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Montag, 11. April 2011
Glaubensfreiheit.
Die Menschen sind frei alles zu glauben, was sie wollen.
Glauben ist das Gegenteil von Wissen; daher ist es prinzipiell zum Scheitern verurteilt Glaubensinhalte mit Plausibilität zu korrelieren.
In der Wissenschaft gilt entsprechend das gegenteilige Prinzip. Theorien werden ständig überprüft und sofort verworfen, wenn es eine exaktere Theorie gibt, die die Natur besser beschreibt.
Glaube hingegen ist der Ratio entkoppelt. Daher sind Gläubige und Naturwissenschaftler wie von anderen Planeten. Diese Venusianer und Marsianer können nicht miteinander kommunizieren, weil sie beide nicht abstrahieren.
Beispiel Creationismus:
Der Venus-Mensch glaubt die Erde sei 6000 Jahre alt und zu Zeiten des Pharao Ramses des Großen hätten Menschen und Dinosaurier friedlich zusammen gelebt.
Der Mars-Mensch sieht diese Theorie durch eine Fülle von Fakten widerlegt und erwartet daher der Venusianer müsse sich nun automatisch von dem Modell verabschieden. Er nimmt damit aber an, der Venusianer dächte wie ein Marsianer.
Ein Irrtum!
Der Venusianer unterliegt aber einem analogen Irrtum, indem er die präsentierten Widerlegungsfakten als „Glaube“ interpretiert.
Du glaubst das, ich glaube dies.
Ein Glaube widerlegt aber eben keinen anderen (entgegengesetzten) Glauben, sondern stärkt ihn sogar.
Erstaunlicherweise können Menschen zugleich Venusianer und Marsianer sein.
Die menschliche Psyche macht es möglich sich mit dieser Schizophrenie zu arrangieren.
Ein atheistischer Mathematiker kann beispielsweise voller Hoffnung Globuli essen, obwohl er weiß, daß von den homöopathischen Inhaltsstoffen
(Bspw. Acidum formicium - natürliche Ameisensäure, Ambra - Ausscheidungsprodukt des Pottwals, Aranea diadema - Tinktur der ganzen Kreuzspinne, Carbo animalis - Tierkohle, Kohle von Rindskernleder, Coccus cacti - Cochenille-Laus, Formica rufa - Rote Waldameise, Latrodectus mactans - Schwarze Witwe, Mephitis putorius - Stinktier. Sekret aus den Afterdrüsen, Spongia - Badeschwamm, Tarantula - Tarantel, Thyreoidinum - Schilddrüse von Kälbern und Schafen, Vipera berus - Kreuzotter, Eierstockextrakt von Kühen, Hornissen, Kakerlaken, Kellerasseln, Krötengift, Quecksilber, Speichel tollwütiger Hunde, Coca-Cola, faules Rindfleisch, Hundekot, Kondomgummi, menschlicher Hodenextrakt und Pferdehaar)
kein einziges Molekül in dem Mittelchen enthalten ist, das er schluckt.*
Obwohl nicht einen einzige Studie irgendeinen Nutzen der Homöopathie zeigen konnte.
Menschen glauben daran, daß eine schwarze Katze Unglück bringt, sie klopfen dreimal auf Holz, um Pech abzuwenden, sie schleppen Glücksbringer mit sich herum, sie kaufen versifftes Badewannenwasser, in dem eine offensichtlich durchgeknallte Uriella mit einem Kochlöffel herum rührte, sie sind überzeugt, eine vor 2000 in einem Betlehemer Stall kreißende Handwerksfrau sei noch nach der Geburt ihres Sohnes Jungfrau gewesen, wobei ihr Baby bizarrerweise eigentlich in Nazareth zur Welt kam.
Einigen Menschen glauben fest daran von Außerirdischen in Ufos entführt worden zu sein, andere meinen auf einer Wolke mit 72 Jungfrauen kopulieren zu können, wenn sie sich vorher in die Luft sprengen und wieder andere meinen zu wissen, daß der Mossad das Word Trade Center sprengte.
Es ist sinnlos aus wissenschaftlicher Sicht Wahrscheinlichkeiten für den Wahrheitsgehalt solcher Glaubensinhalte zu berechnen, da Ratio auf einer ganz anderen Ebene funktioniert.
Das ist als wolle man einen Waldbrand mit Lärm löschen. Als ob man mit Origami gegen Flatulenz kämpft.
Ja, für einen nicht religiösen Menschen erscheint es absurd unwahrscheinlich, daß wir alle Teil eines göttlichen Plans sind.
Realistischerweise sollten wir davon ausgehen, dass sich hinter dem Auf und Ab der Evolution kein göttlicher Heilsplan verbirgt, sondern nur das blinde Walten von Zufall und Notwendigkeit. Wenn der Mensch tatsächlich von Anfang an von Gott als “Krone der Schöpfung” geplant gewesen wäre, wie der Papst meint, so müsste man sich doch fragen, warum “Gott” zum Erreichen dieses Ziels einen so verrückten Weg eingeschlagen hat: Warum, bitteschön, erschuf er zunächst a.) eine unglaubliche Vielfalt an Dinosauriern, die über Jahrmillionen die Erde beherrschten, dann b.) einen Riesen-Asteroiden, den er vor 65 Millionen Jahren auf der Erde einschlagen ließ, damit c.) die Dinosaurier wieder aussterben, um so d.) einigen rattengroßen Säugetieren Platz zu machen, aus denen sich e.) einige Millionen Jahre später die aufrecht gehende Affenart Homo sapiens entwickeln konnte? Ein Gott, der sich so seltsam verhalten würde, würde eher einem intergalaktischen Mister Bean gleichen als einem allmächtigen, allwissenden, allgütigen Wesen. Kein Unternehmen dieser Welt würde einen Designer mit einer solch verheerenden Kosten-Nutzen-Bilanz einstellen.
(Schmidt-Salomon)
Andererseits würde ich mich dafür einsetzen, daß jeder seinem Glauben nachgehen darf so viel er will.
Wenn ein rechtlich gesehen mündiger Mensch eine Blinddarmentzündung hat und statt einer OP lieber aus Hundescheiße fabrizierte Globuli essen möchte, soll er das tun dürfen.
Es richtet keinerlei Schaden an ZU GLAUBEN die Erde sei eine Scheibe, Joseph Smith wäre vor 190 Jahren der Erzengel Moroni erschienen und habe ihm befohlen Anti-Masturbationsunterwäsche zu schneidern.
Es ist absolut demokratieverträglich, wenn im Bible-belt Gottesdienste inmitten hochtoxischer Vipern abgehalten werden, um die Heilkraft des Glaubens „zu beweisen.“
Ein ganz dickes Problem tritt allerdings auf, wenn Glaubende ihre imaginäre Welt verlassen und sich anmaßen auch für Nicht-Glaubende Regeln aufzustellen.
Niemals darf man es zulassen, daß beispielsweise Christliche Kirchen auf die Gesetzgebung Einfluß nehmen und somit durch ihre eigene Religiotie Unschuldige gefährden.
Das ist in den letzten 2000 Jahren leider überall auf der Welt geschehen.
Religioten urteilten über geistig normal entwickelte Menschen, die zufällig den Heliozentrismus entdeckten, der homosexuellen Liebe frönten oder für Menschenrechte kämpften.
Als Atheist bekämpfe ich nicht den Glauben und nicht die Kirchen.
Ich bekämpfe aber umso stärker den Einfluß der Religiotie auf das Leben der nicht an jener Form der geistigen Behinderung Leidenden, die durch intensive Glaubensindoktrination vornehmlich im Kindesalter ausgelöst wird und zu deutlich unterdurchschnittlichen kognitiven Leistungen sowie zu unangemessenen emotionalen Reaktionen führt.
Ein Kardinal Marx kann den ganzen Tag in seiner Kirche den größten Unsinn über Jesu‘ tiefere Absichten der klerikalen Kinderfickereien erzählen und es dürfen gerne alle Menschen zu ihm gehen und ihm jedes Wort glauben.
Ein Kardinal Marx soll aber gefälligst nicht in einer Merkel‘schen Ethikkommission hocken und politische Dinge beeinflussen.
Des Kardinals „Glaube an einen Gott mit multipler Persönlichkeitsstörung (Dreifaltigkeit), dessen erster Teil (Gottvater) sich mit seinen Geschöpfen verkrachte, worauf er den zweiten Teil seiner selbst (Heiliger Geist) aussandte, um eine Jungfrau auf nichtsexuelle Weise zu schwängern, wodurch der dritte Teil seiner selbst (Jesus Christus) als aufrechtgehender Trockennasenaffe geboren wurde, um von einer historischen Besatzungsmacht hingerichtet zu werden und – ätsch – am dritten Tag wieder von den Toten aufzuerstehen“ (MSS) ist sein gutes Recht.
Aber er soll diejenigen in Ruhe lassen, die diese geistigen Verrenkungen ihren Hirnen nicht zumuten wollen.
*Glaubt man einer Allensbach-Umfrage haben 57 Prozent der Bevölkerung schon mal homöopathische Mittel geschluckt. 25 Prozent gelten sogar als "überzeugte Verwender".
[…] Wie wenig Wirkstoff in einem homöopathischen Mittel nach der Verdünnung am Ende tatsächlich noch enthalten ist, kann man sich kaum vorstellen. So kommt bereits bei D9 etwa ein Tropfen Wirkstoff auf den Inhalt eines Tanklasters. D23 entspricht bereits einem Tropfen Wirkstoff im gesamten Mittelmeer. Und D78 bedeutet, dass wenige Wirkstoffmoleküle auf alle Moleküle des Universums kommen. Daneben stellt die DHU auch Potenzen wie D200 und sogar D1000 her. "Daran sieht man, wie viel Handarbeit in der Herstellung von homöopathischen Mitteln steckt", sagt Geschäftsführer Stempfle. Solche hochverdünnten Mittel sind in der Apotheke deshalb auch die teuersten. Eine Packung Tabletten von DHU kann bis zu 120 Euro kosten. Globuli in niedrigen Potenzen gibt es dagegen schon für 7,40 Euro.
(DER SPIEGEL 28/2010)
Glauben ist das Gegenteil von Wissen; daher ist es prinzipiell zum Scheitern verurteilt Glaubensinhalte mit Plausibilität zu korrelieren.
In der Wissenschaft gilt entsprechend das gegenteilige Prinzip. Theorien werden ständig überprüft und sofort verworfen, wenn es eine exaktere Theorie gibt, die die Natur besser beschreibt.
Glaube hingegen ist der Ratio entkoppelt. Daher sind Gläubige und Naturwissenschaftler wie von anderen Planeten. Diese Venusianer und Marsianer können nicht miteinander kommunizieren, weil sie beide nicht abstrahieren.
Beispiel Creationismus:
Der Venus-Mensch glaubt die Erde sei 6000 Jahre alt und zu Zeiten des Pharao Ramses des Großen hätten Menschen und Dinosaurier friedlich zusammen gelebt.
Der Mars-Mensch sieht diese Theorie durch eine Fülle von Fakten widerlegt und erwartet daher der Venusianer müsse sich nun automatisch von dem Modell verabschieden. Er nimmt damit aber an, der Venusianer dächte wie ein Marsianer.
Ein Irrtum!
Der Venusianer unterliegt aber einem analogen Irrtum, indem er die präsentierten Widerlegungsfakten als „Glaube“ interpretiert.
Du glaubst das, ich glaube dies.
Ein Glaube widerlegt aber eben keinen anderen (entgegengesetzten) Glauben, sondern stärkt ihn sogar.
Erstaunlicherweise können Menschen zugleich Venusianer und Marsianer sein.
Die menschliche Psyche macht es möglich sich mit dieser Schizophrenie zu arrangieren.
Ein atheistischer Mathematiker kann beispielsweise voller Hoffnung Globuli essen, obwohl er weiß, daß von den homöopathischen Inhaltsstoffen
(Bspw. Acidum formicium - natürliche Ameisensäure, Ambra - Ausscheidungsprodukt des Pottwals, Aranea diadema - Tinktur der ganzen Kreuzspinne, Carbo animalis - Tierkohle, Kohle von Rindskernleder, Coccus cacti - Cochenille-Laus, Formica rufa - Rote Waldameise, Latrodectus mactans - Schwarze Witwe, Mephitis putorius - Stinktier. Sekret aus den Afterdrüsen, Spongia - Badeschwamm, Tarantula - Tarantel, Thyreoidinum - Schilddrüse von Kälbern und Schafen, Vipera berus - Kreuzotter, Eierstockextrakt von Kühen, Hornissen, Kakerlaken, Kellerasseln, Krötengift, Quecksilber, Speichel tollwütiger Hunde, Coca-Cola, faules Rindfleisch, Hundekot, Kondomgummi, menschlicher Hodenextrakt und Pferdehaar)
kein einziges Molekül in dem Mittelchen enthalten ist, das er schluckt.*
Obwohl nicht einen einzige Studie irgendeinen Nutzen der Homöopathie zeigen konnte.
Menschen glauben daran, daß eine schwarze Katze Unglück bringt, sie klopfen dreimal auf Holz, um Pech abzuwenden, sie schleppen Glücksbringer mit sich herum, sie kaufen versifftes Badewannenwasser, in dem eine offensichtlich durchgeknallte Uriella mit einem Kochlöffel herum rührte, sie sind überzeugt, eine vor 2000 in einem Betlehemer Stall kreißende Handwerksfrau sei noch nach der Geburt ihres Sohnes Jungfrau gewesen, wobei ihr Baby bizarrerweise eigentlich in Nazareth zur Welt kam.
Einigen Menschen glauben fest daran von Außerirdischen in Ufos entführt worden zu sein, andere meinen auf einer Wolke mit 72 Jungfrauen kopulieren zu können, wenn sie sich vorher in die Luft sprengen und wieder andere meinen zu wissen, daß der Mossad das Word Trade Center sprengte.
Es ist sinnlos aus wissenschaftlicher Sicht Wahrscheinlichkeiten für den Wahrheitsgehalt solcher Glaubensinhalte zu berechnen, da Ratio auf einer ganz anderen Ebene funktioniert.
Das ist als wolle man einen Waldbrand mit Lärm löschen. Als ob man mit Origami gegen Flatulenz kämpft.
Ja, für einen nicht religiösen Menschen erscheint es absurd unwahrscheinlich, daß wir alle Teil eines göttlichen Plans sind.
Realistischerweise sollten wir davon ausgehen, dass sich hinter dem Auf und Ab der Evolution kein göttlicher Heilsplan verbirgt, sondern nur das blinde Walten von Zufall und Notwendigkeit. Wenn der Mensch tatsächlich von Anfang an von Gott als “Krone der Schöpfung” geplant gewesen wäre, wie der Papst meint, so müsste man sich doch fragen, warum “Gott” zum Erreichen dieses Ziels einen so verrückten Weg eingeschlagen hat: Warum, bitteschön, erschuf er zunächst a.) eine unglaubliche Vielfalt an Dinosauriern, die über Jahrmillionen die Erde beherrschten, dann b.) einen Riesen-Asteroiden, den er vor 65 Millionen Jahren auf der Erde einschlagen ließ, damit c.) die Dinosaurier wieder aussterben, um so d.) einigen rattengroßen Säugetieren Platz zu machen, aus denen sich e.) einige Millionen Jahre später die aufrecht gehende Affenart Homo sapiens entwickeln konnte? Ein Gott, der sich so seltsam verhalten würde, würde eher einem intergalaktischen Mister Bean gleichen als einem allmächtigen, allwissenden, allgütigen Wesen. Kein Unternehmen dieser Welt würde einen Designer mit einer solch verheerenden Kosten-Nutzen-Bilanz einstellen.
(Schmidt-Salomon)
Andererseits würde ich mich dafür einsetzen, daß jeder seinem Glauben nachgehen darf so viel er will.
Wenn ein rechtlich gesehen mündiger Mensch eine Blinddarmentzündung hat und statt einer OP lieber aus Hundescheiße fabrizierte Globuli essen möchte, soll er das tun dürfen.
Es richtet keinerlei Schaden an ZU GLAUBEN die Erde sei eine Scheibe, Joseph Smith wäre vor 190 Jahren der Erzengel Moroni erschienen und habe ihm befohlen Anti-Masturbationsunterwäsche zu schneidern.
Es ist absolut demokratieverträglich, wenn im Bible-belt Gottesdienste inmitten hochtoxischer Vipern abgehalten werden, um die Heilkraft des Glaubens „zu beweisen.“
Ein ganz dickes Problem tritt allerdings auf, wenn Glaubende ihre imaginäre Welt verlassen und sich anmaßen auch für Nicht-Glaubende Regeln aufzustellen.
Niemals darf man es zulassen, daß beispielsweise Christliche Kirchen auf die Gesetzgebung Einfluß nehmen und somit durch ihre eigene Religiotie Unschuldige gefährden.
Das ist in den letzten 2000 Jahren leider überall auf der Welt geschehen.
Religioten urteilten über geistig normal entwickelte Menschen, die zufällig den Heliozentrismus entdeckten, der homosexuellen Liebe frönten oder für Menschenrechte kämpften.
Als Atheist bekämpfe ich nicht den Glauben und nicht die Kirchen.
Ich bekämpfe aber umso stärker den Einfluß der Religiotie auf das Leben der nicht an jener Form der geistigen Behinderung Leidenden, die durch intensive Glaubensindoktrination vornehmlich im Kindesalter ausgelöst wird und zu deutlich unterdurchschnittlichen kognitiven Leistungen sowie zu unangemessenen emotionalen Reaktionen führt.
Ein Kardinal Marx kann den ganzen Tag in seiner Kirche den größten Unsinn über Jesu‘ tiefere Absichten der klerikalen Kinderfickereien erzählen und es dürfen gerne alle Menschen zu ihm gehen und ihm jedes Wort glauben.
Ein Kardinal Marx soll aber gefälligst nicht in einer Merkel‘schen Ethikkommission hocken und politische Dinge beeinflussen.
Des Kardinals „Glaube an einen Gott mit multipler Persönlichkeitsstörung (Dreifaltigkeit), dessen erster Teil (Gottvater) sich mit seinen Geschöpfen verkrachte, worauf er den zweiten Teil seiner selbst (Heiliger Geist) aussandte, um eine Jungfrau auf nichtsexuelle Weise zu schwängern, wodurch der dritte Teil seiner selbst (Jesus Christus) als aufrechtgehender Trockennasenaffe geboren wurde, um von einer historischen Besatzungsmacht hingerichtet zu werden und – ätsch – am dritten Tag wieder von den Toten aufzuerstehen“ (MSS) ist sein gutes Recht.
Aber er soll diejenigen in Ruhe lassen, die diese geistigen Verrenkungen ihren Hirnen nicht zumuten wollen.
*Glaubt man einer Allensbach-Umfrage haben 57 Prozent der Bevölkerung schon mal homöopathische Mittel geschluckt. 25 Prozent gelten sogar als "überzeugte Verwender".
[…] Wie wenig Wirkstoff in einem homöopathischen Mittel nach der Verdünnung am Ende tatsächlich noch enthalten ist, kann man sich kaum vorstellen. So kommt bereits bei D9 etwa ein Tropfen Wirkstoff auf den Inhalt eines Tanklasters. D23 entspricht bereits einem Tropfen Wirkstoff im gesamten Mittelmeer. Und D78 bedeutet, dass wenige Wirkstoffmoleküle auf alle Moleküle des Universums kommen. Daneben stellt die DHU auch Potenzen wie D200 und sogar D1000 her. "Daran sieht man, wie viel Handarbeit in der Herstellung von homöopathischen Mitteln steckt", sagt Geschäftsführer Stempfle. Solche hochverdünnten Mittel sind in der Apotheke deshalb auch die teuersten. Eine Packung Tabletten von DHU kann bis zu 120 Euro kosten. Globuli in niedrigen Potenzen gibt es dagegen schon für 7,40 Euro.
(DER SPIEGEL 28/2010)
Sonntag, 10. April 2011
Der Christ des Tages - Teil XLII
Heute ist der Tag des alten Huts. Heute kommen zwei Blog-bekannte Personen in diesem Posting vor.
Zum Einen Evelin Finger, die unrühmlich-unkritische Betreuerin der seit einem Jahr bestehenden ZEIT-Rubrik „Glauben & Zweifeln“.
In der Print-Ausgabe vom 31.03.2011 interviewt sie den zweiten Blog-bekannten Menschen, nämlich den designierten Bischof Heinrich Bedford-Strohm.
Kirchenfreundin Finger, 1971 in Halle (DDR) geboren, beweist wieder einmal ihre klare Unterqualifizierung für den Job eines Redakteurs bei der renommierten ZEIT.
Man kennt natürlich ihre einseitig kirchophilen Ansichten und ihre lausigen journalistischen Qualitäten, aber es erstaunt schon, wie sie in einem ganzseitigen Interview, in dem der Interviewte eine Unwahrheit nach der Nächsten raushaut, nicht ein einziges Mal interveniert.
Obwohl die Überschrift den Eindruck erwecken soll, daß hier zwei Gesprächspartner involviert wären, ......
Macht Glauben glücklich? Ein Gespräch mit Heinrich Bedford-Strohm, der jetzt in Bayern für das Amt des evangelischen Landesbischofs kandidiert.
...handelt es sich eben nicht um einen Dialog, sondern einen Bischof, der seine Allgemeinplätzchen und historischen Unwahrheiten von sich gibt, während sich Frau Finger auf die unwürdige Rolle einer devoten Stichwortgeberin zurück zieht.
Und das ist schon die freundliche Interpretation dieses Totalausfalls.
Möglicherweise konnte Finger gar nicht nachfragen und die offensichtlichen Lügen aufzeigen, weil sie es einfach nicht besser weiß.
Weswegen eine so leichtgläubige, unkritische Person von Giovanni die Lorenzo zur Chefin des Ressorts „Glauben & ZWEIFELN“ ernannt wurde, bleibt rätselhaft.
Die Möglichkeit irgendetwas anzuzweifeln, das ihr der Pfaff auftischt, kommt Finger gar nicht in den Sinn.
Zum Christen des Tages - Teil XLII, ernenne ich aber den Pfarrer, Theologen und Bald-Bischof Bedford-Strohm, den ich vor vier Tagen offensichtlich zu freundlich behandelt habe.
Ein paar Beispiele:
Finger: Wann hat Theologie zuletzt eine entscheidende Zukunftsfrage formuliert?
Bedford-Strohm: Als es um unser Verhältnis zur Schöpfung ging. Lange Zeit dachten wir, der Mensch habe das Recht, sich der Natur zu bemächtigen. Theologie hat mithilfe der Ökologiebewegung herausgearbeitet, dass das, was in der Bibel Herrschaft über die Erde heißt, nichts anderes bedeutet als Pflege der Natur. Das Wort Herrscher ist im Alten Testament nie losgelöst von der Aufgabe des Königs, für die Schwachen zu sorgen und sie zu schützen.
Tammox: In der Bibel lesen wir gleich am Anfang etwas sehr eindeutiges über die Natur.
2 Furcht und Schrecken vor euch soll sich auf alle Tiere der Erde legen, auf alle Vögel des Himmels, auf alles, was sich auf der Erde regt, und auf alle Fische des Meeres; euch sind sie übergeben. 3 Alles Lebendige, das sich regt, soll euch zur Nahrung dienen. Alles übergebe ich euch wie die grünen Pflanzen.
(Gen. 9)
Offensichtlich haben Theologen das 2000 Jahre genau so gesehen, wie es da steht.
Natur kann und soll ausgebeutet werden. Als der Umweltschutz in die politische Diskussion eingeführt wurde, haben insbesondere die C-Parteien hart dagegen gekämpft.
MSS: Die Religionen haben ihren Gottes-Konstrukten bestimmte Eigenschaften zugeschrieben, die einfach nicht in Einklang zu bringen sind mit dem, was wir über die Welt wissen. Die christliche Vorstellung eines allgütigen, allmächtigen, allwissenden Gottes passt beispielsweise nicht zu dem, was wir in der Natur sehen. Denken Sie nur an all die Tiere, die im Verlauf der Evolution gefressen wurden, die kläglich verhungerten, verdursteten, erstickten, ertranken, verbrannten, innerlich verfaulten! Das Leid der Lebewesen schreit seit Jahrmillionen zum Himmel, ohne dass wir jemals irgendwelche göttliche Maßnahmen zur Linderung dieses Elends haben feststellen können.
Finger: Haben so destruktive Aspekte des Christentums wie etwa die sprichwörtliche Strafpredigt letztlich auch zur Kirchenkrise geführt?
Bedford-Strohm: Viele Menschen, die sich der Kirche entfremdet haben, kennen sicher die Erfahrung, dass christlicher Glauben ihnen Lebensquellen verschlossen hat. Sie haben Bilder von Kirche im Kopf, die abschreckend sind. Aber viele entdecken die Kirche auch neu. Vergangenes Jahr hat die Zahl der evangelischen Kircheneintritte in Bayern um 57 Prozent zugenommen.
Tammox: WTF??
Während die Debatte um sexuellen Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen die Öffentlichkeit beherrscht, steigt die Zahl der Kirchenaustritte in einigen Regionen Deutschlands offenbar leicht an. Ein eindeutiger Trend lässt sich allerdings anhand der aktuellen Zahlen nicht belegen. Das ergab am Freitag eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) bei Standesämtern und Amtsgerichten in der Bundesrepublik. Während in bayerischen Städten höhere Austrittszahlen registriert wurden, zeichnete sich in anderen Regionen kein nennenswerter Anstieg ab.
(Evangelisch. de 12.03.2010)
Die evangelischen Kirchenaustritte in Bayern:
2006: 13 861
2007: 14 880
2008: 19 846
2009: 17 816
(Bayerisches Landesamt für Statistik)
Während die zwei großen Kirchen in Deutschland in ähnlichem Ausmaß von Austritten betroffen sind, geht der demografische Trend stärker zulasten der evangelischen Kirche. Nach Ansicht von Präses Nikolaus Schneider ist dieser für die Krise der Institution Kirche neben den Austritten größtenteils verantwortlich. „Wir begraben mehr als wir taufen“, erklärte der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Schneider äußerte sich bei einer Vorlesung des ehemaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) in der Bonner Universität.
(Salzburger Nachtrichten 06.04.2011)
Bedford-Strohm: Anders als die Philosophie und die Politik erreicht Kirche nicht nur den Kopf, sondern auch die Seele. Jede kirchliche Rede zielt über die Ratio hinaus auf das Herz.
