimmung.

Dabei vergißt man aber leicht das andere Amerika.
Vielen passt es immer noch nicht, daß ein Schwarzer im Oval Office sitzt und viele fürchten um ihre ultrafundamentalen christlichen Überzeugungen.
Solche Amerikaner findet man beispielsweise in Oklahoma. Am 4. November 2008 stimmten sie mit 66% für McCain und Sarah Palin, die weiß, daß die Erde erst 6000 Jahre alt ist und daß Menschen einst zusammen mit Dinosauriern umher latschten.
Evolution ist nämlich Teufelszeug - Gott hat die Erde in sieben Tagen erschaffen - man hat die Bibel wörtlich zu nehmen.
Die sieben Wahlleute Oklahomas stimmten geschlossen für McCain und gegen den jetzigen Präsidenten.
Obama landete abgeschlagen bei lediglich 33% der abgegebenen Stimmen.
Genützt hat es nichts - bekanntlich wurde dieser gottlose Muslim-Atheisten-Kommunist doch 44. Präsident der USA.

Nun droht Oklahoma aber erneut Unheil!
Die Universität von Oklahoma lud RICHARD DAWKINS ein, um auf dem Campus zu sprechen!

Uuuuuaaah - da könnte man ja auch gleich den Teufel persönlich bitten!
Dawkins, geboren in Nairobi, war früher Inhaber des Charles-Simonyi-Lehrstuhls für Allgemeinverständliche Naturwissenschaft an der Oxford University und ist einer der bedeutendsten Evolutionsbiologen der Welt.
Sein Buch „Der Gotteswahn“ ist ein in 31 Sprachen übersetzter Mega-Seller, der allein in Englisch schon über 1,5 Millionen mal verkauft wurde.
Die Creationismus-Fanatiker fürchten nun also um ihre eigene Überzeugungskraft - daß jemand AN DER UNI sprechen soll, der NICHT glaubt, daß Gott in sechs oder sieben Tagen das Universum, die Erde, sowie Adam und Eva erschaffen hat - vor genau 6000 Jahren, nein, das darf nicht sein.
Das McCasland Field House der University of Oklahoma, das am 6. März Veranstaltungsort sein sollte, hatte seine Pforten für einen Gottes-Infragesteller wie Dawkins schließen.

Nun mag man sich fragen, wer denn diese Ewiggestrigen sind, die Dawkins Auftrittsverbot im Staat Oklahoma geben wollen - welche abstruse Splittergruppe mag das wohl sein?

Das läßt sich leicht beantworten.

Es ist das Parlament!

State Representative Thomsen brachte einen entsprechenden Antrag ein, in dem es heißt:

…… WHEREAS, the invitation for Richard Dawkins to speak on the campus of the University of Oklahoma on Friday, March 6, 2009, will only serve to present a biased philosophy on the theory of evolution to the exclusion of all other divergent considerations rather than teaching a scientific concept.

NOW, THEREFORE, BE IT RESOLVED BY THE HOUSE OF REPRESENTATIVES OF THE 1ST SESSION OF THE 52ND OKLAHOMA LEGISLATURE:

THAT the Oklahoma House of Representative strongly opposes the invitation to speak on the campus of the University of Oklahoma to Richard Dawkins of Oxford University, whose published statements on the theory of evolution and opinion about those who do not believe in the theory are contrary and offensive to the views and opinions of most citizens of Oklahoma.


Früher war alles besser - da konnte man solche Leute einfach verbieten - oder besser noch auf den Scheiterhaufen werfen.

In Oklahoma glaubt man noch an die Bibel und möchte nicht mit Fakten verwirrt werden!

Freitag, 19. Dezember 2008

Die armen Katholiken.

Da hat man sich so ein schönes Weltbild des Hasses und der Grausamkeiten gegenüber anderen zurecht gelegt und nun werden die Leute überall aufmüpfig.