MSS: Vor allem außerhalb Europas richten die Religionen noch immer ungeheuren Schaden an. Denken Sie etwa an den islamischen Fundamentalismus oder an die Hexenverfolgungen, die in den letzten Jahren in Afrika stattgefunden haben. Angestachelt von evangelikalen christlichen Predigern sind in Nigeria in den letzten Jahren viele Tausend Kinder einem neuen Hexenwahn zum Opfer gefallen. Damit sich derartige Formen des Wahns nicht noch weiter ausbreiten, ist Religionskritik unerlässlich. Fakt ist jedenfalls: Wer Wissenschaft, Kunst und Philosophie besitzt, der braucht keine Religion.
Bedford-Strohm: Leben Sie im Hier und Jetzt! Da denkt man gleich an die Vögel in der Bergpredigt, die weder säen noch ernten, aber ihr himmlischer Vater ernährt sie doch. Wenn also die Botschaft des Evangeliums in einer Form vermittelt wird, die den modernen Menschen berührt, dann wird Kirche zur Orientierung für das persönliche Leben heute.
Tammox: Hier verschlägt es mir fast die Sprache ob der Dummerhaftigkeit des Religions-Professors. Glaubt der zukünftige Herr Bischof, daß nur der Mensch fleißig sät und erntet, während andere Tiere locker schmarotzend faul rumliegen und vom lieben Gott ernährt werden?
Offenbar versteht er nicht die simpelsten Zusammenhänge in der Natur.
Zufällig habe ich einen bewohnten Meisenkasten vorm Wohnzimmerfenster.
Der Herr Bischof sollte sich mal einen Tag lang ansehen, was die beiden Altvögel leisten. Die fliegen minütlich hin und her, rackern sich ohne Pause ab.
Bedford-Strohm: Wir müssen lernen, genügsam zu sein. Es gibt in der Bibel immer wieder Geschichten, die die Verabsolutierung des Menschen als Gestalter kritisieren. Die berühmteste handelt vom Turmbau zu Babel und wie die Menschen sich selber schaden, wenn sie ihre eigenen Grenzen nicht anerkennen.
Tammox:
Genügsamkeit ist aber das Gegenteil von der Hauptlehre aus der Bibel:
7 Seid fruchtbar und vermehrt euch; bevölkert die Erde und vermehrt euch auf ihr!
(Gen. 9)
Bedford-Strohm: Aber wer sonntags in den Gottesdienst geht, dort das Bußgebet spricht und es wirklich in seine Seele aufnimmt, der absolviert eine Schule der Demut. Christentum ist nicht zuletzt deswegen ein Zukunftsmodell, weil dort Demut wachsen kann.
Finger: Wenn Gebet aber aus dem Glauben kommt, müsste man erst einmal glauben lernen. Geht das?
Bedford-Strohm: Der Glaube ist ein Werk des Heiligen Geistes, aber der lässt sich auch gerne helfen.
Tammox: Das Christentum steht zunächst einmal für Größenwahn und hat durch den Irranspruch der allein seligmachenden Lehre mehr Leid als alle anderen Ideologien in der Geschichte der Menschheit verursacht.
Auf kein Konto gehen dermaßen viele Tote, wie auf das des Christentums.
Ursächlich ist dafür die Christliche Großmannssucht, die Anmaßung besser und wichtiger als alles andere zu sein und sich daraus das Recht abzuleiten andere Völker zu missionieren und/oder zu massakrieren und/oder zu versklaven.
Finger: Hat Kirche das Thema Werte eigentlich gepachtet? Und wäre es nicht im Sinne von Christen, dass es im säkularen Staat einen selbstbewussten Wertediskurs jenseits der Religion gibt?
Bedford-Strohm: Die Kirche ist keine Bundesagentur für Werte. Denn das Wesen des Christentums besteht darin, das Bestehende infrage zu stellen, anstatt einen ewig gültigen Wertekanon zu formulieren.
Tammox: Insbesondere die protestantische Kirche verkündet seit 500 Jahren ein extremes Obrigkeitsdenken.
Daher standen die Evangelischen Bischöfe auch besonders fest an der Seite Adolf Hitlers.
Sie interpretierten Jesus als Handlungsmaßstab, denn Gottes Sohn hatte selbst gesagt man müsse den Herrscher akzeptieren und eben nicht kritisieren:
Erstattet dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört."
(Mk 12, 13-17)
Mit dem Auftauchen Jesu und dem Neuen Testament, war die Richtschnur gefunden.
Gott will, daß Sklaven und Diener und Leibeigene und andere Rechtlose willig und ohne aufzumucken ihren Besitzern dienen - und wer sich Gott widersetzt, kommt in die Hölle.
Simple as that.
5 Ihr Sklaven, gehorcht euren irdischen Herren mit Furcht und Zittern und mit aufrichtigem Herzen, als wäre es Christus. 6 Arbeitet nicht nur, um euch bei den Menschen einzuschmeicheln und ihnen zu gefallen, sondern erfüllt als Sklaven Christi von Herzen den Willen Gottes! 7 Dient freudig, als dientet ihr dem Herrn und nicht den Menschen. 8 Denn ihr wisst, dass jeder, der etwas Gutes tut, es vom Herrn zurückerhalten wird, ob er ein Sklave ist oder ein freier Mann. 9 Ihr Herren, handelt in gleicher Weise gegen eure Sklaven! Droht ihnen nicht! Denn ihr wisst, dass ihr im Himmel einen gemeinsamen Herrn habt. Bei ihm gibt es kein Ansehen der Person.
(Brief an die Epheser, Kapitel 6)
Anders als Bedford-Strohm suggerieren will, wird die Erhaltung der Natur nicht mit dem Christentum, sondern nur mit Intelligenz möglich sein:
MSS: Schon lange liegen Konzepte vor, die zeigen, wie wir vernünftiger mit unseren Ressourcen umgehen könnten. Es gibt auch Entwürfe für eine neue Ökonomie, die allen Menschen nützen würde – nicht bloß einigen wenigen Wohlhabenden, die mit ihrem exorbitant gestiegenen Reichtum in der Regel ohnehin nichts mehr anzufangen wissen. Doch werden diese Vorschläge aufgegriffen? Werden sie breit in den Medien und in der Politik diskutiert? Nein, das Gegenteil ist der Fall: Kaum ist eine Krise notdürftig überstanden, machen wir weiter, als sei nichts geschehen. Dass die anwachsenden Müllberge die Umwelt verpesten, dass die Rohstoffe zuneige gehen, dass weltweit Tag für Tag 30.000 Kinder unter fünf Jahren sterben müssen, scheint kaum jemanden zu interessieren. Früher dachte ich, hinter dieser kolossalen menschlichen Verbohrtheit stünden mächtige Interessensgruppen, Lobbyisten, die sich in ominösen Hinterzimmern treffen und für den geheiligten Profit notfalls über Leichen gehen. Doch das ist, wenn überhaupt, nur ein Nebenaspekt eines sehr viel größeren Problems: So anregend und subjektiv entlastend es sein mag, anzunehmen, dass die Geschicke der Menschheit von einem Grüppchen finsterer Verschwörer gelenkt wird, in Wahrheit steckt hinter der ganzen Misere eine einzigartige, gigantische, weltumspannende RIESENBLÖDHEIT!
Tammox: Das Problem des Glaubens ist der Zusammenhang mit dem IQ.
Je dümmer, desto gläubiger lautet der simple Zusammenhang, den unter anderem Professor Richard Lynn belegte.
In der Zeitschrift Intelligence schreibt Lynn, dass es einen starken Zusammenhang zwischen dem IQ und dem Glauben an einen Gott gibt. Man könne sogar vom durchschnittlichen IQ den Anteil der Atheisten in 137 Ländern ablesen.
[…] Während er beispielsweise in anderen Publikationen den Anstieg der Intelligenz wie beim Flynn-Effekt auf eine bessere Ernährung zurückführt, behaupten er und seine Mitautoren nun, dass die in den meisten westlichen Ländern seit Beginn des 20. Jahrhunderts zurückgehende Religiosität mit der steigenden Intelligenz und Ausbildung der Menschen erklärt werden könnte. Ähnlich sei dies in der Entwicklung der Menschen. So würden die meisten Grundschüler noch an Gott glauben, aber mit zunehmenden Alter und wachsender Intelligenz würden viele skeptisch und schließlich atheistisch werden. Nach einer Umfrage der Royal Society würden so nur 3,3 Prozent der britischen Akademiker, aber 68,5 Prozent der Gesamtbevölkerung an Gott glauben. Ein ähnliches Ergebnis habe eine Umfrage in den neunziger Jahren unter Mitgliedern der American National Academy of Sciences bestätigt. Hier waren nur 7 Prozent religiös.
(Florian Rötzer12.06.2008)
Als Akademiker sollte Prof Heinrich Bedford-Strohm also eigentlich nicht religiös sein.
Theologie ist aber gar keine richtige Wissenschaft, wie Skydaddy kürzlich dankenswerterweise in einem besonders empfehlenswerten Posting heraus arbeitete:
Die sogenannte Wissenschaft „Theologie“ verstößt schon per Definition gleich gegen zwei Grundpfeiler wissenschaftlicher Arbeit: nämlich die Überprüfbarkeit und die Ergebnisoffenheit. Stattdessen wird bei der Theologie vorgegeben – je nach Religion bzw. Konfession unterschiedlich, wohlgemerkt – was zu lehren ist und wer es lehren darf. Siehe z.B. den Fall von Prof. Gerd Lüdemann. Die Doktortitel der Theologie von Nikolaus Schneiders Vorgängern als EKD-Ratsvorsitzender, Dr. Margot Käßmann und Dr. Wolfgang Huber, sollten eigentlich nicht weniger unangebracht erscheinen als der des Verteidigungsministers. (Dass Huber, der es immerhin fertigbrachte, als EKD-Ratsvorsitzender in einem Schreiben für „Pro Reli“ in 11 Sätzen 6 mal die Unwahrheit zu sagen, heute als Redner und Berater (Hubers Homepage: „Vordenker“) zum Thema „Ethik“ unterwegs ist und sich „vor allem der Wertevermittlung in Wirtschaft und Gesellschaft“ widmet, erinnert in seiner Dreistigkeit ebenfalls an den Verteidigungsminister.)
(Steinwürfe aus dem Glashaus 25.02.2011)
Zum Einen Evelin Finger, die unrühmlich-unkritische Betreuerin der seit einem Jahr bestehenden ZEIT-Rubrik „Glauben & Zweifeln“.
In der Print-Ausgabe vom 31.03.2011 interviewt sie den zweiten Blog-bekannten Menschen, nämlich den designierten Bischof Heinrich Bedford-Strohm.
Kirchenfreundin Finger, 1971 in Halle (DDR) geboren, beweist wieder einmal ihre klare Unterqualifizierung für den Job eines Redakteurs bei der renommierten ZEIT.
Man kennt natürlich ihre einseitig kirchophilen Ansichten und ihre lausigen journalistischen Qualitäten, aber es erstaunt schon, wie sie in einem ganzseitigen Interview, in dem der Interviewte eine Unwahrheit nach der Nächsten raushaut, nicht ein einziges Mal interveniert.
Obwohl die Überschrift den Eindruck erwecken soll, daß hier zwei Gesprächspartner involviert wären, ......
Macht Glauben glücklich? Ein Gespräch mit Heinrich Bedford-Strohm, der jetzt in Bayern für das Amt des evangelischen Landesbischofs kandidiert.
...handelt es sich eben nicht um einen Dialog, sondern einen Bischof, der seine Allgemeinplätzchen und historischen Unwahrheiten von sich gibt, während sich Frau Finger auf die unwürdige Rolle einer devoten Stichwortgeberin zurück zieht.
Und das ist schon die freundliche Interpretation dieses Totalausfalls.
Möglicherweise konnte Finger gar nicht nachfragen und die offensichtlichen Lügen aufzeigen, weil sie es einfach nicht besser weiß.
Weswegen eine so leichtgläubige, unkritische Person von Giovanni die Lorenzo zur Chefin des Ressorts „Glauben & ZWEIFELN“ ernannt wurde, bleibt rätselhaft.
Die Möglichkeit irgendetwas anzuzweifeln, das ihr der Pfaff auftischt, kommt Finger gar nicht in den Sinn.
Zum Christen des Tages - Teil XLII, ernenne ich aber den Pfarrer, Theologen und Bald-Bischof Bedford-Strohm, den ich vor vier Tagen offensichtlich zu freundlich behandelt habe.
Ein paar Beispiele:
Finger: Wann hat Theologie zuletzt eine entscheidende Zukunftsfrage formuliert?
Bedford-Strohm: Als es um unser Verhältnis zur Schöpfung ging. Lange Zeit dachten wir, der Mensch habe das Recht, sich der Natur zu bemächtigen. Theologie hat mithilfe der Ökologiebewegung herausgearbeitet, dass das, was in der Bibel Herrschaft über die Erde heißt, nichts anderes bedeutet als Pflege der Natur. Das Wort Herrscher ist im Alten Testament nie losgelöst von der Aufgabe des Königs, für die Schwachen zu sorgen und sie zu schützen.
Tammox: In der Bibel lesen wir gleich am Anfang etwas sehr eindeutiges über die Natur.
2 Furcht und Schrecken vor euch soll sich auf alle Tiere der Erde legen, auf alle Vögel des Himmels, auf alles, was sich auf der Erde regt, und auf alle Fische des Meeres; euch sind sie übergeben. 3 Alles Lebendige, das sich regt, soll euch zur Nahrung dienen. Alles übergebe ich euch wie die grünen Pflanzen.
(Gen. 9)
Offensichtlich haben Theologen das 2000 Jahre genau so gesehen, wie es da steht.
Natur kann und soll ausgebeutet werden. Als der Umweltschutz in die politische Diskussion eingeführt wurde, haben insbesondere die C-Parteien hart dagegen gekämpft.
MSS: Die Religionen haben ihren Gottes-Konstrukten bestimmte Eigenschaften zugeschrieben, die einfach nicht in Einklang zu bringen sind mit dem, was wir über die Welt wissen. Die christliche Vorstellung eines allgütigen, allmächtigen, allwissenden Gottes passt beispielsweise nicht zu dem, was wir in der Natur sehen. Denken Sie nur an all die Tiere, die im Verlauf der Evolution gefressen wurden, die kläglich verhungerten, verdursteten, erstickten, ertranken, verbrannten, innerlich verfaulten! Das Leid der Lebewesen schreit seit Jahrmillionen zum Himmel, ohne dass wir jemals irgendwelche göttliche Maßnahmen zur Linderung dieses Elends haben feststellen können.
Finger: Haben so destruktive Aspekte des Christentums wie etwa die sprichwörtliche Strafpredigt letztlich auch zur Kirchenkrise geführt?
Bedford-Strohm: Viele Menschen, die sich der Kirche entfremdet haben, kennen sicher die Erfahrung, dass christlicher Glauben ihnen Lebensquellen verschlossen hat. Sie haben Bilder von Kirche im Kopf, die abschreckend sind. Aber viele entdecken die Kirche auch neu. Vergangenes Jahr hat die Zahl der evangelischen Kircheneintritte in Bayern um 57 Prozent zugenommen.
Tammox: WTF??
Während die Debatte um sexuellen Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen die Öffentlichkeit beherrscht, steigt die Zahl der Kirchenaustritte in einigen Regionen Deutschlands offenbar leicht an. Ein eindeutiger Trend lässt sich allerdings anhand der aktuellen Zahlen nicht belegen. Das ergab am Freitag eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) bei Standesämtern und Amtsgerichten in der Bundesrepublik. Während in bayerischen Städten höhere Austrittszahlen registriert wurden, zeichnete sich in anderen Regionen kein nennenswerter Anstieg ab.
(Evangelisch. de 12.03.2010)
Die evangelischen Kirchenaustritte in Bayern:
2006: 13 861
2007: 14 880
2008: 19 846
2009: 17 816
(Bayerisches Landesamt für Statistik)
Während die zwei großen Kirchen in Deutschland in ähnlichem Ausmaß von Austritten betroffen sind, geht der demografische Trend stärker zulasten der evangelischen Kirche. Nach Ansicht von Präses Nikolaus Schneider ist dieser für die Krise der Institution Kirche neben den Austritten größtenteils verantwortlich. „Wir begraben mehr als wir taufen“, erklärte der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Schneider äußerte sich bei einer Vorlesung des ehemaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) in der Bonner Universität.
(Salzburger Nachtrichten 06.04.2011)
Bedford-Strohm: Anders als die Philosophie und die Politik erreicht Kirche nicht nur den Kopf, sondern auch die Seele. Jede kirchliche Rede zielt über die Ratio hinaus auf das Herz.
MSS: Vor allem außerhalb Europas richten die Religionen noch immer ungeheuren Schaden an. Denken Sie etwa an den islamischen Fundamentalismus oder an die Hexenverfolgungen, die in den letzten Jahren in Afrika stattgefunden haben. Angestachelt von evangelikalen christlichen Predigern sind in Nigeria in den letzten Jahren viele Tausend Kinder einem neuen Hexenwahn zum Opfer gefallen. Damit sich derartige Formen des Wahns nicht noch weiter ausbreiten, ist Religionskritik unerlässlich. Fakt ist jedenfalls: Wer Wissenschaft, Kunst und Philosophie besitzt, der braucht keine Religion.
Bedford-Strohm: Leben Sie im Hier und Jetzt! Da denkt man gleich an die Vögel in der Bergpredigt, die weder säen noch ernten, aber ihr himmlischer Vater ernährt sie doch. Wenn also die Botschaft des Evangeliums in einer Form vermittelt wird, die den modernen Menschen berührt, dann wird Kirche zur Orientierung für das persönliche Leben heute.
Tammox: Hier verschlägt es mir fast die Sprache ob der Dummerhaftigkeit des Religions-Professors. Glaubt der zukünftige Herr Bischof, daß nur der Mensch fleißig sät und erntet, während andere Tiere locker schmarotzend faul rumliegen und vom lieben Gott ernährt werden?
Offenbar versteht er nicht die simpelsten Zusammenhänge in der Natur.
Zufällig habe ich einen bewohnten Meisenkasten vorm Wohnzimmerfenster.
Der Herr Bischof sollte sich mal einen Tag lang ansehen, was die beiden Altvögel leisten. Die fliegen minütlich hin und her, rackern sich ohne Pause ab.
Bedford-Strohm: Wir müssen lernen, genügsam zu sein. Es gibt in der Bibel immer wieder Geschichten, die die Verabsolutierung des Menschen als Gestalter kritisieren. Die berühmteste handelt vom Turmbau zu Babel und wie die Menschen sich selber schaden, wenn sie ihre eigenen Grenzen nicht anerkennen.
Tammox:
Genügsamkeit ist aber das Gegenteil von der Hauptlehre aus der Bibel:
7 Seid fruchtbar und vermehrt euch; bevölkert die Erde und vermehrt euch auf ihr!
(Gen. 9)
Bedford-Strohm: Aber wer sonntags in den Gottesdienst geht, dort das Bußgebet spricht und es wirklich in seine Seele aufnimmt, der absolviert eine Schule der Demut. Christentum ist nicht zuletzt deswegen ein Zukunftsmodell, weil dort Demut wachsen kann.
Finger: Wenn Gebet aber aus dem Glauben kommt, müsste man erst einmal glauben lernen. Geht das?
Bedford-Strohm: Der Glaube ist ein Werk des Heiligen Geistes, aber der lässt sich auch gerne helfen.
Tammox: Das Christentum steht zunächst einmal für Größenwahn und hat durch den Irranspruch der allein seligmachenden Lehre mehr Leid als alle anderen Ideologien in der Geschichte der Menschheit verursacht.
Auf kein Konto gehen dermaßen viele Tote, wie auf das des Christentums.
Ursächlich ist dafür die Christliche Großmannssucht, die Anmaßung besser und wichtiger als alles andere zu sein und sich daraus das Recht abzuleiten andere Völker zu missionieren und/oder zu massakrieren und/oder zu versklaven.
Finger: Hat Kirche das Thema Werte eigentlich gepachtet? Und wäre es nicht im Sinne von Christen, dass es im säkularen Staat einen selbstbewussten Wertediskurs jenseits der Religion gibt?
Bedford-Strohm: Die Kirche ist keine Bundesagentur für Werte. Denn das Wesen des Christentums besteht darin, das Bestehende infrage zu stellen, anstatt einen ewig gültigen Wertekanon zu formulieren.
Tammox: Insbesondere die protestantische Kirche verkündet seit 500 Jahren ein extremes Obrigkeitsdenken.
Daher standen die Evangelischen Bischöfe auch besonders fest an der Seite Adolf Hitlers.
Sie interpretierten Jesus als Handlungsmaßstab, denn Gottes Sohn hatte selbst gesagt man müsse den Herrscher akzeptieren und eben nicht kritisieren:
Erstattet dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört."
(Mk 12, 13-17)
Mit dem Auftauchen Jesu und dem Neuen Testament, war die Richtschnur gefunden.
Gott will, daß Sklaven und Diener und Leibeigene und andere Rechtlose willig und ohne aufzumucken ihren Besitzern dienen - und wer sich Gott widersetzt, kommt in die Hölle.
Simple as that.
5 Ihr Sklaven, gehorcht euren irdischen Herren mit Furcht und Zittern und mit aufrichtigem Herzen, als wäre es Christus. 6 Arbeitet nicht nur, um euch bei den Menschen einzuschmeicheln und ihnen zu gefallen, sondern erfüllt als Sklaven Christi von Herzen den Willen Gottes! 7 Dient freudig, als dientet ihr dem Herrn und nicht den Menschen. 8 Denn ihr wisst, dass jeder, der etwas Gutes tut, es vom Herrn zurückerhalten wird, ob er ein Sklave ist oder ein freier Mann. 9 Ihr Herren, handelt in gleicher Weise gegen eure Sklaven! Droht ihnen nicht! Denn ihr wisst, dass ihr im Himmel einen gemeinsamen Herrn habt. Bei ihm gibt es kein Ansehen der Person.
(Brief an die Epheser, Kapitel 6)
Anders als Bedford-Strohm suggerieren will, wird die Erhaltung der Natur nicht mit dem Christentum, sondern nur mit Intelligenz möglich sein:
MSS: Schon lange liegen Konzepte vor, die zeigen, wie wir vernünftiger mit unseren Ressourcen umgehen könnten. Es gibt auch Entwürfe für eine neue Ökonomie, die allen Menschen nützen würde – nicht bloß einigen wenigen Wohlhabenden, die mit ihrem exorbitant gestiegenen Reichtum in der Regel ohnehin nichts mehr anzufangen wissen. Doch werden diese Vorschläge aufgegriffen? Werden sie breit in den Medien und in der Politik diskutiert? Nein, das Gegenteil ist der Fall: Kaum ist eine Krise notdürftig überstanden, machen wir weiter, als sei nichts geschehen. Dass die anwachsenden Müllberge die Umwelt verpesten, dass die Rohstoffe zuneige gehen, dass weltweit Tag für Tag 30.000 Kinder unter fünf Jahren sterben müssen, scheint kaum jemanden zu interessieren. Früher dachte ich, hinter dieser kolossalen menschlichen Verbohrtheit stünden mächtige Interessensgruppen, Lobbyisten, die sich in ominösen Hinterzimmern treffen und für den geheiligten Profit notfalls über Leichen gehen. Doch das ist, wenn überhaupt, nur ein Nebenaspekt eines sehr viel größeren Problems: So anregend und subjektiv entlastend es sein mag, anzunehmen, dass die Geschicke der Menschheit von einem Grüppchen finsterer Verschwörer gelenkt wird, in Wahrheit steckt hinter der ganzen Misere eine einzigartige, gigantische, weltumspannende RIESENBLÖDHEIT!
Tammox: Das Problem des Glaubens ist der Zusammenhang mit dem IQ.
Je dümmer, desto gläubiger lautet der simple Zusammenhang, den unter anderem Professor Richard Lynn belegte.
In der Zeitschrift Intelligence schreibt Lynn, dass es einen starken Zusammenhang zwischen dem IQ und dem Glauben an einen Gott gibt. Man könne sogar vom durchschnittlichen IQ den Anteil der Atheisten in 137 Ländern ablesen.
[…] Während er beispielsweise in anderen Publikationen den Anstieg der Intelligenz wie beim Flynn-Effekt auf eine bessere Ernährung zurückführt, behaupten er und seine Mitautoren nun, dass die in den meisten westlichen Ländern seit Beginn des 20. Jahrhunderts zurückgehende Religiosität mit der steigenden Intelligenz und Ausbildung der Menschen erklärt werden könnte. Ähnlich sei dies in der Entwicklung der Menschen. So würden die meisten Grundschüler noch an Gott glauben, aber mit zunehmenden Alter und wachsender Intelligenz würden viele skeptisch und schließlich atheistisch werden. Nach einer Umfrage der Royal Society würden so nur 3,3 Prozent der britischen Akademiker, aber 68,5 Prozent der Gesamtbevölkerung an Gott glauben. Ein ähnliches Ergebnis habe eine Umfrage in den neunziger Jahren unter Mitgliedern der American National Academy of Sciences bestätigt. Hier waren nur 7 Prozent religiös.
(Florian Rötzer12.06.2008)
Als Akademiker sollte Prof Heinrich Bedford-Strohm also eigentlich nicht religiös sein.
Theologie ist aber gar keine richtige Wissenschaft, wie Skydaddy kürzlich dankenswerterweise in einem besonders empfehlenswerten Posting heraus arbeitete:
Die sogenannte Wissenschaft „Theologie“ verstößt schon per Definition gleich gegen zwei Grundpfeiler wissenschaftlicher Arbeit: nämlich die Überprüfbarkeit und die Ergebnisoffenheit. Stattdessen wird bei der Theologie vorgegeben – je nach Religion bzw. Konfession unterschiedlich, wohlgemerkt – was zu lehren ist und wer es lehren darf. Siehe z.B. den Fall von Prof. Gerd Lüdemann. Die Doktortitel der Theologie von Nikolaus Schneiders Vorgängern als EKD-Ratsvorsitzender, Dr. Margot Käßmann und Dr. Wolfgang Huber, sollten eigentlich nicht weniger unangebracht erscheinen als der des Verteidigungsministers. (Dass Huber, der es immerhin fertigbrachte, als EKD-Ratsvorsitzender in einem Schreiben für „Pro Reli“ in 11 Sätzen 6 mal die Unwahrheit zu sagen, heute als Redner und Berater (Hubers Homepage: „Vordenker“) zum Thema „Ethik“ unterwegs ist und sich „vor allem der Wertevermittlung in Wirtschaft und Gesellschaft“ widmet, erinnert in seiner Dreistigkeit ebenfalls an den Verteidigungsminister.)