Nicht, daß man noch nie mit Aufmüpfigen zu tun gehabt hätte, aber gegen Widerspruch gab es bisher immer eine extrem wirksame Methode:
Kopf ab!
Wobei das im übertragenen Sinne gemeint ist.
Statt Kopf ab, konnten die päpstlichen Abgesandten auf eine Vielzahl von Varianten zurück greifen: Ausweiden, Verbrennen, Ertränken, die eiserne Jungfrau, Streckbank, Vierteilen - wie es den Propagandisten der Nächstenliebe gefiel.
Natürlich immer hübsch geordnet: Papst Paul III. ernannte 1542 mit der Bulle Licet ab initio sechs Kardinäle zu General-Inquisitoren für die ganze Welt.
Die so entstandene Congregatio Romanae et universalis Inquisitionis war die Initialzündung zur Inquisition.
Chef dieser Behörde im göttlichen Auftrag, in der man nach Herzenslust folterte und mordete, war übrigens der letzte Job von Ratzinger, bevor er zum Stellvertreter Gottes befördert wurde.

Über die Jahrhunderte sammelte man im Petersdom den größten Erfahrungsschatz an Folter- und Quäl-Methoden, den man sich denken kann.
Noch Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Vatikan-Experten derart grausam auf dem Balkan tätig, daß mehrmaliges Einschreiten von HITLERS SS dokumentiert ist, die die Bestien aus Rom stoppte, weil es selbst für die Nazi-Schergen zu schlimm wurde.

Tito-Biograph Vladimir Dedijer schrieb 1988 ein Buch über die Auswüchse bei der Ustacha in Kroatien:
"... im katholischen Kroatien, dem 'Reich Gottes', wurden alle, die nicht dem katholischen Glauben angehörten - in der Mehrheit orthodoxe Serben - gezwungen, zum Katholizismus zu konvertieren. Diejenigen, die sich weigerten - wie aber auch zahlreiche bereits Konvertierte - wurden ermordet, meist nach langen Folterungen, wobei das Abschneiden von Nase, Ohr oder anderen Körperteilen bzw. das Ausstechen der Augen an der Tagesordnung war. Man schnitt Kinder aus dem Leib der Schwangeren und köpfte sie anschließend, zerstückelte Menschen vor den Augen naher Angehöriger, ließ diese das dabei verspritzende Blut sogar noch mit einer Schüssel auffangen etc., um nur einige wenige Grausamkeiten als Beispiele aufzuführen. Diese Metzeleien nahmen solche Ausmaße an, daß sogar deutsche Nazis, die diesbezüglich auch nicht gerade zartbesaitet waren, protestierten.
Ist schon diese geschichtliche Tatsache in unseren Breiten wenig bekannt, so entzieht sich ein anderer Fakt völlig der Kenntnis: die maßgebliche Beteiligung des Vatikans an diesen Massakern."

"Um dem Vatikan das Eingeständnis zu erleichtern und die fehlenden Eintragungen in die Geschichtsbücher nachzuholen, hat der Ahriman-Verlag jetzt diese Dokumentensammlung über den Serben-Holocaust vorgelegt, die den Schuldanteil des katholischen Klerus und der vatikanischen Hierarchie bis hinauf zu Pius belegt."
Die Zeit

Nach 1945 war im Vatikan allerdings so sehr damit beschäftigt die Nazi-Schergen vor der internationalen Justiz in Sicherheit zu bringen, daß man offenbar die richtigen Techniken des Mundtotmachens verlernte.
Ratzingers Mannen in den bunten Kleidchen sind nun zum Maulheldentum verdammt.
Den Nazifreund und Folterbefürworter Pius XII möchte man zwar jetzt zu gerne selig sprechen, aber außer allgemeinem Kopfschütteln, lockt das niemanden mehr hinterm Ofen vor - die übliche vatikanische Bigotterie mit einer ordentlichen Schippe Antisemitismus.

So wird kaum jemand zum Schweigen gebracht.
Stattdessen mucken immer mehr Leute auf und schreiben gegen biblisch dokumentierte Wahrheiten an:
Auf einmal soll Maria nach der Geburt eines Sohnes keine Jungfrau mehr gewesen sein?
Auf einmal soll Sklaverei keine tolle gottgewollte Sache mehr sein?
Auf einmal sollen Schwule nicht mehr in der Hölle schmoren, sondern in der Öffentlichkeit Ämter bekleiden?
Auf einmal regieren Frauen LÄNDER, statt wie es sich gehört in der Öffentlichkeit zu schweigen?
Auf einmal soll die Erde schon älter als 6000 Jahre sein, wo doch ganz klar ist, daß Gott Mann, Maus und Dinosaurier in 7 Tagen des Jahres 40XY vor Chr. geschaffen hat?
Auf einmal wird man von Masturbation nicht mehr blind und bekommt Rückenmarkschwund?