(Steinwürfe aus dem Glashaus 25.02.2011)
Samstag, 19. Februar 2011
Mitglied Nummer 007 - oder: Es herrscht Krieg
Monika Griefahn, 56, SPD, leider seit 2009 nicht mehr Bundestagsabgeordnete war zuletzt eine sehr solide und wie ich finde, sympathische Politikerin, die sich im Kulturausschuss bewährt hatte.
Im Jahr 2011 kann man sich schon fast nicht mehr vorstellen, welch einen Wirbel Frau Griefahn im Jahr 1990 verursachte.
Der neue Ministerpräsident von Hannover; Gerhard Schröder, hatte sie nämlich zur Umweltministerin ernannt.
Für die Mehrheit der Deutschen war das damals ein kleiner Skandal. Durfte „so eine“ ein derart würdiges Amt übernehmen? Bei ihrer Vergangenheit? So eine Wilde, die eigentlich sogar kriminell war? So empfanden es die geschockten CDU-ler des abgewählten Papis von Ursula von der Leyen, MP Albrecht.
Griefahns Vita war damals in der Tat recht ungewöhnlich: Sie hatte ab 1980 das Hamburger Greenpeace-Büro aufgebaut, leitete es ab 1981, rief die Kampagnen gegen die Dünnsäureverklappungen in der Nordsee ins Leben und war ab 1984 Mitglied im internationalen Greenpeace-Vorstand - bis Schröder sie zur Ministerin ernannte.
Nach der extrem Atom-freundlichen Politik Albrechts, wehte in Niedersachsen nun ein ganz anderer Wind. Den Schwarzen graute es vor den beiden Frauen an Schröders Seite.
Gemeint war seine damalige Ehefrau „Hillu“, die bis heute eine engagierte Kämpferin wider die Atomkraft ist und ihr Engagement insbesondere auf „die Kinder von Tschernobyl“ konzentrierte. Die Bilder der verstrahlten und krebskranken Kinder waren keine Freude für die Energiekonzerne.
Die zweite Frau der Antiatom-Front war Schröders Umweltministerin, die alles tat, um den Atomwahnsinn zu stoppen.
Letztendlich scheiterte sie aber immer wieder an der übergeordneten Kompetenz des Bundesumweltministeriums, in dem seit 1994 eine glühende Atomkraftfreundin namens Angela Merkel hockte.
Daß Greenpeacler lange Zeit als Semikriminelle und Spinner galten, ist heute weitgehend vergessen.
Öffentlich trauen sich nicht mal mehr die Atomkraftförderer von CDU und FDP Greenpeace zu kritisieren, auch wenn da gewiss allerlei Fäuste in den Taschen geballt werden angesichts der massiven Proteste, die die Umweltschutzorganisation gegen die Laufzeitverlängerung auf Kosten der Sicherheit durchführte.
Aber Greenpeace ist heute populär.
Die Organisation hat 2,7 Millionen Fördermitglieder (ich bin eins davon) und wird bis weit in bürgerliche Kreise unterstützt.
Weit gekommen im Marsch durch die Institutionen ist die bekannteste Umweltschutzorganisation der Welt in den 40 Jahren ihres Bestehens.
Ich finde das gut und richtig; unterstütze daher Greenpeace auch finanziell.
Und nun kommt das „Aber“:
Möglicherweise ist der friedliche, korrekte und rechtsstaatliche Ansatz der Großorganisation manchmal nicht so effektiv, wie er sein könnte.
Eins der Gründungsmitglieder, Paul Watson, Mitgliedsnummer 007, stieß 1972 zu Greenpeace.
Er war der erste, der selbstlos sein Leben einsetzte, indem er sich in einem Schlauchboot sowjetischen Walschlächtern zwischen Harpune und Pottwal stellte.
Tatsächlich gelang die Rettung der Meeressäuger aber nicht.
Einige Jahre später spaltete sich Watson von Greenpeace ab und gründete seine eigene, radikalere Meeresschutzorganisation „Sea Shepherd Conservation Society“.
Hier geht es bis heute viel härter zur Sache.
Watson sorgt zwar dafür, daß keine Menschenleben gefährdet werden, aber er läßt durchaus auch mal Walfänger rammen, oder macht ihren Fang mit übel stinkender Buttersäure unbrauchbar.
Japanische Walmetzger regten seine Methoden derart auf, daß sie 2008 sogar auf ihn schießen ließen.
Die Walschützer aus den USA sorgen immer wieder mit spektakulären Aktionen für Schlagzeilen. Sie werfen regelmäßig Stinkbomben auf Walfangschiffe, fangen deren Propeller mit Schlingen ein oder fahren mit ihren Booten in die Schusslinie der Harpunen. Weltweit bekannt wurde die von Hollywood-Stars wie Sean Penn und Pierce Brosnan unterstützte Organisation vor einem Jahr nach dem Zusammenstoß ihres Schnellboots "Ady Gil" mit einem Walfänger.
(Stern 18.02.2011)
Die Japaner haben allen Grund sich zu ärgern, denn dieses Jahr gelang es Watson und Co die Japanischen Fabrikschiffe aus der Antarktis zu vertreiben.
Sie setzten ihnen derartig zu, daß sie nach etwa 170 getöteten Minkwalen aufgaben, obwohl eigentlich geplant war 850 Tiere abzuschlachten - natürlich alles nur „zu Forschungszwecken.“
Die Dauerfehde zwischen internationalen Walschützern und japanischen Waljägern im Südpolarmeer ist vorbei - vielleicht für immer. Der japanische Fischereiminister Michihiko Kano erklärte die diesjährige Fangsaison im Südpolarmeer vorzeitig für beendet. Angesichts der ständigen Angriffe durch Tierschützer müsse man die Sicherheit der Besatzungen und Schiffe gewährleisten. Die letzte Harpune wurde schon am 9. Februar abgeschossen, nun hat die Regierung auch offiziell kapituliert.
(Martin Fritz 18.02.2011)
Wer sich ein Bild machen will, findet HIER eine Menge Videos.
Welch eine Blamage für die Japanische Regierung, die zu allem Übel auch noch von davon ausgehen muß, daß die Seashepherd-Aktivisten nun erst recht motiviert sind und auch weitere Walfangschiffe Japans blockieren werden.
Dies stellte Watsons Organisation unmissverständlich klar:
VSO- Day Victory in the Southern Ocean Day für die Wale.
Es ist offiziell – die japanische Walfangflotte hat angekündigt, das Südpolarmeer zu verlassen, zumindest für diese Saison. Und wenn sie in der nächsten Saison wiederkommt, wird die Sea Shepherd Conservation Society bereitstehen, um den illegalen japanischen Walfangbetrieb zu behindern und lahmzulegen. „Die Nisshin Maru hat unmittelbar nachdem die japanische Regierung öffentlich gemacht hatte, dass die Walfangflotte zurückgerufen wurde, einen maßgeblichen Kurswechsel vorgenommen“, sagte Kapitän Alex Cornelissen von der Bob Barker. „Es sieht aus, als würde sie nach Hause fahren!“ Das Sea Shepherd Schiff Bob Barker hatte das japanische Fabrikschiff Nisshin Maru seit dem 9. Februar verfolgt und die Walfänger daran gehindert, ihren illegalen Walfangbetrieb fortzusetzen. „Ich habe eine Crew von 88 sehr glücklichen Leuten aus 23 verschiedenen Nationen, einschließlich Japans, und sie sind total begeistert, dass die Waljäger nach Hause zurückkehren und das Walschutzgebiet Südpolarmeer nun ein echtes Schutzgebiet ist,“ so Kapitän Paul Watson. Die Sea Shepherd–Schiffe Steve Irwin, Bob Barker und Gojira werden im Südpolarmeer bleiben, um die japanischen Schiffe gen Norden zu eskortieren. „Wir werden das Walschutzgebiet nicht verlassen, bevor nicht das letzte Walfangschiff verschwunden ist“, sagte der Kapitän der Gojira, Locky MacLean. „Dies ist ein großartiger Sieg für die Wale“, sagte Kapitän Paul Watson, „aber wir haben das nicht alleine erreicht. Ohne die Unterstützung der Menschen Australiens und Neuseelands wären wir nicht in der Lage gewesen, über sieben Saisons hinweg die Fahrten von australischen und neuseeländischen Häfen aus durchzuführen. Wir danken Senator Bob Brown und der australischen Greens Party. Wir sind Mr. Bob Barker sehr dankbar, dass er uns das Schiff gab, mit dem in unserem Einsatz, die japanische Flotte aus diesen Gewässern zu vertreiben, das Blatt gewendet wurde. Wir danken all unseren Mitarbeitern und Freiwilligen an Land, den Mitgliedern, die uns unterstützt haben und den Schiffscrews. Wir danken der chilenischen Marine und der französischen Regierung für ihre Unterstützung. Es ist ein sehr glücklicher Tag für alle Menschen auf der ganzen Welt, die die Wale und unsere Meere lieben“. Es ist offiziell – die Schlächterei der Wale im Walschutzgebiet Südpolarmeer ist für diese Saison beendet und die Waljäger haben nicht einmal 10% ihrer Fangquote erreicht. Sea Shepherd schätzt, dass in diesem Jahr über 900 Wale gerettet wurden. Möglich gemacht hat den Erfolg letztendlich auch das wachsende Budget der Walschützer.
Seit der Zeit der Schlauchboote haben auch sie erheblich „aufgerüstet“:
Die Walschützer waren so gut ausgerüstet wie noch nie: Zwei jeweils über 50 Meter lange hochseetaugliche Schiffe, ein 35 Meter langer sehr schneller und wendiger Trimaran und ein Hubschrauber ermöglichten die effektive Behinderung der Waljagd. Nach dem Untergang eines Schneellboots im Vorjahr bei einem Zusammenstoß mit einem Walfangschiff hatte die Organisation genug Spenden für diese massive Aufrüstung erhalten.
(Martin Fritz 18.02.2011)
Japans Fangflotte sitzt dagegen auf einem Berg Rechnungen. Außerdem sollen über 4000 Tonnen Walfleisch tiefgefroren unverkäuflich rumliegen, weil sich auch in Japan ein Umweltbewußtsein entwickelt.
Vertrauen kann man aber nicht darauf, da bei der Ausbeutung der Meere massive finanzielle Interessen zur Disposition stehen.
Dagegen helfe nur eine etwas gewalttätigere Strategie, orakelt das „Neue Deutschland“:
Damit macht dieser Sieg zugleich deutlich, wie wenig bislang im Kampf für die Rechte von Tieren auf friedlichem Wege erreicht wurde, durch Demonstrationen und Mahnwachen, durch Unterschriftensammlungen und Appelle an Moral und Vernunft. Die Waljäger in Japan scheren sich ebenso wenig darum wie die Profiteure der Tierfabriken in Deutschland und Europa. Und bei Anzeichen einer Radikalisierung greift der Staat ein, wie zurzeit in Österreich, wo 13 Tierschutzaktivisten mithilfe eines dubiosen Terrorismusparagrafen seit Monaten der Prozess gemacht wird.
Insbesondere im Südpolarmeer gibt es noch viele weitere ökologische Katastrophen.
Inzwischen werden die reichen Krill-Bestände industriell weggefischt - damit wird Walen, der Krabbenfresser-Robbe und Pinguinen natürlich die Lebensgrundlage entzogen.
Extremen Schaden richten zudem die Grund-Schleppnetz-Fischer an, die ihre bis zu zwei Kilometer langen Netze über den Meeresboden schleifen und dabei das gesamte Ökosystem vollständig zerstören.
Bis zu 90% der getöteten Tiere sind „Beifang“ der ohnehin nicht verwertet werden kann und weggeworfen wird.
Obwohl zahlreiche Fischbestände bereits vor dem Zusammenbruch stehen, durchkämmen hochtechnisierte Industriefangflotten weiterhin die Weltmeere. Mit immer effektiveren Fangmethoden werden die letzten Speisefische eingesammelt. Doch die angewandten Techniken fordern einen hohen Tribut: Mehr als 30 Millionen Tonnen unerwünschter Beifang, darunter Jungfische, Vögel, Wale und Haie, sterben jährlich in den Netzen.
[…] Die Netze haben eine tütenähnliche Form und werden am Ende durch eine Tasche, in der sich die Fische sammeln, geschlossen. Sie werden von einem oder mehreren Schiffen geschleppt. Zur Ortung der Fischschwärme wird ein Echolot eingesetzt. Das pelagische Netz ist heute neben dem Grundschleppnetz das wichtigste Fanggerät in der Hochseefischerei. Die Netzöffnung kann mit bis zu 23.000 Quadratmetern so groß sein wie etwa fünf Fußballfelder, so dass bis zu 12 Jumbojets in die Öffnung passen. Eine Netzfüllung kann bis zu 600 Tonnen Fisch umfassen - ebenso wie riesige Mengen an Beifang.
(Greenpeace 2004)
Vor Sylt und Amrum hat Greenpeace im Jahr 2008 hunderte „Hinkelsteine“ versenkt, also Natursteine, auf denen Korallen siedeln können, ins Meer geworfen.
Dies ist eine zwar sehr lokal begrenzte, aber doch effektive Methode Schleppnetzfischerei zu verhindern, da die tonnenschweren Brocken die Netze zerstören würden.
Das Südpolarmeer liegt allerdings ein bißchen weiter weg und ist auch ein bißchen größer.
Zu groß, um es mit Hinkelsteinen zu grundieren.
Eine weitere perverse Gefahr für das Leben im Südpolarmeer ist die Langleinenfischerei, die den sehr wertvollen Seehecht ausrottet.
Neben der Dezimierung dieses „wertvollen“ Speisefisches, killt diese Fangmethode allein im Südpolarmeer rund 300.000 große Seevögel jedes Jahr.
Bei der Langleinenfischerei werden rund 100 km (sic!) lange Leinen alle paar Meter mit einem Köder bestückt und hinter einem Boot durchs Meer gezogen.
Das sind bis zu 30.000 Haken mit Ködern an EINER Leine.
Köder, die nicht nur der „große schwarze Seehecht“, sondern auch Albatrosse, Robben und Pinguine gerne abpflücken wollen.
Dies gelingt bisher aber offensichtlich nur den sehr vorsichtigen Orcas; die Vögel schlucken die Haken und werden ertränkt.
Die Langleine wird waagerecht zwischen Meeresoberfläche und Grund ausgebracht. Sie wird mit Bojen und verschiedenen Gewichten im Wasser ausgespannt. Die Haken an den einzelnen Angelschnüren sind mit Ködern versehen. In der industrielle Fischerei werden Langleinen von über 100 Kilometern Länge und mit bis zu 30.000 Haken ausgebracht. Langleinen-Flotten legen weltweit jährlich etwa 1,4 Milliarden Haken zum Tunfischfang aus – 4 Millionen Haken täglich. So wurden in nur wenigen Jahren viele Bestände von Tunfisch und Schwarzem Seehecht überfischt. Auch Schildkröten, Haie und Seevögel fressen den Köder und fallen so ebenfalls der Langleinen-Fischerei zum Opfer. Häufige Beifangopfer sind Meeresschildkröten: 250.000 Echte Karettschildkröten und 60.000 Lederschildkröten sterben jedes Jahr als Beifang. Die Große Lederschildkröte könnte aufgrund der Langleinen-Fischerei bald vom Aussterben bedroht sein. Sechs der sieben Meeresschildkrötenarten sind vom Aussterben bedroht.
(Greenpeache.at)
Einen guten Eindruck in die Leinenfischerei in der Antarktis, liefert die NDR-Doku von 2006 "Titanen der Tiefsee. Hier Teil 4 & 5:
Titanen der Tiefsee : Killerwale und Riesenkraken … - MyVideo
Titanen der Tiefsee : Killerwale und Riesenkraken … - MyVideo
Ich glaube allerdings nicht mehr an die aufklärerische Wirkung.
Man KANN das alles längst wissen und dennoch kaufen die Leute wie verrückt Hochseefisch.
Hier ist eher eine Paul Watson-Methode gefragt:
Unerschütterliche Aktivisten, die den industriellen Hochseefischern bis zum Südpol hinterher fahren und die verdammte Leinen und Netze abschneiden.
Im Jahr 2011 kann man sich schon fast nicht mehr vorstellen, welch einen Wirbel Frau Griefahn im Jahr 1990 verursachte.
Der neue Ministerpräsident von Hannover; Gerhard Schröder, hatte sie nämlich zur Umweltministerin ernannt.
Für die Mehrheit der Deutschen war das damals ein kleiner Skandal. Durfte „so eine“ ein derart würdiges Amt übernehmen? Bei ihrer Vergangenheit? So eine Wilde, die eigentlich sogar kriminell war? So empfanden es die geschockten CDU-ler des abgewählten Papis von Ursula von der Leyen, MP Albrecht.
Griefahns Vita war damals in der Tat recht ungewöhnlich: Sie hatte ab 1980 das Hamburger Greenpeace-Büro aufgebaut, leitete es ab 1981, rief die Kampagnen gegen die Dünnsäureverklappungen in der Nordsee ins Leben und war ab 1984 Mitglied im internationalen Greenpeace-Vorstand - bis Schröder sie zur Ministerin ernannte.
Nach der extrem Atom-freundlichen Politik Albrechts, wehte in Niedersachsen nun ein ganz anderer Wind. Den Schwarzen graute es vor den beiden Frauen an Schröders Seite.
Gemeint war seine damalige Ehefrau „Hillu“, die bis heute eine engagierte Kämpferin wider die Atomkraft ist und ihr Engagement insbesondere auf „die Kinder von Tschernobyl“ konzentrierte. Die Bilder der verstrahlten und krebskranken Kinder waren keine Freude für die Energiekonzerne.
Die zweite Frau der Antiatom-Front war Schröders Umweltministerin, die alles tat, um den Atomwahnsinn zu stoppen.
Letztendlich scheiterte sie aber immer wieder an der übergeordneten Kompetenz des Bundesumweltministeriums, in dem seit 1994 eine glühende Atomkraftfreundin namens Angela Merkel hockte.
Daß Greenpeacler lange Zeit als Semikriminelle und Spinner galten, ist heute weitgehend vergessen.
Öffentlich trauen sich nicht mal mehr die Atomkraftförderer von CDU und FDP Greenpeace zu kritisieren, auch wenn da gewiss allerlei Fäuste in den Taschen geballt werden angesichts der massiven Proteste, die die Umweltschutzorganisation gegen die Laufzeitverlängerung auf Kosten der Sicherheit durchführte.
Aber Greenpeace ist heute populär.
Die Organisation hat 2,7 Millionen Fördermitglieder (ich bin eins davon) und wird bis weit in bürgerliche Kreise unterstützt.
Weit gekommen im Marsch durch die Institutionen ist die bekannteste Umweltschutzorganisation der Welt in den 40 Jahren ihres Bestehens.
Ich finde das gut und richtig; unterstütze daher Greenpeace auch finanziell.
Und nun kommt das „Aber“:
Möglicherweise ist der friedliche, korrekte und rechtsstaatliche Ansatz der Großorganisation manchmal nicht so effektiv, wie er sein könnte.
Eins der Gründungsmitglieder, Paul Watson, Mitgliedsnummer 007, stieß 1972 zu Greenpeace.
Er war der erste, der selbstlos sein Leben einsetzte, indem er sich in einem Schlauchboot sowjetischen Walschlächtern zwischen Harpune und Pottwal stellte.
Tatsächlich gelang die Rettung der Meeressäuger aber nicht.
Einige Jahre später spaltete sich Watson von Greenpeace ab und gründete seine eigene, radikalere Meeresschutzorganisation „Sea Shepherd Conservation Society“.
Hier geht es bis heute viel härter zur Sache.
Watson sorgt zwar dafür, daß keine Menschenleben gefährdet werden, aber er läßt durchaus auch mal Walfänger rammen, oder macht ihren Fang mit übel stinkender Buttersäure unbrauchbar.
Japanische Walmetzger regten seine Methoden derart auf, daß sie 2008 sogar auf ihn schießen ließen.
Die Walschützer aus den USA sorgen immer wieder mit spektakulären Aktionen für Schlagzeilen. Sie werfen regelmäßig Stinkbomben auf Walfangschiffe, fangen deren Propeller mit Schlingen ein oder fahren mit ihren Booten in die Schusslinie der Harpunen. Weltweit bekannt wurde die von Hollywood-Stars wie Sean Penn und Pierce Brosnan unterstützte Organisation vor einem Jahr nach dem Zusammenstoß ihres Schnellboots "Ady Gil" mit einem Walfänger.
(Stern 18.02.2011)
Die Japaner haben allen Grund sich zu ärgern, denn dieses Jahr gelang es Watson und Co die Japanischen Fabrikschiffe aus der Antarktis zu vertreiben.
Sie setzten ihnen derartig zu, daß sie nach etwa 170 getöteten Minkwalen aufgaben, obwohl eigentlich geplant war 850 Tiere abzuschlachten - natürlich alles nur „zu Forschungszwecken.“
Die Dauerfehde zwischen internationalen Walschützern und japanischen Waljägern im Südpolarmeer ist vorbei - vielleicht für immer. Der japanische Fischereiminister Michihiko Kano erklärte die diesjährige Fangsaison im Südpolarmeer vorzeitig für beendet. Angesichts der ständigen Angriffe durch Tierschützer müsse man die Sicherheit der Besatzungen und Schiffe gewährleisten. Die letzte Harpune wurde schon am 9. Februar abgeschossen, nun hat die Regierung auch offiziell kapituliert.
(Martin Fritz 18.02.2011)
Wer sich ein Bild machen will, findet HIER eine Menge Videos.
Welch eine Blamage für die Japanische Regierung, die zu allem Übel auch noch von davon ausgehen muß, daß die Seashepherd-Aktivisten nun erst recht motiviert sind und auch weitere Walfangschiffe Japans blockieren werden.
Dies stellte Watsons Organisation unmissverständlich klar:
VSO- Day Victory in the Southern Ocean Day für die Wale.
Es ist offiziell – die japanische Walfangflotte hat angekündigt, das Südpolarmeer zu verlassen, zumindest für diese Saison. Und wenn sie in der nächsten Saison wiederkommt, wird die Sea Shepherd Conservation Society bereitstehen, um den illegalen japanischen Walfangbetrieb zu behindern und lahmzulegen. „Die Nisshin Maru hat unmittelbar nachdem die japanische Regierung öffentlich gemacht hatte, dass die Walfangflotte zurückgerufen wurde, einen maßgeblichen Kurswechsel vorgenommen“, sagte Kapitän Alex Cornelissen von der Bob Barker. „Es sieht aus, als würde sie nach Hause fahren!“ Das Sea Shepherd Schiff Bob Barker hatte das japanische Fabrikschiff Nisshin Maru seit dem 9. Februar verfolgt und die Walfänger daran gehindert, ihren illegalen Walfangbetrieb fortzusetzen. „Ich habe eine Crew von 88 sehr glücklichen Leuten aus 23 verschiedenen Nationen, einschließlich Japans, und sie sind total begeistert, dass die Waljäger nach Hause zurückkehren und das Walschutzgebiet Südpolarmeer nun ein echtes Schutzgebiet ist,“ so Kapitän Paul Watson. Die Sea Shepherd–Schiffe Steve Irwin, Bob Barker und Gojira werden im Südpolarmeer bleiben, um die japanischen Schiffe gen Norden zu eskortieren. „Wir werden das Walschutzgebiet nicht verlassen, bevor nicht das letzte Walfangschiff verschwunden ist“, sagte der Kapitän der Gojira, Locky MacLean. „Dies ist ein großartiger Sieg für die Wale“, sagte Kapitän Paul Watson, „aber wir haben das nicht alleine erreicht. Ohne die Unterstützung der Menschen Australiens und Neuseelands wären wir nicht in der Lage gewesen, über sieben Saisons hinweg die Fahrten von australischen und neuseeländischen Häfen aus durchzuführen. Wir danken Senator Bob Brown und der australischen Greens Party. Wir sind Mr. Bob Barker sehr dankbar, dass er uns das Schiff gab, mit dem in unserem Einsatz, die japanische Flotte aus diesen Gewässern zu vertreiben, das Blatt gewendet wurde. Wir danken all unseren Mitarbeitern und Freiwilligen an Land, den Mitgliedern, die uns unterstützt haben und den Schiffscrews. Wir danken der chilenischen Marine und der französischen Regierung für ihre Unterstützung. Es ist ein sehr glücklicher Tag für alle Menschen auf der ganzen Welt, die die Wale und unsere Meere lieben“. Es ist offiziell – die Schlächterei der Wale im Walschutzgebiet Südpolarmeer ist für diese Saison beendet und die Waljäger haben nicht einmal 10% ihrer Fangquote erreicht. Sea Shepherd schätzt, dass in diesem Jahr über 900 Wale gerettet wurden. Möglich gemacht hat den Erfolg letztendlich auch das wachsende Budget der Walschützer.
Seit der Zeit der Schlauchboote haben auch sie erheblich „aufgerüstet“:
Die Walschützer waren so gut ausgerüstet wie noch nie: Zwei jeweils über 50 Meter lange hochseetaugliche Schiffe, ein 35 Meter langer sehr schneller und wendiger Trimaran und ein Hubschrauber ermöglichten die effektive Behinderung der Waljagd. Nach dem Untergang eines Schneellboots im Vorjahr bei einem Zusammenstoß mit einem Walfangschiff hatte die Organisation genug Spenden für diese massive Aufrüstung erhalten.
(Martin Fritz 18.02.2011)
Japans Fangflotte sitzt dagegen auf einem Berg Rechnungen. Außerdem sollen über 4000 Tonnen Walfleisch tiefgefroren unverkäuflich rumliegen, weil sich auch in Japan ein Umweltbewußtsein entwickelt.
Vertrauen kann man aber nicht darauf, da bei der Ausbeutung der Meere massive finanzielle Interessen zur Disposition stehen.
Dagegen helfe nur eine etwas gewalttätigere Strategie, orakelt das „Neue Deutschland“:
Damit macht dieser Sieg zugleich deutlich, wie wenig bislang im Kampf für die Rechte von Tieren auf friedlichem Wege erreicht wurde, durch Demonstrationen und Mahnwachen, durch Unterschriftensammlungen und Appelle an Moral und Vernunft. Die Waljäger in Japan scheren sich ebenso wenig darum wie die Profiteure der Tierfabriken in Deutschland und Europa. Und bei Anzeichen einer Radikalisierung greift der Staat ein, wie zurzeit in Österreich, wo 13 Tierschutzaktivisten mithilfe eines dubiosen Terrorismusparagrafen seit Monaten der Prozess gemacht wird.