Und neulich (= vor 400 Jahren in Vatikan-Zeit ausgedrückt) hat auch noch jemand behauptet, daß die Sonne nicht um die Erde kreist! Fehlt noch, daß jemand erklärt, die Erde wäre keine Scheibe.
Aber ohne Folter sind diese heidnischen Atheisten einfach nicht davon abzubringen immer wieder diese Absurditäten zu wiederholen.

Die (lahmen) Mittel der Wahl des Vatikan heißen heute:

1.) Index Librorum Prohibitorum. 6000 Bücher, die der Vatikan verbietet. Wer es wagt sie dennoch zu lesen, muß exkommuniziert werden. So wurde es jedenfalls bis 1966 offiziell gehandhabt - vermutlich hat sich irgendeiner von den Unfehlbaren da aber auch wieder geirrt.

2.) Index librorum purgandorum, ein Verzeichnis von Büchern, die nicht ganz und gar bähbäh sind, sondern die lediglich einige böse böse antikirchliche Kapitel beinhalten, von denen sie erst befreit werden müssen.

Schon solche Listen führen zu müssen, ist natürlich demütigend.
Jahrhunderte lang hat der Vatikan nicht genehme Schriften einfach selbst verbrennen lassen. Der Biblioklasmus war DIE kirchliche Spezialität - alles ab ins Feuer was den eigenen Ansichten widerspricht.
GEWALT hat noch immer geholfen, wenn einem die Argumente ausgegangen sind!
Aber dann gab es da noch so einen katholischen Typ in Deutschland, der 1933 auch anfing Bücher zu verbrennen.
Das war wieder dieser Doofmann, mit dem man wegen Pius XII eh schon so einen Ärger hat und seit dem sind Vatikanische Bibliotheklasmen irgendwie aus der Mode geraten.

Einige wackere Christen versuchen sich immer wieder an dieser einst so erfolgreichen Methode, aber irgendwie bringt das nichts mehr.
Im März 2001 veranstaltete Pastor George Bender mit Mitglieder der amerikanischen christlichen „Harvest Assembly of God“-Kirche in Pittsburgh ein herzallerliebstes „book burning“ beim Gottesdienst.
„Dran glauben“ mußten J. K. Rowlings „Harry Potter“-Bücher.
Klar! Das ist ja auch eine ganz ganz fürchterliche Häresie: Hexen, Zauberer und manch bähbäh mehr.
Pastor Bender war nur ein bißchen überfordert - 325 Millionen verkaufte Exemplare von Rowlings Schriften - da hat er nicht alles zu fassen bekommen.
Dieser Scheiß-Buchdruck aber auch - hatte der Vatikan ja gleich geahnt, daß dieser Gutenberg nur Unheil anrichtet.
Es wird eben selbst der Kirche alles zu viel - den Index Librorum Prohibitorum immer auf dem aktuellen Stand zu halten, haben die Römischen Schnarchnasen irgendwann nicht mehr hinbekommen.
Nur noch einzelne ganz ganz ganz ganz ganz ganz ganz böse Bücher werden vom Vatikan öffentlich als Frevel benannt:
Zum Beispiel „Unfehlbar?“ von Hans Küng. SCHOCKING! Ist ja wohl auch der Gipfel dahinter ein Fragezeichen zu setzen!

Verboten von Ratzis Behörden waren bekannte Schmutzfinken wie Jean-Paul Sartre, Voltaire, vier Werke von Heinrich Heine, Pierre-Jean de Béranger, Die Kritik der reinen Vernunft von Immanuel Kant, Alexandre Dumas, René Descartes, Denis Diderot, etc.

Lauter Schund eben, den man gar nicht lesen darf, ohne daß einem sofort die Augen ausgestochen gehören.