Insbesondere im Südpolarmeer gibt es noch viele weitere ökologische Katastrophen.
Inzwischen werden die reichen Krill-Bestände industriell weggefischt - damit wird Walen, der Krabbenfresser-Robbe und Pinguinen natürlich die Lebensgrundlage entzogen.
Extremen Schaden richten zudem die Grund-Schleppnetz-Fischer an, die ihre bis zu zwei Kilometer langen Netze über den Meeresboden schleifen und dabei das gesamte Ökosystem vollständig zerstören.
Bis zu 90% der getöteten Tiere sind „Beifang“ der ohnehin nicht verwertet werden kann und weggeworfen wird.
Obwohl zahlreiche Fischbestände bereits vor dem Zusammenbruch stehen, durchkämmen hochtechnisierte Industriefangflotten weiterhin die Weltmeere. Mit immer effektiveren Fangmethoden werden die letzten Speisefische eingesammelt. Doch die angewandten Techniken fordern einen hohen Tribut: Mehr als 30 Millionen Tonnen unerwünschter Beifang, darunter Jungfische, Vögel, Wale und Haie, sterben jährlich in den Netzen.
[…] Die Netze haben eine tütenähnliche Form und werden am Ende durch eine Tasche, in der sich die Fische sammeln, geschlossen. Sie werden von einem oder mehreren Schiffen geschleppt. Zur Ortung der Fischschwärme wird ein Echolot eingesetzt. Das pelagische Netz ist heute neben dem Grundschleppnetz das wichtigste Fanggerät in der Hochseefischerei. Die Netzöffnung kann mit bis zu 23.000 Quadratmetern so groß sein wie etwa fünf Fußballfelder, so dass bis zu 12 Jumbojets in die Öffnung passen. Eine Netzfüllung kann bis zu 600 Tonnen Fisch umfassen - ebenso wie riesige Mengen an Beifang.
(Greenpeace 2004)
Vor Sylt und Amrum hat Greenpeace im Jahr 2008 hunderte „Hinkelsteine“ versenkt, also Natursteine, auf denen Korallen siedeln können, ins Meer geworfen.
Dies ist eine zwar sehr lokal begrenzte, aber doch effektive Methode Schleppnetzfischerei zu verhindern, da die tonnenschweren Brocken die Netze zerstören würden.
Das Südpolarmeer liegt allerdings ein bißchen weiter weg und ist auch ein bißchen größer.
Zu groß, um es mit Hinkelsteinen zu grundieren.
Eine weitere perverse Gefahr für das Leben im Südpolarmeer ist die Langleinenfischerei, die den sehr wertvollen Seehecht ausrottet.
Neben der Dezimierung dieses „wertvollen“ Speisefisches, killt diese Fangmethode allein im Südpolarmeer rund 300.000 große Seevögel jedes Jahr.
Bei der Langleinenfischerei werden rund 100 km (sic!) lange Leinen alle paar Meter mit einem Köder bestückt und hinter einem Boot durchs Meer gezogen.
Das sind bis zu 30.000 Haken mit Ködern an EINER Leine.
Köder, die nicht nur der „große schwarze Seehecht“, sondern auch Albatrosse, Robben und Pinguine gerne abpflücken wollen.
Dies gelingt bisher aber offensichtlich nur den sehr vorsichtigen Orcas; die Vögel schlucken die Haken und werden ertränkt.
Die Langleine wird waagerecht zwischen Meeresoberfläche und Grund ausgebracht. Sie wird mit Bojen und verschiedenen Gewichten im Wasser ausgespannt. Die Haken an den einzelnen Angelschnüren sind mit Ködern versehen. In der industrielle Fischerei werden Langleinen von über 100 Kilometern Länge und mit bis zu 30.000 Haken ausgebracht. Langleinen-Flotten legen weltweit jährlich etwa 1,4 Milliarden Haken zum Tunfischfang aus – 4 Millionen Haken täglich. So wurden in nur wenigen Jahren viele Bestände von Tunfisch und Schwarzem Seehecht überfischt. Auch Schildkröten, Haie und Seevögel fressen den Köder und fallen so ebenfalls der Langleinen-Fischerei zum Opfer. Häufige Beifangopfer sind Meeresschildkröten: 250.000 Echte Karettschildkröten und 60.000 Lederschildkröten sterben jedes Jahr als Beifang. Die Große Lederschildkröte könnte aufgrund der Langleinen-Fischerei bald vom Aussterben bedroht sein. Sechs der sieben Meeresschildkrötenarten sind vom Aussterben bedroht.
(Greenpeache.at)
Einen guten Eindruck in die Leinenfischerei in der Antarktis, liefert die NDR-Doku von 2006 "Titanen der Tiefsee. Hier Teil 4 & 5:
Titanen der Tiefsee : Killerwale und Riesenkraken … - MyVideo
Titanen der Tiefsee : Killerwale und Riesenkraken … - MyVideo
Ich glaube allerdings nicht mehr an die aufklärerische Wirkung.
Man KANN das alles längst wissen und dennoch kaufen die Leute wie verrückt Hochseefisch.
Hier ist eher eine Paul Watson-Methode gefragt:
Unerschütterliche Aktivisten, die den industriellen Hochseefischern bis zum Südpol hinterher fahren und die verdammte Leinen und Netze abschneiden.
Sonntag, 6. Februar 2011
Der Sonntagssympath - Teil II
Nachdem ich den beliebtesten und am besten aussehenden Anwalt Hamburgs, Walter Tausendsassa Scheuerl, schon einmal im August 2010 als Sonntagssympathen geehrt hatte, muß ich den inzwischen zur Geheimwaffen der CDU aufgestiegenen Advokaten heute ein zweites Mal mit diesem Titel küren.
Exakt 14 Tage vor der Bürgerschaftswahl, bei der er allein der dilettierenden CDU fünf bis zehn Prozentpunkte einbringen soll und daher auf einen Top-Listenplatz hochgemauschelt wurde, macht Scheuerl mal wieder Schlagzeilen.
Die CDU sollte froh sein, denn wie eine Mopo-Straßenumfrage von heute zeigt, können sich die rund 45 700 Hamburger Erstwähler sehr schwer entscheiden, da sie den Bürgermeister nicht kennen.
Fragt man 19- oder 20-Jährige wer in Hamburg Bürgermeister ist, beginnt offenbar das große Stirnrunzel und Rätseln.
Getreu des Mottos „Es gibt keine schlechte Publicity“ legt sich die CDU-Wahlkampflokomotive nun mit Tierschützern an.
Inzwischen hat „Peta“ gegen Scheuerl Klage eingereicht.
Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen „Schulrebell“ Walter Scheuerl: Der Rechtsanwalt, der für die CDU in die Bürgerschaft einziehen will, soll versucht haben, die renommierte Tierschutzorganisation Peta mit einer abenteuerlich überhöhten Kostenrechnung abzuzocken. Im Juristendeutsch heißt das „Gebührenüberhebung“.
(Stephanie Lamprecht 05.02.2011)
Scheuerl, der bekanntermaßen ein Herz für besonders unangenehme Mandanten hat - berühmt ist sein rabiates Engagement für den kik-Konzern, der mit Hilfe Scheuerls vertuschen wollte, unter welch kläglichen Bedingungen kik-Näherinnen in Bangla-Desch dahin vegetieren, ist auch „als Anwalt der Massentierhaltungsindustrie und Pelztierproduktion bekannt.“
Im aktuellen Fall vertrat er den „Circus Krone“ gegen „Peta“.
Den Streitwert setzte er bei seiner Abrechnung „aus Versehen“ von 775,64 Euro auf 10.000 Euro hoch, so daß seine Rechnung an die Tierschützer fast siebenmal so hoch wie erlaubt ausfallen konnte.
Peta-Vorstand Haferbeck: „Herr Scheuerl hat versucht, einen gemeinnützigen Verein mit einer 667 Prozent überhöhten Rechnung zu schädigen.“
(Stephanie Lamprecht 05.02.2011)
Mit dem hanseatischen Anwalt der Herzen ist offenbar nicht gut Kirschenessen.
So ist er inzwischen auch mit seinen früheren Mitstreitern des Gucci-Protests heillos zerstritten.
Im Kampf um den Einzug ins Hamburger Rathaus zerlegt sich derzeit die ehemalige Volksinitiative "Wir wollen lernen" (WWL). Im Kampf um das parlamentarische Erbe der erfolgreichen Initiative ist diese in zwei Lager zerfallen, die sich bis aufs Messer bekämpfen.
Hintergrund ist der Alleingang des ehemaligen Medienstars der Initiative Walter Scheuerl. Der liebäugelte lange Zeit damit, eine eigene Partei zu gründen, warf sich dann aber überraschend der CDU an den Hals, die ihm einen sicheren Platz auf ihrer Bürgerschaftsliste zusicherte.
[…] Ärger bekommt die ohnehin fast chancenlose Wählervereinigung nun ausgerechnet von Scheuerl, der ihr notfalls gerichtlich verbieten will, mit einem Logo in den Wahlkampf zu ziehen, das dem von WWL verblüffend ähnlich sieht.
In einem Brief an die Bürgerliche Mitte betonen Scheuerl und zwei Mitstreiter: "Wir müssen auf eine Änderung des Layouts bestehen", denn die Verwechslungsgefahr mit WWL sei zu groß. Sie sei zudem "befremdlich und irreführend", heißt es in dem Schreiben weiter, da es innerhalb des Vereins keine Mehrheit für die Gründung einer Partei gebe. Unterzeichnet haben die drei Verfasser des Briefes "im Namen von WWL". Als dessen legitime Vertretung fühlen sich aber auch die Gründer der Bürgerlichen Mitte, die schließlich "direkt aus der WWL hervorgegangen" sei. Doch auf der WWL-Homepage wird derzeit allein zur Wahl Scheuerls aufgefordert, während die Bürgerliche Mitte mit keinem Wort erwähnt wird. Die Spaltung ist perfekt.
(taz 12.02.2011)
Aber auch Scheuerls neue Freunde von der CDU-Senatsmannschaft haben bereits gemerkt wie sich die Zusammenarbeit mit ihrem neuen Zugpferd gestaltet.
Während die CDU stolz ihre Schulpolitik plakatiert, legt sich Scheuerl mit dem Chef der Schulbehörde, nämlich CDU-Senator Dieter Wersich an:
Wersichs Haus habe einen Plan vorgelegt, der den Hamburger Schülern den "Zugang zu Kunst und Ästhetik nachhaltig erschwere". Hintergrund war ein Entwurf für neue Stundentafeln. Das Papier erweckte den Eindruck, als solle der Kunstunterricht in den ersten vier Jahrgängen zugunsten des Musikunterrichtes massiv eingeschränkt werden. Auch die Hochschule für bildende Künste (HfbK) protestierte vehement. Rund zwei Stunden nachdem Scheuerl seine Vorwürfe per E-Mail publiziert hatte, legte Wersich seinerseits nach: "Anstatt sich zu informieren, haben viele kluge Leute ihre Energie darin investiert, alle möglichen Mutmaßungen zu Papier zu bringen."
[…] Auch aus der CDU-Bürgerschaftsfraktion fehlte es nicht an Kritik. Deren schulpolitischer Sprecher Marino Freistedt stellte klar, er halte "Diskussionsprozesse" über die neuen Stundentafeln für wichtig: "Die Diskussionen sollten jedoch sachlich geführt werden. Polemisch vorgetragene Behauptungen dienen in Wahlkampfzeiten offenbar der Verunsicherung und bringen uns nicht weiter."
(Olaf Dittmann, 28.01.2011)
Die Hamburger CDU kann von Glück reden, daß sie die Hamburger Bürgerschaftswahl in zwei Wochen krachend verlieren wird - die Alternative mit Scheuerl weiter zu regieren, wäre weit schlimmer für Angies Recken von der Elbe!
Exakt 14 Tage vor der Bürgerschaftswahl, bei der er allein der dilettierenden CDU fünf bis zehn Prozentpunkte einbringen soll und daher auf einen Top-Listenplatz hochgemauschelt wurde, macht Scheuerl mal wieder Schlagzeilen.
Die CDU sollte froh sein, denn wie eine Mopo-Straßenumfrage von heute zeigt, können sich die rund 45 700 Hamburger Erstwähler sehr schwer entscheiden, da sie den Bürgermeister nicht kennen.
Fragt man 19- oder 20-Jährige wer in Hamburg Bürgermeister ist, beginnt offenbar das große Stirnrunzel und Rätseln.
Getreu des Mottos „Es gibt keine schlechte Publicity“ legt sich die CDU-Wahlkampflokomotive nun mit Tierschützern an.
Inzwischen hat „Peta“ gegen Scheuerl Klage eingereicht.
Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen „Schulrebell“ Walter Scheuerl: Der Rechtsanwalt, der für die CDU in die Bürgerschaft einziehen will, soll versucht haben, die renommierte Tierschutzorganisation Peta mit einer abenteuerlich überhöhten Kostenrechnung abzuzocken. Im Juristendeutsch heißt das „Gebührenüberhebung“.
(Stephanie Lamprecht 05.02.2011)
Scheuerl, der bekanntermaßen ein Herz für besonders unangenehme Mandanten hat - berühmt ist sein rabiates Engagement für den kik-Konzern, der mit Hilfe Scheuerls vertuschen wollte, unter welch kläglichen Bedingungen kik-Näherinnen in Bangla-Desch dahin vegetieren, ist auch „als Anwalt der Massentierhaltungsindustrie und Pelztierproduktion bekannt.“
Im aktuellen Fall vertrat er den „Circus Krone“ gegen „Peta“.
Den Streitwert setzte er bei seiner Abrechnung „aus Versehen“ von 775,64 Euro auf 10.000 Euro hoch, so daß seine Rechnung an die Tierschützer fast siebenmal so hoch wie erlaubt ausfallen konnte.
Peta-Vorstand Haferbeck: „Herr Scheuerl hat versucht, einen gemeinnützigen Verein mit einer 667 Prozent überhöhten Rechnung zu schädigen.“
(Stephanie Lamprecht 05.02.2011)
Mit dem hanseatischen Anwalt der Herzen ist offenbar nicht gut Kirschenessen.
So ist er inzwischen auch mit seinen früheren Mitstreitern des Gucci-Protests heillos zerstritten.
Im Kampf um den Einzug ins Hamburger Rathaus zerlegt sich derzeit die ehemalige Volksinitiative "Wir wollen lernen" (WWL). Im Kampf um das parlamentarische Erbe der erfolgreichen Initiative ist diese in zwei Lager zerfallen, die sich bis aufs Messer bekämpfen.
Hintergrund ist der Alleingang des ehemaligen Medienstars der Initiative Walter Scheuerl. Der liebäugelte lange Zeit damit, eine eigene Partei zu gründen, warf sich dann aber überraschend der CDU an den Hals, die ihm einen sicheren Platz auf ihrer Bürgerschaftsliste zusicherte.
[…] Ärger bekommt die ohnehin fast chancenlose Wählervereinigung nun ausgerechnet von Scheuerl, der ihr notfalls gerichtlich verbieten will, mit einem Logo in den Wahlkampf zu ziehen, das dem von WWL verblüffend ähnlich sieht.
In einem Brief an die Bürgerliche Mitte betonen Scheuerl und zwei Mitstreiter: "Wir müssen auf eine Änderung des Layouts bestehen", denn die Verwechslungsgefahr mit WWL sei zu groß. Sie sei zudem "befremdlich und irreführend", heißt es in dem Schreiben weiter, da es innerhalb des Vereins keine Mehrheit für die Gründung einer Partei gebe. Unterzeichnet haben die drei Verfasser des Briefes "im Namen von WWL". Als dessen legitime Vertretung fühlen sich aber auch die Gründer der Bürgerlichen Mitte, die schließlich "direkt aus der WWL hervorgegangen" sei. Doch auf der WWL-Homepage wird derzeit allein zur Wahl Scheuerls aufgefordert, während die Bürgerliche Mitte mit keinem Wort erwähnt wird. Die Spaltung ist perfekt.
(taz 12.02.2011)
Aber auch Scheuerls neue Freunde von der CDU-Senatsmannschaft haben bereits gemerkt wie sich die Zusammenarbeit mit ihrem neuen Zugpferd gestaltet.
Während die CDU stolz ihre Schulpolitik plakatiert, legt sich Scheuerl mit dem Chef der Schulbehörde, nämlich CDU-Senator Dieter Wersich an:
Wersichs Haus habe einen Plan vorgelegt, der den Hamburger Schülern den "Zugang zu Kunst und Ästhetik nachhaltig erschwere". Hintergrund war ein Entwurf für neue Stundentafeln. Das Papier erweckte den Eindruck, als solle der Kunstunterricht in den ersten vier Jahrgängen zugunsten des Musikunterrichtes massiv eingeschränkt werden. Auch die Hochschule für bildende Künste (HfbK) protestierte vehement. Rund zwei Stunden nachdem Scheuerl seine Vorwürfe per E-Mail publiziert hatte, legte Wersich seinerseits nach: "Anstatt sich zu informieren, haben viele kluge Leute ihre Energie darin investiert, alle möglichen Mutmaßungen zu Papier zu bringen."
[…] Auch aus der CDU-Bürgerschaftsfraktion fehlte es nicht an Kritik. Deren schulpolitischer Sprecher Marino Freistedt stellte klar, er halte "Diskussionsprozesse" über die neuen Stundentafeln für wichtig: "Die Diskussionen sollten jedoch sachlich geführt werden. Polemisch vorgetragene Behauptungen dienen in Wahlkampfzeiten offenbar der Verunsicherung und bringen uns nicht weiter."
(Olaf Dittmann, 28.01.2011)
Die Hamburger CDU kann von Glück reden, daß sie die Hamburger Bürgerschaftswahl in zwei Wochen krachend verlieren wird - die Alternative mit Scheuerl weiter zu regieren, wäre weit schlimmer für Angies Recken von der Elbe!
Freitag, 17. Dezember 2010
Ora Et Labora
Wenn man sich die Riege der „bürgerlichen“ Minister, Ministerpräsidenten und Senatoren ansieht, fällt es schwer denjenigen auszugucken, den man am dringendsten loswerden möchte.
Weil sich da einfach zu viele dreiste Lügner drängeln.
Objektive Rücktrittsgründe gibt es ohnehin nicht - alles hängt von Stimmungen ab.
Stimmungen sind ungerecht und subjektiv. Für Guido Westerwelle herrscht beispielsweise schlechte Stimmung - selbst ein wohlgesonnener Westerwelle-Fan muß zugeben, daß dem Außenminister derzeit nichts gelingen kann, weil in allen Redaktionsstuben die Daumen bereits gesenkt sind.
Man stelle sich nur mal vor Guido W. täte dasselbe, das sein Kollege Guttenberg gerade aufgeführt hat: Guido und Michael Mronz würden mit privatem Fernseh-Team in einer Bundeswehr-Transall nach Afghanistan fliegen, dort ein bißchen ihre neueste Kaschmir-Modekollektion vorführen und dann in einer eigens zusammengestellten Kulisse aus Luftwaffen-Hardware seichte Yellowpressfragen à la „Lieber Herr Minister, wie geht es Ihnen?“ beantworten.
Statt der 78% Zustimmung, welche die Guttis für ihren PR-Coup erhielten, würde der Außenminister endgültig von der Presse und den Demoskopen zerrissen werden.
Guttenberg aber darf sich sehr viel mehr rausnehmen, ohne daß Rücktrittsforderungen kommen.
Er hat die "Original-Roland-Koch’s Unverwundbarkeitspille“ geschluckt.
Reichlich etwas auf dem Kerbholz hat auch die Niedersächsische Ministerin Astrid Grotelüschen, die von schweren Lügen über bestialische Tierquälerei bis hin zu Amtsmissbrauch alles abgedeckt hat.
Heute war allerdings dann doch Finito.
Nicht weil sie ihr Amt benutzte, um den familieneigenen Betrieben zu helfen und schon gar nicht weil in ihren Putenmastbetrieben grausame Tierquälerei (sie ist zuständige Ministerin für Tierschutz!) an der Tagesordnung ist; nein, das Arbeitsrecht hat ihr das Genick gebrochen.
Nicht nur die Puten, sondern auch die Menschen ihres Betriebes behandelte die Unternehmerin wie Dreck.
Als Prokuristin und Personalchefin der familieneigenen "Fitkost Geflügelverarbeitungs- und Vertriebsgesellschaft mbH" hatte die CDU-Ministerin ihre Arbeiter völlig indiskutablen Bedingungen ausgesetzt.
Sie ließ nach NDR-Recherchen offensichtlich die Putenschlachter bis zu 13 Stunden am Tag für einen Stundenlohn von 90 Cent (!) arbeiten.
„"Das war pure Sklaverei. Es war ein Horror morgens aufzustehen und zu wissen: Da muss ich hin. Es war ein einziges Verheizen von Leuten", sagte ein ehemaliger Arbeiter dem NDR.
Die Mitarbeiter berichten außerdem von "extremem Druck" in dem Schlachthof. Die Anzahl der täglich zu zerlegenden Puten sei von 6.500 auf 9.500 pro Tag gesteigert worden.
Durch die schwere Arbeit hätten die Beschäftigten massive Gesundheitseinschränkungen erlitten, beispielsweise an den Handgelenken. "Man hatte keine Rechte im Betrieb", so ein ehemaliger Angestellter. "Wenn man etwas wollte, hieß es: Vor dem Tor stehen genug Leute. Also hat man seinen Mund gehalten."
Die "Fitkost Geflügelverarbeitungs- und Vertriebsgesellschaft mbH" schlachtete und zerlegte Geflügel.“
(NDR 15.12.2010)
Nun wird sich Ex-Landwirtschaftsministerin Grotelüschen vermutlich darüber ärgern, daß sie ihre Lohndumping-Methoden nicht legalisieren lassen hat.
Man kann nämlich in Deutschland - und wir sind bereits das große Billiglohnland, in das McJobs aus Dänemark und Holland ausgelagert werden - die Löhne soweit runter drücken, wie man will, wenn man eine Gesetzeslücke nutzt.
Darauf kam in ihrer letzten Sendung (Panorama Nr. 734 vom 02.12.2010 Fleischbranche: Deutschland ruiniert seine Nachbarn) die großartige Anja Reschke zu sprechen:
Herzlich Willkommen zu Panorama. Wissen Sie, mit welchem Satz man als Unternehmer Politiker am besten erpressen kann? Ganz einfach: „Dann gehen wir ins Ausland.“ Seit Jahrzehnten funktioniert dieses Mantra der Arbeitgeber. Die Löhne sind nicht bezahlbar, die Lohnnebenkosten zu hoch, Arbeit ist zu teuer in Deutschland. Also wurde alles politisch daran gesetzt, die Löhne niedrig zu halten. Und nun: kommt das Ausland zu uns.“
(daserste.ndr.de)
In keinem anderen Europäischen Land entwickelten sich die Löhne seit 2000 so miserabel wie in Deutschland.
Dabei wünschen sich alle Europäischen Unternehmer niedrige Löhne und werden dies vermutlich auch öffentlich sagen.
Das Besondere in Deutschland ist, daß nur wir so willfährige Politiker haben, die devot all das umsetzten, was sich die Henkels, Ackermanns und Hundts wünschen.
Daher haben wir anders als fast alle anderen Industrienationen auch keinen Mindestlohn.
In Dänemark liegt der Einstiegslohn bei 21,20 Euro, auch in Belgien gibt es einen Mindestlohn. Hier sind es 11,60 Euro und in Frankreich über 9 Euro. Nur in Deutschland gibt es keinen Mindestlohn. 7,93 Euro zahlt zum Beispiel Danish Crown und andere Schlachtereien zahlen noch viel weniger. Billige Deutsche, damit geben sich einige Unternehmen noch nicht zufrieden, denn es geht ja noch viel günstiger. Mit Arbeitern aus Osteuropa. Bei der Putenschlachterei Geestland sind es Bulgaren. Vier bis fünf Euro verdienen sie hier für harte körperliche Arbeit. Eingekauft per Werkvertrag offenbar zu bulgarischen Konditionen. Manche erzählen uns, sie stehen bis zu 16 Stunden am Fließband.
(daserste.ndr.de)
Bei dem Wort „Geestland“ müßte es jetzt schon klingeln - ganz recht; es ist einer der Grotelüschen-Betriebe.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Das Zauberwort wäre „Tarifvertrag“ gewesen.
Man muß nur eine Gewerkschaft finden, die besonders niedrige Stundenlöhne unter dem Flächentarif aushandelt und schon ist es legal seine Mitarbeiter auszubeuten.
Diese willfährigen Gewerkschaften, die auf den Rechten derer, die sie offiziell vertreten, herum trampeln und alles tun, was die Arbeitgeber wollen gibt es.
Es gibt sogar 16 davon, um genau zu sein und sie alle haben eins gemeinsam:
Sie sind CHRISTEN und ihnen gilt die Nächstenliebe und menschenwürdige Behandlung rein gar nichts.
Der Christliche Gewerkschaftsbund (CGB) hat es mit seiner U-Boot-Tätigkeit für Ausbeuter-Unternehmer inzwischen so weit getrieben, daß seine 'Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit' ('CGZP') vom Bundesarbeitsgericht an diesem Mittwoch als tarifunfähig eingestuft wurde.
Löhne von 4,83 Euro pro Stunde hatten die christlichen Gewerkschaftler „für“ ihre Arbeiter „ausgehandelt“
„Für den Arbeitgeber, eine Berliner Firma, war dieser Haustarifvertrag ein Wertpapier, für dessen Beschäftigte ein Dokument der Ohnmacht: Wer für diesen Lohn einen Monat lang ganztags arbeitete, verdiente 869 Euro brutto. […]
[CGZP-] Verträge, von denen allein im Bonner Archiv mehr als 400 liegen, nähren den Verdacht, dass es die christlichen Gewerkschaften mit der Vertretung von Arbeitnehmerinteressen nicht so genau nehmen. Wolfgang Rohde, Vorstandsmitglied der IG Metall, findet für die Konkurrenz mit dem 'C' im Namen jedenfalls kein gutes Wort: 'Sie können nur billig und verraten die Interessen der Arbeitnehmer', sagt er.
(Felix Berth und Thomas Öchsner, SZ, 17.12.10)
So ist das mit der Christlichen Nächstenliebe - sie taugt für Sonntagsreden, aber wehe dem, der ihr in der Praxis ausgesetzt ist.