Ob Benedikt die Liste mal irgendwann aufhebt?
Als Chef der Inquisitionsbehörde wollte er das ja offensichtlich nicht. Und nun als Papst?
Wird wohl nicht recht gehen, da man zuletzt ja noch Küngs Zweifel an der Unfehlbarkeit auf den Index setzte.

Roma locuta, Causa finita.

Montag, 26. November 2007

Pionier

Richard Dawkins’ Welt-Superseller, „The God Delusion“ (zu deutsch „Der Gotteswahn“) liegt hier vor mir.
Auf dem Titel lässt der Ullstein-Verlag eins der griffigen Dawkins-Zitate prangen:
„Ich bin gegen die Religion. Sie lehrt uns,
damit zufrieden zu sein,

daß wir die Welt nicht verstehen“.
Es ist ein 575-Seiten-Werk, das ich hier eigentlich noch gebührend würdigen wollte, aber ich belasse es bei dem Satz, der im Klappentext steht und aus dem Guardian stammt:

„Wenn wir die Kritik an den Religionen zum Tabu erklären, laufen wir Gefahr, von Fundamentalisten jedweder Couleur dominiert zu werden. Der Glaube an ein göttliches Wesen ist vielfach die Ursache von Terror und Zerstörung, wie die Weltgeschichte von der Inquisition bis zu den
Anschlägen auf die Twin Towers zeigt.

Dawkins Kollege Hitchens; dessen furioses Werk ebenfalls dieses Jahr in deutsch erschien
(„Der Herr ist kein Hirte: Wie Religion die Welt vergiftet“ / Christopher Hitchens /Blessing Verlag München)
benötigt ebenfalls keine Extra-Werbung. Schon allein durch seine Unterstützung des Irakkriegs und seine Freunde in den neokonservativsten Kreisen ist er berühmt genug, Laut Wikipedia zählen zu Hitchens persönlichen Freunden und Weggefährten unter anderem der Neokonservative Paul Wolfowitz und der irakische Politiker Ahmad Tschalabi.

Auf die segensreiche Rolle des
und des
habe ich ebenfalls schon hingewiesen und wünsche mir, daß möglichst viele diesen beiden Organisationen beitreten.

Jürgen Leske dagegen kam offenbar ein bisschen früh.
Sein Buch „Schmeißt die Kirche aus dem Staat – sieben Lanzen gegen die Kirche“ ist schon 12 Jahre alt und erschien bei Bettendorf.
Traurigerweise sind Leskes Argumente jedoch kein bisschen veraltet; sein eindringlicher Appell den STAAT Bundesrepublik Deutschland endlich vom kirchlichen Kuratel zu befreien ist hochaktuell.
Immer noch fungieren die Steuerbehörden als kostenloses Inkassounternehmen, um für die Kirche die Mitgliedsbeiträge einzutreiben.
Immer noch haben die rund 800.000 kirchlichen Angestellten wesentliche Rechte nicht, da die soutanierten Bosse zwar gerne und klaglos die Hand aufhalten, wenn ihnen die Gehälter aus der allgemeinen Staatskasse bezahlt werden, aber für ihre Untergebenen auf einem Sonderarbeitsrecht und tariflichen Schutz beharren.
Sie nehmen also gerne ihren weltlichen Lohn (rund 10.000 Euro pro Bischof monatlich) von all den Juden, Atheisten, Schwulen, Geschiedenen und Abtreiberinnen, die sie sonst leidenschaftlich bekämpfen.
Nach wie vor genügt eine Scheidung als Grund, um eine Kindergärtnerin aus dem Dienst zu entfernen – zum Dank muß sie dann in einem neuen Job mit ihren Steuern ihren Ex-Arbeitgeber bezahlen.
Leske, der in München ansässige Anwalt und Wirtschaftsjournalist, teilt die sieben Kapitel rational auf, indem er die rechtliche tatsächliche penibel und dennoch unterhaltsam auflistet.
Man lernt, wieso die Kirche exterritorial ist, sie gegen die Verfassung verstößt, das Arbeitsrecht beugt, sich der Kontrolle entzieht und vor allem erklärt er genau, wie man aus dem Laden austritt.

Bitte kaufen!