Die alten Verträge der CGZP sind keine Ausnahme. In den vergangenen Jahren tauchten in anderen Branchen immer wieder Tarifabschlüsse von christlichen Gewerkschaften auf, bei denen sich vor allem eine Frage stellt: Gilt deren Nächstenliebe besonders den Arbeitgebern? Beim Kabelhersteller Nexans galt jahrelang ein Tarifvertrag der IG Metall. Dann wollte das Unternehmen die Löhne kürzen und fand in der Christlichen Gewerkschaft Metall einen Erfüllungsgehilfen, der unterschrieb - heimlich am Betriebsrat vorbei. Die Mitarbeiter hätten durch den neuen Haustarif teilweise bis zu 40 Prozent ihres Einkommens verloren, wenn nicht der Betriebsrat Proteste organisiert und das Unternehmen einen Rückzieher gemacht hätte. Ähnlich war das Modell '3 für 2' geplant, das die christlichen Metaller in Sachsen einführten: Drei Lehrlinge sollten sich zwei Gehälter teilen - was die Firmen mehr gefreut haben dürfte als die Lehrlinge.
Einen anderen Fall deckte die Fernsehsendung 'Report Mainz' auf. Als Investor für ein Pflegeheim getarnt, traf sich ein Mitarbeiter des TV-Magazins mit einem Funktionär der christlichen Gewerkschaft DHV. Dieser versprach dem 'Investor' einen Tarifvertrag, bei dem Nacht- und Sonntagszuschläge gestrichen und Weihnachts- und Urlaubsgeld weggefallen wäre. Die DHV hat nach Angaben der IG Metall mit privaten Kliniken und dem Roten Kreuz zahlreiche Dumping-Tarifverträge abgeschlossen.
(Felix Berth und Thomas Öchsner, SZ, 17.12.10)
Weil sich da einfach zu viele dreiste Lügner drängeln.
Objektive Rücktrittsgründe gibt es ohnehin nicht - alles hängt von Stimmungen ab.
Stimmungen sind ungerecht und subjektiv. Für Guido Westerwelle herrscht beispielsweise schlechte Stimmung - selbst ein wohlgesonnener Westerwelle-Fan muß zugeben, daß dem Außenminister derzeit nichts gelingen kann, weil in allen Redaktionsstuben die Daumen bereits gesenkt sind.
Man stelle sich nur mal vor Guido W. täte dasselbe, das sein Kollege Guttenberg gerade aufgeführt hat: Guido und Michael Mronz würden mit privatem Fernseh-Team in einer Bundeswehr-Transall nach Afghanistan fliegen, dort ein bißchen ihre neueste Kaschmir-Modekollektion vorführen und dann in einer eigens zusammengestellten Kulisse aus Luftwaffen-Hardware seichte Yellowpressfragen à la „Lieber Herr Minister, wie geht es Ihnen?“ beantworten.
Statt der 78% Zustimmung, welche die Guttis für ihren PR-Coup erhielten, würde der Außenminister endgültig von der Presse und den Demoskopen zerrissen werden.
Guttenberg aber darf sich sehr viel mehr rausnehmen, ohne daß Rücktrittsforderungen kommen.
Er hat die "Original-Roland-Koch’s Unverwundbarkeitspille“ geschluckt.
Reichlich etwas auf dem Kerbholz hat auch die Niedersächsische Ministerin Astrid Grotelüschen, die von schweren Lügen über bestialische Tierquälerei bis hin zu Amtsmissbrauch alles abgedeckt hat.
Heute war allerdings dann doch Finito.
Nicht weil sie ihr Amt benutzte, um den familieneigenen Betrieben zu helfen und schon gar nicht weil in ihren Putenmastbetrieben grausame Tierquälerei (sie ist zuständige Ministerin für Tierschutz!) an der Tagesordnung ist; nein, das Arbeitsrecht hat ihr das Genick gebrochen.
Nicht nur die Puten, sondern auch die Menschen ihres Betriebes behandelte die Unternehmerin wie Dreck.
Als Prokuristin und Personalchefin der familieneigenen "Fitkost Geflügelverarbeitungs- und Vertriebsgesellschaft mbH" hatte die CDU-Ministerin ihre Arbeiter völlig indiskutablen Bedingungen ausgesetzt.
Sie ließ nach NDR-Recherchen offensichtlich die Putenschlachter bis zu 13 Stunden am Tag für einen Stundenlohn von 90 Cent (!) arbeiten.
„"Das war pure Sklaverei. Es war ein Horror morgens aufzustehen und zu wissen: Da muss ich hin. Es war ein einziges Verheizen von Leuten", sagte ein ehemaliger Arbeiter dem NDR.
Die Mitarbeiter berichten außerdem von "extremem Druck" in dem Schlachthof. Die Anzahl der täglich zu zerlegenden Puten sei von 6.500 auf 9.500 pro Tag gesteigert worden.
Durch die schwere Arbeit hätten die Beschäftigten massive Gesundheitseinschränkungen erlitten, beispielsweise an den Handgelenken. "Man hatte keine Rechte im Betrieb", so ein ehemaliger Angestellter. "Wenn man etwas wollte, hieß es: Vor dem Tor stehen genug Leute. Also hat man seinen Mund gehalten."
Die "Fitkost Geflügelverarbeitungs- und Vertriebsgesellschaft mbH" schlachtete und zerlegte Geflügel.“
(NDR 15.12.2010)
Nun wird sich Ex-Landwirtschaftsministerin Grotelüschen vermutlich darüber ärgern, daß sie ihre Lohndumping-Methoden nicht legalisieren lassen hat.
Man kann nämlich in Deutschland - und wir sind bereits das große Billiglohnland, in das McJobs aus Dänemark und Holland ausgelagert werden - die Löhne soweit runter drücken, wie man will, wenn man eine Gesetzeslücke nutzt.
Darauf kam in ihrer letzten Sendung (Panorama Nr. 734 vom 02.12.2010 Fleischbranche: Deutschland ruiniert seine Nachbarn) die großartige Anja Reschke zu sprechen:
Herzlich Willkommen zu Panorama. Wissen Sie, mit welchem Satz man als Unternehmer Politiker am besten erpressen kann? Ganz einfach: „Dann gehen wir ins Ausland.“ Seit Jahrzehnten funktioniert dieses Mantra der Arbeitgeber. Die Löhne sind nicht bezahlbar, die Lohnnebenkosten zu hoch, Arbeit ist zu teuer in Deutschland. Also wurde alles politisch daran gesetzt, die Löhne niedrig zu halten. Und nun: kommt das Ausland zu uns.“
(daserste.ndr.de)
In keinem anderen Europäischen Land entwickelten sich die Löhne seit 2000 so miserabel wie in Deutschland.
Dabei wünschen sich alle Europäischen Unternehmer niedrige Löhne und werden dies vermutlich auch öffentlich sagen.
Das Besondere in Deutschland ist, daß nur wir so willfährige Politiker haben, die devot all das umsetzten, was sich die Henkels, Ackermanns und Hundts wünschen.
Daher haben wir anders als fast alle anderen Industrienationen auch keinen Mindestlohn.
In Dänemark liegt der Einstiegslohn bei 21,20 Euro, auch in Belgien gibt es einen Mindestlohn. Hier sind es 11,60 Euro und in Frankreich über 9 Euro. Nur in Deutschland gibt es keinen Mindestlohn. 7,93 Euro zahlt zum Beispiel Danish Crown und andere Schlachtereien zahlen noch viel weniger. Billige Deutsche, damit geben sich einige Unternehmen noch nicht zufrieden, denn es geht ja noch viel günstiger. Mit Arbeitern aus Osteuropa. Bei der Putenschlachterei Geestland sind es Bulgaren. Vier bis fünf Euro verdienen sie hier für harte körperliche Arbeit. Eingekauft per Werkvertrag offenbar zu bulgarischen Konditionen. Manche erzählen uns, sie stehen bis zu 16 Stunden am Fließband.
(daserste.ndr.de)
Bei dem Wort „Geestland“ müßte es jetzt schon klingeln - ganz recht; es ist einer der Grotelüschen-Betriebe.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Das Zauberwort wäre „Tarifvertrag“ gewesen.
Man muß nur eine Gewerkschaft finden, die besonders niedrige Stundenlöhne unter dem Flächentarif aushandelt und schon ist es legal seine Mitarbeiter auszubeuten.
Diese willfährigen Gewerkschaften, die auf den Rechten derer, die sie offiziell vertreten, herum trampeln und alles tun, was die Arbeitgeber wollen gibt es.
Es gibt sogar 16 davon, um genau zu sein und sie alle haben eins gemeinsam:
Sie sind CHRISTEN und ihnen gilt die Nächstenliebe und menschenwürdige Behandlung rein gar nichts.
Der Christliche Gewerkschaftsbund (CGB) hat es mit seiner U-Boot-Tätigkeit für Ausbeuter-Unternehmer inzwischen so weit getrieben, daß seine 'Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit' ('CGZP') vom Bundesarbeitsgericht an diesem Mittwoch als tarifunfähig eingestuft wurde.
Löhne von 4,83 Euro pro Stunde hatten die christlichen Gewerkschaftler „für“ ihre Arbeiter „ausgehandelt“
„Für den Arbeitgeber, eine Berliner Firma, war dieser Haustarifvertrag ein Wertpapier, für dessen Beschäftigte ein Dokument der Ohnmacht: Wer für diesen Lohn einen Monat lang ganztags arbeitete, verdiente 869 Euro brutto. […]
[CGZP-] Verträge, von denen allein im Bonner Archiv mehr als 400 liegen, nähren den Verdacht, dass es die christlichen Gewerkschaften mit der Vertretung von Arbeitnehmerinteressen nicht so genau nehmen. Wolfgang Rohde, Vorstandsmitglied der IG Metall, findet für die Konkurrenz mit dem 'C' im Namen jedenfalls kein gutes Wort: 'Sie können nur billig und verraten die Interessen der Arbeitnehmer', sagt er.
(Felix Berth und Thomas Öchsner, SZ, 17.12.10)
So ist das mit der Christlichen Nächstenliebe - sie taugt für Sonntagsreden, aber wehe dem, der ihr in der Praxis ausgesetzt ist.
Die alten Verträge der CGZP sind keine Ausnahme. In den vergangenen Jahren tauchten in anderen Branchen immer wieder Tarifabschlüsse von christlichen Gewerkschaften auf, bei denen sich vor allem eine Frage stellt: Gilt deren Nächstenliebe besonders den Arbeitgebern? Beim Kabelhersteller Nexans galt jahrelang ein Tarifvertrag der IG Metall. Dann wollte das Unternehmen die Löhne kürzen und fand in der Christlichen Gewerkschaft Metall einen Erfüllungsgehilfen, der unterschrieb - heimlich am Betriebsrat vorbei. Die Mitarbeiter hätten durch den neuen Haustarif teilweise bis zu 40 Prozent ihres Einkommens verloren, wenn nicht der Betriebsrat Proteste organisiert und das Unternehmen einen Rückzieher gemacht hätte. Ähnlich war das Modell '3 für 2' geplant, das die christlichen Metaller in Sachsen einführten: Drei Lehrlinge sollten sich zwei Gehälter teilen - was die Firmen mehr gefreut haben dürfte als die Lehrlinge.
Einen anderen Fall deckte die Fernsehsendung 'Report Mainz' auf. Als Investor für ein Pflegeheim getarnt, traf sich ein Mitarbeiter des TV-Magazins mit einem Funktionär der christlichen Gewerkschaft DHV. Dieser versprach dem 'Investor' einen Tarifvertrag, bei dem Nacht- und Sonntagszuschläge gestrichen und Weihnachts- und Urlaubsgeld weggefallen wäre. Die DHV hat nach Angaben der IG Metall mit privaten Kliniken und dem Roten Kreuz zahlreiche Dumping-Tarifverträge abgeschlossen.
(Felix Berth und Thomas Öchsner, SZ, 17.12.10)
Montag, 20. September 2010
Wie Scheiße am Schuh - Teil I
Deswegen hasse ich Hunde!
Nicht, weil sie Hunde sind, oder mir grundsätzlich Vierbeiner missfielen, nein - sie sind aber oft nicht Innenstadt-kompatibel.
Natürlich haben die Besitzer in der Regel auch keine Lust mit den Hunden spazieren zu gehen, sondern lassen sie nur einmal am Tag kurz vor die Tür, wo sie dann schnell zwischen die Autos scheißen.
Passt man einen Moment nicht wie ein „Schießhund“ auf, ist man hineingetreten und hat die Kacke schon auf das Gaspedal geschmiert, wenn die olfaktorische Attacke die Nasenschleimhaut erreicht.
OK, daß Hunde in schöner Regelmäßigkeit mal ein Kind totbeißen, ist auch nicht wirklich eine positive Sache.
Aber, mal ehrlich - es handelt sich dabei meistens um Fälle, bei denen Prekariatler mehr oder weniger selbst schuld sind.
Zum Beispiel letzte Woche in dem Dorf Zörnigall (Sachsen-Anhalt), als ein Rottweiler ein dreijähriges Kind tötete.
Oma hatte den Rüden, sowie einen weiteren Boxer ihres Sohnes in Pflege; kannte die Tiere also selbst nicht gut und dann kommt die Familie auf die Idee das dreijährige Enkelkind dazwischen spielen zu lassen!
In Oldisleben im Kyffhäuserkreis (Thüringen) besuchte eine Großmutter im Mai 2010 mit ihrer dreijährigen Enkelin eine Tante des Mädchens, die vier Steffordshire-Bullterrier im Garten hielt. Oma betrat einfach das Grundstück und sofort bissen die vier Kampfhunde das kleine Enkelkind tot.
In Cottbus im April 2010 haben die Eltern ihr acht Wochen (!) altes Baby allein mit dem Husky gelassen, der dann tödlich zubiss.
(Ob man es glaubt, oder nicht: Der Hund wurde anschließend tierpsychologisch "behandelt":
Der Hund wurde vier Stunden nach der Attacke in der Nacht zum Sonntag in einem Zwinger des Cottbuser Tierheims untergebracht. Karin Schönfeld, Vorstandsmitglied des Tierschutzvereins, erklärt: „Eine Tierpsychologin hat den Mischling bereits beurteilt.“ Demnach verhält sich der Hund ruhig, er lässt sich anfassen, weist keine Zeichen von Aggressivität auf.)
Also schlau ist das nicht, Kleinkinder oder Säuglinge direkt mit solchen Viechern zu kombinieren.
Das erinnert mich an die tödlichen Unfälle mit Schußwaffen in den USA. Dort schießen sich regelmäßig Kleinkinder „aus Versehen" selbst in den Kopf.
An den Zusammenhang mit der freien Verfügbarkeit von Waffen, wollen die notorisch begeisterten Waffennarren der Teebeutel-Fraktion nicht glauben.
Diejenigen, die jetzt so laut „restoring honor“ brüllen, fordern gleichzeitig die vollständige Liberalisierung des Waffenhandels.
Waffengegner kritisieren ebenso regelmäßig die Gesetze in dem Land als viel zu locker. Sie verweisen darauf, dass in den USA jährlich mehr als 30.000 Menschen an Schusswunden stürben und mehr Pistolen in Privatbesitz seien als in jedem anderen Land der Welt - nämlich 200 Millionen Stück. Tod durch Schusswaffen sei bei Kindern und Jugendlichen sogar die zweithäufigste Todesursache.
(Spon 2007)
Was ist eigentlich mit dem guten alten Spruch „Messer, Gabel, Schere, Licht - dürfen kleine Kinder nicht“?
Kennt das niemand mehr?
Kleinkinder sind in Punkto „Risikofolgenabschätzung“ nun einmal grundsätzlich doof.
Das raffen sie nicht.
Kampfhunde, Rasierklingen, Feuerzeuge, geladene Revolver, Handgranaten, Zyankali-Kapseln oder Nitroglycerin sind keine geeigneten Spielsachen.
Eltern, die das nicht einsehen, sind offenbar ungeeignet als Erziehungsberechtigte und müssen von dieser Funktion entbunden werden.
Nicht, weil sie Hunde sind, oder mir grundsätzlich Vierbeiner missfielen, nein - sie sind aber oft nicht Innenstadt-kompatibel.
Natürlich haben die Besitzer in der Regel auch keine Lust mit den Hunden spazieren zu gehen, sondern lassen sie nur einmal am Tag kurz vor die Tür, wo sie dann schnell zwischen die Autos scheißen.
Passt man einen Moment nicht wie ein „Schießhund“ auf, ist man hineingetreten und hat die Kacke schon auf das Gaspedal geschmiert, wenn die olfaktorische Attacke die Nasenschleimhaut erreicht.
OK, daß Hunde in schöner Regelmäßigkeit mal ein Kind totbeißen, ist auch nicht wirklich eine positive Sache.
Aber, mal ehrlich - es handelt sich dabei meistens um Fälle, bei denen Prekariatler mehr oder weniger selbst schuld sind.
Zum Beispiel letzte Woche in dem Dorf Zörnigall (Sachsen-Anhalt), als ein Rottweiler ein dreijähriges Kind tötete.
Oma hatte den Rüden, sowie einen weiteren Boxer ihres Sohnes in Pflege; kannte die Tiere also selbst nicht gut und dann kommt die Familie auf die Idee das dreijährige Enkelkind dazwischen spielen zu lassen!
In Oldisleben im Kyffhäuserkreis (Thüringen) besuchte eine Großmutter im Mai 2010 mit ihrer dreijährigen Enkelin eine Tante des Mädchens, die vier Steffordshire-Bullterrier im Garten hielt. Oma betrat einfach das Grundstück und sofort bissen die vier Kampfhunde das kleine Enkelkind tot.
In Cottbus im April 2010 haben die Eltern ihr acht Wochen (!) altes Baby allein mit dem Husky gelassen, der dann tödlich zubiss.
(Ob man es glaubt, oder nicht: Der Hund wurde anschließend tierpsychologisch "behandelt":
Der Hund wurde vier Stunden nach der Attacke in der Nacht zum Sonntag in einem Zwinger des Cottbuser Tierheims untergebracht. Karin Schönfeld, Vorstandsmitglied des Tierschutzvereins, erklärt: „Eine Tierpsychologin hat den Mischling bereits beurteilt.“ Demnach verhält sich der Hund ruhig, er lässt sich anfassen, weist keine Zeichen von Aggressivität auf.)
Also schlau ist das nicht, Kleinkinder oder Säuglinge direkt mit solchen Viechern zu kombinieren.
Das erinnert mich an die tödlichen Unfälle mit Schußwaffen in den USA. Dort schießen sich regelmäßig Kleinkinder „aus Versehen" selbst in den Kopf.
An den Zusammenhang mit der freien Verfügbarkeit von Waffen, wollen die notorisch begeisterten Waffennarren der Teebeutel-Fraktion nicht glauben.
Diejenigen, die jetzt so laut „restoring honor“ brüllen, fordern gleichzeitig die vollständige Liberalisierung des Waffenhandels.
Waffengegner kritisieren ebenso regelmäßig die Gesetze in dem Land als viel zu locker. Sie verweisen darauf, dass in den USA jährlich mehr als 30.000 Menschen an Schusswunden stürben und mehr Pistolen in Privatbesitz seien als in jedem anderen Land der Welt - nämlich 200 Millionen Stück. Tod durch Schusswaffen sei bei Kindern und Jugendlichen sogar die zweithäufigste Todesursache.
(Spon 2007)
Was ist eigentlich mit dem guten alten Spruch „Messer, Gabel, Schere, Licht - dürfen kleine Kinder nicht“?
Kennt das niemand mehr?
Kleinkinder sind in Punkto „Risikofolgenabschätzung“ nun einmal grundsätzlich doof.
Das raffen sie nicht.
Kampfhunde, Rasierklingen, Feuerzeuge, geladene Revolver, Handgranaten, Zyankali-Kapseln oder Nitroglycerin sind keine geeigneten Spielsachen.
Eltern, die das nicht einsehen, sind offenbar ungeeignet als Erziehungsberechtigte und müssen von dieser Funktion entbunden werden.
Mittwoch, 11. August 2010
Tut noch einer was? - Teil II
Neben der gestern aufgezeigten schwarzgelben Polit-Imitationsvariante sich Lobbyisten ins Ministerium zu holen, die sich dort Gesetze auf den Leib schreiben, gibt es noch die direkte Volksverarschungsmethode.
Anders als beispielsweise Norbert Röttgen, der manchmal immerhin versucht den Anschein zu erwecken ein Umweltminister zu sein, während er in Wahrheit Atomlobbyisten atomfreundliche Weichenstellungen ausarbeiten läßt, ist unser aller Lieblingsbundespräsident Wulff noch einen Schritt weiter gegangen.
Das Superministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung des zweitgrößten Bundeslandes Niedersachsen besetzte er gleich mit einer waschechten Vertreterin der Agrarindustrie.
Das Gleichgewicht zwischen Ökobauern, Biolandwirten, Großagrarik, Umweltschützern und Tierfreunden ist somit schon durch die Person der Amtsinhaberin auf die Seite der Natur- und tierantagonistischen Großindustrie verschoben.
»Ich halte das für unerträglich, muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen, für unerträglich, dass jemand, der in dieser Art und Weise Tiere hält, dann für den Tierschutz in einem Bundesland zuständig ist, das schwerpunktmäßig ein Agrarland ist.«
(O-Ton, Dr. Karl Fikuart, Bundestierärztekammer)
Die erst dieses Jahr vom fundamental-christlichen Ministerpräsidenten Wulff installierte streng katholische Astrid Grotelüschen, 46, findet sich selbst fabelhaft.
Sie sei als „rheinische Frohnatur geboren“ und habe aus der Praxis alles Wissen, das man für das Amt brauche:
»Für mich jetzt eine hervorragende Ausgangsposition, um dieses Wissen, was ich in der Praxis auch erworben habe, auch hier noch mal einbringen zu können.«
(A. G.)
Unter den Oberbegriff „Landwirtschaft“ fällt vieles.
Vom engagierten Naturschützer, Biolandwirt und Ökobauern, zum traditionellen Mäster bis hin zu den Monokultur-Agrarriesen, denen es gar nicht genug Pestizide, Insektizide, Fungizide, Anabolika, Hormone, Tiermehl, Gülle und Antibiotika sein können.
Am Tiefpunkt der nach unten offenen Tierquälerskala stehen sicherlich die Geflügelzüchter und Legebatterie-Betreiber.
Astrid Grotelüschen war ab 1995 Prokuristin des familieneigenen Putenfolterzentrums „Mastputenbrüterei Ahlhorn“.
Diese Zusammenhänge deckte vorgestern REPORT MAINZ auf.
Die sehr in die Enge getriebene Ministerin, wehrte sich einen Tag später mit zwei Aussagen, die Zweifel an der Darstellung säen, daß die Bilder von zu Tode gequälten und verwesenden Puten aus einem der familieneigenen Betriebe stammten.
Offensichtlich lügt aber die CDU-Ministerin.
Report Mainz konnte heute die Beweiskraft der Aufnahmen absichern.
Die Zustände in dem Betrieb, der nun von dem Ehemann der CDU-Ministerin geführt wird (Vertretungsberechtigter Geschäftsführer: Garlich Grotelüschen) gehören zu den schlimmsten Tierquälereien, die man sich vorstellen kann.
»Sie standen also so dicht gedrängt, dass es uns am Anfang schwer fiel, einzelne verletzte oder tote Tiere zwischen den Lebenden auszumachen. Tier an Tier. Man merkt das auch zum Beispiel daran, dass wir also unter anderem auch eine Pute gefunden haben, die schon komplett verwest war. Die war kaum noch als Pute zu erkennen.«
( O-Ton, Stefan Bröckling, Tierrechtsvereinigung Peta)
Eindeutig handelt es sich also um strafbare Tierquälerei.
Zu praktisch, daß die zuständige Ministerin die Ehefrau und Mitbesitzerin der Mastputenbrüterei Ahlhorn ist.
Gut für die Großmäster, schlecht für die Tiere, die Umwelt, die Gesundheit und den Verbraucher.
Über die Moral solcher Menschen, die mit Tierquälerei reich werden, will ich erst gar nicht reden.
»Frau Grotelüschen und ihr Mann Garlich Grotelüschen, die leben davon, die leben vom Elend der Tiere, die sind auf jeden Fall mitverantwortlich, sie haben ihr Geld auch in diese Erzeugergemeinschaften investiert und sie profitieren finanziell davon.«
(O-Ton, Stefan Bröckling, Tierrechtsvereinigung Peta.)
Das ist die Politik eines Christian Wulffs, der schon wieder von einer übergroßen Mehrheit der Bevölkerung - 80 % - zustimmend bewertet wird.
Bei so einem Volk, das solche Wahlentscheidungen fällt, muß man sich nicht wundern, daß eine Person wie Grotelüschen statt im Knast auf dem Ministersessel zum Zwecke der Selbstprotektion sitzt.
Eine andere niedersächsische Ministerin, auf die Wulff sich so viel einbildete, Aygül Özkan, wollte es gar nicht erst so weit kommen lassen, daß daher gelaufene Journalisten sie kritisieren und erarbeitete einen Pressekodex („Mediencharta“).
Journalisten sollten ab sofort fügsam sein und sich a priori selbst enteiern, bevor sie über CDU-Minister schreiben.
"Unverblümter hat seit langem kein Politiker mehr versucht, Zeitungen und elektronische Medien auf Kurs zu bringen", kommentierte der Chefredakteur der Oldenburger "Nordwest-Zeitung", Rolf Seelheim.
(Tagesspiegel, 24.07.10)
So scheint es tatsächlich in den Köpfen von CDU-Ministern zuzugehen: Mir das meiste, und Kritik wird verboten.
Ich muß zugeben, daß mich die völlige Schamgefühl-Freiheit der CDU-Größen doch beeindruckt - ebenso wie die enormen Zustimmungswerte, die sie dennoch einheimsen.
Wulff ist da auf besonders gutem Weg.
Erst vor ein paar Monaten ließ sich das Ehepaar auf hartnäckiges Hinterherhaken von Bettina Wulff kostenlos einen Flug in die USA upgraden - Wert 3056 Euro.
Kurz danach, im Juli 2010, machten sie Luxus-Urlaub in der Maschmeyer-Supervilla auf Mallorca. Die Villa "Paradise Castle" ist ein zig Millionen teures Anwesen nahe dem Hafenort Port d'Andratx.
Schade, daß der Urlaub früher abgebrochen werden mußte, um zum Duisburger Loveparade-Gottesdienst zu kommen.
Bettina Wulff rächte sich auf ihre Weise - sie imitierte Brigitte Seebacher und erschien in einem derart kurzen Minirock in der Kirche, daß man eher von breitem Gürtel sprechen sollte.
Es fiel mir ohnehin schon schwer das Geseiere der Bischöfe Schneider und Homophobo Overbeck zu ertragen, aber daß dabei auch noch die First Lady Basic-Instinct-Einblicke bot, war dann doch zu viel für mich.
Und übrigens Villa "Paradise Castle" - ja genau, das ist DER Carsten Maschmeyer, der auch soeben von Familienministerin Kristina Schröder mit Aufträgen versorgt wurde.
Sie ließ Gutachten bei der MaschmeyerRürup AG erstellen.
Anders als beispielsweise Norbert Röttgen, der manchmal immerhin versucht den Anschein zu erwecken ein Umweltminister zu sein, während er in Wahrheit Atomlobbyisten atomfreundliche Weichenstellungen ausarbeiten läßt, ist unser aller Lieblingsbundespräsident Wulff noch einen Schritt weiter gegangen.
Das Superministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung des zweitgrößten Bundeslandes Niedersachsen besetzte er gleich mit einer waschechten Vertreterin der Agrarindustrie.
Das Gleichgewicht zwischen Ökobauern, Biolandwirten, Großagrarik, Umweltschützern und Tierfreunden ist somit schon durch die Person der Amtsinhaberin auf die Seite der Natur- und tierantagonistischen Großindustrie verschoben.
»Ich halte das für unerträglich, muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen, für unerträglich, dass jemand, der in dieser Art und Weise Tiere hält, dann für den Tierschutz in einem Bundesland zuständig ist, das schwerpunktmäßig ein Agrarland ist.«
(O-Ton, Dr. Karl Fikuart, Bundestierärztekammer)
Die erst dieses Jahr vom fundamental-christlichen Ministerpräsidenten Wulff installierte streng katholische Astrid Grotelüschen, 46, findet sich selbst fabelhaft.
Sie sei als „rheinische Frohnatur geboren“ und habe aus der Praxis alles Wissen, das man für das Amt brauche:
»Für mich jetzt eine hervorragende Ausgangsposition, um dieses Wissen, was ich in der Praxis auch erworben habe, auch hier noch mal einbringen zu können.«
(A. G.)
Unter den Oberbegriff „Landwirtschaft“ fällt vieles.
Vom engagierten Naturschützer, Biolandwirt und Ökobauern, zum traditionellen Mäster bis hin zu den Monokultur-Agrarriesen, denen es gar nicht genug Pestizide, Insektizide, Fungizide, Anabolika, Hormone, Tiermehl, Gülle und Antibiotika sein können.
Am Tiefpunkt der nach unten offenen Tierquälerskala stehen sicherlich die Geflügelzüchter und Legebatterie-Betreiber.
Astrid Grotelüschen war ab 1995 Prokuristin des familieneigenen Putenfolterzentrums „Mastputenbrüterei Ahlhorn“.
Diese Zusammenhänge deckte vorgestern REPORT MAINZ auf.
Die sehr in die Enge getriebene Ministerin, wehrte sich einen Tag später mit zwei Aussagen, die Zweifel an der Darstellung säen, daß die Bilder von zu Tode gequälten und verwesenden Puten aus einem der familieneigenen Betriebe stammten.
Offensichtlich lügt aber die CDU-Ministerin.
Report Mainz konnte heute die Beweiskraft der Aufnahmen absichern.
Die Zustände in dem Betrieb, der nun von dem Ehemann der CDU-Ministerin geführt wird (Vertretungsberechtigter Geschäftsführer: Garlich Grotelüschen) gehören zu den schlimmsten Tierquälereien, die man sich vorstellen kann.
»Sie standen also so dicht gedrängt, dass es uns am Anfang schwer fiel, einzelne verletzte oder tote Tiere zwischen den Lebenden auszumachen. Tier an Tier. Man merkt das auch zum Beispiel daran, dass wir also unter anderem auch eine Pute gefunden haben, die schon komplett verwest war. Die war kaum noch als Pute zu erkennen.«
( O-Ton, Stefan Bröckling, Tierrechtsvereinigung Peta)
Eindeutig handelt es sich also um strafbare Tierquälerei.
Zu praktisch, daß die zuständige Ministerin die Ehefrau und Mitbesitzerin der Mastputenbrüterei Ahlhorn ist.
Gut für die Großmäster, schlecht für die Tiere, die Umwelt, die Gesundheit und den Verbraucher.
Über die Moral solcher Menschen, die mit Tierquälerei reich werden, will ich erst gar nicht reden.
»Frau Grotelüschen und ihr Mann Garlich Grotelüschen, die leben davon, die leben vom Elend der Tiere, die sind auf jeden Fall mitverantwortlich, sie haben ihr Geld auch in diese Erzeugergemeinschaften investiert und sie profitieren finanziell davon.«
(O-Ton, Stefan Bröckling, Tierrechtsvereinigung Peta.)
Das ist die Politik eines Christian Wulffs, der schon wieder von einer übergroßen Mehrheit der Bevölkerung - 80 % - zustimmend bewertet wird.
Bei so einem Volk, das solche Wahlentscheidungen fällt, muß man sich nicht wundern, daß eine Person wie Grotelüschen statt im Knast auf dem Ministersessel zum Zwecke der Selbstprotektion sitzt.
Eine andere niedersächsische Ministerin, auf die Wulff sich so viel einbildete, Aygül Özkan, wollte es gar nicht erst so weit kommen lassen, daß daher gelaufene Journalisten sie kritisieren und erarbeitete einen Pressekodex („Mediencharta“).
Journalisten sollten ab sofort fügsam sein und sich a priori selbst enteiern, bevor sie über CDU-Minister schreiben.
"Unverblümter hat seit langem kein Politiker mehr versucht, Zeitungen und elektronische Medien auf Kurs zu bringen", kommentierte der Chefredakteur der Oldenburger "Nordwest-Zeitung", Rolf Seelheim.
(Tagesspiegel, 24.07.10)
So scheint es tatsächlich in den Köpfen von CDU-Ministern zuzugehen: Mir das meiste, und Kritik wird verboten.
Ich muß zugeben, daß mich die völlige Schamgefühl-Freiheit der CDU-Größen doch beeindruckt - ebenso wie die enormen Zustimmungswerte, die sie dennoch einheimsen.
Wulff ist da auf besonders gutem Weg.
Erst vor ein paar Monaten ließ sich das Ehepaar auf hartnäckiges Hinterherhaken von Bettina Wulff kostenlos einen Flug in die USA upgraden - Wert 3056 Euro.
Kurz danach, im Juli 2010, machten sie Luxus-Urlaub in der Maschmeyer-Supervilla auf Mallorca. Die Villa "Paradise Castle" ist ein zig Millionen teures Anwesen nahe dem Hafenort Port d'Andratx.
Schade, daß der Urlaub früher abgebrochen werden mußte, um zum Duisburger Loveparade-Gottesdienst zu kommen.
Bettina Wulff rächte sich auf ihre Weise - sie imitierte Brigitte Seebacher und erschien in einem derart kurzen Minirock in der Kirche, daß man eher von breitem Gürtel sprechen sollte.
Es fiel mir ohnehin schon schwer das Geseiere der Bischöfe Schneider und Homophobo Overbeck zu ertragen, aber daß dabei auch noch die First Lady Basic-Instinct-Einblicke bot, war dann doch zu viel für mich.
Und übrigens Villa "Paradise Castle" - ja genau, das ist DER Carsten Maschmeyer, der auch soeben von Familienministerin Kristina Schröder mit Aufträgen versorgt wurde.
Sie ließ Gutachten bei der MaschmeyerRürup AG erstellen.
Samstag, 26. Juni 2010
Staatliche Regeln
In diesem schönen Land haben wir Bürger allerlei Freiheiten.
Das ist nett.
Alle Freiheiten gibt es natürlich nicht.
Keine Freiheit darf so weit gehen, daß sie beliebig andere Wesen oder die Umwelt beeinträchtigt.
Wo genau die Trennlinie zwischen akzeptablen Freiheiten und gefährlichen Freiheiten liegt, bestimmt der Staat. Das ist zunächst einmal zu begrüßen - welche übergeordnete Instanz käme sonst dafür in Frage?
Der Verlauf der Trennline ist in einigen Bereichen unumstritten.
Ich darf mir zuhause mit dem Hammer auf den Fuß hauen, kann aber nicht raus gehen und einem beliebigen Passanten auf den Kopf schlagen.
Ich darf Kastenweise häßliche Geranien in den Garten stellen; ich darf aber kein Faß mit Giftmüll auskippen.
Das Prinzip klingt einfach und notwendig.
Unglücklicherweise ist die notwendige Neutralität, auf die der Staat beim Setzen der Grenzen fußt, nicht immer gegeben.
Manchmal mäandert der Grat zwischen Legal und Illegal im Nebel umher.
Ich darf unbehelligt eine Stange Zigaretten und ein Fass Rum konsumieren. Bei anderen Genußmitteln, die womöglich sogar harmloser sind, sieht das schon anders aus.
Nehme ich statt Rum einen Joint, gibt es Ärger mit der Polizei.
Dabei hängt der Umfang des Ärgers auch noch davon ab, wo ich mich zufällig befinde.
Berlin hat eine Haschisch-Eigenkonsum-Grenze von 15 g - so viel kann man dabei haben, ohne in den Knast zu müssen. In Bayern werden 15 g schon streng verfolgt.
Besonders eigenartig wird die Differenzierung zwischen Erlaubten und Unerlaubten, wenn es ausschließlich um die Gefährdung der eigenen Person geht.
So viel steht unverrückbar fest. In grotesker Weise setzt nun der Staat Standards, ob und wie man dieses tödliche Ende vorverlegen darf.
Viele todbringende, oder zumindest stark gesundheitsschädigende Aktivitäten sind völlig akzeptiert und werden massenhaft praktiziert.
Dazu zählen Reiten, Boxen, Wein trinken, Zigarre rauchen, Extrembergsteigen, Sonnen, Schlaftabletten nehmen, Fastfood-Ernährung, Skiurlaub, Motorradfahren oder Haare-färben (steigert das Blasenkrebsrisiko).
Andere Methoden sind streng verboten, wie zum Beispiel: Magensonde verweigern, Beatmungsmaschine abstellen, Kokain schnupfen oder Zyankali essen.
Was für den einen objektiv die Gesundheit beeinträchtigt, kann darüber hinaus für den anderen gerade "die Rettung" sein:
Man darf sich nicht ein gesundes Bein abhacken lassen. Basta. Auch nicht in dem Fall, daß man MIT dem Bein so unglücklich ist, daß einem nur der Suizid als Ausweg bleibt.
Unter dem Begriff „Apotemnophilie“ machte spätestens die berühmte BBC-Doku von 2000 dieses Leiden bekannt.
Zwei Fälle in Schottland haben eine Diskussion darüber ausgelöst, wie weit Selbstbestimmung gehen darf. Der Arzt Robert Smith aus Filkirk hatte 1997 und 1999 zwei Männern ihre gesunden Beine amputiert, einer der beiden war Deutscher.
Inzwischen wird statt des Begriffs „Apotemnophilie“, Body Integrity Identity Disorder, Kurzform BIID gesagt.
Menschen mit BIID haben den überwältigenden Wunsch sich Gliedmaßen zu amputieren, oder einen der Sinne, bzw die Beweglichkeit (Durchtrennung der Rückgrats) zu verlieren.
Offensichtlich empfinden sie sich selbst als so deutlich erblindet, querschnittsgelähmt, oder einbeinig, daß sie den tatsächlichen (vollständigen) Körper nicht ertragen können.
Einige gar nicht gesundheitsgefährdende Praktiken sind willkürlich verboten.
So dürfen zum Beispiel zwei (über 18-Jährige) Brüder, genauso wie zwei Schwestern miteinander Sex haben.
Nicht erlaubt ist aber Sex zwischen Schwester und Bruder.
Dahinter steckt neben altmodischen Moralvorstellungen die Sorge um den Nachwuchs, der ein höheres Erbkrankheitsrisiko hat.
Aber was ist mit einem Geschwisterpaar jenseits der Menopause? Oder mit einer sterilisierten Person, oder einem Hetero-Geschwisterpaar, das ausschließlich Analverkehr betreiben möchte?
Sie sind tatsächlich in ihren Freiheiten in Relation zu den homosexuellen Geschwistern benachteiligt.
Bei den offensichtlich willkürlichen genehmigten Methoden und Praktiken verwirrt darüber hinaus, daß sich diese Grenzen gelegentlich verschieben.
Sex zwischen zwei Männern ist jetzt straffrei; wurde einst schwer bestraft.
Bis gestern war passive Sterbehilfe nicht erlaubt.
Die Patientenverfügung hat nicht die juristische Durchschlagskraft, daß ein sterbewilliger Komapateint an der Beatmungsmaschine erlöst werden konnte.
Kein Arzt durfte das legal tun.
(Natürlich „tut man“ das dennoch im Krankenhaus - es gibt genügend verschleiernde Methoden. Ein „aus Versehen“ in einer kalten Nacht offen gelassenes Fenster neben einem Intensivpatienten kann schnell eine Lungenentzündung auslösen, die dann den letzten Rest gibt.)
Das BGH ist gestern bei seiner Grundsatzentscheidung weiter gegangen als man dachte - hat sich aber natürlich nicht getraut Sterbehilfe einfach zu erlauben.
„Aktiv“ ist gar nichts möglich und „passiv“ gibt es auch Grauzonen.
Wer nur noch von der Magensonde ernährt wird und dies aber vorher schriftlich ausdrücklich abgelehnt hatte, darf darauf hoffen, daß man ihm die Sonde entfernt.
Der Tod kommt dann durch Verhungern und ist erlaubt.
Nicht erlaubt ist der humanere Weg - beispielsweise Morphium letal zu dosieren.
Ein bißchen Quälerei hätten die Richter schon gerne noch.
Wenn man eine sehr schwere Krankheit hat; das eigene Leben nur noch an lebenserhaltenen Maßnahmen hängt, dürfen diese nur aufgrund einer Patientenverfügung eingestellt werden, wenn die Krankheit irreversibel ist.
Wenn man also ohnehin sterben würde, kann das Leiden verkürzt werden.
Bei nicht tödlichen Krankheiten muß man sich allerdings gefallen lassen gegen den eigenen Willen an der Beatmungsmaschine zu hängen.
Die BGH-Richter setzen also voraus, daß eine medizinische Unterscheidung zwischen irreversibel tödlich verlaufender Krankheit und möglicherweise reversibel verlaufender Krankheit zu treffen ist.
In der Praxis mit all den multimorbiden Patienten ist das natürlich großer Unfug, wie ich leider aus eigener bitterer Erfahrung weiß.
„Staatlich erlaubt“ bedeutet nicht - um das Chaos perfekt zu machen - „für jeden erlaubt“.
Ich darf beispielsweise nicht aus niederen Motiven ein Wirbeltier töten.
Hühnerzüchter dürfen das aber schon.
Es lohnt sich für sie aus rein finanziellen Erwägungen nicht männliche Küken groß zu ziehen; es ist sogar zu teuer frühzeitig das Geschlecht zu bestimmen.
Also werden jedes Jahr Millionen Hahn-Küken „geschreddert“.
Unfassbare 40 Millionen Hahn-Küken werden pro Jahr in Deutschland „vernichtet“ – insgesamt sind es in Europa jährlich sogar 300 Millionen.
Und weil es so häßlich klingt, haben wir dafür einen ganz besonders perfiden Euphemismus; Hähne kommen lebendig in den »Homogenisator«, einer Maschine mit rotierenden Messern, die sie zu Brei zermatscht. Die Hahnenküken sind für die Brütereien schlicht Abfall – diejenigen, die dem „Homogenisator“ entgehen, werden mit Kohlendioxid vergast.
Nach dem Tierschutzgesetz ist das illegal - aber da alle so gerne billiges Huhn fressen, werden alle Hühneraugen zugedrückt.
Ähnliche Grauzonen gibt es bei der Bewertung von tierischem Leben in der Pharma- und Kosmetikforschung.
Wie eingangs gesagt, darf ich keine Eimer mit Giftmüll rauswerfen.
Ich darf auch nicht runter zum Fleet gehen und da Chemikalien einleiten.
Andere dürfen das schon.
Die RWE, EnBW, E.on und Vattenfall-Herren beispielsweise haben nicht den geringsten Schimmer wo sie mit ihrem Myriaden Jahre tödlich strahlendem Müll abbleiben sollen.
Aber ihre Freundin Merkel läßt sie dennoch machen.
Atomkraftwerke dürfen auch Flüsse mit ihrem Kühlwasser soweit aufheizen, daß die Fauna abstirbt, während ich keinesfalls die Alster aufkochen darf, um zu sehen, wie die Schwäne verenden.
Die besten Sonderregelungen haben aber die sogenannten „Tendenzbetriebe“ wie die CDU, oder die Römisch-Katholische Kirche.
Sie unterliegen nicht normalem Arbeitsrecht und können sich allerlei rausnehmen.
Das ist die Zauberregel. Wenn ein Kindergarten katholisch ist, kann man die Kindergärtnerin untertariflich bezahlen und sogar feuern, weil sie sich scheiden läßt, konvertiert, oder womöglich lesbisch wird.
Diese kirchlichen Extrawürste zuungunsten der Beschäftigten sind keineswegs nur gewohnheitsmäßig akzeptiert sondern immer wieder juristisch determiniert:
Kindergärtner und Sozialarbeiter im Dienst der Kirche haben außerdem weitreichende Loyalitätspflichten: Sie müssen die christlichen Glaubensgrundsätze auch in ihrem Privatleben beachten. Andernfalls droht ihnen die Entlassung. "Ein Kirchenaustritt zum Beispiel ist ein Kündigungsgrund", sagt Prof. Ulrich Hammer, Arbeitsrechtler aus Hildesheim. Er verweist auf ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz in Mainz (Az.: 7 Sa 250/08).
Darin erklärten die Richter es für zulässig, dass ein kirchliches Altenheim eine Pflegerin entlassen darf, wenn sie aus der Kirche austritt. Dies stehe weder im Widerspruch zur Glaubensfreiheit, noch verstoße es gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Die Kirchen hätten vielmehr das Recht, von Mitarbeitern "ein loyales und aufrichtiges Verhalten" im Sinne ihres eigenen Selbstverständnisses zu verlangen. Ärzte in einem Krankenhaus der Caritas oder der Diakonie riskierten außerdem ihren Job, wenn sie sich öffentlich für Abtreibungen aussprechen, ergänzt Kirchenrechtsexperte Hammer. Im Streit um dieses Thema hatte das Bundesverfassungsgericht 1985 im Sinne der Kirche entschieden (Az.: 2 BvR 1703/83).
Seitdem folgen auch die Arbeitsgerichte dieser Linie. "Das wäre also auch heute noch ein Grund für eine Entlassung", sagt Hammer. Denn Ärzte seien als Autoritätspersonen zu den "verkündungsnahen" Personen zu zählen. Letztlich müsse sich aber selbst der Pförtner oder Archivar einer kirchlichen Einrichtung mit solchen Äußerungen vorsehen. "Er kann sich zumindest nicht sicher sein, dass es ihm keinen Ärger bringt." Auch erneut zu heiraten, kann kirchlich Beschäftigten den Job kosten, wie das Bundesarbeitsgericht 2004 entschieden hat. In dem Fall war die zweite Ehe eines katholischen Kirchenmusikers erst nach seiner Einstellung bekanntgeworden. Prompt wurde ihm gekündigt - zu Recht, wie die Richter urteilten. Denn nach den Regeln der Kirche sei es ein schwerwiegender Verstoß, eine Ehe einzugehen, die nach dem Verständnis der Kirche ungültig ist (Az.: 2 AZR 447/03).
(SZ)
Es gibt also kein gleiches Recht für alle und es gibt auch kein vernünftiges Recht.
Das ist nett.
Alle Freiheiten gibt es natürlich nicht.
Keine Freiheit darf so weit gehen, daß sie beliebig andere Wesen oder die Umwelt beeinträchtigt.
Wo genau die Trennlinie zwischen akzeptablen Freiheiten und gefährlichen Freiheiten liegt, bestimmt der Staat. Das ist zunächst einmal zu begrüßen - welche übergeordnete Instanz käme sonst dafür in Frage?
Der Verlauf der Trennline ist in einigen Bereichen unumstritten.
Ich darf mir zuhause mit dem Hammer auf den Fuß hauen, kann aber nicht raus gehen und einem beliebigen Passanten auf den Kopf schlagen.
Ich darf Kastenweise häßliche Geranien in den Garten stellen; ich darf aber kein Faß mit Giftmüll auskippen.
Das Prinzip klingt einfach und notwendig.
Unglücklicherweise ist die notwendige Neutralität, auf die der Staat beim Setzen der Grenzen fußt, nicht immer gegeben.
Manchmal mäandert der Grat zwischen Legal und Illegal im Nebel umher.
Ich darf unbehelligt eine Stange Zigaretten und ein Fass Rum konsumieren. Bei anderen Genußmitteln, die womöglich sogar harmloser sind, sieht das schon anders aus.
Nehme ich statt Rum einen Joint, gibt es Ärger mit der Polizei.
Dabei hängt der Umfang des Ärgers auch noch davon ab, wo ich mich zufällig befinde.
Berlin hat eine Haschisch-Eigenkonsum-Grenze von 15 g - so viel kann man dabei haben, ohne in den Knast zu müssen. In Bayern werden 15 g schon streng verfolgt.
Besonders eigenartig wird die Differenzierung zwischen Erlaubten und Unerlaubten, wenn es ausschließlich um die Gefährdung der eigenen Person geht.
Das Leben ist eine ausschließlich auf sexuellem Wege
übertragene Krankheit, die in 100% der Fälle tödlich endet.
übertragene Krankheit, die in 100% der Fälle tödlich endet.
So viel steht unverrückbar fest. In grotesker Weise setzt nun der Staat Standards, ob und wie man dieses tödliche Ende vorverlegen darf.
Viele todbringende, oder zumindest stark gesundheitsschädigende Aktivitäten sind völlig akzeptiert und werden massenhaft praktiziert.
Dazu zählen Reiten, Boxen, Wein trinken, Zigarre rauchen, Extrembergsteigen, Sonnen, Schlaftabletten nehmen, Fastfood-Ernährung, Skiurlaub, Motorradfahren oder Haare-färben (steigert das Blasenkrebsrisiko).
Andere Methoden sind streng verboten, wie zum Beispiel: Magensonde verweigern, Beatmungsmaschine abstellen, Kokain schnupfen oder Zyankali essen.
Was für den einen objektiv die Gesundheit beeinträchtigt, kann darüber hinaus für den anderen gerade "die Rettung" sein:
Man darf sich nicht ein gesundes Bein abhacken lassen. Basta. Auch nicht in dem Fall, daß man MIT dem Bein so unglücklich ist, daß einem nur der Suizid als Ausweg bleibt.
Unter dem Begriff „Apotemnophilie“ machte spätestens die berühmte BBC-Doku von 2000 dieses Leiden bekannt.
Zwei Fälle in Schottland haben eine Diskussion darüber ausgelöst, wie weit Selbstbestimmung gehen darf. Der Arzt Robert Smith aus Filkirk hatte 1997 und 1999 zwei Männern ihre gesunden Beine amputiert, einer der beiden war Deutscher.
Inzwischen wird statt des Begriffs „Apotemnophilie“, Body Integrity Identity Disorder, Kurzform BIID gesagt.
Menschen mit BIID haben den überwältigenden Wunsch sich Gliedmaßen zu amputieren, oder einen der Sinne, bzw die Beweglichkeit (Durchtrennung der Rückgrats) zu verlieren.
Offensichtlich empfinden sie sich selbst als so deutlich erblindet, querschnittsgelähmt, oder einbeinig, daß sie den tatsächlichen (vollständigen) Körper nicht ertragen können.
Einige gar nicht gesundheitsgefährdende Praktiken sind willkürlich verboten.
So dürfen zum Beispiel zwei (über 18-Jährige) Brüder, genauso wie zwei Schwestern miteinander Sex haben.
Nicht erlaubt ist aber Sex zwischen Schwester und Bruder.
Dahinter steckt neben altmodischen Moralvorstellungen die Sorge um den Nachwuchs, der ein höheres Erbkrankheitsrisiko hat.
Aber was ist mit einem Geschwisterpaar jenseits der Menopause? Oder mit einer sterilisierten Person, oder einem Hetero-Geschwisterpaar, das ausschließlich Analverkehr betreiben möchte?
Sie sind tatsächlich in ihren Freiheiten in Relation zu den homosexuellen Geschwistern benachteiligt.
Bei den offensichtlich willkürlichen genehmigten Methoden und Praktiken verwirrt darüber hinaus, daß sich diese Grenzen gelegentlich verschieben.
Sex zwischen zwei Männern ist jetzt straffrei; wurde einst schwer bestraft.
Bis gestern war passive Sterbehilfe nicht erlaubt.
Die Patientenverfügung hat nicht die juristische Durchschlagskraft, daß ein sterbewilliger Komapateint an der Beatmungsmaschine erlöst werden konnte.
Kein Arzt durfte das legal tun.
(Natürlich „tut man“ das dennoch im Krankenhaus - es gibt genügend verschleiernde Methoden. Ein „aus Versehen“ in einer kalten Nacht offen gelassenes Fenster neben einem Intensivpatienten kann schnell eine Lungenentzündung auslösen, die dann den letzten Rest gibt.)
Das BGH ist gestern bei seiner Grundsatzentscheidung weiter gegangen als man dachte - hat sich aber natürlich nicht getraut Sterbehilfe einfach zu erlauben.
„Aktiv“ ist gar nichts möglich und „passiv“ gibt es auch Grauzonen.
Wer nur noch von der Magensonde ernährt wird und dies aber vorher schriftlich ausdrücklich abgelehnt hatte, darf darauf hoffen, daß man ihm die Sonde entfernt.
Der Tod kommt dann durch Verhungern und ist erlaubt.
Nicht erlaubt ist der humanere Weg - beispielsweise Morphium letal zu dosieren.
Ein bißchen Quälerei hätten die Richter schon gerne noch.
Wenn man eine sehr schwere Krankheit hat; das eigene Leben nur noch an lebenserhaltenen Maßnahmen hängt, dürfen diese nur aufgrund einer Patientenverfügung eingestellt werden, wenn die Krankheit irreversibel ist.
Wenn man also ohnehin sterben würde, kann das Leiden verkürzt werden.
Bei nicht tödlichen Krankheiten muß man sich allerdings gefallen lassen gegen den eigenen Willen an der Beatmungsmaschine zu hängen.
Die BGH-Richter setzen also voraus, daß eine medizinische Unterscheidung zwischen irreversibel tödlich verlaufender Krankheit und möglicherweise reversibel verlaufender Krankheit zu treffen ist.
In der Praxis mit all den multimorbiden Patienten ist das natürlich großer Unfug, wie ich leider aus eigener bitterer Erfahrung weiß.
„Staatlich erlaubt“ bedeutet nicht - um das Chaos perfekt zu machen - „für jeden erlaubt“.
Ich darf beispielsweise nicht aus niederen Motiven ein Wirbeltier töten.
Hühnerzüchter dürfen das aber schon.
Es lohnt sich für sie aus rein finanziellen Erwägungen nicht männliche Küken groß zu ziehen; es ist sogar zu teuer frühzeitig das Geschlecht zu bestimmen.
Also werden jedes Jahr Millionen Hahn-Küken „geschreddert“.
Unfassbare 40 Millionen Hahn-Küken werden pro Jahr in Deutschland „vernichtet“ – insgesamt sind es in Europa jährlich sogar 300 Millionen.
Und weil es so häßlich klingt, haben wir dafür einen ganz besonders perfiden Euphemismus; Hähne kommen lebendig in den »Homogenisator«, einer Maschine mit rotierenden Messern, die sie zu Brei zermatscht. Die Hahnenküken sind für die Brütereien schlicht Abfall – diejenigen, die dem „Homogenisator“ entgehen, werden mit Kohlendioxid vergast.
Nach dem Tierschutzgesetz ist das illegal - aber da alle so gerne billiges Huhn fressen, werden alle Hühneraugen zugedrückt.
Ähnliche Grauzonen gibt es bei der Bewertung von tierischem Leben in der Pharma- und Kosmetikforschung.
Wie eingangs gesagt, darf ich keine Eimer mit Giftmüll rauswerfen.
Ich darf auch nicht runter zum Fleet gehen und da Chemikalien einleiten.
Andere dürfen das schon.
Die RWE, EnBW, E.on und Vattenfall-Herren beispielsweise haben nicht den geringsten Schimmer wo sie mit ihrem Myriaden Jahre tödlich strahlendem Müll abbleiben sollen.
Aber ihre Freundin Merkel läßt sie dennoch machen.
Atomkraftwerke dürfen auch Flüsse mit ihrem Kühlwasser soweit aufheizen, daß die Fauna abstirbt, während ich keinesfalls die Alster aufkochen darf, um zu sehen, wie die Schwäne verenden.
Die besten Sonderregelungen haben aber die sogenannten „Tendenzbetriebe“ wie die CDU, oder die Römisch-Katholische Kirche.
Sie unterliegen nicht normalem Arbeitsrecht und können sich allerlei rausnehmen.
Verkündungsnah arbeiten, menschenfeindlich bezahlen.
Das ist die Zauberregel. Wenn ein Kindergarten katholisch ist, kann man die Kindergärtnerin untertariflich bezahlen und sogar feuern, weil sie sich scheiden läßt, konvertiert, oder womöglich lesbisch wird.
Diese kirchlichen Extrawürste zuungunsten der Beschäftigten sind keineswegs nur gewohnheitsmäßig akzeptiert sondern immer wieder juristisch determiniert:
Kindergärtner und Sozialarbeiter im Dienst der Kirche haben außerdem weitreichende Loyalitätspflichten: Sie müssen die christlichen Glaubensgrundsätze auch in ihrem Privatleben beachten. Andernfalls droht ihnen die Entlassung. "Ein Kirchenaustritt zum Beispiel ist ein Kündigungsgrund", sagt Prof. Ulrich Hammer, Arbeitsrechtler aus Hildesheim. Er verweist auf ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz in Mainz (Az.: 7 Sa 250/08).
Darin erklärten die Richter es für zulässig, dass ein kirchliches Altenheim eine Pflegerin entlassen darf, wenn sie aus der Kirche austritt. Dies stehe weder im Widerspruch zur Glaubensfreiheit, noch verstoße es gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Die Kirchen hätten vielmehr das Recht, von Mitarbeitern "ein loyales und aufrichtiges Verhalten" im Sinne ihres eigenen Selbstverständnisses zu verlangen. Ärzte in einem Krankenhaus der Caritas oder der Diakonie riskierten außerdem ihren Job, wenn sie sich öffentlich für Abtreibungen aussprechen, ergänzt Kirchenrechtsexperte Hammer. Im Streit um dieses Thema hatte das Bundesverfassungsgericht 1985 im Sinne der Kirche entschieden (Az.: 2 BvR 1703/83).
Seitdem folgen auch die Arbeitsgerichte dieser Linie. "Das wäre also auch heute noch ein Grund für eine Entlassung", sagt Hammer. Denn Ärzte seien als Autoritätspersonen zu den "verkündungsnahen" Personen zu zählen. Letztlich müsse sich aber selbst der Pförtner oder Archivar einer kirchlichen Einrichtung mit solchen Äußerungen vorsehen. "Er kann sich zumindest nicht sicher sein, dass es ihm keinen Ärger bringt." Auch erneut zu heiraten, kann kirchlich Beschäftigten den Job kosten, wie das Bundesarbeitsgericht 2004 entschieden hat. In dem Fall war die zweite Ehe eines katholischen Kirchenmusikers erst nach seiner Einstellung bekanntgeworden. Prompt wurde ihm gekündigt - zu Recht, wie die Richter urteilten. Denn nach den Regeln der Kirche sei es ein schwerwiegender Verstoß, eine Ehe einzugehen, die nach dem Verständnis der Kirche ungültig ist (Az.: 2 AZR 447/03).
(SZ)
Es gibt also kein gleiches Recht für alle und es gibt auch kein vernünftiges Recht.
Samstag, 22. Mai 2010
Kostenlos - gibt es nichts für umsonst?
In Englisch und in Dollar umgerechnet klingen Zahlen irgendwie noch beeindruckender als in Deutsch.
Liest man die internationale Presse ist da von EINER TRILLION die Rede, die Merkel gerade rausgehauen hat - auch wenn sie nicht so recht sagen konnte oder wollte, wieso das nun nötig war.
Ihren eigenen Leuten genügte TINA, um willig und ohne Fragen zu stellen ihre Arme zu heben.
Tina (there is no alternative) ist das von Angie neu entdeckte politische Todschlagargument.
Und wer es doch wagt über Alternativen nachzudenken, oder gar die Sinnhaftigkeit der Trillionen-Thriller zu hinterfragen, bekommt von Superstaatsmann Westerwelle zu hören, daß das unverantwortlich und absolut nicht staatsmännisch sei.
Das sind dann doch so die Situationen, in denen ich einigermaßen verzweifelt darauf warte endlich aus diesem Alptraum aufzuwachen, in dem Ex-BigBrother-Besucher und Guidomobil-Fahrer Kreisch-Guido der Deutsche Vizekanzler ist und das Parlament darüber aufklärt wie man sich staatsmännisch benimmt.
Nun ist sie weg, die Trillion:
Despite some pre-vote grumbling, the German parliament on Friday voted to back the 750 billion euro package put together last week in an effort to stabilize Europe's common currency. EU ministers in Brussels are hoping to strengthen budget rules to win back market confidence. There had been some jitters in Berlin that the bill might not go through -- but in the end Chancellor Angela Merkel's governing coalition had more than enough parliamentary votes to approve Germany's share of the massive €750 billion ($1 trillion) rescue deal to save the euro. Merkel's conservative Christian Democrats and her partners from the pro-business Free Democrats (FDP) succeeded in pushing the bill through the lower house of parliament, the Bundestag, despite some renegades in their ranks. The final tally was 319 in favor of the bill, 73 against and 195 abstentions. Germany's upper legislative chamber, the Bundesrat, also passed the bill, which now awaits the signature of President Horst Köhler before becoming law.
(Spiegel/international)
Die Wähler wollten es so.
Noch am letzten Wochenende gaben sie der NRW-CDU mehr Stimmen als Frau Kraft und im heutigen Politbarometer ist Merkel wieder zusammen mit Kriegsminister Guttenberg die beliebteste Politikerin Deutschlands.
Dem Urnenpöbel ist nicht mehr zu helfen.
Von Sachpolitik können wir uns vermutlich für immer verabschieden.
Nun wird erst mal überall der Rotstift angesetzt - TINA ist Schuld und wird die Bürgerlichen schon an der Regierung halten.
Zum Glück für die politische Klasse gibt es auch einige kostenlose Themen.
Dazu gehört die Lockerung und Straffung des Kündigungsschutzes.
Die heilige Kuh des Arbeitsrechtes.
Unter Kohl gelockert, unter Schröder wieder festgezurrt, später wieder gelockert.
Der von den wirtschafstweisen Intelligenzbestien propagierte Effekt auf die Beschäftigungszahlen war nie messbar.
Aber so what - es ist eben eine der wenigen Arbeitsmarktmaßnahmen, die nichts kosten!
Umso leichter kann man sie fordern.
Das Thema wird uns also erhalten bleiben.
Recht billig war zum Beispiel auch die Erhöhung des Schonvermögens für Hartz-IV’ler, die die FDP im sozialen Kuschelmodus durchgesetzt hatte.
Guido hat eben doch ein Herz sollte die Botschaft sein.
Von dieser Großtat plappert Windei Guido noch heute; so zum Beispiel am 17.05.10 auf der FDP-homepage:
Westerwelle: Ich habe nicht ein einziges Mal Hartz-IV-Empfänger kritisiert, sondern mit klaren Worten ein System, das zu wenig Treffsicherheit für die wirklich Bedürftigen hat. Schwarz-Gelb hat hier auch schon Verbesserungen erreicht: Das Schonvermögen für Hartz-IV-Empfänger wurde für die Altersvorsorge verdreifacht.
Ein typischer FDP-Satz. Klingt gut, ist aber gelogen!
Tatsächlich ist die Erhöhung des Schonvermögens eine Quersubvention für die Versicherungswirtschaft, die mit dem Gesetz auf Privatkundenaquise gehen kann.
99,8 % der Hartz-IV-Empfänger bringt das rein gar nichts.
Laut einer Berufung auf eine interne Erhebung der Bundesagentur für Arbeit, wurden von Januar bis September 2009 bundesweit 5,554 Millionen Anträge auf das Arbeitslosengeld II bewilligt oder abgelehnt. Darunter waren nur 11.000 Anträge, die wegen mangelnder Hilfebedürftigkeit aufgrund von vorhandenem Vermögen abgelehnt worden sind, das entspricht 0,2 Prozent aller Anträge.
(Thüringer Allgemeine)
Nun ist als nächstes die Laufzeitverlängerung für Rumpelkraftwerke auf der Tagesordnung.
Gemeint sind im wesentlichen die Schrottreaktoren, die ohnehin alle wegen gravierender Pannen stillstehen.
Das kostet Merkel auch nichts. Es kostet nur möglicherweise die Zukunft Deutschlands und halst MINDESTENS den nächsten 1000 Generationen ein massives Problem mit hochgradig krebserregenden supertoxischen radioaktiven Abfällen auf.
Macht ja nichts.
Es gibt auch kostenlose Politik, die sinnhaft und dringend angeraten wäre.
Bezeichnenderweise fürchtet Schwarz-Gelb die RICHTIGEN Maßnahmen wie der Teufel das Weihwasser.
So sperren sich Merkel und Co gegen Sterbehilfe-Legalisierung, Heroinabgabe für Schwerstabhängige, Adoptionsrechte für Gleichgeschlechtliche, Verbot von privaten Schusswaffen, Tempolimit auf Autobahnen, oder die Modernisierung des Ausländerrechtes.
Wenig kosten würde auch, wenn man von politischer Seite endlich einmal anfinge ein paar Verbote für das Halten von gefährlichen Tieren auszusprechen.
Vor noch nicht einmal vier Wochen hatte ich eine lange Liste von tödlichen und nicht tödlichen Hundeattacken auf Menschen aufgezählt.
Gestern ist schon wieder das nächste Kleinkind von einem Hund zerfleischt und getötet worden.
Kampfhunde beißen Mädchen aus Thüringen tot!
Sachsenburg - Ein dreijähriges Mädchen aus Thüringen ist in Sachsenburg von Kampfhunden angefallen und totgebissen worden. Die vier Tiere fielen auch über die Urgroßmutter des Mädchens her. Sie hatte die Hunde von dem Mädchen wegziehen wollen. (dpa)
Offensichtlich sind die Besitzer solche Tiere ja NICHT verantwortungsvoll genug, um so ein Geschöpf zu halten.
Müssen Kampfhunde für jeden Idioten erhältlich sein?
Kann da nicht endlich mal die Politik einen Riegel vorschieben?
Aber das wäre ja eine RICHTIGE Maßnahme und sowas würden Guido und Angie niemals tun!
Liest man die internationale Presse ist da von EINER TRILLION die Rede, die Merkel gerade rausgehauen hat - auch wenn sie nicht so recht sagen konnte oder wollte, wieso das nun nötig war.
Ihren eigenen Leuten genügte TINA, um willig und ohne Fragen zu stellen ihre Arme zu heben.
Tina (there is no alternative) ist das von Angie neu entdeckte politische Todschlagargument.
Und wer es doch wagt über Alternativen nachzudenken, oder gar die Sinnhaftigkeit der Trillionen-Thriller zu hinterfragen, bekommt von Superstaatsmann Westerwelle zu hören, daß das unverantwortlich und absolut nicht staatsmännisch sei.
Das sind dann doch so die Situationen, in denen ich einigermaßen verzweifelt darauf warte endlich aus diesem Alptraum aufzuwachen, in dem Ex-BigBrother-Besucher und Guidomobil-Fahrer Kreisch-Guido der Deutsche Vizekanzler ist und das Parlament darüber aufklärt wie man sich staatsmännisch benimmt.
Nun ist sie weg, die Trillion:
Despite some pre-vote grumbling, the German parliament on Friday voted to back the 750 billion euro package put together last week in an effort to stabilize Europe's common currency. EU ministers in Brussels are hoping to strengthen budget rules to win back market confidence. There had been some jitters in Berlin that the bill might not go through -- but in the end Chancellor Angela Merkel's governing coalition had more than enough parliamentary votes to approve Germany's share of the massive €750 billion ($1 trillion) rescue deal to save the euro. Merkel's conservative Christian Democrats and her partners from the pro-business Free Democrats (FDP) succeeded in pushing the bill through the lower house of parliament, the Bundestag, despite some renegades in their ranks. The final tally was 319 in favor of the bill, 73 against and 195 abstentions. Germany's upper legislative chamber, the Bundesrat, also passed the bill, which now awaits the signature of President Horst Köhler before becoming law.
(Spiegel/international)
Die Wähler wollten es so.
Noch am letzten Wochenende gaben sie der NRW-CDU mehr Stimmen als Frau Kraft und im heutigen Politbarometer ist Merkel wieder zusammen mit Kriegsminister Guttenberg die beliebteste Politikerin Deutschlands.
Dem Urnenpöbel ist nicht mehr zu helfen.
Von Sachpolitik können wir uns vermutlich für immer verabschieden.
Nun wird erst mal überall der Rotstift angesetzt - TINA ist Schuld und wird die Bürgerlichen schon an der Regierung halten.
Zum Glück für die politische Klasse gibt es auch einige kostenlose Themen.
Dazu gehört die Lockerung und Straffung des Kündigungsschutzes.
Die heilige Kuh des Arbeitsrechtes.
Unter Kohl gelockert, unter Schröder wieder festgezurrt, später wieder gelockert.
Der von den wirtschafstweisen Intelligenzbestien propagierte Effekt auf die Beschäftigungszahlen war nie messbar.
Aber so what - es ist eben eine der wenigen Arbeitsmarktmaßnahmen, die nichts kosten!
Umso leichter kann man sie fordern.
Das Thema wird uns also erhalten bleiben.
Recht billig war zum Beispiel auch die Erhöhung des Schonvermögens für Hartz-IV’ler, die die FDP im sozialen Kuschelmodus durchgesetzt hatte.
Guido hat eben doch ein Herz sollte die Botschaft sein.
Von dieser Großtat plappert Windei Guido noch heute; so zum Beispiel am 17.05.10 auf der FDP-homepage:
Westerwelle: Ich habe nicht ein einziges Mal Hartz-IV-Empfänger kritisiert, sondern mit klaren Worten ein System, das zu wenig Treffsicherheit für die wirklich Bedürftigen hat. Schwarz-Gelb hat hier auch schon Verbesserungen erreicht: Das Schonvermögen für Hartz-IV-Empfänger wurde für die Altersvorsorge verdreifacht.
Ein typischer FDP-Satz. Klingt gut, ist aber gelogen!
Tatsächlich ist die Erhöhung des Schonvermögens eine Quersubvention für die Versicherungswirtschaft, die mit dem Gesetz auf Privatkundenaquise gehen kann.
99,8 % der Hartz-IV-Empfänger bringt das rein gar nichts.
Laut einer Berufung auf eine interne Erhebung der Bundesagentur für Arbeit, wurden von Januar bis September 2009 bundesweit 5,554 Millionen Anträge auf das Arbeitslosengeld II bewilligt oder abgelehnt. Darunter waren nur 11.000 Anträge, die wegen mangelnder Hilfebedürftigkeit aufgrund von vorhandenem Vermögen abgelehnt worden sind, das entspricht 0,2 Prozent aller Anträge.
(Thüringer Allgemeine)
Nun ist als nächstes die Laufzeitverlängerung für Rumpelkraftwerke auf der Tagesordnung.
Gemeint sind im wesentlichen die Schrottreaktoren, die ohnehin alle wegen gravierender Pannen stillstehen.
Das kostet Merkel auch nichts. Es kostet nur möglicherweise die Zukunft Deutschlands und halst MINDESTENS den nächsten 1000 Generationen ein massives Problem mit hochgradig krebserregenden supertoxischen radioaktiven Abfällen auf.
Macht ja nichts.
Es gibt auch kostenlose Politik, die sinnhaft und dringend angeraten wäre.
Bezeichnenderweise fürchtet Schwarz-Gelb die RICHTIGEN Maßnahmen wie der Teufel das Weihwasser.
So sperren sich Merkel und Co gegen Sterbehilfe-Legalisierung, Heroinabgabe für Schwerstabhängige, Adoptionsrechte für Gleichgeschlechtliche, Verbot von privaten Schusswaffen, Tempolimit auf Autobahnen, oder die Modernisierung des Ausländerrechtes.
Wenig kosten würde auch, wenn man von politischer Seite endlich einmal anfinge ein paar Verbote für das Halten von gefährlichen Tieren auszusprechen.
Vor noch nicht einmal vier Wochen hatte ich eine lange Liste von tödlichen und nicht tödlichen Hundeattacken auf Menschen aufgezählt.
Gestern ist schon wieder das nächste Kleinkind von einem Hund zerfleischt und getötet worden.
Kampfhunde beißen Mädchen aus Thüringen tot!
Sachsenburg - Ein dreijähriges Mädchen aus Thüringen ist in Sachsenburg von Kampfhunden angefallen und totgebissen worden. Die vier Tiere fielen auch über die Urgroßmutter des Mädchens her. Sie hatte die Hunde von dem Mädchen wegziehen wollen. (dpa)
Offensichtlich sind die Besitzer solche Tiere ja NICHT verantwortungsvoll genug, um so ein Geschöpf zu halten.
Müssen Kampfhunde für jeden Idioten erhältlich sein?
Kann da nicht endlich mal die Politik einen Riegel vorschieben?
Aber das wäre ja eine RICHTIGE Maßnahme und sowas würden Guido und Angie niemals tun!
Sonntag, 25. April 2010
Viecher
Vorwort zur Präsidentenwahl in Wien:
Heinz Fischer, SPÖ ~ 78%, Barbara Rosenkranz, FPÖ ~ 15%, Rudolf Gehring, Christenfanatiker ~ 5%
Natürlich könnte man sich fragen wieso über 15 % der Österreicher für die rechtsradikale Frau Rosenkranz gestimmt haben.
Aber angesichts ihrer Träume von 35 % oder gar der Mehrheit, ist es ein Debakel für Rechte.
Fast 80 % stimmten also für einen SPÖ-Mann, der nicht in der Kirche ist!
Was für ein Debakel für die Hardcore-Katholen, die Österreich stets als Mutterland des Staatskatholizismus sehen.
Dazu sage ich: Felix Austria.
Anderes Thema: Mensch versus Tier.
Während viele Naturreligionen oder auch Buddhisten und Hindus recht pfleglich mit der Umwelt aus Flora und Fauna umgehen, ist in dieser Hinsicht das Christentum auch mal wieder die mieseste aller Religionen.
Bezüglich der Natur ist sie weit destruktiver.
Hier heißt es „macht Euch die Erde Untertan“ und „seid fruchtbar und mehret Euch“. Falscher kann eine globale Ethik kaum sein.
Überbevölkerung und Naturzerstörung mit täglich aussterbenden Arten sind die Folge.
Bizarrerweise halten sich aber Christen für Bewahrer der Schöpfung und sind ihren Haustieren teilweise in großer Liebe verbunden.
Teilweise wohlgemerkt - wer schon mal beobachtet hat, wie man im ganzen Mittelmeerraum mit Eseln oder streunenden Katzen und Hunden umgeht, kann von Tierliebe nicht viel entdecken.
Wer schon einmal Bilder davon gesehen hat, wie Italiener und Franzosen mit großer Begeisterung jedes Jahr viele Millionen Singvögel killen, wird das Verhältnis Mensch versus Kreatur nüchtern bewerten.
Wer schon mal auf der Iberischen Halbinsel dabei war, wie sich Menschenmassen in riesigen Stadien daran erfreuen, daß dort grausam und blutig Stiere zu Tode gequält werden, kann auch erst mal nichts mehr von Christlicher Nächstenliebe entdecken.
Heute hat ein Stier mal nicht den Kürzeren in dem ungleichen Kampf gezogen.
So geschehen in Mexico, als bei einem „Stierkampf“ der weltberühmte spanische Torero José Tomás, 33, regelrecht aufgespießt wurde. Er liegt auf der Intensivstation und wir vermutlich überleben - das geschieht dann aber ausdrücklich nicht durch meine Gebete.
Der Stier wird in der AFP-Meldung „ein schwarzes Ungetüm mit mächtigen Hörnern“ genannt. Very telling - wie nennen denn die Presseagenturen die Matadore, die in 99,99% der Fälle die unbewaffneten Stiere nicht nur schwer verletzen, sondern aus Spaß an der Freude töten?
Tierversuche für die kosmetische Industrie? Kein Problem in Deutschland.
Die Maßstäbe verrutschen ganz erheblich, wenn ein Antagonismus zwischen Mensch und Tier in Worte gefasst wird.
So töten Menschen aus puren Vergnügen im Jahr rund 200 Millionen Haie. Oft auf besonders perfide Weise, indem ihnen bei lebendigem Leib die Flossen abgehackt werden und sie dann zum elenden Verenden zurück ins Meer geworfen werden.
Umgekehrt töten Haie durchschnittlich unter fünf Menschen im Jahr.
Während aber das Wort „human“ mit durchweg positiven Begriffen konnotiert wird, gelten Haie als das personifizierte Böse. Bestien, die sich gut in negativer Metaphorik wie „Finanz-Hai“ verwenden lassen.
Menschen sollten möglichst wenig direkten Kontakt mit Menschen haben - egal, ob die Tiere dabei in Massen abgeschlachtet werden, weil sie als bloßes nachwachsendes Nahrungsmittel ohne Seele und ohne Rechte angesehen werden.
Oder ob sie als Objekt der Liebe von vermeidlichen Tierfreunden gehalten werden.
Menschen sind nicht in der Lage sich einzufühlen und sehen alles nur durch die menschliche Brille.
Ein Hund oder eine Katze oder ein Pferd dürfen aber nicht nach humanen Maßstäben bewertet werden.
Menschen haben nicht genug Verantwortung und Augenmaß, um Tiere in ihre Menschenwelt einzugliedern, ohne daß das Vieh dabei Schaden erlangt.
Ich plädiere für ein generelles Hundeverbot in Ballungsräumen.
Sie sollten nicht weiter gezüchtet werden dürfen und große Rassen müssen ob der unverantwortlichen Halter grundsätzlich nur mit Maulkorb und an der Leine gehalten werden.
Sorry Hunde. Ihr könnt nichts dafür, aber am anderen Ende der Leine sind nun einmal Idioten.
Da kommt es einfach immer wieder zu Konfliktstoff zwischen Zweibein und Vierbein.
Hunde sind aber nun einmal extrem gefährlich.
Rund 50.000 Hundebisse ("der beißt nicht!") werden jedes Jahr den Versicherungen gemeldet.
Wann gedenkt eigentlich die Politik sich endlich mal mit den Hundehaltern anzulegen und die Bevölkerung zu schützen?
Das ist ja schlimmer als in Afghanistan hier.
Eine KLEINE AUSWAHL VON VIELEN MELDUNGEN zum Thema:
April 2010.
Gestern hat in Cottbus der Familen-Husky ein acht Wochen alter Baby totgebissen. Der Hund stieß Polizeiangaben zufolge den Kinderwagen um, als die Eltern im Haus waren. Dann fiel er über das acht Wochen alte Mädchen her.
Dezember 2009.
Kleinaitingen in Bayern. Ein Dobermann fällt über eine Familie mit drei Kindern her:
Der Hund griff die fünfjährige Tochter des Mannes an, verbiss sich in deren Kleidung und zerrte sie auf die Fahrbahn. Während der Vater versuchte, Hund und Tochter zu trennen, biss der Dobermann dem dreijährigen Sohn mehrfach in Kopf und Nacken. Der kleine Junge kam mit Schürfwunden davon, weil ihn seine dicke Wintermütze schützte. Das Mädchen erlitt einen Wadendurchbiss und Prellungen an der Hüfte.
November 2009.
In Österreich ist ein kleines Mädchen einer Hundeattacke zum Opfer gefallen. Der Rottweiler eines Polizeihundeführers fiel dessen ein Jahr alte Tochter an und verletzte sie so schwer, dass das Kind wenig später im Krankenhaus starb.
Oktober 2009.
Kreis Kaiserslautern. Mehrere Bisswunden im Gesicht, am Oberkörper und an beiden Armen hat eine 49-Jährige am Montagnachmittag in Weilerbach erlitten.
Die Frau wollte die Geschäftsräume einer Firma betreten und benutzte einen Eingang zum Hinterhof. Unmittelbar nach dem Betreten des Geländes wurde sie von zwei ausgewachsenen Rottweilern angefallen.
Oktober 2009.
NRW. Am Freitagabend musste in Velbert ein Polizeibeamter einen nicht mehr zu kontrollieren Schäferhund erschießen. Am Einsatzort stellten die Beamten zwei Männer im Alter von 26 und 40 Jahren fest, die gemeinsam versuchten, einen wild um sich beißenden Schäferhund am Boden zu fixieren. Einer der Helfer hatte bereits mehrere Bisswunden an Händen und Armen erlitten.
September 2009.
Niedersachsen. Soltau-Fallingbostel. Am Samstagnachmittag hat in Wietzendorf ein zweijähriger Mastiff-Michling einen 7-jährigen Jungen in den Kopf gebissen. Das Opfer wurde mit einem Rettungswagen in das Krankenhaus Rotenburg/Wümme gebracht. Die Hundehalterin war während eines Spazierganges mit ihrem Hund zufällig auf das Kind getroffen.
September 2009.
Usedom. Am Donnerstagabend hat auf der Insel Usedom ein Bernhardiner ein fünfjähriges Urlauberkind aus Berlin zweimal ins Gesicht gebissen und schwer verletzt. Das Kind wurde notoperiert. Der Vorfall ereignete sich in einem Ahlbecker Hotel. Das Kind war auf den nicht angeleinten Bernhardiner zugegangen, während sich die Hotelbesitzerin und Hundehalterin mit der Mutter des Kindes unterhielt.
August 2009.
NRW. Am Sonntag hat in Grefrath-Oedt ein American Bulldog einen vierjährigen Jungen angegriffen. Der Hundebesitzer lief mit dem angeleinten Hund während eines Spazierganges in Richtung einiger grasender Schafe, in deren Nähe auch drei Kinder saßen. Plötzlich, so Zeugen, sprang eines der Kinder schreiend auf und wollte vermutlich vor dem Hund weglaufen. Der Hund biss daraufhin zu. Dem Hundeführer gelang es erst nach mehrmaligem Zerren an der Leine, das Tier von dem Kind zu lösen.
August 2009.
Tirol. Am Montag wurde ein 5jähriges französisches Urlauberkind in Obsteig von einem 7jährigen Sennenhund ins Gesicht gebissen. Das Kind hatte versucht, den Hund zu streicheln.
August 2009.
Bochum. Am heutigen Montagmittag wurde ein fünf Jahre altes Mädchen in Bochum auf dem Hinterhof eines Mehrfamilienhauses von einem Rottweiler angefallen und schwer verletzt.
Juli 2009.
Schweiz. Schaffhausen. Der Rottweiler, der am Sonntag in Schaffhausen (Schweiz) dem vierjährigen Jungen „Ali“ in den Kopf biss und dabei das Gesicht des Kindes zerfetzt hat, wird eingeschläfert.
Mai 2009.
Hildesheim. In einer Grünanlage in Hildesheim haben zwei nicht angeleinte Rottweiler eine 29-jährige Mutter mit ihren beiden Töchtern, 5 und 2 Jahre alt, angegriffen und schwer verletzt. Sie wurden stationär in ein Krankenhaus aufgenommen.
Mai 2009.
Hildesheim. Hunde zerfleischen 40-Jährige Passantin. Der Hundebesitzer hatte den Kofferraum seines Autos geöffnet, um seine beiden Hunde herauszulassen. Eines der Tiere stürzte sich auf die Frau, die in ihren Wagen einsteigen wollte. Sie erlitt tiefe Bisswunden im Oberschenkel und musste operiert werden.
Mai 2009.
Schweiz. Ein Hund hat am Freitagmittag in Basel einen zweijährigen Jungen ins Gesicht gebissen. Das Kind wurde ins Universitätsspital Bruderholz eingeliefert, wo es ärztlich versorgt werden musste.
Mai 2009.
Trippstadt (Kreis Kaiserslautern). Rottweiler tötet um ein Haar eine 73 Jahre alte Spaziergängerin. Der Hund verbiss sich in den Unterarm der Frau, wie die Polizei mitteilte. Der Hundebesitzer – er war mit zwei Rottweilern unterwegs – nahm das Tier schließlich an die Leine und ging weiter, ohne sich weiter um die Frau zu kümmern.
Mai 2009.
Münnerstadt (Kreis Bad Kissingen). Zwei Mitarbeiter des örtlichen Tierheims wurden von einem Rottweiler zerfleischt und lebensgefährlich verletzt. Beide mussten vom Rettungsdienst in eine Bad Neustädter Klinik eingeliefert werden. Das Tier wurde noch am Abend eingeschläfert.
Mai 2009.
Bokeloh (Region Hannover) Bulldogge ein 15 Jahre altes Mädchen angegriffen und schwer verletzt. Das Opfer wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus transportiert.
April 2009.
Hamm. Ein aggressiver Hund hat in Hamm-Mitte (NRW) ein 21 Monate altes Mädchen in ihrem Kindergarten angegriffen und schwer verletzt. Wie die Polizei mitteilte, erlitt das Opfer eine tiefe Fleischwunde unter dem linken Auge sowie Kratzer an Wange und Nase. Es wird derzeit in einem Krankenhaus behandelt.
April 2009.
Berlin. Am Flughafensee in Reinickendorf wurde am Freitag ein zweieinhalbjähriges Kind von einem streunenden Hund angefallen. Ein Rettungswagen brachte das Opfer mit schweren Verletzungen im Gesicht auf die Intensivstation des Virchowklinikums.
April 2009.
Eichenborn. Hund beißt Achtjähriger immer wieder in den Kopf. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen hielt sich das Mädchen zum Spielen bei der Familie auf, als der Hund sie plötzlich angriff. Die 8-Jährige erlitt hierbei teils tiefe Fleischwunden, die in der Notaufnahme des Krankenhauses genäht werden mussten. Das Mädchen wird vermutlich für mehrere Tage im Krankenhaus bleiben müssen, um alle Verletzungen und insbesondere auch den erlittenen Schock adäquat behandeln zu können.
April 2009.
Magdeburg. Kampfhund verbeißt sich in 15 Monate alte Kind. Die 20-jährige Mutter des Jungen und die 21-jährige Hundehalterin waren gemeinsam in der unmittelbaren Nähe eines Kinderspielplatzes unterwegs. Im gleichen Moment, als das Kleinkind einen Gegenstand vom Boden aufheben wollte, war offenbar auch der angeleinte Hund an dieser „Sache“ interessiert und biss daraufhin den 15 Monate alten Jungen in den Kopf. Das Kleinkind erlitt dabei tiefe Bisswunden im Bereich des Hinterkopfes.
April 2009.
Cuxhaven. Rottweiler beißt Radfahererin fast tot. Freitagabend griff ein Rottweiler auf dem Fußweg eine 38-jährige Radlerin an, die an der B 73 in Warstade unterwegs gewesen ist. Nach Kenntnis der Polizei verbiss sich der Hund im Bein der Frau und verletzte sie dabei schwer.
April 2009.
Kleinstadt Fincken im mecklenburgischen Müritz-Kreis. Rottweiler verbeißt sich in Zehnjährige. Obwohl der Hund an der Leine geführt wurde, konnte die 36- jährige Hundeführerin das Tier nicht halten. Sie wurde zur Seite gerissen, als der Hund sich plötzlich auf das Kind stürzte. Dem Hundehalter, der das Geschehen aus einiger Entfernung beobachtet hatte, gelang es, den Hund unter Kontrolle zu bringen. Der Hund trug keinen Maulkorb. Das Kind wurde mit einem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht und wird dort stationär behandelt.
April 2009.
Paderborn. Hund fällt über Rentner her. Wie dem Bericht der Kreispolizeibehörde Paderborn zu entnehmen ist, wurde der 78-jährige Mann dabei schwer verletzt.
April 2009.
Rottweiler zerfleischt einem fünfjährigen Mädchen das Gesicht. Laut Polizeibericht stand das Mädchen am Nachmittag zusammen mit seinen Geschwistern und dem Vater in einer Menschenschlange, als ein Hundehalter mit seinem vierjährigen Rottweilerrüden daran vorbeilief. Völlig überraschend, so die Angaben des Vaters gegenüber der Polizei, sprang der Hund das Mädchen an, drückte es gegen eine Wand und biss es in das Gesicht.
Januar 2009.
Kreis Segeberg. Schäferhund zerbeißt einen Sechsjährigen. Nach bisherigen Erkenntnissen war der Hund vor einem Geschäft angebunden worden. Während der Besitzer beim Einkaufen war, ging der 6-Jährige offenbar an dem Hund vorbei, der ihn plötzlich angriff und ins Gesicht biss, wie die Polizei in Bad Segeberg am Donnerstag mitteilte.
Der Junge wurde schwer verletzt in die Uni-Klinik Lübeck gebracht,
Dezember 2008.
Güstrow. Eine Frau wir von einem Kampfhund zerfleischt.
Der Frau war beim Weihnachtsspaziergang mit ihrem kleinen Hund einem Mann mit zwei frei laufenden Kampfhunden begegnet. Nach Angaben der Rostocker Polizei habe der Halter die Kampfhunde trotz dringender Aufforderung nicht angeleint. Einer der Hunde habe die Frau in Hand und Oberarm gebissen, als sie versuchte, ihren kleinen Hund auf den Arm zu nehmen.
Dezember 2008.
Ein freilaufender Labrador-Mischling hat am Sonntagabend in Brieslang (Havelland) eine 77- jährige Seniorin angefallen und „krankenhausreif“ gebissen. Die Frau war mit ihren Fahrrad unterwegs, als sie von dem Tier angefallen und an beiden Beinen heftig gebissen wurde.
November 2008.
Wetzlar-Naunheim. Der Mann war am späten Mittwochabend auf einem Feldweg unterwegs, als das Tier plötzlich auf ihn zustürmte, ihn anfiel und in den Unterleib biss, wie die Polizei am Donnerstag in Dillenburg mitteilte. Der Mann ging daraufhin zu Boden, und der Hund biss ihn ins Gesicht und in das linke Ohr, das fast völlig abgetrennt wurde.
Heinz Fischer, SPÖ ~ 78%, Barbara Rosenkranz, FPÖ ~ 15%, Rudolf Gehring, Christenfanatiker ~ 5%
Natürlich könnte man sich fragen wieso über 15 % der Österreicher für die rechtsradikale Frau Rosenkranz gestimmt haben.
Aber angesichts ihrer Träume von 35 % oder gar der Mehrheit, ist es ein Debakel für Rechte.
Fast 80 % stimmten also für einen SPÖ-Mann, der nicht in der Kirche ist!
Was für ein Debakel für die Hardcore-Katholen, die Österreich stets als Mutterland des Staatskatholizismus sehen.
Dazu sage ich: Felix Austria.
Anderes Thema: Mensch versus Tier.
Während viele Naturreligionen oder auch Buddhisten und Hindus recht pfleglich mit der Umwelt aus Flora und Fauna umgehen, ist in dieser Hinsicht das Christentum auch mal wieder die mieseste aller Religionen.
Bezüglich der Natur ist sie weit destruktiver.
Hier heißt es „macht Euch die Erde Untertan“ und „seid fruchtbar und mehret Euch“. Falscher kann eine globale Ethik kaum sein.
Überbevölkerung und Naturzerstörung mit täglich aussterbenden Arten sind die Folge.
Bizarrerweise halten sich aber Christen für Bewahrer der Schöpfung und sind ihren Haustieren teilweise in großer Liebe verbunden.
Teilweise wohlgemerkt - wer schon mal beobachtet hat, wie man im ganzen Mittelmeerraum mit Eseln oder streunenden Katzen und Hunden umgeht, kann von Tierliebe nicht viel entdecken.
Wer schon einmal Bilder davon gesehen hat, wie Italiener und Franzosen mit großer Begeisterung jedes Jahr viele Millionen Singvögel killen, wird das Verhältnis Mensch versus Kreatur nüchtern bewerten.
Wer schon mal auf der Iberischen Halbinsel dabei war, wie sich Menschenmassen in riesigen Stadien daran erfreuen, daß dort grausam und blutig Stiere zu Tode gequält werden, kann auch erst mal nichts mehr von Christlicher Nächstenliebe entdecken.
Heute hat ein Stier mal nicht den Kürzeren in dem ungleichen Kampf gezogen.
So geschehen in Mexico, als bei einem „Stierkampf“ der weltberühmte spanische Torero José Tomás, 33, regelrecht aufgespießt wurde. Er liegt auf der Intensivstation und wir vermutlich überleben - das geschieht dann aber ausdrücklich nicht durch meine Gebete.
Der Stier wird in der AFP-Meldung „ein schwarzes Ungetüm mit mächtigen Hörnern“ genannt. Very telling - wie nennen denn die Presseagenturen die Matadore, die in 99,99% der Fälle die unbewaffneten Stiere nicht nur schwer verletzen, sondern aus Spaß an der Freude töten?
Tierversuche für die kosmetische Industrie? Kein Problem in Deutschland.
Die Maßstäbe verrutschen ganz erheblich, wenn ein Antagonismus zwischen Mensch und Tier in Worte gefasst wird.
So töten Menschen aus puren Vergnügen im Jahr rund 200 Millionen Haie. Oft auf besonders perfide Weise, indem ihnen bei lebendigem Leib die Flossen abgehackt werden und sie dann zum elenden Verenden zurück ins Meer geworfen werden.
Umgekehrt töten Haie durchschnittlich unter fünf Menschen im Jahr.
Während aber das Wort „human“ mit durchweg positiven Begriffen konnotiert wird, gelten Haie als das personifizierte Böse. Bestien, die sich gut in negativer Metaphorik wie „Finanz-Hai“ verwenden lassen.
Menschen sollten möglichst wenig direkten Kontakt mit Menschen haben - egal, ob die Tiere dabei in Massen abgeschlachtet werden, weil sie als bloßes nachwachsendes Nahrungsmittel ohne Seele und ohne Rechte angesehen werden.
Oder ob sie als Objekt der Liebe von vermeidlichen Tierfreunden gehalten werden.
Menschen sind nicht in der Lage sich einzufühlen und sehen alles nur durch die menschliche Brille.
Ein Hund oder eine Katze oder ein Pferd dürfen aber nicht nach humanen Maßstäben bewertet werden.
Menschen haben nicht genug Verantwortung und Augenmaß, um Tiere in ihre Menschenwelt einzugliedern, ohne daß das Vieh dabei Schaden erlangt.
Ich plädiere für ein generelles Hundeverbot in Ballungsräumen.
Sie sollten nicht weiter gezüchtet werden dürfen und große Rassen müssen ob der unverantwortlichen Halter grundsätzlich nur mit Maulkorb und an der Leine gehalten werden.
Sorry Hunde. Ihr könnt nichts dafür, aber am anderen Ende der Leine sind nun einmal Idioten.
Da kommt es einfach immer wieder zu Konfliktstoff zwischen Zweibein und Vierbein.
Hunde sind aber nun einmal extrem gefährlich.
Rund 50.000 Hundebisse ("der beißt nicht!") werden jedes Jahr den Versicherungen gemeldet.
Wann gedenkt eigentlich die Politik sich endlich mal mit den Hundehaltern anzulegen und die Bevölkerung zu schützen?
Das ist ja schlimmer als in Afghanistan hier.
Eine KLEINE AUSWAHL VON VIELEN MELDUNGEN zum Thema:
April 2010.
Gestern hat in Cottbus der Familen-Husky ein acht Wochen alter Baby totgebissen. Der Hund stieß Polizeiangaben zufolge den Kinderwagen um, als die Eltern im Haus waren. Dann fiel er über das acht Wochen alte Mädchen her.
Dezember 2009.
Kleinaitingen in Bayern. Ein Dobermann fällt über eine Familie mit drei Kindern her:
Der Hund griff die fünfjährige Tochter des Mannes an, verbiss sich in deren Kleidung und zerrte sie auf die Fahrbahn. Während der Vater versuchte, Hund und Tochter zu trennen, biss der Dobermann dem dreijährigen Sohn mehrfach in Kopf und Nacken. Der kleine Junge kam mit Schürfwunden davon, weil ihn seine dicke Wintermütze schützte. Das Mädchen erlitt einen Wadendurchbiss und Prellungen an der Hüfte.
November 2009.
In Österreich ist ein kleines Mädchen einer Hundeattacke zum Opfer gefallen. Der Rottweiler eines Polizeihundeführers fiel dessen ein Jahr alte Tochter an und verletzte sie so schwer, dass das Kind wenig später im Krankenhaus starb.
Oktober 2009.
Kreis Kaiserslautern. Mehrere Bisswunden im Gesicht, am Oberkörper und an beiden Armen hat eine 49-Jährige am Montagnachmittag in Weilerbach erlitten.
Die Frau wollte die Geschäftsräume einer Firma betreten und benutzte einen Eingang zum Hinterhof. Unmittelbar nach dem Betreten des Geländes wurde sie von zwei ausgewachsenen Rottweilern angefallen.
Oktober 2009.
NRW. Am Freitagabend musste in Velbert ein Polizeibeamter einen nicht mehr zu kontrollieren Schäferhund erschießen. Am Einsatzort stellten die Beamten zwei Männer im Alter von 26 und 40 Jahren fest, die gemeinsam versuchten, einen wild um sich beißenden Schäferhund am Boden zu fixieren. Einer der Helfer hatte bereits mehrere Bisswunden an Händen und Armen erlitten.
September 2009.
Niedersachsen. Soltau-Fallingbostel. Am Samstagnachmittag hat in Wietzendorf ein zweijähriger Mastiff-Michling einen 7-jährigen Jungen in den Kopf gebissen. Das Opfer wurde mit einem Rettungswagen in das Krankenhaus Rotenburg/Wümme gebracht. Die Hundehalterin war während eines Spazierganges mit ihrem Hund zufällig auf das Kind getroffen.
September 2009.
Usedom. Am Donnerstagabend hat auf der Insel Usedom ein Bernhardiner ein fünfjähriges Urlauberkind aus Berlin zweimal ins Gesicht gebissen und schwer verletzt. Das Kind wurde notoperiert. Der Vorfall ereignete sich in einem Ahlbecker Hotel. Das Kind war auf den nicht angeleinten Bernhardiner zugegangen, während sich die Hotelbesitzerin und Hundehalterin mit der Mutter des Kindes unterhielt.
August 2009.
NRW. Am Sonntag hat in Grefrath-Oedt ein American Bulldog einen vierjährigen Jungen angegriffen. Der Hundebesitzer lief mit dem angeleinten Hund während eines Spazierganges in Richtung einiger grasender Schafe, in deren Nähe auch drei Kinder saßen. Plötzlich, so Zeugen, sprang eines der Kinder schreiend auf und wollte vermutlich vor dem Hund weglaufen. Der Hund biss daraufhin zu. Dem Hundeführer gelang es erst nach mehrmaligem Zerren an der Leine, das Tier von dem Kind zu lösen.
August 2009.
Tirol. Am Montag wurde ein 5jähriges französisches Urlauberkind in Obsteig von einem 7jährigen Sennenhund ins Gesicht gebissen. Das Kind hatte versucht, den Hund zu streicheln.
August 2009.
Bochum. Am heutigen Montagmittag wurde ein fünf Jahre altes Mädchen in Bochum auf dem Hinterhof eines Mehrfamilienhauses von einem Rottweiler angefallen und schwer verletzt.
Juli 2009.
Schweiz. Schaffhausen. Der Rottweiler, der am Sonntag in Schaffhausen (Schweiz) dem vierjährigen Jungen „Ali“ in den Kopf biss und dabei das Gesicht des Kindes zerfetzt hat, wird eingeschläfert.
Mai 2009.
Hildesheim. In einer Grünanlage in Hildesheim haben zwei nicht angeleinte Rottweiler eine 29-jährige Mutter mit ihren beiden Töchtern, 5 und 2 Jahre alt, angegriffen und schwer verletzt. Sie wurden stationär in ein Krankenhaus aufgenommen.
Mai 2009.
Hildesheim. Hunde zerfleischen 40-Jährige Passantin. Der Hundebesitzer hatte den Kofferraum seines Autos geöffnet, um seine beiden Hunde herauszulassen. Eines der Tiere stürzte sich auf die Frau, die in ihren Wagen einsteigen wollte. Sie erlitt tiefe Bisswunden im Oberschenkel und musste operiert werden.
Mai 2009.
Schweiz. Ein Hund hat am Freitagmittag in Basel einen zweijährigen Jungen ins Gesicht gebissen. Das Kind wurde ins Universitätsspital Bruderholz eingeliefert, wo es ärztlich versorgt werden musste.
Mai 2009.
Trippstadt (Kreis Kaiserslautern). Rottweiler tötet um ein Haar eine 73 Jahre alte Spaziergängerin. Der Hund verbiss sich in den Unterarm der Frau, wie die Polizei mitteilte. Der Hundebesitzer – er war mit zwei Rottweilern unterwegs – nahm das Tier schließlich an die Leine und ging weiter, ohne sich weiter um die Frau zu kümmern.
Mai 2009.
Münnerstadt (Kreis Bad Kissingen). Zwei Mitarbeiter des örtlichen Tierheims wurden von einem Rottweiler zerfleischt und lebensgefährlich verletzt. Beide mussten vom Rettungsdienst in eine Bad Neustädter Klinik eingeliefert werden. Das Tier wurde noch am Abend eingeschläfert.
Mai 2009.
Bokeloh (Region Hannover) Bulldogge ein 15 Jahre altes Mädchen angegriffen und schwer verletzt. Das Opfer wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus transportiert.
April 2009.
Hamm. Ein aggressiver Hund hat in Hamm-Mitte (NRW) ein 21 Monate altes Mädchen in ihrem Kindergarten angegriffen und schwer verletzt. Wie die Polizei mitteilte, erlitt das Opfer eine tiefe Fleischwunde unter dem linken Auge sowie Kratzer an Wange und Nase. Es wird derzeit in einem Krankenhaus behandelt.
April 2009.
Berlin. Am Flughafensee in Reinickendorf wurde am Freitag ein zweieinhalbjähriges Kind von einem streunenden Hund angefallen. Ein Rettungswagen brachte das Opfer mit schweren Verletzungen im Gesicht auf die Intensivstation des Virchowklinikums.
April 2009.
Eichenborn. Hund beißt Achtjähriger immer wieder in den Kopf. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen hielt sich das Mädchen zum Spielen bei der Familie auf, als der Hund sie plötzlich angriff. Die 8-Jährige erlitt hierbei teils tiefe Fleischwunden, die in der Notaufnahme des Krankenhauses genäht werden mussten. Das Mädchen wird vermutlich für mehrere Tage im Krankenhaus bleiben müssen, um alle Verletzungen und insbesondere auch den erlittenen Schock adäquat behandeln zu können.
April 2009.
Magdeburg. Kampfhund verbeißt sich in 15 Monate alte Kind. Die 20-jährige Mutter des Jungen und die 21-jährige Hundehalterin waren gemeinsam in der unmittelbaren Nähe eines Kinderspielplatzes unterwegs. Im gleichen Moment, als das Kleinkind einen Gegenstand vom Boden aufheben wollte, war offenbar auch der angeleinte Hund an dieser „Sache“ interessiert und biss daraufhin den 15 Monate alten Jungen in den Kopf. Das Kleinkind erlitt dabei tiefe Bisswunden im Bereich des Hinterkopfes.
April 2009.
Cuxhaven. Rottweiler beißt Radfahererin fast tot. Freitagabend griff ein Rottweiler auf dem Fußweg eine 38-jährige Radlerin an, die an der B 73 in Warstade unterwegs gewesen ist. Nach Kenntnis der Polizei verbiss sich der Hund im Bein der Frau und verletzte sie dabei schwer.
April 2009.
Kleinstadt Fincken im mecklenburgischen Müritz-Kreis. Rottweiler verbeißt sich in Zehnjährige. Obwohl der Hund an der Leine geführt wurde, konnte die 36- jährige Hundeführerin das Tier nicht halten. Sie wurde zur Seite gerissen, als der Hund sich plötzlich auf das Kind stürzte. Dem Hundehalter, der das Geschehen aus einiger Entfernung beobachtet hatte, gelang es, den Hund unter Kontrolle zu bringen. Der Hund trug keinen Maulkorb. Das Kind wurde mit einem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht und wird dort stationär behandelt.
April 2009.
Paderborn. Hund fällt über Rentner her. Wie dem Bericht der Kreispolizeibehörde Paderborn zu entnehmen ist, wurde der 78-jährige Mann dabei schwer verletzt.
April 2009.
Rottweiler zerfleischt einem fünfjährigen Mädchen das Gesicht. Laut Polizeibericht stand das Mädchen am Nachmittag zusammen mit seinen Geschwistern und dem Vater in einer Menschenschlange, als ein Hundehalter mit seinem vierjährigen Rottweilerrüden daran vorbeilief. Völlig überraschend, so die Angaben des Vaters gegenüber der Polizei, sprang der Hund das Mädchen an, drückte es gegen eine Wand und biss es in das Gesicht.
Januar 2009.
Kreis Segeberg. Schäferhund zerbeißt einen Sechsjährigen. Nach bisherigen Erkenntnissen war der Hund vor einem Geschäft angebunden worden. Während der Besitzer beim Einkaufen war, ging der 6-Jährige offenbar an dem Hund vorbei, der ihn plötzlich angriff und ins Gesicht biss, wie die Polizei in Bad Segeberg am Donnerstag mitteilte.
Der Junge wurde schwer verletzt in die Uni-Klinik Lübeck gebracht,
Dezember 2008.
Güstrow. Eine Frau wir von einem Kampfhund zerfleischt.
Der Frau war beim Weihnachtsspaziergang mit ihrem kleinen Hund einem Mann mit zwei frei laufenden Kampfhunden begegnet. Nach Angaben der Rostocker Polizei habe der Halter die Kampfhunde trotz dringender Aufforderung nicht angeleint. Einer der Hunde habe die Frau in Hand und Oberarm gebissen, als sie versuchte, ihren kleinen Hund auf den Arm zu nehmen.
Dezember 2008.
Ein freilaufender Labrador-Mischling hat am Sonntagabend in Brieslang (Havelland) eine 77- jährige Seniorin angefallen und „krankenhausreif“ gebissen. Die Frau war mit ihren Fahrrad unterwegs, als sie von dem Tier angefallen und an beiden Beinen heftig gebissen wurde.
November 2008.
Wetzlar-Naunheim. Der Mann war am späten Mittwochabend auf einem Feldweg unterwegs, als das Tier plötzlich auf ihn zustürmte, ihn anfiel und in den Unterleib biss, wie die Polizei am Donnerstag in Dillenburg mitteilte. Der Mann ging daraufhin zu Boden, und der Hund biss ihn ins Gesicht und in das linke Ohr, das fast völlig abgetrennt wurde.
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